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Hallo zusammen,
meine nachfolgend beschriebenen Beobachtungen liegen zwar schon zwei Jahre zurück; da sie aber „zur Jahreszeit passen“, poste ich dennoch meinen seinerzeit erstellten Beobachtungsbericht in der Hoffnung, dem bzw. der Einen oder Anderen ein paar Anregungen geben zu können. Bei allen Beobachtungen habe ich einen Zenitspiegel verwendet. Wenn also gelegentlich von „links oberhalb“ oder „rechts daneben“ o. ä. die Rede ist, muss man berücksichtigen, dass die Abbildung jeweils aufrecht und seitenverkehrt war.
27. und 28./29.04.2022:
Zwei Beobachtungsabende auf dem Niederhaushof (1550 m über NN) in St. Walburg, Ultental, Südtirol
Instrument: TS 152/760 mm ED-Refraktor auf AYOdigi II mit Argo Navis
Jeweils vollständig wolkenloser, klarer, mondloser Himmel. Dieser war am Horizont bis in ca.15-20° Höhe leicht aufgehellt und darüber zunächst tiefschwarz, aber nach vollständiger Dunkeladaption der Augen eher schwarzgrau. Sterngrenzgröße ca. 5,5 (für meine über 70 Jahre alten Augen)
Im 152 mm f/5 ED Großfeld-Refraktor besonders beeindruckend war unter anderem die vollständig zu sehende Markariansche Galaxienkette (mit dem 20 mm 100° Okular sogar gemeinsam mit M 87 im Gesichtsfeld). Überrascht war ich darüber, wie hell die großflächige Spiralgalaxie M 101 in Ursa Major zu sehen war.
Nach Mitternacht (MESZ) war das Sommerdreieck (Wega, Deneb und Altair) vollständig über dem Horizont. Die Sommermilchstraße im Schwan und in der Leier war trotz der niedrigen Stellung über dem Horizont deutlich und relativ hell zu sehen. Im Süden bot der funkelnde Coma-Sternhaufen (Melotte 111, Entfernung nur 280 Lichtjahre) bereits mit bloßem Auge einen prächtigen Anblick.
Am 29.04.2022 wurde gegen 1:00 Uhr morgens abschließend noch kurz mit dem 6x30 Fernglas beobachtet. Traumhaft schön die Sternwolken im Schwan mit „milchig-granularem“ Hintergrund. Zudem sprang der offene Sternhaufen M 39 förmlich ins Auge. Letztes Beobachtungsobjekt war der Coma-Sternhaufen, der mit genügend „Umfeld“ perfekt ins Gesichtsfeld des Fernglases passte und einen schönen Abschluss dieser Beobachtungsnacht bildete.
Folgende Galaxien wurden beobachtet:
27.04.2022:
28./29.04.2022:
Clear Skies
Ulrich
meine nachfolgend beschriebenen Beobachtungen liegen zwar schon zwei Jahre zurück; da sie aber „zur Jahreszeit passen“, poste ich dennoch meinen seinerzeit erstellten Beobachtungsbericht in der Hoffnung, dem bzw. der Einen oder Anderen ein paar Anregungen geben zu können. Bei allen Beobachtungen habe ich einen Zenitspiegel verwendet. Wenn also gelegentlich von „links oberhalb“ oder „rechts daneben“ o. ä. die Rede ist, muss man berücksichtigen, dass die Abbildung jeweils aufrecht und seitenverkehrt war.
27. und 28./29.04.2022:
Zwei Beobachtungsabende auf dem Niederhaushof (1550 m über NN) in St. Walburg, Ultental, Südtirol
Instrument: TS 152/760 mm ED-Refraktor auf AYOdigi II mit Argo Navis
Jeweils vollständig wolkenloser, klarer, mondloser Himmel. Dieser war am Horizont bis in ca.15-20° Höhe leicht aufgehellt und darüber zunächst tiefschwarz, aber nach vollständiger Dunkeladaption der Augen eher schwarzgrau. Sterngrenzgröße ca. 5,5 (für meine über 70 Jahre alten Augen)
Im 152 mm f/5 ED Großfeld-Refraktor besonders beeindruckend war unter anderem die vollständig zu sehende Markariansche Galaxienkette (mit dem 20 mm 100° Okular sogar gemeinsam mit M 87 im Gesichtsfeld). Überrascht war ich darüber, wie hell die großflächige Spiralgalaxie M 101 in Ursa Major zu sehen war.
Nach Mitternacht (MESZ) war das Sommerdreieck (Wega, Deneb und Altair) vollständig über dem Horizont. Die Sommermilchstraße im Schwan und in der Leier war trotz der niedrigen Stellung über dem Horizont deutlich und relativ hell zu sehen. Im Süden bot der funkelnde Coma-Sternhaufen (Melotte 111, Entfernung nur 280 Lichtjahre) bereits mit bloßem Auge einen prächtigen Anblick.
Am 29.04.2022 wurde gegen 1:00 Uhr morgens abschließend noch kurz mit dem 6x30 Fernglas beobachtet. Traumhaft schön die Sternwolken im Schwan mit „milchig-granularem“ Hintergrund. Zudem sprang der offene Sternhaufen M 39 förmlich ins Auge. Letztes Beobachtungsobjekt war der Coma-Sternhaufen, der mit genügend „Umfeld“ perfekt ins Gesichtsfeld des Fernglases passte und einen schönen Abschluss dieser Beobachtungsnacht bildete.
Folgende Galaxien wurden beobachtet:
27.04.2022:
- M 49 (Virgo): hellste Galaxie des Virgo-Haufens; relativ heller Vordergrundstern direkt rechts daneben
- M 60 (Virgo): direkt an M 60 angrenzend: NGC 4647 mit hellem, punktförmigem, in einen „Nebel“ eingebetteten Kern; M 60 und NGC 4647 bilden das wechselwirkende Galaxienpaar Arp 116
- M 65, M 66 und NGC 3628 (Leo): das Leo-Triplet komplett im Gesichtsfeld (17,5 mm und 12,5 mm Morpheus); NGC 3628 mit geringer Flächenhelligkeit, auf 1550 m über NN im Ultental aber wesentlich heller zu sehen als an lichtverschmutztem Standort
- M 84 und M 86 sowie NGC 4435, 4438, 4458, 4461, 4473 und 4477 (Virgo): alle Galaxien von Markarians Galaxienkette waren deutlich zu sehen und passten komplett in das Gesichtsfeld des 17,5 mm Morpheus; die Distanz der „benachbarten“ Galaxien M 84 und M 86 beträgt 16,5‘ (entspricht ca. 300.000 Lj.); NGC 4435 und NGC 4438 bilden das wechselwirkende System Arp 120, das auch „The Eyes Galaxies“ genannt wird
- M 87 (Virgo): Virgo A, Zentralgalaxie des Virgo-Haufens; NGC 4478 links daneben in geringem Abstand; weiter links NGC 4476
- M 95 (Leo): punktförmiger Kern
- M 96 (Leo): punktförmiger Kern und etwas längliches Zentralgebiet
- M 104 (Virgo): Sombrero-Galaxie; helle Edge-On-Galaxie mit sehr hellem Zentrum
- M 105 und NGC 3384 (Leo): NGC 3384 liegt nur 8‘ östlich von M 105; schönes helles Galaxienpaar
28./29.04.2022:
- M 51 (Canes Venatici): heller Zentralbereich; Spiralarme erscheinen als großer, unregelmäßiger Halo; heller Begleiter NGC 5195
- M 81 (Ursa Major): Zentralgalaxie der M81-Gruppe; heller Zentralbereich; größerer, blasser Halo, der nach außen hin schwächer wird und auf dem ein weiter Vordergrund-Doppelstern liegt
- M 82 (Ursa Major): „Zigarrengalaxie“; Mitglied der M81-Gruppe; sehr hell, unregelmäßig, Teilung angedeutet
- M 101 (Ursa Major): Spiralarme erscheinen als überraschend heller, sehr großer, unregelmäßiger Halo; bester Anblick im 12,5 mm Morpheus; am heimischen Standort wegen Lichtverschmutzung nicht zu sehen
- M 102 (Draco): länglich, schmal (aber nicht Edge-On) und hell; je ein Stern oben und rechts unten; NGC 5907 im selben Gesichtsfeld
- NGC 2403 (Camelopardalis): Mitglied der M81-Gruppe; relativ großflächig (Spiralgalaxie) und relativ hell; 3 Vordergrundsterne auf der Galaxie (der mittlere ist der schwächste); ganz rechts ein sehr schwacher 4. Stern; reizvoller Anblick
- NGC 2903 (Leo): hell, länglich, heller Kern
- NGC 2976 (Ursa Major): Mitglied der M81-Gruppe; Zwerggalaxie mit nur ca. 20.000 Lj. Durchmesser; im Teleskop ein blasser, aber deutlich erkennbarer länglicher Nebel; mag. 12,5 Stern (nur 1‘ von der Galaxie entfernt) direkt rechts neben der Galaxie gesehen
- NGC 3077 (Ursa Major): Mitglied der M81-Gruppe; Zwerggalaxie mit nur ca. 20.000 Lj. Durchmesser; rund und im Zentrum etwas heller; insgesamt heller als NGC 2976
- NGC 4125 (Draco): klein, länglich, heller Kern; Stern links oben mit kleinem Abstand vom sichtbaren Rand der Galaxie
- NGC 5907 (Draco): Edge-On-Galaxie nahe M 102 mit nahezu exakter Kantenlage, die auch unter den Namen „Splinter-Galaxy“ und „Knife-Edge-Galaxy“ bekannt ist; im Sechs-Zoll-Refraktor extrem schmal, außergewöhnlich lang und insgesamt sehr attraktiv
Clear Skies
Ulrich