Zweimal Galaxien und mehr im Pfälzerwald

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ansgar09

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Hallo zusammen,
zwei schnelle BB's (1. und 5. Nov.) für Euch

Nach langer Abstinenz aufgrund von kurzen Sommernächten, Mond, Staub und Dunst in der Luft gab es endlich auf Meteoblu eine gute Vorhersage und Brückentag - 3h freie Sicht!Das passte dann nicht ganz. 20:00, immer noch zugezogen, und da die Vorfreude zu groß war, alles ins Auto gepackt und zum Beobachtungsplatz im Pfälzerwald auf 500m gefahren.
Das 90°Großfernglas (TSG90100) aufgebaut, damit kommt man schneller zwischen die Wolkenlücken, Andromeda, M33 und im Schwan. Nach der ersten Gier und den ersten Paradeobjekten überlegte ich, ob ich Filter vor die Okulare setzten sollte, aber dann wurde es super klar, die Milchtrasse deutlich, M33 im 7x50 Feldstecher war kein Problem.
Also den ES400/1800 aufgebaut in unter 10 min, ohne Justierung! Mit starkem UHC Filter und 24mm Okular Ngc6888 geradezu einfach, ich hatte den Sommer über immer mal versucht und aufgegeben. Nordamerikanebel, Hexenhand und Sturmvogel in UHC, auch der „mittlere“ dritte Teil des Cirrusnebels, „Pickerings triangular whisp“ deutlich. Diesmal gefiel der Cirrusnebel im UHC Filter besser als mit OIII. Ohne den Sternatlas zu konsultieren fiel beim Schwenk ein Dunkel/Staubnebel links oberhalb von Deneb auf das kann eigentlich nur B369 gewesen sein. M33 mit UHC, das war dann eher flau. Und als ich mich umsah, wurde es trüber und Bodennebel zog auf, da passte dann Meteoblu wieder. Naja, immerhin eine gute Stunde tolle Bedingungen für insgesamt eine knappe Stunde Fahrt.

Die nächste Gelegenheit war ein paar Nächte später – zum Glück wird es ja schon recht früh dunkel. Also bei Bodennebel los, oben angekommen war die Sicht frei, sehr gut sogar, später kam Wind auf, Zirren am Horizont und zuletzt Nebel.
Dieses mal konnte ich mir mehr Zeit nehmen und wollte hauptsächlich Galaxien beobachten, daher kam der 16“er und nur der Feldstecher mit. Wieder habe ich den Dobson nicht vernünftig justiert, am Stern aber sah es noch ganz passabel aus, allerdings das Seeing nicht so gut.

Die Andromeda war mit zwei Staubbändern sichtbar, zu M110 noch eine große Lücke. Dreiecksgalaxie M33 mit Ngc604, gerade auch mit einem schwachen UHC Filter. Der Spiralarm von dem Nebelkomplex NGC604 erschien mir einfach, der Rest als Spirale angedeutet sehr schön.
Zwischendurch meinte ich, der Spiegel wäre kalt genung und ich hielt auf Mars. Einfach mies, zu tief, eine wabernde, hüpfende Scheibe – wie schon der Rest des Jahres. Uranus steht ja höher, aber erst mußte ich nachsehen, wo ich genau hin mußte, mit den Leuchtkreisen des Finders. War gar nicht schwer, das kleine Uranusscheibchen eher kühl-weiß und dennoch befriedigend – Uranus habe ich noch nicht oft gesehen.
Weiter mit den Galaxien... Stephansquintett gut sichtbar bei 9mm (200x), vorher die Probe an Ngc7331, ja mit Begleiter! Bei NGC891 hatte schon öfter Misserfolge, aufgrund von aufgehelltem Himmel. Diesen Abend das Highlight - mit scharfem Staubband über 2/3 der Länge, groß und schwach und dennoch eine der schönsten Galaxien. Eine „S“-Form des Staubbandes habe ich spontan nicht gesehen – geht das mit 16“? Daneben NGC910, 911, schwach.
NGC 1023, Linsenform, sehr schön, da von einer Sternkette flankiert. NGC 925 klein und schwach, aber nach dem inspirierenden BB von Klaus („Herbst Galaxien“) muß ich nochmal schauen, ob nicht doch mehr Struktur zu entlocken ist. Im Perseus A Haufen um NGC 1275 sind ca. 6 Galaxien erkennbar, das ist ja fast wie Pilze suchen, „wo eine ist, ...da müssen noch mehr sein“.
In CEP habe ich mir noch einmal ein interessantes Objekt vorgenommen, das ich schon mehrfach mit verschiedenen Geräten beobachtet hatte: der schwache Sternhaufen NGC6939 und die Gx6946 mit Spiralarm, schwach, groß. Bei Aufsuch-Vergrößerung passen beide gerade in das Blickfeld.
Was gab es noch zwischendurch... Der Ringnebel ohne Zentalstern, auch nicht mit 5mm Okular, das seeing mittel und evtl. hätte eine bessere Justage geholfen, aufhalten wollte ich mich mit diesem Objekt dann doch nicht. Sternschnuppen gab es, 1 langsamer, heller Orionide(?) zog einen Schweif im Zenit. Unddurch Inspiration hier im Forum, habe ich mit 7x50 Feldstecher und 2x vor das Objektiv gelegten UHC Filtern die Dunkelzigarre und den Nordamerikanebel gesehen, den Californianebel im PER vergeblich gesucht. Der geht mit UHC wohl nicht auch in 16“ nicht, allenfalls eine Aufhellung?
Gegen 11 Uhr habe ich dann die nasse Ausrüstung wieder eingeladen und bin vorsichtig durch den „Nebelwald“ zurück gefahren.
Grüße und CS, Ansgar
 
Hallo Ansgar,

danke für den schönen BB. Californianebel hatte ich auch nicht rein bekommen letztes mal. Soll auch nicht so einfach sein wie zB Nordamerikanebel. Steht momentan vor 11 Uhr ja auch noch nicht so hoch das Teil. Wahrscheinlich mit über zwei Grad Länge auch eher was für einen Richfielder.

Den Sichelnebel (den ich eher als Ohr-Nebel sehe) fand ich eigentlich auch bei etwas aufgehelltem Himmel nicht so ganz schwer, zumindest im Sommer zenitnah mit UHC. Siehst du da den ganzen Nebel oder nur den unteren "Ohrläppchen-Teil", eingefasst in drei etwa gleich helle Sterne?

ManuelJ Astronomy: NGC 6888: The Crescent Nebula

Dunkelwolken habe ich noch nicht probiert. Da muss ich mal mehr drauf achten.

Bei Ngc 925 sah ich außer dem Kern indirekt einen Fetzen neben drei Sternen, abseits und versetzt vom Kern. Dieses Bild zeigt recht gut diesen helleren Streifen der Galaxie:

Galaxie NGC 925 - Sternwarte Lübeck

Ngc 891 ist bei guten Bedingungen eine sehr schöne Galaxie, bei der man eben nicht für erste Details schon die Augen verdrehen muss. Lädt zum Verweilen ein.

VG
Klaus
 
Hallo Ansgar,
danke für die Bahn-Lektüre. Was meinst Du mit s-förmigem Staubband? Wo hast Du das her? Das ist doch eher gerade... Bei dem Perseushaufen geht einiges bei richtig guten Bedingungen. Versuch den nochmal, wenns nicht so neblig ist, dann werden es doppelt so viele Galaxien :) Cooler Vergleich mit dem Pilzesuchen. So verfahre ich auch - wenn eine Gruppe im Atlas ist, guck ich immer ein bissel, ob sich woanders noch was versteckt :-)

Beste Grüße und CS
Norman
 
Hallo Ansgar,
erstmal Respekt, mit so einem Trumm spazierenzufahren! Und das die voreingestellte Justage bei solch einem Umzug noch hält spricht doch auch mal für diese Spiegel. Aber es hat sich ja enorm gelohnt. Die meisten Deiner beschriebenen Objekte konnte ich aus meinem 4,5mg Garten mit meinem alten 16ner noch nicht mal erahnen. Deshalb rate ich unter solchen Verhältnissen auch niemanden mehr zu größerer Öffnung, wenngleich sich die Standartkerzen dann aber wieder wunderbar zeigen mit echten Sternwartenfeeling! Eigentlich hatte er sich dann doch wieder gelohnt, nun bin ich aber wieder nach Unten mit den Öffnungen.
Mars war irgendwie für mich dies Jahr auch nicht der Hit. Habe hier mal ein Bild, dass ich mit einem 120ed ohne Barlow durch eine QHY-5 am 18. September gemacht habe, ich war bei der Bildbearbeitung so erstaunt, dann doch die große Syrte zu erkennen, habe mich geärgert, die Barlow nicht verwendet zu haben.
Ja, über deinem 500m Hügel war die Luft noch schön trocken, das ist aktuell bei uns in den Bergen hier auch der Fall, mit exorbitant guter Fernsicht, aaaaaber ohne Führerschein muss ich den nun wochenlang vorherrschenden Talnebel verschmerzen.

Schöner Bericht und weiterhin clear skies auf Deinem Hügel wünscht Anette
 

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Hallo und danke euch, die ihr meinen BB gelesen habt,und besonders freue ich mich über eure Kommentare (das mache ich zu wenig).

Klaus, danke für die links, mit einigen Bilder wird es noch interessanter. Ich hatte den Deepsky Atlas dabei und freue mich auf den neuen kommentierten Führer - bin dieses Mal aber mit zuwenig Vorbereitung gestartet. Beim Crescentnebel habe ich das helle Ohrläppchen-Hörnchen gut gesehen, mit ein bißchhen Struktur oder "knubbelig". Deinem deinem verlinkten Bild nach fehlt mir also die Hälfte (der obere Bereich des Hörnchens). Ich werde es mal mit OIII Filter probieren.

Auf die Nachfrage von Norman: S-förmig war ein schlechter, sehr übertriebener Vergleich. Im Wikipedia ist ein schönes Bild, auch hier im Fotoforum (teils muss man länger zurück, NGC 891 wird garnicht so oft gezeigt). Man sieht, dass das Staubband durch die leichte Kippung der Galaxie auf einer Seite deutlicherer ist und in die eine Richtung gebogen, die andere Seite in die andere Richtung weist und insgesamt blasser ist. Aber das konnte ich nicht sehen.

Anette, danke - es kostet ein bißchen Überwindung, aber der Zugewinn durch Höhe und Abstand von den häufiger werdenden LED Beleuchtungen ist groß, und ob ich vom 10" ein unhandliches Rohr und eine unhandliche Rockerbox verstaue oder eine richtig schwere Spiebelbox nebst leichtem Zubehör, ist nicht entscheidend, eher insgesamt die Überwindung. Aber ich beobachte auch gern von der Terasse, oder sogar im kalten Winter DURCH (!!!) das Fenster. Immerhin Orionnebel mit Trapez im Schlafanzug! Auch was Feines.
Dein Marsbild ist wie beobachtet. Spass beiseite - bei mir eine Seite Rot, diandere hell, keine Details.

Draußen kühlt der Spiegel, aber es ziehen Wolken auf...
Clear Skies, Ansgar
 
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Hallo Ansgar,

ja das dachte ich mir, der andere Crescentteil ist auf jeden Fall mit schmalbandigem UHC auch sichtbar. Der braucht ein bisschen und dann denkt man: war ich blind dass ich den nicht sofort gesehen habe... ;)

VG
Klaus
 
Also, ich war blind. Bei weit schlechteren Bedingungen konnte ich gerade von der Terasse mit ES400/18000, Streulichtschutz, OIII Filter und Kapuze, am besten im 24mm 82° Okular, den Nebel in seinen gesamten Abmessungen erahnen. Eindeutig beim indirekten Sehen und schwenken.
Super Hilfe hier,
Grüße Ansgar
 
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