Montierung EQ-1 Upgrades und Modifikationen

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Martroese

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

Spaß am Basteln und Neugier haben mich dazu gebracht, meine kleine Dachsternwarten EQ-1 Montierung noch etwas zu modifzieren und aufzuwerten. Nachdem das Problem der genauen Polausrichtung dank der genialen wie einfachen Software SharpCap gelöst ist, macht es auch Sinn, noch ein wenig in die kleine Montierung zu investieren. Ja, sie wird nie ein Stabilitätswunder werden, vllt schaffe ich es aber, noch ein bisschen was aus dem Teil herauszuholen.

Folgende Dinge möchte ich oder habe ich schon geändert:

-zentrale Klemmung statt Seitlicher unten am Fuß
-zweite Schraube mit Widerlager zur genaueren Polhöheneinstellung bzw Arretierung
-Möglichkeit der Feineinstellung der Drehung in Azimut zur Polausrichtung
-Einbau vernünftiger Lager
-Sterngriffe statt der unpraktischen Hebel

Die zentrale Klemmmöglichkeit der gesamten Montierung auf dem Stativfuß hab ich schon ganz am Anfang umgerüstet. Es wird jetzt die Montierung nach unten zentral mit einer Schraube festgespannt. Vorher wurde mit einer Schraube von der Seite her geklemmt. Jegliche Ausrichtung war nach der Klemmung natürlich wieder weg.

Ab Werk kommt die EQ-1 nur mit einer Schraube daher, um die Polhöhe einzustellen. Die Polhöhe lässt sich in Richtung Oben mit der Schraube korrigieren. Möchte man nach unten korrigieren, muss die Klemmung gelöst werden, die Polhöhenschraube wieder etwas zurückgedreht werden und man muss sich erneut von unten her annähern.
Mit der Feile hab ich entsprechende Flächen ausgefeilt, in denen ein Alu-Lagerblock sitzt, der mit einem M8 Innengewinde versehen ist und eine Sterngriffschraube aufnimmt. Jetzt kann zum einen die Polhöhe auch fein nach unten korrigiert werden, zum anderen erhält die Montierung mehr Stabilität, kann sie nun mit beiden Schrauben gegeneinander geklemmt werden.

IMG_20200929_145918.jpg
IMG_20200929_145947.jpg
IMG_20200929_150214.jpg


Um auch in azimutaler Richtung die Montierung möglichst feinfühlig einnorden zu können musste eine etwas spezielle Lösung gefunden werden. Natürlich ist auch hier wieder ab Werk keine Feinverstellung vorgesehen, wie es an größeren Montierungen üblich ist.
Um den Bastelaufwand möglichst gering zu halten, kam ich drauf, die Feinverstellung in einen der Ansätze für die Stativbeine zu verstecken. Ein Durchbruch im innenliegenden Lagerdom und ein herausgeführter Hebel, auf den zwei Rändelschrauben drücken lässt ab jetzt in einem kleinen, aber ausreichenden Bereich den Azimut einstellen. Etwas schwer zu beschreiben, die Bilder sollten es aber deutlich machen.
Man sieht hier auch die zentrale Klemmmutter.
IMG_20200929_150424.jpg
IMG_20200929_150339.jpg


Und nochmal im Ganzen.
IMG_20200929_150617.jpg



Hoffe, es ist ein wenig interessant. Über Rückmeldungen, Anregungen etc. freue ich mich immer :)


Gruß Martin
 
Hallo Martin,

siegt gut aus, die Verstellungen an den kleinen EQ's sind schon liderlich, da sieht Dein Ansatz schon deutlich praktikabler aus!

CS
Jörg
 
Hi Jörg,
ich finde auch, mit nur ein bisschen Mehraufwand hätte man da vieles einfach sauberer machen können an der Montierung. Gerade auch die Lagerung. Hätte man statt nur den ersten 2cm im Gussteil den Lagerabstand über die ganze Länge des Gussteils gezogen, wäre die Montierung sicherlich schon deutlich stabiler. Aber gut, der Innovationsgeist scheint in diesem Bereich wohl beschränkt...

Gruß Martin
 
Moin,

leider sind das eben inzwischen Billigteile - da wird denke ich nicht mehr viel entwickelt. Aber manchmal kann man mit Hirn und etwas mechanischen Fähigkeiten eine Menge erreichen... Zeigst Du ja gerade.

CS
Jörg
 
Mal sehen, wieviel es dann bringt. Schlechter wirds aber wohl nicht werden:)

Im Moment bin ich mit der Lagerung beschäftigt, warte aber noch auf Teile, um weitermachen zu können.
Das sind schonmal die wichtigsten Teile:
IMG_20200929_150711.jpg


Gruß Martin
 
Endlich sind die ersehnten Teile gekommen, um aus meiner 5-30mm Innenmessschraube eine 8-33mm zu machen. So kann ich den 32mm Lagersitz für die beiden Lager messen.
Den ersten Lagersitz hab ich soeben erfolgreich auf Maß gebracht. Ein wunschgemäßer Festsitz. Jetzt muss ich nur noch den zweiten Sitz auch noch so hinbekommen :)
Erstaunlich, was auf so einer kleinen "mini lathe" doch machbar ist!
IMG_20201001_193135.jpg


Ob das tatsächlich 1/100mm über Sollmaß ist, kann ich mit meinen Möglichkeiten nicht definitiv sagen. Das Lager geht jedoch ein Stückchen saugend rein. Weiter wollte ich es dann nicht reindrücken, das kommt erst, wenn alle Dreharbeiten abgeschlossen sind.
IMG_20201001_191953.jpg

Gruß
Martin
 
Moin Martin,

schaff Dir ne Drehbank an und Dein Freundeskreis verdreifacht sich ... Von ner Werkzeugfräse rede ich nicht mal. Die Möglichkeiten sind einfach unglaublich. Und wenn man damit offenbar umgehen kann... Viel Erfolg!

CS
Jörg
 
Hi Jörg,

Danke :) hat auch beim zweiten Lagersitz geklappt. Bilder kommen dann morgen.
Ja, das stimmt schon. So vieles, was man mal schnell selber machen kann, wenn man die entsprechenden Maschinen und Möglichkeiten hat.
Bisschen Erfahrung in dem Metier - würde ich behaupten - habe ich schon gesammelt über die Jahre :) Trotzdem ist es immer spannend, manuell vorallem Innendurchmesser möglichst auf den Punkt zu treffen :)

Grüße Martin
 
Moin,

musste vorhin an Bares für Rares denken, da wurde ein Innenkalibersatz aus der Schweiz der Endvieziger Jahre, wie neu, für 800€ bewertet und für 200 verschrappt...

CS
Jörg
 
Mal schauen, ob ich das noch nachsehen kann mit Bares für Rares :)

Also die heikelsten Maße für die beiden Lager hab ich getroffen. Beim zweiten, hinteren Lager ist mir der Sitz etwas enger geworden. Musste das Lager mit etwas Kraft einpressen. Hier mal mit der neuen Welle provisorisch eingesteckt.

IMG_20201002_123007.jpg



IMG_20201001_202326.jpg


Gruß Martin
 
Moin,

hier mal noch das Schema der neuen Lagerung. Eigentlich hatte ich ursprünglich vor, eine Kombination aus mehreren Axialnadellagern, Kugellagern und Nadellagern zu verwenden. Der Gedanke war, dass ich mir dieser Lösung möglichst wenig an den bestehenden Teilen modifizieren muss. Das Problem bei dieser Lösung wäre aber gewesen, dass der Abstand der Lager genauso mickrig gewesen wäre, wie im usprünglichen Zustand. Entsprechend wäre die Montierung vmtl nicht soo viel stabiler geworden
Nachdem ich die Teile dann schon bestellt und mit dem Ausdrehen angefangen hab, dachte ich mir, dass ich es vllt doch lieber "gescheit" machen will und zwei große Schrägkugellager mit maximal möglichem Lagerabstand einbauen möchte. Jetzt setze ich auf zwei Schrägkugellager in O-Anordnung, die dann gut vorgespannt werden können.
Eq-1-zwei-zugeschnitten.jpg


Gruß Martin
 
Dürfte eine gute Idee gewesen sein! Bin mal gespannt wie es ausgeht.

CS
Jörg
 
Hallo,

es ist schon langsam ein Ende in Sicht :) Die größten Arbeiten hab ich heute abgeschlossen.
Eine Messinghülse musste ich noch drehen und das Schnckenrad ensprechend anpassen. Das lief so entsetzlich unrund, dass ich mich frage, wie die das gefertigt haben. Ich konnte es jetzt auch nicht perfekt spannen und ausrichten, habe aber versucht, den Außendurchmesser des Schneckenrades als Referenz zu verwenden.
IMG_20201003_123202.jpg


Hier mal alle Einzelteile. Die Welle ist natürlich noch viel zu lang. Weil ich keine gute Säge habe, konnte ich das noch nicht absägen und ein Gewinde drauf schneiden. Man sieht hier im Innendurchmesser des Schneckenrades auch die sagenhafte Gussqualität. Ein Schweizer Käse :)
IMG_20201003_150334.jpg


Und zusammengestöpselt. Die Klemmung macht mir jetzt noch Sorgen.
IMG_20201003_150249.jpg


Wie man am Bild oben sehen kann, wird eigentlich mit einer Schraube seitlich auf den oberen Teil des Schneckenrades geklemmt. Das ist natürlich recht brachial. Am einfachsten wäre vllt, an dieser Stelle das Druckguss-Schneckenrad mit einer Messingrohrhülse aufzudoppeln, sodass die Klemmschraube auf das Messing drückt. Das Messing könnte man dann zur Not auch mal austauschen.
Wie machen das denn die großen Montierungen? Gibts vllt Tips, wie ich das noch etwas schöner anpassen könnte?

Gruß
Martin
 
Moin,

kleines Update:
Eigentlich könnte ich schon auf der Zielgeraden sein, bzw. fertig mit dem Umbau der Montierung. Allerdings hat das Messingrohr, das ich als Abstandshülse bestellt hab, so eine krachende Unwucht, dass die Montierung immer an einer Stelle kräftig klemmt. Gestern dachte ich noch, das liegt vllt am Schneckenrad und hab Schnecke und Schneckenrad mit der Bohrmaschine etwas einlaufen lassen wollen. Das war natürlich eine doofe Idee, wie ich hinterher weiß. Das Schneckenrad hat jetzt Einlaufspuren, weil es so schwer ging:cautious: Ich hoffe, ich hab es nicht ganz ruiniert, sonst kann ich den Umbau gleich in die Tonne kloppen oder muss ein Ersatzschneckenrad auftreiben.

Jedenfalls werde ich es noch mit einer neuen, exakt rundlaufenden Messingbuchse probieren und dann mal sehen, ob es besser läuft. Das dauert aber natürlich wieder bis das Material da ist etc.

Frustrierte Grüßeo_O
Martin
 
Das wird die erste in ihrer Klasse brauchbare EQ1 der Welt. :) Mach Dir wegen des Schneckenrads keine Gedanken, das ist eh Mist, und dennoch wird es besser als vorher sein, weil Du nun Lager hast und den Taumelfehler reduzierst. Ich bin allerdings erstaunt, dass nicht die Schneckenwelle sondern das Rad Einlaufspuren bekam. Normalerweise gibt die Schnecke zuerst auf, weil sie ständig abgerieben wird und das Rad nur einmal pro Umdrehung. Die Genauigkeit der radialen und auch axialen Lagerung der Schneckenwelle ist ebenfalls entscheidend: Wenn die taumelt, dann sorgt das für einen großen periodischen Fehler.

Die Klemmung wird bei den größeren Montierungen nicht viel anders gemacht, aber es wird ein Druckschuh verwendet. Das könntest Du auch machen.

Michael
 
Zur Not kannst Du dir auch eine neue Schnecke fertigen... Habe zufällig was geniales gesehen:
YouTube
Als Schneckenwelle sollte ein passendes Gewinde benutzt werden mit dem man das Schneckenrad gefräst hat.

Lucas
 
Das hat im Video am nackten Rohling gut geklappt, aber ein paar Anmerkungen dazu:

Der Vortrieb durch den Gewindebohrer ist nicht so gleichmäßig, wie man denkt. Ohne vorherige Indizierung ist es reine Glückssache, ob die Schnitte sich gut treffen. Ein Zwangsantrieb des Schneckenrads durch die Drehbank ist sehr sinnvoll. Der periodische Fehler ist durchaus vorhanden, weil die Geometrie von Schneckenrad und Schneckenwelle bei normalen Gewindestangen nicht stimmt. Gewindestangen sind in der Regel gerollt und haben in sich einen heftigen periodischen Fehler. Gewinde mit der Drehbank zu schneiden erfordert die Beseitigung aller Taumelfehler im Vorschub, sonst sind Gewindestangen immer noch besser.

Man kann den hochfrequenten Anteil des periodischen Fehlers durch Einschleifen verringern, so dass der Rest mit Guiding zu beherrschen ist. Das gibt dann brauchbare Schneckenräder, aber der Arbeitsaufwand ist insgesamt recht hoch.

Michael
 
Hey,
vielen Dank euch für die Antworten.

So genau hab ich mir die Schnecke noch nicht angesehen, ob die auch eingelaufen ist. Mir sind nur die Spuren auf dem Druckguss Schneckenrad aufgefallen und haben mich sehr geärgert. Die Schnecke scheint verchromt oder so zu sein. Das könnte eine gewisse Härte auf der Oberfläche erklären. Vielleicht kann ich da nochmal ein Foto von machen. Es hat leider auch die Position der Achsen nicht ganz gestimmt, das konnte ich jetzt schon angleichen.
Jetzt bring ich als nächsten die Sache mit der eiernden Messinghülse in Griff und schau dann mal, wie sich die Montierung am Himmel schlägt.
Die Lagerung der Schnecke ist natürlich auch so eine Sache. Die wollte ich aber erstmal noch original lassen. Sonst müsste ich da einen neuen Lagerblock basteln bzw fräsen lassen.

Ein Schneckenrad neu fertigen nach der Youtube-Methode würde ich gerne vermeiden:D
Ich hab schon überlegt, sollte sich die Nachführgenauigkeit nicht wirklich verbessert haben, von Kremp-Wetzlar eine Schnecke und Schneckenrad zu ordern. Das wär natürlich für die EQ-1 fast overkill, aber soo teuer ist das garnicht. Glücklicherweise hat die EQ-1 nämlich 100 Zähne am Schneckenrad, wie die größten Räder bei Kremp. Den Schrittmotor könnte ich also weiter verwenden. Das aber nur als letzte Option, wenn mit dem jetzigen Schneckenrad nichts zu erreichen ist.

Die Lagerung an sich mit den beiden Schrägkugellagern fühlt sich jedenfalls bombenfest an, absolut stabil. Kein Vergleich zu der ursprünglichen Eierei :)

Vielen Dank auch für den Hinweis zur Klemmung. Ich versuche, eine etwas bessere Kontaktfläche zu bekommen, damit ich nicht direkt das Schneckenrad zerdrücke.

Grüße Martin
 
Ich weiss nicht, wie die Lagerung der Schnecke aussieht. Falls das nur Bohrungen sind, könntest Du Buchsen einsetzen.

Falls die positionsdefinierenden Elemente der Schneckenlagerung einen axialen Schlag haben, taumelt die Schnecke und das sorgt für einen ordentlichen periodischen Fehler. Vielleicht kann man da irgendwas überdrehen, um es zu verbessern. Außerdem könntest Du das Schneckenrad und die Schnecke vorsichtig läppen, um die Oberflächen zu glätten, was hochfrequente Fehleranteile beseitigt. Du spürst es danach am butterweichen Lauf.

Was hast Du eigentlich für einen Motor am Antrieb? Ideal wäre hier lautloser Mikroschrittbetrieb. Das macht gegenüber den alten Motoren sehr viel aus, weil man Vibrationen verhindert.

Overkill? Nur gute Arbeit. :)

Michael
 
Guten Abend zusammen,

Die Lagerung der Schnecke ist so eine Sache :) Auf einer Seite läuft die Welle in einer Messingbuchse, die eingeschraubt ist. So kann das axiale Spiel eingestellt werden. Auf der anderen Seite läuft die Welle bloß im Aluguss mit Messing Distanzstück dazwischen.
Ich weiß nicht, was ich da ändern oder verbessern könnte, die Materialstärken sind leider extrem knapp bemessen.
Hier noch zwei Bilder.
IMG_20201008_193626.jpg
IMG_20201008_193705.jpg


Gruß Martin
 
Ah und an Michael oder alle noch die Frage zum Läppen: Mit was am besten? Bei meinem missglückten Einlaufversuch vor ein paar Tagen hab ich tatsächlich Zahnpasta verwendet:D. Ist das was?

Und zur Motorfrage noch: Ich habe DIESEN Schrittmotor im Moment. Ich kenne mich nicht aus, aber vermutlich hat der keinen Microschrittbetrieb. Er ruckelt etwa mit 2Schritten/sek vor sich hin im Betrieb.

Gruß Martin
 
Hmm. Du könntest erstmal mit der Messuhr schauen, ob es einen axialen Schlag gibt. Wenn ja, könntest Du versuchen, ganz vorsichtig die axialen Auflageflächen zu überdrehen. Unter 0,1 mm Material kann man sicher abnehmen. Hier lohnt sich jede Mühe, den axialen Schlag zu verringern.

Zum Läppen gab es hier einen guten Thread: Montierung läppen Ein richtiges Einschleifen würde ich nicht empfehlen, weil ich erwarte, dass die Teile alle sehr weich sind. Das Läppen glättet nur die Oberfläche. Wenn alles glänzt, reicht das. Man spürt es auch bei der Drehung der Schnecke, ob es gut ist.

Der Motor ist Murks, sorry. Der gleiche Mist ist auch an den anderen EQs verbaut; ich kenne das Tuckern von 2 Hz. Bei sehr gutem Seeing kann man die Vibrationen sogar visuell erkennen und in Fotos hinterlassen sie unschöne Spuren. Hier führen viele Wege zum Ziel. Du könntest einen Arduino nano mit einem Schrittmotortreiber für 3D Drucker verwenden, z.B. einem TMC2100. Wenn es eine DEC-Schnecke gäbe, wäre eine Motorisierung mit OnStep angemessen. :)

@Optikus Bei dem Hobby muss man einen Sinn für Mechanik haben. Ansonsten habe ich schon einige Zeit mit der Fehlersuche an Montierungen verbracht.

Michael
 
Guten Abend zusammen,

Die Lagerung der Schnecke ist so eine Sache :) Auf einer Seite läuft die Welle in einer Messingbuchse, die eingeschraubt ist. So kann das axiale Spiel eingestellt werden. Auf der anderen Seite läuft die Welle bloß im Aluguss mit Messing Distanzstück dazwischen.
Ich weiß nicht, was ich da ändern oder verbessern könnte, die Materialstärken sind leider extrem knapp bemessen.
Hier noch zwei Bilder.
Den Anhang 159449 betrachtenDen Anhang 159450 betrachten

Gruß Martin

Hm,

der Lagerbock ist ja geschraubt, Alu nehmen, neu fräsen, Sinterbronzebuchsen einsetzen. Ob man die eine Seite schraubbar macht (wenn dann mit Feingewinde), gute Frage. Mit Sinterbronzebuchsen ist die Führung kein Thema mehr.

CS
Jörg
 
Hi,

gut, die Schnecke kommt vllt dann auch noch dran.. Aber eins nach dem Anderen :)

Der Krimi ging noch weiter:rolleyes: Die eiernde Messing-Abstandshülse flog also raus und ich hab nochmal Material bestellt, mit dem ich die Hülse mit Innen- und Außendurchmesser in einer Aufspannung drehen konnte. Der erste Versuch gestern flog leider auch wieder in den Mülleimer. Zwar hat das Drehen wunderbar geklappt, den Innendurchmesser wollte ich dann mit der Reibahle auf Endmaß bringen. Allerdings konnte ich ja nicht ahnen, dass die Reibahle das Loch knapp 2/10 zu groß macht. Somit konnte sich wieder die Hülse auf der Welle wild umherbewegen und wiederum eine Unwucht erzeugen.
Also heute nochmal mit dem letzten Rest Material neu gedreht, wieder alles in einer Aufspannung. Diesmal aber ohne Reibahle den Id mit der Bohrstange auf spielfreies Maß gebracht. Jetzt sitzt die Hülse stramm und dieser Fehler ist hoffentlich behoben.

Wenn ich jetzt Schnecke und Schneckenrad durchrehe, hakelt es immer wieder etwas, mal mehr, mal weniger. Würde soetwas durch das Einschleifen mit der Läpppaste verschwinden oder ist die dazu zu fein?
Ich frag mich auch, wie ich den korrekten Abstand von Schnecke und Schneckenrad herausfinde und einstelle. Hat jemand einen Tip?

Gruß Martin
 
Wenn etwas hakt, dann vermute ich eher, dass irgendwas in der Lagerung ein Problem macht. Vielleicht irgendein Grat oder Späne? Das würde ich nicht mit Läppen zu kurieren versuchen.

Schlechte Oberflächen von Schnecke und Schneckenrad fühlen sich beim Drehen irgendwie schwer und rau an, auch wenn man gleichmäßig ohne Hakeln drehen kann. Gute Oberflächen flutschen einfach. Schwer zu beschreiben. Hast Du ein Stereomikroskop oder eine gute Lupe? Damit kann man die Oberfläche gut bewerten.

Die Schnecke muss in der Mitte des Schneckenrads laufen und parallel zur radialen Ebene des Schneckenrads sein. Der Abstand stimmt, wenn man einerseits nur minimales Umkehrspiel hat und andererseits keinen erhöhten Drehwiderstand. Da es immer einen gewissen Schlag gibt, muss man hier einen Kompromiss finden, der nie reibt und dennoch wenig Spiel hat. Das Umkehrspiel vermeidet man im Betrieb, indem man die Montierung nicht perfekt balanciert, so dass sie immer auf einer Seite des Triebs liegt. Je mehr Spiel, um so weniger stimmt die Abrollgeometrie und um so höher ist der periodische Fehler. Du kannst etwas dünnen schwarzen Lack auf eine Stelle vom Schneckenrad auftragen und Dir danach das Tragbild anschauen. Es sollte symmetrisch sein.

Ich sehe keine Spieljustierung der Schnecke. Vermutlich gehen die Schrauben durch Langlöcher; das ist natürlich sehr fummelig einzustellen. Evtl. ersetzt Du die Zahnräder durch Riemenscheiben, damit die Schneckenposition nicht gleichzeitig perfekt zum Schneckenrad und zur Zahnradposition passen muss. Die Zahnräder erzeugen zudem einen hochfrequenten periodischen Fehler, den Du mit einem Riemen loswirst. GT2 Material wird in Massen für 3D Drucker verkauft und ist sehr günstig. Dann kannst Du eine Schraube der Schneckenhalterung halbfest anziehen und den Abstand vorsichtig mit Klopfen und Probieren einstellen, bevor Du beide Schrauben festziehst. Mit der Motorhalterung spannst Du den Riemen und wenn da ein minimaler Winkelfehler zwischen Motor und Schnecke ist, gleicht der Riemen das aus.

Das klingt jetzt alles drastisch, aber ich versuche nur, Ursache und Wirkung zu erklären. Nach dem Umbau wird nicht alles perfekt und Du kannst Dir auch eine EQ2, 3, 5, 6 oder sonst was nehmen, alles genau untersuchen, und findest zig Probleme, die Du nicht alle befriedigend lösen kannst, aber vieles kann man verbessern, um eine genauere Nachführung zu bekommen und mit jeder Montierung kann man danach im Rahmen ihrer Genauigkeit schöne Fotos machen.

Wenn man sich lange genug damit befasst, erkennt man die Genialität hinter der ÖPFM, siehe HARPOINT OBSERVATORY (AUSTRIA) . Sowas zu bauen, oder gar noch erfolgreich zu verkleinern, ist eine ganz andere Nummer als irgendeine EQ zu überarbeiten, aber es zeigt, wie man gute Montierungen bauen kann.

Eine EQ1 zu überarbeiten geht das Thema vom unteren Ende an, aber unterscheidet sich im Grunde nicht von der Arbeit an jeder anderen deutschen Montierung mit Schneckentrieb. Ich finde das Projekt toll und bin auf die Ergebnisse gespannt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendwo schon eine PE-Messung einer EQ1 gibt. :)

Michael
 
Hi Michael,

vielen Dank für den Input. Ich hab jetzt nochmal bisschen rumprobiert. Die Schnecke kann nur mit der Halterung in Langlöchern verschoben werden. Also schwer, da den richtigen Abstand einzustellen. Versuche ich es möglichst eng/spielfrei einzustellen, so läuft es eine Hälfte des Schneckenrades ganz gut (bis auf teilweises hakeln), die andere Hälfte des Schneckenrades läuft es nur sehr streng, also zu streng für den Betrieb schätze ich.
Also liegt offenbar eine kleine Unrundheit des Schneckenrades vor. Würde sich soetwas durch Einschleifen bessern? Sonst muss ich die Schnecke halt etwas loser einstellen und dann etwas Spiel in Kauf nehmen. Wie du schon geschrieben hast, kann man das im Betrieb durch leichte Gewichtsverlagerung auf eine Seite der Montierung in den Griff bekommen.

Zu den Zahnrädern: da hab ich zum Glück keine von Motor zu Schnecke. Der Getriebe-Schrittmotor geht per Wellenkupplung direkt auf die Schneckenwelle.
Da komm ich noch zum nächsten Umbaupunkt: der Schrittmotor steht seitlich weit raus und ist oft total im Weg von Kamera oder Gegengewicht. Da hab ich auch schon überlegt, den Motor umzupositionieren und via Riemen auf die Welle zu übertragen. Klar, Direktantrieb ist wahrscheinlich erstmal besser, aber oft hab ich mich schon geärgert, dass der Motor im Weg war.

Tolle Seite, die du verlinkt hast, muss ich mal in Ruhe durchschauen.

Gruß Martin
 
Hallo,

Riemen ist besser. Für die 2er gibts sogar einen extra Umbausatz auf Riemen (und 2. Schnecke). Läuft viel ruhiger.

Jörg
 
Du brauchst eine Untersetzung, wenn die Nachführung präzise laufen soll. Du sagtest, die Schnecke hätte 100 Zähne. Mal als Beispiel:

Normaler Schrittmotor mit 200 Schritten ohne Mikroschrittbetrieb mit Direktantrieb:

200 = 200 Schritte pro Umdrehung der Schneckenwelle
200 * 100 / 360 = 55 Schritte pro Grad
55/3600 = 0,015 Schritte pro Bogensekunde Auflösung
360/100 = 3,6 Grad pro Umdrehung
86400 * (1-1/365.25) / 100 = 861,6 Sekunden RA-Nachführungsperiode
200 / 598,3 = 0,33 Hz Nachführungsfrequenz

Die Auflösung ist eine Katastrophe, ebenso die Vibrationen. Was sich wie ein Tuckern anhört, lässt die Kamera wie ein Känguruh hüpfen.

Guter Schrittmotor mit 400 Schritten, 16 Mikroschritten und 3:1 Untersetzung:

400 * 16 * 3 = 19200 Schritte pro Umdrehung der Schneckenwelle
19200 * 100 / 360 = 5333 Schritte pro Grad
5333/3600 = 1,48 Schritte pro Bogensekunde Auflösung
360/100 = 3,6 Grad pro Umdrehung
86400 * (1-1/365.25) / 100 = 861,6 Sekunden RA-Nachführungsperiode
19200 / 598,3 = 32,1 Hz Nachführungsfrequenz

Das sind vernünftige Werte. Es macht einen riesigen Unterschied bei Fotos.

Bist Du mit Arduino vertraut?

Michael
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben