MarcusAurelius
Mitglied
Hallo ihr Sterngucker,
ich bin Carsten, lebe und studiere in München, und würde gerne in die Astronomie einsteigen – da es mir mit Ausnahme eines Kollegen und der Volkssternwarte an Austauschmöglichkeiten mangelt, und ich im Alltag eher mit Kameras und Mikroskopen spiele, als mit Teleskopen, frage ich einfach mal hier nach
Zur Verfügung steht ein Anfangsbudget von ca. €500-600. Ich lebe in einer Mietwohnung ohne Balkon oder Garten, mein Hauptbeobachtungsort wird daher der nächste Park sein (laut Onlinetool Bortle 5, 1.490 μcd/m2). Hin und wieder möchte ich mich aufs Fahrrad schwingen um z.B. im weniger lichtverschmutzten Forstenrieder Landschaftspark zu beobachten (angeblich Bortle 4, 434 μcd/m2). Ein paar Freunde von mir besitzen Autos und haben schon Interesse daran bekundet, mal zum Sternegucken an wirklich dunkle Orte ins Umland zu fahren, aber das wird natürlich trotzdem eher seltener vorkommen als die Beobachtung im Park.
An sich finde ich Deep Sky interessanter als das Sonnensystem, aber das ist in der Großstadt wohl eher schlecht realisierbar. Es wäre also ein Kompromiss schön, mit dem man beides zumindest halbwegs hinbekommt – in der Stadt Planeten, an dunklen Orten Deep Sky. Ich weiß, von Kompromissen darf man nicht allzu viel erwarten, aber was soll ich machen
Astrofotografie würde mich zwar sehr reizen (fotografiere eh), ist bei dem Budget wohl aber nicht machbar – eine EQ-5/6 ist einfach (noch) zu teuer, und die DSLR schwer.
TL-DR also:
€500-600 für den Einstieg (Teleskop mit Montierung, ein besseres Okular, ein UHC-Filter, evtl. noch ein Laser zur Justierung)
Auf dem Fahrrad transportabel (großer Trekkingrucksack, oder vielleicht ein gefederter Anhänger)
Grundsätzlich Planeten und Deep Sky (im Rahmen des Machbaren)
Einsatzort Großstadtpark > Landschaftspark etwas außerhalb der Großstadt > wirklich dunkle Orte
Hier im Forum wird bei dem Budget ja sehr gerne ein Dobson empfohlen – 200/1200 klingt zwar wirklich gut, ich bezweifle aber, dass ich das zu Fuß 3 km in den Park geschleppt oder 10 km auf dem Fahrrad transportiert bekomme.
Nach etwas Recherche sind mir diese Modelle untergekommen:
Skywatcher AC 102/500 EQ-1/AZ-3 (€280)
Omegon Advanced 150/750 EQ-320 (€430)
Skywatcher BD 150/750 EQ3-2 (€445)
Skywatcher PDS Explorer BD 150/750 EQ-3 (€420)
(Skywatcher 150/750 EQ-5 (€505)
Mein Gegoogle hat ergeben (gerne korrigieren, falls ich Blödsinn schreibe):
Der Refraktor soll ein vernünftiges Einsteigermodell sein, das ganz gut Rich Field kann, Planeten halt mit Farbsäumen, und sehr gut zu transportieren ist. Es bleibt bei dem niedrigen Preis deutlich mehr Budget für gutes Zubehör. Ob die EQ-1 ihn ausreichend hält? Die Reflektoren sind für Deep Sky deutlich besser geeignet, können aber auch Planeten ganz gut, sind dafür größer, schwerer, und teurer. Es bleibt weniger Geld für Zubehör.
Bei den Reflektoren bin ich mir unsicher hinsichtlich der Differenzen:
Montierung: die angebotenen Kombinationen werden in Foren meist als grenzwertig unterdimensioniert bezeichnet. Die Version mit EQ-5 für €505 passt eigentlich nicht mehr wirklich ins Budget. Wenn sie aber um viele, viele Meilen besser und zukunftssicherer ist, als die anderen, könnte ich noch ein bisschen sparen. Das Omegon hat eine EQ-320 Montierung, zu der ich gar nichts gefunden habe. Sieht auch definitiv anders aus als die anderen EQ-3 Varianten. Und beim PDS Angebot weiß ich nicht, ob das wirklich eine EQ-3 ist, oder eine EQ3-2 - ich dachte die EQ-3 wird nun wirklich lange nicht mehr hergestellt?
Dann die restlichen Unterschiede. Der Skywatcher hat einen 2" Okularauszug, das Omegon nicht. Mh. Trotzdem listet ein sehr großer Onlineshop in seiner subjektiven ‚Einsteiger – Fortgeschrittene – Profis‘ Einschätzung das Omegon auch unter 'Fortgeschrittene', den Skywatcher nicht. Wissen die mehr als ich? Also, klar tun sie's, aber was genau?
Und schließlich habe ich in einem österreichischen Onlineshop die eigentlich teurere PDS-Version mit besserer Fokussierung günstiger als die woanders verfügbare Normalversion gefunden. Dafür angeblich nur EQ-3 und nicht EQ3-2.
Da soll noch einer durchblicken ...
Als Zubehör hatte ich einen UHC-Filter für Kontrasterhöhung bei Deep Sky unter Lichtverschmutzung geplant, einen Justierlaser (falls es ein Reflektor wird), und drei neue Okulare – da beim Teleskop ein 25er und ein 10er beiliegen erstmal ein HR Planetary 4 mm, dann mit der Zeit ein HR Planetary 15 mm und Baader Hyperion 31 ASPH 2“.
So, jetzt kann ich Berichte lesen und Zahlen wälzen, wie ich will, aber praktische Erfahrung habe ich keine, und bin daher auf eure Meinung gespannt. Was haltet ihr von den Vorschlägen? Habe ich bessere Alternativen übersehen? Oder bin ich komplett auf dem Holzweg?
Freue mich auf euren Input
Carsten
ich bin Carsten, lebe und studiere in München, und würde gerne in die Astronomie einsteigen – da es mir mit Ausnahme eines Kollegen und der Volkssternwarte an Austauschmöglichkeiten mangelt, und ich im Alltag eher mit Kameras und Mikroskopen spiele, als mit Teleskopen, frage ich einfach mal hier nach
Zur Verfügung steht ein Anfangsbudget von ca. €500-600. Ich lebe in einer Mietwohnung ohne Balkon oder Garten, mein Hauptbeobachtungsort wird daher der nächste Park sein (laut Onlinetool Bortle 5, 1.490 μcd/m2). Hin und wieder möchte ich mich aufs Fahrrad schwingen um z.B. im weniger lichtverschmutzten Forstenrieder Landschaftspark zu beobachten (angeblich Bortle 4, 434 μcd/m2). Ein paar Freunde von mir besitzen Autos und haben schon Interesse daran bekundet, mal zum Sternegucken an wirklich dunkle Orte ins Umland zu fahren, aber das wird natürlich trotzdem eher seltener vorkommen als die Beobachtung im Park.
An sich finde ich Deep Sky interessanter als das Sonnensystem, aber das ist in der Großstadt wohl eher schlecht realisierbar. Es wäre also ein Kompromiss schön, mit dem man beides zumindest halbwegs hinbekommt – in der Stadt Planeten, an dunklen Orten Deep Sky. Ich weiß, von Kompromissen darf man nicht allzu viel erwarten, aber was soll ich machen
TL-DR also:
€500-600 für den Einstieg (Teleskop mit Montierung, ein besseres Okular, ein UHC-Filter, evtl. noch ein Laser zur Justierung)
Auf dem Fahrrad transportabel (großer Trekkingrucksack, oder vielleicht ein gefederter Anhänger)
Grundsätzlich Planeten und Deep Sky (im Rahmen des Machbaren)
Einsatzort Großstadtpark > Landschaftspark etwas außerhalb der Großstadt > wirklich dunkle Orte
Hier im Forum wird bei dem Budget ja sehr gerne ein Dobson empfohlen – 200/1200 klingt zwar wirklich gut, ich bezweifle aber, dass ich das zu Fuß 3 km in den Park geschleppt oder 10 km auf dem Fahrrad transportiert bekomme.
Nach etwas Recherche sind mir diese Modelle untergekommen:
Skywatcher AC 102/500 EQ-1/AZ-3 (€280)
Omegon Advanced 150/750 EQ-320 (€430)
Skywatcher BD 150/750 EQ3-2 (€445)
Skywatcher PDS Explorer BD 150/750 EQ-3 (€420)
(Skywatcher 150/750 EQ-5 (€505)
Mein Gegoogle hat ergeben (gerne korrigieren, falls ich Blödsinn schreibe):
Der Refraktor soll ein vernünftiges Einsteigermodell sein, das ganz gut Rich Field kann, Planeten halt mit Farbsäumen, und sehr gut zu transportieren ist. Es bleibt bei dem niedrigen Preis deutlich mehr Budget für gutes Zubehör. Ob die EQ-1 ihn ausreichend hält? Die Reflektoren sind für Deep Sky deutlich besser geeignet, können aber auch Planeten ganz gut, sind dafür größer, schwerer, und teurer. Es bleibt weniger Geld für Zubehör.
Bei den Reflektoren bin ich mir unsicher hinsichtlich der Differenzen:
Montierung: die angebotenen Kombinationen werden in Foren meist als grenzwertig unterdimensioniert bezeichnet. Die Version mit EQ-5 für €505 passt eigentlich nicht mehr wirklich ins Budget. Wenn sie aber um viele, viele Meilen besser und zukunftssicherer ist, als die anderen, könnte ich noch ein bisschen sparen. Das Omegon hat eine EQ-320 Montierung, zu der ich gar nichts gefunden habe. Sieht auch definitiv anders aus als die anderen EQ-3 Varianten. Und beim PDS Angebot weiß ich nicht, ob das wirklich eine EQ-3 ist, oder eine EQ3-2 - ich dachte die EQ-3 wird nun wirklich lange nicht mehr hergestellt?
Dann die restlichen Unterschiede. Der Skywatcher hat einen 2" Okularauszug, das Omegon nicht. Mh. Trotzdem listet ein sehr großer Onlineshop in seiner subjektiven ‚Einsteiger – Fortgeschrittene – Profis‘ Einschätzung das Omegon auch unter 'Fortgeschrittene', den Skywatcher nicht. Wissen die mehr als ich? Also, klar tun sie's, aber was genau?
Da soll noch einer durchblicken ...
Als Zubehör hatte ich einen UHC-Filter für Kontrasterhöhung bei Deep Sky unter Lichtverschmutzung geplant, einen Justierlaser (falls es ein Reflektor wird), und drei neue Okulare – da beim Teleskop ein 25er und ein 10er beiliegen erstmal ein HR Planetary 4 mm, dann mit der Zeit ein HR Planetary 15 mm und Baader Hyperion 31 ASPH 2“.
So, jetzt kann ich Berichte lesen und Zahlen wälzen, wie ich will, aber praktische Erfahrung habe ich keine, und bin daher auf eure Meinung gespannt. Was haltet ihr von den Vorschlägen? Habe ich bessere Alternativen übersehen? Oder bin ich komplett auf dem Holzweg?
Freue mich auf euren Input
Carsten
