Astronomie und Philosophie

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tomku0437

Aktives Mitglied
Moin,
Astronomie ist krass, "Wir" Hobbyastronomen beobachten Galaxien, Nebel, Sterne und Sternenhaufen, welche wir wahrscheinlich nie erreichen können. Egal mit welchem Equipment, ich fühle mich bei der Betrachtung von Aufnahmen astronomischer Natur immer sehr klein und einer riesen, riesen Macht ausgesetzt. Ich persönlich bin nicht gläubig, doch bei manchen Galaxien und Nebel
kann ich mir kaum Vorstellen, dass sie ja eigentlich reiner Zufall sind.
Wobei es ja eigentlich viel Schöner ist, dass es Zufall ist.
Fragt ihr euch nicht auch manchmal wie verdammt schon fast absurd schön der Kosmos ist?
Wenn das nen Mensch erfunden hätte, müsste dieser echt einen im Tee haben, ich meine Schwarze Löcher, Pulsare, Neutronensterne.....
Auch die Entfernungen und die pure Anzahl an Galaxien und Sternen sind kaum Greifbar.
Eine berühmte Aufnahme, der Andromeda Galaxie von Hubble verdeutlicht wie viele Sterne es gibt.
Ich verfolge keine Astrologischen Gedanken, weshalb ich auch im Astronomie Sektor des Forums bleibe, denn ich möchte wissen, was ihr für eine Philosophie aus der Astronomie und dem Kosmos zieht. Seid ihr Gläubig geworden, habt ihr euer Leben verändert?
CS
Tom
 
Fragt ihr euch nicht auch manchmal wie verdammt schon fast absurd schön der Kosmos ist?
Ich denke mal: andauernd. ;)

was ihr für eine Philosophie aus der Astronomie und dem Kosmos zieht. Seid ihr Gläubig geworden, habt ihr euer Leben verändert?
Die Begegnung mit etwas Unfassbarem hinterlässt immer Spuren, und immer wieder. Es wird nicht fassbarer, indem wir es betrachten oder darüber meditieren. Die Größenordnungen sind dermaßen unmenschlich und unvorstellbar, dass auch ein noch so vertraut gewordener Blick durch ein Teleskop uns kein wirkliches Begreifen der Objekte schenkt.

Was wir hingegen erfahren können ist diese stete Unfassbarkeit der riesigen Dimensionen, von denen wir umgeben sind, und das ist durchaus ein Gefühl, das uns vertraut werden kann wie ein guter Freund. Und so dürfen wir verblüfft sein, an etwas teilhaben zu können, das wir im Grunde nicht verstehen.

Manchmal öffne ich abends das Bild Position der Erde im Universum – Wikipedia und trete eine Reise an als unsichtbar winziger Punkt... weg von der vertrauten Erde, immer weiter hinaus, in immer gewaltigere Gefilde... bald bin ich nur mehr Gefühl in einem endlos großen Raum, ein Gedanke zwischen Sterneninseln, die an mir vorüberziehen... ich bin in diesen Welten, und sie sind in mir.

Teleskope machen ein klein wenig davon besser sichtbar, schon der erste Anblick eines Planeten kann jemanden tatsächlich erschüttern, wenn man das noch nie mit eigenen Augen gesehen hat.

Doch die Weiten, um die es im Kosmos geht...
ich wünschte, ich könnte einige dieser Sterneninseln besuchen.
Oder den Rest meines Lebens an einem der Filamente entlang reisen...
und immer neue Galaxien an mir vorüberziehen lassen...

Sofern man solch epische Erfahrung überhaupt - aushalten könnte...
Ich weiß es nicht.

lg
Niki
 
Hallo!

seit ich mich mit Astronomie beschäftige ist mir bewusst geworden, dass viele, viele Zufälle unsere Erde mit Mond, unseren Lebensraum geschaffen haben. Der Mond dürfte vermutlich einen wichtigen Hauptanteil daran haben, dass es überhaupt Leben auf der Erde gibt. Von so Kleinigkeiten, dass es überhaupt erst Mal reichlich Wasser braucht, die Erde auch zufällig den richtigen Abstand zur Sonne haben muss, mal abgesehen. Die Gravitation des Mondes die die Gezeiten verursachen, sorgen dafür, dass sich im Wasser Strömungen bilden können und für Austausch sorgen. Zugleich hat er zufällig genau den Abstand zur Erde und den "richtigen" Durchmesser, dass er bei einer Sonnenfinsternis gerade so die Sonne verdeckt, dass wir die Sonnen-Corona sehen können. Weiter weg, näher da, kleinerer oder größerer Mond und es gäbe keine Sonnenfinsternis wie wir sie sehen können. Wie und warum überhaupt die Erde gerade einen so passenden Trabanten hat .... wenn man anfängt sich in diese schier endlosen Zufälle einzulesen, hört man gar nicht mehr auf.


Besonders beeindruckt mich auch immer, wenn ich einem Jupiter Mond im Okular zuschauen kann wie er hinter dem Jupiter verschwindet bzw. hervor kommt. Wenn ich mir vorstelle, dass dies dann gerade vor ca. 45 Minuten live am Jupiter geschehen ist und ich quasi eine Fußball-Halbzeit später hier auf der Erde zusehen kann, gibt mir dies eine ungefähre Vorstellung wie weit Jupiter von uns entfernt ist und wie phantastisch es ist so etwas beobachten zu können. Dagegen eine Entfernung zum Beispiel zu M101 mit 16 Millionen Lichtjahren eine meiner Lieblings Galaxien die ich im EAA Setup beobachte, ist für mich so unmenschlich, undenkbar weit weg, das sind Dimensionen die mir verdeutlichen wie winzig wir sind und mich dann eigentlich heulen lassen. Man kann solche Gedankenwelten wenn man sich intensiver damit auseinandersetzt eigentlich nur besoffen aushalten.

Ich denke nach wie vor nicht, dass eine höhere Macht sich das ausgedacht hat, sondern bin überzeugt, dass es alles Zufälle sind die unseren Lebensraum geschaffen haben. Nur wir Menschen sind zu blöde zu kapieren wie großartig und vermutlich sogar einmalig und einzigartig im weiten Umkreis dies ist und setzen verantwortungslos Alles daran, den jetzt existierenden Lebensraum so schnell als möglich zu zerstören. Dass die Menschheit auf die Dauer nicht überleben wird, sich selbst und viele Lebensformen in Kürze dauerhaft zerstören wird, sehe ich als gesetzt an. Das passiert nicht nur durch die Klimaänderung verursacht durch Ausstoß von Treibhausgasen, wir schießen auch jede Menge ach so wichtiger Satelliten und bedeutender Menschen ins All, beleuchten den ganzen Globus rund um die Uhr, verbrauchen hemmunglos alle verfügbaren Resourcen unkontrolliert und, und, und ...

MünchenBeiNacht - Ewald
 
Guten Morgen zusammen,

mit dem heutigen Wissen über das Universum kann man schon in etwa nachempfinden wie sich frühere Generation gefühlt haben.
Das riesige Bauten errichtet wurden, um gewisse Abläufe an diesem wohl dunklen (noch wirklich richtig dunkel ;)) und nicht wirklich nachvollziehbaren Nachthimmel zu verstehen.
Das Religionen, wie auch immer geartet, entstanden sind.
Das zog sich ja noch bis in das 18-te, 19-te Jahrhundert hinein.
Wirklichen Antrieb zum Verständnis kam ja mE. erst mit Herrn Einstein und ein paar anderen vorher.

Ich selbst, tiefes oder gar religiöses Empfinden, nicht wirklich.
Halte es da mit Mr. Spock ;), einfach faszinierend.
So wie es funktioniert, scheint es für uns, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur für uns, richtig zu funktionieren.
Wäre irgendein Parameter nur minimalst anders ausgefallen, sehe das Geschehen ganz anders aus oder sehe überhaupt nicht aus. Im ersteren Fall, nun ja, kann ich mir vorstellen, dass es für die dann dort "lebenden" "Lebwesen" genauso passend funktioniert wie es funktioniert.
Wäre dann aber bestimmt genauso faszinierend.

Zufall, gewollt... ... ... weder das eine noch das andere.
Entwicklung eben, vom Urknall bis jetzt.
Nach dem was wir wissen, ich da dann weniger Wissen :unsure:, waren die Bedinungen am Anfang so, dass es sich nur so entwickeln konnte.

Das Woher, das Warum... ... ... unsere Generation, folgende Generation... ... ... keine Ahnung ob sie es je erfahren, erforschen werden.

So wie es da ist, ist es gut, es funktioniert und wird uns noch viele faszinierende Beobachtungsnächte liefern und den professionellen Forschern reichlich Erkenntnisse bringen und neue Fragen aufwerfen.
 
Hi ihr Philosophen,

ich möchte noch einen anderen Aspekt anführen:

Aus den ganzen tollen physikalischen Erklärungen, ART, Urknall, Elementarteilchen, Kräfte kann man nicht ableiten, dass zB so etwas wie ein Vogel oder eine Blume entsteht.

Das heisst für mich ganz klar, wir haben etwas noch nicht entdeckt.

Eine mögliche Erklärung ist die neue Theorie der Emergenz, aber das verstehe ich noch zu wenig.
Man kann Milliarden von Elementarteilchen, aus dem ja alles besteht, im Experiment in ein Volumen sperren. Die werden da ewig sich bewegen und es wird kein Vogel oder eine Blume entstehen. Also fehlt etwas, ganz einfach. Aber was?

Genauso mit dem Bewusstsein. Wo kommt das her? Wie entsteht das? Aus was ist das zusammengesetzt? Physik, Chemie, Biologie erklärt da nichts, niente, null.

Nebenbei, ein Bewusstsein wird mM sicher nicht dadurch entstehen, dass man irgendwelche elektronischen Logik-Schaltkreise aufbaut und dann ganz schlaue Software einsetzt. Da tun mir die KI Jünger echt leid. Das ist eine Sackgasse. Es bleibt eine Simulation.

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,

Aus den ganzen tollen physikalischen Erklärungen, ART, Urknall, Elementarteilchen, Kräfte kann man nicht ableiten, dass zB so etwas wie ein Vogel oder eine Blume entsteht.
denke schon.
Zusätzlich noch die anderen Bedingungen die in unserem Universum gegeben sind.
Aus diesem ganzen Konglomerat, hat sich auf dem Planeten Erde (so nennen die Menschen ihn) das was wir als Vogel oder Blume bezeichnen, entwickelt.
Auf einem anderen Planeten mag das anders aussehen.
Aber da bewegen wir uns im spekulativen Bereich.

habe ich zugegebenermaßen noch nichts von gehört :eek: :rolleyes:.

;) mir auch.
Weder die Hardware, das Elektronische noch die Software sind schlau oder intelligent.
 
Hi Mathias,
wo steht in den physikalischen Theorien die Information oder die Formel, dass man daraus herleiten kann, dass daraus ein Vogel entstehen kann oder muss.
Kannst du mir einen Hinweis geben? ;)
Aus ART, Physik der Elementarteilchen, Definition der Kräfte, Quantenphysik kannst du nichts herleiten, das den Bau eines Vogels bewirkt.

Aber ich denke, das ist auch gar nicht die Aufgabe der Physik.
Deswegen fehlt etwas. Das ist mM eine wichtige Aufgabe der aktuellen Forschung.

Auch Evolution reicht nicht. Da sie ja einfach davon ausgeht, dass komplexere, selbst organisierende Systeme entstehen und sich verändern. Aber was ist die Kraft dafür?
In der Physik steckt diese Kraft nicht. Oder vielleicht schon, aber noch verborgen.

Die Theorien der Elementarteilchen und der Kräfte zwischen ihnen bewirken nur, dass Elementarteilchen miteinander agieren und zB Strahlung, andere Elementarteilchen, Elemente und Moleküle entstehen.

Gruß
Peter
 
Es wurde ja schon darüber nachgedacht, ob die Menschheit je Wissenschaft und Technologie entwickelt hätte, wenn die Erde von einer dicken Wolkenhülle umgeben wäre. Der Blick in den klaren Nachthimmel, das Auf und Ab der Sonne, die Phasen des Mondes und seltsamen Bewegungen der Planeten - all das ist derart inspirierend, dass es die Menschen zum Denken angeregt haben muss, und dann kam Eines aufs Andere.

Viele Grüße,
Holger
 
Hi Mathias,

wo steht in den physikalischen Theorien die Information oder die Formel, dass man daraus herleiten kann, dass daraus ein Vogel entstehen kann oder muss.
Kannst du mir einen Hinweis geben? ;)
Aus ART, Physik der Elementarteilchen, Definition der Kräfte, Quantenphysik kannst du nichts herleiten, das den Bau eines Vogels bewirkt.

Aber ich denke, das ist auch gar nicht die Aufgabe der Physik.
Deswegen fehlt etwas. Das ist mM eine wichtige Aufgabe der aktuellen Forschung.

Auch Evolution reicht nicht. Da sie ja einfach davon ausgeht, dass komplexere, selbst organisierende Systeme entstehen und sich verändern. Aber was ist die Kraft dafür?
In der Physik steckt diese Kraft nicht. Oder vielleicht schon, aber noch verborgen.

Die Theorien der Elementarteilchen und der Kräfte zwischen ihnen bewirken nur, dass Elementarteilchen miteinander agieren und zB Strahlung, andere Elementarteilchen, Elemente und Moleküle entstehen.

Gruß
Peter

Selbstorganisation und emergente Komplexität scheinen zentrale Eigenschaften der Nichtgleichgewichts-Thermodynamik zu sein. Wir beginnen gerade damit, die wichtigsten Vorgänge in lebenden Zellen mit den Augen verallgemeinerter Phasenübergänge zu sehen. Die Physik ist natürlich die fundamentale Kraft hinter diesen Vorgängen, aber wir haben bisher nur die allereinfachsten Grenzfälle (z.B. das thermische Gleichgewicht) verstanden. Spätere Generationen werden die Physik aus einer anderen Perspektive kennenlernen, mit ganz neuen Gesetzen, die die Eigenschaften lebender Materie beschreiben werden.

Viele Grüße,
Holger
 
Hallo Peter,
hallo zusammen,

ich weiß nicht ob es da eine Theorie oder Formel gibt, was ich weiß und was man so erlebt, wenn man mit einigermaßen offenen Augen durch die Gegend rennt, das alles mit allem zusammen hängt.
Pflanzen, Tiere und wir Menschen bestehen aus diesen ganzen Teilen. Atomen und deren Elementarteilchen.
Wie diese sich über die Zeit, zu den Lebewesen wie wir sie kennen, zusammen gesetzt haben, mit all ihren spezifischen Eigenarten wird mit der Evolution erklärt.
Mag nicht vollkommen sein und nicht erklären warum eine bestimmte Kombination von all diesen Vorgaben, ART, Physik der Elementarteilchen, Definition der Kräfte, Quantenphysik... ... ..., sich zu einer Blume zusammen fügt.

Der Blick in den klaren Nachthimmel, das Auf und Ab der Sonne, die Phasen des Mondes und seltsamen Bewegungen der Planeten - all das ist derart inspirierend, dass es die Menschen zum Denken angeregt haben muss, und dann kam Eines aufs Andere.
Denke auch, dass das eine Triebfeder ist.
Die viel beschriebene Neugier des Menschen.
Ich erinnere mich da an einen SF-Roman der solch eine Thematik aufgreift.
Soweit ich mich erinnere, ging es da um eine Spezies, die auf dem einzigen Planeten eines Sonnensystem lebt.
Somit keine Anlass sah sich in der Raumfahrt zu engagieren, da eben alles viel zu weit weg ist.

Die Physik ist natürlich die fundamentale Kraft hinter diesen Vorgängen, aber wir haben bisher nur die allereinfachsten Grenzfälle (z.B. das thermische Gleichgewicht) verstanden. Spätere Generationen werden die Physik aus einer anderen Perspektive kennenlernen, mit ganz neuen Gesetzen, die die Eigenschaften lebender Materie beschreiben werden.
Da tendiere ich auch hin.
 
Hallo zusammen,

nochmal zurück zu einer Teilfrage von Tom.

Nein.
Es ist doch ein Teil meines Daseins hier auf der Erde.
Ich beschäftige mich halt "nur" intensiver mit dieser Thematik als jemand anderes, der sich mit etwas anderem intensiv beschäftigt, neben dem Job ;).
Für mich ist da die Wissenschaft das Element das meine Neugier und Faszination antreibt.
Ob die jetzt richtig liegt oder falsch... ... ..., im Moment haben wir (noch) nichts besseres.

Ob zu meinen Lebzeiten noch Durchbrüche geschehen, wohl eher nicht... ... ... aber mit Sicherheit kann man das auch nicht sagen.
 
Aus den ganzen tollen physikalischen Erklärungen, ART, Urknall, Elementarteilchen, Kräfte kann man nicht ableiten, dass zB so etwas wie ein Vogel oder eine Blume entsteht.

Warum so pessimistisch?
Die Quantenbiologie steckt noch in den Kinderschuhen und dennoch kann man bereits wichtige biologische Grundlagen wie die Photosynthese oder den Magnetsinn von Rotkehlchen durch Quanteneffekte (Tunneleffekt, Quantenkohärenz,...) erklären. Spektrum.de/Quantenbiologie
Natürlich ist man noch weit von so komplexen Dingen wie dem Bewusstsein entfernt aber vor Einstein konnte sich schließlich auch niemand etwas so etwas merkwürdiges wie Gravitation und Zeitreisen erklären.

CS Florian
 
Hallo!

Nun möchte auch ich meine Gedanken zu diesem Thema beisteuern. Warnung: Es wird etwas länger. Kocht euch eine Tasse Kaffee :coffee: oder Tee und macht es euch gemütlich. Oder lest beim nächsten Beitrag weiter, ist auch in Ordnung. ;)

Fragt ihr euch nicht auch manchmal wie verdammt schon fast absurd schön der Kosmos ist?

O ja! Am Ende einer Beobachtungsrunde schau ich meistens nochmal hoch und genieße einfach, wie wunderschön der Sternenhimmel ist - auf einer rein ästhetischen Ebene. Das kann mich dann richtig andächtig machen. Wegen dieser unglaublichen Schönheit. Und weil es schon eine ganz besondere Atmosphäre ist, nachts da draußen in der Stille unter den Sternen.

Die Wahrnehmung der eigenen Lebensrealität verändert sich. Dinge des Alltags, die einen belastet oder geärgert haben, verschwinden in der Dunkelheit der Nacht und der Weite des Himmels. So kann ein erholsamer Abstand dazu entstehen. Auch die Dimensionen von Problemen verändern sich, wenn mir die altbekannte Tatsache, dass wir hier nur ein Sandkorn im Universum sind, wieder einmal bewusst wird. Jupiter und seine Kameraden haben schon viele Menschen und ihre Probleme kommen und gehen sehen. Sie waren schon da, lange bevor sich Lebewesen auf unserer Erde entwickelt haben und sie werden auch dann noch da sein, wenn es hier niemanden mehr gibt, der zu ihnen hinaufschauen und sich freuen könnte, den Alltag mal für eine Weile loszulassen. Die unvorstellbaren Entfernungen dort draußen, die Kräfte, die dort wirken, all das Unbegreifbare, das da passiert, lässt unser Gezänke hier unten bedeutungslos werden. Zumindest bis zum nächsten Morgen.

Auch wenn es nicht wirklich etwas daran ändert, wie die Dinge sind, kann es auf jeden Fall die Schlafqualität verbessern, vor dem Zubettgehen nochmal in den Sternenhimmel zu blicken. Und diese wunderschöne, friedliche Atmosphäre mit in die Träume zu nehmen.


Im Großen nicht. Dafür bin ich nach etwa 2 Jahren, in denen ich mein Teleskop besitze und mich ernsthafter mit der Astronomie beschäftige, auch noch nicht lange genug dabei. Im Kleinen bemerke ich allerdings Veränderungen:

> Ich lerne und entdecke!
Vor meiner Teleskop-Zeit kannte ich am Himmel neben dem Mond noch den großen Wagen, die Kassiopeia und Wega. Ich wusste, dass es dort auch Planeten gab und dass Venus mal als Abend-, mal als Morgenstern auftaucht. Aber ob das Lichtlein, das ich für sie hielt, auch wirklich Venus war? Inzwischen hab ich Venus und ein paar andere Planeten mit eigenen Augen gesehen und bin sicher, dass sie es auch waren. In den Sternbildern finde ich mich zurecht und mit einigen hab ich mich angefreundet. Und es ist schön, immer mehr vom Nachthimmel kennenzulernen. Mal zufällig auf ein Objekt zu stoßen und es im Nachhinein zu identifizieren. Oder nächtelang nach etwas zu suchen, es schließlich zu finden - oder zu akzeptieren, dass es für den Moment einfach nicht machbar ist. Und so geht es allmählich immer weiter in die Tiefe, und inzwischen versuche ich so abstrakte Dinge wie Himmelsmechanik, den Einfluss von Wetter, Licht- und Umweltbedingungen auf die Sternbeobachtung, aber auch Teleskoptechnik zu verstehen - soweit es für meine Zwecke relevant ist.

> Ich gehe immer öfter auch bei Kälte und Dunkelheit aus dem Haus
Vor zwei Jahren hätte ich mir noch nicht vorstellen können, mitten im Winter bei Minusgraden mit Sack und Pack nachts rauszugehen, um mir irgendwo in der Pampa den Hintern abzufrieren bei dem Versuch, den Himmel zu studieren. Und auch noch Freude dabei zu haben!

Oder regelmäßig an meinem Stammplatz außerhalb der Stadt erst mal eine Weile mit meinen Ängsten zu ringen, um am Ende ein paar schöne Beobachtungseindrücke zu bekommen.

Weil das Wetter heuer astrotechnisch eher schwierig ist :sonnewolke:, verbringe ich neuerdings auch immer wieder "Beobachtungszeit" bei teils wolkigem Himmel in meinem Liegestuhl am Balkon. Warm eingepackt mit Winterpulli, Mütze, Jacke und Decke schaue ich teils mit dem Fernglas (bis es beschlägt) dabei zu, wie Sterne hinter den Wolken verschwinden und wieder auftauchen. Das ist kein gezieltes Beobachten, sondern eher ein Genießen der Schönheit der Nacht. Und auch wenn ich den Himmel gern klarer hätte, kann ich dabei auch dankbar sein für unsere Atmosphäre mit den Wolken. Sie ist ja nicht selbstverständlich im Universum und so ganz nebenbei überlebenswichtig für uns Menschen.

> Mein "Freundeskreis" hat sich erweitert
Das ist vielleicht schon ein wenig schräg und einige von euch, die eher nüchtern und naturwissenschaftlich in der Astronomie unterwegs sind, werden jetzt die Augen verdrehen (falls ihr mir in diesem Endlos-Beitrag überhaupt bis hierher gefolgt seid ;)). Aber zu einigen der Sternbilder oder Planeten hab ich eine Art freundschaftliches Verhältnis aufgebaut. Ich vermisse sie, wenn sie grad nicht sichtbar sind. Ich halte nach ihnen Ausschau, wenn es allmählich Zeit für ihre Rückkehr wird. Und auch wenn sie meine Geduld manchmal sehr strapazieren, kann ich mich doch stets auf sie verlassen. Sie sind da draußen und sie kommen wieder.

Sternbilder, Planeten und Mond begleiten mich abends auf dem Nachhauseweg. Sie teilen die schönen Nachtstunden mit mir und die weniger schönen.

Und es ist irgendwie beruhigend zu wissen, dass sie auch dann da sein werden, wenn ich einst alt, krank und alleingelassen in meinem Pflegebett liege und mich auf den Weg mache, diese Welt zu verlassen. Auch wenn dann vielleicht niemand da ist, um an meinem Bett zu sitzen und mich zu begleiten, weiß ich doch, dass der alte Jupiter da draußen am Himmel steht. So wie er es schon vor meiner Zeit getan hat und es auch danach tun wird.


Macht mich die Astronomie gläubig? Im Sinne von religiös? Wohl eher nicht. Ich würde mich insgesamt als nicht wirklich religiös bezeichnen. Zumindest komme ich nicht an das Level einer bayerischen Standard-Katholikin heran. Aber wenn ich nachts draußen bin, den Nachthimmel erkunde und immer mehr von den "Wundern" dort draußen mit eigenen Augen entdecke, bekomme ich schon manchmal sowas wie Ehrfurcht. Vor dem Unbegreiflichen, das da vor sich geht und dessen Teil ich bin. Hat das ein Schöpfer hervorgebracht? Hat es sich aus Zufällen entwickelt? Ist alles naturwissenschaftlich erklärbar? Und wenn ja, welche Kraft hat dafür gesorgt, dass die Gesetze der Naturwissenschaften entstanden sind? Hat es so eine Kraft gebraucht? Keine Ahnung.

Wenn ich die Ruhe und Schönheit einer klaren Nacht erlebe, hat das manchmal schon etwas Erhabenes. Etwas Heiliges? Ist es eine Art von spiritueller Erfahrung? Irgendwie schon.

So. Nun habt ihr ein wenig an meinen philosophierenden Gedanken zur Astronomie teilhaben können.
Ich wünsche euch ebenfalls weiterhin erhebende Momente mit dem Nachthimmel. Sei es auf einer rein naturwissenschaftlichen oder technischen Ebene, oder etwas "verrückter" und tiefergehend. Jeder und jede so, wie es zu euch passt.

Allseits klare Nächte - oder zumindest Freude an Wolken und Regen! :):regen:

Herzliche Grüße
Sabine
 
Aber zu einigen der Sternbilder oder Planeten hab ich eine Art freundschaftliches Verhältnis aufgebaut. Ich vermisse sie, wenn sie grad nicht sichtbar sind. Ich halte nach ihnen Ausschau, wenn es allmählich Zeit für ihre Rückkehr wird. Und auch wenn sie meine Geduld manchmal sehr strapazieren, kann ich mich doch stets auf sie verlassen. Sie sind da draußen und sie kommen wieder.
Ja.
Absolut.
Das empfinde ich ebenso.
Sie sind wie alte Weise, auf die man sich verlassen kann.

lg
Niki
 
Ich habe viele Jahre beruflich im fernen Ausland verbracht, in China und Indien. Da ist einem Vieles fremd, und an manchen Tagen fühlt man sich wie ein Ausgesetzter. Des Nachts dann bekannte Sternbilder zu sehen (und dazu auch noch einige unbekannte!) hat etwas extrem Beruhigendes an sich!

Viele Grüße,
Holger
 
Seid ihr Gläubig geworden, habt ihr euer Leben verändert?
Sorry, meins wird auch länger...

Hallo Tom,

Religionen geben eine Antwort auf die Existenz unserer Welt und den Tod. Gleichzeitig dienen sie als Regelwerk für das soziale Zusammenleben. Alle Religionen haben einen Ausschließlichkeitsanspruch auf die Wahrheit und üben über ihr Regelwerk Kontrolle aus.

Dieser Ausschließlichkeitsanspruch schließt meiner Meinung allerdings schon aus, dass die klassischen Religionen uns eine vernünftige Antwort auf den Kosmos geben können. Durch diesen Anspruch und ihr starres Regelwerk fällt es Religionen schwer sich an neue Erkenntnisse anzunähern.

Das Thema Astronomie und Kosmos beschäftig mich schon seit ich mich erinnern kann. Das ist mein Roter Faden, entlang dessen mein Leben verlaufen ist und es gab immer wieder so Schlüsselmomente der Erkenntnis.

Als Kind habe ich mir das alles einfach fasziniert angeschaut und wollte wissen wissen und noch mehr wissen. Irgendwann als ich den Ringnebel betrachtet habe, überkam mich dann dieses Gefühl der Weite, Ruhe und vor allem einer unendlichen Einsamkeit. Ein anderes Schlüsselmoment war so Anfang 20 die Erkenntnis, dass die meisten Menschen...eigentlich fast alle...entweder nicht willens oder nicht in der Lage sind sich die Gesamtheit ihres Seins zu erschließen.

Richtig interessant wurde es als ich Mitte 20 das anthropische Prinzip erkannt habe und heraus fand, dass es dafür einen Namen gibt. Das Universum hat es tatsächlich geschafft aus diesem großen Knall mit ein paar einfachen Gesetzen eine unendliche, chaotische Komplexität mit einer doch sehr deutlichen Struktur zu erzeugen.

Die Struktur und das Chaos wiederum schafft über die Milliarden Jahre die Voraussetzungen, damit ein Teil des Universums sich genau so zusammenfindet, dass es weiß, dass es existiert und damit auch dass das Universion existiert. Bewusstsein im Universion ist für mich das größte Wunder und gleichzeitig das größte Rätsel.

Da kommen dann die Punkte, wo man unweigerlich stecken bleibt: was ist oder gibt es eine übergeordnete Ebene, die die Existenz unseres Universions bedingt? Ist Bewusstsein Teil des Ganzen oder ein Abfallprodukt?

Und da sind wir wieder zurück bei der Religion und der Antwort auf unsere Existenz und den Tod. Im Universion scheint alles seinen Platz zu haben...und ausgerechnet das beeindruckendste, dass es hervor bringt ist Zufall oder ein Abfallprodukt? Das glaube ich nicht aber beim Glauben wird es bleiben.

Das "Dahinter" können wir meiner Meinung nicht verstehen sondern nur glauben. Schon die Relativitätstheorie, die eine vierte Dimension, die Zeit, in unser Wahrnehmungsmodell einfügt, ist sehr schwer zu geistig zu fassen. Sobald man denkt, man hat sie verstanden, entwischt sie einem wieder und man muss sie sich wieder von neuem erschließen. Die Ebene weiter entzieht sich unserer Wahrnehmung komplett und man kann sich nur mit abstrakten Modellen einen schwachen Abklatsch herleiten, der aber nie Antworten geben wird, außer dass es eine neue Frage hinter der letzten geben wird.

Aus dem anthropischen Prinzip würde ich dann noch ableiten wollen bzw. besser ich glaube es, dass wir nicht alleine sein können. Wenn das Universion die Grundlagen erschaffen kann, dass über chaotische Iterationen ein Bewusstsein entsteht und die Gesetze im Universum überall gleich sind, dann wird das nicht nur auf der Erde passieren, sondern anderswo auch. Egal wie klein die Chance dafür ist. Es passiert.

Interessant am Chaos finde ich noch die Implikation für unsere individuelle Existenz. Wenn irgendwo ein Schmetterling zweimal statt einmal mit den Flügeln schlägt, dann verändert das nicht nur das Wetter. Je länger die Störung besteht, desto mehr beeinflusst sie das Ganze. Ein zusätzlicher Flügelschlag in der Kreidezeit würde mit Sicherheit dazu führen, dass wir alle nicht existieren. Vermutlich würde es sogar keine Menschen geben, wenn das Ereignis so lange zurück liegt, sondern etwas anderes, das sich in dem Augenblick genau solche Gedanken macht.

Das wiederum führt mich zum Schicksal, Determinismus oder wie auch immer man es nennen will. Wenn das so ist, ist das alles vorherbestimmt? Es ist auf jeden Fall so, dass alle damit zusammenhängende Ereignisse seit dem Urknall genau so stattgefunden haben müssen, damit Tom sich hingesetzt hat um diesen Thread zu erstellen. Eine einzige Änderung vor seiner Geburt und Tom würde es gar nicht existieren.

Ist unsere Zukunft damit auch vorherbestimmt? Die Unschärfe, die in allen Ereignissen liegt, spricht dagegen. Und wenn es so wäre, was soll das ganze dann? Ist das Universum nur eine Art Spielfilm? Oder ist das Universion eine Art Iteration, wo immer wieder das selbe abläuft, nur der Zufall steuert oder bewirkt der Zufall eine Evolution der Gesetze...die wohin führen und woher kommen? Und was ist mit dem Bewusstsein, mit den Gedanken? Wie gesagt, ich hatte noch nicht den Eindruck, dass es im Universum Abfall gibt.

Da hilft nur Glauben. Und ja in der Hinsicht habe ich darüber zum Glauben gefunden.

Abgespacete Grüße,
Joachim
 
überkam mich dann dieses Gefühl der Weite, Ruhe und vor allem einer unendlichen Einsamkeit.
bei mir gepaart mit der Dankbarkeit, all das erfahren zu können.

Ich denke, Bewusstsein ist eine Konsequenz aus Selbstwahrnehmung und Resonanz. Was das bedeutet, weiß ich selbst nicht wirklich, ich denke aber, dass komplexe Systeme ab einer gewissen Größe und einem gewissen Vernetzungsgrad eine Selbstwahrnehmung entwickeln, die eventuell an der Grenzfläche zur Umgebung beginnt und sich dann nach innen weiterverbreitet.

Interessant ist, dass wir selbst weder unsere Subsysteme wahrnehmen, noch all die Prozesse in uns, wir haben sozusagen eine grobe Meta-Vorstellung von uns selbst als Gesamtheit, und doch werden die subatomaren Prozesse den Ton angeben, was die Funktionalität aller Aufbau- und Ablauforganisationen angeht.

Wir bekommen von alldem nichts mit, und auch mutige Forschungsansätze wie Experimente mit "Biophotonen" und eine mögliche Zellkommunikation mit Licht oder der Einfluss von Musik oder formulierten Bedeutungen bei der Formbildung von Eiskristallen sind nur grobe Ansätze um neue Zusammenhänge zu erdenken... das, was wir Metaphysik nennen oder Esoterik ist der Übergangsbereich zu den unbekannten Strukturkräften, die auch Rupert Sheldrake mit seinen morphogenetischen Feldern zu erklären versuchte.

Sehr viele Denkansätze führen uns zu den Zäunen am Rande unserer Modelle, manche darüber hinaus. Heute denken Physiker, ob die Welt nicht eine 3D-Projektion einer 2D-Oberfläche am Rand des Universums ist, und ob nicht alle Zeiten gleichzeitig existieren müssen, damit das, was wir sehen und erleben überhaupt erst möglich sein kann.

Wir sind weit entfernt, die gestaltenden "Felder" und die Gesetze der Entwicklung von Leben und Intelligent, Bewusstsein und unseren Gedanken zu kennen, weswegen mir der Anblick des Nachthimmels mit seiner schieren Existenz Trost vermittelt. Das da oben ist einfach. Es zieht seine Bahnen, es fügt sich in sein mächtiges Schicksal. Gewaltige Sterne, die Leben schaffen und ermöglichen, vergehen, verhungern, explodieren, enden tragisch, sie tragen ihr Schicksal scheinbar gelassen, zumindest aus unserer Sicht...

Ist das Universum nur eine Art Spielfilm?
Ich denke, es ist ein Film, der sich selbst erfindet. Wie eine Silvesterrakete. Einmal gebaut, gezündet und abgefeuert, nimmt sie ihren Lauf, tut, was ihr gegeben und bestimmt. Und vergeht zu einer Erinnerung ihrer Beobachter.

So sind wir nur Zuseher in diesem Film. Wir sind irgendwann mitten in die Vorstellung gekommen, und werden gehen, bevor sie zu Ende ist. Es war ein kurzer Besuch. Ein kurzer Einblick. In ein Universum.

lg
Niki
 
Hallo Sabine,

Aber wenn ich nachts draußen bin, den Nachthimmel erkunde und immer mehr von den "Wundern" dort draußen mit eigenen Augen entdecke, bekomme ich schon manchmal sowas wie Ehrfurcht. Vor dem Unbegreiflichen, das da vor sich geht und dessen Teil ich bin.

Der Theologe Friedrich Schleiermacher genießt bis heute besonders im protestantischen Christentum höchstes Ansehen. In einem Buch aus dem Jahre 1799 mit dem herrlichen Titel "Reden über Religion an die Gebildeten unter ihren Verächtern" schreibt er: "Der Kern der Religion ist Anschauung des Universums", und: "Religion ist Sinn und Geschmack für das Unendliche". Die zweite Formulierung finde ich besonders schön, und Du bist da ziemlich nahe dran. Allerdings sind seine Thesen auch diskussionswürdig, insofern man fragen kann, ob das Universum selbst Gegenstand der Ehrfurcht ist, oder eher die schöpferische Kraft, die dahinter steht.

Viele Grüße
Johannes
 
Die wichtigste Lehre aus der Astronomie ist.
Die Erde ist ein Raumschiff und der Mensch ist jenes Besatzungsmitglied, welches das Raumschiff in Rekordzeit zerstört und alle anderen Mitglieder aufessen tut.
Das ist unsere Philosophie.

CS
 
Ich bin nicht gläubig im religiösen Sinne, ich glaube nicht, dass es da einen Gott gibt, der über uns alle wacht (pah!). Ich beneide manchmal tiefgläubige Menschen, die davon überzeugt sind, dass der Tod nur der Anfang von etwas ganz wunderbarem ist, weil ich persönlich glaube, dass einfach nur "der Stecker gezogen" wird. Dann ist alles, was ich war, weg. Meine Kinder sind noch da, aber in spätestens 3 oder 4 Generationen redet niemand mehr von mir. Das ist OK für mich, ich denke nicht, dass ich hier bin, um etwas zu tun, wovon in 100 Jahren noch die Rede sein wird. Mir wurde eine vergleichsweise kurze und aktuell noch nicht bekannte Zeit auf diesem Planeten geschenkt und ich versuche, in dieser Zeit niemanden zu verletzen, sei es physisch oder psychisch. Ich bin dankbar, in einem Land geboren zu sein, in dem ich frei leben kann und wo mir - aktuell, man weiß ja nicht, was noch kommt - keine Gefahr durch Krieg droht....höchstens durch den Straßenverkehr oder was sonst noch so passieren kann.

Der Kosmos interessiert mich schon, seit ich ein junger Mensch war und es mit den SF-Filmen losgegangen ist. Für ein Teleskop war das Interesse und der Geldbeutel nie groß genug. Seit letztem Jahr beschäftige ich mich intensiver damit, weil ich mir beim Wandern immer häufiger die Frage gestellt habe: wo kommt das alles her, was ich da sehe? Ich meine jetzt nicht Pflanzen...wie alle Lebewesen auch kommen und vergehen sie, werden durch andere ersetzt. Nein, die Steine, die Erde (also das, worin die Pflanzen wachsen), die Metalle, die ganzen Elemente, die wir mittlerweile kennen. Wenn ich an die Höhlen denke, die ich schon (als Tourist) besucht habe, die diversen Materialien, Mineralien...wie entstand das alles. Ich hab mir dann mal entsprechende Infos im Netz gesucht, Dokus angeschaut und Bücher dazu gelesen. Ich maße mir nicht an, verstanden zu haben, wie es zum Urknall kam und wie aus dem Nichts (?) plötzlich die ersten Elemente durch Zusammenfügen von Teilchen entstanden. Dass diese sich dann vereint haben, bis es in ihrem Innern zur ersten Kernfusion kam und der erste Stern entstand. Dass die ganzen Elemente unter Einfluss von hohem Druck und Temperatur im Innern von Sternen und bei deren "Tod" entstehen, war mir vollkommen neu. Und dass diese in den Sternen entstandenen Materialien nur durch ihre unterschiedliche Zusammensetzung aus bestimmten Teilchen derart unterschiedliche Eigenschaften haben können, ist für mich als Laien einfach unglaublich.

Und dann gab es diese Zeit vor ein paar Milliarden Jahren (die kosmischen Zeiträume und Entfernungen lassen mich nach wie vor kopfschütteln) das Ereignis, dass umherfliegende Materie eingefangen wurde und sich zu den Planeten "verklumpte". Irgendwann kam aus den Tiefen des Universums dann der fehlende Baustein dazu, der das Leben entstehen ließ. Soweit so gut, alles chemische, physikalische und biologische Vorgänge.

Ist das alles Zufall gewesen? Ja, ich denke schon. Wenn man eine Münze nur oft genug in die Luft wirft, wird sie statistisch gesehen irgendwann mal auf dem Rand stehen bleiben....wir - also die Erde mit all ihren Lebewesen - sind diese eine Münze, die auf dem Rand stehen geblieben ist.

Aber wie entstand das Bewusstsein, und was ist es? Tiere können ebenfalls ein Bewusstsein haben, aber soweit ich weiß, ist der Mensch das einzige irdische Lebewesen, das zu Kunst imstande ist. Malen, tanzen, musizieren...nicht um den Fortbestand der Art zu sichern, sondern weil es Spaß und glücklich macht.

Dass wir hier vor einem Computer sitzen und uns darüber Gedanken machen, wie wir unsere Gedanken den anderen Forumsteilnehmern mitteilen können, finde ich alleine schon faszinierend. Dass man über sich und das Sein überhaupt nachdenken kann.

Umso trauriger macht es mich, dass wir dieses Kleinod im Universum durch massiven Raubbau und exzessiven Missbrauch der Ressourcen zerstören. Es gab schon immer Vorgänge und Vorfälle, die eine Spezies ausgerottet haben. Die Ironie ist nur, dass wir selbst diese Vorgänge ausgelöst haben und sie jetzt nicht mehr stoppen können. Der einzige Trost, den ich habe, ist der, dass wenn die Menschheit mal untergegangen sein wird, irgendetwas überlebt haben wird....die Bausteine des Lebens werden erst mit der Vernichtung durch den Tod der Sonne verschwinden (oder auch nicht, es gibt ja verschiedene Theorien über den Tod der Sonne, vielleicht werden sie auch nur ins All hinausgeschleudert, wo sie irgendwann mal auf einen anderen Planeten treffen) ....so lange sind sie da und werden sich weiter entwickeln. Die Erde hat Zeit....in einer Million Jahren nach dem Menschen wird nicht mehr viel von unserem Müll zu sehen sein. Ein nach kosmischen Maßstäben lächerlich kurzer Zeitraum. Atmosphäre und Natur werden sich erholen und wie immer im Laufe der letzten Milliarden Jahre verändern, neue Spezies werden entstehen.

Ups, das war jetzt länger als beabsichtigt, aber ich könnte da stundenlang reden/schreiben...aber ich glaube, das hier ist ein richtig schöner "Laber"-Thread (labern bitte nicht despektierlich verstehen, ich liebe sowas :sneaky: )

Gruß
Thorsten
 
Die Ironie ist nur, dass wir selbst diese Vorgänge ausgelöst haben und sie jetzt nicht mehr stoppen können.
Die Ironie besteht auch darin, dass die "Guten", die den Planeten immer retten wollen und achtsam sind, so gut und tolerant sind, dass sie den "weniger Guten", die durch systematischen Raubbau und den Umbau der Gesellschaft zu Milliardären, Energieverbrauchern, Konsumenten und Billigarbeitskräften immer neue Grundsteine für neue Geschäftsmodelle und den rasanten Abbau aller Ressourcen legen, nicht Einhalt gebieten.

So sind letztlich die "Guten", die nur brav arbeiten und abends ihre Serien schauen und das globale Spiel mitspielen einen ebenso großen Anteil daran haben, dass wir nicht - wie die Dinosaurier - einen Asteroiden oder Kometen brauchen, damit er rummst, sondern es auch so hinbekommen. Um Zerstörung zu stoppen muss man dann aggressiv sein, wenn Argumente wirkungslos verhallen. Aggressiv sind die braven Leute aber nicht. Wer dieses Naturgesetz geschaffen hat, dass die Härteren und Kriegerischeren immer gewinnen werden, weiß ich nicht.

Das Universum ist wohl auch ein Ort, von dessen tödlichen Ereignissen man sich offenbar schwer lösen kann. So friedlich es aussieht, so erhaben und ruhig und zeitlos, so gewaltig sind die Zerstörungen und so unabdingbar ist der Tod in ihm gegenwärtig. M57 ist wohl nur majestätisch, wenn man das Drama von weit weg betrachtet...

lg
Niki
 
Hallo nochmal!

Toll, was hier inzwischen alles an Gedanken und Sichtweisen zusammengetragen wurde!

aber ich glaube, das hier ist ein richtig schöner "Laber"-Thread (labern bitte nicht despektierlich verstehen, ich liebe sowas :sneaky: )

Ganz Deiner Meinung. :)

Ich beneide manchmal tiefgläubige Menschen, die davon überzeugt sind, dass der Tod nur der Anfang von etwas ganz wunderbarem ist, weil ich persönlich glaube, dass einfach nur "der Stecker gezogen" wird. Dann ist alles, was ich war, weg.

Durch meine Arbeit in der Pflege begleite ich regelmäßig Menschen, die schwerkrank sind und sterben. Dabei habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass sehr religiöse Menschen mit dem Thema Krankheit und Sterben etwas besser klarkommen als Menschen, die dem Glauben (welchem auch immer) weniger nahe stehen. Nicht alle, aber doch viele. Sie haben einen Gott, der ihnen die Krankheit schickt. Einen Ansprechpartner. Mit ihm können sie hadern oder sich seinem Willen beugen. Und sie haben in all der Verzweiflung und Aussichtslosigkeit ein Paradies, das am Ende auf sie wartet. Mit der Hoffnung oder festen Überzeugung, auch liebe Menschen, die ihnen "dorthin" vorangegangen sind, wiederzutreffen. Der Glaube kann einem in diesen existentiellen Momenten also wirklich Kraft geben. Kraft, die man für die letzte Wegstrecke benötigt, in der oft noch so viel gekämpft wird, um irgendwie noch nicht gehen zu müssen, auch wenn jeder Atemzug eine Anstrengung ist, die alles von einem fordert. Und es braucht schließlich auch Kraft, um am Ende loszulassen und dann wirklich zu gehen.

Auch für die Angehörigen kann es den Abschied etwas weniger schwer machen, wenn sie fest daran glauben , den geliebten Menschen, der nun nicht mehr bei ihnen ist, irgendwann wiederzusehen - wo und wie auch immer.

Und nun sitze ich zusammen mit euch hier und denke darüber nach, ob das Universum und alles, was in ihm lebt, von einer göttlichen Kraft erschaffen wurde oder durch Zufall oder irgendwelche Naturgesetze, die zum Zeitpunkt des Urknalls - wenn es ihn denn gab - geherrscht haben. Herausfinden werden wir das niemals. Es lässt sich herrlich darüber spekulieren, was wie und warum gerade auf diese Weise entstanden ist. Und es ist faszinierend, was die Wissenschaft inzwischen darüber weiß. Aber kommt es nicht in letzter Konsequenz darauf an, was das alles für jeden Einzelnen bedeutet? In ganz konkreten Lebenssituationen?

Wie werd ich mit meiner Überzeugung, dass am Ende lediglich "der Stecker gezogen wird", eines Tages aus diesem Leben gehen? Wird es für das, was mir in diesen letzten Tagen und Stunden noch abverlangt wird, reichen, lediglich die tröstende Ansicht zu haben, dass auf Grundlage des Energie-Erhaltungsgesetzes vielleicht mein Bewusstsein auf einer nicht greifbaren Ebene weiter existieren wird? Und dass das, was von meinem Körper übrig bleibt, ja auch wieder Teil von etwas Neuem wird? Im Moment finde ich die romantische Vorstellung, irgendwann in Atome aufgelöst durch das Weltall zu schweben, ganz reizvoll. Aber wird das reichen, wenn es mal wirklich kritisch wird? Braucht's dann vielleicht doch einen Gott?

Das Universum oder wer oder was auch immer hat das alles hier so erschaffen, dass wir Menschen mit unserem Verstand und Bewusstsein so sind, wie wir sind. Als mehrdimensionale Wesen, die aus einem stofflichen Körper bestehen, die Gefühle haben, einen (mal mehr, mal weniger ausgeprägten) Sinn für Kunst und Kultur besitzen, miteinander interagieren und sich Gedanken darüber machen können, woher wir kommen und wohin wir gehen. Wir können aus unserer eigenen Perspektive auf das alles blicken und mit all dem, was uns als der spezielle Mensch ausmacht, der wir sind. Ganz individuell. So, wie jeder von uns auf seine ganz eigene Art und Weise nachts in den Himmel blickt und sich seine Gedanken dazu macht. Mit seiner Persönlichkeit, den Erlebnissen des vergangenen Tages, den Gefühlen, die in der Stille nach oben kommen.

Warum?
Warum haben wir Menschen uns genau hier und genau so entwickelt? Hätten nicht auch ein paar Mikroben gereicht, die nicht soviel Zerstörungspotential entwickeln könnten, wie "Homo sapiens"? Wenn schon unbedingt auf diesem seltsamen blauen Planeten mit seiner noch seltsameren Atmosphäre Leben entstehen musste.

Und was wird sein, wenn die Menschheit nicht mehr existiert? Wird das Weltall dann noch immer dasselbe sein? Wird es überhaupt noch sein? Wenn niemand mehr hier unten ist und hinaufschaut und versucht, etwas von all dem "Wunderbaren um sich herum" zu verstehen? Oder sich in der Kunst damit auseinanderzusetzen? Oder auch nur in einem netten kleinen Astronomie-Forum in einem noch kleineren Thema darüber nachzudenken? Welchen Sinn hätte dieses ganze Entstehen und Vergehen im Universum, wenn niemand da wäre, der es wahrnehmen kann? "Fliegen" all die Sterne, Galaxien, schwarzen Löcher und was weiß ich sonst noch einfach so da draußen herum, weil sie es eben tun? Ohne Sinn? Und warum hat wer oder was auch immer Wesen wie uns geschaffen, wenn es auch ohne uns klarkommt? Braucht das Universum eine Art von Resonanz, um existieren zu können? Und wird es deshalb außer uns auch noch andere Wesenheiten erschaffen haben, die ein Bewusstsein besitzen?

Kommt bei meinen Spinnereien noch irgendjemand von euch mit?? :oops:

Ich glaub, ich lass es jetzt mal vorläufig dabei bewenden.

Schönen Abend noch und weiterhin fröhliches Philosophieren!

Sabine
 
Kommt bei meinen Spinnereien noch irgendjemand von euch mit?? :oops:
Aber ja, durchaus.

Welchen Sinn hätte dieses ganze Entstehen und Vergehen im Universum, wenn niemand da wäre, der es wahrnehmen kann? "Fliegen" all die Sterne, Galaxien, schwarzen Löcher und was weiß ich sonst noch einfach so da draußen herum, weil sie es eben tun? Ohne Sinn? Und warum hat wer oder was auch immer Wesen wie uns geschaffen, wenn es auch ohne uns klarkommt?
Wer sagt, dass es diese kleinen Würmchen auf den Oberflächen braucht, um Bewusstsein und Sein zu begreifen und zu spüren? Ein Planet besteht aus Aberzentilliarden von Teilchen und Stoffen und wer sagt, wie sich ein Planet von innen heraus anfühlt?

Die paar größenwahnsinnigen Mikroben, die auf ihm herumwandeln wie Eintagsfliegen können m.E. nicht ernstlich behaupten, die wichtigsten Teilnehmer des Universums zu sein, weil sie es angeblich gemäß der Quantenphysik von 2021 angucken und dadurch am Leben erhalten. Die Gedanken und Gefühle von Delphinen bleiben uns ebenso verborgen, wie das Bewusstsein unserer Hauskatzen und Hunde (von denen man in typisch humanoider Großkotzigkeit früher sagte, sie hätten keines), ergo... wenn unsere paar vernetzen Zellen in unseren Köpfen schon so ein Trara an Bewusstsein hervorbringen, wie sieht es dann mit Planeten aus, inmitten all dieser gewaltigen Magnetfelden, Temperaturunterschiede, den Blitzen, die einschlagen, der Atmosphäre, die sich reibt... was können wir darüber wissen, die wir nicht mal unsere Katze verstehen.

Warum haben wir Menschen uns genau hier und genau so entwickelt?
Es ist befriedigend, diese Frage einfach wegzulassen. :)
Sagen wir... wir sind die Antwort...

"Fliegen" all die Sterne, Galaxien, schwarzen Löcher und was weiß ich sonst noch einfach so da draußen herum, weil sie es eben tun? Ohne Sinn?
Diese Idee entspringt der Vorstellung, wir erst würden dem Sinn verleihen. Und dass die Umwelt und das Universum nur dazu da sind, uns zu erfreuen. Ich denke, es hat unheimlich viel Sinn, auch ohne uns. Wir sind bloß meilenweit davon entfernt, das auch nur im Ansatz zu begreifen.

Im Moment finde ich die romantische Vorstellung, irgendwann in Atome aufgelöst durch das Weltall zu schweben, ganz reizvoll. Aber wird das reichen, wenn es mal wirklich kritisch wird? Braucht's dann vielleicht doch einen Gott?
Wir waren viel länger tot, als wir je gelebt haben. Auch wir sind aus dem Jenseits in diese Leben hineingestorben, wenn man so möchte. Und trauern dem heute nicht nach. Was aufhört, ist die Organisation all der kleinen Zellen, aus denen wir bestehen, die Party ist dann aus, und wir waren ein erstaunliches Resultat aus einer unheimlich langen Kette von Äonen und Toden... aus Sternenstaub gemacht, aus der "Asche" von Sternen, die für uns gestorben sind, welch seltsame Allegorie auf Christus am Kreuz...

Ob wir einen Abdruck hinterlassen? Im Quantenschaum, der in uns und um uns das Gewebe bildet, das unsichtbare Wasser, das uns alle verbindet? Möglich... verschränken wir etwas von uns mit etwas Anderem zu Lebzeiten? Der Erfinder des Lebens-Spiels ist uns hier noch sehr weit voraus, denke ich...


Ich finde Deine Gedanken sehr einfühlsam, Sabine.
Es sind die kleinen Dinge, die das Universum groß machen...

lg
Niki
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

Diese Idee entspringt der Vorstellung, wir erst würden dem Sinn verleihen. Und dass die Umwelt und das Universum nur dazu da sind, uns zu erfreuen. Ich denke, es hat unheimlich viel Sinn, auch ohne uns. Wir sind bloß meilenweit davon entfernt, das auch nur im Ansatz zu begreifen.
Denke auch nicht das das Universum wegen uns da ist.
Das Ganze funktioniert auch gut ohne uns. Hat es ja auch Milliarden Jahre vorher auch.
Wir sind da, weil das Universum da ist.
Was aber nicht heißt, das wir zwingend entstehen mussten.

Die Bedingungen/Gegebenheiten haben es mit sich gebracht, dass auf dem dritten Planeten, einer recht durchschnittlichen Sonne, im Galaxienarm "Orion", sich Leben, so wie wir es definieren, in seinen ganzen Erscheinungsformen, entwickelt hat.

Ob man oder auch speziell ich einen Sinn darin sucht... ... ...
Ich für meinen Teil nicht.
Das Universum ist da und funktioniert so wie es funktioniert gut, mit seinen ganzen sehr fein aufeinander abgestimmten Gesetzen, Regeln... ... ... und hat die Menschen hervorgebracht. Wobei wir bestimmt nicht die einzige mehr oder weniger intelligente Lebensform sein werden.

Da gibt das ja schon hier auf der Erde die von Niki erwähnten Delfine. Könnte mir gut vorstellen, dass die stinke sauer auf uns sind, weil wir ihren Lebensraum Wasser vergiften. Dennoch scheinen sie uns immer noch recht freundlich gesinnt zu sein. Vielleicht wissen sie was, was wir nicht wissen.

Das Universum ist da.
Vollkommen legitim und interessant zu fragen ob es geschlossen ist, flach ist, begrenzt... ... ...
Auch das Streben danach Quantenphysik und Einsteins Theorien zusammen zu fassen.
Eben zu fragen warum es so fein abgestimmt funktioniert.
 
Hallo Niki,

Die paar größenwahnsinnigen Mikroben, die auf ihm herumwandeln wie Eintagsfliegen können m.E. nicht ernstlich behaupten, die wichtigsten Teilnehmer des Universums zu sein, weil sie es angeblich gemäß der Quantenphysik von 2021 angucken und dadurch am Leben erhalten.

O wie wahr!

wenn unsere paar vernetzen Zellen in unseren Köpfen schon so ein Trara an Bewusstsein hervorbringen, wie sieht es dann mit Planeten aus, inmitten all dieser gewaltigen Magnetfelden, Temperaturunterschiede, den Blitzen, die einschlagen, der Atmosphäre, die sich reibt...

Planeten mit Bewusstsein? Das finde ich einen spannenden Gedanken. Hat auch irgendwas von "Star Trek".
Planeten mit Bewusstseit? Beseelte Materie. Könnten wir damit irgendwie in Kontakt treten? So, wie wir (also, zumindest manche von uns ;)) Bäume umarmen und dabei eine Verbindung aufbauen.
Mal vorausgesetzt, wir können uns beseelte Planeten (auf welche Art und Weise auch immer) vorstellen: Schauen wir (na gut, wenigstens einige etwas "durchgeknalltere" von uns) vielleicht deshalb so fasziniert in den Sternenhimmel, um diese große Verbindung zwischen all dem, was dort draußen ist und dessen Teil wir sind, spüren zu können? Weil wir alle ein Teil eines großen Bewusstseins sind? Gott in uns und wir in Gott (au weia!)? Und weil es diese besondere Atmosphäre der Nacht braucht, um dafür offen zu sein? Die Dunkelheit und Stille dort draußen, die all den "Kleinkram", mit dem wir uns tagsüber beschäftigen, so weit verschwinden lässt, dass wir überhaupt aufnahmefähig genug dafür werden, was es dort draußen sonst noch gibt?

Wir waren viel länger tot, als wir je gelebt haben. Auch wir sind aus dem Jenseits in diese Leben hineingestorben, wenn man so möchte.

Energie kann nicht verschwinden, aber ihre Gestalt verändern. Das unsterbliche Bewusstsein? Die Seele? Irgendein uralter Teil in uns, der schon immer da war und es auch bleiben wird, Religion hin oder her? Dieser Teil in uns, der auf einer Ebene, die unser Verstand nicht greifen kann, doch weiß, dass er ein Teil des Großen und Ganzen ist? Und uns (also diejenigen hier, die solchen Gedankenspielereien etwas abgewinnen können) hinauszieht in die Nacht, weil es dort etwas einfacher wird, sich dem allen anzunähern? Wäre irgendwie schön.

Ob wir einen Abdruck hinterlassen? Im Quantenschaum, der in uns und um uns das Gewebe bildet, das unsichtbare Wasser, das uns alle verbindet?

Vielleicht müssen wir dort gar keinen Abdruck hinterlassen, weil wir eigentlich gar nicht wirklich verschwinden. Vielleicht reicht es, einfach zu sein. Gestern, heute, morgen. Mal in dieser Form, mal in einer anderen.

Viele Grüße
Sabine
 
Hallo Mathias!

Denke auch nicht das das Universum wegen uns da ist.
Das Ganze funktioniert auch gut ohne uns. Hat es ja auch Milliarden Jahre vorher auch.
Das sehe ich schon auch so.

Wir sind da, weil das Universum da ist.
Was aber nicht heißt, das wir zwingend entstehen mussten.
Aber es ist nun mal passiert. Warum? Warum gerade so? Zufall? Weil auch das Universum in seiner universellen Weisheit mal Fehler macht, mal einen schlechten Tag hatte?

Da gibt das ja schon hier auf der Erde die von Niki erwähnten Delfine. Könnte mir gut vorstellen, dass die stinke sauer auf uns sind, weil wir ihren Lebensraum Wasser vergiften. Dennoch scheinen sie uns immer noch recht freundlich gesinnt zu sein. Vielleicht wissen sie was, was wir nicht wissen.

Ja, wer weiß, was die Delfine wissen und über uns denken?

Das Universum ist da.
Vollkommen legitim und interessant zu fragen ob es geschlossen ist, flach ist, begrenzt... ... ...
Auch das Streben danach Quantenphysik und Einsteins Theorien zusammen zu fassen.
Eben zu fragen warum es so fein abgestimmt funktioniert.

Genau, dafür haben wir unseren Verstand, und der will beschäftigt werden. Und irgendwann kommt vielleicht der Moment, an dem wir uns fragen, was der Sinn hinter all dem ist. Muss aber auch nicht.

Viele Grüße
Sabine
 
Ich bin mir 100%ig sicher, dass die Bausteine des Lebens, die irgendwann mal auf der Erde aufgeschlagen sind, auch woanders aufgetaucht sind und dort zur Entwicklung von wie auch immer gearteten Lebensformen unter ganz anderen Bedingungen geführt haben, vielleicht auch welche mit einem dem Menschen vergleichbaren Bewusstsein. Es gibt Milliarden von Galaxien mit Milliarden von Sonnensystemen. Glaubt wirklich jemand, dass von diesen Milliarden x Milliarden geworfenen Münzen nur eine einzige auf dem Rand stehen geblieben ist? ;)

Ich fände die Vorstellung toll, dass mein Bewusstsein nach meinem körperlichen Tod übrig bleibt und irgendwie weiter existiert. Ich kann nur nicht daran glauben und der Glaube hat nunmal keinen Schalter, so dass ich ihn am Ende einschalten kann, um mir das Loslassen zu erleichtern....wäre schön, wenn das so funktionieren würde :rolleyes:

Gruß
Thorsten
 
Hallo Thorsten!

Ich fände die Vorstellung toll, dass mein Bewusstsein nach meinem körperlichen Tod übrig bleibt und irgendwie weiter existiert. Ich kann nur nicht daran glauben und der Glaube hat nunmal keinen Schalter, so dass ich ihn am Ende einschalten kann, um mir das Loslassen zu erleichtern....wäre schön, wenn das so funktionieren würde

Du hast aber - so wer oder was auch immer will - noch Jahre vor Dir bis dahin, in denen noch einiges passieren kann, das Dich zu neuen An- und Einsichten bringen wird. Und wer weiß, vielleicht brauchst Du, wenn es dann soweit ist, weder einen Glauben noch einen Schalter dafür. Sterben ist immer individuell, so wie jeder sein eigenes unverwechselbares Leben hat.

Viele Grüße
Sabine
 
Hallo Sabine,

Aber es ist nun mal passiert. Warum? Warum gerade so? Zufall?
Nein kein Zufall.
Nach dem Warum sind die Wissenschaftler ja auf der Suche.
Warum es so funktioniert wie es funktioniert und zwar gut. Nach unserem Verständnis.
Das hat für mich aber nicht's mit Sinn dahinter zu tun.

Weil auch das Universum in seiner universellen Weisheit mal Fehler macht, mal einen schlechten Tag hatte?
Das Universum, so wie es verstanden wird, macht keine Fehler.
Wenn Fehler passieren würden, wenn auch noch so klein, würde es nicht mehr funktionieren, so wie wir es verstehen.
Nimm die Erde.
Ein super fein abgestimmtes System.
Es passt alles so, dass Pflanzen, Tiere und jedwede andere Lebensform und auch wir Menschen ein gutes Leben darauf führen können/könnten.
Seit 150 Jahren passieren Fehler.
Das fein abgestimmte System gerät aus den Fugen... ... ...

Und irgendwann kommt vielleicht der Moment, an dem wir uns fragen, was der Sinn hinter all dem ist
Sinn impliziert für mich das da irgendwann, irgendwo... ... ... ein er, eine sie, ein es... ... ... und sich bei der "Schaffung" des Universums was "gedacht" hat.
Das geht mir persönlich zu sehr ins religiöse und damit habe ich es nicht so.
Wobei man sich wohl erst mal darüber einigen müsste was "Sinn" bezeichnet.

P.S.
Nimm einen PC.
Da habe ich mich 20 Jahre beruflich und 20 Jahre rein Hobbymäßig mit beschäftigt.
WARUM so ein Teil funktioniert, viel Physik, Mathematik... ... ...
Der "Sinn", eine Maschine die viele Rechenaufgaben, nichts anderes macht ein Computer, schnell und mehr oder weniger auch parallel zu bewältigen.
"Sinn" und "Warum" sind für mich zwei Dinge.
 
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