Anette_Aslan
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Liebe Astrofäns!
.......nach wochenlangen, völlig zugedeckeltem Himmel, etlichen Frontendurchgängen, die immerhin 41 cm Schnee dem sonst niederschlagsarmen, östlichen Flachland Österreichs bescherten, hat sich heute erstmals die Wetterlage auf ein klirrend kaltes Hoch aus dem Osten umgestellt und der Himmel riss am Vormittag schon freudigst auf, die letzten Hochnebelreste verfetzten sich ins Nichts, ich hätte jauchzend ein Fest feiern wollen, die Sonne, die Sonne! Und das bedeutet ja auch clear skies!!!!!!!!!!!!
Mit dem Bewußtsein, dass der Vollmond auch noch einen Blick aufs Wiener Becken nach all diesem winterlichen Gewölk schmeißen möchte und deshalb nicht viel an Himmelsschmankerln zu erwarten sei, ja ganz wie Knoblauch dem Vampir dem Sterndlgucker die Objekte seiner Begierde vergrault.... stellte ich trotzdem gleich einer ausgehungerten und entkräfteten Sternvamipirin erwartungsvoll meine Fallen heute schon am Spätnachmittag auf.
Der 6er FH und der 10ner Dobs mußten raus in den Schnee......
ha....den 16ner bekam ich nicht aus dem Schuppen, der wäre mir nicht durch den total verharschten Schnee gezogen, welcher noch immer viel zu hoch ist, um mit seinem Wägelchen da heil durch zu kommen, so besann ich mich auf meine tragbaren Teleskope.
Gegen 18h war es dann ausreichend dunkel, minus 10 Grad, kein Lüftchen, relativ wenig Tau-Aktivität, die Feuchtigkeit lag bei 80%, typisch für eine Ostlage...und so machte ich mich dann auf die Pirsch.
Schnell, schnell, bevor die romantische Himmelsleuchte allzu hoch im Osten steht, versuchte ich mich zu orientieren:
o wie wenig Ausbeute! Was für ein trüber, milchigweisser Himmel!!! Den M42 im Orion konnte ich nur mit größter Mühe finden, ja erahnen, die drei Gürtelsterne wiesen mir den Weg, im 42er Weitwinkel dann schön picksig fein das Trapez aufgelöst, meine ersten Häppchen! Die Gasfilamente konnte man nur erahnen! In dieser schönen, trockenen Luft hätte man eine gute Durchsicht erwarten dürfen, zwecks Sichtung der anderen Komponenten des Trapezes, doch mehr als vier auch bei Hochvergrösserung mit 350x war nicht drin.
Dann rauf zu Jupiter, in dieser Position wird man selbst zum Opfer. Kniend im Schnee auf einem Sitzkissen, gab ich die Figur einer Büsserin vorm Altar.
Ich beließ es beim galileischen Anblick und nutze nicht die Vorteile der Optik des 21.Jhd´s, wenngleich der Knick der in der Mondformation der Jupitermonde lustig anzuschauen war..... einen rechten Winkel bildeten diese.
Wo ich von den Errungenschaften des 21.Jds´s spreche, manch einem scheinen die noch nichts offenbart zu haben, denn vor einigen Wochen kam ich spät Nachts aus einer Veranstaltung und da riefen die Kinder, die zum Jupiter hoch schauten: O, der Polarstern, der Polarstern...ein älterer Herr kam ganz besonnen hinzu und klärte die Kinder höchst überzeugend auf: Nein, das ist nicht der Polarstern, das ist der Abendstern Kinder!!!
urps, urps..... autsch.....ich hatte meine Teleskopoe eh nicht dabei und wollte nicht diese Besserwisserin spielen..also schwieg ich und weis warum der Himmel wochenlang beleidigt war!
.....äh wo war ich stehen...ach ja knien geblieben?....
Mir froren die Kniescheiben ein...egal..ich erahnte gleich rechts weiter oben von Jupiter die Plejaden und auf diese Schar hatte ich es abgesehen: wenn man so ausgehungert ist Leute, nimmt der Teufel auch die Fliegen und so konnt ich mich an diesen Standartschmankerln der Anfängerastronomie wonnig satt-sehen!
Durch das 42er Weitwinkel (neiiiiiin..kein Panoptik...psst...von TS) erhaschte ich das gesamte Gebilde im Okular und es war Freude pur!!!!! Trotz milchigem Hintergrund sog ich diese kristallklar glitzernde Darbietung in mich hinein. An guten Nächten sind die Swarowskies blau ummantelt, heute standen sie frei für sich.....
Deep Sky bei Vollmond? Unter diesen Umständen zwar nur die Plejaden, denn ich suchte noch die offenen Sternhaufen im Fuhrmann.....absolut nichts zu finden, Kapella ja...doch dann kann man mit dem Kahn des Fuhrmann schier im trüben Himmelsgewölb versinken.
M 50 beim Sirius...absolut nicht machbar! Die Kassiopeia war mir zu hoch, selbst im 10ner Dobs war das keine Freude, doch auch hier die Plejaden ein Hochgenuß, aber bitte bei kleinster Vergrösserung, was bei mir das 42iger ist.
In den Vollmond zu schauen wäre wirklich was für kleine Enkelchen, aber dann durch alle Farbfilterdarbietungen!
Der Mond kletterte höher, die Kirchenglocken läuteten einsam durch die Nacht, den Toten zum Gedenken zur siebten Stunde, blaugräulich schimmerte mystisch der Schnee, irgenwo jammerte meine Katze...husch, husch....gesättigt verkriech ich mich in mein Gemäuer...meine Jagdwaffen sind abgedeckt, Saturn muss es noch sein, so kann man überleben, denn die nächste Front aus West steht schon wieder im der Zug-Bahn der Atlantik-Tiefs, die heuer so tief sich gestaltet und einen verregneten Sommer verspricht.
plejadisch gesättigste Grüsse von Anette
.......nach wochenlangen, völlig zugedeckeltem Himmel, etlichen Frontendurchgängen, die immerhin 41 cm Schnee dem sonst niederschlagsarmen, östlichen Flachland Österreichs bescherten, hat sich heute erstmals die Wetterlage auf ein klirrend kaltes Hoch aus dem Osten umgestellt und der Himmel riss am Vormittag schon freudigst auf, die letzten Hochnebelreste verfetzten sich ins Nichts, ich hätte jauchzend ein Fest feiern wollen, die Sonne, die Sonne! Und das bedeutet ja auch clear skies!!!!!!!!!!!!
Mit dem Bewußtsein, dass der Vollmond auch noch einen Blick aufs Wiener Becken nach all diesem winterlichen Gewölk schmeißen möchte und deshalb nicht viel an Himmelsschmankerln zu erwarten sei, ja ganz wie Knoblauch dem Vampir dem Sterndlgucker die Objekte seiner Begierde vergrault.... stellte ich trotzdem gleich einer ausgehungerten und entkräfteten Sternvamipirin erwartungsvoll meine Fallen heute schon am Spätnachmittag auf.
Der 6er FH und der 10ner Dobs mußten raus in den Schnee......
ha....den 16ner bekam ich nicht aus dem Schuppen, der wäre mir nicht durch den total verharschten Schnee gezogen, welcher noch immer viel zu hoch ist, um mit seinem Wägelchen da heil durch zu kommen, so besann ich mich auf meine tragbaren Teleskope.
Gegen 18h war es dann ausreichend dunkel, minus 10 Grad, kein Lüftchen, relativ wenig Tau-Aktivität, die Feuchtigkeit lag bei 80%, typisch für eine Ostlage...und so machte ich mich dann auf die Pirsch.
Schnell, schnell, bevor die romantische Himmelsleuchte allzu hoch im Osten steht, versuchte ich mich zu orientieren:
o wie wenig Ausbeute! Was für ein trüber, milchigweisser Himmel!!! Den M42 im Orion konnte ich nur mit größter Mühe finden, ja erahnen, die drei Gürtelsterne wiesen mir den Weg, im 42er Weitwinkel dann schön picksig fein das Trapez aufgelöst, meine ersten Häppchen! Die Gasfilamente konnte man nur erahnen! In dieser schönen, trockenen Luft hätte man eine gute Durchsicht erwarten dürfen, zwecks Sichtung der anderen Komponenten des Trapezes, doch mehr als vier auch bei Hochvergrösserung mit 350x war nicht drin.
Dann rauf zu Jupiter, in dieser Position wird man selbst zum Opfer. Kniend im Schnee auf einem Sitzkissen, gab ich die Figur einer Büsserin vorm Altar.
Ich beließ es beim galileischen Anblick und nutze nicht die Vorteile der Optik des 21.Jhd´s, wenngleich der Knick der in der Mondformation der Jupitermonde lustig anzuschauen war..... einen rechten Winkel bildeten diese.
Wo ich von den Errungenschaften des 21.Jds´s spreche, manch einem scheinen die noch nichts offenbart zu haben, denn vor einigen Wochen kam ich spät Nachts aus einer Veranstaltung und da riefen die Kinder, die zum Jupiter hoch schauten: O, der Polarstern, der Polarstern...ein älterer Herr kam ganz besonnen hinzu und klärte die Kinder höchst überzeugend auf: Nein, das ist nicht der Polarstern, das ist der Abendstern Kinder!!!
urps, urps..... autsch.....ich hatte meine Teleskopoe eh nicht dabei und wollte nicht diese Besserwisserin spielen..also schwieg ich und weis warum der Himmel wochenlang beleidigt war!
.....äh wo war ich stehen...ach ja knien geblieben?....
Mir froren die Kniescheiben ein...egal..ich erahnte gleich rechts weiter oben von Jupiter die Plejaden und auf diese Schar hatte ich es abgesehen: wenn man so ausgehungert ist Leute, nimmt der Teufel auch die Fliegen und so konnt ich mich an diesen Standartschmankerln der Anfängerastronomie wonnig satt-sehen!
Durch das 42er Weitwinkel (neiiiiiin..kein Panoptik...psst...von TS) erhaschte ich das gesamte Gebilde im Okular und es war Freude pur!!!!! Trotz milchigem Hintergrund sog ich diese kristallklar glitzernde Darbietung in mich hinein. An guten Nächten sind die Swarowskies blau ummantelt, heute standen sie frei für sich.....
Deep Sky bei Vollmond? Unter diesen Umständen zwar nur die Plejaden, denn ich suchte noch die offenen Sternhaufen im Fuhrmann.....absolut nichts zu finden, Kapella ja...doch dann kann man mit dem Kahn des Fuhrmann schier im trüben Himmelsgewölb versinken.
M 50 beim Sirius...absolut nicht machbar! Die Kassiopeia war mir zu hoch, selbst im 10ner Dobs war das keine Freude, doch auch hier die Plejaden ein Hochgenuß, aber bitte bei kleinster Vergrösserung, was bei mir das 42iger ist.
In den Vollmond zu schauen wäre wirklich was für kleine Enkelchen, aber dann durch alle Farbfilterdarbietungen!
Der Mond kletterte höher, die Kirchenglocken läuteten einsam durch die Nacht, den Toten zum Gedenken zur siebten Stunde, blaugräulich schimmerte mystisch der Schnee, irgenwo jammerte meine Katze...husch, husch....gesättigt verkriech ich mich in mein Gemäuer...meine Jagdwaffen sind abgedeckt, Saturn muss es noch sein, so kann man überleben, denn die nächste Front aus West steht schon wieder im der Zug-Bahn der Atlantik-Tiefs, die heuer so tief sich gestaltet und einen verregneten Sommer verspricht.
plejadisch gesättigste Grüsse von Anette
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