Sven_Wienstein
Aktives Mitglied
Re: restrictive mit Recht!
Hallo Jan,
ich denke hier möchte ich mich auch nochmal äussern. Während ich mich in früher Kindeheit schon mit dem Sterneschauen an sich beschäftigt habe, war mein Ziel eigentlich schnell die Fotografie, noch bevor ich mich einer Sternwarte anschloß. Zum Glück bekam ich dort rasch Hilfestellung um erste Astrofotos zu machen und ich habe sehr viel gelernt, zum Beispiel was ich heute "alte Schule" der chemischen Planetenfotografie nenne.
Ich bin dann aber sehr schnell auch zum visuellen Beobachter geworden, was zunächst mit den Abläufen an der Sternwarte zusammenhing (ich hatte erst viel später ein eigenes Teleskop), und dann auch eigener Initiative entsprang.
Ich habe ab und an bei Einsteigern eine ähnliche "Starteinstellung" wie bei mir beobachtet, also der Wunsch zur Fotografie. Und leider habe ich den Eindruck, daß diese Einsteiger meist Probleme haben gerade weil sie die visuelle Beobachtung vernachlässigen und daher wichtige Erfahrungen nicht machen. Das fängt mit der orientierung am Himmel an und endet nichtmal mit dem Verständnis für Beobachtungsbedingungen, Seeing, usw. Der Versuch, hier den ersten Punkt durch Goto-Systeme zu ersetzen ist in meinen Augen kläglich, soll aber schon diesen oder jenen zum Erfolg geführt haben.
Ich arbeite wirklich gern fotografisch am Teleskop und habe auch dazu noch diese oder jene Pläne, die ich verwirklichen will. Aber letztendlich geht es mir und den meisten meiner Truppe so, daß wir nach Wochen schlechten Wetters viel zu ausgehungert sind, um die Fotoausrüstung aufzusatteln. Da wollen wir visuell arbeiten. Mir fällt aus unserer Truppe nur einer ein, der "die Disziplin" hat, auch an solchen Abenden seine Galaxien zu fotografieren. Die hat er aber nur, weil er während sein Guider läuft dann bei uns anderen "Livebilder schnorrt". <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
Ich meine, daß einem letztendlich etwas entgeht, wenn man am Computermonitor eine Art "Distanzastronomie" betreibt. Zum einen das "Live-Gefühl", zum andern aber auch Beobachtungserfahrung. Wenn ich also einen Weg vorschlagen sollte, würde ich immer dazu raten, zunächst mal die visuelle Beobachtung zu praktizieren und die Fotografie, gleich welcher Disziplin, erst nach etwas "Beobachtungsvorsprung" parallel dazu zu erlernen.
Clear Skies
Sven
Hallo Jan,
ich denke hier möchte ich mich auch nochmal äussern. Während ich mich in früher Kindeheit schon mit dem Sterneschauen an sich beschäftigt habe, war mein Ziel eigentlich schnell die Fotografie, noch bevor ich mich einer Sternwarte anschloß. Zum Glück bekam ich dort rasch Hilfestellung um erste Astrofotos zu machen und ich habe sehr viel gelernt, zum Beispiel was ich heute "alte Schule" der chemischen Planetenfotografie nenne.
Ich bin dann aber sehr schnell auch zum visuellen Beobachter geworden, was zunächst mit den Abläufen an der Sternwarte zusammenhing (ich hatte erst viel später ein eigenes Teleskop), und dann auch eigener Initiative entsprang.
Ich habe ab und an bei Einsteigern eine ähnliche "Starteinstellung" wie bei mir beobachtet, also der Wunsch zur Fotografie. Und leider habe ich den Eindruck, daß diese Einsteiger meist Probleme haben gerade weil sie die visuelle Beobachtung vernachlässigen und daher wichtige Erfahrungen nicht machen. Das fängt mit der orientierung am Himmel an und endet nichtmal mit dem Verständnis für Beobachtungsbedingungen, Seeing, usw. Der Versuch, hier den ersten Punkt durch Goto-Systeme zu ersetzen ist in meinen Augen kläglich, soll aber schon diesen oder jenen zum Erfolg geführt haben.
Ich arbeite wirklich gern fotografisch am Teleskop und habe auch dazu noch diese oder jene Pläne, die ich verwirklichen will. Aber letztendlich geht es mir und den meisten meiner Truppe so, daß wir nach Wochen schlechten Wetters viel zu ausgehungert sind, um die Fotoausrüstung aufzusatteln. Da wollen wir visuell arbeiten. Mir fällt aus unserer Truppe nur einer ein, der "die Disziplin" hat, auch an solchen Abenden seine Galaxien zu fotografieren. Die hat er aber nur, weil er während sein Guider läuft dann bei uns anderen "Livebilder schnorrt". <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
Ich meine, daß einem letztendlich etwas entgeht, wenn man am Computermonitor eine Art "Distanzastronomie" betreibt. Zum einen das "Live-Gefühl", zum andern aber auch Beobachtungserfahrung. Wenn ich also einen Weg vorschlagen sollte, würde ich immer dazu raten, zunächst mal die visuelle Beobachtung zu praktizieren und die Fotografie, gleich welcher Disziplin, erst nach etwas "Beobachtungsvorsprung" parallel dazu zu erlernen.
Clear Skies
Sven