@Christian
Kein Drama, aber vielleicht waere es aus Gruenden der thematischen Koherenz sachdienlicher gewesen, dein Posting an Franks Thread vom Sonntag anzuhaengen:
Hallo Forum, StarXTerminator ist ein neues Photoshop PlugIn zum entfernen von Sternen aus DeepSky Astrofotos (Eine Version für PixInsight ist in Planung). Es basiert auf einer künstlichen Intelligenz (AI) oder besser gesagt einem neuronalen Netzwerk. Ich habe den Filter getestet und mit...
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Wenn man die sternlose Datei nicht so stark streckt mögen die Flicken kein Problem sein. Aber es kommt sicher auch darauf an, wie man anschließende die Sterne einfügt, ob es Probleme damit gibt. Die pauschale Aussage, die man so oft hört, das neue Tool von Russel Croman stelle starnet++ in den Schatten, trifft m. E. nicht zu. Insbesondere die Aussage, es produziere anders als starnet++ keine "Artefakte", ist definitiv falsch, denn was anderes sind die Flecken denn (auch wenn ich mit "Artefakten" an Sternpositionen, die später wieder mit Sternen besetzt werden, kein Problem sehe und den diesbezüglichen Purismus mancher Leute gar nicht verstehe)? Starnet geht zumindest in meinen Aufnahmen bei der Ersetzung durch neutralen Hintergrund wesentlich smarter vor und bildet die Textur viel besser nach als StarXterminator.
Hi Peter,
grundsaetzlich erst mal Zustimmung, das "Pauschalisieren" bei solchen Sachen ein ziemlich sinnloser Ansatz ist (a la: "xyz ist besser, Punkt"), denn das sind alles auch nur Werkzeuge und es ist das konkrete Bildverarbeitungsproblem, welches bestimmt, was das richtige Werkzeug ist.
Weiterhin muss man erst mal abtrennen, dass der "Hyphe" der da generiert wird, eben auch dazu beitragen soll, ein doch nicht ganz so preiswertes 60$ "Single Trick Pony" zu vermarkten. Das ist auch noch mal eine Sache fuer sich.
Hat man diesen ganzen Zirkus gedanklich hinter sich gelassen, kann man sich die Sache je mal ergebnisoffen und einigermassen objektiv anschauen.
Ich habe in deinem Posting oben einen Satz unterstrichen, denn das ist manchmal so, manchmal nicht.
Ich nehme z.B. gern NB Aufnahmen auf, bei denen Ich die Aufnahmedauer auf das NB-Objekt optimiere. Dass dabei eine Sternenfackel wie z.B. Sadr auch mal knallhart ausgebrannt wird, nehme Ich dabei in Kauf (man muss es ja nicht zu sehr uebertreiben).
Wohltemperierte Sterne gibt's dann im extra LRGB-Bild was mir dann farbkallibrierte Sterne liefert.
Mein konkretes Problem ist dabei, dass Ich aus den NB-Bildern die Sterne entfernen moechte und diese durch RGB-Sterne ersetzte. Da Ich die NB-Bilder (I) tiefer ausbelichte (und den ein oder anderen Stern sogar ausbrenne) und (II) diese wesentlich laengere Belichtungszeiten haben (und somit auch mehr Nachfuehrartefakte), ist das FWHM der NB-Sterne i.d.R. einen Tick schlechter als das der Sterne in den LRGB-Bilder, die spaeter eingefuegt werden.
Dabei bilden die "Patchartefakte" von starnet++ im fertigen Komposite-Bild dann mitunter schon einen sichtbaren Hof um den Stern, der manchmal sogar wie ein Beugungsring erscheint und farblich auch nicht mit dem NB-Hintergrundobjekt harmoniert.
Klar kann man da andere Verarbeitungsschritte (Stretch->starnet++ ->unstretch ; Deconvolution vorher, etc, etc) noch vorschalten, um das zu verbessern/unterdruecken, aber das ist schon etwas zusaetzliches Gemache, bevor das Ergebnis einem gefaellt.
Fur sowas ist StarXterminator, der die Sterne mit einem Bluring zukleistert, eigentlich gar nicht so schlecht.
Weiterhin missfaellt mir an starnet++, dass auf
hellem Hintergrund Sterne mit "Raster-Mustern" gepatcht werden, die oft ein schoenes Stueck groesser als der eigentliche helle Stern waren (auch bei deinen Beispielen sieht man das sehr schoen). Solche Sachen muss man mitunter muehsam Handretouchieren, bevor die LRGB-Sterne eingesetzt werden, denn sitzt dann erst mal wieder ein Stern in der Mitte, sieht man diese Flecken wirklich sofort, denn die Symmetrie und das Muster um den hellen Stern ziehen das Auge fast magisch an. Auch da macht StarXterminator einem das Leben wohl etwas leichter.
Richtig ist aber auch, dass jede Medaille zwei Seiten hat:
In Franks Thread (
StarXTerminator - Neue Software zum Sterne entfernen ) habe Ich mir das auf die Schnelle auch mal etwas genauer vorgenommen, und genau wie Du ist mir
der inherente Tiefpassfiltereffekt von StarXterminator auch sofort aufgefallen. Gerade wer Sterne in NB tief ausbelichtet hat (und viele Sterne im Bild hat), der verliert nicht schlecht an Mittenkontrast/Aufloesung, weil einem StarXterminator das komplette Bildfeld mit verwaschenen Flecken zukleistert. Auch - TamTamTa (Trommelwirbel) - neuronale Netze koennen schliesslich nicht zaubern, sondern sind letztendlich nur ein trainierter Algorithmus Sterne herauszunehmen und das Loch mit einer antrainierten Strategie zuzukleistern.
Ich habe mir Seite an Seite StarXterminator gegen starnet++ + subtiler Waveletfilter (auf die Sternenartefakte von starnet angepasst) angeschaut und da kommt man dann doch zu sehr aehnlichen Ergebnissen.
Was man an deinen Beispielen schoen sieht, ist das startnet++ auf (a) dunklem Hintergund und (b) vor dem Denoising wohl die bessere Strategie hat, waehrend
StarXterminator mit dem "Blurpatching" auf hellem Hintergrund tendenziell "sauberer" arbeitet, aber man dafuer den Preis einer leichten Tiefpassfilterung bezahlt. Frank fuehrt das ja in seinem Video am Beispiel eines Schwarz-Weiss Bilds exemplarisch vor. Der StarXterminator-Autor ist wohl dabei, das fuer SW jetzt wieder etwas "zurrueckzudrehen" (meiner Meinung nach ist das fuer die Farbversion auch faellig), aber in Franks Video sieht man eben auch, welche Konsequenzen dass nun wiederum hat: Es bleiben dann eben (wie auch bei Starnet++) wieder einige mehr Artefakte im Bild zurueck...
Am Besten ist es natuerlich, wenn man beide Algorithmen (z.B. in Pixinsight) zur Verfuegung haette und je nach Bildobjekt entsprechend auswaehlen kann. Das soll ja auch bald kommen, aber ueber den dann doch z.Z. schon etwas heftigen Preis muesste man vielleicht noch mal reden.
MfG & CS