Jupiter viel zu hell - geht euch das auch so?

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TaurusM45

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Hallo zusammen,

gestern habe ich mal ein paar Jupiterfotos versucht und als ich mit dem Knipsen durch war, dachte ich mir ich könne ja noch ein wenig visuell Beobachten.
Da das Seeing perfekt war - was ich vorher schon auf dem Laptop gesehen habe - erwartete ich einiges.
Ich wurde dann auch wirklich durch ein sehr ruhiges Jupiterscheibchen belohnt. Ganz ruhige Luft und die Möglichkeit tausende Details zu sehen. ABER!
Leider konnte ich aufgrund der enormen Helligkeit des Planeten fast kaum Details erkennen. Da war nun dieser Perfekte Planet mit perfekten Bedingungen vor mir und ich konnte nicht einmal den GRF erkennen weil es einfach zu hell war.
Ich habe schon sehr oft mit meinem 12" SC Jupiter beobachten können aber sowas hab ich noch nie erlebt.
Ging euch das auch so?
viele Grüße
Andreas
 
Ich hab gestern auch mit 12" F4 bei ~340x und AP um 0,9 (ich erwartete eine deutliche Abdunklung im Vergleich zu niedrigeren Vergrößerungen) geschaut. Es war mir einfach zu hell. Variabler Polfilter auf kleinste Absorption und gut war es. Ich hätte mir einen ND um 30% Absorption gewünscht.

CS, Ralf
 
Hi Ralf,

so ging es mir auch. Ich habe mit einem Baader Hyperion 8mm gearbeitet - also 375 Fach also 0,8mm AP aber einfach viel zu hell.
Schade denn die Bedingungen hätte diese Vergrößerung durchaus zugelassen.
 
Ist es nicht möglich sich eine Blende mit geringerer Öffnung zu basteln und auf das Frontelement zu legen? Alternativ kann man ja auch zwei gegenüberliegende Kreise reinschneiden und hat damit noch etwas mehr "virtuellen" Durchmesser um die Auflösung zu erhalten? :unsure: Wollte ich jedenfalls schon lange mal probieren...
 
Ohne ND verlässt man einfach nicht das Haus.
Ob mit oder ohne Teleskop.
:D

lg
Niki
 
Ich dachte mit der Flexibilität des doppelten Polarisators decke ich alles ab. Der kommt prinzipbedingt ja leider nicht unter 55% Absorption, also muss was kleines zugekauft werden. Kostet ja nicht die Welt.
 
Ist es nicht möglich sich eine Blende mit geringerer Öffnung zu basteln und auf das Frontelement zu legen? Alternativ kann man ja auch zwei gegenüberliegende Kreise reinschneiden und hat damit noch etwas mehr "virtuellen" Durchmesser um die Auflösung zu erhalten? :unsure: Wollte ich jedenfalls schon lange mal probieren...
Hallo Felix,

theoretisch mag das gehen. Aber die dann kleinere Öffnung bedingt mMn a) eine kleinere maximale Auflösung und b) eine kleinere maximale Vergrößerung.

Ich würde darauf wetten, dass man das, was man durch das Abblenden gewinnt, gleich wieder wegen der kleineren Öffnung weggibt. Würd' mich mal interessieren, was bei dem Versuch rauskommt.

Gruß
Thomas
 
Hallo allerseits,

hier noch ein Kommentar zu den "stufenlos" variablen Polarisationsfiltern.
Also, variabel sind die auch nur zwischen einem minimalen und maximalen Wert.

Bei den Filtern von Baader komme ich durch Vergleich mit verschiedenen konstanten
Graufiltern zu den folgenden Schätzwerten für die minimale und maximale Abschwächung:

Helligkeit maximal: Abschwächung ~6x; Transmission = 1/6 = 0,167; ND-Wert = 0,78

Helligkeit minimal: Abschwächung ~2000x; Transmission = 1/2000 = 0,000500; ND-Wert = 3,30

Außerdem ist mir noch aufgefallen, dass die Abschwächung mit den Polarisationsfiltern nicht völlig farbneutral
vonstatten geht. Bei maximaler Abschwächung zeigt das Bild einen deutlichen Blaustich
- das ist bei den fixen Neutralfiltern nicht der Fall.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

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Hallo Felix,

theoretisch mag das gehen. Aber die dann kleinere Öffnung bedingt mMn a) eine kleinere maximale Auflösung und b) eine kleinere maximale Vergrößerung.

Ich würde darauf wetten, dass man das, was man durch das Abblenden gewinnt, gleich wieder wegen der kleineren Öffnung weggibt. Würd' mich mal interessieren, was bei dem Versuch rauskommt.

Gruß
Thomas
Das frage ich mich halt auch ... Mir läuft wenn es um die Auflösung geht eben immer der Durchmesser und nie die Fläche über den Weg (vermutlich weil immer von einem gefüllten Kreis als Spiegel ausgegangen wird). Bei der ersten Version der Blende gebe ich dir recht. Aber bei den beiden anderen ist ja im Endeffekt der Spiegel/Linsendurchmesser noch ausgenutzt :unsure: Aber im Endeffekt ist es wohl wie mit einer Obstruktion. Kontrast wird auch flöten gehen. Ich werde es auf jeden Fall mal mit den 3 Varianten unten probieren (Ja meine Paint-Künste sind legendär!).
Im Zweifelsfall hat man eine erstklassige Hilfe zum fokussieren :LOL:
 

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Ich werde die Tage mal meinen Polfilter vermessen, dann gibt es genaue Transmissionswerte. Es sollte sich auch eine Aussage zur Farbtreue treffen lassen.

CS, Ralf
 
Im Zweifelsfall hat man eine erstklassige Hilfe zum fokussieren :LOL:
Die Blende im Bild 2.jpg kenne ich unter dem Namen Scheinerblende. Habe mir selbst mal eine gebastelt- hat sogar leidlich funktioniert. Für das Modell kann ich mit Sicherheit bestätigen, daß das Bild dunkler wird - hab' schließlich of genug vergessen, sie wieder abzunehmen. :LOL:

Leider kann ich nichts zur Auflösung sagen. Ich habe das Ding an einem MAK1000 Objektiv mit einer Sony A58 verwendet. Bei einer Bildgröße von 50 Pixeln ist von Auflösung keine Rede mehr, da ist man froh, wenn der Fleck nicht verwischt ist. :ROFLMAO:
 
Hallo Andreas,
die beeindruckende Objektivöffnung würde ich - zumindest bei gutem Seeing - eher nicht abblenden. Einerseits weil dadurch die Obstruktion in unangenehme Prozentbereiche ansteigt und man wertvolle Öffnung = Auflösungsvermögen verschenkt. Aber: Probieren geht über studieren.

Ich bin mit dieser Kombination ganz zufrieden:
  1. Ich verwende am Newton für Jupiter das legendäre Apodisationsfilter aus Fliegengitter (möglich, dass wir darüber schon diskutiert haben...). Das bringt für mich visuell (mit den richtigen Abstufungen der Innendurchmesser der 3 kombinierten Objektivblenden aus Fliegengittern) die Kontraste am Jupiter und auch am Mars stärker zur Geltung. Wenn die Unterdrückung der Beugungsringe auch von verschiedenen Personen unterschiedlich bewertet wird (von "Wow!" bis "Forget it!"), so ist unstrittig, dass die Überstrahlung deutlich gemindert wird.
  2. Mindestens ebenso wirksam und für mich ganz unverzichtbar ist ein Binoansatz zum beidäugigen Planetenbeobachten. Details sind deutlich besser wahrzunehmen und durch die Aufteilung des Lichts verringert sich auch die Blendung um den Faktor 2.
  3. Was Filter betrifft, kann man am Jupiter, Mars und Saturn zusätzlich zum ND (Neutral Density) noch ein Nd (Neodym) Filter verwenden. Das bringt den Kontrast der Rottöne gegenüber Grün stärker heraus, weil es den gelben Bereich des Spektrums, wo die roten und grünen Sehzellen gleich empfindlich sind, unterdrückt. Rot und Orange werden röter und der farbliche Kontrast zu Grün steigt. Der Effekt bei Jupiter ist merkbar, aber sehr dezent, bitte keine Wunder erwarten. Auch wird das Planetenbild insgesamt etwas kühler.
CS Nik
 
Hallo,
mal abgesehen vom bei mir schlechten Seeing neulich ging es mir ähnlich mit der Helligkeit. Ich habe meinen neuen 2" Polfilter am (neuen)16" f/4,5 Dobson genutzt. An Hochvergrößerung war nicht zu denken. Was mit auffiel und mich stutzig machte war, dass ich nachfokussieren musste beim Wechsel zwischen Filter und filterlos.
Über Filterschieber, also hab ich den Okularauszug nicht versehentlich verstellt. Kann da jemand was zu sagen?
Weiters hab ich probehalber per Irisblende abgeblendet, mehr Schärfe und dunkler, aber eben auf Kosten der Öffnung.
CS,
Henning
 
Der Glasweg verschiebt den Fokus. (Höherer Brechungsindex, geometrische Wirkung etc.)
 
Hallo Ralf,
aha, danke für die Erläuterung.
War mir vor dem Filterschieber nie aufgefallen, weil zum Filterwechsel vorher immer das Okular rausmusste.
CS,
Henning
 
Konjunktion (20.08?), relativ hoher Stand, geringer Abstand sorgen dafür, dass Juppi so hell ist wie er erst wieder 2025 sein wird, dann jedoch noch deutlich weiter höher am Himmel, zur Freude der Planetenfotografen.
 
Wenn ich mal fragen dürfte, mit welchen APs beobachtet ihr denn Planeten so üblicherweise? Meine jetzt nicht DIE top Nacht im Jahr sondern alle anderen Nächte... :)
 
Ich nutze bei 1200 mm Brennweite oft das 5mm XWA von APM was bei 1,2 mm AP landet. Je nach Bedingung geht auch das 3,5 mm XWA bei AP 0,9 mm. Weiter runter geh ich meist nicht, da kommt einfach nicht wirklich mehr. Mag sicher auch am vergleichsweise großen Fangspiegel meines Newton liegen.

CS, Ralf
 
Auch vielen Dank,

Ich frage das, weil ich mir einen 4 Zoll Apochromaten angeschafft habe, dieser aber erst im Dezember kommt. Dazu soll es einen Satz Pentax XW Okulare geben.

Mit dem 3,5 mm komme ich unter AP 0,8, bei Cloudynights gibt es aber Menschen, die die AP wohl öfters mit hochwertigen Refraktoren unter AP 0,8 drücken. Sagen aber auch gleichzeitig, dass zu hell und zu dunkel sehr subjektiv ist.

Deswegen dachte ich stelle ich die Frage hier mal rein, weil es meiner Meinung nach gut passt.
 
Hallo in die Runde,

der Thread ist zwar schon etwas älter, aber das Thema ist nach wie vor aktuell. Was das subjektive Helligkeitsempfinden angeht, spielt nicht nur die Flächenhelligkeit des Planeten auf der Netzhaut eine Rolle, sondern auch die Fläche des Scheibchens auf der Netzhaut, also die Vergrößerung. Bei einer stärkeren Vergrößerung, aber vergleichbarer Austrittspupille ist die Helligkeit wesentlich besser zu ertragen als bei einer niedrigen Vergrößerung im kleineren Fernrohr.

Letzte Woche habe ich Jupiter mit einem 60 mm Fluorit-APO bei V=71x (AP=0,85 mm) beobachtet und mich stark geblendet gefühlt. Details waren daher keine zu sehen. In dieser Woche habe ich unter gleichen atmosphärischen Bedingungen eine Vergleichsbeobachtung mit einem 120 mm Triplett-APO bei V=180x (AP=0,67 mm) durchgeführt, wobei die Helligkeit wesentlich besser zu ertragen war. Bei Beobachtungen in früheren Jahren mit 8" und 12" Spiegeln und Vergrößerungen >150x hatte ich auch nie Probleme. Bei schwachen Vergrößerungen hilft es aber, möglichst in der Dämmerung zu beobachten.

Grüße
Jürgen
 
Ein zu helles Scheibchen überstrahlt natürlich alle Details... Weniger Öffnung oder höhere Vergrößerung. Viel mehr fällt mir nicht ein, wenn man nicht grad noch einen ND Filter reinschrauben will...

lg
Niki
 
Weniger Öffnung allein bringt es nicht, Niki, wie ich schon festgestellt hatte. Ein dunstigerer Himmel oder ein ND-Filter natürlich schon.

Viele Grüße
Jürgen
 
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