Die Sterne....sie sind mir meistens zu dick, zu groß, zu....was auch immer...

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gnnyman

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Mir sind einfach die Sterne meistens, eigentlich fast immer zu groß, zu dick, zu schwammig...was auch immer. Jedenfalls bei Brennweiten über etwa 600-700mm werden meine Sterne nicht so, wie ich es mir vorstelle - klein, gut konturiert, relativ scharf und wenn möglich auch farblich akzentuiert - gelblich, rötlich, bläulich...wie auch immer.

Die Sterne sind weiße Flecken, zwar rund mit einem relativ gut definierten Kern, aber immer von einem unscharfen Bereich umgeben und einfach zu groß - sie gefallen mir nicht.

Wenn ich mit dem Esprit 550/100 fotografiere, so bleiben sie klein, wenn ich mit einem Newton bei 1200mm fotografiere, werden sie zu groß und schon schwammig - obwohl ich im Fokus bin. Aber durch die langen Belichtungszeiten (180, 300 und mehr Sekunden) blähen sie sich auf. Was ich nicht verstehe ist, dass, wenn ich viele Aufnahmen von Kollegen der Nacht ansehe, deren Sterne sind meistens so schön klein - auch bei solchen Belichtungszeiten.

Was mache ich offenbar falsch oder nicht? Gibt es da Tips für mich? Egal, ob ich Siril APP oder PI verwende, die Sterne sind zu groß - sie haben Astroadipositas.

Ich habe zwei Beispiele angehängt - einmal eine Aufnahme (NGC7023) die für mich OK aussieht - Esprit eben und dann eine andere, die das zeigt, was ich meine (M1 mit Newton 1200mm + 1.5xKeller Barlow)
 

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Wenn ich mit dem Esprit 550/100 fotografiere, so bleiben sie klein, wenn ich mit einem Newton bei 1200mm fotografiere, werden sie zu groß und schon schwammig - obwohl ich im Fokus bin. Aber durch die langen Belichtungszeiten (180, 300 und mehr Sekunden) blähen sie sich auf. Was ich nicht verstehe ist, dass, wenn ich viele Aufnahmen von Kollegen der Nacht ansehe, deren Sterne sind meistens so schön klein - auch bei solchen Belichtungszeiten.

Da gibt's drei Dinge dazu zu sagen:

1) Rein von der Beugung her (lassen wir Obstruktion mal beiseite) skaliert sich die Groesse einer Punktquelle proportional mit (1.22*Wellenlaenge * Brennweite) / Oeffnung, also dem Oeffnungesverhaeltnis.
Das Beugungsscheibchen eines Esprit 550/100 (f/5,5) ist daher im Idealfall fuer z.B. 550nm Wellenlaenge 3,7um.
Das Beugungsscheibchen eines 1200mm f/5 Newton mit 1,5x Barlow (also 1800mm, f/7,5) ist fuer die gleiche Wellenlaenge 5um.

2) Viele der "Hingucker-Bilder" werden von Leuten aufgenommen, die halt lange Brennweiten mit sehr grossen Oeffnungen haben.
Ein Celestron C14 mit Reducer hat bei 2,46m Brennweite auch "nur" ein Beugungsscheibchen von 4,23um und die Bilder schauen halt fast wie bei deinem Esprit aus, dass Rohr dagegen nicht ;)

3) Man kann natuerlich in der digitalen Aera in der Bildnachbearbeitung die Sterne auch einfach kleiner machen. Man kann das z.B. ueber eine Erosion in der Sternmaske machen, oder halt eine Dekonvolution (quasi Beugung herausrechnen). Dann kann man die so klein machen, wie man will ...

M1_ASI183C_FN1k5_180sec_20x15.jpg

Original.

M1_ASI183C_FN1k5_180sec_20x15_mod.jpg

Schnell und billig mit Sternmaske und Erosion.

Image447.jpg

Volle Deconvolution so gut das mit jpegs halt geht..
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo geheimnisvoller Fremder (soviel Zeit muss sein),

zunächst mal muss man sagen, dass die Sterne doch gar nicht sooooo übel aufgebläht sind, finde ich. Das ist ein Effekt der vor allem durch zwei Umstände hervorgerufen wird. Einmal durch Wasser in der Luft, das das Licht streut, dann aber auch durch die Fangspiegelhalterung, die im Strahlengang vor dem Hauptspiegel steht, und einen gewissen Weichzeichnungseffekt hat.
Hauptproblem ist hier alledings die Verwendung einer Barlow für Deep Sky. Das würde ich grundsätzlich lassen. Man sieht dem Bild an, das kein sauberer Fokus getroffen wurde, was mit einer Barlow aber auch schwer möglich sein dürfte, vermute ich.
Natürlich hast du aber ganz Recht, dass man sich dem Problem widmen muss, wenn es schon mal da ist. In erster Linie dient dazu die Deconvolution, die die Sterne analysiert und dann auf eine natürlichere Größe herunterrechnet. Diese Deconvolution sollte frühestmöglich im Bearbeitungsprozess durchgeführt werden, um gut zu funktionieren. Ich empfehle eines der zahlreichen Tutorials im Netz als Anleitung, wie man das richtig macht.
Im Folgenden gilt es dann die verkleinerten Sterne vor der Bearbeitung zu schützen. Also Masken anzuwenden, die die Sterne selber abdecken und nur Objekt oder Hintergrund freigeben.
Schließlich kann man die Sterne auch später nochmals verkleinern. PI bietet dafür ebenso Möglichkeiten (siehe hier ein fachgerechtes Tutorial von Frank Sackenheim) wie Affinity Photo. Die Tutorials des völlig überteuerten Photoshop lassen sich da nahezu 1:1 übertragen, iirc.
Wenn die Sternzentren weiß bleiben, sind sie zu lange belichtet worden und ausgebrannt, oder sie wurden zu stark gestreckt. Es empfiehlt sich hier ein zunächst moderater Stretch (evtl. "Masked Stretch") und dann mit "Curves Transformation" weiter machen und die sehr hellen Teile des Bildes nicht mehr zu sehr anzuheben.

Gruß und viel Erfolg
Sebastian
 
Hauptproblem ist hier alledings die Verwendung einer Barlow für Deep Sky. Das würde ich grundsätzlich lassen. Man sieht dem Bild an, das kein sauberer Fokus getroffen wurde, was mit einer Barlow aber auch schwer möglich sein dürfte, vermute ich.
Den Fokus zu treffen ist eigentlich einfacher bei kleinen Oeffnungsverhaeltnissen, denn die Schaerfentiefe nimmt mit zunehmender Oeffnung ab.

Den "Matsch" gibt's auch bei Leervergroesserung, z.B. wenn man eine mit kleinen Pixeln bereits adequat aufgeloeste Optik mit einer (dann ja ueberflussigen) Barlow beglueckt.
Wo Du allerdings Recht hast, atmosphaerische Streuung und Seeing haut bei laengerer Brennweite (bei bleichem Oeffnungsverhaeltnis) natuerlich mehr 'rein, genau wie auch Nachfuehrfehler.
 
Den Fokus zu treffen ist eigentlich einfacher bei kleinen Oeffnungsverhaeltnissen, denn die Schaerfentiefe nimmt mit zunehmender Oeffnung ab.
Schon richtig, aber von einer Barlow würde (zumindest) ich bei Deepsky abraten. Man sieht ja auch an der Sterndarstellung im inneren von M1, dass da irgendwas schief gelaufen ist:

1626888928901.png


Ohne Barlow hätte dieser Ausschnitt als Crop bestimmt besser ausgesehen.
Ich bestehe nicht auf meiner Vermutung, würde dem Kollegen da aber einfach einen Vergleich anraten. Mal mit, mal ohne Barlow. Dann kann er sich da ein gutes Bild machen.
Gruß
Sebastian
 
Hallo Unbekannter (ein Name wäre schon nicht schlecht),
in Deinem post wird Deine Aufnahmekamera leider nicht erwähnt. Wenn Du mit 550 mm gute Ergebnisse erzielst, kommst Du natürlich mit derselben Kamera und damit Pixelgröße schnell ins oversampling. Unter astronomy-tools kann man sich das sehr gut unter der Rubrik calculators ->CCD suitibility ausrechnen lassen.
Gruß
Rainer
 
Schon richtig, aber von einer Barlow würde (zumindest) ich bei Deepsky abraten. Man sieht ja auch an der Sterndarstellung im inneren von M1, dass da irgendwas schief gelaufen ist:

Den Anhang 205599 betrachten

Ohne Barlow hätte dieser Ausschnitt als Crop bestimmt besser ausgesehen.
Ich bestehe nicht auf meiner Vermutung, würde dem Kollegen da aber einfach einen Vergleich anraten. Mal mit, mal ohne Barlow. Dann kann er sich da ein gutes Bild machen.
Gruß
Sebastian
Du hast ja vollkommen Recht Sebastian, die Barlow bringt da nichts mehr.

Aber eher nicht weil der Fokus nicht gut waere (was Ich auch nicht ausschliessen will), sondern tendenziell weil die Kamera schon ohne die Barlow eine hoehere digitale Aufloesung hatte, als die Airy Scheibe durch die Beugung der Optik. Alles was ab dann passiert, ist digitales Oversampling vom Beugungslimit, welches ja laengst erreicht wurde. Nennt man Leervergroesserung.
Er koennte (da wir die Kamera nicht kennen, spekuliere Ich) auch eine 2x Barlow einschieben und 2x2 Binning machen, dann waer's kein Matsch (sondern nur Quatsch, sozusagen).
Rainer trifft es: Man muss sich schon anschauen, welche Kombination noch Sinn macht.
CS
 
Hallo Unbekannter (ein Name wäre schon nicht schlecht),
in Deinem post wird Deine Aufnahmekamera leider nicht erwähnt. Wenn Du mit 550 mm gute Ergebnisse erzielst, kommst Du natürlich mit derselben Kamera und damit Pixelgröße schnell ins oversampling. Unter astronomy-tools kann man sich das sehr gut unter der Rubrik calculators ->CCD suitibility ausrechnen lassen.
Gruß
Rainer
Sorry, habe erst jetzt gesehen, dass mein Name "verschluckt" wurde.... ich zeichne sonst immer mit
CS, Georg

Und Kamera - an den Namen der Files kannst Du die Kameras ersehen - sie sind Teil des Namens.....
 
Sorry, habe erst jetzt gesehen, dass mein Name "verschluckt" wurde.... ich zeichne sonst immer mit

CS, Georg

Schon richtig, aber von einer Barlow würde (zumindest) ich bei Deepsky abraten. Man sieht ja auch an der Sterndarstellung im inneren von M1, dass da irgendwas schief gelaufen ist:

Den Anhang 205599 betrachten

Ohne Barlow hätte dieser Ausschnitt als Crop bestimmt besser ausgesehen.
Ich bestehe nicht auf meiner Vermutung, würde dem Kollegen da aber einfach einen Vergleich anraten. Mal mit, mal ohne Barlow. Dann kann er sich da ein gutes Bild machen.
Gruß
Sebastian
Danke Sebastian - gute Idee, werde ich machen. Da zB meine ASI183MC (und die MM) ja 2,4y Pixel haben, sind alle Details, die aufgelöst werden könnten, ja ohnedies bereits überbedient. Barlow bedeutet daher offenbar nur mehr leere Vergrößerung zur Verschlimmbesserung...
CS, Georg
 
Danke für alle Ratschläge - werde sie umgehend ausprobieren...nur brauche ich wieder einmal einen klaren Himmel - und nicht nur für 1 Stunde..
CS,
Georg
 
Hallo Georg,
verwendest du an der ASI183MC Pro einen IR/UV Sperr- oder sonstigen Filter? Diese Kamera hat nur ein Antireflex Klarglas verbaut. Ohne entsprechenden Filter brennen Sterne gerne aus die Farben gehen verloren, außerdem sind Optiken mit Glas im Lichtweg nicht für IR / UV korrigiert, was die Sterne "aufbläht".

Die ASI2600MC Pro hat schon einen entsprechenden Filter verbaut.

VG und CS,
Markus
 
Hallo Georg,
verwendest du an der ASI183MC Pro einen IR/UV Sperr- oder sonstigen Filter? Diese Kamera hat nur ein Antireflex Klarglas verbaut. Ohne entsprechenden Filter brennen Sterne gerne aus die Farben gehen verloren, außerdem sind Optiken mit Glas im Lichtweg nicht für IR / UV korrigiert, was die Sterne "aufbläht".

Die ASI2600MC Pro hat schon einen entsprechenden Filter verbaut.

VG und CS,
Markus
Hallo Markus,
das habe ich erst seit kurzem gemacht...vorher ohne UV/IR Filter....danke für den Hinweis!
VG und CS,
Georg
 
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