Kerste
Mitarbeiter
Hi!
Das sind alles Geräte, die ich heute nicht mehr als erstes Teleskop kaufen würde, obwohl ich echter Fan von kleinen Refraktoren bin - aber ich bin mittlerweile zu der Überzeugung gekommen, dass ein Beobachtungseinsteiger zu mehr Öffnung greifen sollte. Das klare Bild vom Refraktor weiß man erst zu schätzen, wenn man sich mit größeren Geräten am Himmel "sattgesehen" hat. Viele Details gehen mit der kleinen Öffnung halt einfach nicht, von daher befürchte ich, dass ihr von den Geräten nicht ganz so begeistert sein werdet wie erhofft.
Die angesprochenen Geräte kenne ich zwar nicht, aber wir haben auf der Sternwarte einen 15-cm-Refraktor stehen (2250mm Brennweite). Gut: Er steht in der Stadt, aber das vermittelt trotzdem einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit. Einsatzgebiet sind Sonne, Mond und Planeten sowie Doppelsterne, da ist er klasse.
Deep Sky ist in der Stadt zwar eh ein Problem, aber ab und zu probieren wir doch ein paar Sternhaufen - allerdings ist er da schon am Rande seiner Leistungsfähigkeit. M13 kann zwar schon recht gut aufgelöst werden, Orionnebel ist auch ganz nett, aber viel mehr geht dann auch schon nicht mehr - zumindest nicht so, dass ich es Gästen bei einer Führung zeigen würde. An unserem Eck in der Galaxis ist es halt leider so, dass die meisten Deep-Sky-Objekte erst ab 8" beeindruckend wirken - in kleineren Optiken sieht man sie, eventuell sogar teilaufgelöst, aber im allgemeinen wird doch nur Messier's Eindruck bestätigt: Da ist was, nämlich ein Nebel, der keine oder nur wenige Strukturen zeigt. Mehr ist nur mit einiger Beobachtungserfahrung zu sehen.
Wenn ihr viel also wirklich viel Deep-Sky machen wollt, stellt ihr euch einer ziemlichen Herausforderung bei der Beschränkung auf so wenig Öffnung.
Bei eurer Auswahl würde ich den Neo mal beiseite lassen. Ohne jemals durchgeschaut zu haben, trau ich der Konstruktion nicht.
Da Geld nicht so das Problem zu sein scheint, würde ich aus dem Bauch heraus an Eurer Stelle aus der Auswahl den kleinsten nehmen - also den Megrez, oder sogar nur einen der bekannten 80/600er EDs als Richfield-Gerät. Stattdessen würde ich noch ein C8 oder ein anderes 8"-Schmidt-Cassegrain als Spezialist für kleine Gesichtsfelder und hohe Vergrößerungen dazukaufen - paßt ja auch auf die Montierung. Damit habt ihr einen netten Refraktorfür niedrige und mittlere Vergrößerungen, große Gesichtsfelder und Foto sowie was recht lichtstarkes und hochvergrößerndes, falls ihr doch mal mehr sehen wollt.
Die Astrofoto-Experten hier können euch bestimmt auch sagen, ob die Kombi dann taugt, um Astrofoto zu machen mit dem C8 als Leitrohr für den Refraktor. (Durch ein C8 bei ca. 2m Brennweite zu fotografieren, ist ziemlich anspruchsvoll; als Leitrohr für den Refraktor sollte es aber gehen, so oft tritt Spiegelshifting meiner Erfahrung nach nicht ein. Zu klären wäre, ob die Sphinx beides trägt).
Bei alldem nie vergessen, dass das ganze Equipment auch zum Auto / Beobachtungsplatz getragen werden will.
Soweit meine Gedanken dazu.
Und bevor ihr jetzt auf die Idee kommt, ich wollte euch nur den Refraktor ausreden: Ich hab als einziges Teleskop einen 80/600 ED, angeschafft mit dem Ziel, was kleines und transportables zu haben. Wenn ich in Details sehen will, fahr ich in die Stadt und benutz einen 8-14" Spiegel.
Ich hoffe, das bringt euch weiter.
Gruß,
Alex
PS: Auf welcher Sternwarte wart ihr eigentlich, bzw. durch was habt ihr geschaut? Das würde helfen, eure Erwartungen besser einzuschätzen. (Das ist auch der Vorteil, wenn man einen Ort (oder zumindest Region) einträgt - ortsspezifische Tipps lassen sich besser geben.)
Das sind alles Geräte, die ich heute nicht mehr als erstes Teleskop kaufen würde, obwohl ich echter Fan von kleinen Refraktoren bin - aber ich bin mittlerweile zu der Überzeugung gekommen, dass ein Beobachtungseinsteiger zu mehr Öffnung greifen sollte. Das klare Bild vom Refraktor weiß man erst zu schätzen, wenn man sich mit größeren Geräten am Himmel "sattgesehen" hat. Viele Details gehen mit der kleinen Öffnung halt einfach nicht, von daher befürchte ich, dass ihr von den Geräten nicht ganz so begeistert sein werdet wie erhofft.
Die angesprochenen Geräte kenne ich zwar nicht, aber wir haben auf der Sternwarte einen 15-cm-Refraktor stehen (2250mm Brennweite). Gut: Er steht in der Stadt, aber das vermittelt trotzdem einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit. Einsatzgebiet sind Sonne, Mond und Planeten sowie Doppelsterne, da ist er klasse.
Deep Sky ist in der Stadt zwar eh ein Problem, aber ab und zu probieren wir doch ein paar Sternhaufen - allerdings ist er da schon am Rande seiner Leistungsfähigkeit. M13 kann zwar schon recht gut aufgelöst werden, Orionnebel ist auch ganz nett, aber viel mehr geht dann auch schon nicht mehr - zumindest nicht so, dass ich es Gästen bei einer Führung zeigen würde. An unserem Eck in der Galaxis ist es halt leider so, dass die meisten Deep-Sky-Objekte erst ab 8" beeindruckend wirken - in kleineren Optiken sieht man sie, eventuell sogar teilaufgelöst, aber im allgemeinen wird doch nur Messier's Eindruck bestätigt: Da ist was, nämlich ein Nebel, der keine oder nur wenige Strukturen zeigt. Mehr ist nur mit einiger Beobachtungserfahrung zu sehen.
Wenn ihr viel also wirklich viel Deep-Sky machen wollt, stellt ihr euch einer ziemlichen Herausforderung bei der Beschränkung auf so wenig Öffnung.
Bei eurer Auswahl würde ich den Neo mal beiseite lassen. Ohne jemals durchgeschaut zu haben, trau ich der Konstruktion nicht.
Da Geld nicht so das Problem zu sein scheint, würde ich aus dem Bauch heraus an Eurer Stelle aus der Auswahl den kleinsten nehmen - also den Megrez, oder sogar nur einen der bekannten 80/600er EDs als Richfield-Gerät. Stattdessen würde ich noch ein C8 oder ein anderes 8"-Schmidt-Cassegrain als Spezialist für kleine Gesichtsfelder und hohe Vergrößerungen dazukaufen - paßt ja auch auf die Montierung. Damit habt ihr einen netten Refraktorfür niedrige und mittlere Vergrößerungen, große Gesichtsfelder und Foto sowie was recht lichtstarkes und hochvergrößerndes, falls ihr doch mal mehr sehen wollt.
Die Astrofoto-Experten hier können euch bestimmt auch sagen, ob die Kombi dann taugt, um Astrofoto zu machen mit dem C8 als Leitrohr für den Refraktor. (Durch ein C8 bei ca. 2m Brennweite zu fotografieren, ist ziemlich anspruchsvoll; als Leitrohr für den Refraktor sollte es aber gehen, so oft tritt Spiegelshifting meiner Erfahrung nach nicht ein. Zu klären wäre, ob die Sphinx beides trägt).
Bei alldem nie vergessen, dass das ganze Equipment auch zum Auto / Beobachtungsplatz getragen werden will.
Soweit meine Gedanken dazu.
Und bevor ihr jetzt auf die Idee kommt, ich wollte euch nur den Refraktor ausreden: Ich hab als einziges Teleskop einen 80/600 ED, angeschafft mit dem Ziel, was kleines und transportables zu haben. Wenn ich in Details sehen will, fahr ich in die Stadt und benutz einen 8-14" Spiegel.
Ich hoffe, das bringt euch weiter.
Gruß,
Alex
PS: Auf welcher Sternwarte wart ihr eigentlich, bzw. durch was habt ihr geschaut? Das würde helfen, eure Erwartungen besser einzuschätzen. (Das ist auch der Vorteil, wenn man einen Ort (oder zumindest Region) einträgt - ortsspezifische Tipps lassen sich besser geben.)