Wehr
Aktives Mitglied
Bei IR geht es nicht um den unmittelbaren Verlust des Augenlichts, sondern um (schleichende) Langzeitschäden. Insofern geht die Stellungnahme von Baader völlig am Thema vorbei und ist deshalb geradezu abwegig (wundert mich auch nicht). Als wir noch ins Lagerfeuer gestarrt haben, wurden wir vermutlich noch garnicht alt genug, um Langzeitschäden zu realisieren.
Wer heute geboren wird hat gute Chancen 100 Jahre alt zu werden. Zieht man dies in Betracht, bekommen Langzeitschädigungen einen ganz anderen Stellenwert.
Schlüssige Untersuchungen diesbezüglich gibt es bisher keine bis auf eine, die aber allem Anschein nach eine Schädigungskombination von IR und UV zum Hintergrund hat:
In Weltregionen mit hoher Sonneneinstrahlung sprechen Augenärzte von einem (geographischen) Kataraktgürtel, in dem Augenschäden durch UV (6% der Gesamtstrahlung) und IR (42% der Gesamtstrahlung) etwa 10 Jahre früher auftreten, als in den gemäßigten Breiten.
Das natürlich alles ohne Teleskop.
Nicht nur der Verfasser empfiehlt daher bei hoher Sonneneinstrahlung auch Sonnenbrillen mit IR-Schutz zu tragen. UV-Schutz ist bei Brillen Standard, hingegen ist ein Schutz gegen IR auch bei sehr teuren Sonnenbrille bei uns praktisch unbekannt. Meine neue teure Zeiss-Sonnenbrille habe ich bei meinem widerstrebenden Optiker, der mir einen kompletten Schutz einreden wollte, durchmessen lassen. Ergebnis: UV 100%iger Schutz, IR 0%iger Schutz.
Der Mann war sehr verblüfft, ja geradezu betroffen. Einig waren wir uns darüber, dass es bei IR wohl (noch) an der notwendigen Sensibilisierung bei Industrie und Verbrauchern fehlt.
Nach der dann folgenden längeren Diskussion hielt es dieser Optiker (der auch Amateurastronom ist) durchaus für möglich, dass wir in unseren gemäßigten Breiten durch intensive Sonnenbeobachtung ohne speziellen IR-Schutz unseren 10-Jahres-Vorsprung aufbrauchen könnten.
Wichtig ist auch, dass das Auge einen Selbstschutzmechanismus besitzt, der bei zu heller Strahlung durch "Blinzeln" die einfallende Intensität unwillkürlich (breitbandig) reduziert. Dieser Mechanismus funktioniert aber nur im visuellen Bereich. Ist die Exposition im visuellen Bereich durch entsprechende Dämpfung angenehm, wird dieser Mechanismus für gleichzeitig zu hohe IR- und/oder UV-Intensitäten nicht mehr wirksam.
Ich habe leider nichts davon, wenn jetzt der Verkauf von IR-Cutfiltern boomen sollte, aber der Herr Baader sinnigerweise schon. Wenn man eine potentielle Gefahrquelle, die mir aufgrund der Aussage von namhaften Filterherstellern real zu sein scheint, durch logische Überlegung erkennen kann, dann sollte man sich entsprechend verhalten und die zur Verfügung stehende, technische Prävention einsetzen.
Gruß
Walter
Wer heute geboren wird hat gute Chancen 100 Jahre alt zu werden. Zieht man dies in Betracht, bekommen Langzeitschädigungen einen ganz anderen Stellenwert.
Schlüssige Untersuchungen diesbezüglich gibt es bisher keine bis auf eine, die aber allem Anschein nach eine Schädigungskombination von IR und UV zum Hintergrund hat:
In Weltregionen mit hoher Sonneneinstrahlung sprechen Augenärzte von einem (geographischen) Kataraktgürtel, in dem Augenschäden durch UV (6% der Gesamtstrahlung) und IR (42% der Gesamtstrahlung) etwa 10 Jahre früher auftreten, als in den gemäßigten Breiten.
Langzeitige Einwirkung von Infrarotstrahlung (und UV-Strahlung) kann einen grauen Star (Katarakt) hervorrufen. Schon normalerweise hat in sonnenreichen Ländern der graue Star im Durchschnitt einen etwa zehn Jahre früheren Altersgipfel als in gemäßigten Breiten. Die Linsenextraktion gehört daher in diesen Ländern zu den häufigsten augenärztlichen Operationen. Augenärzte sprechen deshalb auch von einem „Kataraktgürtel“ [V. Klauß,1993].
Das natürlich alles ohne Teleskop.
Nicht nur der Verfasser empfiehlt daher bei hoher Sonneneinstrahlung auch Sonnenbrillen mit IR-Schutz zu tragen. UV-Schutz ist bei Brillen Standard, hingegen ist ein Schutz gegen IR auch bei sehr teuren Sonnenbrille bei uns praktisch unbekannt. Meine neue teure Zeiss-Sonnenbrille habe ich bei meinem widerstrebenden Optiker, der mir einen kompletten Schutz einreden wollte, durchmessen lassen. Ergebnis: UV 100%iger Schutz, IR 0%iger Schutz.
Der Mann war sehr verblüfft, ja geradezu betroffen. Einig waren wir uns darüber, dass es bei IR wohl (noch) an der notwendigen Sensibilisierung bei Industrie und Verbrauchern fehlt.
Nach der dann folgenden längeren Diskussion hielt es dieser Optiker (der auch Amateurastronom ist) durchaus für möglich, dass wir in unseren gemäßigten Breiten durch intensive Sonnenbeobachtung ohne speziellen IR-Schutz unseren 10-Jahres-Vorsprung aufbrauchen könnten.
Wichtig ist auch, dass das Auge einen Selbstschutzmechanismus besitzt, der bei zu heller Strahlung durch "Blinzeln" die einfallende Intensität unwillkürlich (breitbandig) reduziert. Dieser Mechanismus funktioniert aber nur im visuellen Bereich. Ist die Exposition im visuellen Bereich durch entsprechende Dämpfung angenehm, wird dieser Mechanismus für gleichzeitig zu hohe IR- und/oder UV-Intensitäten nicht mehr wirksam.
Ich habe leider nichts davon, wenn jetzt der Verkauf von IR-Cutfiltern boomen sollte, aber der Herr Baader sinnigerweise schon. Wenn man eine potentielle Gefahrquelle, die mir aufgrund der Aussage von namhaften Filterherstellern real zu sein scheint, durch logische Überlegung erkennen kann, dann sollte man sich entsprechend verhalten und die zur Verfügung stehende, technische Prävention einsetzen.
Gruß
Walter
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