Ehemaliges Mitglied
Moin zusammen!
Ha, die Gelegenheit war günstig, letzte Nacht, wenn auch erst spät... - Dreieinhalb Wochen, nachdem ich die 12"-Lightbridge von einem Kieler Sternenfreund übernommen hatte, war der Himmel endlich mal so brauchbar, daß sich eine Beobachtungssitzung im Garten lohnte. Nach Mitternacht war der Mond auch verschwunden, aber der Himmel nicht gerade ideal: Hochnebelschwaden bis 20° über dem Horizont, extrem feuchte Luft, Temp. -4 Grad, Windstille.
Nachdem ich die LB laserjustiert hatte, mußte das Teil ja raus - das heißt, aus dem kleinen Teleskopraum vier verschneite Stufen runter. Dieser 12"-Gitterdobs ist zwar noch einigermaßen handhabbar, aber das Monstrum ohne anzustoßen durch dei Tür zu bugsieren, erforderte volle Aufmerksamkeit.
Vorher mußte ich noch eine Stelle im Rasen platttrampeln, denn hier liegen noch gut 10 cm Schnee. Als ich dann endlich auf dem Beobachterstuhl saß, war mir mehr als warm. :schwitz:
Okay, dann konnte es ja losgehen. Der Zwölfer hatte zwar schon kurz nach dem Kauf Sterne gesehen, heute aber solten mal einige Objekte angefahren werden. Die ersten waren die drei Sternhaufen im Fuhrmann (M36, M37, M38) - die waren bereits im 6x30er Sucher sichtbar und dann auch gleich im Okular (20 mm - 75fach). Ja, sehr schön, aber ich muß mich doch erstmal dran gewöhnen, jetzt mit 1,5 Metern Brennweite rumzufuhrwerken. Vorher waren's >5 Jahre lang 8" bei 1000 mm Brennweite - das ist schon ein Unterschied.
Nächstes Ziel war dann der SN-Rest M1 im Stier, auch leicht ohne Karte zu finden, aber heute doch etwas blaß. Weiter ging's dann (natürlich!) zum Orionnebel, der mit so einer Öffnung toll hell ist (aber es geht sicher noch besser, wenn der Himmel mal richtig dunkel ist). Was mich interessierte, war der Anblick vom Trapez, Theta Ori: Klasse, die Komponenten E und F waren bereits bei 100fach gut zu sehen!
Nächstes Ziel war M35 (OH Zwillinge) mit seinem Begleiter NGC 2158. An dem hellen Sternhaufen konnte ich mich nicht sattsehen, ganz wunderbar. Auch der kleine beiliegende Sternhaufen war gut zu erkennen, ggü. 8" machte sich hier wieder die größere Öffnung deutlich bemerkbar.
Kurzer Blick in die Runde, es war bereits halb Zwei, ob denn hinter dem Löwen der Komet 2007-Q3 Siding Spring schon lohnte... Nein, Richtung Osten zeigen sich mehr von der Innenstadt angeleuchtete Nebelschwaden zusammen, das konnte ich vergessen. Okay, dann was anderes: Ich hatte noch den Bericht (hier im Forum) vom "Intergalaktischen Wanderer" NGC 2419 (KS im Luchs) im Hinterkopf. Diesen KS hatte ich noch nie gesehen, mir die Sichtung seit Jahren schon vorgenommen, aber irgendwie hatte das nie geklappt, wie das so ist...
Ausgehend von Castor (Alpha Gem) braucht es nur zwei, drei Sternhoppse, bis man im Zielgbiet ist. Das ging doch leichter als gedacht. Bei 75fach war dann der KS leicht zu erkennen - ziemlich groß und auffällig, das hätte ich gar nicht gedacht. Toll!
So, die Uhr ging auf Zwei zu, und da heute doch ein bißchen mehr Action ist, habe ich dann Schluß gemacht und den großen Oschi wieder die vereisten Stufen hochgewuchtet. Fazit: Der 12er war ganz gut handhabbar, an die höhere Brennweite gewöhnt man sich schnell. Nächstes Mal werde ich die "Socke" (Streulichtschutz) einsetzen - weniger wegen des Streulichts, als vielmehr, weil ich doch ständig mit den Abdeckkappen des Suchers über dem diesmal offenen Spiegel hantieren mußte, was mir gar nicht gefiel. Außerdem hat man beim Sitzen gleich neben dem Tubus doch mit aufsteigender Körperwärme im Strahlengang zu tun. Naja, das sind aber Probleme, die sich abstellen lassen.
Als ich dann die Rockerbox hochhob, hatte ich etwa 2 Kilo Schnee an der Bodenplatte kleben. Das System ist also doch nicht so geländegängig, aber da werde ich mir noch etwas einfallen lassen, um mehr Bodenfreiheit zu erreichen.
So, genug geschrieben... - Die nächsten Berichte folgen dann hoffentlich bei besseren Bedingungen und mit schwierigeren Objekten! :super:
Ich wünsche allen, die bis hierher gelesen haben, schöne und ruhige Weihnachtstage!
Ha, die Gelegenheit war günstig, letzte Nacht, wenn auch erst spät... - Dreieinhalb Wochen, nachdem ich die 12"-Lightbridge von einem Kieler Sternenfreund übernommen hatte, war der Himmel endlich mal so brauchbar, daß sich eine Beobachtungssitzung im Garten lohnte. Nach Mitternacht war der Mond auch verschwunden, aber der Himmel nicht gerade ideal: Hochnebelschwaden bis 20° über dem Horizont, extrem feuchte Luft, Temp. -4 Grad, Windstille.
Nachdem ich die LB laserjustiert hatte, mußte das Teil ja raus - das heißt, aus dem kleinen Teleskopraum vier verschneite Stufen runter. Dieser 12"-Gitterdobs ist zwar noch einigermaßen handhabbar, aber das Monstrum ohne anzustoßen durch dei Tür zu bugsieren, erforderte volle Aufmerksamkeit.
Vorher mußte ich noch eine Stelle im Rasen platttrampeln, denn hier liegen noch gut 10 cm Schnee. Als ich dann endlich auf dem Beobachterstuhl saß, war mir mehr als warm. :schwitz:
Okay, dann konnte es ja losgehen. Der Zwölfer hatte zwar schon kurz nach dem Kauf Sterne gesehen, heute aber solten mal einige Objekte angefahren werden. Die ersten waren die drei Sternhaufen im Fuhrmann (M36, M37, M38) - die waren bereits im 6x30er Sucher sichtbar und dann auch gleich im Okular (20 mm - 75fach). Ja, sehr schön, aber ich muß mich doch erstmal dran gewöhnen, jetzt mit 1,5 Metern Brennweite rumzufuhrwerken. Vorher waren's >5 Jahre lang 8" bei 1000 mm Brennweite - das ist schon ein Unterschied.
Nächstes Ziel war dann der SN-Rest M1 im Stier, auch leicht ohne Karte zu finden, aber heute doch etwas blaß. Weiter ging's dann (natürlich!) zum Orionnebel, der mit so einer Öffnung toll hell ist (aber es geht sicher noch besser, wenn der Himmel mal richtig dunkel ist). Was mich interessierte, war der Anblick vom Trapez, Theta Ori: Klasse, die Komponenten E und F waren bereits bei 100fach gut zu sehen!
Nächstes Ziel war M35 (OH Zwillinge) mit seinem Begleiter NGC 2158. An dem hellen Sternhaufen konnte ich mich nicht sattsehen, ganz wunderbar. Auch der kleine beiliegende Sternhaufen war gut zu erkennen, ggü. 8" machte sich hier wieder die größere Öffnung deutlich bemerkbar.
Kurzer Blick in die Runde, es war bereits halb Zwei, ob denn hinter dem Löwen der Komet 2007-Q3 Siding Spring schon lohnte... Nein, Richtung Osten zeigen sich mehr von der Innenstadt angeleuchtete Nebelschwaden zusammen, das konnte ich vergessen. Okay, dann was anderes: Ich hatte noch den Bericht (hier im Forum) vom "Intergalaktischen Wanderer" NGC 2419 (KS im Luchs) im Hinterkopf. Diesen KS hatte ich noch nie gesehen, mir die Sichtung seit Jahren schon vorgenommen, aber irgendwie hatte das nie geklappt, wie das so ist...
Ausgehend von Castor (Alpha Gem) braucht es nur zwei, drei Sternhoppse, bis man im Zielgbiet ist. Das ging doch leichter als gedacht. Bei 75fach war dann der KS leicht zu erkennen - ziemlich groß und auffällig, das hätte ich gar nicht gedacht. Toll!
So, die Uhr ging auf Zwei zu, und da heute doch ein bißchen mehr Action ist, habe ich dann Schluß gemacht und den großen Oschi wieder die vereisten Stufen hochgewuchtet. Fazit: Der 12er war ganz gut handhabbar, an die höhere Brennweite gewöhnt man sich schnell. Nächstes Mal werde ich die "Socke" (Streulichtschutz) einsetzen - weniger wegen des Streulichts, als vielmehr, weil ich doch ständig mit den Abdeckkappen des Suchers über dem diesmal offenen Spiegel hantieren mußte, was mir gar nicht gefiel. Außerdem hat man beim Sitzen gleich neben dem Tubus doch mit aufsteigender Körperwärme im Strahlengang zu tun. Naja, das sind aber Probleme, die sich abstellen lassen.
Als ich dann die Rockerbox hochhob, hatte ich etwa 2 Kilo Schnee an der Bodenplatte kleben. Das System ist also doch nicht so geländegängig, aber da werde ich mir noch etwas einfallen lassen, um mehr Bodenfreiheit zu erreichen.
So, genug geschrieben... - Die nächsten Berichte folgen dann hoffentlich bei besseren Bedingungen und mit schwierigeren Objekten! :super:
Ich wünsche allen, die bis hierher gelesen haben, schöne und ruhige Weihnachtstage!