Zweite klare Nacht im neuen Jahr... Fortsetzungsbericht

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JBeisser

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Hallo zusammen,

da es gestern wieder schön klar war und alles noch auf der Terrasse aufgebaut, habe ich es mir nicht nehmen lassen, ab der späten Dämmerung, beginnend mit Jupiter, noch ein Weilchen zu beobachten. Jupiter war gleich eine Überraschung. Das Seeing war gestern vergleichbar mit dem von vorgestern, aber nicht so variabel. Gleich am Anfang war der tiefschwarze Mondschatten von Io richtig schön anzusehen, wobei die meisten Details auf Jupiter bei 112-facher (8 mm Radian) Vergrößerung zum Vorschein kamen. Erstaunlich war auch die Leistung vom alten Vixen 9 mm Or. (eigentlich ein Plössl?), das bezüglich wenig Streulicht positiv herausstach. Das kleine Gesichtsfeld von 42° kann man bei Planeten ja gut verschmerzen, wenn mit Nachführung beobachtet wird. Der GRF war ganz am Rand von Jupiter, aber andeutungsweise noch erkennbar. Bei 180-facher Vergrößerung waren Schärfe und Kontrast schon etwas geringer, sodass ich wieder auf die niedrigere Vergrößerung zurückging.

Danach waren ein paar Gasnebel an der Reihe, diesmal mit OIII- und H-beta-Filtern. Am Anfang musste noch einmal NGC 1491 zeigen, ob ein OIII-Filter mehr Kontrast bringt. Tatsächlich, der "Dino-Footprint" war, zwar ohne Struktur im 4,7-Zöller, aber doch merklich deutlicher sichtbar als ohne Filter.

Weiter ging es zu IC 405 mit schwacher Vergrößerung (ist ja ein riesengroßer Nebel). Bei 27-facher Vergrößerung waren mit OIII-Filter zwei getrennte Bereiche im Feld eindeutig erkennbar. Im H-beta-Filter an denselben Stellen, aber deutlich schwächer.

Besser erkennbar als IC 405 war aber IC 410, der mit OIII-Filter richtig gut herauskam. Insgesamt viel strukturierter als IC 405. Mit viel Zeit wäre bestimmt eine schöne Zeichnung möglich gewesen, aber es war doch mit -5 Grad beim Stillsitzen etwas frisch (ich weiß, bin ein Weichei). Auch hier war mit H-beta-Filter etwas zu sehen, aber wiederum nicht mehr als im OIII.

Kein Fall für Nebelfilter ist NGC 1555, Hinds Veränderlicher Nebel beim Stern T Tauri, denn er ist ein Reflexionsnebel. Ein klarer Fall für Dobsons, aber eher nicht für übliche Refraktoren. Erwartungsgemäß war bei T Tauri nichts zu sehen, höchstens eingebildet, aber die Sternarmut im Feld war verblüffend. Schuld sind die Molekül- und Dunkelwolken in der Region, die das Licht dahinter liegender Sterne absorbieren.

Ich hatte mir mit NGC 1245 noch einen offenen Sternhaufen vorgenommen und wurde eigentlich nicht enttäuscht. Eigentlich, weil es bei 120 mm Öffnung kein prachtvolles Objekt ist, aber dafür doch sehr viele Sterne an der Grenze der Sichtbarkeit zeigt. R. Burnham vermerkt dazu in Burnham's Celestial Handbook: "Durchmesser 20', 9 mag, mittlere Konzentration, ca. 100 Sterne 11 mag und schwächer". Das wäre also ein lohnenswertes Objekt für etwas größere Geräte.

Den Abschluss machte ein Doppelstern, der ab und zu als Teststern für Vierzöller bezeichnet wird: theta Aurigae. Der Abstand zwischen den Komponenten A und B beträgt 4,1", und die Helligkeiten sind 2,6 und 7,2 mag. Das las sich schwieriger als es tatsächlich war. Die Hauptkompenente erschien strahlend weiß (Spektraltyp A0), der Begleiter war als feines lichtschwaches Pünktchen deutlich getrennt und stets gut wahrzunehmen.

Damit war das kurze Beobachtungsprogramm absolviert und der Beobachter etwas durchgefroren, aber glücklich und zufrieden. Ein Wetterumschwung deutet sich heute schon durch starkes Funkeln der Sterne an, aber die nächste Schönwetterperiode kommt bestimmt.

Viele Grüße
Jürgen
 
Hallo Forum,

Jürgen:
ich war den Mittwoch Morgen draußen um später sichtbare Kometen zu beobachten.
An diesem Morgen war die Durchsicht nach Mitternacht deutlich besser als an den ganzen Abenden.
Ich maß max. 20.6 SQL gegenüber den allabendlichen max. 20.3 SQL Werten.

Gruß
Christian
 
Hallo Jürgen,

Auch dieser Bericht ist sehr interessant. Die beiden Nebel IC 405 und IC 410 habe ich noch nicht beobachtet. Sie sind für mich eine Anregung für zukünftige Ziele am Himmel.
Danke für das veröffentlichen von deinem Bericht.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Christian, hallo Gerd,

vielen Dank für Eure Kommentare! @Heidescoper : Du wohnst ja genau wie wir im norddeutschen Flachland. Die SQM-L-Werte kommen hin (ich hatte am 8. Januar ebenfalls 20.3 mag gemessen), auch die Verbesserung in der zweiten Nachthälfte, die habe ich beim Fotografieren auch immer festgestellt. Insgesamt war der Himmel hier vor 10 Jahren aber dunkler als jetzt, z.B. Spitzenwert im Februar 2013 21,2 mag.
@Gerd-K : Die beiden Nebel hatte ich ganz willkürlich ausgewählt, da ich sie von der Astrofotografie her kenne. Hinterher habe ich die Einträge im BAfK mit Interesse gelesen. Der Beobachteratlas für Kurzentschlossene ist eine gute Informationsquelle (unter mehreren anderen sehr guten im Netz, die aber eher für die Offlinearbeit geeignet sind).

Viele Grüße
Jürgen
 
Hallo Jürgen

Sehr schöner Beobachtung,s bericht, Filter ohne geht nicht Farbfilter für Jupiter und O lll und H-beta nicht mehr auszu denken zeigen viel mehr an Nebel Strukturen.

Es mus nicht viel je nacht beobachtet werden, es soll Freude und Glück sein, spas machen.
Zeit lassen und mit ruhe das Objekt, Deepsky mit geeigneten Okular betrachten da hat man auch was davon.

Je besser die Nacht, das Seeing ist, ohne zwang da raus zu spechteln, ist schon Motivation.

Ma0
 
Hallo Jürgen,

Den gedruckten BAfK habe ich zuhause, mein Name findet sich dort unter "Beobachtungsinformationen"...
Aus diesem Atlas habe ich mir schon einiges ausgesucht, er bietet viele lohnende Ziele für die Beobachtung. Die beiden Nebel IC 405 und IC 410 landeten bei mir bisher noch nicht auf meiner "Beobachtungsliste", inzwischen habe ich sie mit aufgenommen.

Viele Grüße
Gerd
 
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