Hallo P_E_T_E_R,
vielen Dank für die Grafik. An die hatte ich auch gedacht, um die Situation zu verdeutlichen. Danke, dass du sie hier eingebunden hast. Das Problem entsteht bei der Deutung: Die gebogene Linie in der Grafik, die Mond und Sonne verbindet, ist der Großkreis. Die Tangente dazu verläuft vom Mond aus gerade in die rechte obere Ecke der Grafik und führt zur Illusion. Es sei mir noch der Hinweis erlaubt: die Grafik stammt aus dem ersten der drei links von dir oben. Im unteren Teil ist hier die Situation von außerhalb dargestellt mit Blick auf Beobachter, Mond und Sonne. Geht man da mit der Maus drauf, "entrollt" sich die Darstellung und man sieht, wie die gekrümmte Linie schließlich zur Geraden wird: eben der Großkreis.
Es geht hier doch nicht darum, wessen Ansicht den meisten Zuspruch erhält und damit "richtig" ist. Ich schaue hin und wieder in dieses Forum und wenn ich feststelle, dass eine Frage nicht/mißverständlich/falsch beantwortet/dargestellt wird und ich zur Aufklärung beitragen kann, dann tue ich es gerne. Und weil ich festgestellt habe, dass in den angegebenen Links der Großkreis eigentlich nicht thematisiert wird, habe ich darauf hingewiesen.
Beim Verlassen der Erdoberfläche gibt es Erschienungen die scheinbar falsch sind. Das liegt daran, dass über der Erde die Alltagslogik nicht immer anwendbar ist. Ein schönes Beispiel sind die Schatten von Kondensstreifen: bei tiefstehender Sonne stehen sie über dem Kondensstreifen, so dass viele Beobachter meinen, der Schatten sei nach oben projeziert und befinde sich über dem Flugzeug, während er sich in Wirklichkeit darunter befindet, denn die Sonne steht vom Flugzeug aus gesehen so hoch über dem Horizont wie vom Boden aus – auch wenn die Perspektive hier genau das Gegenteil vortäuscht (siehe
hier).
Christoph