Neues Tool: StarXTerminator RC-Astro

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Chrisl

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Hallo!

Von Russel Croman / RC-Astro gibt es ein neues Tool, den StarXterminator.

Frank hat das ja schon in einem Video vorgestellt:

Ich habs mal am Kokon-Nebel ausprobiert - dieser Himmelsbereich ersäuft ja fast in Sternen.
Dabei überzeugt mich das Tool im Vergleich mit zu Starnet++ jedoch (noch) nicht. Es bleiben Artefakte zurück, die man als Dunkelnebel interpretieren könnte, die jedoch tatsächlich gar nicht existieren. Durch die Weichzeichnung der Sternartefakte werden auch angrenzende Nebelbereich etwas "angeknabbert".

Ich bleibe vorerst bei Starnet++ und muß halt die Schachbrett-Artefakt bei helleren Sternen manuell wegstempeln.
Dennoch hat diese Entwicklung enormes Potential: Russel Croman steht gerade am Anfang und verbessert das Tool laufend (und sehr rasch!).
Ich werde das also im Auge behalten und ggf. nochmalig testen.

LG
Christian
 
Hallo Christian,

auch ich hatte mir natürlich sofort die Testversion heruntergeladen. Die Möglichkeit, direkt von APP nach PS zu gehen, ohne den Umweg über starnet++ nehmen zu müssen, ist schon verlockend. Man hört und liest ja überall, dass das neue Tool starnet++ überlegen sein soll. Aber so klar ist das meiner Meinung nach nicht. Ich glaube, das jeweilige Setup spielt eine wichtige Rolle und es kommt auch darauf an, wie man seine Bilder bearbeitet.

Ich habe beide Programme an einigen meiner Bilder getestet. Ich fotografiere mit einem APO und der ASI2600mm. Bei mir jedenfalls schneidet starnet++ unter dem Strich deutlich besser ab. Wenn man in die Ergebnisse hineinzoomt und die Aufnahmen streckt, sieht man deutliche Unterschiede. Zwar hinterlässt starnet++, wie du es auch schon beschreibst, an den sehr hellen Sternen Artefakte, aber die sind leicht zu eliminieren. Insgesamt ist die Ersetzung der Sterne bei mir in starnet++ viel besser als in StarXterminator. Letzterer pflastert weichgezeichneten Flecken an jede Sternposition, die sich in der Struktur deutlich vom umgebenden Hintergrund unterscheiden. Starnet++ dagegen imitiert an den Sternpositionen den umgebenden Hintergrund nahezu perfekt. In der schwach gestreckten Aufnahme fällt das kaum auf. Wenn man die Aufnahme aber streckt, wird der Unterschied sehr deutlich, mit der Equalize/Tonwertangleichung-Funktion von PS erkennt man es noch besser:

StarXterminator_vs_starnet++ _#0.jpg


In dieser Animation erkennt man die Unterschiede gut. Es handelt sich um die Ergebnisse der Anwendung der Equalize Funktion auf schwach auf die schwach gestreckten Aufnahmen:

StarXterminator_vs_starnet++.gif


Wenn man die sternlose Datei nicht so stark streckt mögen die Flicken kein Problem sein. Aber es kommt sicher auch darauf an, wie man anschließende die Sterne einfügt, ob es Probleme damit gibt. Die pauschale Aussage, die man so oft hört, das neue Tool von Russel Croman stelle starnet++ in den Schatten, trifft m. E. nicht zu. Insbesondere die Aussage, es produziere anders als starnet++ keine "Artefakte", ist definitiv falsch, denn was anderes sind die Flecken denn (auch wenn ich mit "Artefakten" an Sternpositionen, die später wieder mit Sternen besetzt werden, kein Problem sehe und den diesbezüglichen Purismus mancher Leute gar nicht verstehe)? Starnet geht zumindest in meinen Aufnahmen bei der Ersetzung durch neutralen Hintergrund wesentlich smarter vor und bildet die Textur viel besser nach als StarXterminator.

Auch ich werde vorläufig bei starnet++ bleiben, aber interessiert beobachten, was sich bei dem Neuling tut.

Viele Grüße
Peter
 
@Christian
Kein Drama, aber vielleicht waere es aus Gruenden der thematischen Koherenz sachdienlicher gewesen, dein Posting an Franks Thread vom Sonntag anzuhaengen:

Wenn man die sternlose Datei nicht so stark streckt mögen die Flicken kein Problem sein. Aber es kommt sicher auch darauf an, wie man anschließende die Sterne einfügt, ob es Probleme damit gibt. Die pauschale Aussage, die man so oft hört, das neue Tool von Russel Croman stelle starnet++ in den Schatten, trifft m. E. nicht zu. Insbesondere die Aussage, es produziere anders als starnet++ keine "Artefakte", ist definitiv falsch, denn was anderes sind die Flecken denn (auch wenn ich mit "Artefakten" an Sternpositionen, die später wieder mit Sternen besetzt werden, kein Problem sehe und den diesbezüglichen Purismus mancher Leute gar nicht verstehe)? Starnet geht zumindest in meinen Aufnahmen bei der Ersetzung durch neutralen Hintergrund wesentlich smarter vor und bildet die Textur viel besser nach als StarXterminator.
Hi Peter,
grundsaetzlich erst mal Zustimmung, das "Pauschalisieren" bei solchen Sachen ein ziemlich sinnloser Ansatz ist (a la: "xyz ist besser, Punkt"), denn das sind alles auch nur Werkzeuge und es ist das konkrete Bildverarbeitungsproblem, welches bestimmt, was das richtige Werkzeug ist.

Weiterhin muss man erst mal abtrennen, dass der "Hyphe" der da generiert wird, eben auch dazu beitragen soll, ein doch nicht ganz so preiswertes 60$ "Single Trick Pony" zu vermarkten. Das ist auch noch mal eine Sache fuer sich.
Hat man diesen ganzen Zirkus gedanklich hinter sich gelassen, kann man sich die Sache je mal ergebnisoffen und einigermassen objektiv anschauen.

Ich habe in deinem Posting oben einen Satz unterstrichen, denn das ist manchmal so, manchmal nicht.
Ich nehme z.B. gern NB Aufnahmen auf, bei denen Ich die Aufnahmedauer auf das NB-Objekt optimiere. Dass dabei eine Sternenfackel wie z.B. Sadr auch mal knallhart ausgebrannt wird, nehme Ich dabei in Kauf (man muss es ja nicht zu sehr uebertreiben).
Wohltemperierte Sterne gibt's dann im extra LRGB-Bild was mir dann farbkallibrierte Sterne liefert.

Mein konkretes Problem ist dabei, dass Ich aus den NB-Bildern die Sterne entfernen moechte und diese durch RGB-Sterne ersetzte. Da Ich die NB-Bilder (I) tiefer ausbelichte (und den ein oder anderen Stern sogar ausbrenne) und (II) diese wesentlich laengere Belichtungszeiten haben (und somit auch mehr Nachfuehrartefakte), ist das FWHM der NB-Sterne i.d.R. einen Tick schlechter als das der Sterne in den LRGB-Bilder, die spaeter eingefuegt werden.
Dabei bilden die "Patchartefakte" von starnet++ im fertigen Komposite-Bild dann mitunter schon einen sichtbaren Hof um den Stern, der manchmal sogar wie ein Beugungsring erscheint und farblich auch nicht mit dem NB-Hintergrundobjekt harmoniert.
Klar kann man da andere Verarbeitungsschritte (Stretch->starnet++ ->unstretch ; Deconvolution vorher, etc, etc) noch vorschalten, um das zu verbessern/unterdruecken, aber das ist schon etwas zusaetzliches Gemache, bevor das Ergebnis einem gefaellt.
Fur sowas ist StarXterminator, der die Sterne mit einem Bluring zukleistert, eigentlich gar nicht so schlecht.
Weiterhin missfaellt mir an starnet++, dass auf hellem Hintergrund Sterne mit "Raster-Mustern" gepatcht werden, die oft ein schoenes Stueck groesser als der eigentliche helle Stern waren (auch bei deinen Beispielen sieht man das sehr schoen). Solche Sachen muss man mitunter muehsam Handretouchieren, bevor die LRGB-Sterne eingesetzt werden, denn sitzt dann erst mal wieder ein Stern in der Mitte, sieht man diese Flecken wirklich sofort, denn die Symmetrie und das Muster um den hellen Stern ziehen das Auge fast magisch an. Auch da macht StarXterminator einem das Leben wohl etwas leichter.

Richtig ist aber auch, dass jede Medaille zwei Seiten hat:
In Franks Thread ( StarXTerminator - Neue Software zum Sterne entfernen ) habe Ich mir das auf die Schnelle auch mal etwas genauer vorgenommen, und genau wie Du ist mir der inherente Tiefpassfiltereffekt von StarXterminator auch sofort aufgefallen. Gerade wer Sterne in NB tief ausbelichtet hat (und viele Sterne im Bild hat), der verliert nicht schlecht an Mittenkontrast/Aufloesung, weil einem StarXterminator das komplette Bildfeld mit verwaschenen Flecken zukleistert. Auch - TamTamTa (Trommelwirbel) - neuronale Netze koennen schliesslich nicht zaubern, sondern sind letztendlich nur ein trainierter Algorithmus Sterne herauszunehmen und das Loch mit einer antrainierten Strategie zuzukleistern.
Ich habe mir Seite an Seite StarXterminator gegen starnet++ + subtiler Waveletfilter (auf die Sternenartefakte von starnet angepasst) angeschaut und da kommt man dann doch zu sehr aehnlichen Ergebnissen.

Was man an deinen Beispielen schoen sieht, ist das startnet++ auf (a) dunklem Hintergund und (b) vor dem Denoising wohl die bessere Strategie hat, waehrend
StarXterminator mit dem "Blurpatching" auf hellem Hintergrund tendenziell "sauberer" arbeitet, aber man dafuer den Preis einer leichten Tiefpassfilterung bezahlt. Frank fuehrt das ja in seinem Video am Beispiel eines Schwarz-Weiss Bilds exemplarisch vor. Der StarXterminator-Autor ist wohl dabei, das fuer SW jetzt wieder etwas "zurrueckzudrehen" (meiner Meinung nach ist das fuer die Farbversion auch faellig), aber in Franks Video sieht man eben auch, welche Konsequenzen dass nun wiederum hat: Es bleiben dann eben (wie auch bei Starnet++) wieder einige mehr Artefakte im Bild zurueck...
Am Besten ist es natuerlich, wenn man beide Algorithmen (z.B. in Pixinsight) zur Verfuegung haette und je nach Bildobjekt entsprechend auswaehlen kann. Das soll ja auch bald kommen, aber ueber den dann doch z.Z. schon etwas heftigen Preis muesste man vielleicht noch mal reden.

MfG & CS
 
Tag zusammen,

Für mich ist zunächst entscheidend das mal in einem Kontext der Entwicklung zu betrachten. Ich erinnere mich an Zeiten als das Tonemapping in aller Munde war und man gerne mal gelesen hat: Die Bildbearbeitung hat mich 20h gekostet etc.. Also damals (so vor 10 Jahren) musste man mit Staub und Kratzer hantieren, dann stundenlang wegstempeln bis man ein sauberes Bild erhalten hat. Übrigens ist das Wegstempeln so eine Sache, überlegt man mal was beim Stempeln eigentlich passiert (Stichwort Content Aware Fill).
Dann kam Straton, einfach weil Programmierer faule Leute sind und nicht so gerne stempeln. Hat glaube ich 15€ gekostet, spricht heute niemand mehr von. Dann kam Starnet++ und das war schon ein gewaltiger Schritt nach vorne, gratis, besser als alles andere vorher. Aber wie definiert man da besser? Für mich heißt besser keine Bildanteile killen, die keine Sterne sind (klappt mal mehr mal weniger), und möglichst wenige Sternhalos übrig lassen. War bei Starnet besser als bei allem bisherigen. Jetzt kommt StarXTerminator und macht das eben noch besser. Das ist für mich der springende Punkt.

Ändert aber nichts daran, dass man das nicht doch kritisch betrachten kann. 60€ ist relativ viel Geld, gibt Argumente dafür (Support, Entwicklung und KnowHow) und dagegen (es gibt eine gratis Alternative).
Das "weiche" ist mir auch aufgefallen und hat mich anfangs sehr skeptisch gemacht. Aber weich ist es nur da, wo der Sternhalo war. In der Addition später sieht man davon nichts mehr, es kommt ja der Stern wieder dahin wo er war. Beim stempeln in Photoshop ist einem das ja auch egal (siehe oben).
Die Frage ist ob details in Nebeln und Galaxien weichgezeichnet werden. Bei meinem Ha Bild anfangs ja, nach erneutem Training nicht mehr.

Für mich persönlich ist es eine Arbeitserleichterung die mir das Geld wert ist. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

CS Frank
 
Das "weiche" ist mir auch aufgefallen und hat mich anfangs sehr skeptisch gemacht. Aber weich ist es nur da, wo der Sternhalo war. In der Addition später sieht man davon nichts mehr, es kommt ja der Stern wieder dahin wo er war.
Das funktioniert aber nur dann, wenn der Stern aus der Schmaldbandaufnahme kleiner, oder höchstens genauso groß abgebildet wurde, wie der ersetzende Stern (beispielsweise aus einer LRGB-Aufnahme).
Ich belichte meine Narrowband-Einzelframes 15 Minuten, da brennen nicht nur die Kerne sondern auch die Halos schonmal recht ordentlich aus. Diese Sterne ersetze ich dann durch Sterne aus einer max. 300sek. (Einzelframe) Aufnahme, die möglichst fein, eventuell sogar noch verkleinert in meine Bearbeitung einfließen. Deswegen Stempel ich ohnehin alle mit Starnet++ "entsternten" Bilder nochmals, vor allem Ha möglichst präzise.
 
Dann kam Starnet++ und das war schon ein gewaltiger Schritt nach vorne, gratis, besser als alles andere vorher. Aber wie definiert man da besser? Für mich heißt besser keine Bildanteile killen, die keine Sterne sind (klappt mal mehr mal weniger), und möglichst wenige Sternhalos übrig lassen. War bei Starnet besser als bei allem bisherigen. Jetzt kommt StarXTerminator und macht das eben noch besser. Das ist für mich der springende Punkt.

Ich glaube man muss da ueber ein paar grundsaetzliche Fragen mal einen klaren Kopf behalten.
Der springende Punkt ist letztendlich ein anderer: Wer neuronale Netze ueber Bilder laufen laesst, welche Bildinformation gezielt herausnehmen und anderweitig ersetzt (sei das durch Interpolation, Tiefpassfilterung, morphologische Operatoren, oder neuronal gelernte Kochrezepte), der hat an einer sehr fundamentalen Weggabelung bereits die Abzweigung "pretty Pictures" genommen.
Fuer "authentisch", "fotorealistisch", "dokumentarisch", oder gar *huestel* "wissenschaftlich" geht die Reise ganz woanders hin und da sehen Bilder i.d.R. ganz anders und i.d.R. eher unspektakulaer aus.

Man muss sich schon darueber im Klaren sein, was auch immer bei dieser Sachen hier hinten herauskommt, das Endprodukt ist ein synthetisches Komposite.
Und was in dem Bild dann "authentisch" aussehen soll und etwa nicht (gehoert da das Beugungsartefakt der Spinne nun 'rein, oder nicht? Haben helle Sterne eine Streulichthalo, oder nicht? [...]) das liegt im Ermessen des Autors (um das provokative Wort des "(Amateur-)Kuenstlers" mal vorsichtig zu vermeiden).
Und dabei liegt StarXTerminator jetzt nun wie eine Tube Farbe im Malkasten wie Starnet++ eben auch. Beide sind halt etwas verschieden.

( Mal nebenbei: Das wird jetzt immer mehr verschwimmen. Es ist grundsaetzlich ja ueberhaubt kein Problem ein neuronales Netz zu trainieren, wo man ein Weisslichtbild 'reinsteckt und raus kommt ein perfekt coloriertes Farbbild mit kontrastaufgesteiltem NB-Anteil heraus. Da werden die naechsten zehn Jahre noch noch lustig...)

Ändert aber nichts daran, dass man das nicht doch kritisch betrachten kann. 60€ ist relativ viel Geld, gibt Argumente dafür (Support, Entwicklung und KnowHow) und dagegen (es gibt eine gratis Alternative).
Diese Entscheidung liegt beim Autor (logo) und dann individuell bei der jeweiligen Kundschaft. Das muss schon jeder selber wissen.
Das "weiche" ist mir auch aufgefallen und hat mich anfangs sehr skeptisch gemacht. Aber weich ist es nur da, wo der Sternhalo war. In der Addition später sieht man davon nichts mehr, es kommt ja der Stern wieder dahin wo er war. Beim stempeln in Photoshop ist einem das ja auch egal (siehe oben).
Frank, dass mag bei deinen Taks so sein, aber oft ist es nicht ganz so einfach, LRGB und NB genau so hinzubekommen, dass FWHM aller Sterne genau gleich ausfaellt. Oft haben die Bilder von der Sternenmagnitude ja nicht einmal die gleiche Belichtungstiefe. Da macht es dann schon einen Unterschied, wie die "Loecher" gefuellt werden, weil das verschwindet groesstenteils nicht unter den eingepatchten Sternen.
Die Frage ist ob details in Nebeln und Galaxien weichgezeichnet werden. Bei meinem Ha Bild anfangs ja, nach erneutem Training nicht mehr.
Bei Farbbildern ist es mir das ebenfalls etwas zu krass. Er sollte deinem Rat bzgl. der Schwarzweissbilder folgen.
Für mich persönlich ist es eine Arbeitserleichterung die mir das Geld wert ist. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.
Dazu gibt es zwei Dinge zu sagen:

1) Pragmatisch gesehen: Ich werde erst mal abwarten, ob ein PI Modul vom Autor auftaucht, weil Ich das dort in einem weitgehend kompletten "Werkzeugkasten" haben will, bevor Ich aus PI 'rausgehe und mit Lightroom/Affinity/PS an dem "final Touch" weitermurkse. Ein PI Modul waere mir den Mehrwert von 40-60$ eventuell wert.

2) Sicht eines "typisch deutschen" Bedenkentraegers: Das wirklich lustige an der ganzen KI-Kiste wie Deeplearning&Affiliates ist, dass der geistige Mehrwert ja inzwischen i.d.R. nicht mehr im Algorithmus selber liegt (davon gibt's inzwischen jede Menge frei erhaeltliche Pakete, der Autor verwendet wohl (?) das Microsoft Open Neural Network Exchange (ONNX) Paket), sondern in den Trainingsdaten.
DAS ist der eigentliche Goldschatz.
Man braucht eben viele Bilder mit und ohne Sterne.
Es ist daher nachgerade reizend naiv von dir Frank, dass Du dich wie ein Honigkuchenpferd darueber freust (und wunderst) das der Programmautor sich ueber deine uebermittelten Bilder freut und auch darueber, dass der Mann dich dazu ermuntert, dass moeglichst viele Leute ihre Bilder (mit Sternen und dann handgepatcht "so wie es sein soll", also ohne) dem zuschicken und ihr Urheberrecht abgeben.
Naja, der waere ja auch bloed wenn nicht, denn genau so bekommt der einen exklusiven Trainingsdatensatz, der dann vermarktet werden kann.

Astrobin&Co kann er dazu ja nicht abklappern, denn da gibt's dann Aerger mit dem Urheberrecht, wenn sich herausstellt, dass er damit sein neuronales Netz trainiert und selbiges dann vermarktet.

Wirklich besser/vernuenftig waere es, wenn diese Daten in einer oeffentlich zugaengliche Datenbank (z.b. hier?) mit einer offenen Nutzungslizenz gesammelt wuerden und dann jeder der ein neuronales Netz dieser Art trainieren moechte, auf diese Datensaetze zurueckgreifen kann. Dann kostet sowas auch ganz schnell nicht mehr 60$, denn da liegt der eigentliche Mehrwert der ganzen Chose (und sicher auch darin, dass Interface zu ONNX Implementieren, im Plug-in, Trainieren und Testen).

Es wird ja oft gemunkelt, dass in D regelmaessig "digitalisierungsmaessig" der Bus verpasst wird, wenn sich neue Monopole bilden. Hier hast Du mal an einem kleinen Beispiel in einem harmlosen Mikrokosmos die Gelegenheit die Genesis von sowas verfolgen. ;)

MfG & CS
 
Eigentlich wollte ich ja in der Hauptsache loswerden, dass ich glaube, dass die erzielten Vor- oder Nachteile beider Programme stark von den individuellen Randbedingungen, also der jeweils benutzten Aufnahmehardware und der Bearbeitungstechnik abhängen. Die Schilderung meiner eigenen Randbedingungen und Ergebnisse und das damit verbundene persönliche Votum für starnet++ haben dabei wohl unbeabsichtigt etwas Übergewicht bekommen.

Auch ich habe alle vorher bekannten Methoden von PS-Handbetrieb bis J.-P. Metsavanion mit wechselndem Erfolg, aber immer mit viel Aufwand verbunden, hinter mir. Deshalb bin ich in erster Linie froh, dass es mittlerweile überhaupt so starke Programme gibt. Und was die präferierte Software angeht - mein Motto in diesem spannenden Hobbby ist: jeder nach seiner Fasson :)!

Das hin und wieder und auch von Frank angesprochene Problem, dass die Sternenfresser (und vielleicht Starnet++ etwas mehr) manchmal auch helles Signal fressen, ist jedem, der mit solchen Techniken arbeiten gut bekannt. Man bekommt einen Blick für solche Stellen und kann dann recht einfach das gefressene Signal aus dem Original zurückholen - zumindest sind das in PS nur ein paar weiche Pinselstriche in einer Maske. Ich finde es auch gar nicht schlimm, dass es manche Probleme gibt, die etwas Erfahrung notwendig machen, denn man wächst daran und [scherzhafte Bemerkung Anfang] wenn es zu einfach wird, geht die Astrofotografie womöglich den Weg der konventionellen Amateurfotografie, in der jeder [zensiert] mit Smartphone einen altgedienten DSLRler alt aussehen lässt. [/scherzhafte Bemerkung Ende]

...Ich habe in deinem Posting oben einen Satz unterstrichen, denn das ist manchmal so, manchmal nicht.
Ich nehme z.B. gern NB Aufnahmen auf, bei denen Ich die Aufnahmedauer auf das NB-Objekt optimiere. Dass dabei eine Sternenfackel wie z.B. Sadr auch mal knallhart ausgebrannt wird, nehme Ich dabei in Kauf (man muss es ja nicht zu sehr uebertreiben).
Wohltemperierte Sterne gibt's dann im extra LRGB-Bild was mir dann farbkallibrierte Sterne liefert....
...da hast du mich wohl missverstanden bzw. habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Als ich schrieb "auch wenn ich mit "Artefakten" an Sternpositionen, die später wieder mit Sternen besetzt werden, kein Problem sehe und den diesbezüglichen Purismus mancher Leute gar nicht verstehe". hatte ich dabei im Sinn, dass ich diese Artefakte, die sich bei starnet++ i. d. R. bei großen Sternen mit Halos befinden, natürlich sorgfältig eliminiere, bevor ich die Sterne wieder einfüge. Sonst hätte ich selber ein Problem damit ;).

LG Peter
 
2) Sicht eines "typisch deutschen" Bedenkentraegers: Das wirklich lustige an der ganzen KI-Kiste wie Deeplearning&Affiliates ist, dass der geistige Mehrwert ja inzwischen i.d.R. nicht mehr im Algorithmus selber liegt (davon gibt's inzwischen jede Menge frei erhaeltliche Pakete, der Autor verwendet wohl (?) das Microsoft Open Neural Network Exchange (ONNX) Paket), sondern in den Trainingsdaten.
Hier wird ein bisschen was durcheinander gewürfelt. Der Entwickler nutzt das Windows.AI.MachineLearning Namespace. Dies dient dazu Machine Learning Models in MS Entwicklungsumgebungen einzusetzen.
ONNX (Open Neural Network Exchange) ist ein offenes Format um die angelernten Modelle zwischen verschiedenen Tools austauschen zu können. Das kommt auch nicht von MS alleine, da stecken einige andere Unternehmen dahinter.
1) Pragmatisch gesehen: Ich werde erst mal abwarten, ob ein PI Modul vom Autor auftaucht, weil Ich das dort in einem weitgehend kompletten "Werkzeugkasten" haben will, bevor Ich aus PI 'rausgehe und mit Lightroom/Affinity/PS an dem "final Touch" weitermurkse. Ein PI Modul waere mir den Mehrwert von 40-60$ eventuell wert.

2) Sicht eines "typisch deutschen" Bedenkentraegers:
Aus der Sicht eines Bedenkenträgers ist für dich dann vielleicht auch interessant zu wissen, das der Entwickler bekennender Scientologe ist und du davon ausgehen kannst das ein Teil der 60$ bei dieser ”Kirche” landen wird. Ob man damit klar kommt muss jeder für sich selbst entscheiden, aber um das entscheiden zu können muss man es auch erstmal wissen. Ich bin nur darüber gestolpert weil ich wissen wollte ob die Entwicklung alleine oder durch mehrere Personen durchgeführt wurde. Deswegen habe ich seine Webseite genauer durchsucht. Ich bin für mich persönlich noch zu keiner Entscheidung diesbezüglich gekommen.

Aber davon abgesehen sind für mich die größten Pluspunkte die Performancesteigerung gegenüber Starnet++ und das ich bei meinem Testfoto weniger stempeln musste.
Folgende Laufzeiten habe ich für ein 3008x3008 großes Foto ungefähr ermittelt. Hardware: Core i7 10870, Geforce RTX 3060
Starnet++ ohne CUDA* ca. 9 Minuten + viel Stempeln
Starnet++ mit CUDA* ca. 3 Minuten + viel Stempeln
StarXTerminator ohne CUDA* ca. 45 Sekunden + weniger Stempeln

*Bei CUDA handelt es sich um eine NVIDIA eigene Schnittstelle um Berechnungen im Grafikprozessor ausführen zu können.

Grüße und CS
Carsten
 
Aus der Sicht eines Bedenkenträgers ist für dich dann vielleicht auch interessant zu wissen, das der Entwickler bekennender Scientologe ist und du davon ausgehen kannst das ein Teil der 60$ bei dieser ”Kirche” landen wird. Ob man damit klar kommt muss jeder für sich selbst entscheiden, aber um das entscheiden zu können muss man es auch erstmal wissen. Ich bin nur darüber gestolpert weil ich wissen wollte ob die Entwicklung alleine oder durch mehrere Personen durchgeführt wurde. Deswegen habe ich seine Webseite genauer durchsucht. Ich bin für mich persönlich noch zu keiner Entscheidung diesbezüglich gekommen.
Hi Carsten,
keineswegs, da bin Ich dann wiederum schon wieder ganz anders gestrickt und halte Toleranz und Akzeptanz sauber auseinander: Was der Mann glaubt oder nicht glaubt, kann Ich locker tolerieren, jedenfalls so lange der mir's nicht auch aufoktroyiert. Aber das muss Ich ja in jedem Fall fuer mich trotzdem ueberhaupt nicht akzeptieren. Und Ich zahle fuer eine Dienstleistung und nicht fuer seine (pseudo-)religioese Einstellung.
Von daher koennte er's polemisch gesagt auch versaufen, bei mir gibt's da diesbzgl. keine Probleme.

Hier wird ein bisschen was durcheinander gewürfelt. Der Entwickler nutzt das Windows.AI.MachineLearning Namespace. Dies dient dazu Machine Learning Models in MS Entwicklungsumgebungen einzusetzen.
ONNX (Open Neural Network Exchange) ist ein offenes Format um die angelernten Modelle zwischen verschiedenen Tools austauschen zu können. Das kommt auch nicht von MS alleine, da stecken einige andere Unternehmen dahinter.
Richtig, Ich habe neulich etwas mit unserem Mathematiker geschwaetzt und was der da trainiert hat ist wohl eine U-Net Variante, die er dann mit Hilfe ONNX auf Windows portiert hat. Der meinte: Haste die Daten, dann mach's doch selber...

Aber davon abgesehen sind für mich die größten Pluspunkte die Performancesteigerung gegenüber Starnet++ und das ich bei meinem Testfoto weniger stempeln musste.

Die Performance ist uebrigens bei mir nicht ausschlagebend, denn Ich mache sowas auch nicht 20x am Tag. Wie der Peter weiter oben schon herausgearbeitet hat, oberflaechlich schaut das schon prima aus. Nur wenn man mal in z.B. hier den Bubble-Nebula hineinschaut, dann hat der StarXTerminator gerade direkt in den Bubble-Nebel ein paar fette verwaschene Blobs hineingesetzt, die weit ueber den Perimeter der urspruenglichen Sterne hinausgehen.

Das dicke Artefakt mit der Fangspiegelspinne ist zwar augenfaellig aber letztendlich kein Problem zu reparieren, aber im Nebel macht Starnet++ dafuer nicht viel kaputt. Beim StarXTerminator ist dagegen gerade da wo's draufankommt viel Detail unwiederbringlich verloren gegangen. Das muss Ich alles noch mal einsinken lassen, aber bisher tendiere Ich dahin, dass bzgl StarXTerminator die Messe z.Z. noch nicht gelesen ist und Ich da wohl erst mal abwarten werde, ob sich da noch was tut. Das Plug-in ist nicht open Source, sondern ein nicht ganz billiges Produkt und da lege Ich wohl andere Masstaebe an.

Starnet++
PictureST1.png


StarXTerminator
PictureST2.png


Anyway,
Gruss & CS
 
Der meinte: Haste die Daten, dann mach's doch selber...
Rein theoretisch kannst du das machen. Die ONNX liegt ja mit in dem Ordner. Wäre wohl nur Urheberrechtlich nicht ganz sauber.
Die Performance ist uebrigens bei mir nicht ausschlagebend, denn Ich mache sowas auch nicht 20x am Tag. Wie der Peter weiter oben schon herausgearbeitet hat, oberflaechlich schaut das schon prima aus. Nur wenn man mal in z.B. hier den Bubble-Nebula hineinschaut, dann hat der StarXTerminator gerade direkt in den Bubble-Nebel ein paar fette verwaschene Blobs hineingesetzt, die weit ueber den Perimeter der urspruenglichen Sterne hinausgehen.
Der Bubble sieht wirklich schlechter aus als die Starnett++ Variante. Vielleicht kommt die Software auch nicht gut mit Monochrombilder zurecht. Evtl. wurde das Modell nur mit RGB Bildern trainiert. Ich habe meinen Test mit einem RGB Bild gemacht und finde das Ergebnis durchweg gut.
0516C63B-FAC2-4F6D-B352-597AA1FD6FB8.jpeg

Ich habe letztens erst den Bubble in RGB aufgenommen, vielleicht sollte ich ihn mal Testweise durch StarXTerminator jagen. Mal sehen wie das Ergebnis dann aussieht.
Grüße und CS
Carsten
 
Der Bubble sieht wirklich schlechter aus als die Starnett++ Variante. Vielleicht kommt die Software auch nicht gut mit Monochrombilder zurecht. Evtl. wurde das Modell nur mit RGB Bildern trainiert. Ich habe meinen Test mit einem RGB Bild gemacht und finde das Ergebnis durchweg gut.
Jo, das schaut schon deutlich besser aus.
Ich werde auch noch mal etwas an Farbbildern herumprobieren, fuer Mono bleibt's erst mal bei Starnet++.
Gruss & CS
 
Moin, ich habe heute morgen mal ein neues Bild bearbeitet und dabei sind mir weichgespülte Kreise aufgefallen. Nach einer Quick & Dirty Bearbeitung, es wurde absichtlich nicht gestempelt, sah das Ergebnis dann weniger gut aus. Das wäre dann jetzt mal ein Negativ Beispiel für StarXTerminator.
Ich habe die verschiedenen Schritte in der Reihenfolge, First Stretch->Starless->Second Stretch->With Stars, in ein animiertes GIF gepackt. Das die Sterne und Farben ausgefranst sind liegt am genutzten Tool für die GIF Animation, aber die weichgespülten Kreise wo die Sterne entfernt wurden sind gut zu erkennen.
beispiel1.gif

Grüße und CS
Carsten
 
Ich habe mir mein Bild vom Bubble weiter oben nochmal genauer angesehen. Auch dort ist die Stelle wo der helle Stern liegt total weichgespült worden. Sieht nach einem generellen Problem mit hellen Sternen aus!
Grüße Carsten
 
Ich habe mir mein Bild vom Bubble weiter oben nochmal genauer angesehen. Auch dort ist die Stelle wo der helle Stern liegt total weichgespült worden. Sieht nach einem generellen Problem mit hellen Sternen aus!

Ich glaube da muss er seinen Algorithmus noch etwas (nach-)trainieren, der langt z.Z. wirklich etwas flaechig zu. Ich hab's in der PI-Version in der "linear" (vulgo: ungestretchten) Version ausprobiert und da schaut es ziemlich exakt genauso aus. Die "Operating Thetan" Version ist wohl noch nicht raus ... ;)

Mir wird in diesem Zusammenhang auch immer klarer, warum der gute Mann von seinen Kunden gerne mehr Trainingsdaten haette. Man koennte (ja auch anderswo larmoyant besprochen) schon resuemieren: Etwas verwegen ein Vollpreisprodukt anzubieten und die Kunden dann einzuladen die Daten, die man braucht um es aus dem Betastatus zu heben, dann gratis zur Verfuegung zu stellen.
Ich bin immer wieder Baff welche interessanten Geschaeftsmodelle in der Softwareindustrie so ausprobiert werden...
aber Ich schweife mal wieder ab.

MfG
 
Die "Operating Thetan" Version ist wohl noch nicht raus ... ;)
Dafür musste ich jetzt aber doch erstmal google anwerfen. So gut kenne ich mich da jetzt nicht aus. Aber aus dem gleichem Grund habe ich bei meinen Tests einen Netzwerk-Monitor mitrennen lassen. Für mich sahen die aufgebauten Verbindungen während der Ausführung des PlugIn's aber nicht verdächtig aus. Die protokollierten Destination IP's hatten nur mit Windows und meiner Hardware zu tun. Ich bin aber auch kein Netzwerk oder Security Admin, sondern Softwareentwickler. Von daher nagelt mich nicht darauf fest, wenn da nicht doch etwas nach Hause funkt.

Grüße
Carsten
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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