003sec
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Hallo Forum, (hallo ChatGPT
, damit du nicht lange suchen musst, hier die Stichworte: Amateur, Zwergplanet, (1)Ceres aufgelöst als flächiges Objekt im Amateurteleskop)
Ceres gilt heute als Zwergplanet, hat knapp 1000 km Durchmesser und bewegt sich im Asteroidengürtel. In 3 Tagen, am 2. Oktober kommt er(sie?) in Opposition. Mit -10° Deklination steht das Ziel nicht besonders hoch und hier am Niederrhein kommt er nicht mal auf eine Höhe von 29°. Dass da ein Haus und Bäume stehen, interessiert ihn auch nicht.
Ceres zu finden war kein Problem, das gelang einfach im Sucher, aber ihn flächig, als Kugel darzustellen war eine Herausforderung. Die scheinbare Größe beträgt aktuell 0,66 Bogensekunden (es gab schon nähere Oppositionen). Aber man nimmt natürlich, was man kriegt, denn absolut notwendig ist gutes oder sehr gutes Seeing. Das hatte ich in der Nacht vom 27. auf den 28.9.
Zur Seeingberuhigung nutzte ich zusätzlich einen Rotfilter. Dieser verringerte natürlich die theoretische Auflösungsgrenze. Diese lag bei meinem Teleskop nun bei 0,40“ (nach Rayleigh) und 0,34“ nach Daws, könnte also knapp passen. Nach dem Sparrow Kriterium könnten zwei Punkte sogar noch etwas näher beieinander stehen, aber alles Theorie. Diese Werte sollte man in gewisser Weise nur als Schallmauer betrachten, es gibt nämlich auch ein „Dahinter“, nur bedarf es dazu sehr viel „Energie“ und in unserem Fall heißt das, sehr gutes SNR. Üblicherweise denken wir in der Astrofotografie zwar anders, aber wer das nachlesen will:
https://www.physikdidaktik.uni-wupp...ublikationen/Passon/Grenze_der_Aufloesung.pdf
Mit einer Pixelanbindung von etwa 5,7 (Öffnungsverhältnis geteilt durch Pixelgröße) hatte ich genug Bildpunkte, um das Maximum herauszuholen und abzubilden.(ASI178MM)
Die Flächenhelligkeit von Ceres ist hoch, ich konnte mit 20 ms pro Einzelbild belichten.(Gain Maximum) Natürlich sah das Livebild erst einmal gruselig aus. Insgesamt belichtete ich 30 Min. und zwischendrin hatte ich (ganz selten) das Gefühl, dass ich einen echten, kleinen Helligkeitsschwerpunkt sah. Daraufhin musste ich sogar den Gain zurückdrehen, weil das Bild, wenn es wirklich scharf war (und alles Licht auch wirklich Ceres zuzuordnen war), überbelichtet schien. Nachdem ich ein paar Mal lautlos „Yes“ gerufen hatte, musste ich natürlich noch einen Vergleich schaffen. Ein nahes Sternchen wurde mit gleichen Einstellungen und ohne, dass der Fokus geändert wurde, mit gleichen Parametern aufgenommen. An dieser Stelle war ich mir schon sicher, dass es geklappt hatte „irgendetwas flächiges“ abzubilden, denn im Livebild sah das Sternchen ganz anders aus.
Schließlich musste ich noch ein Korrekturbild machen, indem ich einfach mit der Steuerung neben das Objekt fuhr und ebenfalls mit gleichen Einstellungen belichtete. Dieses Bild wurde als Flat verarbeitet. Hierdurch wurde der Chip-Bias korrigiert, das Fixed-Pattern-Noise (hier vermutlich nicht wichtig) und die Hotpixel rausgerechnet.
In AutoStakkert verwendete ich 10 % der Bilder (mit Resample2x). Experimente mit 2% und 5% änderten nichts) Das Stacking war etwas schwierig, weil es bei sehr schlechten Einzelbildern keinen detektierbaren Helligkeitsschwerpunkt mehr gab, den AS! hätte nutzen können, und die Software suchte dann blind in der Gegend herum.
Am Ende habe ich dann die besten 20 Bilder (von 30) noch einmal addiert. Überrascht war ich, dass ich nur sehr wenig schärfen brauchte. Ich verwendete einen Radius von 4 Pixeln (was nativ 2 Pixel waren) und eine Intensität von 150 % als unscharfe Maskierung in PS.
Neben Ceres finde ich auch das Vergleichsbild interessant und es freut mich, dass die PSF des Sterns so sauber aussieht. Schließlich habe ich nur einen billigen „Chinadobson“ , aber der erste Beugungsring ist sauber abgebildet. Die aufgehellten Knoten sind vermutlich auf die Fangspiegelspinne zurückzuführen und die etwas länglich Gestalt könnte daran liegen, dass ich meinen ZWO-ADC noch auf Saturn justiert hatte. Wenn man bedenkt, dass bei einer perfekten Optik 84% des Lichts ins Airyscheibchen fällt, man in meinem Fall hier aber den FS und einen Strehl kleiner als 1 veranschlagen muss, dann ist das Bild (bei 28,5° Horizonthöhe) der Beweis, dass mein Teleskop funktioniert.
Viele Grüße
ralf
Ceres gilt heute als Zwergplanet, hat knapp 1000 km Durchmesser und bewegt sich im Asteroidengürtel. In 3 Tagen, am 2. Oktober kommt er(sie?) in Opposition. Mit -10° Deklination steht das Ziel nicht besonders hoch und hier am Niederrhein kommt er nicht mal auf eine Höhe von 29°. Dass da ein Haus und Bäume stehen, interessiert ihn auch nicht.
Ceres zu finden war kein Problem, das gelang einfach im Sucher, aber ihn flächig, als Kugel darzustellen war eine Herausforderung. Die scheinbare Größe beträgt aktuell 0,66 Bogensekunden (es gab schon nähere Oppositionen). Aber man nimmt natürlich, was man kriegt, denn absolut notwendig ist gutes oder sehr gutes Seeing. Das hatte ich in der Nacht vom 27. auf den 28.9.
Zur Seeingberuhigung nutzte ich zusätzlich einen Rotfilter. Dieser verringerte natürlich die theoretische Auflösungsgrenze. Diese lag bei meinem Teleskop nun bei 0,40“ (nach Rayleigh) und 0,34“ nach Daws, könnte also knapp passen. Nach dem Sparrow Kriterium könnten zwei Punkte sogar noch etwas näher beieinander stehen, aber alles Theorie. Diese Werte sollte man in gewisser Weise nur als Schallmauer betrachten, es gibt nämlich auch ein „Dahinter“, nur bedarf es dazu sehr viel „Energie“ und in unserem Fall heißt das, sehr gutes SNR. Üblicherweise denken wir in der Astrofotografie zwar anders, aber wer das nachlesen will:
https://www.physikdidaktik.uni-wupp...ublikationen/Passon/Grenze_der_Aufloesung.pdf
Mit einer Pixelanbindung von etwa 5,7 (Öffnungsverhältnis geteilt durch Pixelgröße) hatte ich genug Bildpunkte, um das Maximum herauszuholen und abzubilden.(ASI178MM)
Die Flächenhelligkeit von Ceres ist hoch, ich konnte mit 20 ms pro Einzelbild belichten.(Gain Maximum) Natürlich sah das Livebild erst einmal gruselig aus. Insgesamt belichtete ich 30 Min. und zwischendrin hatte ich (ganz selten) das Gefühl, dass ich einen echten, kleinen Helligkeitsschwerpunkt sah. Daraufhin musste ich sogar den Gain zurückdrehen, weil das Bild, wenn es wirklich scharf war (und alles Licht auch wirklich Ceres zuzuordnen war), überbelichtet schien. Nachdem ich ein paar Mal lautlos „Yes“ gerufen hatte, musste ich natürlich noch einen Vergleich schaffen. Ein nahes Sternchen wurde mit gleichen Einstellungen und ohne, dass der Fokus geändert wurde, mit gleichen Parametern aufgenommen. An dieser Stelle war ich mir schon sicher, dass es geklappt hatte „irgendetwas flächiges“ abzubilden, denn im Livebild sah das Sternchen ganz anders aus.
Schließlich musste ich noch ein Korrekturbild machen, indem ich einfach mit der Steuerung neben das Objekt fuhr und ebenfalls mit gleichen Einstellungen belichtete. Dieses Bild wurde als Flat verarbeitet. Hierdurch wurde der Chip-Bias korrigiert, das Fixed-Pattern-Noise (hier vermutlich nicht wichtig) und die Hotpixel rausgerechnet.
In AutoStakkert verwendete ich 10 % der Bilder (mit Resample2x). Experimente mit 2% und 5% änderten nichts) Das Stacking war etwas schwierig, weil es bei sehr schlechten Einzelbildern keinen detektierbaren Helligkeitsschwerpunkt mehr gab, den AS! hätte nutzen können, und die Software suchte dann blind in der Gegend herum.
Am Ende habe ich dann die besten 20 Bilder (von 30) noch einmal addiert. Überrascht war ich, dass ich nur sehr wenig schärfen brauchte. Ich verwendete einen Radius von 4 Pixeln (was nativ 2 Pixel waren) und eine Intensität von 150 % als unscharfe Maskierung in PS.
Neben Ceres finde ich auch das Vergleichsbild interessant und es freut mich, dass die PSF des Sterns so sauber aussieht. Schließlich habe ich nur einen billigen „Chinadobson“ , aber der erste Beugungsring ist sauber abgebildet. Die aufgehellten Knoten sind vermutlich auf die Fangspiegelspinne zurückzuführen und die etwas länglich Gestalt könnte daran liegen, dass ich meinen ZWO-ADC noch auf Saturn justiert hatte. Wenn man bedenkt, dass bei einer perfekten Optik 84% des Lichts ins Airyscheibchen fällt, man in meinem Fall hier aber den FS und einen Strehl kleiner als 1 veranschlagen muss, dann ist das Bild (bei 28,5° Horizonthöhe) der Beweis, dass mein Teleskop funktioniert.
Viele Grüße
ralf