Vorstellung und Suche eines Fernglases 15x - 16x Vergrößerung

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Hallo Andreas und René,

zwecks der Stirnstütze aus Holz bin ich fündig geworden. Das Leitz "Leberwurstglas", ein Marineglas 12x60 hatte so etwas. Es wurde ab 1909/10 bis in den ersten Weltkrieg gebaut.

CS Gerhard
 
Hi Rene
hahaha, danke... Und jetzt kein Held mehr? :D
Wir schon noch kommen, wenn wieder TT machbar sind.
Bei Christopher hat es auch lange gebraucht ..
Einmal Held, immer Held! :D
Wäre echt schön. Ich will nächstes Jahr zum DSM in Hayingen, vielleicht ja da.

zwecks der Stirnstütze aus Holz bin ich fündig geworden. Das Leitz "Leberwurstglas", ein Marineglas 12x60 hatte so etwas. Es wurde ab 1909/10 bis in den ersten Weltkrieg gebaut.
Gerhard, vielen Dank, also ist die Idee schon mehr als 100 Jahre alt. Das ist echt schade, dass es so selten umgesetzt wird. Ich habe auch schon hier und da Kommentare gelesen, wo die Nutzer mit der Stirnstütze beim NL nicht klar kommen, aber bei mir funktioniert es wunderbar.

Viele Grüße

Rene
 
Hallo Andreas und René,

zwecks der Stirnstütze aus Holz bin ich fündig geworden. Das Leitz "Leberwurstglas", ein Marineglas 12x60 hatte so etwas. Es wurde ab 1909/10 bis in den ersten Weltkrieg gebaut.
upps...

Hallo Gerhard,

vielen Dank für die Info, dann hat der Hersteller Anfang der 60ier wohl selber die Idee geklaut...ähm kopiert!;)

Eigentlich wundert es mich auch das die Stirnstütze nicht weiter verbreitet ist, gut ist kein Ersatz für ein Stabiglas oder gar ein Stativ aber einigen Leuten scheint es ja Vorteile zu bringen.

Rene...könntest du in etwa sagen auf welches Niveau das Wackeln mit Stirnstütze gesenkt wird?

Wenn es gut funktioniert könnte ich es mir in etwa so vorstellen...

12x>8x
10x>7x
8x>6x

Ein 12x kann ich unmöglich gewinnbringend stehend verwenden, wenn es durch die Stirnstütze auf ca. 8x gesenkt würde wäre das ein echter Gewinn!
Vermutlich ist die Stirnstütze bei höheren Vergrößerungen etwas effektiver als bei kleineren Vergrößerungen?!

Andreas

P.S. Ach ja.... innovative Kopfstützen?
 
Rene...könntest du in etwa sagen auf welches Niveau das Wackeln mit Stirnstütze gesenkt wird?

Wenn es gut funktioniert könnte ich es mir in etwa so vorstellen...

12x>8x
10x>7x
8x>6x

Ein 12x kann ich unmöglich gewinnbringend stehend verwenden, wenn es durch die Stirnstütze auf ca. 8x gesenkt würde wäre das ein echter Gewinn!
Vermutlich ist die Stirnstütze bei höheren Vergrößerungen etwas effektiver als bei kleineren Vergrößerungen?!
Grüß Dich Andreas,
hallo zusammen,

am Wochenende hatte ich einen Kumpel zu Gast und wir haben uns mit diesem Thema sehr ausgiebig beschäftigt. Das 12x42 NL Pure haben wir dabei mit einem 10x35 und einem 8x44 bei allen möglichen Gelegenheiten (tagsüber, in der Dämmerung, nachts) verglichen.

Unser Fazit zu Stirnstütze:
Brillenträger haben mehr von der Stirnstütze, da sie in der Regel keinen Kontakt zum FG haben (d.h. Brille berührt nicht die Okularmuscheln), mit Stirnstütze dann schon. So zumindest mein Kumpel.
Er fand das Bild in bestimmten Situationen bei 12x mit Stirnstütze genauso ruhig wie bei 8x ohne.
Ich als Nichtbrillenträger, der immer eine Braue oder die Nasenwurzel leicht als Kontakt am FG habe, schätze den Effekt nicht ganz so stark ein und tendiere eher zu 12x > 10x.
Und es kommt immer darauf an, was man gerade beobachtet.
Tagsüber am 200 m entfernten Waldrand fühlte sich der Effekt besser an als nachts am untergehenden Mond.
Die Kondition spielt sicher auch eine entscheidende Rolle. Wenn ich keine Kraft mehr in den Armen habe, dann hilft die Stütze auch nicht mehr viel bei horizontaler Beobachtung. Bei Beobachtungen in Richtung Zenit ab 45° ist der Effekt mitunter größer.
Alles in allem eine Verbesserung, aber anwender- und situationsbedingt mal stärker, mal schwächer.

Andreas, ich hoffe, die Antwort ist zufriedenstellend genug für Dich und die nächste Entscheidung ...

Einen netten Nebeneffekt haben wir aber auch festgestellt bei soviel Probiererei.
Ein FG 8x44 mit 5,5 mm AP ist in der Dämmerung nicht heller als ein FG 12x42 mit 3,5 mm AP, eher wirkt das Bild im 12x42 heller, weil die beobachteten Objekte näher/größer und dadurch heller wirken. Gut, in einem Fall waren es Birken, aber der Effekt war echt erstaunlich.

Ach, und fast vergessen. Das Swaro SLC 15x56 hat seine Feuertaufe nachts mit Bravour bestanden.
Irgendwie hat zwar jedes Fernglas, das nach dem 12x42 NL Pure am Nachthimmel zum Einsatz kam, ziemlich abgek... :oops::rolleyes::censored: (das NL Pure zaubert ein Sternfeld, das unter Ferngläsern seinesgleichen sucht. Ich mag das Wort "nadelfein" eigentlich überhaupt nicht in Sternbeschreibungen, aber hier trifft das zu).
Dem 15x56 ging es da nicht anders, es schafft nicht, das gleiche Gefühl wie beim NL Pure z
u zaubern. Aber es ist dicht dran. Für sich allein gesehen ist das ein tolles Fernglas, das an den FG-Prüfern (wg. Öffnung bspw. NGC 6791 /wg. Vergrößerung bspw. STF 2486) ein gutes Bild abgegeben hat.
Und hier auch noch ein Erlebnis nachgeschoben, das meine Erfahrungen der letzten Jahre bei der Fernglasbeobachtung bestätigt hat. Messier 76 war im Swaro 15x56 (AP 3,5 mm) einfach besser zu erkennen als in einem qualitativ gleichwertigen FG 16x70 (AP 4,4 mm), meiner Ansicht nach durch den zusätzlichen Kontrast der kleineren AP. Und wir haben nicht unter einem aufgehelltem Himmel beobachtet, sondern unter gutem Landhimmel (6.3 mag).

Viele Grüße

Rene
 
Andreas, ich hoffe, die Antwort ist zufriedenstellend genug für Dich und die nächste Entscheidung ...

Einen netten Nebeneffekt haben wir aber auch festgestellt bei soviel Probiererei.
Ein FG 8x44 mit 5,5 mm AP ist in der Dämmerung nicht heller als ein FG 12x42 mit 3,5 mm AP, eher wirkt das Bild im 12x42 heller, weil die beobachteten Objekte näher/größer und dadurch heller wirken. Gut, in einem Fall waren es Birken, aber der Effekt war echt erstaunlich.
Hallo Rene,

super Danke...und ja, ich habe jetzt auch schon öfter gelesen das die Stütze bei Brillenträgern effektiver ist, würde mir somit entgegenkommen! ;)
Allerdings würde ich eh erstmal das 8x42 ausprobieren, da ich auch meistens tagsüber beobachte und "Obenrum" ist halt das SLC 15x56, EL 12x50 und FL 10x56 vorhanden...naja "Untenrum" zwar auch reichlich aber diese Sucht...:beobachten:

Der "Nebeneffekt" begründet sich mit der berühmt, berüchtigten Dämmerungsleistung, die aber auch nur bedingt aussagefähig ist, würde man die Formel konsequent anwenden wäre ein 8x56 genauso hell wie ein 56x8.:eek:

Die Dämmerungsleistung bezieht sich auf die Detailerkennung, Flächen sollten aber in Ferngläsern mit größerer AP. heller sein, gleiche optische Qualität vorausgesetzt.

Die Dämmerung endet praktisch wenn man mit bloßen Augen keine Farberkennung mehr hat, bis dahin spricht man bei Ferngläsern mit einer AP. von 5-6mm von Dämmerungsgläsern, bei 6-7mm AP. von Nachtgläsern.
Wenn du einen bestimmten Punkt der Dunkelheit überschritten hast und du besagte Birke mit dem NL 12x42 nicht mehr erkennst sollte es noch möglich sein die Birke mit dem 8x44 zu erkennen und seien es nur Nuancen.

Ich habe viele Abende und Nächte damit zugebracht verschiedenste Ferngläser in der Dämmerung und praktisch in kompletter Dunkelheit zu testen, letztlich gewinnt immer die größere AP. vorausgesetzt die menschliche Pupille weitet sich noch ausreichend.
Egal welches Glas ich aus meiner Sammlung verwende, zum Schluss sehe ich mit dem SLC 8x56 am meisten, da ist bei Gläsern mit höherer Vergrößerung und kleinerer AP. schon längst das Licht aus.
Die Dämmerungsleistung ist bis zu einem gewissen Punkt der Dunkelheit von Vorteil in der Detailerkennung, wenn der überschritten ist allerdings nicht mehr.

Nochmal Danke und viel Spaß mit den wunderbaren Ferngläsern wünscht,

Andreas
 
Hey Andreas,
danke für die Wünsche, die werde ich gern beherzigen.
Du hast ja auch eine beachtliche Sammlung :D, Respekt.

Vielen Dank für Deine Erläuterungen zur Dämmerungsleistung, sehr interessant. Du merkst, ich glänze da brachial mit Lückenwissen, den Test der Dämmerungsleistung hätten wir auf jeden Fall anders gestalten müssen, aber das war auch nur ein Nebenkriegsschauplatz in den letzten beiden Tagen und Nächten.
Da stellt sich mir in diesem Zusammenhang die Frage, inwieweit ich Ferngläser mit mehr beispielsweise 7 mm AP tatsächlich gewinnbringend in der Dämmerung nutzen kann. Die wenigsten von uns kommen auf 7 mm AP bei vollständiger Dunkeladaption, und wenn doch, dann erst nach einiger Zeit bei völliger Dunkelheit. Oder habe ich da einen Denkfehler.
Beste Grüße
Rene
 
Du merkst, ich glänze da brachial mit Lückenwissen...
Nö, Deine /Eure Beobachtungen der Detailerkennung waren ja korrekt, von dessen nix Lückenwissen... ;)
Da stellt sich mir in diesem Zusammenhang die Frage, inwieweit ich Ferngläser mit mehr beispielsweise 7 mm AP tatsächlich gewinnbringend in der Dämmerung nutzen kann. Die wenigsten von uns kommen auf 7 mm AP bei vollständiger Dunkeladaption, und wenn doch, dann erst nach einiger Zeit bei völliger Dunkelheit. Oder habe ich da einen Denkfehler.
Es hängt halt auch ein bisschen mit dem Alter zusammen, was im Umkehrschluss nicht heißen soll das ältere Leute nicht auch noch eine AP. um die 7mm. haben können, ich bin fast 60 Jahre und nach Messung (allerdings schon 2-3 Jahre her) komme ich noch auf 6,8mm.

Nach wenigen Minuten erkennt man praktisch schon Helligkeitsunterschiede, dass Auge passt sich relativ schnell an, allerdings ist das Maximum bei etwa einer halben Stunde erreicht, dieses Maximum sind aber nur noch wenige Prozent.
Wirklich Helligkeitsunterschiede zwischen Ferngläsern auszumachen ist oft gar nicht so leicht, ich habe gemerkt, bei gleicher optischer Qualität und Transmission sollte das hellere Glas mindestens 0,5mm mehr AP. haben, je größer die AP. (also z.B. 5,5 zu 6mm.) desto kleiner werden die Unterschiede, bei kleineren Vergleichen (z.B. 3,2 zu 3,7mm. ) sind die Unterschiede ein Hauch deutlicher.
Eine große AP. macht natürlich Null Sinn wenn man sie nicht nutzen kann, Augenärzte können genau feststellen wie weit sich die Pupille noch weitet, selber kann man das auch messen aber das ist natürlich etwas ungenauer.

Ich finde aber das Ferngläser mit großer AP. auch am Tage ein etwas komfortableres Einblickverhalten haben, besonders für mich als Brillenträger.
Nicht selten nehme ich auch das SLC 8x56 für die Vogelbeobachtung, übrigens ist das 8x56 für mich das beste Glas der SLC Serie.
Das NL werde ich aber auch probieren, optisch sicherlich ein berauschendes Glas.

Andreas
 
Hallo zusammen,

kleiner Nachtrag von mir.
Ich habe mir das Zeiss 15x56 zur Ansicht bestellt und heute bekommen.
Das FG zeigt mir bei meinem Test (nahe Dachkante und Baumwipfel am 200 m entfernten Waldrand - beides bei trübem Wetter) soviele purpurne Farben, dass ich ganz geschockt war. Bei einem kleinen Vogel auf dem Dach zeigten sich knallige gelbe und violette Ränder, anders kann ich es nicht ausdrücken. Das hatte ich zuletzt vor Jahren als ich ein Achro-Bino von APM zum Test hier hatte. Auf der Artikelbezeichnugn des Zeiss steht aber HD.
Ich hoffe, das ist ein Montags-FG ... oder es liegt nur an mir. Ansonsten wäre es so, dass Du Claus sehr gutmütig beim Testen des Glases mit der chromatischen Aberration umgegangen bist.
Das Swarowski 15x56 werde ich sicher auch mal probieren und später hier berichten.

Beste Grüße

Rene
Hallo Rene,

Ich hatte mir eine "Digitale Auszeit" genommen sonst hätte ich schon früher geantwortet.
So extrem wie du es beschrieben hast empfinde ich die CA nicht obwohl ich bei dem Thema auch empfindlich bin.
Der einzige " Schock" war der knallbunte Jupiter, was aber den Wetterverhältnissen geschuldet war.
Ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der CA ist auch der richtige Einblick ins Glas, wenn ich herumschludere und nicht "auf der Achse" bleibe wird es einfach bunter.
Gutmütig war ich bei der Beurteilung des Fernglases nicht. Wenn es Gelumpe wäre hätte ich es auch geschrieben.
Letztendlich ist aber der eigene Blick durch ein Fernglas immer noch der beste Test.
"Wat den een sien Uhl is den annern sien Nachtigall"

Nach mehr als einem Monat bin ich immer noch seeeehr zufrieden mit dem Zeisig und meinem ganzen Setup. Wobei ich mit dem Gedanken spiele einmal die Holzbeinchen des Berlebach mit der Kurbelsäule des Gitzo zu kombinieren.

CS
Claus
 
Hallo Claus,
wunderbar, du bist zurück.
Ich vermute, dass ich ggf. wirklich ein Montagsglas bekommen habe. So empfindlich bin ich bei CA sonst nämlich auch nicht. Letztens hat ein Freund bei meinem 10x35 Nikon Ell CA festgestellt, was ich dann prompt auch gesehen habe. Vorher habe ich nix bemerkt. Bin ja auch mehr die Deep Sky Nachteule mit meinen Gläsern und Tageslicht bekommen die änderst selten zu sehen.

So kann ich Dir jedenfalls nochmal danken, dass Du den Thread begonnen hast. Das Fazit war ja häufiger zu lesen. Selber durchschauen ist das wichtigste.
Und wenn man im 15x-Bereich gut unterwegs sein will, dann kommt man an CZ oder Swarovski nur schwer vorbei.

Und Andreas seine vielen Erläuterungen haben mir auch sehr geholfen. Ich habe wieder viel dazu gelernt.

Beste Grüße

Rene
 
Ein FG 8x44 mit 5,5 mm AP ist in der Dämmerung nicht heller als ein FG 12x42 mit 3,5 mm AP, eher wirkt das Bild im 12x42 heller, weil die beobachteten Objekte näher/größer und dadurch heller wirken. Gut, in einem Fall waren es Birken, aber der Effekt war echt erstaunlich.

Wenn du einen bestimmten Punkt der Dunkelheit überschritten hast und du besagte Birke mit dem NL 12x42 nicht mehr erkennst sollte es noch möglich sein die Birke mit dem 8x44 zu erkennen und seien es nur Nuancen.

Ich melde mich mal als Besitzer des besagten 8x44 FG. Es handelt sich um ein Minox BV 8x44, welches qualitativ weit unter dem Swarovski NL Pure liegt. Ich gehe hier davon aus, dass die Qualität der entscheidende Punkt ist. Hier wäre ein Vergleich mit dem Swarovski NL Pure 8x42 interessant, den ich wohl spätestens im kommenden Jahr machen werde :cool:
 
Hi
Ich denke Robert hats richtig gesagt. Die Linsenqualität scheint es zu sein.
Ich hatte das Minox mal zum Test gg eine Terra ED und ein Bushnell Legend Ultra HD, die beide 10x hatten.
Da war das Minox gut aber auch nicht heller als die anderen 2.
Das Bushnell habe ich gekauft und bin sehr zufrieden. Auch nachdem ich gut 1 Jahr später das Bushnell gegen das Svaro 8,5 x 44 probieren konnte.
Hier, wie auch bei anderen gibt es irgendwie einen Svaro-Effekt und das Bild ist heller und brillianter.
Ist vllt so ähnlich wie das was Televue mit dem Ethos-Effekt beschreibt, der für mich auch teils deutlich sichtbar schon als ich das erste Ethos in Händen hielt.
CS
 
Ich denke Robert hats richtig gesagt. Die Linsenqualität scheint es zu sein.
Hier, wie auch bei anderen gibt es irgendwie einen Svaro-Effekt und das Bild ist heller und brillianter.
Moin,

ich denke nicht das es daran liegt!

Die Bildhelligkeit eines Fernglases wird ja durch die AP-Größe und der Transmission vorgegeben, das 8x44 müsste schon eine eklatant schlechtere Transmission haben als das NL, immerhin hat es 2mm. mehr AP. und bei kleineren Unterschieden in der Transmission sollte sich die merklich größere AP. durchsetzen.

Der Swaro-Effekt ist damit zu erklären das diese Gläser eine hohe blaue Transmissionskurve haben dadurch wirken sie frischer und heller, der Vergleich zwischen einem EL 8,5x42 und einem Zeiss SF 8x42 lässt das Swarovski am Tage etwas heller erscheinen da das Zeiss im Grün etwas dominant ist wirkt das Glas etwas gesättigter.
Tatsächlich nehmen die subjektiven Helligkeitsunterschiede mit zunehmender Dämmerung ab, an einem bestimmten Punkt der Dämmerung sind beide Gläser praktisch identisch hell.
Ein subjektiver Helligkeitsunterschied kann eben auch an der wahrgenommenen Farbwiedergabe liegen, ein gesättigtes Bild lässt den Eindruck entstehen das Fernglas sei dunkler, bei kritischen Lichtbedingungen merkt man aber häufig das dem nicht so ist.

Andreas
 
Hi Andreas,

ich weiß was Du meinst. Die Ursache für den Effekt kann sehr gut die Farbe bzw die Transmission sein.
Es kann aber die Genauigkeit sein - sprich der Strehl. Es kommt ja auch hier nicht 100 % des gesammelten Lichts im Auge an, sondern
100% - alle Fehlerquellen. Auch der Effekt von ED Gläsern über das gesamte Spektrum spielt da m.E. mit rein.
Bei den Ethos Okularen ist tatsächlich die Transmission hier aber im Grünen Licht. Ethos und blaues Licht mögen sich scheinbar weniger.
Dort ist sie teilweise bei quasi 100 % - vermessen von meine Sternfreund Thomas - zu lesen hier: okulartransmission

CS
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei den Ethos Okularen ist tatsächlich die Transmission hier aber im Grünen Licht.
Hi Antares,

widerspricht aber nicht meiner oben gemachten Aussage!

Zeiss verwendet aus Tradition einen hohen Grün/Gelbanteil, (Jagdtradition) dass bedeutet das die Gläser in der Dämmerung ihre Vorteile ausschöpfen, der Kontrast und die scheinbare Helligkeit werden erhöht.
Was sich am Tage eventuell etwas nachteilig auswirken könnte kann in der Dämmerung von Vorteil sein.

Andreas
 
Ah, jetzt wird's interessant mit den Transmissionskurven! Nach Allbinos hat das 12x42 Swaro NL Pure eine recht flache Kurve, größtenteils um 90% aber ausgerechnet bei OIII (501nm) unter 90% fallend. Siehe hier, ganz bis zum Ende scrollen: Allbinos review of 12x42 NL Pure

Andreas, wie Du richtig sagst ist bei Zeiss meistens die Kurve ins Grüne gewichtet, siehe z.B.: Allbinos review of 8x42 SF
Aber das Zeiss 8x42 HT bleibt ganz flach und hoch, eigentlich nur vom Docter Nobilem 8x56 und Swaro Habicht 7x42 (neue Variante) erreicht! (Finde die Quelle gerade nicht auf Anhieb, schiebe sie gerne bei Interesse nach).
Das 8x42 NL Pure wiederum scheint eine höhere Transmission als das 12x42 zu haben: Gijs van Ginkel: Fernglas-Vergleich und Transmissionskurven

Christopher
 
Hallo Christopher,

sehr schön, ja die Transmissionskurve des Zeiss HT hat Interesse!

Aber, dass mit den Messungen ist natürlich immer eine Sache für sich, Gijs hat nicht selten die Ergebnisse von Allbino's angezweifelt und dessen Messungen wurden wiederum von Anderen in Frage gestellt. ;)

Letztlich ist natürlich ein hoher Blauanteil auch nicht von Schaden, denn in der Nacht verschiebt sich die Empfindlichkeit von den "Zapfen" auf die "Stäbchen" und bei 500nm. sind wir schon im Grün-Blaubereich.
Mein Zeiss FL 10x56 hat neben dem bestimmenden Grünton einen ganz leichten Schleier von Blau mit in der Farbabstimmung, nicht so dominant wie beim EL aber wahrnehmbar.

Das größte Hindernis in der Kette von Faktoren ist allerdings der Nutzer hinter dem Glas, ich bin immer wieder überrascht wie unterschiedlich die Menschen die Farbwahrnehmung in den gleichen Ferngläsern wahrnehmen, dass geht von bis...

Andreas

P.S. Der Test von Allbinos ist das 10x42... ;)
 
Das größte Hindernis in der Kette von Faktoren ist allerdings der Nutzer hinter dem Glas, ich bin immer wieder überrascht wie unterschiedlich die Menschen die Farbwahrnehmung in den gleichen Ferngläsern wahrnehmen, dass geht von bis...
Hallo Andreas,
das kann ich insofern bestätigen, als dass sogar meine beiden Augen in den Bereichen grün und blau unterschiedlich stark sind. Schließe ich wechselweise die Augen und betrachte solche Farben, kommt im Gehirn jeweils ein leicht anders intensiver Farbton an.
Dafür bilde ich mir ein dass dieser "Kontrastgewinn" sich positiv auf meine räumliche Wahrnehmung auswirkt.
Gruß
 
Hallo Andreas,
das kann ich insofern bestätigen, als dass sogar meine beiden Augen in den Bereichen grün und blau unterschiedlich stark sind. Schließe ich wechselweise die Augen und betrachte solche Farben, kommt im Gehirn jeweils ein leicht anders intensiver Farbton an.
Nicht nur das, selbst die Helligkeitswahrnehmung ist unterschiedlich.

Ich habe mal einen Augenarzt nach dem Phänomen der Farb und Helligkeitsunterschiede in meinen Augen befragt!
Er hat darauf ganz lapidar zurückgefragt ob meine Beine und Arme denn genau identisch "stark" ausgeprägt wären?:oops:
Nach seinen weiteren Angaben hat diesen "Defekt" praktisch jeder Mensch, nur bei vielen Personen ist das so gering ausgeprägt das sie es ein lebenslang überhaupt nicht bemerken!
Wir "Optiker" sind vielleicht aufgrund unseres Hobbys etwas anfälliger für diese Art von "Ungereimtheiten"?!

Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich melde mich mal als Besitzer des besagten 8x44 FG. Es handelt sich um ein Minox BV 8x44, welches qualitativ weit unter dem Swarovski NL Pure liegt. Ich gehe hier davon aus, dass die Qualität der entscheidende Punkt ist. Hier wäre ein Vergleich mit dem Swarovski NL Pure 8x42 interessant, den ich wohl spätestens im kommenden Jahr machen werde :cool:

Nun denn, das Jahr ging schneller vorbei, als ich gedacht habe. Das 8x42 NL Pure konnte ich heute ein wenig testen und mit dem Minox BV 8x44 vergleichen. Schon am Tag bei Sonnenschein konnte selbst meine Frau als Laie erkennen, dass das NL Pure das deutlich hellere Bild liefert. Von Schärfe und Kontrast wollen wir nicht reden. Bei sehr schwachem Licht am Abend kam ich zum gleichen Ergebnis.

Die Bildhelligkeit eines Fernglases wird ja durch die AP-Größe und der Transmission vorgegeben, das 8x44 müsste schon eine eklatant schlechtere Transmission haben als das NL, immerhin hat es 2mm. mehr AP. und bei kleineren Unterschieden in der Transmission sollte sich die merklich größere AP. durchsetzen.

Ein NL Pure 12x42 ist bestellt und wird in den nächsten Wochen geliefert. Nach dem Vergleich mit dem 8x42 vermute ich hier, dass die höhere Vergrößerung und optische Überlegenheit den Unterschied gemacht haben.
 
Hey Robert,

Glückwunsch! Ich konnte bisher dem Pure widerstehen, habe aber auch schon einmal durchgucken können... ;-)

Lg
 
Hallo Robert,

klingt ganz danach, dass das 8x42 den Test bei Dir bestanden hat, gratuliere!
Und das 12x42 gleich hinterher. Das nenne ich mal konsequent.

Holger, ich bewundere Deine Willensstärke und deine Standhaftigkeit :cool:

Viele Grüße

Rene
 
Hallo,

Zwischen einem Minox BV 8x44 und einem Swarovski NL Pure 8x42 liegen ~2.600€!
Das zu vergleichen verbietet sich mMn.
Man kann das Swarovski als Referenz hernehmen aber doch nicht als direkten Vergleich.
Nicht jeder kann (oder will) soviel Geld für ein Fernglas ausgeben.
Kaufen könnte ich mir das schon, aber halt nicht, wie das Minox - ja ich habe es, so lässig. Dazu kommt, wenn ich das Minox schrotte, z.B. beim Tauchen wo ich es immer dabei habe (nein, nicht unter Wasser, nur auf dem Boot ;) ) dann ist nur ein Bruchteil des Geldes im Eimer und nicht mehr als einen Monat Rente!
Lasst mal die Kirche im Dorf.

Edit: Ein Fernglas mit ca. 15x70 suche ich auch noch, aber halt eher in der Preisklasse bis max. ca. 400€
 
Zuletzt bearbeitet:
Recht haste Hans,
ganz schön dekadent die Diskussion hier am Ende. Ich hätte das vor wenigen Wochen auch nicht zu träumen gewagt, soviel Geld für ein Fernglas auszugeben.
Aber das ist wie so vieles im Leben. Manche fahren teure Autos, selbst wenn sie es sich nicht leisten können ... andere begnügen sich mit gebrauchten Klapperkisten und fahren die auch noch bis sie fast auseinander fallen. Und die letzteren nehmen dann das gesparte Geld und kaufen sich teure andere, wertbeständigere Dinge ... oder so ;)

In der 15x70 FG-Klasse kannst Du mal Ausschau nach einem gebrauchen Fujinon 16x70 oder APM 16x70 halten. Die werden hier in den Biete-Foren in der Regel für diesen Preis angeboten.

Viele Grüße

Rene
 
Hallo,

Recht haste Hans,
ganz schön dekadent die Diskussion hier am Ende. Ich hätte das vor wenigen Wochen auch nicht zu träumen gewagt, soviel Geld für ein Fernglas auszugeben.
Und die letzteren nehmen dann das gesparte Geld und kaufen sich teure andere, wertbeständigere Dinge ... oder so
In der 15x70 FG-Klasse kannst Du mal Ausschau nach einem gebrauchen Fujinon 16x70 oder APM 16x70 halten. Die werden hier in den Biete-Foren in der Regel für diesen Preis angeboten.
Viele Grüße
Rene
Dekadent? So direkt wollte ich es nicht schreiben ;)
Aber speziell hier im Bereich Fernglas geht es eigentlich nur noch um extrem teures Gerät.
Ich gehöre schon zu den Leuten die, wenn es notwendig erscheint auch bereit sind Geld hin zu legen.
Als ich Rentner wurde, war mir klar, dass ich recht viel Zeit vor dem Computer, auch mit spielen, verbringen werde - also mußte ein richtig guter Stuhl her.
Der hier wurde es dann

Ja, da werde ich mal nach den von dir genannten Gläsern Ausschau halten.
 
Hallo,
Dekadent? So direkt wollte ich es nicht schreiben ;)
Aber speziell hier im Bereich Fernglas geht es eigentlich nur noch um extrem teures Gerät.
Moin,

finde ich nicht, speziell was Handferngläser anbelangt sind doch Astros eher unwillig höhere Summen auszugeben, ein 8/10x42 oder ähnliches wird doch eher als notwendiges "Übel" angesehen.
Wie Rene schon schrieb, es ist immer eine Frage der Prioritätensetzung, weniger der Dekadenz und schau mal bei den Astrofotografen was da zum Teil investiert wird, da ist die ganze NL-Serie drin.

Ein gutes Handfernglas kann man praktisch immer verwenden, eben bei Tag und Nacht, es ist einfach nicht so von den Wetterbedingungen abhängig, in welchen Verhältnis steht dann die Nutzungszeitspanne für den 3000,- Euro Apo?

Und, Ferngläser sind nun mal feinoptische Instrumente mit vielen Glas und mechanischen Elementen, ein hochwertiges Fernglas ist daher wesentlich aufwändiger zu berechnen und herzustellen als der Zwei oder Dreilinser, dass hat eben seinen Preis.

Klar wir sind hier bei den Astros, da hat das Teleskop schon einen natürlichen Vorrang, allerdings sollte man nicht unterschätzen wie sehr man sich die Tage mit einer guten Optik versüßen kann und letztlich liefern so hochwertige Handferngläser am Sternenhimmel auch eine grandiose Performance.
Für viel Geld erhält man eben einen Gegenwert, ob dieser Gegenwert das viele Geld rechtfertigt muss natürlich jeder selbst entscheiden, meine Entscheidung dürfte klar sein, dass Leben ist einfach zu kurz für suboptimale Ferngläser...;)

meint,
Andreas
 
Hey Andreas,

Deine Zusammenfassung spricht mir aus der Seele. Genau diese Gedanken hatte ich auch.

Allerdings hat Hans auch nicht ganz unrecht, wenn man den Blick auf die Mehrheit der hier Mitlesenden lenkt.
Die Qualität von hochwertigen Ferngläsern habe ich im Lauf meiner Astrokarriere auch erst nach Jahren kennen und schätzen gelernt. Es ist wie alles im Leben. Wenn man sein Hobby mit einer gewissen Begeisterung ausübt und nach und nach die Ansprüche steigen, schaut man sich hin und wieder nach dem nächstbesten Equipment um. Und wenn das Geld da ist (oder auch nicht ;)), dann leistet man sich das für sein Hobby/ seine Profession.
Deswegen habe ich im Grunde auch mit der Astrofotografie aufgehört, weil durch meine stetig steigenden Ansprüche dort die Preisspirale so enorm wurde ...

Achso Andreas, ich habe gestern eine halbe Nacht mit dem 15x56 beobachtet und begeistere mich immer mehr für dieses Fernglas. Zumindest Nachts - echt der Hammer. Am Tage auch, aber mit Abstrichen (Sehfeld ggü. dem NL Pure/ CA). Die Swaros haben bei dem Fernglas aber vieles gut durchdacht. Schon allen der Stativanschluss macht Freude (wird geklemmt, statt einem Innengewinde, das bei Stativbeobachtung stets und ständig locker wird). Warum machen das nicht alle anderen Hersteller auch so ... einigen sich auf einen gemeinsamen Nenner .. und gut ists für uns FG-Liebhaber.
Manchmal freue ich mich nur, wenn ich das Fernglas incl. Tasche in die Hand nehme. Die haben echt Sinn für Ästhetik. Na, zumindest treffen sie meinen Geschmack sehr gut.

Beste Grüße

Rene
 
Schon allen der Stativanschluss macht Freude (wird geklemmt, statt einem Innengewinde, das bei Stativbeobachtung stets und ständig locker wird). Warum machen das nicht alle anderen Hersteller auch so ... einigen sich auf einen gemeinsamen Nenner .. und gut ists für uns FG-Liebhaber.
Schön zu lesen dass das so gut funktioniert. Erst gestern wurde ich zum ersten Mal auf einen weiteren Fernglashalter von Berlebach aufmerksam, nämlich den FGH - Fernglashalter Deluxe. Bislang kannte ich nur die einfache Variante. Glücklicherweise funktioniert meine Halterung aus eigener Zusammenstellung absolut zufriedenstellend. (Spätestens wenn die Halterung teurer ist als das Fernglas, würde ich mir Gedanken machen).
Jedenfalls ist der ZEISS Binofix jetzt nicht mehr das Ende der Fahnenstange in der Größenordnung.

Grüße!
 
Zwischen einem Minox BV 8x44 und einem Swarovski NL Pure 8x42 liegen ~2.600€!
Das ist richtig und es werden sich sicher einige fragen, wie groß der rein optische Unterschied am Ende wirklich ist. Ich habe beide Ferngläser am Tag und bei Nacht (hier nur an einem Doppelstern und den Sternumfeld) verglichen. Ich empfinde den Unterschied am Tag vielfach größer.

Die Preisdifferenz sollte man hier aber nicht nur auf die optische Güte beschränken. Ich hatte vor einigen Wochen ein Swarovski EL 10x50 in der Hand und kurz freihand mit meinem Minox-Glas verglichen. Ich bin bei dem Minox geblieben. Als ich bei René zu Besuch war und das erste Mal das NL Pure 12x42 in der Hand hatte, war das anders. Optisch war es natürlich fantastisch, aber es gab drei wesentliche Punkte, die mich zum Kauf bewegten: Die optionale Stirnstütze, der große Augenabstand und die Ergonomie des Fernglases. Ich habe noch nie so gern ein Fernglas in die Hand genommen. Stirnstütze und Formfaktor sind Alleinstellungsmerkmale des NL Pures. Das große Gesichtsfeld war mir persönlich nicht so wichtig. Schon bei dem Augenabstand scheiden bei mir viele Ferngläser aus. Das ging mir damals nicht anders bei den Okularen: Ich habe mich vor über zwei Jahren für die Televue DeLItes entschieden. Es gab für mich schlicht keine Alternativen. Augenabstand, Größe und Gewicht waren hier der entscheidende Punkt.

Allgemein sind es die Details rund um die optische Qualität, welche sich ebenfalls im Preis niederschlagen: Service, Zubehör, Qualität der Komponenten usw. Schon allein die Tragetasche des NL Pure finde ich fantastisch.

Als reines Astro-Fernglas hätte ich das NL Pure nicht gekauft. Für Beobachtungen am Tag sieht es ganz anders aus.
 
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