Zu große AP mit Filtern kein Problem?

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Hogel

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Hallo zusammen,
ich lese des Öfteren, dass Okulare, die eine zu große Austrittspupille liefern, mit UHC oder OIII Filtern durchaus
genutzt werden können und Sinn machen, z.B. ein 35mm Okular am f5 Dobson. Nun meine Frage:
Da ich ein 10x70 Fernglas besitze, stellt sich mir die Frage, ob dieses Glas (in das man 1 1/4" Filter einschrauben
kann) auch unter schlechterem Himmel (z.B. 5-6mag) mit Filtern Sinn macht.
Wie sehen da eure Erfahrungen aus?

Danke Rolf
 
Hallo Uwe,
vielen Dank, war aber nicht meine eigentliche Frage. Versuche es nochmal anders:
Unter mäßigem Himmel "saufen" - so habe ich das oft gelesen - die meisten, schwächeren Himmels-
objekte vor zu grauem Hintergrund ab, wenn die AP eines Gerätes zu groß ist. Ich selber habe das mal
an M33 erlebt, die ich unter mäßigen Bedingungen mit 7x50 gar nicht, mit 10x50 aber schwach sehen
konnte. Andererseits habe ich unter denselben Bedingungen mit einem 8x56 wunderbar Omega- und Trifidnebel leicht gefunden, obwohl auch da die AP zu groß war.
Frage: Bessert sich das "Absaufen" der Objekte (z.B. Nordamerikanebel) trotz zu großer AP, wenn man mit UHC-Filtern beobachtet?

Danke Rolf
 
Hallo Rolf,
bei Objekten,die auf den Filter ansprechen,passt das.Aber ich denke,dass das bei einem Kontinuumsstrahler,wie eine Galaxie, nicht funktioniert.Das Licht der Galaxie wird durch den Filter im gleichen Mass gedämpft,wie das dees Himmelhintergrunds...

Grüße Rainer
 
Servus Rolf,

Wie auch Rainer schon geschrieben hat, dämpfen UHC oder [O III] Filter
das Licht von Galaxien, Sternhaufen und auch Reflektionsnebeln.

Ich habe erst gestern Abend den Nordamerikanebel mit zu großer AP und
einem [O III] Filter beobachtet.
Trotz aufgehellten Himmel war dieser Emissionsnebel sehr gut zu sehen.
Ich habe diesem Nebel zwar mit 12" beobachtet, es lässt sich aber auch
auf kleine Öffnungen anwenden.

Für Messier 33 benötigst du einen wirklich dunklen und transparenten
Himmel, sonst geht diese ausgedehnte und "schwache" Galaxie im
aufgehellten Hintergrund unter. Filter helfen bei dieser und anderen
Galaxien nichts, sie würden nur weiter gedämpft.

Eine Ausnahme bilden die Emissionsnebel z. B. in der Galaxie Messier 33,
die mit einem [O III] Filter bei dunklen und transparenten Himmel schon
mit mittleren Öffnungen zu sehen sind.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hi Rolf

zu nächst ist die Frage was Du meinst mit zu großer AP.

Ist die AP größer als Deine Pupille bei bester Adaption,
dann verlierst Du Licht und damit quasi Öffnung.
Sowas macht astronomisch keinen Sinn, beim Sport wie z.B. Segeln, wo das Fernglas viel bewegt wird schon, weil Du den Lichtverlust a nicht merkst und Du b keine Bildausfälle hast so lange Deine Pupille innerhalb der AP des Gerätes bleibt. Oft findet man diese Gläser von Einblick und freihändig angenehmer.

Redest Du aber von zu großer AP ob der Bedingungen, verlierst Du Kontrast, weil der Hintergrund zu hell erscheint und sich manche Objekte nicht genügend gut abheben. AP größer Pupille lassen wir mal außer Acht. In dem Fall kannst Du den fehlenden Kontrast durch einen Filter wie den UHC z.B. anheben
und Sichtbarkeiten von Objekten verbessern.

Oft ist es dann aber so, wenn der Hintergrund zu hell ist, dann wirst Du womöglich keine optimale Adaption erreichen und dann hast Du im Ergebnis als Bsp mit Filter aus dem 10x70 mit 7 AP, ein 10x60 gemacht. Der Öffungsverlust bleibt, aber Du schaust mit mehr Kontrast durch die Filter.

Das ist keine mathematische Herleitung sondern soll das Prinzip verdeutlichen.
Ich hoffe das war Deine Frage.
CS
 
Hallo Rolf,

ich würde sagen, mit einem entsprechend schmalbandigen UHC-Filter oder einem (noch hinreichend "breitbandigen") O III-Filter IST die AP eben nicht mehr "zu groß" ;-) - vorausgesetzt Deine Augen öffnen sich so weit, wie Antares oben ausgeführt hat.
Natürlich gilt das ausschließlich für jene Objekte, die auf den O III-Linien bzw. (im Fall von UHC-Filtern) H beta hauptsächlich strahlen.
Durch den Rost fallen, wie auch schon erwähnt, "nebulöse" Objekte wie Galaxien, Kugelsternhaufen..., die allfrequent strahlen. Die sind näherungsweise weg wie schwächere Sterne.
Es bleibt die Frage, WELCHE UHC- oder O III-Filter? UHC ist universeller (H beta dabei), bringt aber, wenn noch zu breitbandig (z.B. von Baader) ausgelegt, unter schlechte(re)m Himmel keine optimale Kontraststeigerung. Vielleicht empfiehlt sich da etwas wie der Orion Ultrablock-Filter (Filterspektren vergleichen!)?
Unter schlechtem Himmel ist jedes dem notwendigem Durchlassspektrum benachbarte Licht vor allem Streulicht(!), nur unter bereits gutem Himmel bringt ein breitbandigerer Filter letzte Nuancen an der Nebelgrenze zusätzlich ins Bild.

Viele Grüße,
Herbert
 
Liebe Sternfreunde,
vielen Dank für eure erhellenden Antworten. Hat geholfen, weiß jetzt Bescheid!
Danke Rolf
 
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