Etwas anspruchsvollere Erstausstattung

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Zackzarack

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Moin,

im Sommer habe ich durch mein Spektiv für die Vogelbeobachtung den Nachhimmel beobachtet und will jetzt mehr. Ich werde allerdings vermutlich nur im Urlaub zum Sternegucken kommen, da ich in der Großstadt wohne und mir auch nicht so einfach die Nächte um die Ohren schlagen kann. Jedenfalls muss das Teleskop (fern)reisefähig sein. Go To etc. wird nicht benötigt.

Ausgesucht habe ich mir von Schulten das 8" Reise-Dobson mit f/6 und mit dem Orion Hilux Spiegel.

Dazu benötige noch Okulare und bitte hier um Eure Kritik und Tips. Wie jeder Anfänger, möchte ich natürlich alles sehen können ;-)

Ich denke, drei Stück sollten erstmal reichen. In meine engere Wahl kommen:

- Okular 25 mm -Explore Scientific 100°, 2 mm
- Okular 13 mm - TeleVue Okular Ethos 13mm, 2/1,5 mm
- Okular 6 mm - TeleVue Okular Ethos 6mm, 2/1,5 mm

Wenn es nahezu vergleichbare, aber günstigere Okulare gibt, wäre mir das natürlich auch recht.

Vielen Dank im Voraus und BG, Harald
 
Hallo Harald,
für die Ethos, die tendenziell eher am oberen Ende der Preisskala zu finden sind, gibt es auch günstige Alternativen, zum Beispiel von Explore Scientific: Für das TV 13mm wäre es das ES 14mm 100° und für das TV 6mm das ES 5,5 100°.
Auch werden bei Diskussionen um diese Okulare regelmäßig die XWA-Okulare genannt, die wohl unter diversen Namen vertrieben werden (TS, APM, Lunt....). Ich kenne die XWAs nicht, doch sind die offenbar auch in der Liga TV / ES zu sehen.

Was bedeuten eigentlich die Angaben „2mm“ und „2/1,5mm“ hinter Deinen Auswahlokularen?

CS

Dietmar
 
Hallo Harald,

endlich mal einer, der für ein Okular nicht nur max. 100,- investieren will... :y:;)

TV ist schon recht gut, ES kommt für mich danach oder ist bei manchen Exemplaren nahe dran. Andererseits gäbe es TV wohl seit einigen Jahren nicht mehr, wenn ES komplett gleichgezogen hätte.

Alternativ zum ES 100° 25 mm könntest Du auch ein TV 82° 31 mm oder das ES 82° 30 mm einsetzen. Ich habe das TV und gebe es nicht mehr her. Dadurch hatte ich nie das Bedürfnis durch das ES Pendant zu blicken. Gibt andererseits hier im Forum vermutlich einige, die vom ES 82° 30 mm Preis/leistungsmäßig begeistert sind.

Zur Staffelung Richtung Hochvergrößerung: 200fach mit 6 mm sind an Planeten nicht enorm viel, da würde ich eher 4,7 / 5 mm nehmen und danach 7, 9, 13/14, 20, 30/31 mm. Für mich passen 6 mm also irgendwie nicht sinnvoll in so eine Erstausrüstungs-Staffelung. Erst dann, wenn man ansonsten quasi alles hat.
Du siehst, die Krux ist, dass ich im hochvergrößernden Bereich eher enger staffele, um mich an das jeweilige Objekt / Seeing anpassen zu können. Das klappt natürlich nicht mit in Summe drei Okularen.
 
Hallo @Zackzarack,
- Okular 25 mm -Explore Scientific 100°, 2 mm
- Okular 13 mm - TeleVue Okular Ethos 13mm, 2/1,5 mm
- Okular 6 mm - TeleVue Okular Ethos 6mm, 2/1,5 mm
zur Überlegung und Entscheidungsfindung würde ich die Fakten zu den Okularen noch um die Vergrößerung, die Austrittpupille und das Gewicht ergänzen:
  • ES 100° | 2" | 25 mm | 48x | AP 4,2 mm | 1.080 g
  • TV Ethos 100° | 1,25" | 13 mm | 92x | AP 2,2 mm | 585 g
  • TV Ethos 100° | 1,25" | 6 mm | 200x | AP 1,0 mm | 439 g
Ich denke das ist eine gute Zusammenstellung, Abstufung und ein Budget von ~2,1k €. Vielleicht noch vorab prüfen ob der Kilogramm Klopper ES 25 mm den Dobson zum Kopfstand veranlasst und ein Gegengewicht nötig macht. Reise-Dobson klingt für mich immer nach einem Wunsch für Leichtgewicht und zwei Kilo Glas und ein Kilo Eisen Gewicht sind dann halt zusammen drei Kilo die geflogen werden. Und es gibt im Forum Leute die haben schon Adapter durchlöchert um 50g zu sparen!

Ich persönlich würde Bauchgefühl-mäßig lieber alles von einem Hersteller haben wollen, deshalb habe ich mich für die ES Reihe mit 82° entschieden. Ich habe mir dabei auch gewünscht, dass die Okulare dann homofokal sind, also beim Wechsel des Okulars keine Veränderung des Fokus benötigen, sollte bei meiner Reihe so sein ist, ist es aber nicht.

Was ich später noch gelernt habe, ist bei der Auswahl der Okulare auch über die Filter Durchmesser nachzudenken. Ich habe bei meinem Dobson einen 2" > 1,25" Fokal Adapter in den man 2" Filter schrauben kann. Das bedeutet, dass man bei Verwendung von 1,25" Okularen 2" Filter in den Fokal Adapter schraubt und man muss beim Wechsel von 1,25" Okularen den Filter nicht umbauen. Das macht die Handhabung im Dunkeln angenehmer, das gleichzeitige Jonglieren mit zwei Okularen und einem Filter mit kalten, klammen Fingern doch wesentlich einfacher. Was einem dann trotzdem nicht erspart bleibt, wenn man von 2" auf 1,25" Okulare wechselt. Dann schraubt man doch wieder Filter. Ich hatte zuerst nur 1,25" Filter die ich dann sämtlich gegen 2" Durchmesser getauscht habe um sie auch in den 2" Okularen verwenden zu können. Bei günstigen €25 Mondfiltern ist es keine echte Budgetfrage eventuell sich beide Durchmesser zu zulegen. Bei UHC Filter für € 200 aufwärts das Stück fängt man dann schon an zu rechnen.

Viel Spass beim Aussuchen und Entscheiden - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Die Frage nach dem Gewicht der Okulare war auch für mich das Erste, was mir dazu eingefallen ist.
Das würde ich unbedingt mit dem Teleskopbauer absprechen und im Zweifelsfall leichtere, nicht ganz so weitwinklige Okulare einsetzen.

Gruß Horst
 
Hi,
wenn es wirklich nur 3 Okulare werden sollen, dann ist die Auswahl aus meiner Sicht sehr gut gewählt.
VIel besser gehts kaum optisch und für die die Zukunft - andere schnellere Geräte - wärst Du auch gerüstet.
Ich persönlich denke mit 5 Okularen wäre die Staffelung vollständiger.
CS
 
3 Okulare sind auch hier sicher nur der Anfang......:cool:

CS

Dietmar

PS.: aber ein guter.....
 
Ja, es sollte eigentlich bei den drei Stück bleiben.

Das mit dem Gewicht des 25ers hatte ich so nicht auf dem Schirm. Für das Kabinengepäck zählt ja inzwischen fast jedes Gramm. Das Ethos 22 mm hat auch rd. 1 kg Gewicht. Diese wäre aber homofokal zu den beiden anderen Okularen. Könnt ihr da eine Alternative empfehlen? Ev. das 22er Nagler 82° mit nur 680 g?

BG, Harald
 
In der Tat ein äußerst sportlicher Einstieg in die Okular-Welt :y:
Einen Dobson mit Okularen, welche ein großes Gesichtsfeld haben, zu betreiben finde ich prinzipiell eine gute Idee. Gerade bei hohen Vergrößerungen spart man sich da doch ein paar mal mehr das Nachschubsen ein.

Wenn du diese an dem Hofheim betreiben willst müsste man allerdings vorher prüfen, ob das 25mm mit seinen >1kg Eigengewicht nicht zu schwer ist. Mit Gegengewichten kann man zwar das Balance-Problem lösen, allerdings muss man auch schauen, ob das hohe Gewicht nicht auch die obere Konstruktion des Dobson aus der Kolimation "biegt". Gerade bei weitwinkligen Okularen ist das Nachschubsen ja nicht so oft nötig, wie bei höheren Vergrößerungen, sodass hier eventuell ein kleineres Gesichtsfeld um die 82° (was immer noch reichlich ist) auch ausreichen könnte, gerade wenn es transportabel bleiben soll.

Erfahrungsgemäß würde alternativ ein Okular mit höherer Brennweite auch deutlich das Auffinden erleichtern, weswegen ich auch Brennweiten >30mm in deine Überlegung mit einbeziehen würde. Persönlich nutze ich am 12"/1500mm Dobson die Staffelung 40/32/18/5,5 (bin aber selbst noch am Anfang und Optimieren) und trotz der fast zu großen AP bei 40mm ist es mir das zwecks der besseren ersten Übersicht wert, gerade wenn man nur mit einem Rotpunktsucher ohne Vergrößerung wie beim Hofheim Dob arbeitet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Harald,
ich habe bei meinem 200/1200er die Staffelung 32-22-13-9-6.
Das 22er habe ich fast nie gebraucht. Statt ein 25er würde ich zu 32 oder 36mm tendieren.
Für das gesparte Geld könntest Du Dir noch ein 9er holen.

Gruß
Ronald
 
Hallo Harald, @Zackzarack ,

am Ende bleibt halt die Frage 100° oder 82°? Schwer? Oder mittel schwer? Ich habe selbst noch nie mit 100° gearbeitet, aber denke im Weitwinkel Bereich 25 bis 30 mm Brennweite kann man auch gut mit kleinerem Eigengesichtsfeld leben. Ich habe das ES 24mm mit 82° ( 700 g ) und mir hat Winkeltechnisch bis jetzt noch nichts gefehlt. Mir macht das ES 24mm viel Freude und es wird auch hier im Forum oft gut und positiv bewertet. Im empfinde das 24er als DAS Übersichtsokular für mich was mir "nur" hilft die Zielregion einzugrenzen, danach wechsle ich oft direkt auf mein 11 oder 8,5mm. Bei den kurzen Brennweiten 4 bis 12 mm, hatte ich schon manchmal den Eindruck mit größeren Eigengesichtsfeld, müsste man den Dobson halt auch weniger nachschupsen und könnte länger in Ruhe beobachten. Ob das dann tatsächlich praktikabel und nützlich ist kann ich mangels Erfahrung mit 100° nicht aus eigener Erfahrung sagen.

Aber wie oben Antares
und für die die Zukunft - andere schnellere Geräte - wärst Du auch gerüstet.
geschrieben hat, die Televue Ethos sind qualitativ sicher ganz oben und wenn Du Dir mal einen schnelleren Dobson zulegst, hast Du vermutlich keine Anforderungen an Deine Okular Palette, sondern kannst 1:1 damit auch arbeiten.

Viele Grüße MünchenBeiNacht - Ewald
 
Jedenfalls was das Finanzielle angeht, bin ich von meiner Frau unabhängig....

Die Frage nach dem Gewicht der Okulare war auch für mich das Erste, was mir dazu eingefallen ist.
Das würde ich unbedingt mit dem Teleskopbauer absprechen und im Zweifelsfall leichtere, nicht ganz so weitwinklige Okulare einsetzen.

Gruß Horst
Das werde ich tun.

weswegen ich auch Brennweiten >30mm in deine Überlegung mit einbeziehen würde
Ich werde mir vermutlich zwei Okulare zuschicken lassen und dann vergleichen.

Erstmal vielen Dank, Jungs! LG, Harald
 
Hi Harald
das Reisen als Schwerpunkteinsatz gedacht ist, hatte ich so nicht wahrgenommen.
Aus Gewichtsgründen könnte man das 25iger mit einem ES 24mm 82Grad oder einem 32mm Aspheric ersetzen . Letztgenanntes ist dann aber nicht mehr so gut am schnelleren Gerät, falls so eines mal kommt.

Ich selbst nutze einen 8" f/5 Reisedobson. Meine 3 Okularlösung - ist nur noch gebraucht zusammen zu stellen - ist 26mm Nagler, 13mm Ethos und Speerswaler Zoom 8-5mm (mit Verlängerungshülsen - ca. 3,5 mm)
CS
 
@Antares

Habe etwas geschwankt zw. dem 8-Zöller von Hofheim und Schulten. Der Hofheim ist mit f/4 deutlich schneller als der Schulten mit f/6. Gewichtsmäßig gibt sich das wohl nicht viel. Wegen der "Gutmütigkeit" habe ich mich dann erstmal auf den Schulten konzentriert. Ich habe auch nicht gehört, dass der Hofheim besser sein soll (er sieht schöner aus, finde ich). Im Augenblick schließe ich fast aus, dass ich später einen größeren und damit schnelleren Dobson kaufen werde.
 
Hallo Harald,

da Du im Eingangsposting auch nach qualitativ hochwertigen Alternativen zu den angedachten Ethosokularen fragst, kann ich Dir guten Gewissens z.B. die APM HDC-Reihe empfehlen (die auch unter anderen Labeln und etwas verändertem Design erhältlich sind)

Einen qualitativen Unterschied dieser 250€ Okulare zu den 3x so teueren Ethosokularen sieht man nur im direkten 1:1 Vergleich. Und auch hier nur ein erfahrener Beobachter, der sich auf ggfs. vorhandene Schwachpunkte konzentriert.

Wichtiger wäre mir da eher weiteres Zubehör wie gute Linienfilter ( OIII, UHC, ggfs. sogar h-beta), die an Emissionsnebeln Sinn machen, sobald der Beobachtungshimmel nicht absolut perfekt ist.

Gruß Horst
 
Hallo,

ich frage mich, ob eine AP von 4,2 mit dem 25er noch okay ist.
Mit meinem Übersichtsokular habe ich eine AP von 5,3.

Gruß
Ronald
 
Müsste ich entscheiden, wären meine 3 Okulare am f6/8" Reisedobson in der 700g-Klasse.
Ein ES 34mm68° (Oder Panoptic 35mm)
Ein APM HDC 13mm und ein APM HDC 5mm oder 7mm

Das eingesparte Budget in einen Astronomik OIII, UHC und vielleicht sogar noch h-beta investiert.

Beste Grüße Horst
 
Hallo Horst,

Einen qualitativen Unterschied dieser 250€ Okulare zu den 3x so teueren Ethosokularen sieht man nur im direkten 1:1 Vergleich. Und auch hier nur ein erfahrener Beobachter, der sich auf ggfs. vorhandene Schwachpunkte konzentriert.
Danke für die tolle Info! Ich suche ja hochwertiges Equipment, dass ich aber auch als Einsteiger tatsächlich nutzen kann.

BG, Harald
 
Hallo Horst,


Danke für die tolle Info! Ich suche ja hochwertiges Equipment, dass ich aber auch als Einsteiger tatsächlich nutzen kann.

BG, Harald
Hi, ich habe eine Mischung aus TeleVue, ES und TS XWA.

Ich sehe den Unterschied und habe bei meinen ES und TS XWA schon das Gefühl, dass da noch mehr ginge.
Die ES bzw. TS XWA verkaufe ich nicht, weil ich angesichts ihrer ordentlichen Leistung den finanziellen Verlust nicht einfahren will.
Als ich damals einstieg, haben mich auch einige davor gewarnt, nicht auf TV zu setzen. Das wollte ich leider nicht glauben, weil ich möglichst schnell die gewünschten Brennweiten haben wollte.
Nun gut, jetzt lebe ich mit den Konsequenzen und bis auf das Bauchgefühl ganz gut.

Fazit: Du kaufst sowieso, was Du willst und nur eigene Erfahrung macht klug.
 
Hallo Harald, @Zackzarack,

da Du von Beginn mit 100° Okularen geliebäugelt hast,
  • ES 100° | 2" | 25 mm | 48x | AP 4,2 mm | 1.080 g
  • TV Ethos 100° | 1,25" | 13 mm | 92x | AP 2,2 mm | 585 g
  • TV Ethos 100° | 1,25" | 6 mm | 200x | AP 1,0 mm | 439 g
dachte ich okay Budget ist nicht die Frage, und sehr gut ist im Prinzip nie verkehrt.

Ich habe mich vergangenen August (2020) für die ES Okulare mit 82° entschieden und bin sehr zufrieden damit. Das sind Okulare in der 150 € Klasse, Ausnahme das 24 mm, das kostet ca. € 250. Aber aktuell ist meistens gar nicht das vorhandene Budget ausschlaggebend sondern ob man überhaupt das gewünschte Okular in den nächsten Monaten (drei bis sechs Monate) geliefert bekommt. Ich habe letztes Jahr zum Teil statt in Deutschland in UK (als die Insel noch zur EU gehörte) und in Polen bestellt. Basierend auf meiner guten Erfahrung mit ES kann ich Dir empfehlen:
  • ES 82° | 2" | 24 mm | 50x | AP 4,0 mm | 700 g
  • ES 82° | 1,25" | 11 mm | 109x | AP 1,8 mm | 300 g
  • ES 82° LER | 1,25" | 6,5 mm | 185x | AP 1,1 mm | 325 g
Ich finde Deine Idee sich auf drei Okulare zu beschränken gut. Dabei geht man bewusst den Kompromiss ein beim Übersichtsokular eine mögliche AP von 6 mm nicht zu erreichen und bei der maximal möglichen Vergrößerung an den raren Abenden (ein oder zwei mal im Jahr) mit besten Seeing Bedingungen nicht das letzte raus holen zu können, aber ansonsten immer rundum gute Beobachtungen bei sinnvollen Vergrößerungen ohne häufige Okularwechsel machen zu wollen/müssen.

Ich will noch erklären warum und die Umstände erläutern weshalb ich denke man kann gut auf ein "längeres" Okular mit weniger Vergrößerung und größerer AP verzichten. Ich verwende als Sucher ein Sucherfernrohr 9x 50mm mit rechtwinkeligen Einblick und beleuchtbaren Fadenkreuz. Zum Thema Sucher gibt es viele und sehr konträre Meinungen. Stichworte dazu sind z.B. Telrad-, Leuchtpunkt-, Sucherfernrohr gerade, Sucherfernrohr 90° Einblick. Wie man sucht und findet hängt nach meiner Einschätzung sehr stark davon ab was man als "Dokumentation" zum Aufsuchen verwendet. Ich denke und rate hier, wenn man mit Papier zu Werke geht, arbeitet, sucht und findet man anders, als wenn man z.B. eine Smartphone APP (Skysafari) oder eine Computer Software (Stellarium) als Dokumentation verwendet. Ich habe mit Skysafari begonnen, dort mir die Objekte anzeigen lassen, diese dann in "Echt" ;) am Himmel angeschaut. Dazu habe ich die nackten Augen und auch ein kleines Fernglas verwendet. Dadurch ist es für mich inzwischen (Lernkurve) einfach Strukturen, Zusammenhänge zu erkennen und jeden Abend dazu zu lernen. Deshalb ist es für mich kein Problem die "life" erkannten Strukturen im Sucherfernrohr am Newton wieder zu finden, mit etwas Geduld findet man dann auch das Wunschobjekt im Okular. Bei mir funktioniert diese Vorgehensweise sehr gut und macht mir richtig viel Freude. Einzig vom Smartphone und Skysafari bin ich weg, denn ich konnte mein Android Teil nicht so bändigen, dass zwischendurch nicht doch irgendwas die "Nachtsicht" gleißend hell durchbrochen hat und die antrainierte Nachtsicht wieder weg war. Mit Windows im Nachtmodus und Stellarium hat man immer durchgehend über alle Anwendungen eine rötliche Nachtsicht.

Für mich ist das Sucherfernrohr nicht ein ungeliebtes Vehikel oder eine astronomische, optische Notlösung sondern es ist für mich zu einem hochwertigen Beobachtungs-Instrument geworden und hat für mich die gleiche Wertigkeit wie ein teures Okular. So gesehen ergänzt für mich das Sucherfernrohr die Okular-Palette in Richtung kleiner Vergrößerung und mehr Überblick und ist damit wie ein zusätzliches, vollwertiges, in Deinem Fall viertes "Weitwinkel" Okular. Habe ich im Okular den Zusammenhang und das Ziel aus dem Auge verloren, genügt mir oft ein kurzer Durchblick im Sucherfernrohr und ich weiß wieder wo ich bin und wohin ich will. Und man muss dazu nicht mal erst das Okular wechseln!

Das ist meine rein persönliche Erfahrung und Meinung. Die Vielzahl an Variationen in Ausrüstung, Herangehensweise und Ziele in der Astronomie verursachen, dass jeder der hier berät natürlich seine ihm eigene, erprobte und bewährte Erfahrung basierend auf seiner Ausrüstung vermittelt. Der um Rat fragende Beginner hat das Problem überhaupt nicht zu wissen was er eigentlich will und wird dann hin und her geworfen von zum Teil konträren Empfehlungen, Ratschlägen gepaart mit Budgetüberlegungen und Grundsatzentscheidungen. Final wirst Du Deine eigene Erfahrungen machen müssen um zu wissen was perfekt für Dich passt.

MünchenBeiNacht - Ewald
 
dachte ich okay Budget ist nicht die Frage, und sehr gut ist im Prinzip nie verkehrt.

Meine Prioritäten sind in dieser Reihenfolge: 1. Geringe Komplexität (also kein Go To, keine komplizierte Montierung, keine Fotos), 2. Geringes Gewicht, 3. Hohe Qualität (habe bei anderen Sachen schon mehrfach das Equipment gewechselt, weil zu billig gekauft und es befriedigt mich einfach, fast perfekte Dinge zu besitzen) und 4. der Preis. Geld spielt immer eine Rolle.

Danke übrigens, Ewald, noch für den Hinweis, dass man auch mit schnellerer Optik gut leben kann. Heute früh habe ich Schulten angerufen und er hat mir mitgeteilt, dass er Out-Of-Business ist, aus Altersgründen. War ein sehr nettes Gespräch übrigens. Es läuft also - mangels Alternativen - auf den Hofheim-Dobson hinaus. Danke auch für den Hinweis auf das Sucherfernglas. Das wird aber leider nichts, weil Verstoß gegen Prio 2 :-)

BG, Harald
 
Hallo Harald,
für ein Reisegerät würde ich aus Gewichtsgründen 1,25" Okulare vorziehen. Z.B. Panoptic 24mm, Nagler T6 in 13mm, 7mm, 3.5mm. Die TeleVue Okulare können aber größere Öffnungsverhältnisse als F6. Ich würde da lieber auf F5 oder F4 gehen um entsprechende AP zu bekommen. Bei F4 wären das dann 5mm, 3.25mm, 1.75mm und 0,88mm. Wenn die Koma stören sollte kann man später immer noch mit einen Komakorrektor nachlegen. Gut wenn der Dobson dann einen 2" OAZ hat, dann kann man z.B. den Baader MPCC verwenden.
Der gerade angebotene Hofheim Dobson ist mit 50mm Fangspiegel für 1,25" Okulare optimiert, finde ich gut! Ich glaube, dass der Anbieter hier die große und kleine Halbachse verwechselt hat. Angegeben wird immer die kleine Halbachse.
Viele Grüße,
Marcus
 
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