Flatfields

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Hallo Heike,

Eine Überkorrektur durch das Flat entsteht, wenn der Offset des Flats zu niedirg ist. Dann stimmen die Krümmungen nicht mit dem Light bei der Divison überein. Lass doch einfach mal das Flat-Dark weg. Dann wird es sicher schon viel besser aussehen.

Image = (Light - MasterDark) / MasterFlat

Edit: wie hoch ist denn der maximale ADU-Wert des Flats?

Gruß,
Peter
 
Ja, Peter, das hatten wir aber schon in diesem Thread. Blätter mal zurück zu post #15.

Bernd

Das hat ja offenbar nichts gebracht. Deshalb mein Tipp, das Flat-Dark wegzulassen. Da ja offensichtlich der Offset des Flats immer noch zu hoch ist. Zudem beinhalten alle Frames den Bias, deshalb darf der gar nicht irgendwo abgezogen werden. Der Bias kann nur als Ersatz für das Flat-Dark benutzt werden, weil die Belichtungezeiten kurz genug sind. Aber mein Tipp ist nach wie vor: Flat-Dark weglassen.
 
Hallo Peter,
watt? Krümmungen stimmen nicht??? Der Offset der Flats ist zu niedrig??? Ich bin ja froh, erstmal lernen zu dürfen, wir man das anscheinend richtig macht...Farbraum RAW 16 und als .fts speichern und nicht als Tif mit RGB24.........es tut mir Leid, aber mit irgendwelchen Krümmungen, die nicht passen, kann ich leider rein garnichts anfangen.
Der eine sagt, mach doch mal Flat-Darks, der nächste sagt, lass sie weg, ein anderer sagt, mach Bias, die schicken mir den Blaukanal ins Nirvana, warum auch immer.....ja was denn jetzt????

Ommmm....Learning bei ausprobiering......konnte heute zumindest mal einen kleinen Darks-Vorrat speichern, Sternchen für einen Teststack gabs leider keine. Darks in RAW16, als fts gespeichert, Bayermuster RGGB.

Ich bin ja wirklich sehr, sehr dankbar für Hilfe jeder Art, aber ich muss sie schon auch verstehen können. Mache das erst seit einem Jahr und offenbar bisher total falsch.

LG
Heike
 
Hallo Heike,

Schicke gerne wenn du möchtest ein paar Lights, 3 einzelne Darks und dein Masterdark, drei Flats und dein masterflat, gleiches für Bias durch.

Sollte bestimmt kein Problem sein rauszufinden wo‘s hängt.

Viele Grüße,
Alex
 
Doch, Alex, das ist ein Problem, weil ich den ganzen Tif-Test-Stapel inzwischen, maximal frustriert, entsorgt hab. Sowas ähnliches hab ich schon Bernd geschickt, der konnte nichts damit anfangen, bei Dir wäre das sicher nicht anders. Ich hab offenbar massive Basic-Fehler gemacht.
Warte jetzt auf einen gescheiten Teststapel....wenn mich der Himmel denn mal lassen würde.....

LG
Heike
 
Hallo Heike,

mit Krümmung meine ich die Vignettierung. Die Vegnittierung ist in beiden Bildern enthalten. Im Light wie auch im Flat. Eine Aufgabe des Flats ist es, diese Vegnettierung aus dem Bild zu eliminieren. Das passiert durch die Division. Damit das gut geht, muß man die passenden Lights, Darks und Flats haben. Die Aufnahmeparameter (Belichtungszeit, Temperatur, Gain,...) müssen beim Light und Dark übereinstimmen. Aber das weißt Du ja selber.

Das Flat sollte auch bei kurzen Belichtungszeiten ca 40000 ADUs haben bei 16bit. Du schreibst ja RAW 16, dann hast Du 16bit Dynamik im Bild. ADUs sind die Werte (Units), die der Analog zu Digitalwandler liefert, also beim Digitalisieren entstehen. Die stehen dann so als Werte in der FITS Datei.

Da Deinem Bild erkenne ich, dass die Werte (genauer der Offset) im Flat zu niedrig ist. Deshalb bekommst Du durch die Division ein falsche Korrekrut. Und deshlab mein Vorschlag, das Dark-Flat wegzulassen.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Doch, Alex, das ist ein Problem, weil ich den ganzen Tif-Test-Stapel inzwischen, maximal frustriert, entsorgt hab. Sowas ähnliches hab ich schon Bernd geschickt, der konnte nichts damit anfangen, bei Dir wäre das sicher nicht anders. Ich hab offenbar massive Basic-Fehler gemacht.
Warte jetzt auf einen gescheiten Teststapel....wenn mich der Himmel denn mal lassen würde.....

LG
Heike

Das ist sehr schade. Stelle doch bitte beim nachsten Mal ein Light, Masterdark und Masterflat via WeTransfer hier ein. Dann sollte das Problem gelöst werden. Vielleicht hat Bernd Deine Daten ja noch.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,
achso, verstehe, also halbwegs....wie kann ich diese ADUs auslesen? Hab mich bei den Flats ans Histogramm von SharpCap gehalten, mittig platziert, aber wirklich richtig testen kann ich das ja jetzt noch nicht, aus Mangel an frischen RAW16-Lights.
Ohne dieses Dark-Flat sah das aber genauso Sch....aus.......aber, alles auf Anfang. Ich fang nochmal von vorne an, alles andere funktioniert so nicht, also nicht mit Flats und Bias und Darkflats oder Flatdarks......
Mein Leben war eigentlich schön, so mit RGB24 und den Tifs.....einige Darks dazu und ich hab mich gefreut, hatte ein Bild, aber der blöde Ehrgeiz, es besser machen zu wollen, beißt in den Nacken......

LG
Heike
 
Vielleicht hat Bernd Deine Daten ja noch.

Keine Ahnung Alex, ob er die noch hat, vielleicht meldet er sich ja, falls er meinen Datenmüll noch hat :)

Ich wollt aber mal ein fettes Dankeschön an alle loslassen, die sich mit mir abmühen. Das Danke geht auch an Frasax (Frank) für seine Kritik an meinem "komischen" M31 bei seinen Bildbesprechungsvideos Teil 1, auch das hat mir schon sehr weitergeholfen, aber bei allem, was ich bis jetzt so gemacht hab, haben offenbar ein paar Basics absolut nicht gepasst. Steile Lernkurve derzeit, danke!

LG
Heike
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter,
achso, verstehe, also halbwegs....wie kann ich diese ADUs auslesen? Hab mich bei den Flats ans Histogramm von SharpCap gehalten, mittig platziert, aber wirklich richtig testen kann ich das ja jetzt noch nicht, aus Mangel an frischen RAW16-Lights.
Ohne dieses Dark-Flat sah das aber genauso Sch....aus.......aber, alles auf Anfang. Ich fang nochmal von vorne an, alles andere funktioniert so nicht, also nicht mit Flats und Bias und Darkflats oder Flatdarks......
Mein Leben war eigentlich schön, so mit RGB24 und den Tifs.....einige Darks dazu und ich hab mich gefreut, hatte ein Bild, aber der blöde Ehrgeiz, es besser machen zu wollen, beißt in den Nacken......

LG
Heike

Hallo Heike,

aufgeben git nicht! Ich kenne wiederum SharpCap nicht, ich benuzte APT (AstroPhotographyTool), da stehen am Histogramm die Werte dran. Daran orientiere ich mich. Das Blöde ist, die meisten Programm normieren die Bilder beim Einlesen gleich zwischen Minimum und Maximum aus 0 bis 1. Damit kann man dann nichts mehr anfangen, um zu wissen, wie groß die ADUs sind. Für Linux gibt es fv (Fits View), das erlaubt in den Header und die Daten auzusehen.

Ich denke, das RAW16 eine Bayermatix-Bild ist. Ein Bayermatix-Bild besteht aus eine Vervielfachung aus 2x Grün- und jeweils 1x Blau- und Rot-Pixel (Bayermatrix). Das ist das Rohbild (Raw), das wird erst nach der Kalibrierung mit den RAW16 Darks und RAW16 Flats in die drei Farbbilder umgewandelt (de-bayert). Das sollten die Stackingprogramme aber alle richtig machen.

Gruß,
Peter
 
Hab den Thread Mal gelesen bis zum Beispielbild des Endergebnisses, dann nur noch queer gelesen.

Genau so sieht es auch bei mir aus... nutze aber eine DSLR (Pentax K70)... hauptsächlich passiert das, wenn ich die Dark Optimisation nutze und die Darks noch zusätzlich nicht zur Umgebungstemperatur der Lights passen (so mehr als 4-5 Grad Celsius unterschied).

Die blaue Farbe durch die Flats sollte egal sein... hängt von der Lichtquelle ab. Ich habe eine zeitlang meinen E-Book Reader zum erstellen der Flats genutzt, da war das gestackte Ergebnis auch blau... ist aber egal, einfach eine Farbkalibrierung durchführen. Jetzt nutze ich ein Zeichentablet und 1 - 2 Din A4 Blätter dazwischen und das Ergebnis ist rot ? nach der Farbkalibrierung aber alles i.o.

Falls du noch SIRIL ausprobieren möchtest, nutze einfach das Script für DSLR_preprocessing mit cosmetic correction... bei mir klappt das dann.
 
Hallo Heiko,

ich habe mir den (fast) ganzen Thread durchgelesen. Ich glaube da geht einiges durcheinander im Verständnis. Deshalb fange ich mal mit einer Begriffserklärung an:

Der Bias ist der Nullpunktsfehler, also der systematische Fehler, der in allen Aufnahmen steckt.
Dem überlagert ist der Dunkelstrom (Dark), der bei eingeschalteter Kamera ohne Lichtzufuhr entsteht, aber von der Belichtungszeit, Temperatur usw abhängt. Beide, Bias und Dark, sind aber nicht voneinander trennbar. Die werden immer zusammen gemessen. Das ist der Untergrund jedes Bildes.
Wenn Du zusätzlich noch eine Lichtquelle zuläßt, wird diesem Untergrund noch der "Photonenstrom", das Light, addiert.

Es ist also immer: [Light + Dark + Bias] - [Dark+Bias] = Light. Typischerweise wird das [Dark+Bias] einfach als "Dark" bezeichnet.

Bei ungekühlten Kameras ist das mit dem Dark (eigentlich Dark+Bias) immer so eine Sache. Da muß man alle Parameter pingelig genau einhalten in Bezug auf das Light. Insbesondere geht das "Optimieren" des Darks eingentlich immer schief. Ich weiß auch nicht, ob und wie genau die Darks hier überhaupt reproduzierbar sind.

Ich habe neulich gelernt, dass eine Canon DSLR immer einen Bias von 2048 auf jedes Bild gibt. Wenn man den abzieht vom Dark, ist das Dark damit unbrauchbar. Beim "optimieren" des Darks wird der Bias erst abgezogen, dann wird das Dark bezüglich Temperatur, Belichtungszeit oder sonstwas "optimiert" und anschließend wird der Bias wieder dazu gegeben.

Im Allgemeinen ist das bei ungekühletn Kameras eher tötlich für's Bild. Also Finger weg vom "optimieren".

Jetzt bleibt noch die Frage, warum Deine Flatkorrektur schief geht. Da liegt die Vermutung nahe, dass das Flat nicht richtig erstellt wurde. Für ein Flat braucht man eine homogen ausgeleuchtete ebene Fläche, deren Licht nur durch die Apertur (Öffnung des Teleskops) fallen darf. Wenn Du ein offenes System hast, also Gitterstäbe statt geschlossenem Tubus, solltest Du die Gitterstäbe mit einem Tuch umwickeln und somit vom seitlichen Lichteinfall schützen.

Für die Vignettenkorrektur ist es ebenfalls wichtig, das Signal-zu-Rauschen groß zu machen. Also so viel Licht zu erzeugen, damit man das Ausleserauschen vermachlässigen kann. Sonst handelst Du Dir extra Rauschen ein. Das ist aber einfach zu realisieren, indem Du das Flat mit ca 40000 ADUs erstellst. Das kann aber auch etwas kleiner oder größer sein. Nur darf das Flat nicht in den Sättigungsbereich kommen. Sollte der Bias, wie bei der Canon DLSR, einen Wert von 2048 haben, muß ein Dark-Flat erstellt werden, oder man nimmer das gemessene Bias-Bild für kurze Belichtungszeiten des Flats (<<1s). Ansonsten kann man auch ohne FlatDark auskommen, wenn der Mittelwert das FlatDarks oder Bias viel, viel kleiner ist als der Mittelwert des Flats (40000).

Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht noch weiter verwirrt. ;)

Gruß,
Peter
 
Vielen Dank Peter, für Deine ausführliche Erklärung, soweit ist mir das ja alles einigermaßen klar, aber ich habe ja schon bei der Aufnahme jede menge Fehler gemacht, die aber jetzt erkannt und beseitigt sind. Muss nun warten, bis mir gescheite Lights "gestattet" werden.
Achja, ich bin die Heike, nicht der Heiko ;), kann passieren, Mädels sind in unserem Hobby ja eher in der Minderheit :)

LG
Heike
 
Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht noch weiter verwirrt. ;)
Ich fürchte, genau das ist durch Deinen post geschehen.

Der Bias ist der Nullpunktsfehler, also der systematische Fehler, der in allen Aufnahmen steckt.
Dem überlagert ist der Dunkelstrom (Dark), der bei eingeschalteter Kamera ohne Lichtzufuhr entsteht, aber von der Belichtungszeit, Temperatur usw abhängt. Beide, Bias und Dark, sind aber nicht voneinander trennbar. Die werden immer zusammen gemessen. Das ist der Untergrund jedes Bildes.
Wenn Du zusätzlich noch eine Lichtquelle zuläßt, wird diesem Untergrund noch der "Photonenstrom", das Light, addiert.

Es ist also immer: [Light + Dark + Bias] - [Dark+Bias] = Light. Typischerweise wird das [Dark+Bias] einfach als "Dark" bezeichnet.
Hier benutzt Du die Begriffe "Light" und "Dark" für jeweils andere Inhalte als das normalerweise üblich ist, und das verwirt:
Deine Definition von "Light" ist das Signal, das durch das Licht hervorgerufen wird, und Deine Definition von "Dark" ist der Dunkelstrom.

Gängigerweise bezeichnet man dagegen die normale Astroaufnahme eines Objektes als "Light" (kurz für "Light frame")
und die Aufnahme (mit der gleichen Belichtungszeit) bei mit einem Deckel verschlossenen Objektiv als "Dark" (kurz für "Dark frame".

Bei ungekühlten Kameras ist das mit dem Dark (eigentlich Dark+Bias) immer so eine Sache. Da muß man alle Parameter pingelig genau einhalten in Bezug auf das Light. Insbesondere geht das "Optimieren" des Darks eingentlich immer schief. Ich weiß auch nicht, ob und wie genau die Darks hier überhaupt reproduzierbar sind.

Ich habe neulich gelernt, dass eine Canon DSLR immer einen Bias von 2048 auf jedes Bild gibt. Wenn man den abzieht vom Dark, ist das Dark damit unbrauchbar. Beim "optimieren" des Darks wird der Bias erst abgezogen, dann wird das Dark bezüglich Temperatur, Belichtungszeit oder sonstwas "optimiert" und anschließend wird der Bias wieder dazu gegeben.

Im Allgemeinen ist das bei ungekühletn Kameras eher tötlich für's Bild. Also Finger weg vom "optimieren".
Ich habe jahrelang mit einer Canon 600D (ungekühlt) fotografiert. Dabei hat sich folgende Vorgehensweise für die Kalibrierung von Aufnahmen mit der 600D bezüglich des Master Dark sehr gut bewährt:
Die dark frames wurden in einer Nacht, die (z. B. wegen Vollmond) nicht zum Fotografieren geeignet war, mit den gleichen Einstellungen bezüglich ISO und Belichtungszeit aufgenommen. Von den Aufnahmen habe ich hinterher den EXIF-Wert der Kameratemperatur ausgelesen.

(Wahrscheinlich gibt es jetzt einen Aufschrei -- ja, ich weiß dass die Kameratemperatur bei Canon Kameras nicht direkt am Sensor gemessen wird. Es funktioniert aber trotzdem sehr gut, einfach mal weiterlesen.)

Es stellte sich heraus, dass (bei der 600D) die Kameratemperatur bei den ersten Aufnahmen recht zügig auf einen Wert von etwa 14 Grad über Außentemperatur anstieg, wenn man die Aufnahmen fortlaufend ohne große Pause macht. Je nach Anfangstemperatur der Kamera dauert der Temperaturanstieg unterschiedlich lang: wenn die Kamera bereits Außentemperatur angenommen hatte sehr viel länger als wenn ich sie aus dem Haus geholt und direkt losgelegt habe. Es bringt also gar nichts, die Kamera lange vor den Aufnahmen draußen zu temperieren. Die ersten ca. 6 - 7 dark frames habe ich nicht für das MasterDark verwendet. Die übrigen wiesen Kameratemperaturen auf, die besagte 14 Grad über Außentemperatur lag. Aus diesen dark frames (30 bis 50 Stück) wurde das MasterDark gemacht (PixInsight: ImageIntegration). Dieses MasterDark ist geeignet zur Kalibrierung von light frames, die bei gleicher oder etwas niedrigerer Außentemperatur aufgenommen wurden als die verwendeten dark frames. Das MasterDark kann nach meiner Erfahrung 1/2 bis 1 Jahr verwendet werden.

In ähnlicher Weise wurden bias frames aufgenommen (gleiche ISO wie bei den lights und darks, kürzestmögliche Belichtungszeit) und daraus das MasterBias erstellt.

Zur Kalibrierung habe ich natürlich auch ein MasterFlat gemacht, aber das würde den Rahmen diese posts sprengen, daher hier nur weiter zu den Einstellungen im Abschnitt 'Master Dark' bei der Kalibrierung der light frames in PixInsight:
PixInsights Option 'Optimize' benötigt keine Angabe der Sensortemperatur um die Skalierung des MasterDark durchzuführen, es optimiert das Rauschen im kalibrierten light frame. Wenn (wie oben beschrieben) die Belichtungszeiten von light und dark frames übereinstimmen, wird also die unterschiedliche Temperatur des light frames und des (gemittelten) MasterDarks bei der Kalibrierung mit dem MasterDark ausgeglichen. Ich habe die Prozedur mit dem gleichen Datensatz einmal nur mit MasterDark (ohne Optimization) und einmal mit MasterDark und MasterBias (mit Optimization) durchgeführt. Das Ergebnis mit Optimization war bei der 600D das bessere.

Bei Kameras ohne ausgeprägtem "Verstärkerglühen" ist also die bessere Variante, mit MasterDark und MasterBias (mit Optimization) zu kalibrieren.

Es stimmt übrigens auch nicht, dass alle Canon Kameras einen Bias Offset von 2048 ADU haben -- das ist nur bei den meisten Kameras mit 14-bit ADC der Fall ( z. B. bei der 77D nicht mit allen ISO Einstellungen!), die Kameras mit 12-bit ADC haben einen niedrigeren Bias offset (512 bzw. 1024 ADU) .

Ich habe auch eine ASI294 und eine ASI071. Bei diesen gekühlten CMOS-Kameras ist das "Verstärkerglühen" sehr ausgeprägt. Hier führt die Variante mit Optimization nicht zu einem besseren Ergebnis. Bei diesen Kameras verwende ich daher kein MasterBias und kalibriere ohne Optimization, und zur Kalibrierung der flat frames verwende ich ein MasterFlat-Dark.

Bernd
 
Hallo Bernd,

Du hast recht. Ich habe eine "eigene" Notation verwendet. Das geht aber aus dem Text hervor, wie ich es gemeint habe. Damit wollte ich nur ausdrücken, dass die einzelnen Frames nicht unabhängig voneinander gemessen werden, sondern immer zusammen. Eigentlich fehlt da auch noch die Vignettierung. In "meiner" Notation dann:

Light*Vignette + Dark + Bias. Deshalb muß ja die Flatkorrektur noch angewendet werden als Division.

Was das "Optimieren" angeht: Mit den geeigneten und gut durchdachten Programmen wie offenbar das aus PI kann das eine Verbesserung bringen. Wenn man sich an die "Spielregeln" hält.

Sicher ist das Rauschen (damit meine ich das Dunkelstromrauschen, nicht so sehr das Ausleserauschen) der bessere und geeignete Indikator für die Chip-Temperatur. Wie Du schreibst, hast Du ja gute Erfahrung mit dem "optimieren" gemacht. Ich kanne aber Beispiele, wo das nicht mehr klappt. Das liegt auch daran, dass die Darks wesentlich später gemacht werden, als die Lights. Damit meine ich dann in der Wohnung bei >20° und nicht mehr "auf dem Feld". Ich habe so ein Dark-Beispiel vorliegen. Da steigt das Rauschen der 33 Einzeldarks von 19 auf 21 kontinuierlich an. Das Dunkelstrom-Pattern ist nach Abzug der zweiten Hälfte (17 Bilder gemittelt) von der ersten Hälfte noch deutlich sichbar. Das wird das "Opimieren" vermutlich auch in PI schief gehen. Alleine die gemittelte Masterdark-Temperatur ist dann schon viel höher als das der Lights.

Es ist aber auch ein pratisches Problem. Man muß ja schon eine Reihe von Darks machen, um das Rauschen der Lights nicht zu erhöhen. Zwar hilft da das Dithern, aber auch nur begrenzt, wenn man zu wenige Darks macht. Das nimmt dann Zeit in Anspruch, die man sich aber offenbar nehmen sollte.

Gruß,
Peter
 
Alles klar. Mit dem eigentlichen Thema diese Threads hatte das alles ja wenig zu tun, aber in diesem Fall fand ich eine Klarstellung notwendig, damit man nicht (sinnlos) aneinander vorbeiredet. Heikes grundlegendes Problem war jedoch zunächst, dass 8-bit TIFF als Format zum Abspeichern aus SharpCap eingestellt wurde -- damit geht Deep Sky Astrofotografie gar nicht. Sie wird zukünftig "RAW 16" einstellen, die light frames und Kalibrierungsaufnahmen neu machen, und dann schauen wir mal, wie es mit der Flatfieldkorrektur aussieht. Da ich die anderen für das Preprocessing geeigneten Programme wie DSS oder Fitswork, usw. nicht kenne, sind dann die entsprechenden Experten gefordert, bei der Wahl der richtigen Einstellungen zu helfen.

Bernd
 
Hallo zusammen,
mir stellt sich jetzt aber noch eine Frage (bis die nächsten 20 kommen :) ): ISO/Gain bei den Flats so niedrig, wie es geht oder identisch mit den Lights? Wenn man sich so quer dadurch liest, dann scheint man sich einig zu sein, das man sich bei dem Thema total uneinig ist. Hmmmm......

LG
Heike
 
Hallo Heike,

Okke hat‘s zwar schon geschrieben.
ISO/Gain Einstellungen bei allen Kalibrierungsframes (Darks, Flats, Bias) gleich den Lights.

Grüße,
Alex
 
Hallo liebe fachkundigen Sternengucker,
heute gabs eine größere Wolkenlücke geschenkt und ich habe auf M2 gehalten, RAW 16, als .fts gespeichert (Neuland). Dann Light-Darks, Flats und Flat-Darks, wie gelernt und mit Fitswork in ein RGB umgewandelt......und....ich fasse es nicht, ehrlich....keine Vignette, kein nichts.....eben wie ein Babypobbes......Das Bild gibt's morgen, ich hab, wie schon befürchtet, für einen Kugler viel zu lange belichtet (130 x 45 Sek). Morgen wird das mal in Ruhe ausgearbeitet.
Vielen vielen vielen Dank, Ihr habt mir echt sehr weiter geholfen.

Danke
Heike
 
Glückwunsch, das klingt doch nach einem guten Etappensieg.

45 Sekunden sind keinesfalls zu lange belichtet, keine Sorge. Je nach Kameraeinstellungen und Nachführung kann man da sogar noch länger drauf halten.

Zu lang belichtet, kann aber im ersten Moment bei Ansicht nach dem Stacking durchaus so wirken.
Davon keinesfalls irritieren lassen, dass ist nur die Monitor-Darstellung und nicht die tatsächlichen Bildwerte und -inhalte.

Hier mal ein passendes Beispiel dazu: Rechts direkt nach dem Stacking mit sozusagen automatisierter Ansicht darstellbar gemacht (heißt in Pixinsight ScreenTransferFunction), links nach dem "richtigen" Bearbeiten.

Rechts scheint auf den ersten Blick auch völlig überbelichtet und quasi für die Tonne...


M3_Beispiel.JPG


Viele Grüße,
Alex
 
Hi Alex,
ich hab kein PI, nur Photoshop und anderen "Kleinkram". OK, damit kann ich nicht mithalten, habe M2 mit nur 432mm belästigt, vom Maßstab her mit der Asi 183 nicht wirklich beeindruckend, aber es sollte ja auch nur ein Test sein. Ich bin grade extrem zufrieden und glücklich. Ihr Jungs seit große Klasse!!! Vielen Dank für meinem persönlichen Quantensprung in die richtige Richtung.
Das Amp-Glow, das die 183er auf der rechten Seite ausgeprägt zeigt, ist auch verschwunden.....Es wird, Stück für Stück. Bin ja auch ne Hobby-Angelin, von daher hab ich viiiel Geduld :)

LG
Heike
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo liebe Helferlein,
ich hol das Thema nochmal kurz hoch. Hab die Sache mit den Flats inzwischen im Griff, sie sind mit dem LED-Zeichenbrett sehr gut reproduzierbar. Als Dankeschön wollt ich Euch meine Beute von vorgestern Nacht zeigen, der Himmel tat sich auf einmal auf,das Geschenk musste ich annehmen. So einen schönen M42 hab ich noch niemals hingekriegt, Danke für Eure geduldige Hilfe.


m42-neu-klein.jpg


256 Lights á 20 Sek. - 150 Darks - 30 Flats - 30 Flatdarks
Skywatcher Evoguide 50 + Flattener - ZWO Asi 183 MC


LG
Heike
 
Eindeutig Daumen hoch. Glückwunsch Heike zum schönen M42!
Gut und ausgewogen bearbeitet.

Wie empfandest du die Bearbeitung im allgemeinen, ging gut von der Hand oder eher mühsam/schwierig?

Hast du darüber hinaus den Eindruck, die „lehrbuchmäßige“ Kalibierung mit zahlreichen Darks, Flats und sogar Flatdarks statt Bias hat die Bearbeitung für dich erleichtert?

Grüße,
Alex
 
Hallo Alex,
ja und ja, die Bearbeitung war ganz klar einfacher, hätte nicht gedacht, dass das so einen Unterschied macht. Die Originaldatei hatte ich auch meinem Astrobuddy geschickt, der mailte zurück "die Bearbeitung ist mit solch guten Daten ein Träumchen und macht großen Spaß"....Na denn.
"Zahlreiche".......mache ich zu viele Flats? Bei knapp 260 Lights empfand ich je 30 nicht als besonders viel.
Mit den Darks geize ich allerdings nicht rum, auch wenns dauert.
Freut mich, das "seine Majestät" Dir gefällt :)

LG
Heike
 
Hallo Heike, du bist nicht allein.
Bei mir passiert das gleiche, obwohl ich eine Mono-Kamera habe.
Ich bin gespannt, wie das die Experten hier im Forum lösen.

LG
Jochen
 
"Zahlreiche".......mache ich zu viele Flats?

Nein, keinesfalls zu viele - es können nicht genug sein und 30 sind, meiner Meinung, ein guter Kompromiss zwischen Aufwand, Speicherbedarf und erzielter Rauschminderung.

Ich meinte "zahlreich" also durchweg positiv.
Manch einer macht halt nur ganz wenige Flats oder Darks (weniger als 10) und wundert sich dann, dass die häufig nichts bringen oder sogar eher verschlimmbessern.

Bei knapp 260 Lights empfand ich je 30 nicht als besonders viel.

Das Verhältnis zwischen Lights und Kalibrierungsframes (Darks, Flats, Flatdarks od. Bias) spielt erstmal keine Rolle.
Natürlich wäre es unklug eine große Zahl Lights mit einer sehr geringen Zahl Darks, etc. zu massakrieren.

Wichtiger ist aber, wie bei den Lights - auch bei den Kalibierungsframes das Rauschen, das mit steigender Anzahl Einzelaufnahmen sinkt. Schau dir dazu mal die Grafik unten an. Packt man immer noch eins drauf wirds immer einen Ticken besser, aber die Kurve wird schnell so flach, dass der praktische Nutzen schwindet, hingegen die nötige Stacking-Zeit und Speicherbedarf steigt und steigt.

Die Grafik gilt so auch für die Lights, aber da zählt am Ende auch das in Summe eingefangene Signal pro Einzelbild, die Himmelsqualität, Nachführgenauigkeit, etc.
Mit anderen Worten, 60 x 1 Minute sind, weil mehr Einzelbilder, nicht besser als 12 x 5 Minuten.

Viele Grüße,
Alex

SNR.JPG
 
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