Zubehörberatung für Skywatcher Heritage 130

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Jacobus

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Hallo aus dem wenig lichtverschmutztem M-V,

als ursprünglicher Großstädter hab ich mir nach zwei Monaten mit Blick auf Milchstraße, Sternschnuppen und Andromeda Galaxie ein kleines Teleskop für den Balkon zugelegt. Ich weiß, für viele von euch ist das Skywatcher Dobson N 130/650 Heritage FlexTube eher ein Witz oder ein handliches Reiseteleskop aber ich hatte schon vier Nächte meinen Spass damit. Jetzt brauch ich ein paar Tips für den Kauf von sinnvollem Zubehör.

1.) Macht es Sinn sich eine Umkehrlinse zu kaufen? Ich hatte einige Schwierigkeiten gestern (4) Vesta aus M44 rauszusuchen weil alles auf dem Kopf und spiegelverkehrt ist. Mir hilft auch nicht weiter, dass ich Cartes du Ciel so einstellen kann, da ich dann ja immer noch das Teleskop „falschrum“ bewegen muss. Schluckt so eine Umkehrlinse viel Licht? Man könnte die ja auch nur zum suchen nutzten und dann wieder abbauen oder?

2.) Versteh ich das richtig, dass eine Barlow-Linse im Prinzip nur eine billige Methode ist seine Linsen-Zoo quasi zu verdoppeln? Was hat die noch für Vor- und Nachteile?

3.) Die mitgelieferten Okulare sind meines Erachtens Reversed Kellner mit 10 und 25mm und 52° Gesichtsfeld. Besonders randscharf kommen die mir nicht gerade vor aber ich hab mit dem 25er M97 zumindest erahnen können. Bei ner Grenzgröße des Teleskops von 12,4mag war ich dann ja schon recht na ran. Was kann man da noch rausholen? Mit dem 10er konnte ich noch nicht besonders viel anfangen (zu dunkel) aber der Mond kommt bestimmt auch noch rum.

Was wären denn eurer Meinung nach die sinnvollsten Zubehörteile? Für sagen wir mal 100 Euronen zu Weihnachten. Wenn ich die anderen Threads lese, scheint es ja nicht so einfach zu sein für ein Teleskop das passende Zubehör zu finden.

Beste Grüße aus dem Norden

Jacobus

 
Hallo Jacobus,

nein, ein Teleskop mit 130mm Öffnung ist keinesfalls ein Witz.
Da kann man auf jeden Fall Spaß haben. Zumindest sehe ich das so, der ich mit einem Zeiss 50/540 angefangen habe.

Eine Umkehrlinse würde ich nicht nehmen. Da gibt es nur ganz wenige, die die Bildqualität nicht verschlechtern.
Du wirst sehen, mit ein bisschen Übung geht dir die Bildorientierung in Fleisch und Blut über.
Zum Beispiel schiebe ich mein Teleskop in die falsche Richtung, wenn ich ein Amiciprisma dran habe - also wenn ich mal richtig orientiert beobachte.

Nein, eine gute (Apo)Barlowlinse ist kein billiger Ersatz.
Ein kleiner Nachteil ist, dass ein paar Licht-Glasflächen dazu kommen, die ggf. ein bisschen Licht schlucken. Aber das kann man nur erahnen.
Ich habe eine, mit der ich praktisch verlustfrei die Vergrößerung verdoppeln kann.
Wenn man aber einen gut abgestuften Okularsatz hat, braucht man die kaum noch.

Okulare sind so ein weites Feld.
Am Besten mal mit ein paar Sternfreunden aus der Umgebung heraus fahren und deren Okulare testen.
Ein 10mm Okular sollte noch keinesfalls das Bild zu dunkel machen. Da hast du 2mm Austrittspupille (AP). Erst bei kleiner als 0,5mm AP wird es dunkel. Das entspräche einem Okular von 2,5mm, welches eine 260-fache Vergrößerung gäbe.
Das ist aber zu viel und zu dunkel.
Ein 5mm Okular scheint mir das Maximale zu sein.
Wahrscheinlich warst du da noch nicht richtig dunkel adaptiert.

Ich würde dir einen Satz Skywatcher UWA (genannt Goldkante) empfehlen. Da bekommst du das 20, 15, 9 und 6mm Okular gebraucht zusammen für 100,- €.
Diesen Satz benutze ich für meinen 6" Reisedobson, weil sie schön leicht sind und für den Preis ein gutes Bild bieten.

Gruß Hans-Jürgen
 
Hallo Hans-Jürgen,

danke für die Antwort Hans-Jürgen! Haben diese UWAs nun eigentlich 66° oder 82°. Irgendwie finde ich im Netz auch ganz dicke Dinger mit 82° - wo eins schon 100,- kostet :)

Gruß Jacob
 
Hallo Jacop,



bei den Okularen mit eingebauter mini Barlow sind Einzelokulare sinnvoller

Aber das kannst du dir ja erst man selber anschauen welche Vergrößerungen dir zusagen!

Mit so einer Barlow 1,3 -2,25 Fach kannst Du erstmal deine Okularen zum Test verwenden!

http://www.teleskop-express.de/shop...ow---1-3x-und-2-25x---HT-Multiverguetung.html
bei weiterhin bequemeren Einblick!

Der Einblick bleibt auch bei der nun problemlosen Verwendung einer guten Barlow erhalten und bietet Dir dann je 3 Vergrößerungen mit deinen Okularen

an dem Kellner dann
25 mm = 26 Fach
19,2 mm = 33,8 Fach
11,1 mm = 58,5 Fach

10 mm = 65 Fach
7,6 mm = 85,5 Fach
4,4 mm = 147 Fach

und später dann ein 4 mm für die Höchstvergrößerung
http://www.teleskop-express.de/shop...4-mm-mit-82--Gesichtsfeld---1-25--Okular.html
geht greade noch vom Gewicht!

http://www.teleskop-express.de/shop...7-mm-mit-82--Gesichtsfeld---1-25--Okular.html

http://www.teleskop-express.de/shop...6-mm-mit-82--Gesichtsfeld---1-25--Okular.html

Denn zu beachten ist aber, dass die Okulare mit noch größeren Gesichtsfeldern, dann faßt zu schwer werden für den Okularauszug am Heritage FlexTube.

für Deepsky ist das dann sicher die Grenze für dieses Teleskop, das hier >
http://www.teleskop-express.de/shop...ic-24mm-1-25--Okular---68----wasserdicht.html
oder das >
http://www.teleskop-express.de/shop...ion-Okular-24mm---1-25----68--Weitwinkel.html


Gruß Günter
 
Hallo Jacob,
ich meine die einfachen mit 66°.
Diese hier. Die waren vor kurzem noch deutlich günstiger.
Als Dreierset m. E. ok. Da würde ich das 15mm Okular auslassen.
Lieber das 20mm Okular nehmen. Das ist deutlich besser als ein 25mm Kellner. Das ist überaus brauchbar.

Gruß Hans-Jürgen
 
@Antares ein schön geschriebener Betrag. Leider hast Du dir offensichtlicht nichts angesehen was ich schon versucht habe. Das dunkelste was ich mit Seitenblick erahnen konnte waren M 97 und 108. Die Sichtbedimgungen waren aber auch bestimmt nicht optimal und meine Augen nicht adaptiert (damals hatte ich auch noch keine Augenklappe). Die großen Galaxien (M31 und M33) hab ich bis jetzt nur als Nebel gesehen. Bei Sternhaufen hab ich mich durch den Fuhrmann und die Zwillinge gearbeitet. Bei den Nebel hab ich den Orionnebel schön strukturiert und einen Hauch von Reflexionsnebel bei den Pleiaden gesehen (außerdem M1 und 78). Da ich mich aber noch nicht auskenne muss ich andauert auf den Laptop kucken um kann mich nicht richtig an die Dunkelheit gewöhnen.
 
@Günter mir war bis jetzt noch nicht klar, dass man ein Gewichtsproblem bei den Okularen haben kann oO. Wo siehst Du was die Dinger wiegen? Die sind mir ehrlich gesagt auch zu teuer. Mich hat ja das ganze Teleskop nur 180,- gekostet :) Lohnt sich das denn vom Preis-Leistungsverhältnis oder is das eher was für Freaks, was man eh nur ein 3 Tagen im Jahr bei perfektem Himmel irgendwo im Gebirge nutzen kann?
 
@Hans-Jürgen das Angebot hab ich auch schon gefunden. Ist das ein seriöser Shop? Sieht irgendwie ein bissl eigenartig aus. Wie sieht das mit den Herstellern aus? Ich seh die Dinger auch immer wieder von Omega und TS. Bauen die gescheite Okulare in dem Preissegment?
 
Hallo,
warum sollte das kein seriöser Händler sein?
Das sind Sky-Watcher Okulare. Die gab es auch für mehr Geld mit blauem Ring von TS.
Wie ich dir versucht habe begreiflich zu machen, sind die Okulare für den Preis absolut in Ordnung. Und schön leicht sind sie auch.
Es gibt natürlich viel bessere, aber da muss man deutlich mehr Geld ausgeben. Dazu gehören aber nicht die Ableger der Planetaries, wie dein Omegon.

Gruß Hans-Jürgen
 
Hallo,
naja die Homepage is ein kostenloser Selbstbausatz, kein "Trusted E-Shop" oder so, Zahlungs nur mit Vorkasse oder Paypal. Das klingt für mich ein bissl verdächtig. Kann man da trotzdem was kaufen? Der Ebay-Shop von denen hat zumindest ganz gute Bewertungen.
Kommen wir nochmal zu den Okularen: Du hattest ja die Skywatcher UWA 66° empfohlen (6, 9, 15 und 20mm). Jetzt haste mich aber auf die von Optikwelt verwiesen. Sind die Baugleich? Die von TS sehen auch genauso aus:

http://www.teleskop-express.de/shop...el-Okular-20-mm-1-25----66--Gesichtsfeld.html

Die von Omegon auch:

http://www.astroshop.de/omegon-ultra-wide-angle-okular-20mm-1-25-/p,5090

Werden die alle in der gleichen chinesischen Fabrik geschmiedet und hier macht denn wer sein Label drauf oder wie ist das?
 
Zitat von Jacobus:
...naja die Homepage is ein kostenloser Selbstbausatz, ...Zahlung nur mit Vorkasse oder Paypal. Das klingt für mich ein bissl verdächtig. Kann man da trotzdem was kaufen? Der Ebay-Shop von denen hat zumindest ganz gute Bewertungen.
Hallo Jacob, ich habe da schon mehrfach etwas gekauft. Sogar zu einer Zeit, wo es noch kein Paypal gab. Telefonisch einen ED80/600 bestellt und per Vorkasse bezahlt.
Was soll denn bei den Zahlungsmodalitäten verdächtig sein? Schickt dir irgendein anderer Händler etwas mit Rechnung?
Zur Klarstellung, ich bin weder mit dem Händler irgendwie näher bekannt oder anderweitig gebunden. Ich finde nur, man muss nicht immer bei den Großen kaufen. Zumal solch ein Dreierangebot günstig ist. Da wirst du bei einem anderen Händler gleich 70,- € mehr los. Naja, wenn Geld keine Rolle spielt, dann empfehle ich dir lieber ein paar Okulare von TeleVue. Da habe ich auch einen Satz einschließlich des 3-6mm Zoom. Die sind natürlich um Längen besser...
Zitat von Jacobus:
Sind die Baugleich?
Werden die alle in der gleichen chinesischen Fabrik geschmiedet
Nach meiner Kenntnis stammen die alle aus der selben Fabrik. Die dazu noch unter Sky-Watcher auftritt.
Die deutschen Händler lassen die sich labeln.
Wie gesagt, TS hatte da früher sich statt des goldenen, einen blauen Ring drauf malen lassen. :) Da waren sie ca. 50% teurer als die mit dem goldenen Ring. Da stand dann auch was von geschwärzten Linsenkanten.
Wie dem auch sei, die Okulare sind für den Preis ganz in Ordnung. Mir persönlich gefällt das 15mm Okular nicht so gut. Das hat auch im Gegensatz zu den anderen eine gewölbte Augenlinse, bei den drei anderen ist diese plan. Vielleicht doch ein andere Konstruktion...
Übrigens haben die Okulare mit 9 und 6mm BW ein eingebautes Barlowelement. Trotzdem kann ich mit dem 9mm Okular meine Apo-Barlowlinse einsetzen.
Schön leicht sind sie auch: 20, 9 und 6mm zwischen 110 und 120 gr., 15mm nur 85 gr.

Gruß Hans-Jürgen
 
Ja das mit dem Barlowelement in den kleinen Goldkanten hab ich mir bei der Länge auch schon gedacht. Also ihr sagt das 15er is nicht so toll aber das 6er, 9er und 20er sind ganz passabel - ok.

Bin beim stöbern noch auf die hier

http://www.astroshop.de/explore-scientific-wide-angle-okular-20mm/p,22592

und die

http://www.teleskop-express.de/shop...0-mm---1-25--Weitwinkelokular---70--Feld.html

gestoßen. Die haben sogar 70° und sind nicht so teuer. Wo ist da das Problem? Stimmt dafür mein Öffnugsverhältnis nicht?

Ich muss sagen ich dachte nicht, das dass so eine Wissenschaft is :) Diesen Goldkantentest hab ich auch schon gelesen. Hilft mir aber leider nicht so weiter. Ich will einfach ein halbwegs gescheites Okular haben und Sterne etc. gucken und keine Qualitätskontrolle von Okularen durchführen müssen. Wenn da steht "voll multivergütet" erwarte ich einfach, das dass dann auch so is.
 
Moin Jacobus!

> Die haben sogar 70° und sind nicht so teuer. Wo ist da das Problem? Stimmt dafür mein Öffnugsverhältnis nicht?

Davon gibt's eine ganze Reihe an Modellen (bspw. auch das TS WA-20): Das sind günstige WW-Okulare, die allerdings mit der Randschärfe an f/5 gewisse Schwächen zeigen. Ob einen das stört, muß man allerdings selbst herausfinden.
Mein TS WA-20 einer älteren Baureihe ist eines der Okulare, die ich am längsten besitze und auch mit mehreren f/5-Teleskopen benutzt habe. Es bietet auch tatsächliche (= am Himmel selbst vermessene) 70° scheinb. Gesichtsfeld. Ansonsten traue ich Aufdrucken auf Okularen nicht unbedingt.

Ich denke, für den geringen Preis kannst auch nix falsch machen. Vielleicht erwischt du ja auch noch ein gebrauchtes Teil - ich hab' sie schon für 20 EUR gesehen. Wirklich kein Geld.
 
Ich hab das jetzt mal durchgerechnet:

mit dem 9mm und 20mm Goldkante hätte ich ein Gesichtsfeld von 55 und 122 Bogenminuten. Das wäre ja recht nahe an den 48 und 120 von meinen Kellnern. Würde mich als "Weltbestpreis" 79,99 kosten + 2,50 Versand. Wenn ich mir die ES 10mm und 20mm kaufe, wäre ich bei 66 und 129 Bogenminuten also etwas weiter weg und die würden mich 82,32 kosten + 4,90 Versand.

Hilft mir leider auch nicht so richtig weiter...
 
... na dann doch lieber 20, 9 und 6mm für 99,95€ zzgl. Versand.
Aber du vergisst, die Kellner Okulare habe beide jeweils eine höhere Brennweite. Mithin zeigen sie zwar fast das gleiche Feld, aber bei geringere Vergrößerung und bei geringerem Scheinbaren Gesichtsfeld. Du wirst sehen, die Objekte erscheinen deutlich größer mit dem UWA 20mm und das bei ähnlichem Sehfeld.
Ich kann dir nur noch einmal dazu raten, ein paar Sternfreunde in deiner Nähe aufzusuchen.
Ich persönlich habe keine große Beobachtungsfreude mehr mit 52° SGF.

Gruß Hans-Jürgen
 
Hallo Jacobus,

ich habe noch ein paar Tipps für Sparfüchse, falls du ein solcher bist.

ich finde die WA-Serie mit den mehr oder weniger 70 Grad bei f5 durchaus noch empfehlenswert bis runter zu 12mm. Neben TS bietet auch der (u.a. wegen seiner Wackelteleskope) schonmal gescholtene Hersteller Seben eine solche Reihe preisgünstiger an, meiner Meinung nach sind die Reihen baugleich (Gerne lasse ich mich aber vom Gegenteil überzeugen, wenn hier einer nähere Infos hat). Eventuell gibt es mehr Serienstreuung und ob man eine nützliche Umverpackung (Drehdose oder dergleichen) bekommt ist bei Seben Glückssache.

Ich nutze das 12mm-Modell ganz gerne weil ich erstens beim Abbauen schonmal doofe Hände habe und keinen 500 EUR-Prügel fallen lassen will und zweitens weil dieses Oku sich gut verbarlowen lässt. Die Randunschärfe, die wohl laut Rezensionen etwas stärker ist als bei den Goldkanten, stört mich kaum. Nur der Augenabstand ist für Brillenträger sicher zu gering.

Im Zentrum optisch OK fand ich auch noch die "Aspheric"-Modelle, die es mit 62 Grad in 4, 10 und 23mm schon für je unter zehn Euro oder zusammen unter 25 EUR gibt. Mit einem 4mm-Exemplar konnte ich bei meinem 8-Zöller f6 diesen Sommer wunderbar Saturn und Mars beobachten. Bei diesen Aspherics ist die Verarbeitung drumherum aber lausig, das sollte man wissen. Einen teuren Filter würde ich da auf keinen Fall einsetzen, der könnte rausfallen. Gerade das 4mm bietet aber die Möglichkeit preisgünstig herauszufinden ob die Teleskopoptik die entsprechende Vergrößerung überhaupt hergibt, bevor man unnötig eine teurere Investition tätigt.

Ich hoffe ich werde jetzt hier nicht verbal für diese billigen Alternativen verprügelt (duck). Ich kann nur sagen dass die zwei genannten Okus mir schon viel Beobachtungsspaß für wenig Mäuse bereitet haben. Auch der geringe Komfort durch suboptimale, nicht verstellbare Augenmuscheln bei beiden Okularen ist für mich während der Beobachtungen nicht so schlimm in Erscheinung getreten wie ich das befürchtet hatte.


CU
Klaus
 
Ich wollte mich nochmal für die Hilfe bedanken und erzählen was ich gekauft habe und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe:
Ich konnte mir die Hyperions und die ES 68° an einem 200er Dobson ansehen allerdings hatte der Besitzer kein Vertrauen in meinen abenteuerlichen Okularauszug. Beide Okular-Serien gefielen mir ganz gut allerdings waren die Sichtbedingungen bescheiden und die sind mir momentan einfach zu teuer. Zumal ich erstmal rausfinden muss was ich will und wie man mit denen umgeht ohne sie kaputt zu machen.
Jedenfalls hab ich bei dieser Gelegenheit einen 32 und einen 9,5mm SP von Bresser geschenkt bekommen. Der 32er gefällt mir als Übersichtsokular ziemlich gut und ist eine große Hilfe bei der Orientierung. Vom 9,5er hätte ich erwartet, dass er um Längen besser ist als mein 10mm Plastik-RK konnte das aber irgendwie noch nicht feststellen.
Jedenfalls hab ich mir daraufhin eine 20mm No-Name-Goldkante gekauft und muss sagen, dass die im Vergleich mit den Rks und SPs irgendwie deutlich anspruchsvoller ist. Der Bereich den ich als scharf empfinde ist wesentlich geringer als bei den anderen Okularen. Beim Einblick darf ich von der Sichtachse und im Augenabstand zur Feldlinse kaum abweichen - was mich die ersten Tage enorm gestört hat.
Außerdem ist die GK nicht über das ganze Feld scharf – was besonders am Mond total auffällt bei den Sternen aber irgendwie nicht stört. Außerdem sieht man die tonnenförmige Verzeichnung und das Koma. Beides ist mir an den anderen Okularen nicht aufgefallen. Die Goldkante scheint mir außerdem deutlich anfälliger für Streulicht zu sein als die Plössel und Kellner. Mich würde interessieren was Euch an den 15er Goldkanten gestört hat?
Jetzt hatte ich mir noch überlegt mir das 4mm Planetary von Skywatcher zu kaufen um Mond und Planeten abzugrasen. Gibts da irgendwelche Unterschiede zu dem von TS? Skywatcher verkauft das ja als modifizierten fünflinsigen Plössel. TS behauptet ihre wären sechslinsig. Verschiedene Händler werben außerdem mit einem gewissen genialen sechslinsigen TMB-Design und schreiben das beiden Okularen zu (da gibts auch anscheinend ne Legende um diesen TMB). Sind die baugleich oder nicht?
Außerdem wollte ich mir noch den variablen Polfilter von Skywatcher kaufen oder taugt der nix? Der von Bresser kostet 10 Euro mehr der von Baader 20.
Dann hatte ich noch an die Baader Q-Barlow und irgendwas zum kollimieren gedacht. Taugt da der Laser von Seben? Der sieht auch aus wie der von TS.
 
Hallo Jacobus,

mein Seben Justierlaser ist OK. Leider lässt er sich selbst nur einstellen, wenn man eine Art schwarzen Kleber herausprorkelt. War bei mir nicht nötig, aber gelegentlich wird der Laser wohl dejustiert ausgeliefert, der strahlt dann also in einem leichten Winkel aus dem Gehäuse. Vielleicht schaust du aber sowieso eher mal nach einem Cheshire Okular, da sieht man auch ob der Fangspiegel richtig zum OAZ steht.

Die eher mauen Erfahrungen mit der Goldkante finde ich interessant, kann aber nichts näheres dazu sagen. Können das andere bestätigen? Oder hat Jacobus ein Montagsmodell erwischt?

CU
Klaus
 
Bei den Cheshire Okularen is mir nicht so klar warum ich für ein Plastikrohr mit nem Stück Metal und nem Fadenkreuz 39 Euro zahlen muss. Für 49 krieg ich ne Baader Q-Barlow, da sind immerhin 3 vergütete Linsen drin.

Ich hab die Goldkante gestern noch mal ne Stunde bei etwas besseren Bedingungen testen können und bin eigentlich ganz zufrieden. Ich hab sogar die Nebel bei NGC 1977 und 1980 sowie bei den Pleiaden gesehen. Bei M81 hab ich die Andeutung eines Arms gesehen und bin ansonsten bis M 108 mit der Helligkeit runtergekommen M 97 war nicht mehr zu machen. Der Kontrast mit dem dunklen Hintergrund sind auf jeden Fall nicht schlecht. Diese Unschärfe macht sicht eigentlich nur beim Mond bemerkbar wo man ja an jedem Krater ne scharfe Kante hat. Sterne sehen komischerweise auch noch da punktförmig aus wo die Krater unscharf sind.
 
Moin,

Man kann das auch günstiger bei aliexpress bestellen. Nachteil ist dann eben der weit entfernte Händler falls es doch Probleme gibt. Und der mitunter wochenlange Versand.

CU
Klaus
 
Hallo Klaus,

zur Goldkante: ich finde das für eine 20mm Goldkante und bei f/5 absolut erwartungsgemäß. Das hier ist einer der ältesten Artikel bei mir: http://www.svenwienstein.de/HTML/preisgunstige_okularkonstruktionen.html und da hatten die Dinger den Namen Goldkante noch nicht weg. Auch die FMC-Version, die dann als TS-SW(M) kam, gab es noch nicht. Jedenfalls war das Okular am Tage ganz OK, aber bei astronomischen Beobachtungen zeigte sich selbst bei f/10 am C8 ein Schärfeabfall zum Rand hin, was bei f/4 nur schlimmer wurde.

Also wundert es mich, dass man von einer Goldkante heutzutage mehr erwartet, als was Jacobus zu berichten hat. Übrigens, @Jacobus, ich glaube nicht, dass Du Koma gesehen hast, sondern Okularastigmatimus gemischt mit Bildfeldwölbung. Die 20mm Goldkante ist am Rand nicht scharf genug, um Dir Koma zeigen zu können. Da müsste eine andere Okularklasse ins Gerät, um Sterne so gut abzubilden, dass Koma erkennbar wird. Es gibt aber viele Sternfreunde, die alles unscharfe am Bildfeldrand eines Newtons einfach "Koma" nennen. Was aber falsch ist und einigen die Erkenntnis verbaut, dass es am Okular liegt.
Der Teil der Randunschärfe, der sich durch Nachfokussieren wegbringen lässt, ist Bildfeldwölbung. Bzw. man fokussiert dann auf die beste Ausgleichsebene zwischen Okularastigmatismus, eventuellem Randastigmatismus des Teleskops und der Bildfeldwölbung. Je größer nun das effektive Öffnungsverhältnis ist, desto eher zeigt sich Okularastigmatismus. Erst ein Okular, was kaum Okularastigmatismus zeigt und mit der Bildfeldwölbung des Teleskops harmoniert, kann Koma zeigen. Koma zeigt sich denn auch nicht nur am Newton, sondern vielmehr an Newton mit großem Öffnungsverhältnis sehr ausgeprägt. Andere Geräte zeigen je nach Optikrechnung auch Koma. Einige (nicht alle) Maks, SCs und auch Refraktoren (nach innen gerichtet) zeigen zum Rand hin Koma.
Eine interessante Eigenschaft, woran man Koma auch einschätzen kann, ist, dass Koma zum Bildrand hin so zunimmt, dass man beim Zurücknehmen der Vergrößerung bei gleichem scheinbaren Gesichtsfeld gerade so viel mehr Bildfeld des Teleskops sieht, dass die Koma die gleiche scheinbare Winkelgröße hat. Dadurch gibt es also zur optischen Achse hin eine Zone, in der die Koma in der Fläche des Beugungsscheibchens verschwindet. Wenn sich der Bereich aber bis zum Rand erstreckt, hat man letztendlich schon eine Übervergrößerung...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

ich hatte noch keine Goldkanten. Ich habe ein mentales und wohl auch irrationales Problem mit fest verbauten Barlowelementen... Von daher hatte ich auch keine konkreten Erwartungen. Ich War nur überrascht dass die Unschärfe so deutlich ins Auge fällt. Gerade Anfänger sehen ja vieles oft nicht so kritisch.

CD
Klaus
 
@ Klaus die 20mm und 15mm Goldkanten sollten eigentlich kein Barlow-Element haben. Das gibts nur in den 9mm und 6mm. Ich hab das Teleskop bis jetzt übrigens mit ner ollen Filmdose mit nem kleinen Loch drin kollimiert. Hat mir mein Opa mal gezeigt :)

@ Sven ich kann deinen Satz :"Allerdings ist der Einblick schwierig - während der Augenabstand eine unkritische Größe ist, muss die Okularmitte recht genau getroffen werden." zur unterstreichen. Ich flitze mit dem Auge am Okular ganz gerne über den Himmel, dass is mit der GK kaum möglich. So wie du es beschreibst war es dann wohl kein Koma. Der Rand ließ sich scharf stellen dann da die Mitte halt schwammig aus. Komischerweise eben vor allem am Mond. Ich muss das mal Tags testen aber dann hat man immer den "Schatten" vom Umlenkspiegel vor der Nase. Am Mond hatte ich vielleicht 2 Mondradien (60') scharf und 2 waren schwammig. Da war das RK mit 90' deutlich besser. Bei NGC 884 und 869 die ja einen ähnlichen Radius haben fand ich die GK durch den höheren Kontrast besser und konnte auch keine größere Unschärfe als beim RK feststellen.

Mal was anderes: Ich brauch was zum Planeten angucken (Mond, Jupiter + Monde). Wie ich Foren so lese kann ich mir son Planetary kaufen oder ein Ortho mit ner Barlow? Kann ich nen Ortho die Baader Q-Barlow und nen variablen Polfilter sinnvoll zusammenstecken? Ich müsste den Filter dann ja unten in den Ortho schrauben und dann in die Barlow stecken oder? Weil in der Q-Barlow steckt ja unten die Mini-Barlow drin oder?
 
Hallo Jacobus,

da Du erkennst, was so eine Goldkante an einem f/5 Teleskop kann und eben auch was sie nicht kann bist Du m.E. schon ein Kandidat für die Idee, dass ein Ortho an f/5 hinter einer Barlow sehr sinnvoll plaziert ist.
Ich an Deiner Stelle würde es durchaus mal mit der Q-Barlow und den passenden Orthos versuchen.
Das geht sinnvoll mit einem variablen Polfilter, den man z.B. ins Okular geschraubt, am Gehäuse des äußeren Filters außen mit einer kleinen Moosgummibremse versieht, sodass das leicht an der Okularaufnahme der Barlow "klemmt". Dreht man dann das Okular (oder die Bralow bei den Orthos mit der Fahne an der Augenmuschel) bleibt der äußere Filter stehen und der innere Filter dreht sich. So ist die Dämpfung exakt einstellbar.
Wichtig ist dabei die Drehrichtung (zuschrauben, nicht aufschrauben), damit sich der Filter nicht löst, aber wenn Du ihn am Okular verwendest kann er ja nicht ins Teleskop falölen, weil die Barlow (bzw das Barlowgehäuse) noch dazwischen ist.
Das funktioniert auch mit zwei einzelnen Polfiltern, einen im Okular und einen in der Barlow (dann ohne Bremse, würde ich vorziehen).

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,

ich würde noch ergänzen, dass man den Variablen Polfilter natürlich auch auseinanderschrauben und als zwei Filter verwenden kann. An einem hängt dann noch die Drehmechanik, die aber das Ding nicht wirklich größer/länger macht. Man kann also auch den variablen Polfilter zwischen Barlow und Okular aufteilen.

Allerdings meine ich auch, dass man bei 130mm Öffnung vielleicht auch etwas mehr erreicht, indem man die Vergrößerung anpasst. Wenn das Seeing so grottig ist, dass man 130mm Öffnung nicht frei hochziehen darf, sollte man das nicht als "Musterabend für ideale Equipmentauswahl" heranziehen. Du hast ja nun den schwach wirkenden Polfilter, den man nicht mehr bekommt. Könnte sein, dass der heute erhältliche Filter dann schon in Minimalstellung zuviel ist.

Clear Skies
Sven
 
Wie ich diese Baader Q-Barlow verstehe kann ich die Filter nur unten ins Okular schrauben und dann in die Barlow einsetzten (das hat dann doch bestimmt Auswirkungen auf die Vergrößerung oder?). Weil unten in der Barlow-Hülse steckt ja die 13mm Mini-Barlow dran. Deren Gewinde lässt keinen zusätzlichen Filter zu - soweit ich das beurteilen kann.

Wo wir gerade bei Filter sind:

Ich wollte ja so nen variablen Polfilter. Der Markt gibt anscheinen unvergütete von von Skywatcher, Antares und Omegon für unter 50 Euro her. Die sehen schwer so aus als stammen sie alle aus der gleichen chinesischen Schmiede.

Will man vergütete haben steigt Baader mit 69 ein. Ich hab noch einen von Lumicon für 91 gesehen.

Erst mal noch die Frage: Gibts eine sinnvolle Alternative zu den Dingern wenn man den Mond ansehen will? Von diesen festen Filtern müsste man sich doch mehrere zulegen oder?

Dann: Brauch man bei nem Filter der die Transmission reduzieren soll ne Vergütung? Gegen Streulicht?

Ich schwanke zwischen dem billigen von SW für 39,99 und dem von Baader für 69... für 30 Euronen könnte ich mir natürlich schon ein Cheshire kaufen :)
 
Zitat von Jacobus:
...
Erst mal noch die Frage: Gibts eine sinnvolle Alternative zu den Dingern wenn man den Mond ansehen will? ...

Ja: Keinen Filter benutzen. Wenn Du stark vergrößerst, wird das Bild automatisch dunkler. Probiers' doch erst mal ohne aus.

Als ich auch den "Filterwahn" hatte, hab' ich mir den Baader besorgt; der liegt nun eher 'rum.
 
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