Milchstraße auf Foto marginal sichtbar -> lohnt sich neuer Versuch?

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Benni00

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Liebes Board,

ich war letztens an einem abgelegenem Ort im Norden und habe einen Schnappschuss von Jupiter und Saturn gemacht (ohne Stativ und Foto in JPG.. war nicht auf vorbereitet)
Dropbox Link
(ggf. müsst ihr das Bild erst herunterladen, sonst wird nur die komprimierte Fassung angezeigt)
Man erkennt auf dem einen Bild auch die Milchstraße, zumindest marginal rechts überhalb der beiden Planeten.

Fotografiert mit Nikon D3200, Standardobjektiv, 18 mm Brennweite, ISO 1600, 20 Sekunden Belichtungszeit, Blende maximal offen

Meine Fragen:
1. Lohnt sich ein weiterer Besuch mit Stativ und diversen Aufnahmen für Stacking sowie Nachbearbeitung?
2. Gibt es eine Möglichkeit, durch Nachbearbeitung die Milchstraße sichtbarer zu machen? -> Habe es in GIMP mit Anpassung der Farbwerte und Farbkurve probiert, leider ohne Erfolg.

Dankeschön euch!
 
Moin,

Was willst Du mit dem Stativ erreichen? Längere Belichtung? Geht nicht wegen Nachführung. Belichtungsreihe? Da wandert Dir die Milchstraße aufgrund fehlender Nachführung auch aus dem Bild. Manuell mit einem Stativ nachführen? Öhm, klar, wir geben massiv Kohle für Montierungen und Autoguiding aus, dabei braucht es ja nur eine Kamera mit einem Stativ - mann sind wir dämlich.
So, Sarkasmus aus (sorry dafür) mit Kamera und Stativ geht Mond, Jupiter, Saturn eine „Weitfeldaufnahme“ wie Deine oder halt Strichspur. Für alles andere braucht es Nachführung und Guiding und ne hohe Frusttoleranz ???.
Mit nem ganz schnellen Objektiv geht evtl. noch etwas mehr!
Aus eigener Erfahrung!

CS und Grüazi
Carsten
 
Moin,

klar lohnt sich das!
1. scharfstellen, das verschafft der Sichtbarkeit einen enormen Boost
2. Feststativ geht besser, als man glauben mag, jedenfalls bei kurzen Brennweiten, Beispiel: Die Milchstraße vom Kepheus zum Schützen (keine Nachführung, kein Guiding, Feststativ, 15sec Einzel-BZ)
3. Fernauslöser oder zeitverzögerte Auslösung zum Schutz vor Verwacklung

Bei 18mm würde ich mal mit 10..12sec BZ probieren (schau dir die Bilder vergrößert in der Kam an, dann siehst du sofort, ob die Sterne noch rund(genug) sind oder "Ostern feiern" wollen ;)
Es gibt auch Faustformeln à la 500/Brennweite=BZ in Sekunden, mit dem Wert dann probieren und variieren bis es paßt. Je weiter weg vom Polarstern, je stärker die Strichbildung.

Viel Spaß beim Ausprobieren!
CS!!
Okke
 
Guten Tag,

rein zuuuuufällig habe ich erst kürzlich dazu ein Video gemacht. Sequator wird in einem gleich mit erklärt.
Vielleicht hilft es ja.

CS Frank
 
1. Lohnt sich ein weiterer Besuch mit Stativ und diversen Aufnahmen für Stacking sowie Nachbearbeitung?
unbedingt!
2. Gibt es eine Möglichkeit, durch Nachbearbeitung die Milchstraße sichtbarer zu machen? -> Habe es in GIMP mit Anpassung der Farbwerte und Farbkurve probiert, leider ohne Erfolg.
Bei JPEG nicht, da hast Du ja nur 8 Bit.

CS Dietmar
 
Liebes Board,
vielen Dank für den guten Input soweit!! @frasax Super Tutorial! Ihr habt mich ermutigt, es nochmal zu probieren. Ich bin nochmal hin und habe Aufnahmen mit folgenden Einstellungen gemacht:
  • Nikon DSLR D3200 auf einem einfachen Kamerastativ, ca. 00:45 Uhr nachts
  • 12 Fotos
  • Standardobjektiv, 18 mm Brennweite
  • ISO 1600
  • 15 Sekunden Belichtungszeit
  • Blende 5.6f (geht eigentlich bis 3.6f runter, aber die Kamera ließ sich in diesem Moment nicht tiefer als 5.6 stellen..ggf. nicht mit den anderen Einstellungen kompatibel)
  • Fotos anschließend mit DeepSkyStacker (ohne Darks, Bias etc.) zusammengefügt und in GIMP nachbearbeitet (Werte, Farbkurven)

und tatsächlich, es lohnt sich!

Das fertige Foto der Milchstraße:
Milchstraße.jpg


Hier ist der Link zu einem Einzelframe in NEF-Format.

Meine Fragen:

1. Habt ihr bitte ein wenig Feedback zu dem Bild? Fokussierung richtig? Nachbearbeitung o.k.?
2. Was sind die nächsten drei Schritte, um die Ergebnisse noch zu verbessern? Anderes Objektiv? Nachführung? Einfach mehr Fotos?


Danke,
Benni
 
Hallo Benni,

na bitte, ist ja schon gut drauf, die Milchstraße! :y:
Auf meinem Schirm ist sie etwas violett, aber sonst voll ok!

ich habe vor einigen Tagen auch Jupiter und Saturn aufgenommen, auch ohne Nachführung, allerdings mit einem 16mm bei Blende 1,8 - lichtstarke Objektive helfen natürlich, die Belichtungszeiten kürzer zu halten. Vielleicht hilft Dir der Vergleich, was man sehen kann, auch wenn mein Foto ein Einzelbild ist.

Wenn Du dranbleibst, wirst Du bald die schönsten Fotos im Kasten haben:y:, weil bei der Astrofotografie hilft nur eines: durchhalten und weitermachen. Aber das machst Du ja perfekt, lässt nicht locker und siehst, dass es schnell besser wird. Dein Handicap war besonders die Blende von 5.6, das macht es für Dich viel schwerer, in kurzer Zeit viel Licht einzufangen. ;)

Hier also meine Daten:
  • Einzelbild
  • Fujinon XF 16mm bei Blende 1,8
  • ISO 3200
  • Belichtungszeit 5 Sekunden
  • Auf Kamerastativ
  • in Photoshop etwas aufgehellt.

lg
Niki

DSCF8617_Jup_Sat 2000x1333.jpg
 
Ich hoffe, Du hast nichts dagegen, wenn ich mal den starken Violett-Anteil herausnehme und Dein Bild nochmals poste. So sieht das meiner Meinung nach schon sehr gediegen aus! :y:

lg
Niki

Milchstraße_nc.jpg
 
Hallo Niki,

Danke für dein Feedback. Welche Luftverschmutzung gab es an dem deinem Standort? Bei mir war es ein Dunkelgrün auf der LightPollutionMap (Region Bad Malente, SH) Hast du einen Filter verwendet? Mit was für einer Kamera ist das fotografiert? Ich bin beeindruckt, wie ein Einzelbild so gut sein kann. Ich stand selber 45 Min für das Foto im Dunkeln :D

Das Bild von mir wird so violett, wenn ich in GIMP die Nachbearbeitung durchführe. Dadurch, dass ich das Farbhistogramm und die Farbkurven anpasse, um die Milchstraße herauszuarbeiten, werden die Farben leider etwas übersättigt.
 
Hallo Benni,

ich hatte das mit meiner Fujifilm X-T3 fotografiert (APS-C) und die Sicht am Dienstag war sehr klar. Du meinst wahrscheinlich Lichtverschmutzung, und da gab es Richtung Süden eigentlich so gut wie keine.

Bei der Bildbearbeitung muss man behutsam vorgehen, sonst entgleisten schnell mal die Farben oder der Kontrast. Ein lichtstarkes Objektiv ist fast immer auf der Wunschliste der Fotografen des Nachthimmels, weil damit auch ohne Nachführung schon gute Motive gelingen. Mit Nachführung ist es dann natürlich noch einfacher, runde Sterne zu bekommen.

Die Bildbearbeitung ist ein sehr anspruchsvoller Teil, und man muss viel Zeit und Geduld aufwenden. Alle, die hier tolle Fotos zeigen, haben dutzende bis hunderte Stunden Nachbearbeitung am PC hinter sich. ;)

Du kannst also die Milchstraße "herausarbeiten", wenn Du weißt, welche Regler Du hast und wie Du sie verwendest, ohne dass die Nebenwirkungen größer werden, als das, was Du erreichen willst. Ich kenne das von mir. Ist nicht immer einfach. Und ein Farbstich ist eventuell eine Nebenwirkung, aber den kann man vermeiden, wenn man weiß, wie.

lg
Niki
 
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