Anfängerfrage: Was als erstes jetzt beobachten?

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Widukind

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Hallo Sternenfreunde,

nun sind ja ab Donnerstag ein paar klare Nächte angesagt. Ich bin totaler Anfänger, und habe bisher freiäugig nicht viel mehr erkennen können als eventuell den "großen Wagen".
Was würdet ihr mir raten, womit ich anfangen sollte? Ich habe den Deep-Sky-Reiseführer und -Atlas und auch eine drehbare Sternenkarte.
Was ist denn zur Zeit gut zu sehen und ein lohnendes Ziel für Anfänger? Orion-Nebel?

Gruß,

Ernst-Ludwig
 
Zuletzt bearbeitet:
Was hast Du denn für eine Ausrüstung?

CS.Oli
 
Ich habe, wie es sich für einen echten Anfänger gehört, ein echtes Anfänger-Teleskop, also ein 8"-Dobson 1200mm, mit Plössel-Okularen 10; 12,5; 15 und 25mm.
 
Hallo <hier könnte Dein Vorname stehen>,

als Erstes das beobachten, dass am ehesten (nach 18:00 MEZ) im Westen unter 30° Höhe (Altitude) verschwindet. Beginne deshalb mit den Herbst-Sternbildern:


Aufsuchen mit: Freiem Auge -> Sucher -> 25mm Okular

Beginne dann z.B. mit Mars und wechsle dann ab ca. 19:00 Uhr auf Deep-Sky (M31, Double Cluster).

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Als absolut blutiger Anfänger identifizier erst mal die wichtigsten Sternbilder und such dann M45 und dann M42 das sind die leichtesten Objekte und sehr sehr lohnend, Ansonsten hängt es von Deinem Gesichtsfeld ab, also ob Du Hindernisse im Weg hast, ich kann z.B. M31 von meinem Standort aus schon nicht mehr sehen, zuviele Bäume im Weg.
 
Das Teleskop ist für einen Anfänger schon sehr gut! Dann hängt es noch von der Lichtverschmutzung am Beobachtungsplatz und Deinen persönlichen Vorlieben ab.

M42 sollte gut klappen, ist leicht zu finden und steht abends günstig, wenn Du freien Blick nach Süden hast. Wenn Du dunklen Himmel hast, kannst Du M1 versuchen, ist aber als Anfänger schwer zu 'sehen'. Ansonsten halte Dich an den Stoyan Reiseführer, wenn Du ihn hast.

@ Peter
Wenn man im Westen anfängt, schaut man dem Restlicht der untergegangenen Sonne hinterher. Das halte ich für keine gute Idee. Ich fange immer im Osten an. Die Nacht ist sowieso nicht lang genug, um alles zu beobachten was potentiell möglich wäre.

CS.Oli
 
Hallo!
Ich plane auch schon die kommenden Nächte.
Die "Winterklassiker" habe ich schon alle durch, jetzt stehen die vielen Offenen Haufen in der Sirius Gegend an, da diese am frühen Abend den höchsten Stand haben. Falls die Lichtverschmutzung nicht zu groß ist und ein freier Blick Richtung Süden gegeben ist wären diese Objekte auch noch ein Idee wert. Offene Haufen sind zudem für Anfänger gut zu finden. M41,46,47,50 usw..
Falls jemand noch Geheimtipps für die kommenden Tage hat, kann er es gerne mir mitteilen.
Gruß
Marc.
 
Ja, Lichtverschmutzung ist hier natürlich ein Thema. Freie Sicht auf den Horizont auch.
Vielleicht fahre ich am Donnerstag mal ein bisschen raus. (Da wird die Ausgangssperre aufgehoben).
Aber dann erst weit nach 21:00 Uhr.
 
als Erstes das beobachten, dass am ehesten (nach 18:00 MEZ) im Westen unter 30° Höhe (Altitude) verschwindet.

Hallo,

Das würde ich nicht so machen und das mache ich auch selbst nicht so.
Ich beobachte auf der Ostseite vom Meridian. Dadurch ergibt sich das die Objekte höher steigen und somit auch viel Zeit an einem Objekt verbracht werden kann.
Auf der Westseite gehen die Objekte unter. Die Erkennbarkeit wird umso schlechter je näher die Objekte dann zum Horizont gelangen bis sie nicht mehr sinnvoll beobachtet werden können.

Zum Thema:
Der Messier Katalog bietet viele einfache Objekte die im Teleskop gut zu sehen sind. Mit denen würde ich beginnen. Auf längere Sicht bietet der Beobachter-Atlas für Kurzentschlossene viele Anregungen.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Oli,

mit Sonne 16° unterm Horizont ist um 19:00 Uhr in Süddeutschland fast Astronomische Dämmerung (-18°) erreicht.

Gruß,
Peter
 
Westen hat halt den Vorteil, dass man Objekte beobachtet, die man später im Laufe des Abends nicht mehr beobachten kann, da untergegangen.
Ist vielleicht eher etwas für Fortgeschrittene.

Gruß
Peter
 
Hallo Ernst-Ludwig,

ich würde auch Doppel- und Mehrfachsterne auf die Liste setzen, zunächst die helleren, manchmal mit schönem Farbkontrast, wie zB. Albireo. Da gibt (gab?) es den Cambridge Doppelsternatlas und das Buch von Sissy Haas (Double Stars for small Telescopes).

Gruß, Gerd
 
Auch wenn es hochgradig falsch war von mir... meine Anfänge mit Vergrößerungsoptik+Sternenhimmel+Stellarium bestanden darin, einfach drauf los zu gucken. Wann immer ich interessante Strukturen erblickte, habe ich mir ihre Position möglichst eingeprägt um sie später auf einer Karte bzw. Stellarium zu identifizieren. Es gab mir das Gefühl etwas zu entdecken und nicht einem Reiseführer zu folgen.
 
Auch wenn es hochgradig falsch war von mir... meine Anfänge mit Vergrößerungsoptik+Sternenhimmel+Stellarium bestanden darin, einfach drauf los zu gucken. Wann immer ich interessante Strukturen erblickte, habe ich mir ihre Position möglichst eingeprägt um sie später auf einer Karte bzw. Stellarium zu identifizieren. Es gab mir das Gefühl etwas zu entdecken und nicht einem Reiseführer zu folgen.
Hi,
das ist doch überhaupt nicht hochgradig falsch.
Für mich ist das ein super Ansatz, einfach spielerisch an die Sache herangehen.
Hab' ich, glaube ich, als Jugendlicher auch so gemacht.

Gruß
Peter
 
Hallo,

da die angekündigten Wetterverhältnisse selbst bei mir einen halbwegs vernünftigen Blick auf die Sterne zulassen, habe ich, als ziemlicher Neuling, mir gestern mal in Stellarium mit dem Okular Simulator angeschaut welche Messier Objekte und welche von 'Himmelsjahr 2021' empfohlenen Objekte
a. überhaupt sichtbar sind (Messier) und
b. welche sich für mich, meine Ausrüstung und meinen Standort lohnen.
Viele sind es nicht, aber genug um sich den Allerwertesten abzufrieren.
Mit nach draussen nehmen will ich eigentlich nur meinen Skywatcher Startravel 80/400 auf der AZ-GTi und an Okularen nur das 24 mm ES 68° und das Omegon 12mm 60° Okular.
Zu M3 habe ich eine Frage:
 
Also wenn niemand einen Grund dagegen nennt, werde ich wohl doch versuchen, M42 zu finden.
 
Hallo,

Da gibt es sicher keinen Grund dagegen.
Messier 42 steht heute Abend hoch über dem Südhorizont und kann leicht aufgefunden werden.

Screenshot_20210210-135902~2.png


Viel Spass beim Beobachten.

Viele Grüße
Gerd
 
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Heute wird es wohl noch schneien, morgen Abend dann...
 
Hallo,
der Orionnebel ist Pflicht :) , den wirst Du gut finden können, zumal die Stelle freiäugig erkennbar ist. Wie oben schon gesagt, möchte ich den Hinweis unterstützen, die Messierobjekte in den Blick zu nehmen. Zum Beginn sind die offenen Haufen gut zu finden und auch dankbare Objekte (M34, 35, 36, 37, 38). FAng mit dem 25mm Okular an, dann kannst Du dich ranarbeiten.
Die offenen Haufen sind bereits im Fernglas erkennbar, so dass bei 8" tolle Objekte sind. Wenn Du ein Fernglas hast, nimm es zur Orientierung mit. Natürlich unterstreiche ich den Tipp, erstmal die Sternbilder ausfindig zu machen.

Wenn der Südhorizont erreichbar ist, mach mit M41, 46, 47 weiter. Bei M46 gibts die challenge den in der Sichtachse stehenden Planetarischen Nebel zu finden. Geht mit 8 Zoll, bitte dafür höher vergrößern.

In die andere Richtung findest Du den Doppelhaufen h und chi zw. Perseus und Cassiopeia. Freisichtig erkennabar und gut anzupeilen.

WEnn Du das alles durch hast, ist Dir sicherlich ausreichend kalt und Du kannst zufrieden zurück in die warme Stube:coffee:

Ich schlage vor, Du machst Dir kurze Notizen des Gesehenen, das hilft bei der Nachbearbeitung (Größe, Form, Sternketten, Konzentration der Sterne, evtl. sogar Farben)
Ein Bleisitft schreibt immer, egal wie kalt es ist! Später wirst Du wahrscheinlich die Beobachtungen vergleichen.

Nimm Dir nicht zuviele Objekte vor; dafür lieber Zeit beim Schauen. Die Objekte bleiben recht zuverlässig wo sie sind, da ist Eile nicht so geboten;) Bis Du den Deep-Sky-Reiseatlas durchgearbeitet hast, wird die eine oder andere Jahreszeit vergehen. Der oben genannte Beobachteratlas für Kurzentschlossene ist im www zum download bereit.

Ich persönlich gehe gerne von Sternbild zu Sternbild vor. Das vermeidet die hektische Schwenkerei und hat ein wenig Struktur in der Abfolge.

Viel Spaß
Uwe
 
Hallo Widukind,

Einsteigern rate ich immer dazu, sich erstmal an offene Sternhaufen zu halten, weil man die auch ohne Top-Himmel und vollständige Dunkeladaption gut erkennen kann. Da sind bei Arnims Wintertour ja auch ein paar dabei. Orionnebel würde ich um seinen Höchststand herum aber auch mitnehmen.

Nimm dir nicht zuviel auf einmal vor und denke an einige Schichten an Klamotten.

VG Klaus
 
Hallo,

mein Setup für die Nacht:
24mm, 12mm, 7mm Okulare & 8x44 Minox
Goto steuern via Android Tablet oder Handy
Stromversorgung - Skywatcher /AH Powerbank. 3 weitere Powerbanks für Heizung, Tablet & Handy.
Der Schlafsack, hauptsächlich gegen das überall reinfallende Licht, ist ein alter bei dem der Reisverschluss kaputt ist, Stative sind zum stützen da. Bügelstuhl is auch schon ewig im Haus.
Warme Klamotten habe ich genug. Motorrad - , Skifahren. Im Stadion wird es im Winter manchmal auch verdammt kalt. Bei -15° liegt unser Rekord. Unter Null
 

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Hallo Widukind,

nicht nur zum Schmökern ...


Gruß,
Peter
 
Mars ist immer noch einen Blick wert. Ist auch wg. der hohen Deklination bis ca 20-21 MEZ noch hoch genug. Zur Zeit sieht man auf einem 3/4 Mars (Phase) grad gut die Nordpolhaube als schmalen weissen Streifen, weil darunter das dunkle Mare Acidalium liegt und so ein guter Kontrast entsteht. Am Anfang ist man natürlich etwas vewundert, wie klein das Scheibchen daherkommt, aber mit etwas Training kann man nach und nach Details erkennen. Natürlich nicht ganz so deutlich wie auf den digital bearbeiteten Bildern, das darf man nicht verwechseln.
-cb
 
Also vielen Dank nochmal an alle. Ich war zwischen 21:00 und 22:30 draußen und habe den Orionnebel gefunden und bestaunt. Ein tolles "first light". Ich habe zuerst, um mich zu orientieren, Sirius identifizieren können, meine [zensiert] ist der hell. Mit dem 10mm tut der schon fast im Auge weh. Für mich habe ich mitgenommen, dass es das wichtigste ist, einfach mal eine ganze Zeit, auch mit bloßem Auge, den Himmel zu betrachten. Man erkennt immer mehr. Und die drei Gürtelsterne im Orion warn natürlich auch eine tolle Hilfe.
 
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Hallo,

Den Himmel einfach mal mit den freien Augen zu beobachten, das mache ich auch immer wieder. Dadurch fällt mir auch die Orientierung am Himmel sehr leicht.
Meinem Glückwunsch zur Beobachtung vom Orionnebel.

Viele Grüße
Gerd
 
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