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Vorgeschichte: Naja die Sache war eigentlich die, abseits der Planeten war meine lange Brennweite lange Zeit ein Celestron C9.25 aus einer der ersten Serien, mit entweder einem Originalreducer oder dem Allan Gee mit 1,5m Brennweite.
Der Haken an meinem C9.25 ist leider, dass der Hauptspiegel je nach Lage beim Nachfuehren gerne mal verkippt. Sowas ist natuerlich beliebig bloed, denn manchmal bildet mein C9 ab wie's Gewitter (z.B. wenn Ich gelegentlich darueber nachdenke, das alte Schlachtross zu verkaufen...), manchmal dann eben eher nicht.
Ich hatte das gute Stueck (mal wieder) vor drei Monaten 1a am Stern kollimiert und in zwei Naechten vorher auch den Korrektorabstand pingelig abgestimmt und da sah alles mal wieder ganz passabel aus.
Ziel war u.a. in der Sommerpause mal ein paar Schnappschuesse von Galaxien und kleinen DS-Objekten, wie z.B. den Wizard Nebel zu knipsen. Gesagt getan, aufbauen, einrichten, NINA und Gedoens angeschmissen sich nach Mitternacht in die Falle gelegt und einen Tag spaeter sah die ganze Chose dann so aus:
und das - meine sehr geehrten Damen und Herren - ist bereits stark gecroppt und danach brutalstmoeglich nachbearbeitet ...
Sagen wir es so, dass sind halt so die Momente im Leben, wo gedanklich irgendwo ein Schlusstrich gezogen wird.
Projektstart: Was blieb zu tun?
Irgendwann mal habe Ich hier im Forum einen Truss vom Dieter Martini gesehen.
Und die Dinger sind - machen wir uns nichts vor - irgendwie knisternd erotisch.
Und nachdem Ich dieses Jahr viel zu viele gute Naechte damit verplempert habe mein SC DS-flott zu machen, hatte Ich einfach mal wieder Bock auf grossen Newton. Das letzte gute Stueck dieser Art musste vor ueber 10 Jahren einem Umzug weichen. Naja, nun hat man ja immernoch den ein oder anderen Spiegel im Keller liegen und so trug es sich zu, dass Ich aus der alten harten Zeit noch einen 12" F/5 LOMO Parabolspiegel herumliegen habe.
Seit >15 Jahren uebrigens, man sollte sich eigentlich was schaemen!
Anruf beim Dieter, kurze Absprache zu den Vorstellungen und ab ging der Auftrag.
Uebrigens, wer Dieter Martini nicht kennt, naja, den kann man so beschreiben:
Dieter ist ein Typ, der ein Geschaft mit Handschlag abschliesst und fuer einen vierstelligen made-to-measure Auftrag nicht mal eine Anzahlung haben will.
Machen wir nach Abholung.
Alles gesagt?
Alles gesagt.
...ist wie mein Lomo-Spiegel, sowas wird heutzutage nicht mehr gebaut...
Anyway, runde sechs Wochen spaeter hab' Ich den Rohbau bei ihm abgeholt, Fokuslage mit Korrektor im Moonlite wurde vor Ort mit der DSLR ambulant abgestimmt, die Sache musste danach noch bei mir lackiert und ausgekleidet werden. Nach getanem Werk sah der "kleine" Truss dann so aus:
Man vergebe mir die provisorische Verkabelung ...
Ein paar Eckdaten: Wie erwaehnt, 12" F/5 Hauptspiegel, Sekundaerspiegel 88mm kleine Achse, sehr duenne Spinne, der gesammte Truss nur 18kg Gewicht mit allem PiPaPo (!), 2.5" Moonlite mit verschraubtem TS-GPU und Sesto Senso 2 (in NINA referenziert als "avanti stupido"). Die Entscheidung zu Dieter zu gehen war dessen Ruf fuer konsequenten Leichtbau. Der Lomo -Spiegel ist ein schwerer Zerodur-Klotz, der allerdings mit dem Vorteil, dass den dann weder suboptimale Lagerung noch Temperaturunterschiede sonderlich interessieren. Dieter war meine Hoffnung ein handhabbares halbstationaeres Teleskop daraus zu machen, oder eben einen mittelfristigen Bandscheibenvorfall ...
Zwei bangende Fragen standen daher im Raum:
Kollimation ist bei F/5 und diesen Brennweiten mit einem vernuenftigem Laser ein Kindergeburtstag. Kein Kindergeburtstag ist dagegen der Aufbau dieser Mittenartillerie. Mit zwei Personen ein Klacks, alleine hart an der Wasserscheide zu "besser nicht". Gut an dem Truss ist, dass man das schwere Stueck an den Streben gut greifen kann. Ausballancieren ist mit der Haubitze bereits die hohe Schule, die Hebel sind lang und wenn das nicht passt, kann man Nachfuehren abhaken. Alles in allem keine Sache die man bei Dunkelheit auf- und abbauen will.
Genug geschwaetzt, hat's "first light" geklappt?
Fuer's erste Bild kann man nicht meckern ...
Halbe Stunde RGB und etwas ueber eine Stunde NB (jeweils fuer Ha, OIII, SII, in dieser Himmelsrichtung Bortle 7) mit der 294MM, aber mehr war nicht drin bevor es sich zuzog. Nachfuehrung mit dem kleinen Leitrohr 280mm und PhD2 mit Multistar-Guiding war eigentlich ohne besonderen Befund. Den Autofokus hatte Ich nach einer halben Stunde am Laufen und in NINA abgestimmt.
BTW: dem Vernehmen nach will Moonlite den manuellen 2.5" Auszug einstellen (die hatten schon mal eine Ankuendigung auf der Homepage), was wohl die bescheuertste Geschaeftsidee des Jahres ist/waere, denn der Moonlite hat Null Shifting oder andere Fiesematenten, laeuft wie Butter und ist preislich noch im Rahmen.
Der Meridian-Flip funktionierte auch auf Anhieb, war aber etwas ungewohnt zu betrachten (weil Nilpferd beim Einparken und daher erhoehte Besorgnis, dass Truss die Blumentoepfe abgeraeumt) und braucht die entsprechenden Pausen, damit die Fuhre ausschwingen kann, bevor Plate Solving losgeht. Die Trusskonstruktion und die Spiegellagerung von Dieter ist aber einfach prima und fuer f/5 fotografisch nach dem ersten Test kein Problem: Ich haette nach dem Meridianflip auch auf den AF verzichten koennen und auch waehrend des AF vibriert/schwingt so gut wie nix nach.
Es muss sicherlich noch einiges ausgebuegelt/optimiert/gefummelt werden (Tuchverkleidung gegen Streulicht, Hauptspiegelblendring ist noch beim Laserschneiden, etc) und ein genauer Blick zeigt, dass die Kamera einen ganz kleinen Tick zu weit hinter de Korrektor sitzt:
aber alles in allem ein vielversprechender Start.
Ab jetzt haengen in der Waffenkammer wieder schwere Saebel und nicht nur Florett und Degen...
Der Haken an meinem C9.25 ist leider, dass der Hauptspiegel je nach Lage beim Nachfuehren gerne mal verkippt. Sowas ist natuerlich beliebig bloed, denn manchmal bildet mein C9 ab wie's Gewitter (z.B. wenn Ich gelegentlich darueber nachdenke, das alte Schlachtross zu verkaufen...), manchmal dann eben eher nicht.
Ich hatte das gute Stueck (mal wieder) vor drei Monaten 1a am Stern kollimiert und in zwei Naechten vorher auch den Korrektorabstand pingelig abgestimmt und da sah alles mal wieder ganz passabel aus.
Ziel war u.a. in der Sommerpause mal ein paar Schnappschuesse von Galaxien und kleinen DS-Objekten, wie z.B. den Wizard Nebel zu knipsen. Gesagt getan, aufbauen, einrichten, NINA und Gedoens angeschmissen sich nach Mitternacht in die Falle gelegt und einen Tag spaeter sah die ganze Chose dann so aus:
und das - meine sehr geehrten Damen und Herren - ist bereits stark gecroppt und danach brutalstmoeglich nachbearbeitet ...
Sagen wir es so, dass sind halt so die Momente im Leben, wo gedanklich irgendwo ein Schlusstrich gezogen wird.
Projektstart: Was blieb zu tun?
Irgendwann mal habe Ich hier im Forum einen Truss vom Dieter Martini gesehen.
Und die Dinger sind - machen wir uns nichts vor - irgendwie knisternd erotisch.
Und nachdem Ich dieses Jahr viel zu viele gute Naechte damit verplempert habe mein SC DS-flott zu machen, hatte Ich einfach mal wieder Bock auf grossen Newton. Das letzte gute Stueck dieser Art musste vor ueber 10 Jahren einem Umzug weichen. Naja, nun hat man ja immernoch den ein oder anderen Spiegel im Keller liegen und so trug es sich zu, dass Ich aus der alten harten Zeit noch einen 12" F/5 LOMO Parabolspiegel herumliegen habe.
Seit >15 Jahren uebrigens, man sollte sich eigentlich was schaemen!
Anruf beim Dieter, kurze Absprache zu den Vorstellungen und ab ging der Auftrag.
Uebrigens, wer Dieter Martini nicht kennt, naja, den kann man so beschreiben:
Dieter ist ein Typ, der ein Geschaft mit Handschlag abschliesst und fuer einen vierstelligen made-to-measure Auftrag nicht mal eine Anzahlung haben will.
Machen wir nach Abholung.
Alles gesagt?
Alles gesagt.
...ist wie mein Lomo-Spiegel, sowas wird heutzutage nicht mehr gebaut...
Anyway, runde sechs Wochen spaeter hab' Ich den Rohbau bei ihm abgeholt, Fokuslage mit Korrektor im Moonlite wurde vor Ort mit der DSLR ambulant abgestimmt, die Sache musste danach noch bei mir lackiert und ausgekleidet werden. Nach getanem Werk sah der "kleine" Truss dann so aus:
Man vergebe mir die provisorische Verkabelung ...
Ein paar Eckdaten: Wie erwaehnt, 12" F/5 Hauptspiegel, Sekundaerspiegel 88mm kleine Achse, sehr duenne Spinne, der gesammte Truss nur 18kg Gewicht mit allem PiPaPo (!), 2.5" Moonlite mit verschraubtem TS-GPU und Sesto Senso 2 (in NINA referenziert als "avanti stupido"). Die Entscheidung zu Dieter zu gehen war dessen Ruf fuer konsequenten Leichtbau. Der Lomo -Spiegel ist ein schwerer Zerodur-Klotz, der allerdings mit dem Vorteil, dass den dann weder suboptimale Lagerung noch Temperaturunterschiede sonderlich interessieren. Dieter war meine Hoffnung ein handhabbares halbstationaeres Teleskop daraus zu machen, oder eben einen mittelfristigen Bandscheibenvorfall ...
Zwei bangende Fragen standen daher im Raum:
- Kann meine G11 das noch fotografisch nachfuehren?
- Haelt Dieter's Truss-Konstruktion den Fokus gut genug, oder gibt's da fotografische Ueberraschungen? Ich hatte Bedenken, dass der Hut eventuell vibriert, der Truss sich eventuell durchbiegt oder anderen Mumpitz macht.
Kollimation ist bei F/5 und diesen Brennweiten mit einem vernuenftigem Laser ein Kindergeburtstag. Kein Kindergeburtstag ist dagegen der Aufbau dieser Mittenartillerie. Mit zwei Personen ein Klacks, alleine hart an der Wasserscheide zu "besser nicht". Gut an dem Truss ist, dass man das schwere Stueck an den Streben gut greifen kann. Ausballancieren ist mit der Haubitze bereits die hohe Schule, die Hebel sind lang und wenn das nicht passt, kann man Nachfuehren abhaken. Alles in allem keine Sache die man bei Dunkelheit auf- und abbauen will.
Genug geschwaetzt, hat's "first light" geklappt?
Fuer's erste Bild kann man nicht meckern ...
Halbe Stunde RGB und etwas ueber eine Stunde NB (jeweils fuer Ha, OIII, SII, in dieser Himmelsrichtung Bortle 7) mit der 294MM, aber mehr war nicht drin bevor es sich zuzog. Nachfuehrung mit dem kleinen Leitrohr 280mm und PhD2 mit Multistar-Guiding war eigentlich ohne besonderen Befund. Den Autofokus hatte Ich nach einer halben Stunde am Laufen und in NINA abgestimmt.
BTW: dem Vernehmen nach will Moonlite den manuellen 2.5" Auszug einstellen (die hatten schon mal eine Ankuendigung auf der Homepage), was wohl die bescheuertste Geschaeftsidee des Jahres ist/waere, denn der Moonlite hat Null Shifting oder andere Fiesematenten, laeuft wie Butter und ist preislich noch im Rahmen.
Der Meridian-Flip funktionierte auch auf Anhieb, war aber etwas ungewohnt zu betrachten (weil Nilpferd beim Einparken und daher erhoehte Besorgnis, dass Truss die Blumentoepfe abgeraeumt) und braucht die entsprechenden Pausen, damit die Fuhre ausschwingen kann, bevor Plate Solving losgeht. Die Trusskonstruktion und die Spiegellagerung von Dieter ist aber einfach prima und fuer f/5 fotografisch nach dem ersten Test kein Problem: Ich haette nach dem Meridianflip auch auf den AF verzichten koennen und auch waehrend des AF vibriert/schwingt so gut wie nix nach.
Es muss sicherlich noch einiges ausgebuegelt/optimiert/gefummelt werden (Tuchverkleidung gegen Streulicht, Hauptspiegelblendring ist noch beim Laserschneiden, etc) und ein genauer Blick zeigt, dass die Kamera einen ganz kleinen Tick zu weit hinter de Korrektor sitzt:
aber alles in allem ein vielversprechender Start.
Ab jetzt haengen in der Waffenkammer wieder schwere Saebel und nicht nur Florett und Degen...
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