Zwei Sternbedeckungen am 2. / 3. April

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas ThN
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

ThN

Aktives Mitglied
Hallo!
Am 2. April gibt es eine im Westen Deutschlands (bis Südbayern) sichtbare Verdeckung des mag 7 hellen Sternes 31 Sex (Hip 51451) durch den Kleinplaneten (2934) Aristophanes. Siehe:

http://asteroidoccultation.com/2014_04/0402_2934_32361.htm


Link zur Grafik: http://asteroidoccultation.com/2014_04/0402_2934_32361_MapE.gif

Zeitraum etwa zwischen 23:35 und 23:37 MESZ. Der Stern steht im Süden etwa auf 42° Höhe unterhalb des Löwen. Sollte also gut zu beobachten sein!
Ein paar Stunden später, am 3.4. zwischen 2:27 und 2:29 MESZ etwa wird der 9m.3 helle Stern TYC 1931-1014-1 (zwischen Krebs und Zwillingen gelegen) verdeckt. Siehe:

http://asteroidoccultation.com/2014_04/0403_2081_33715.htm

Link zur Grafik: http://asteroidoccultation.com/2014_04/0403_2081_33715_MapE.gif

Steht auch günstig am Himmel. Diese Bedeckung dürfte eher im mittleren bis östlichen Teil Deutschlands zu beobachten sein. Schleswig-Holstein liegt auch sehr günstig. Viel Glück!

Thomas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Also, für die Bedeckung von 31 Sextantis liegt mein Beobachtungsort wesentlich zu weit im Osten. Da war also nix. Schade, wäre einfach zu beobachten gewesen. Wenigstens habe ich das mal als Trockenübung vollzogen. ;) Für die zweite Bedeckung fehlt mir leider die Energie, obwohl meine Chancen da besser stünden.

Dafür wandert der Mond heute Abend wieder durch den Stier. Gegen 21 Uhr wird da ein 5m.9 heller Stern verdeckt. Das schaff ich bestimmt.

Thomas
 
Da TYC 1931-1014-1 in Leipzig bedeckt wurde, bin ich heute Nacht aufgestanden. Zwar diesiger Himmel, aber doch paar Sterne. Bis auf das Beobachtungsgebiet! Dort war eine Wolke. Kurz vor der prognostizieren Bedeckung klarte es dort auf. Ich braucht noch etwas, um den Stern mit Starhopping zu erwischen, habe dann aber keine Bedeckung gesehen. Es war dann alles etwas hektisch, und so weiß ich nicht, ob ich 1 oder 2 Minuten zu spät war, oder ob mein Beobachtungsort außerhalb des tatsächlichen Schattenverlaufes lag.
 
Hallo Uwe,
danke für deinen Einsatz! Hier ein vergrößerter Ausschnitt aus der Karte:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/15892273/bedeckung03Apr2004.jpg

Ja, Leipzig müsste mitten im ca. 50km breiten Bedeckungspfad liegen. Weitere Städte könnten Kiel (am westlichen Rand), Lübeck, Magdeburg (Rand), Chemnitz gewesen sein - wenn ich das mit einer Deutschlandkarte vergleiche. Wenn du dir sicher bzgl. Zeitpunkt und beobachtetem Objekt bist ist das vllt. eine Nichtmeldung wert? :gutefrage: Andererseits waren deine Beobachtungsbedingungen ja nicht ideal...

Thomas

P.S. Heute Abend gibt es noch eine Bedeckung durch einen Asteroiden. Das Sternchen ist aber nur 10m.5 hell. Bremen und Hannover könnten im 20km breiten Pfad liegen:

http://asteroidoccultation.com/2014_04/0403_2416_33716_MapE.gif
 
Ja, Leipzig müsste mitten im ca. 50km breiten Bedeckungspfad liegen.
Man beachte bei diesen Karten stets nicht nur die
durchgezogenen Linien, sondern auch die gestrichelten.
Letztere geben die 1-Sigma-Grenze an, oder, (ziemlich) salopp ausgedrückt,
ein Schatten so breit wie die Lücke zwischen den durchgezogenen
Linien kommt wahrscheinlich irgendwo vorbei zwischen den gestrichelten.

Zur Orientierung dient dazu in den oben verlinkten Seiten
der sogenannte "Rank":

The event Rank is a measure of the likelihood of observing an event. Currently, the Rank equals the probability of at least one successful observation by a team of two observers where the two observers are positioned 3/4 path width apart symmetrically about the center of the path.
In diesem Falle war das mit 23% angegeben, d.h. ein einzelner Beobachter
hatte eher unter 1/5-Chance, überhaupt eine Bedeckung zu sehen...

Sonnige Grüsse vom MittelMeerDobservatorio
Thorsten
 
Aaah - das hatte ich nicht so recht verstanden. Ich dachte, dass die Beobachtung zwischen den fett durchgezogenen Linien "sicher" sei und zum Rand der gestrichelten Linien dann irgendwie abfällt. Danke für die Aufklärung. Je breiter der gestrichelte und je schmaler der durchgezogene Bereich, desto lotteriemäßiger also die Beobachtung. Danke für die Aufklärung!

Thomas
 
Hallo Thorsten,

vielen Dank für die Erläuterung zur Fehlerrechnung und deren Darstellung in den Karten. War bei mir wieder so ein Fall von "Aha". Auch wenn es mir eigentlich klar ist, dass die Werte für die Berechnungen unsicherheiten haben und damit für die Ergebnisberechnung auch eine Fehlerrechnung gemacht werden muss so glaubt man beim betrachten eines Computerdiagramms, das dort alles hundertprozentig und ohne Fehler ist. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen da wieder etwas genauer hinzusehen.

Gruss und cs,
Bernd
 
Das Problem besteht im Prinzip darin, dass die scheinbaren
Durchmesser der bedeckenden Objekte (Planetoiden) in der
gleichen Grössenordnung liegen wie die Fehler der beteiligten
Positionen, also Planetoidenbahnen UND Sternörter. Bei letzteren
kommt erschwerend dazu, dass die Eigenbewegungen eine nicht
zu vernachlässigende Rolle spielen. D.h. die vorhandenen
Sternkataloge werden quasi von Jahr zu Jahr "schlechter".

Wenn in wenigen Jahren die ersten Kataloge von der Sonde Gaia
publiziert werden, dürfte die Vorhersagequalität sprunghaft
ansteigen. Insbesondere werden dann auch die TNO für
Gelegenheitsbeobachter interessanter.

Sonnige Grüsse vom MittelMeerDobservatorio
Thorsten
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben