Niki,
erstmal vielen Dank für dieses PDF. Das ist ein Projekt für den Urlaub. Ich interessiere mich aber generell sehr für Optik und Verzeichnung, auch am Fernglas. Ich habe dabei festgestellt, dass ich anfällig für den Globuseffekt im Fernglas bin (--> Schwindel!).
Ich hoffe, ich sehe das richtig (sonst korrigiert mich bitte): Laut
Holger Merlitz entsteht dieser Effekt dadurch, dass unser Auge per se eine leichte tonnenförmige Verzeichnung einbringt, die durch das Einbringen kissenförmiger Verzeichnung in der Optik equilibiriert werden soll. Den Grad der notwenigen kissenfärmigen Verzeichnung, um die persönliche tonnenförmige Augenverzeichnung auszugleichen, kann man mit dem
Schachbrett-Test nach Hermann von Helmholtz feststellen. Meiner wäre k = 0.7 (Bild C). Heißt: Wenn der Grad kissenförmiger Verzeichnung k = 0,7 ist, wird die tonnenfärmige Verzeichnung meines Auges ideal ausgeglichen.
Kissenförmige Verzeichnung bringt Randaufhellung, hier werden ja die randnahen Lichtstrahlen verdichtet.
Tonnenförmige Verzeichnung bringt Randabdunklung, hier werden die randnahem Lichtstrahlen ausgedünnt.
(Im pdf sind auf Seite 30 die Farben der Kreise bei den Abbildungen der Abschattung wohl falsch, der rote Kreis sollte "barrel" zugeordnet werden, statt "focused". Blau wäre "focused", wenn man nach dem Diagramm geht...)
Kann ich jetzt nach diesen unseren Vorannahmen deduzieren, dass ich bei einem Okular, das die Austrittspupille zu einer kissenförmigen Verzeichnung bringt, keinen Globuseffekt, aber eine Randaufhellung habe? Vice versa hätte man bei Okularen, die die Austrittspupille mit tonnenförmiger Verzeichnung versehen, keine Randaufhellung, aber dafür den Globusffekt beim Schwenken (Sternfelder etc.)?
Wäre interessant zu sehen, ob jemand hier diese Annahmen schonmal festgestellt hätte.
Somit müsste man ja immer eine Kröte schlucken, nämlich Globuseffekt bei dunklem Rand und aufgehellten Rand bei Verzeichnungsfreiheit.
Grüße aus dem Nebel
Nico