Mein bisher bestes Mondpanorama (4.4.2020)

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Rolf_Hempel

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Hallo Sternfreunde,

heute habe ich meine Monddaten vom 04.04. bearbeitet. Ich hatte bei ziemlich guten Seeing mit meiner neuen Kamera ASI290MM (Filter IR-pass 685nm) am Celestron 11 den Mond fotografiert. Die vollautomatische Aufnahmesteuerung der Kacheln für das Panorama hat meine Software "MoonPanoramaMaker" erledigt. Insgesamt kamen bei zwei kompletten Durchläufen 850GBytes Daten zusammen. Diese habe ich mit meinem Programm "PlanetarySystemStacker" gestackt und geschärft. Herausgekommen ist mein bisher schärfstes Mondpanorama. Dieses ist leider zu groß, um es hier einzufügen. Aber Ihr könnt es von meiner Dropbox herunterladen.

Nicht nur in Terminatornähe lohnt sich ein detaillierter Blick. Besonders beeindruckt haben mich Kraterwände mit deutlichen radialen Strukturen, wohl verusacht duch Hangrutschungen (z.B. der Krater Birt vor der Rupes Recta).

Es war nicht ganz einfach, die Tonwertabstufungen so hinzubekommen, dass auch der Rand nicht in der Sättigung verschwand. Dabei habe ich noch einen neuen Trick bei der Panoramabildung in Panorama Studio 3 Professional gefunden. Eigentlich müsste ich jetzt alle meine Panoramen neu machen ...

Schöne Grüße
Rolf
 
Hallo Rolf,

ich habe mir das Bild heruntergeladen. Ich muss sagen, das ist Extraklasse!

Liebe Grüße
Manfred
 
Hallo Rolf,

klasse Auflösung, da bräuchte ich bei meinem Setup bestimmt über 50 Teile, also eigentlich nicht machbar.
Wie viele Abschnitte waren hier nötig ?
Wie lange dauerte ein Durchlauf ?

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

klasse Auflösung, da bräuchte ich bei meinem Setup bestimmt über 50 Teile, also eigentlich nicht machbar.
Wie viele Abschnitte waren hier nötig ?
Wie lange dauerte ein Durchlauf ?

Insgesamt habe ich etwas mehr als zwei komplette Panoramadurchläufe gemacht. Das ging vollautomatisch in etwas mehr als anderthalb Stunden (Belichtungszeit pro Video: 20sec). Ein Panorama bestand dabei aus 56 Kacheln. So konnte ich später bei jeder Kachel die jeweils schärfere auswählen. Dies funktioniert natürlich nur, wenn man das Panorama mit dem MoonPanoramaMaker automatisch aufnimmt. Denn nur dann ist "Kachel 23" immer an exakt derselben Stelle auf dem Mond, und die Überlappe zu den Nachbarkacheln sind alle gleich.

Beim zweiten Durchlauf kam es übrigens noch zum Meridianumschlag des Teleskops auf die andere Seite. Das Einzige, was ich hinterher machen musste, war, die danach aufgenommenen Kacheln um 180 Grad zu drehen. Die Positionierung auf dem Mond war nach wie vor dieselbe wie vor dem Umschlag.

Schöne Grüße
Rolf

PS: Bevor Ihr jetzt die Zeiten nachrechnet: Zwischen den Belichtungen musste ich ab und zu unterbrechen, um die Fokussierung zu kontrollieren. Und das "Auto-Alignment" im MoonPanoramaMaker braucht ab und zu auch etwas Zeit zwischen den Kachel-Aufnahmen. Aber das geht zum Glück vollautomatisch.
 
Hallo Rolf,

eine Mordsarbeit und Auflösung (die Arbeit steckt ja dann auch in der Programmierung).
Aber wenn man das einmal am Mond gemacht hat, was macht man dann? Es gibt ja nur den einen Erdmond.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo Heiko,

das werde ich oft gefragt. Aber tatsächlich arbeite ich schon seit zwölf Jahren an der Perfektionierung der Mondfotografie. Teile dieser Arbeit war die Programmierung meiner Open-Source-Suite. Und ich finde immer noch Dinge, die man weiter verbessern könnte. Darüberhinaus haben die verschiedenen Mondphasen alle ihren eigenen Reiz und ihre Herausforderungen.

Ich glaube, das ist bei anderen Astro-Spezialisten nicht anders. Manch einer verfeinert jahrzehntelang seine Technik der Planetenfotografie. Da könnte man auch sagen, auf diesen kleinen Teilen ist kaum etwas zu erkennen, und es gibt auch nur ein paar davon.

Und sollte es mir doch irgendwann langweilig werden, mache ich eben etwas anderes. Früher habe ich so z.B. die Kleinplanetenastrometrie (auf Kleinbildfilm!) optimiert und mich mit der definitiven Bahnbestimmung dieser Objekte beschäftigt. Meine Software hat Lutz Schmadel vom Astronomischen Recheninstitut 25 Jahre lang genutzt.

Irgendwie gibt es immer wieder neue faszinierende Möglichkeiten in der Astronomie. Das macht unser Hobby doch so toll, oder?

Schöne Grüße
Rolf
 
Hallo Rolf,

Das ist wirklich ein Klasse Mondpanorama. (y) Toll aufgelöst mit sehr vielen Details und auch die Übergänge der einzelnen Kacheln sind nicht sichtbar. Zumindest habe ich keine gesehen.
 
Hallo Rolf,

56 Kacheln, wow das hätte ich nicht gedacht. Naja vielleicht versuche ich das auch mal mit Barlow, Asi120mm und 12" F5 Dobson. Leider kann ich Dein Programm nicht nutzen, denn ich verwende ja meine manuelle EQ-Selbstbauplattform. Bei einer etwas schmaleren Sichel hatte ich das ja sogar mit dem 8" F6 Dobson gemacht, war aber wirklich eine riesen Herausforderung und beim 12er wäre das Gesichtsfeld noch kleiner. Da wird es dann schon schwierig manuell alles bündig zu erfassen.

Aber Dein tolles Ergebnis motiviert mich schon sehr. Außerdem scheint der doch enorme Zeitunterschied nichts auszumachen.
Für einen Durchlauf hast Du ja ca. 45 Min. gebraucht und dann sogar noch einen gestartet. Besonders am Terminator hätte ich da schon veränderte Lichtverhältnisse erwartet aber im Panorama fällt mir da nichts negativ auf.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

bei Vollmond hatte ich schon mal ca. 80 Kacheln. Ohne die MPM-Software ist das praktisch nicht zu machen. Deswegen habe ich mir ja die Arbeit gemacht, drei Jahre lang diese sehr anspruchsvolle Software zu schreiben. Dagegen war der PlanetarySystemStacker ein Klacks. Tatsächlich ist MPM die weltweit einzige Software, die eine automatische Aufnahme von Mondpanoramen ermöglicht. (Genauso wie der PlanetarySystemLRGBAligner die einzige Software ist, die LRGB-Komposits von Mondpanoramen erlaubt.)

Schade, dass Du keine äquatoreale Montierung hast. Schmale Sichel ist etwas einfacher, weil man oft nur eine oder höchstens zwei "Spalten" abarbeiten muss. Das bekommt man freihändig noch einigermaßen hin. Aber auch dann ist es nicht einfach, eine gleichmäßige Überlappung zu gewährleisten.

Was den Zeitunterschied angeht, so versuche ich den Einfluss schon zu minimieren. MPM nimmt daher die Panoramen immer "spaltenweise" auf. Daher werden alle Kacheln am Terminator direkt hintereinander belichtet und haben so wenig Zeitversatz. Oft ist es auch so, dass bei mehreren Durchläufen alle Terminatorkacheln aus demselben Durchlauf kommen (weil sich das Seeing eben nur etwas längerfristig ändert). Bei den Kacheln eine Spalte weiter zum Rand sind die Schattenunterschiede schon so klein, dass sie im Panorama nicht mehr auffallen.

Heute habe ich übrigens meine Farbaufnahmen (Vollformat-DSLR, Apo 130/1200mm, Baader FFC, f=3300mm) gestackt. Leider war das Seeing da schon deutlich schlechter als bei den C11-Videos. In den nächsten Tagen werde ich versuchen, aus der natürlich deutlich schlechteren Farbaufnahme und dem Nah-IR-Panorama ein LRGB-Komposit zu erstellen. Das wird wegen des riesigen Auflösungsunterschieds bestimmt nicht einfach.

Schöne Grüße
Rolf
 
Hallo Rolf,

Das wird wegen des riesigen Auflösungsunterschieds bestimmt nicht einfach.

das hatte ich ja schon mit Deinem Programm getestet und sollte ohne Probleme funktionieren. Schließlich hatte ich die Farbaufnahme sogar nur mit meinem 76/300mm Selbstbau gemacht und da war der Auflösungsunterschied zum 12er Dobson ja enorm. Auch das schlechtere Seeing sollte keine Einbußen bei der Farbe bringen, die wichtigsten Informationen kommen ja vom Luminanzbild mit der hohen Auflösung.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

das hatte ich ja schon mit Deinem Programm getestet und sollte ohne Probleme funktionieren. Schließlich hatte ich die Farbaufnahme sogar nur mit meinem 76/300mm Selbstbau gemacht und da war der Auflösungsunterschied zum 12er Dobson ja enorm. Auch das schlechtere Seeing sollte keine Einbußen bei der Farbe bringen, die wichtigsten Informationen kommen ja vom Luminanzbild mit der hohen Auflösung.

Gruß,
Holger

Dein Wort in Gottes Ohr! :)

Ganz so optimistisch bin ich nicht. Ich habe die Farbaufnahmen (aus Faulheit) ohne ADC belichtet. Da muss ich erstmal die Farbsäume wegbekommen, weil die bei der riesigen Auflösung gnadenlos sichtbar würden. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!

Schöne Grüße
Rolf
 
Hallo Rolf,
gratuliere für diese phänomenale Leistung! Leider bin ich des Englischen nicht mächtig und muß warten, bis Handbücher in Deutsch erscheinen. Gerne würde ich in der Zukunft auf Deine interessante Werkzeuge zurückgreifen.
Weiterhin viel Erfolg und jederzeit cs und guten Seeing
Witold

PS: In der Nacht vom 03. auf 04.04.2020 habe ich an einem älteren Meade SC 12" eine neue Cam (TIS DMK 33 mit Sony IMX250LLR) getestet. Es war wieder die erste Nacht mit einem klaren Himmel nach zwei Tagen Wolkenherrschaft - aber ab da war der Seeing in unseren Breitengraden bei weitem nicht so toll wie Ende März. Ein Ergebnis von Mare Imbrium mit Sinus Iridum erlaube ich mir hier anzuhängen.
 

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Hallo Rolf,
ich kann mich dem Lob meiner Vorredner nur anschließen, eine großartige Arbeit! Sicherlich braucht man auch ein Quäntchen Glück, dass das Seeing während der Aufnahmen nicht einbricht. Danke dir fürs Zeigen und für die Informationen.
Viele Grüße und CS
Martin
 
Hallo Martin,

Hallo Rolf,
ich kann mich dem Lob meiner Vorredner nur anschließen, eine großartige Arbeit! Sicherlich braucht man auch ein Quäntchen Glück, dass das Seeing während der Aufnahmen nicht einbricht. Danke dir fürs Zeigen und für die Informationen.
Viele Grüße und CS
Martin

Vielen Dank für das Lob! Natürlich braucht man immer auch ein Quäntchen Glück, aber das Seeing war während der Aufnahmen nicht wirklich stabil. Glücklicherweise hatte ich ja mehr als zwei komplette Durchläufe gemacht, so dass ich von jeder Kachel zwei, teilweise drei Aufnahmen zur Auswahl hatte. Einige davon waren wirklich schlecht, aber mit dem besagten Quäntchen Glück war von jeder Kachel zumindest eine ganz gut geworden. Danach wurde das Seeing dann deutlich schlechter. Daher sind die Farbaufnahmen auch ziemlich unscharf.

Schöne Grüße
Rolf
 
Hallo Witold,

PS: In der Nacht vom 03. auf 04.04.2020 habe ich an einem älteren Meade SC 12" eine neue Cam (TIS DMK 33 mit Sony IMX250LLR) getestet. Es war wieder die erste Nacht mit einem klaren Himmel nach zwei Tagen Wolkenherrschaft - aber ab da war der Seeing in unseren Breitengraden bei weitem nicht so toll wie Ende März. Ein Ergebnis von Mare Imbrium mit Sinus Iridum erlaube ich mir hier anzuhängen.

vielen Dank für dieses schöne Foto des Sinus Iridum! Das war ja noch fast die berühmte Phase des "goldenen Henkels". Vor allem die sogenannten "Wrinkle Ridges" (ich weiß gar nicht, wie die auf Deutsch heißen) auf dem Mareboden kommen sehr schön heraus. Die Bildauflösung ist sehr gut.

Allerdings habe ich das Gefühl, dass das Bild rechts oben schärfer ist als links unten. Ich bin in diesem Punkt schon fast neurotisch und prüfe das immer ganz genau bei meinen eigenen Aufnahmen. Könnte es sein, dass die Kamera gegenüber der optischen Achse etwas verkippt ist? Oder stimmt die Kollimation vielleicht nicht ganz genau? Bitte verstehe diese Bemerkung nicht als Kritik. Das Bild ist wirklich schön!

Schöne Grüße
Rolf
 
Hallo,

das könnte auch am Seeing liegen. Wenn die Bedingungen nicht so gut sind konzentriere ich mich meist nur noch auf einzelne Krater und ziehe eine kleinere ROI. Auch meine Pause / Rec Aufnahme für bessere Momente gelingt so besser denn die Seeingunterschiede sind bei voller Sensorfläche kaum vermeidbar. Da ist ein Bereich im Bild richtig scharf und daneben schon wieder verwaschen. Für ein Stacking-Programm bestimmt eine riesen Herausforderung, da die besseren Frames herauszufiltern.

Wenn allerdings die Unschärfe in mehreren Bildern links unten aufrtitt sollte man genauer nachforschen.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

Seeingunterschiede auf der vollen Sensorfläche sollten für das Stackingprogramm kein Problem sein. Ich kann natürlich nur für PSS sprechen, aber da ist das völlig egal. An jedem "Alignment Point Patch", also einer kleinen Fläche von z.B. 50x50 Pixeln, wird unabhängig voneinander ein Ranking der besten Frames berechnet. Das heißt: An einem Patch können komplett andere Frames verwendet werden als direkt daneben.

Also: Auch wenn das Seeing sehr variabel ist, erklärt das keine Unterschiede in der Schärfe über die Sensorfläche. Egal, wie groß diese ist.

Schöne Grüße
Rolf
 
Hallo Rolf,
vielen Dank für Deinen kritischen Hinweis. Habe kein Problem mit Kritik, im Gegenteil: bin dafür immer sehr dankbar. Man lernt doch bis zum letzten Atemzug ;-)
Ich nutze ein gutes Filterschubladensystem von Gerd Neuman aber die Verlängerungshülse zur Cam ist ein Murks (die Ringklemmung für Kamerahülse ist unstabil und unterdimensioniert). Dazu kommt ein Problem: das USB-Kabel von der neuen Cam ist fast drei mal so dick, wie das von der Vorgängerkamera und entsprechend schwer. Unter dem Gewicht des Kabels gerät die Kamera schnell ein bißchen in eine Schieflage. Eigentlich müßte alles verschraubbar sein.
Unabhängig davon habe ich eine Frage. Oft verläuft die Unschärfe durch das Bild Wellenförmig. Die gängigen Programme Suchen nach einem Referenzbild und so werden die Bilder dann automatisch von dem Programm überlagert. Gibt es nicht einen Trick, so dass bei solchen "Seeingwellen" mehrere Referenzbilder möglich wären und auf dieser Grundlage dann das Programm über die gesamte Bildfläche eine Schärfe erreichen könnte. Das wäre m.E. nur möglich, wenn das Programm imstande wäre, ein Bild in viele Kacheln einzuteilen und diese dann zum Schluß wieder zu einem Bild zusammenzuführen. Bin kein Fachmann, aber so etwas könnte ich mir technisch gut vorstellen. Du kannst es bestimmt gut beurteilen, vor allem da Du bereits ähnlich bei Deinen Mosaikpanoramas vorgehst :). Wäre so eine Implikation in Dein Programm machbar? Dann hätten wir eine tolle Lösung gegen bestimmte Seeingverhältnisse und einen klugen Weg zu besseren Bildern :cool:
Herzliche Grüße aus Münster und jederzeit wolkenlose und ruhige Himmel
Witold
 
Hallo Freunde,

jetzt habe ich das LRGB-Komposit fertiggestellt. Ich habe es hinbekommen ohne irgendwelche Farbsäume. Und das, ohne kritische Bereiche zu maskieren.

Mit dem PlanetarySystemLRGBAligner konnte ich das Farb- und Luminanzbild perfekt zueinander ausrichten. Dazu musste ich im Programm nur ein wenig mit den Parametern für die zweite Alignmentphase experimentieren. Die Zusammensetzung zum LRGB-Bild habe ich dann in Photoshop PS5 erledigt.

Leider kann ich Euch das Ergebnis hier nicht zeigen. Ich habe mich damit nämlich gerade für das "Astrofoto der Woche" beworben, und da ist Exklusivität die Bedingung. :(

Sobald ich von dort eine Absage erhalten habe, kann ich das Bild hier einstellen. Ansonsten könnt Ihr es irgendwann an anderer Stelle sehen.

Schöne Grüße
Rolf
 
Hallo Witold,

Hallo Rolf,
vielen Dank für Deinen kritischen Hinweis. Habe kein Problem mit Kritik, im Gegenteil: bin dafür immer sehr dankbar. Man lernt doch bis zum letzten Atemzug ;-)
Ich nutze ein gutes Filterschubladensystem von Gerd Neuman aber die Verlängerungshülse zur Cam ist ein Murks (die Ringklemmung für Kamerahülse ist unstabil und unterdimensioniert). Dazu kommt ein Problem: das USB-Kabel von der neuen Cam ist fast drei mal so dick, wie das von der Vorgängerkamera und entsprechend schwer. Unter dem Gewicht des Kabels gerät die Kamera schnell ein bißchen in eine Schieflage. Eigentlich müßte alles verschraubbar sein.
Unabhängig davon habe ich eine Frage. Oft verläuft die Unschärfe durch das Bild Wellenförmig. Die gängigen Programme Suchen nach einem Referenzbild und so werden die Bilder dann automatisch von dem Programm überlagert. Gibt es nicht einen Trick, so dass bei solchen "Seeingwellen" mehrere Referenzbilder möglich wären und auf dieser Grundlage dann das Programm über die gesamte Bildfläche eine Schärfe erreichen könnte. Das wäre m.E. nur möglich, wenn das Programm imstande wäre, ein Bild in viele Kacheln einzuteilen und diese dann zum Schluß wieder zu einem Bild zusammenzuführen. Bin kein Fachmann, aber so etwas könnte ich mir technisch gut vorstellen. Du kannst es bestimmt gut beurteilen, vor allem da Du bereits ähnlich bei Deinen Mosaikpanoramas vorgehst :). Wäre so eine Implikation in Dein Programm machbar? Dann hätten wir eine tolle Lösung gegen bestimmte Seeingverhältnisse und einen klugen Weg zu besseren Bildern :cool:
Herzliche Grüße aus Münster und jederzeit wolkenlose und ruhige Himmel
Witold

Auch hier kann ich wieder nur für PSS sprechen. Alle anderen Autoren haben ihre Technik ja geheimgehalten, so dass niemand außer ihnen weiß, was da wirklich passiert.

In PSS verwende ich nicht ein einzelnes "Referenzbild", sondern eine Kombination aus vielen guten Bildern. Über den Konfigurationsparameter "Percentage of best frames for reference frame computation" (also: Prozentsatz der besten Frames, aus denen das Referenzbild berechnet wird) kann man sogar festlegen, wie viele Frames kombiniert werden sollen. Damit kann sich das von Dir geschilderte Problem eigentlich nie ergeben. Standardmäßig werden 5% der Frames verwendet. Da müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn die alle auf einer Seite unscharf wären.

Es bleibt also dabei: Egal wie groß der Sensor ist, sollten Seeingeffekte keine großräumigen Auswirkungen haben.

Das mit der Kamerahalterung und den schweren Kabeln kenne ich. Vor allem wenn dann bei Frostwetter das USB3-Kabel noch jegliche Flexibilität verliert und richtig am Okularauszug zerrt. Und die Verschraubungen sind oft auch ein Witz. Ich bemühe mich jedenfalls immer, die Kamera gerade einzusetzen und gut zu verschrauben. Mehr kann man nicht tun.

Schöne Grüße
Rolf
 
Hallo Rolf,
danke für Deine ausführliche Antwort. Dann muß ich unbedingt auf PSS umsteigen.
Ein Tipp: Vielleicht könntest Du für all diejenigen, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, ein kleines Video mit Tips für den ersten Start und mit Erklärung der Grundfunktionen aufnehmen und ins Netz bei Youtube stellen. Das hätte Dich bestimmt nicht sehr viel Zeit gekostet. Das Video wäre vom ersten Tag an für viele eine große Hilfe. Das kann man sehr gut z.B. mit einem kostenlosen Vebinarprogramm wie Zoom u.ä. und recht schnell machen. Dieses Video würde bestimmt den Bekanntheitsgrad Deiner Arbeit im Deutschsprachigen raum wie eine Rakete bekanntmachen :)
Gut, dass ich bis jetzt viele vergangenen Videos mit guter Transparenz aber mäßigen Seeing nicht gelöscht habe, denn Dein Konzept scheint hier für gute Ergebnisse eine geniale Lösung zu sein.

Vielen herzlichen Dank und ein schönes WE
Witold

PS: Drücke Dir die Daumen für das eingereichte Bild (Bild des Monats) und bin sehr gespannt auf die Veröffentlichung.
 
Hallo Witold,

die Idee mit dem Video hatte ich auch schon. Eigentlich halte ich nichts davon, wenn Softwareentwickler sich mit Youtube-Videos aus der Verantwortung schleichen möchten, ein vernünftiges Benutzerhandbuch zu schreiben. Ich empfinde das als eine Zumutung. Oft suche ich dann in solchen Videos nach einer Information zu einem Feature herum. Aber mein Sohn hatte schon angeboten, ein Video zu erstellen. Allerdings ist er im Moment mit seinem Abitur beschäftigt, und da möchte ich auch keinen Druck ausüben. Außerdem ist ja die Übersetzung des PSS-Handbuchs ins Deutsche geplant. Ich weiß allerdings nicht, wie weit das gediehen ist. Also: Irgendwann wird es auch eine deutschsprachige Anleitung geben.

Gute Idee, die Videos nicht wegzuwerfen! Tatsächlich habe ich noch nie ein Video gelöscht. Wenn ich die Aufnahmen eines Abends vollständig bearbeitet habe, komprimiere ich die gesamten Daten in einer Zip-Datei und schreibe diese auf ein LTO6-Magnetband. Diese Bänder sind 30 Jahre archivfest und die sicherste Art, Massendaten zu speichern. Auf eine Cartridge passen 2,5 TBytes. Als ich mit PSS soweit war, war ich froh, noch all die allten Videos zum Testen zu haben. Und auch heute noch freue ich mich, wenn ich neue Bearbeitungstechniken entwickelt habe und diese auf die alten Daten anwenden kann.

Schöne Grüße
Rolf
 
Hallo Rolf,

ein fantastisches Panorama. Ich muss doch mal schauen, ob ich nicht dort irgendwo einen havarierten Arkonidenraumer finde ;)

Herzliche Grüße,
Ecki
 
Hallo,

das ist ein wirklich tolles Mondpanorama, Rimae Cauchy, Messier A&B, Alphonsus dark spots, Rimae Triesnecker, Rima Hyginus, Rille im Alpental, Rima Hadley, Plato Craterlets - alles Da! Ich bin fasziniert!

Gratulation,

Philipp
 
Hallo Sternfreunde,

zum Thema LRGB-Komposit gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht:

Die gute: Peter Riepe hat mir geschrieben, dass das Bild als "Astrofoto der Woche" erscheinen wird. :)

Die schlechte: Die Pipeline ist im Moment so gut gefüllt, dass es erst am 29. Juni etwas wird. Bis dahin darf ich das Foto nicht in irgendwelchen Foren posten, also auch hier nicht. :(

Umso besser, dass ich am 31.03. ja auch ein LRGB-Komposit erstellt hatte, das ich hier vorstellen konnte.

Schöne Grüße
Rolf
 
Hallo Ecki,

Hallo Rolf,

ein fantastisches Panorama. Ich muss doch mal schauen, ob ich nicht dort irgendwo einen havarierten Arkonidenraumer finde ;)

Herzliche Grüße,
Ecki

ich muss gestehen, dass ich erstmal "Arkonidenraumer" googlen musste. Kannte ich noch nicht. Aber vielleicht suchst Du erstmal nach den Unterteilen der Apollo-Mondlandefähren. :)

Ich werde regelmäßgig gefragt, ob man die Landefähren auf meinen Fotos sehen kann. Aber da fehlen leider noch ein paar Zehnerpotenzen an Auflösung.

Herzliche Grüße
Rolf
 
Ich muss auch noch mal zu dem super Panorama meine Hochachtung aussprechen. (y)

Ich versuche auch schon seit meiner Jugend... hochaufgelöste Bilder von unserem Trabanten zu machen.
Die Grenze liegt immer bei einer Auflösung von ca. 1.5-2 Km. Mehr geht einfach nicht, mehr lässt das Seeing einfach nicht zu.
Man müsste mal extra auf einen hohen Berg fahren und dann noch das nötige Glück haben.

Meine eigenen Aufnahmen vergleiche ich immer mit der QuickMap vom Mond. Da geht die Auflösung wirklich bis zu den Apollo Landefähren runter. (Wenn mal wieder gefragt wird, kann man ja mal so ein Bild zeigen :D )

CS *entfernt*
 
Hallo Bernd,

vielen Dank für die netten Worte!

Beim Vergleich mit LRO sage ich immer, dass sie dort für die NAC eine ähnliche Optik verwenden wie mein C11. Nur, dass sie zur Fotografie der Landestellen den Orbit auf 25 km Höhe abgesenkt haben. Und ich fotografiere aus 400.000 km Entfernung! Das sind genau die Zehnerpotenzen, die mir an Auflösung fehlen.

Für einen Vortrag im Ars Electronica Center in Linz / Österreich voriges Jahr zum 50. Mondlandejubiläum hatte ich eine Zoomfahrt gebastelt, bei der man aus einer "normalen" Mondansicht bis zur Auflösung der Landestellen kam. Da konnte man erahnen, wie tief man eintauchen muss, um etwas zu erkennen. Also: Mit der QuickMap sollte man seine Mondaufnahmen von der Erde aus nicht vergleichen. Da kann man nur depressiv werden.

Was das Seeing angeht, bin ich nicht so pessimistisch. Sicher, es gibt bessere Gegenden auf der Erde. Aber manchmal ist auch bei uns das Seeing so gut, dass bei 11" Öffnung beugungsbegrenzte Aufnahmen möglich sind. Man muss nur ein bisschen mehr Geduld haben.

Schöne Grüße
Rolf
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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