Wiedereinsteiger nach 20 Jahren was holen für Mond, Planeten und große Nebel

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Rudolf9

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Hallo zusammen,
ich bin Rudolf, kurz vor 60 und möchte, nachdem ich vor 20 Jahren meinen 10" Dobson verkauft habe, wieder ein Teleskop. Da sich der Markt stark verändert hat bräuchte ich euren Rat.
Mein erster Gedanke ging, als das hier gesehen habe an einen 8" Dobson, gedruckt und leicht ABSDBS-8" ver. 0.71b by Fatalik .
Einen Spiegel mit 208mm und 800mm Brennweite gibt es günstig, aber plötzlich habe ich gesehen, dass Spiegel mit 1000mm Brennweite als parabolisch angeboten werden und fast das 3fache kosten, wo ist der Unterschied? es gibt auch 160mm mit 1300mm Brennweite, wäre das die bessere Version?
Im Gebrauchtmarkt habe ich ein Bresser 127 /1200mm gesehen, ohne Montierung, auch ein 100 / 1000 mit MON-2 Montierung, in einem Preisbereich von jeweils 200.-€. Eine Montierung, nicht neu in der MON-2 Größe würde auch öfter angeboten, auch sieht man von Bresser 152/760mm, ist der schon mit starken Farbsäumen, oder ist es zum Sehen brauchbar. Wäre das die bessere Wahl, oder lieber ein Dobson?
Beobachtet soll von meiner Terrasse werden, ich wohne in einer Kleinstadt, also gibt es schon Lichtverschmutzung. In 10Km Entfernung wird es dunkel.

Wie ist eure Meinung, sind die Bresser Geräte brauchbar, es werden auch gebrauchte Geräte angeboten, ansehen vor Ort in der Gegend kein Problem, aber durch Deutschland 500Km anfahren ist nicht sinnvoll für mich.

Vielen Dank schon mal
 
Hallo Rudolf,

willkommen im Forum und willkommen zurück im schönen Hobby Astronomie/Beobachten :y:.

Da Du Dein Alter erwähnst, ich bin kurz nach 60, würde ich auch an das Gewicht von Teleskop und Montierung denken.
Ich habe in den letzten Tagen mit meiner EQ-6 R rumgewerkelt. Auch wenn ich sie "nur" auf den Balkon transportieren muss, was so gerade geht, ist mir die für den Acker zu schwer geworden.
Deshalb habe ich mir vor einiger Zeit eine leichtere Montierung angeschafft, die iOptron AZ Pro GoTo, die wesentlich leichter zu transportieren ist und "nur" 5Kg weniger Tragkraft für die visuelle Beobachtung hat.
Da gilt es halt abzuwägen.

Gleiches gilt für das Teleskop selbst.
So ein standard 200/1200 (8") ist noch gut zu transportieren. Habe selbst einen. Aber auf Grund seiner Länge habe ich da auch nicht mehr so viel Lust den weit zu tragen.
Die RockerBox dazu ist weniger das Problem.

Ich habe den Refraktor 127/1200 von Bresser, der zeigt schon noch Farbsäume an hellen Objekten.
Das Teil braucht aber eine ordentliche Montierung. Bedingt durch seine Baulänge, den daran adaptierten Zenitspiegel bringt der FH einen ordentlichen Hebel mit sich.
Der ist auf meiner iOptron schon grenzwertig. Nicht vom Gewicht her, das packt die Montierung locker, aber eben der Hebel. Auf der EQ-6 R rührt sich da nichts :D.
Solch ein FH, oder auch ein 120/100 oder 120/600 (beide in meinem Besitz, von SkyWatcher) sind feine Weitfeld-Teleskope. Man kann mit so einem Teil auch auf Mond und Planeten gehen, sofern einen der Farbfehler nicht stört.
Für Dein Beobachtungsziel "große Nebel" wärst Du m.E. mit solchen Teleskopen gut aufgehoben.

Mond und Planeten würde ich zu Schmidt-Cassegrain (SC) oder Maksutow-Cassegrain (MC) tendieren.
Mit einem SC geht auch gut was an DeepSky, da eben kompakte Objekte. Mit einem Reducer geht dann auch was mehr.
Ähnlich verhält es sich mit den MCs.
Da würde ich, SC als auch MC, aber mit 6" anfangen.
Die würden auch gut auf einer EQ-5 oder HEQ-5 gehen.

Das ganze jetzt mal ohne auf das zur verfügung stehende Geld zu achten.
 
Hallo Rudolf,

die günstigen 200/800 Kugelspiegel sind höchstens bei niedriger Vergrößerung irgendwie nutzbar, sie haben keinen definierten Brennpunkt und das Bild lässt sich nicht wirklich scharf stellen.

Der 152 760 von Bresser hat durch seine vierlinsige Konstruktion ungefähr den Farbfehler eines f/8 Fraunhofers dieser Öffnung. Für ausgedehnte Nebel bestimmt gut zu gebrauchen, mit Filtern stört dann nicht einmal der Farbfehler. Für Planeten sicher nicht optimal, da hat aber jeder ein anderes Empfinden.

Ein 8 Zoll Gitterrohr Dobson ist ein sehr flexibles und leichtes Gerät. Ich habe mir meinen f/6 Skywatcher vor ein paar Jahren umgebaut und kann das Teil mit allem Drum und Dran (Klappstuhl, Okulare) in einem Gang tragen. Außerdem darf es trotz dreier Kinder in jeden Urlaub mit, da es im Kofferraum nur eine kleine Ecke einnimmt. Eine sehr feine Sache. Ob das von dir verlinkte Druckwerk was taugt kann ich nicht sagen, ich bin aber eh kein Plastikfan, schon allein wegen des Look and Feels. Professionell werden solche kompakten Reisedobsons von Hofheim angeboten.

VG Klaus
 
Das mit dem Drucken ist halt einfacher für mich, als mit Kreissäge und Fräse was gescheites hin zu bekommen. Alles aus Plastik und dann noch schön rosa muss ja nicht sein, aber als Ergänzung ist das System mit gedruckten Teilen schon gut. Was noch interesannt wäre, ist der Unterschied vom 100mm zum 127mm FH so groß bei ähnlichen Öffnungsverhältnis (um die 10)? Wie ist der 160mm/ 1300mm Spiegel zu sehen, eher nicht scharf zu stellen, oder brauchbarer als der 8"F4?

Rudolf
 
Hallo Rudolf,

Farbfehler "sehen" bei Achromaten hängt stark vom Beobachter ab. Ich habe z.B. mit Kunstlinsen nach Grauem Star keinProblem damit beim Mond und meinem StartTravel 150/750, dem Evostar 120/1000, dem Polaris 102/460 und dem Short Tube 80/400.
Bei Planeten (Saturn, Jupiter, Mars) beeinträchtigten im vergangenen Jahr Horizontnähe mit Luftunruhe und Dispersion eine objektive Beurteilung des eventuellen Kontrastverlustes.
Für DeepSky bevorzuge ich die kurzbrennweitigen Optiken Polaris und ST80. Wobei das rein visuelle Beobachten bei mir inzwischen fast vollständig abgelöst wurde durch EAA/EEVA (Electronically Assisted Astronomy / Electronically Enhanced Visual Astronomy).
Wegen zunehmender Lichtverschmutzung und weniger Tagen mit guten Wetterbedingungen wird das Hobby immer mehr von der Frage bestimmt: Wie beobachte ich möglichst viele Objekte möglichst ohne Ortswechsel und in einem engen Zeitkorridor?

Deshalb empfehle ich inzwischen auch regelmäßig eine leichte aber stabile Einstiegslösung auf Basis einer Skywatcher StarDiscovery WIFI Montierung mit GOTO und Nachführung, die sowohl visuell als auch für EAA/EEVA zum Einsatz kommt. Das ist dann noch nicht Astrofotogrfie aber schon mal ein Schritt in diese Richtung mit einer optischen Leistungsähigkeit, die locker vom sichtbaren Detailreichtum auch einen 12-Zoll Newton übertrifft.

Damit könntest Du beginnen (Strassenpreise Neuware):

Skywatcher StarDiscovery WIFI mit Newton 150/750 (parabolisch) für ca. 500 EUR
CMOS Astrokamera SVBONY SV305 (SONY IMX 290) ca. 150 EUR

Smartphone und PC setze ich mal als vorhanden voraus.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Peter,

Mag sein das du EAA so magst aber es ist am ende nicht mehr, alls Kurzbelichtung somit Fotografie, die Bilder die du schon gezeigt hast sind meiner Meinung auch nicht schön, Homogen und verrauscht.

Meiner Ansicht nach und da Stimmen mir sicher einige zu. ist Visuelle Beobachtung, was ganz anderes es fühlt sich auch ganz anders an.
Du sprachst von möglichst vielen Objekten in einem engen Zeit Korridor, das geht meiner Meinung an visueller Beobachtung komplett vorbei, es geht darum ein Objekt lange und Intensiv zu betrachten um viele Detais rauszukitzeln Filter können unter bei Planetarischen Nebeln und Supernovae-Überresten, da auch von Vorteil sein, die Spitze ist hier, die Zeichnung von Objekten, leider bin ich ein schrecklicher Zeichner sonnst würde ich auch da einsteigen. Ich hab tatsächlich mal probiert Galaxien, der Markarjanische Kette, die ich erkennen kann zu Zeichnen im richtigen abstand in der richtigen Größe mit Rotlichtlampe, sah aber echt nicht gut aus eher nach Grundschüler^^.

Das mit viel in kurzer Zeit geht übrigens auch an der Fotografie vorbei, jedenfalls bei Deepsky auch hier geht es darum ein Objekt lange zu belichten nicht grundlos, sind die tiefsten schönsten Bilder über 10h mehrere Tage belichtet.

Rudolf, dir würde ich empfehlen zu einem schönen leichten Gitterrohr Dobson zu gehen gerade, wenn ich an dein Alter denke, vielleicht von Martini so 10Zoll. Dazu ein par gute Okulare, Filter und man wird echt glücklich^^ und kann auf Entdeckungsreise gehen. Natürlich ist das Büdget dabei wichtig.

Clear Skies Felix
 
Hallo Rudolf,

mein Gefallen an Metall und Holz ist ebensowenig ein objektiver Maßstab wie Peters (@casati)s Vorliebe für EAA. Man sollte halt einigermaßen wissen was dabei herauskommt und kann dann selbst entscheiden.

160/1300 wird als spärischer Spiegel auf jeden Fall besser funktionieren als der f/4 Rasierspiegel. Aber Weitfeld geht dann mit etwa 2 Grad Maximalfeld nicht so richtig. Und ich sehe da auch nicht den Vorteil gegen einen Standard 200/1200 Dobson.

Als flexibelste Lösung für deine Kombi aus Weitfeld (große Nebel) und Planeten sähe ich einen visuell ausgelegten 150mm f/5 Newton mit 2 Zoll Auszug.
Visuell ausgelegt heißt dann einen Fangspiegel mit weniger als 30 Prozent linearer Obstruktion und möglichst nicht ganz so hohem Turm am Okularauszug.
Ich kann dir aber leider nicht sagen, wer sowas anbietet.

Der Unterschied zwischen 100 und 127mm müsste gut eine halbe Grenzgröße betragen. Bei gleicher Brennweite kommt (beim Fraunhofer) aber mehr Farbfehler dazu. Es geht bei dieser Berechung immer um das Verhältnis der Öffnungen. Der Sprung von 8 Zoll auf 10 etwa ist so groß (von der erreichbaren Grenzgröße her) wie der von 80mm auf 100mm, wenn andere Faktoren wie Reflexivität oder Transmission gleich bleiben.




VG
Klaus
 
Hallo Felix,

ich denke, ich habe ausreichend den Unterschied zwischen EAA/EEVA und visueller Beobachtung und (wahrer) Astrofotografie erläutert. Was die Qualität meiner bisherigen Bilder betrifft: Die wurden alle nur mit AstroDMx und SIRIL bearbeitet. Ziel ist bei EAA zuvorderst: Objekt schnell auffinden, Stack (von meist 2 Minuten bei mir = 20 x 6 Sekunden w/ Vergleichbarkeit zu älteren Sessions) erstellen und mit anderen Aufnahmen vergleichen, um die Güte der eigenen Arbeit zu verbessern.

Und natürlich muss auch ich noch ständig dazulernen. Beispiel (gerade eben angeschaut), das hervorragende Video von Forrest Tanaka (ab Min. 26) zum Fokussieren ohne Bahtinovmaske und zur Driftmethode, wennn man keine freie Sicht auf den Polarstern hat:


Gruß,
Peter
 
Hallo zusammen,

wieder die Diskussion ums EAA.

Grundsätzlich ja, ist eine Alternative, aber ich stehe nach wie vor auf dem Standpunkt, dies einem Einsteiger oder auch Wiedereinsteiger als das "Non plus ultra" zu verkaufen nicht angebracht.

Ansonsten halte ich es mit Felix
ist Visuelle Beobachtung, was ganz anderes es fühlt sich auch ganz anders an.
Du sprachst von möglichst vielen Objekten in einem engen Zeit Korridor, das geht meiner Meinung an visueller Beobachtung komplett vorbei, es geht darum ein Objekt lange und Intensiv zu betrachten um viele Detais rauszukitzeln Filter können unter bei Planetarischen Nebeln und Supernovae-Überresten
Das mit viel in kurzer Zeit geht übrigens auch an der Fotografie vorbei, jedenfalls bei Deepsky auch hier geht es darum ein Objekt lange zu belichten nicht grundlos, sind die tiefsten schönsten Bilder über 10h mehrere Tage belichtet.
 
Hallo Mathias,

gerade der Wiedereinsteiger sollte auf die neuen Möglichkeiten aufmerksam gemacht werden! Immerhin bringt er reichlich Erfahrung aus der "konventionellen" Hobbyastronomie mit und weiß wie sich Lichtverschmutzung und Luftunruhe auswirken. Wir offerieren ja hier allesamt nur Optionen für die Neuanschaffung. Entscheiden muss Rudolf sowieso alleine.

Gruß,
Peter

PS: Es gab gestern ja auch einen Bericht zum eVscope hier im Forum. eVscope getestet
 
Einen Spiegel mit 208mm und 800mm Brennweite gibt es günstig, aber plötzlich habe ich gesehen, dass Spiegel mit 1000mm Brennweite als parabolisch angeboten werden und fast das 3fache kosten, wo ist der Unterschied?
Hallo Rudolf,

ein nicht parabolisch korrigierter f/4 Newton ist unbrauchbar. Die parabolische Korrektur sorgt dafür, dass sich auch die Strahlen vom Spiegelrand im Brennpunkt treffen. Je kleiner die Blendenzahl, desto stärker der Effekt. Blende 4 ist schon extrem.

Dann würde ich einen f/4 Newton nie zur Beobachtung für einen Gelegenheitsspechtler empfehlen. Das macht nur Probleme. Man braucht teure Okular, muss penibel justieren und sich bei einem 8" auch sehr tief bücken. Bei 8" würde ich f/6 nehmen. Bei einem f/6 aus Massenproduktion würde ich zudem noch erwarten, dass die Wahrscheinlichkeit eine Kröte zu erwischen deutlich kleiner ist als bei einem f/4.

CS Joachim
 
Schließe mich an, sehr schnelle Newtons sind Fotoeimer und fürs Gucken nicht gut.

Was viele immer vergessen:
Die Helligkeit des Bildes beim visuellen Beobachten wird über die Austrittspupille definiert.

Das macht man mit den Okularen. Das Öffnungsverhältnis ist also mehr oder weniger egal (natürlich braucht man es für die Berechnung der AP, aber wie es zu jedem Topf einen Deckel gibt, gibt es auch zu jedem Teleskop ein Okular). Deswegen kann man für visuelle Zwecke - so denn die Fotografie wirklich zweitrangig ist und man nicht wieder die Eierlegendewollmilchsau will - getrost auf langsamere Optiken zurückgreifen, die gutmütiger im Bezug auf Okulare und deren Korrektur sind.

Bei Refraktoren ohne Farbkorrektur ist eine langsame Optik sogar wichtig, um den Farbfehler nicht zu groß werden zu lassen.


EDITH sagt: Ach ja, da es noch keiner geschrieben hat... Ich empfehle einen 8" Dobson :p:ROFLMAO:
 
Ich danke euch für eure Informationen. Ich werde mich nach einer EQ5 Größe umschauen und einen Refraktor als Einstieg. Das mit dem 8" Dobson wird wohl Stufe 2 werden. Ich werde die Kleinanzeigen beobachten um mit was gebrauchtem den Preis im überschaubaren Rahmen zu halten.

Man wird sich wieder Schreiben, danke für eure Fachkompetenz.

Rudolf
 
Auch wenn dein Beitrag vor Unhöflichkeit nur so trieft, und ich mir da so einiges ausmalen kann, warum der Herr - aus einer zweifelhaften Motivation heraus - so schlechte Laune hat :D , ich möchte trotzdem drauf antworten.

Warum bist du denn der Meinung, man sollte als Einsteiger für die visuelle Beobachtung einen Newton f4 oder noch schneller kaufen?
 
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