Guter Link.
Wie so oft, wenn ich etwas genauer lese, finde ich Unklarheiten...
"Diese vom Hersteller erhältlichen Diagramme treffen eine Aussage darüber, wie viele nebeneinander liegende schwarzweiße Linienpaare mit welchem Kontrast noch differenziert abgebildet werden – das heißt, je mehr Linienpaare bei möglichst hohem Kontrast, desto besser ist das Objektiv."
Nachfolgend ist gut beschrieben, was gemeint ist, auch verständlich, aber bei obigem Satz fehlt der Hinweis, dass die "Anzahl der Linienpaare"
pro einer Längeneinheit gemeint ist, was einleitend gar nicht erwähnt wird. Lässt man diese Kleinigkeit weg, kann man meinen, wenn ich 76 Linienpaare auf einen Zettel male, sehe ich eben 76, wenn ich 12 male, sehe ich 12, weder Abstand noch Breite noch Frequenz noch "pro mm/inch/km" werden in dieser Einleitung erwähnt.
Daher kommen viele Ungenauigkeiten. Die Sprache wäre oft präzise genug, wird aber bei komplizierten Sachverhalten oft schnell unverständlich, und Vereinfachungen der Sprache werden wiederum sachlich unpräzise. Und wenn mit verschiedenen Levels von Präzision kommuniziert wird, redet man schnell aneinander vorbei.
Ich sehe, allein die Tatsache, dass man sich mal einigen muss, ob eine MTF eine Transferfunktion ist oder ein "Ergebnis" darstellt, ob (Quantenmechanik schau owe) ein Beobachter einbezogen wird oder das ganze Thema ohne Detektor genauso lebensfähig ist... und wenn ich an meinen ersten Kontakt mit dem Wort "MTF" denke... ich fragte mich, was diese Wortschöpfung meint.
Modulations-Transfer-Funktion. Es gibt also eine Modulation (wovon?) und diese Modulation wird transferiert (wohin?) und durch eine Funktion (wie sieht sie aus?) beschrieben. Da ich jemand bin, der gerne aus den Begriffen den Sinn ableite, aber oft von der Materie nichts oder wenig versteht, ist dieser Begriff per se wenig aussagekräftig. Ohne das ganze Drumherum zu kennen, stehe ich dann ziemlich in der Wüste. Und will man das "begreifen" ("sehen"), wird der Weg ein langer.
Hier diskutieren ja nicht Unwissende. Und doch dauert es, bis man meint zu wissen, worüber man eigentlich spricht. Und wenn man nach der MTF den Sensor hinzunimmt, wie Sven, dann tastet eine Auge mit Mikrozittern und vielen internen Prozessen ein durch seeing tanzendes Bild ab, dessen Punkte Beugungsbilder darstellen, und im Gehirn können wir gespeicherte Bilder und Seherwartung gar nicht mehr ins Nebenzimmer schicken und wegtun, und so ist für mich letztlich ungeklärt, wie diese letzten Schritte so eine (zB) tolle, scharfe, dunkle Cassini-Teilung hinzaubern, wo rechnerisch nur ein verwaschenes Dunkelgrau auftauchen sollte, und das nur - wie immer - zeitweise.
Natürlich kann man sich all die Diskussionen sparen. Aber "Wissenschaft", und sei sie von Amateuren oder völligen Laien wie mir auch nur ansatzweise betrieben, fragt ja immer: "Warum zum Teufel ist das so?"
lg
Niki