Ist das eVscope denn schon da?

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Ehemaliges Mitglied 31195
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Ehemaliges Mitglied 31195

Hallo,

... nö, das nicht, aber ich habe, glaube ich, eine gute Alternative gefunden: das Celestron 76LCM-Goto. Das hatte ich am Wochenende für unter 250.- auf Amazon gesehen und bevor ich mich bremsen konnte, war der Spieltrieb stärker und es im Warenkorb und bestellt. Eigentlich ging es mir nur um die LCM-Montierung zum Rumspielen, aber das für den Preis auch eine schicke Rolle für Zeitschriften für unter den Briefkasten mitkommt, finde ich genial. Warum da ein kleiner Rasierspiegel am geschlossenen Ende eingebaut ist, weiß ich nicht :unsure:.
Heute kam es an und als ich es aufgebaut hatte, gab es eine Wolkenlücke und da wollte ich es sofort probieren. Statt den 76/700er-Newton habe ich meinen umgebauten Skywatcher 114/450 mit Bresser HD Deep-Sky Axialkamera angebracht. Auf der kleinen azimutalen Montierung ist das fast ein eVscope.
Der Aufbau sah so aus:
dhScope.jpg
dhScope2.jpg


Über ASCOM kann man das Ding mit dem Laptop über den Nextstar-Handkontoller steuern. Es funktioniert die Goto-Montierung über Stellarium zu positionieren und mit Sharpcap und Astrotortilla konnte ich die Position synchronisieren. Ich war echt erstaunt, daß das alles auf Anhieb geklappt hatte. Ich sehe damit in Stellarium genau wo ich bin und den Bildauschnitt der Kamera. Die Montierung macht zugegebenermaßen komische Geräusche und driftet noch etwas in DEC. Aber ich habe bis jetzt auch noch nichts am Kontroller eingestellt und was will man für den Preis erwarten? Ich habe in der kurzen Zeit noch nicht mal vernünftig fokusiert um die Lücke nicht zu verpassen.
Der nächste Schritt war den Laptop mit meinem Netbook im Haus und WiFi über Remote Desktop zu verbinden und das Bild auf einem 49-Zoll Fernseher vom warmen Sofa aus anzuschauen - Dekadenz pur (links im Schrank sind die Whiskyflaschen). Das hat auch funktioniert. Unten ein bisschen Livestacking am Standardorionnebel:

dhScope3.jpg


Leider kamen die Wolken wieder ziemlich schnell zurück und ich konnte nicht mehr ausprobieren.
Aber ernsthaft, wer will da noch auf ein eVscope o.ä. für mindestens den vierfachen Preis warten.

Viele Grüße

*entfernt*
 
Das geht ja rauf und runter wie Schweinehälften - jetzt schon wieder 299;- auch bei Amazon. Gibt es einen Spotmarkt für kleine Teleskope?
 
Tja Heiko,
Wenn du auch so begeistert Werbung machst, ist das doch kein Wunder. Ich hoffe, du wirst daran beteiligt!

Das erinnert mich sehr an ein kleines "Fast-Apo-Teleskop", das jahrelang wie Blei in den Regalen der Händler lag.
Nachdem hier dargestellt wurde, wie gut das Teil war, ging der Preis für die letzten Ladenhüter durch die Decke...

Grüße

*entfernt*
 
Hi Doc,
Das geht ja rauf und runter wie Schweinehälften - jetzt schon wieder 299;- auch bei Amazon. Gibt es einen Spotmarkt für kleine Teleskope?
die Diskrepanz war mir schon am selben Tag Deines ersten Postings aufgefallen. Als ich damals auf am-de und ashop-de guckte, waren's nämlich 299.

Jetzt gerade bin ich Deinem link nicht gefolgt, sondern hab den Produktnamen erst auf geizhals. de nachgeguckt: 243 bei ashop. Draufgeklickt. Und tatsächlich, 243. Beweisfoto:
Screen Shot 2019-02-15 at 16.52.38.png

Sagst Du echt, bei Dir ist vor 2 Stunden erst der Preis bei 299 gewesen? Grmpf!

Gruss Silverette
 
Oh, wo gibt es denn dieses Super-Gerät?
Damit kann man doch sicher die geheimnisvollen Monde von Galileo sehen!
(Hast du die Verträge schon unterzeichnet?)...
 
Hallo Dietrich,

Das wohlfeile Sehrohr bekommt man beim gleichen Trödler wie den Tschibo-Torpedo:
GalileoScope Teleskop AC 50/500 OTA
Was schon vor über 400 Jahren gut war, kann heute nicht schlecht sein.

Vielleicht kann man damit dann auch "Citizen-Science" machen und wir werden dann Schlagzeilen sehen wie:
"Revolutionary GalileoScope shows first scientific results: Existence of Jupiter moons confirmed after 400 years!"
Mit ein bisschen Hype verkauft sich das Ding doch dann bestimmt gleich viel besser. Und die Aussage wäre noch nicht mal falsch :LOL:

Gruß

*entfernt*

PS: Ich habe mir eben mal ein paar alte Reviews zum Galileoscope-Kit angeschaut - da kommt es optisch sogar gar nicht mal schlecht weg (für den Preis).
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
"Revolutionary GalileoScope shows first scientific results: Existence of Jupiter moons confirmed after 400 years!"

Das klingt ja fantastisch! Das muß ja ein tolles Teil sein!

Aber, können wir da jetzt noch einsteigen,
oder ist es schon zu spät?

Ich fahr schon mal unseren ganzen Astrokrempel zum Wertstoffhof,
denn ab heute gehen wir mit der Zeit! Ab heute nur noch GalileoScope!
Wahnsinn. Daß ich das noch erleben darf...... :)

CS

Dietmar
 
Hallo,

bin gerade mal draußen gewesen und haben mit dem "Clon" oben ein paar Aufnahmen gemacht - also das macht schon Spaß so "Live" am Bildschirm auf die Schnelle. Wenn das eVscope das auch bringt, ist es nicht schlecht. Schade, das es das alles schon gibt und geht :)

Anbei ein Screenshot vom Krebsnebel nur ein paar Minuten alt:
Capturebeispielsmall.jpg


Viele Grüße

*entfernt*
 
Schade, das es das alles schon gibt und geht :)
Jetzt übertreib mal nicht, wir wollen auch den passenden Rucksack noch sehen . Und eine vergleichbare Kampagnen -App
(vielleicht könnte man sich da mit den Flatearthern zusammentun. ) Andereseits hast Du ja bereits Innovationen eingebaut, wie eine Azimutalmontierung, die eine DEC Achse hat...

Aber Spass beiseite: Ich mag die Arroganz der Unistellar Leute bzgl. "ihrer" Erfindung auch nicht, aber dieser Thread wirkt doch eher förderlich für sie. Kabelverhau +Laptop+Controller + Programm Sammelsurium + Akkus (die fehlen ja noch) + fehlende Handy App wirken auf deren Zielgruppe doch eher bestätigend.
Was die Celestron Montierung angeht , verstehe ich die Euphorie nicht. Das kann die alte GT-Version doch auch seit über 10 Jahren, und da hat sie auch zwischen 250 und 300 Euro gekostet. Auch das 3 Sterne Alignment (also das Anfahren dreier, beliebiger(!) heller Sterne) war da schon drin. Bei Kälte hatte ich damals statt Wifi noch die Kabel von Kamera und Montierung
ins Wohnzimmer gezogen, der Nexstar Controller konnte per Telefonverlängerungskabel mit ins Warme.

Weiterhin viel Vergnügen mit deinem Aufbau
Gruß
*entfernt*
 
Hallo Norbert,

für den passenden Rucksack muß ich mich mal umschauen - vielleicht tut es eine ALDI-Tüte. Tja und die DEC-Achse bzw. ALT-Achse - jedenfalls geht das da in derselben Richtung rauf und runter, so wie es sein soll ;)

Ich will der "Zielgruppe" das eVscope ja nicht madig machen. Wer Kabelverhau +Laptop+Controller + Programm Sammelsurium + Akkus + fehlende Handy App nicht mag, kann ja weiter warten und später ein heftiges Sümmchen für die Bequemlichkeit bezahlen. Ich ziehe dann lieber ein paar Kabel, zahle weniger und habe die Ergebnisse und den Spaß schon jetzt und bin flexibler. Mit einem 4,5"F/4 Parabolspiegel und einer modernen CMOS-Kamera kann man schon feine Sachen machen. Das ist halt nur nicht mehr revolutionär.
Und wie Du sagst, Du konntest was Ähnliches in der Richtung mit noch ein paar Kabeln und etwas mehr händischem Aufwand sogar schon vor 10 Jahren machen - also ist das eher weniger Revolution seitens Unistellar, sondern noch mehr Arroganz. (Das Telefonkabel an der Teleskopmontierung finde ich eine gute Idee - E.T. kann endlich nach Hause telefonieren :))

Und was die "revolutionären" Bilder angeht, da bekäme man in einer klaren Nacht mit dem billigen "uneuphorischen" Setup mehr zusammen, als Unistellar die letzten eineinhalb Jahre gezeigt hat. Hat das vielleicht einen Grund warum wir nicht mehr gesehen haben? Ein paar Beispiele nur vom vorletzten Abend:

Standardorion - Livestack wie am Bildschirm 80 Frames, 160 Sekunden:
Orion_80frames_160s_WithDisplayStretch.jpg


Krebsnebel M1 - Livestack wie am Bildschirm 284 Frames, 568 Sekunden:
M1_284frames_568s_small.jpg


M78 - 5 x 90 Frames a 2 Sekunden überlagert (15 min):
M78_5x_90frames_180s.jpg


M33 - etwas länger, 15 x 90 Frames a 2 Sekunden überlagert (45min):
M33_15x_90frames_180s.jpg


Es geht mir nicht darum super bearbeitete Bilder hier zu zeigen, sondern nur was man mit einem eVscope-ähnlichen Setup direkt am Bildschirm erwarten kann, wenn man aktuelle Livestackprogramme ausreizt (also wenigsten versuche ich es).

Gruß

*entfernt*
 
Bei allem Respekt für die Ergebnisse Deiner Arbeit erinnert mich die Diskussion sehr an einige Reaktionen auf die Vorstellung des ersten iPhones.

Da gab es auch Leute, die mit einem Palm oder Windows CE Handheld plus Handy schon vorher die „revolutionären“ Funktionen des Apfelgerätes hinbekommen hatten. Und sich dann halbwegs berechtigt über die überteuerten und mit Superlativen überhäuften iPhones lustig machten.

Der Astromarkt ist aber wesentlich kleiner und die Klientel spezieller, weswegen ich auch nicht von einem massiven Erfolg des eVScope ausgehe.

Aber diverse Anfragen zeigen doch, dass es durchaus Interesse an einer komfortablen und einfach zu bedienenden Lösung gibt. Ich z.B. hätte auch gerne eine akkubetriebene Kamera, die sich kabellos mit meinem Telefon verbindet, wo dann eine App ein gutes automatisches Stacking hinbekommt. Den „eingebauten“ Kompaktnewton brauche ich allerdings nicht dazu...

Jedenfalls finde ich es gut, dass jemand den Markt da ein bisschen antreibt und vielleicht in die (aus meiner Sicht) richtige Richtung schubst. Nicht jeder hat die Zeit und Geduld, sich aus vorhandenen Komponenten so ein Setup zu erarbeiten. Ständige Seitenhiebe finde ich daher nicht unbedingt angebracht.

Viele Grüße,
Sebastian
 
Hallo Heiko,

sehr interessante Bilder und für mich ein Anreiz für mögliche Zielobjekte meines Mini Newton. Mein Setup erlaubt ja keine langen Belichtungszeiten und viele lichtschwache Nebel / Galaxien sehen da sehr dürftig aus.
M78 hatte ich noch nicht auf meiner Liste und bei M1 wäre ja bei der Größe sogar eine Luminanzaufnahme mit dem 12er Dobson möglich.

Gruß,
Holger
 
ans iPhone, ja. Oder an den nörgelnden Freund, der seiner Partnerin den Genuss der Kunstausstellung vermiest, indem er immer wieder sagt: "Das ist KUNST? Das kann ich auch. Guck hier, Punkt Punkt Komma Strich, fertig ist das Mondgesicht. Jetzt guck doch mal hin. Hier!" *direkt vor die Nase halt* :D

Sorry Doc :D
Ich finde Deine Experimente total toll. Den arroganten Ton dabei nicht. Der ist wohl Geschmackssache. Wenn ich der Typ dazu wär, würden mich Deine tollen Postings ganz im Ernst dazu animieren, mich auf dem nä Herbst- oder Winterstrassenfest mit Billig-Scope und Billig-Monti hinzustellen und, wie schon mal aus CN verlinkt, ein Objekt auf den Bürgersteig zu werfen. Der Himmel als Gemeinschaftserlebnis.

Die Bilder vom Orion durch die Lichtglocke von Dallas hindurch, die durch's EVScope gezeigt wurden, veranschaulichen den anderen Erlebniseinsatz: der intimere Genuss, allein mit sich und seinen Gedanken beim simulierten Okulareinblick. In einer Stadt wie Dallas.
 
Hallo Silverette,

wieso bin ich arrogant? Wie Norbert oben sagt, werte ich das eVscope doch sogar auf und mache fast Werbung dafür, indem ich ausprobiere, was mit einem identischen kleinen Parabolnewton auf einer Alt/Az-Montierung geht. Ich entlarve halt nur etwas den Hype.
Das ist so, als ob ich zeige, daß es die teure Pastete in der aufwändigen Verpackung aus dem Feinkostladen auch für kleines Geld in der Plastikdose im Discounter gibt, daß sie aber trotzdem gut schmeckt. Wer das Gesamterlebnis und die Präsentation im Feinkostladen mag, soll halt da sein Geld ausgeben. Wem es nur auf den Geschmack der Pastete ankommt, bekommt das gleiche auch beim Diskounter.

Gruß

*entfernt*
 
Hey Doc,

nur, weil Du nachgefragt hast wegen "arrogant". Damit meine ich so Seitenhiebe, die en passant einfliessen. Wie der hier nur z.B.:
da bekäme man in einer klaren Nacht mit dem billigen "uneuphorischen" Setup mehr zusammen, als Unistellar die letzten eineinhalb Jahre gezeigt hat. Hat das vielleicht einen Grund warum wir nicht mehr gesehen haben?

Zumal in dem Zitat auch hervortritt, wie Du den Einsatzzweck des EVScope bewusst ignorierst, um zur reinen Selbstdarstellung den Seitenhieb zu landen.
Das EVScope ist ja nicht für "klare Nächte" gedacht, i.e. gute Beobachtungs-/Imaging-Parameter, sondern für Leute, die sich unter der Lichtglocke von Dallas ein intimes Beobachtungserlebnis am Okular-Simulator wünschen.

Selbst erlaubst Du Dir aber darauf hinzuweisen, dass Dein Setup gewissen Einschränkungen unterliegt, die der Betrachter bitte nicht zur Kritik am End-Ergebnis heranziehen soll. Das ist doch erst recht unfair. Damit meine ich dann diesen Satz:
Es geht mir nicht darum super bearbeitete Bilder hier zu zeigen, sondern nur was man mit einem eVscope-ähnlichen Setup direkt am Bildschirm erwarten kann,
Ein Betrachter Deiner Bilder könnte analog zu Deinem Verhalten gegenüber EVScope auch hingehen und sagen: "pah! Stümperei. Ich guide meinen 254mm Spiegel und präsentiere Dir nach 3 Aufnahmenächten ein print-fähiges Bild. Mach's doch nach mit Deinem Discounter-Setup. Du Möchtegern Astrophotographer!"
Das wäre völlig an Deiner Zielsetzung vorbei. Ignorant UND arrogant = selbstdarstellerisch auf Kosten anderer Leute hoch sieben.
Oder?


Die Seitenhiebe kann man ja auch weglassen und sich beispielsweise im Gegenteil freudig äussern, inwiefern das EVScope DICH animiert hat, mit Deinen vorhandenen Sachen erstaunlich zu experimentieren.
Und so wirst Du ja Deinerseits ebenfalls zum Inspirator. Meiner bist Du jedenfalls. :) Ebenfalls Dank EVScope.

Liebe Grüsse!
Silverette
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Silverette,

zwei identische 114mm Spiegel zu vergleichen, muß man sich gefallen lassen. Einen 254mm Spiegel ins Spiel zu bringen wäre Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gerade das mache ich nicht.
Hype zu entlarven muß man sich gefallen lassen und 1+1=3 als falsch beim Namen zu nennen, ohne auf "political correctness" Rücksicht zu nehmen, muß man sich auch gefallen lassen.
Wenn mich das arrogant macht, dann bin ich es halt.

Viele Grüße

*entfernt*
 
"Intimes Erlebnis": das ist ein direktes Erlebnis von "mittendrin zu sein". Im Gegensatz dazu steht der Blick auf einen Monitor. Bei dem bekommt man ganz genau mit, dass die Welt drumherum existiert und dass ein Werkzeug zwischen dem beobachteten Objekt und dem eigenen Wahrnehmungserleben steckt.

Das EVScope versucht das "intime Erlebnis" zu realisieren. Auf die Piratenart, einäugig. Einäugig ist aber immer noch weniger "immersive" als 2-äugig!

Wie wär's wohl, wenn man Deine Herangehensweise paart mit einem Werkzeug, das die Intimitätsempfindung unterstützt? Aber dann 2-Äugig.

Etwa indem Du vom lappi aus via ad hoc Wifi das Ergebnis streamst. In ein Smartphone hinein, das in einem Google Cardboard steckt... Wär das nicht cool? Könnte sogar mehr als 1 Beobachter unterstützen... dann wird es ein geteiltes, aber trotzdem total immersives Erlebnis.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Silverette,

irgendwie hast Du mich jetzt abgehängt. Ich mag zwar Hobbyastronomie und Teleskope, aber ein "intimes Erlebnis" war für mich bis jetzt was anderes. Um das im Zusammenhang mit einem Teleskop zu empfinden, bin ich wohl zu stark geerdet - nix für ungut :geek:

Gruß

*entfernt*
 
Kurz zur Klarstellung was ich bei Unistellar bzgl. Arroganz meine.
Zitat von der Unistellar Website "the unistellar story":
But he also had an idea. What if we used a low-light sensor to progressively intensify the light we see through the eyepiece of a telescope?
Der unbedarfte denkt doch sofort an "Ricola, die habens erfunden". In der Kickstarter Kampagne wars noch etwas extremer.
Und Stretching als "Technik gegen Lichtverschmutzung" zu bezeichnen ist doch ein schlechter Witz.
Deswegen kann ich Heikos "Seitenhiebe" auch nachvollziehen.

Die Innovation besteht darin, das Ganze als Standalone Produkt bzw. Gadget zu realisieren, und damit eine neue Zielgruppe anzusprechen, die mit dem klassischen Astromarkt sowieso keine Berührung hat. Das muss ich neidisch anerkennen.

Das "Okular" ist übrigens insofern genial, weil es den Betrachter zu einem ordentlich Einblick zwingt. Wenn einer nur sein Handy rumzeigen würde, wär der Effekt bescheidener. Ansonsten erfüllt es doch eher die Erwartungen, die Otto Nichtverbraucher an ein Fernrohr hat. Etwas "Intimes" kann ich damit auch nicht verbinden, schon gar nicht, wenn man länger stacken muss. Livestacking sieht zwar spektakulär, wegen der räumlichen Statik der Bilder aber doch ziemlich künstlich aus.

Trinken wir Tee und warten es ab.
 
Die Innovation besteht darin, das Ganze als Standalone Produkt bzw. Gadget zu realisieren
Nee, auch nicht. Mindestens der Revolution Imager ist ein Vorgänger als wirklich allinclusive Standalone Produkt. Erschien dessen erste Version nicht um 2011 oder so? Seine 2. Version in 2016.

Allerdings eben mit einem eigenen Monitor. Nicht mit dieser Okular-Simulation. Die ist neu.

In eine schmale Öffnung zu gucken, schliesst die Welt drumherum aus. Das Erlebnis wird immersiver. Immersiv-er als beim Monitorblick.

Dass Ihr zwei Euch an der Verwendung des Wortes "intim" reibt, nehme ich zur Kenntnis. Euch den Begriff und dann im Zusammenhang mit visueller Beobachtung schriftlich erklären zu wollen, ist sinnfrei schon allein deshalb, weil es Euch derartig fremd ist, dass Ihr die Benutzung des Begriffs hervorheben müsst.
Seid versichert, dass es ein gängiger Begriff im Zusammenhang mit Immersivität eines Beobachtungserlebnisses ist. Und dass die intime Erfahrung gesteigert wird, je weniger das Werkzeug wahrgenommen wird, das zwischen dem Beobachter und dem Sternenhimmel steht.

Deshalb ist 2-äugige Beobachtung eine Intimitäts- und Immersivitäts-Steigerung gegenüber des Piraten-Stils, weil der Blick mit 2 Augen das natürliche Wahrnehmungsverhalten des durchschnittlichen Menschen ist.
Google cardboard plus Smartphone - auch ohne 3D-getunte Darstellung - ist daher eine Steigerung der grundlegenden Idee vom EV-Scope mit seinem Okular-Simulator.
 
ist sinnfrei schon allein deshalb, weil es Euch derartig fremd ist, dass Ihr die Benutzung des Begriffs hervorheben müsst.
danke, ich interpretiere das mal als Beleidigung. Ich habe das Wort in Anführungszeichen gesetzt, weil ich es a) zitieren wollte, und b) für das, was Du vorher erläutert hast, andere Worte gewählt hätte. Den abfälligen Kommentar danach hat Heiko geschrieben, und nicht ich. Halte das bitte auseinander. Ich habe Deine Verwendung des Wortes auch ohne die zusätzliche, neuerliche Erklärung bereits verstanden, ich kann sie nur nicht teilen. Wenn ich einen Bildschirm sehe, macht allein die Tatsache, dass ich weiß, dass es ein Bildschirm ist, jede größere Intimität des Erlebnisses zunichte. Umso mehr, wenn das Bild dazu noch über etliche Sekunden statisch ist. Umgekehrt bewegt es mich emotional viel mehr, wenn ich in einem normalen Teleskop einen Kugelsternhaufen sehe, oder auf dem Mond mit hoher Vergrößerung spazieren gehe, oder eben ganz ohne Optik den dunklen Himmel betrachte. Aber das ist rein subjektiv, und hat auch sicher mit dem individuellen Werdegang des einzelnen in Bezug auf Astronomie zu tun. Daher tue ich mich auch schwer mit dem Ausdruck "natürliches Wahrnehmungsverhältnis des durchschnittlichen Menschen" in diesem Bezug. Die jüngere Generation hat ja allein durch die Allgegenwart des Smartphones schon andere Sehgewohnheiten als ich. Wer als Kind nie ein Fernglas in Händen hatte, empfindet es als Erwachsener, der den "Fernglasblick" nur aus Fim- und Fernsehen kennt, beim ersten Durchblick wahrscheinlich ganz anders. Ich kann z.B. einem Bino Vorsatz nichts abgewinnen, ich kann mich ins Bild auch so "reindenken" (und ich habe keine Probleme mit räumlichen Sehen) . Aber was jetzt wen wie fasziniert, ist doch immer sehr unterschiedlich, das sehe ich ja auch bei unseren Sternwartenbesuchern. Ein und derselbe Anblick kann faszinieren, entzücken oder total langweilen.
Daher glaube ich, dass der Erfolg des eVscope von den "Nichtastronomen" abhängen wird, und die erwarten, dass man in ein Teleskop reinschauen muss (macht Captain Sparrow ja auch so) , oder sind so technik-affin, dass das Betrachten übers Smartphone geradezu Vorraussetzung ist.

Den Vergleich mit dem Revolution Imager verstehe ich nicht. Da geht es doch nur um die Kameraseite, oder übersehe ich da was ? Kein Teleskop, kein automatisches Ausrichten etc pp. Das ist doch eher für den klassischen Hobbyastronom gedacht.

Schönes Wochenende
*entfernt*
 
stimme fast vollumfänglich zu :D Auch, was Du zu der veränderten Wahrnehmung der Smartie-Generation schreibst. Mir ist die elektronische Darstellung auch nicht "natürlich" genug, bin schon zu alt. Aber sehe eben, wie Du, dass sich dieses Empfinden wohl geändert haben wird.
Auch sehe ich, dass die Darstellung durch das Werkzeug "Okular" ja auch schon nicht wirklich natürlich ist. Also ist auch meine Empfindung bereits nicht mehr als "hehres Kultur-Gut der Hobbyastronomie" verteidigungswürdig. Aber so archaisch wie die alten Griechen, Ägypter und Südamerikaner werkzeuglos in den Sternen-Himmel schauten, würd ich hier und heute wegen Lichtverschmutzung grad noch indirekt die Andeutung von M45 sehen. Wie schlimm muss das erst in Dallas sein. Und wie lange muss man fahren und dabei CO2 ausstossen, bis man aus der Lichtglocke von Dallas herauskommt? Oh, nicht Dallas. Las Vegas war es, von wo aus die Leute diesen Orion sehen konnten. EnhancedVisionScope on Twitter

Von daher weiche ich von Deiner Einordnung ab, die den "Nichtastronomen" als übern-Tisch-gezogene Zielgruppe eingrenzt. Das Einblickverhalten unterstützt das immersive Erleben - für jemanden, dem das generierte Bild intuitiv nicht zu unnatürlich ist. Und es ist in Las Vegas eine Mglkt, tatsächlich noch irgendwas zu sehen.

Sorry, dass ich Dich missverstanden habe. Die Anführungszeichen um "intim" herum hatte ich tatsächlich, wie Du vermutest, als Hinweis auf eine ironische Motivation gedeutet. Dabei liest sich das Posting jetzt beim zweiten Hinschauen bereits anders.
Deine detailliertere Erläuterung war für mich hilfreich. Danke. Und natürlich hilfreich als Input im Sinne des Threads.
 
Den Vergleich mit dem Revolution Imager verstehe ich nicht. Da geht es doch nur um die Kameraseite, oder übersehe ich da was ? Kein Teleskop, kein automatisches Ausrichten etc pp. Das ist doch eher für den klassischen Hobbyastronom gedacht.
uhm. Ja.
Kein Teleskop dabei = Grosser Unterschied. Stümmt.

Aber ein ansonsten komplettes EAA System mit eigenem Monitor.
 
Hallo,

ich glaube, man muß das Thema nicht so überhöhen. Ich denke, die meisten denken nicht darüber nach, ob das Erlebnis am Bildschirm oder durchs elektronische Okular intimer ist.
Ob das eVscope verkauft wird und ob es die Käufer dann mögen oder nicht, ist mir eigentlich ziemlich egal. Der Hype, den die eVscope-Truppe macht, eignet sich aber natürlich prima um es etwas auf die Schippe zu nehmen. Und bei mir hat es zugegebenermaßen das Interesse geweckt zu probieren, was mit so einem Setup möglich ist.
Im Multimediazeitalter gibt es ja viele Möglichkeiten sich seine Bilder anzuschauen. Ob am Bildschirm, elektronischem Sucher oder dem Display der Waschmaschine, das kann sich jeder aussuchen wie es ihm gefällt. Ein Google-Cardboard habe ich. Das ist ein lustiges Spielzeug, aber als Anzeige für die Teleskopkamera würde mir das keinen Lustgewinn verschaffen. Da hat man sozusagen ein Brett vor dem Kopf und ob das Bild dann vom Teleskop neben mir oder aus dem Netz stammt, macht dann wirklich keinen Unterschied mehr.
Und noch mal zum eVscope und dem Orion aus Las-Dallas. Der Kernbereich des Orionnebels ist nach dem Vollmond so ziemlich das hellste flächige Objekt, was man am Nachthimmel sehen kann. Vermutlich würde man den schon mit einer beliebigen Webcam durch ein F/4-Teleskop am Nachthimmel einer großen Stadt sehen. Ich kann ihn jedenfalls mit meinen Setups noch direkt neben dem Vollmond aufnehmen. Wenn es die Daseinsberechtigung des eVscopes ist, in Las Vegas den Orionnebel interessierten Laien zu zeigen, dann ist das etwas mager für 2000.-€. Da stellt sich die Frage: "Was noch am lichtverschmutzten Himmel?" und da muß Unistellar erst mal liefern.
Da, fühle ich, sind Seitenhiebe durchaus berechtigt.

Viele Grüße

*entfernt*
 
tut das irgendwer? Und wo genau?
Und warum eigentlich nicht mal genauer hingucken, wenn die Priorität "Verständnis schaffen" heisst und unfaires, unwitziges, Verhalten eingrenzen hilft. Weltfriede and all that jazz.

ch denke, die meisten denken nicht darüber nach, ob das Erlebnis am Bildschirm oder durchs elektronische Okular intimer ist.
Ich glaube, in der Annahme lässt Du Dich von dem grundsätzlichen Nicht-Verstehen täuschen, das Du hier geäussert hast:
Um das [Intime] im Zusammenhang mit einem Teleskop zu empfinden, bin ich wohl zu stark geerdet - nix für ungut :geek:
Beobachter denken ständig darüber nach, wie sie sich das Erlebnis ergonomischer und eindrücklicher gestalten können. Erfinden und bauen Astro-Stühle und Parallelogramme, 45˚ und 90˚einsichtige Grossferngläser samt Gabelmontierung, damit das "nervige", i.e. vom intimen Beobachtungserleben ablenkende Gekurbel an der Mittelsäule ein Ende hat. Oder tauschen sich über das Einblickverhalten von Okularen und Teleskoptypen aus.

<zungerausstreck> "nicht so überhöhen" klingt auch so wie "Nu werd ma nicht hysterisch :geek:" - seit 110 Jahren ein Vorwurf an Frauen, verbreitet bei solchen Männern, die unfähig und unwillig sind, in die Schuhe des Gegenübers zu steigen und auch nur zu versuchen, ihre unreflektiert angestrebte Daseins-berechtigende Dominanz zugunsten von wachsendem Verständnis und voneinander Lernen abzustreifen </zungerausstreck>
 
Hallo Silverette,

was soll ich darauf antworten? Mit Hobbyastronomie hat das ja nix mehr zu tun.
Ich lasse es mal auf sich beruhen und wirken (ich glaube in China ist übrigens irgendwo ein Sack Reis umgefallen).

Viele Grüße

*entfernt*
 
Es gibt da so eine Rhetorik-Technik die nennt man absichtliches Missverstehen. Die eignet sich hervorragend um sich gegenseitig in Rage zu reden. Man wendet sie auch oft unbewusst an, ich nehme mich davon nicht aus. Ich schreib das mal so in der Hoffnung dass der eine oder die andere davon künftig im Lichte der Selbsterkenntnis gelegentlich Abstand nimmt.

Und Heiko, bitte den Begriff Selbsterkenntnis nicht im biblischen Sinn "intim" interpretieren. Huahahaha... ;)

VG Klaus
 
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