Zweiäugiger Ausflug zu Copernicus

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aro

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Hallo zusammen,

gestern Abend konnte ich nach scheinbar unendlich langer Zeit mal wieder klaren Himmel sehen - und den Mond. Leider klappte mein Mondausflug nicht so "geradlinig" wie erhofft: Nachdem ich im frühen Abend den MAK auf der Terrasse aufgebaut hatte, machten mir Wolken zunächst einen Strich durch die Rechnung. :(
Ein zweiter Versuch gegen 20.00 Uhr endete bereits nach ein paar Minuten an der nächsten Wolke! :teufelgrr:

Aller guten Dinge sind drei: Um kurz nach Neun war es dann endlich so leidlich klar, dass ich meine Ausflug zum Trabanten machen konnte. Hier mein Reisebericht:

Teleskop: Celestron Nexstar 127 SLT mit Baader Maxbright Bino-Ansatz
Okulare: TS WA 15mm
Ort: heim. Terrasse, Region D'dorf
Datum und Zeit: 20.11.2015, 2115-2220 MEZ
Literatur:
- Sky & Teleskop Mirrored-Image Field Map of the Moon
- Moore: Craters of the Near Side Moon
- Moore: Features of the Near Side Moon

Zunächst fiel mein Blick auf den großartigen, recht jungen Krater Copernicus, der im Bino sehr plastisch daherkam. Die Terrassen am Westhang leuchteten hell in der Morgensonne auf, ebenso die beiden Zentralberge. Der Schatten des Osthangs verlief genau zwischen diesen beiden Erhebungen auf dem Kraterboden. Außerhalb des Kraters ist der hüglige Mondboden radial vom Einschlag "zerfurcht" - speziell Richtung Nordwesten war dies in der flachen Morgensonne gut erkennbar.

Ich wanderte Richtung Norden vorbei am Kraterpaar Draper C und Draper über Pytheas zum 30km gropen Krater Lambert, der in der Erasthosthenischen Periode entstanden ist. Unmittelbar südlich davon war der Geisterkrater Lambert R im Mondmorgen nicht mehr hervorstechend aber dennoch eindeutig zu sehen. Von Lambert ausgehend fiel mir Richtung Nordwesten eine sehr plastische Mondstruktur auf, der Rücken Dorsum Zirkel. Wie alle lunare Rücken ist dieser sehr flach. Mit 200 km Länge ist er bei niedrigem Sonnenstand aber eine auffällige Strukur, die man schon im Fernglas erkennen müsste. Unmittelbar an diesem Rücken leuchtete der Mons La Hire noch auf der dunklen Seite des Terminators grell in der endenden Mondnacht.

Zwischendurch zogen immer wieder Wolken durch und bescherten mir kurze Beobachtungspausen.

Weiter nördlich lagen das graue Oval von Plato und die gerade Bergkette der Montes Recti. Von dort folgte ich einem gut erkennbaren Rücken Richtung des Promontorium Laplace, das den Ostrand der Regenbogenbucht markiert, die aber noch im Dunkel lag.
Nun schwenkte ich über den gesamten Terminator und "landete" ganz im Süden in der großen Wallebene Clavius. Diese ist eins meiner Lieblingsziele auf dem Mond. Die beiden Krater Porter und Rutherford auf dem Rand sowie die geschwungene Kette von Nebenkratern innerhalb der Wallebene boten ein großartiges Bild. Mit seinen 230km Durchmesser muss Clavius für zukünftige Mondbesucher ein beeindruckender Anblick sein, weil man bereits die Mondkrümmung am gegenüberliegenden Kraterrand erkennen kann!

Schlussendlich wagte ich mich doch noch an einen Kreide-/Kohleskizze von Copernicus, die aber bereits nach 5-10 Minuten jäh von einer dichten Wolkendecke beendet wurde und daher unvollendet bleiben musste. :(

Na ja, dann eben nicht...

Fazit:
Auch ohne Skizze war die Beobachtung reizvoll - wenn auch mit Wolkenhindernissen. Das Bino macht am Mond echt Spaß!

Beste Grüße

Achim
 
Hallo Achim!

Netter Bericht. Der Binoansatz macht Mondbeobachtungen sicher eindrucksvoller.
Wünsche dir beim nächsten Mal mehr Glück mit dem Wetter
 
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