Zyklenfeste AGM-Batterie für die Stromversorgung

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Kempa1711

Mitglied
Hallo zusammen,

Ich bin gerade dabei die Stromversorgung für mein AP Setup auf 12V DC mit Anderson Powerpole umzustellen und endlich wegzukommen von den ganzen AC Adaptern. Für den Einsatz im Feld bin ich zur Zeit auf der Suche nach einer geeigneten Batterie, einer AGM Deep Cycle Batterie (LiFePo4 ist leider nicht in meiner Preisklasse) mit einer Kapazität von ca 100Ah (C100). Hat jemand Empfehlungen dafür? Mir ist zum Beispiel jetzt erst einmal eine Ective-Batterie ins Auge gefallen (ECTIVE EDC100 Deep Cycle AGM 100Ah), welche relativ günstig ist, allerdings sind die Meinungen im Internet dazu eher gespalten. Andere Optionen wären Varta, Exide, Q-Batteries oder Victron, welche aber alle wesentlich teurer sind. Hat hier jemand im Forum eine Empfehlung für ein zkylenfeste AGM-Batterie oder hat schon Erfahrungen mit einer der genannten Marken gemacht?

Viele Grüße,
Kempa
 
Hallo Kempa,
für die relativ niedrigen Strombelastungen bei Astro-Einsatz würde ich eher zu einer Blei-Gel Batterie raten. AGM Vlies-Batterien sind eher für hohe Belastungen und werden deshalb bevorzugt in Starter-Anwendungen benutzt. Bezüglich der Lebensdauer sind Blei-Gel Batterien im Allgemeinen besser.
Ich habe eine 12V Blei-Gel Batterie von Intact, die schon 10 Jahre alt ist und es immer noch tut; allerdings nicht für Astro.
Siehe z.B. hier: https://www.accu-24.de/INTACT-Gel-Power-Gel-80B-12-V-8-Ah-Gel-Batterie

VG Ralf
 
Hallo Kempa (Kempa??)
mit der Batterie, die Du da im Auge hast, liegst Du schon ganz richtig.
Wichtig für unsere Anwendung ist eben die Verträglichkeit, einen großen
Teil der Nennkapazität tatsächlich zu nutzen.
Der Begriff „Deep Cycle“ gibt zwar einen Hinweis auf diese
Verträglichkeit, doch auch die beste Deep Cycle Batterie reagiert
mit deutlich geringerer Lebensdauer, wenn oft auf die niedrigst mögliche
Entladespannung entladen wird.
Auch andere Faktoren beeinflussen die nutzbare Kapazität:
Je höher der Strom, desto geringer die Gesamtkapazität.
Je niedriger die Temperatur, desto geringer die Gesamtkapazität usw

Wir haben seit Jahren diese Batterie im Einsatz, und sind sehr zufrieden:
Deep Cycle Batterie
Mit einer haben wir angefangen, jetzt haben wir zwei Stück davon.
Die benutzen wir nacheinander (im Feld) oder parallel (wenn sie im
Wohnwagen eingebaut sind)
Die 50 Ah Batterie ist noch sehr gut tragbar.

Für diesen Batterietyp gibt es auch entsprechende Kennlinien,
die sich sehr interessant lesen lassen.
Kennlinien

Wie Du schon selbst gesagt hast, wären LiFePo4 Batterien heute erste Wahl,
aber leider sehr teuer. Diese Batterien zeichnen sich ja dadurch aus, daß
die komplette Nennkapazität sehr, sehr oft abrufbar ist. Dazu bleibt die
Spannung -im Gegensatz zu den anderen Batterietypen- bis fast zum
Schluß beinahe konstant. Unter gesunden Bedingungen kann man fast
sagen, daß man bei LiFePo4, verglichen mit Bleibatterien,
locker mit der halben Nennkapazität gut auskommt,
denn man muß schließlich nicht viel übrig lassen.
Das viel geringere Gewicht muss auch gesehen werden.

So gerechnet sind die LiFePo Batterien dann doch nicht
mehr so viel teurer.

Ob ich mich heute wieder für AGM entscheiden würde,
weiß ich nicht. Ich schätze, ich würde eher zur LiFePo greifen.

CS

Dietmar
 
Hallo,
ich habe eine AGM seit ca 2-3 Jahren im Einsatz. Mit 80Ah recht groß und daher noch nie unter 50% Entladung gekommen. Man braucht natürlich ein passendes Ladegerät, das auch die Kennlinie von AGM Batterien beherrscht.
Aber ich habe diese Batterie geschenkt bekommen. Die war 3 Monate in einem Auto verbaut, ehe das einen Unfall hatte...Neupreis bei BMW über 400€... Da BMW selbst keine Starterbatterien herstellt, habe ich mal nachgesehen - der Hersteller ist Banner. Wenn man diese AGM als Banner und nicht als BMW kauft, kostet die ca 180€.
Nun habe ich ca 40Ah nutzbare Kapazität. Für eine Nacht brauche ich nicht soviel - eine 20AH LiFePo kostet um die 200€.
Wäre die Starterbatterie nicht gratis gewesen...ich hätte mich für die LiFePo entschieden ;)

Grüße Rainer
 
Hallo,

LiFePo könnte doch in deiner Preisklasse liegen. Schau mal bei ihBäh-Kleinanzeigen dort gibt es zumindest einen der Zellen sehr günstig vertreibt. Ich habe die für meine 36Ah Stromversorgung (real 38Ah) genutzt und es funktioniert sehr gut. Beim Sortieren der Zellen nach Kapazität war es mit meinem Ladegerät etwas nervig, aber im Nachhinein würde ich es noch mal genau so machen.
Kleiner Tipp, bestell gleich die passenden Zellenhalter mit, das macht den Bau viel leichter.


MfG

Rainmaker

PS.: Ich überlege inzwischen tatsächlich noch einen Akku zu bauen, nämlich für ein halbwegs geländegängiges Klapprad, welches in der Lage ist 150kg zu tragen und massive Unterstützung beim Fahren von extrem steilen Wegen bietet...
Und nein, ich wie nicht 150kg. ;)
 
Moin,

zyklenfeste AGM sind noch lange nicht tot - auch wenn LiFePo sicher an der Verbreitung rüttelt. Ich wollte noch Sonnenschein ins Rennen werfen, die sind ebenfalls von sehr guter Qualität. Starterbatterien sulfatieren im Zyklenbetrieb, da sie eine andere Chemie haben, aber das nur am Rande.

CS
Jörg
 
Wobei Sonnenschein keine AGM sondern Gel Batterien herstellt, die ich weiter oben schon empfohlen habe, da Blei Gel im Allgemeinen eine noch bessere Zyklenfestigkeit und Lebensdauer als Blei AGM hat. Sie werden von weniger Herstellern angeboten, da deren Herstellung mehr Know How erfordert. Früher konnte dies nur Sonnenschein, da Sonnenschein (heute wie auch DETA und viele Andere zu Exide gehörend) diese Technologie entwickelt hat. Wobei die Intact Blei Gel Batterien auch gut sind. Da Intact aber nur eine Handelsmarke ist, ist nicht klar wo sie gefertigt werden; vielleicht auch bei Sonnenschein. Fertigung unter anderem Label ist auch in der Batterie-Branche durchaus üblich; nicht nur in der Lebensmittelbranche.

P.S.: Ich arbeite seit knapp 30 Jahren in der Batterieentwicklung; 15 Jahre im Bereich alkalischer Batterien und 15 Jahre im Bereich Lithium-Batterien.
 
Da mich auch gerade das Thema Stromversorgung im Feld umtreibt, habe ich die obige Unterhaltung interessiert gelesen. Als in dieser Materie Unkundiger fände ich eigentlich ein Rundum-Sorglos-Paket wie das von TS hier für mich als geeignet:
TS-Optics 12 Ah Powerset 12 V
Weil ich nun schon über ein Ladegerät verfüge und das nicht zweimal brauche, könnte man ja auch einfach die Komponenten einzeln im Handel kaufen. Diese Batterie dürfte vergleichbar sein: FirstPower Blei-Gel Akku FP12120 12Ah 12V
Was mich aber etwas stutzig macht, die von den anderen Diskussionsteilnehmern vorgeschlagenen Batterien sind allesamt erheblich teurer, was mich fragen lässt, liege ich mit meiner Auswahl irgendwie falsch?
Stromversorgt werden sollen Montierung und Mgen.
Schöne Grüße, Joachim
 
Hallo Joachim,

nichts gegen TS, aber die Bequemlichkeit würde mir zu viel kosten. Ich habe für meinen 38Ah LiFePo-Akku incl. gebrauchtem Ladegerät sogar etwas weniger bezahlt. Meine Ahnung von dem Thema beschränkte sich zuvor auf das professionelle Erzeugen von Kurzschlüssen und trotzdem habe ich einen funktionierenden Akku zusammengefrickelt. Es geht also, aber es macht ab und an etwas Kopfschmerzen, aber dafür kann man nachher auch etwas mehr als zuvor.
Zum Thema Ladegerät. Schau mal ob dein Ladegerät die richtige Leistung und Ladeschlussspannung hat, denn die liegt bei Blei-Gel ein klein wenig anders als bei Blei-Säure. Es wäre doch schade einen guten Akku unnötigerweise zu "grillen".
In Akkus kannst Du je nach Hersteller und Typ eine Menge Geld versenken. Markenhersteller kosten halt ein klein wenig mehr. Ich persönlich würde auch eher im günstigen Bereich suchen, da ich bisher noch keine schlechten Erfahrungen gemacht habe und ein Akku wohl sehr viel mehr Zyklen kann als die nächsten Jahre gute Nächte haben. ;)


MfG

Rainmaker
 
Danke für die Hinweise, Rainmaker. Mein Ladegerät ist tatsächlich schon mal nicht zu gebrauchen für die Blei Gel Akkus. Dann werde ich mich mal weiter umsehen, ob ich das was vernünftiges zustande bringe mit der Stromversorgung.
Schöne Grüße, Joachim
 
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