Das hat es
So, ich wollte mich eh nochmal kurz melden und mich bei allen für die Hilfe und tolle Beratung bedanken - und direkt meine ersten Erfahrungen schildern.
Vorbereitung
Das Zubehör von TS kam Dienstag schon (Justierlaser, TS Planetary 5 mm, Baader Vixenklemme), das Teleskop selbst wurde Mo. aus Ungarn versendet und kam gestern unbeschadet an. Also erstmal direkt ans Kollimieren gesetzt. Der Justierlaser erwies sich dabei als nicht sehr hilfreich, wegen des bekannten Problems mit dem etwas losen Fokuser des Heritage - je nachdem in welche Richtung die Schwerkraft oder meine Finger den Fokuser zogen/drückten, lag der Laserpunkt perfekt in der Mitte oder ganz am Rand

Also die kleine beigelegte Kollimierkappe und Anleitung genutzt - der Anleitung entsprechend war das Teleskop eigentlich perfekt kollimiert (soweit ich es beurteilen konnte), nur die Reflektion der Kollimierkappe selbst lag nicht ganz mittig, das lag aber wohl wieder am losen Fokuser und nicht an der Kollimierung.
Probeweise nahm ich den Tubus dann auch direkt mal von der Dobsonmontierung und packte ihn mittels Vixenadapter auf mein Manfrotto 055XPROB-Stativ mit Kugelkopf - das Ganze machte einen ausreichend stabilen Eindruck (besonders wenn man die Stativbeine noch weiter spreizt), war direkt perfekt balanciert und ließ sich mit am Kugelkopf komplett gelösten Schrauben auch recht feinfühlig führen, allerdings kamen gewisse Zweifel an der Haltekraft der Klemme des Kugelkopfes. Diese brauchte ich nur einen Bruchteil eines Millimeters lösen, da kam mir der ganze Tubus schon entgegen gerauscht - wäre natürlich nicht so ideal, wenn sich das Ganze im Feld mit der Zeit löst, weil die Haltekraft nicht ausreichend ist. Mal sehen. Im jeden Fall packte ich den Tubus für den Anfang dann wieder auf die Dobsonmontierung zurück.
First light
Gegen 23:30 ging es dann mit dem ganzen Geraffel in den kleinen Park (eine große baumumstandene Rasenfläche) neben dem Haus. Die Bäume halten erstaunlich viel Umgebungslicht ab, aber natürlich leuchtet die eine oder andere Laterne doch durch die Äste. Wirksame Dunkeladaption war damit leider vom Tisch, und die Münchner Lichtverschmutzung und laue Sommernacht taten ihr Übriges. Trotzdem wurde das Heritage auf einer Plastikfolie platziert, der Besitzer auf einer zweiten, daneben kam der Laptop mit Stellarium im Nachtmodus, Kompass und Zubehör. Zuallererst wurde direkt Jupiter mit dem 25 mm Okular angefahren, dann auf das 5 mm gewechselt und hurrah, da steht der Gasgigant umringt von seinen vier Kindern, mit deutlich erkennbaren Wolkenbändern. Und da fiel mir leider ein Kritikpunkt auf - die Nachführung in der azimuthalen Achse ist ziemlich ruckelig, und lässt sich (soweit ich es feststellen konnte) auch nicht lockern - es gibt einen 'tension control knob' für die alt-Achse, aber nicht für die Drehung der Plattform. Dadurch drückt/zieht man den Tubus wo man ihn hinhaben möchte, und er schnellt direkt wieder in die Ausgangsposition zurück, weil man das Ganze tatsächlich nur gebogen hat - drückt man ausreichend, damit die Plattform sich tatsächlich dreht, schnellt das Ganze wegen des Widerstandes direkt drei Gesichtsfelder zu weit. Aber naja, es geht schon irgendwie. Ein paar Minuten habe ich mir Jupiter angesehen, mit dem Fokus gespielt, und gemeint den GRS vielleicht erahnen zu können. Dann ging es direkt weiter zum Saturn - ein hübscher Ring, mit der Cassiniteilung verhielt es sich genauso wie mit dem GRS - ich meinte sie erahnen zu können, sicher behaupten würde ich es aber nicht.
Dann begann ich mich daran zu stören, dass der Laserpunktsucher nicht richtig eingestellt war und ich immer grob links unter das Objekt der Begierde zielen musste um es anzuvisieren. Also wurde das Teleskop kurz auf die Klingel der Nachbarn gerichtet und der Sucher eingestellt. Frisch justiert wurden dann einfach erstmal ein paar sichtbare Sterne angefahren (Vega, Polaris), dann Mars, der sich hinter Bäumen versteckte und nur hin und wieder mal durch die Blätter lugte. Ich die waren dann auch Schuld daran, dass der Gott des Krieges komplett unscharf und verschwommen blieb. Mit dem gut justierten Sucher war es dann aber erstaunlich leicht Objekte direkt mit 5 mm anzuvisieren, ohne erst mit 25 oder 10 mm suchen zu müssen.
Weitere Wunschobjekte (Venus, Plejaden etc.) standen leider noch zu tief am Himmel, daher machte ich mich mit 25 mm spontan auf die Suche nach M31. Cassiopeia aufgesucht, darüber über Almach zu Mirach gehangelt, links abgebogen und weiter über μ-Andromedae bis ich dort, wo M31 sein müsste, auf einen milchigen Fleck stieß. Unspektakulär, aber hurrah, 'ne Galaxie!
Auf die Plejaden und Venus wollte ich dann nicht mehr bis 3 warten, und packte kurz vor 1 zufrieden ein. Später fiel mir dann noch ein, dass ich mir eigentlich ja noch M13 hätte geben können, aber naja - das nächste Mal mache ich eine Liste.
Heute geht's zum Baumarkt für PTFE-Tape, um dem Fokuser sein Spiel zu nehmen, und selbstklebende Veloursfolie, um damit die Ränder des Sekundärspiegels und die Innenfläche des Tubus zu versehen, in Kürze werde ich mich auch daran machen einen Streulichtschutz zu schneidern. Und dann gucke mich mal, ob ich es doch wage das Teleskop auf dem Stativ einzusetzen - im Zweifelsfall muss halt ein stabilerer Kugelkopf her. Und natürlich steht ein Trip ins dunklere Umland an ...