EAA macht ... mich skeptisch

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Kein Beobachtungsbericht, aber eine Meinung die sich bei mir heute weiter ausgeprägt hat:

Das Forum zeigte mir von Anfang ah diverse Möglichkeiten mit Elektronik mehr aus einer Optik herauszuholen.
Die hohe Kunst bekannt als Astrophotographie; sowie die "abgebrochene" Minimalfassung davon die sich EAA schimpft, wobei letztere mein Interesse weckte.
Mein technischer Beruf erlaubte mir das schnelle Verständnis für die Methoden. Mit verschiedenen Kameras fertigte ich Stacks an; ließ Prozesse darüber laufen und Verarbeitungen stattfinden. Teils in quasi Echtzeit und teils auch etwas langsamer.

Von den Ergebnissen war ich an sich nicht enttäuscht, der Spaß an der Technik und das Lernen der Methoden war ein schöner Zeitvertreib.
Aber von außen betrachtet habe ich letztlich nur meinen Fortschritt dabei bestaunt, was ich aus der vorhandenen Optik innerhalb von Zeit X + Arbeitsaufwand Y herausholen konnte.

Als stumpfer "Konsument" von Hubble/Nasa/DLR/Foren-Galerie denke ich mir derzeit:
Mit öffentlichen Mitteln finanzierte Forschung und Enthusiasten erstellen die besten frei verfügbaren Astro-Aufnahmen. Es lassen sich zu erschwinglichen Preisen hochwertige digitale Planetarien-Programme beschaffen. Sollte ich jemals nochmal in EAA investieren, dann lediglich in einen Display mit guter Schwarz-Darstellung.
Wozu eine Kamera (inklusive Nachführung) auf etwas richten, was andere schon mit tausenden von Stunden perfekt abgelichtet haben, und was man auch im Feld auf einem Tablet mit sich führen kann als visueller Beobachter?

Es fällt mir schwer einen echten Nutzen für EAA zu erkennen, wenn es um Himmelskörper und DSO geht, welche sich
in menschlichen Maßstäben "augenscheinlich" so gut wie nicht verändern (es sei denn man möchte wirklich in Richtung Fotografie gehen).
Schaue ich durch pures Glas, hat der Himmel eben mal eine Wolke oder einen Baum oder Störlicht im Okular.
Aber ganz ehrlich, das stört mich nicht, kann es sogar schöner finden als einen Display.
 
Wintergatan, absolut verständlich und richtig wie Du denkst. EAA und Astrofotografie sind vollkommen bedeutungslos und sinnlos. Man fotografiert Objekte die es schon hunderte, tausende Mal im Internet gibt - vieles davon besser, egal auf welchem Niveau man unterwegs ist. Man pimpt seine Daten, was die moderne Photoshoperei nur so hergibt, um andere zu beeindrucken und um ein paar Däumchen zu sammeln. Dafür gibt man dann tausende, in manchen Fällen zigtausende Euro aus. Du hast vollkommen recht, daß das absolut keinen Nutzen hat.
Das kann man eigentlich nur philosophisch sehen. "You come from nothing, you go back to nothing - what have you lost? Nothing!"
Deshalb: Always look at the bright side of life! ;) .... Und mach zum Spaß trotzdem ein paar Bilder. Dein Geld in renditeorientierten Indexfonds anzulegen, wird Dich auch nicht retten.

Gruß

*entfernt*
 
Ich kann den Gedanken gut nachvollziehen, aber auch den von Oli. Ich selber bin auch (noch?) eher visuell unterwegs und zeichne gerne die Objekte. Hat irgendwie was traditionelles…
CS
Martin
 
Hallo @Wintergatan ,

Es fällt mir schwer einen echten Nutzen für EAA zu erkennen, wenn es um Himmelskörper und DSO geht, welche sich
in menschlichen Maßstäben "augenscheinlich" so gut wie nicht verändern (es sei denn man möchte wirklich in Richtung Fotografie gehen).

Meine Frau und ich betreiben beides. EAA und visuelle Beobachtungen. Wir kommen gerade von einer eigentlich sinnlosen Beobachtungs-Nacht mit unserem 10" Dobson zurück. Mond viel zu hell, alles was wir in 90 Minuten probiert haben, war nicht zu sehen, noch nicht über den Horizont und, und, und ... aber es hat trotzdem Spaß gemacht und irgendwie auch toll zu sehen wie hell Madame Luna scheint und auf dem Feld Schatten wirft, als wäre Sonnenschein. Und es ist natürlich ganz was anderes im Freien bei 6° zu sein, frische, kalte Luft zu atmen, als im Wohnzimmer per RDP verbunden, das Weißbier vor sich und auf dem Monitor zu zusehen. Ganz klar Daumen hoch für das Freiluft-Nachterlebnis. :y:

ABER! ....

Galaxien in Farbe? Nebel in Farbe? Werde ich mit visueller Beobachtung nie sehen! Visuelle Beobachtung, alle 20, 30, 40 und 50" Dobsonauten mögen mir verzeihen bleibt von solchen Objekten nur graue Matsche-Flecken, die zugegeben mit größeren Teleskopen zu helleren und größeren Matscheflecken wachsen. Aber es bleibt S/W. Auch bei uns im Verein der Münchner Volkssternwarte, hat es wirkliche große Teleskope! Und? Graue Matscheflecken! Jetzt kommt das Argument! Ja aus der Großstadt heraus, da ist so viel Umgebungslicht! In Namibia, da wäre es toll! Klar! Ich lebe, arbeite aber nun mal in München, habe von 360° möglicher Rund-Um-Sicht in meinem Garten besten falls 15% also verteilt über 360° ca. 50° Sicht in den Himmel. Da stelle ich mein EAA Setup hin und sehe live zu wie sich eine Galaxie am Monitor aufbaut und nach wenigen Sekunden zu in Details und Farbe zusehen ist, wie es visuelle nie Mals in München und Umgebung gehen würde. Ganz klar Daumen hoch für das Farb-Erlebnis. :y:

Also was jetzt? Visuell oder EAA? Nein beides!

MünchenBeiNacht - Ewald
 
Morgen,
Ich bin nur fotografisch unterwegs, aber ich denke beim Zeichnen besteht die Kunst es mit eigenen kreativen Auffassung die Objekte wiederzugen. Bei Fotografieren sind es halt paar Klicks, abgesehen von der Technik, die man am Laufen halten muss.
Was mir nicht an den bunten Bildern gefällt ist, dass man am Rechner viel länger sitz als am Teleskop draußen im Freien. Manche Bilder sind sehr überstrapaziert was die Farbgestalltung angeht.
Ich nehme ab und zu auch die bekannten Objekte aufs Korn/Pixel, allerdings da ist was dran an der Meinung, dass es schon Millionen von M31 Bilder gibt und es stellt sich die Frage, was hab ich persönlich von der Erfahrung M31 nochmals abzulichten.
Was für mich reizend ist, sind es die Kometen. Sie kommen von Nichts und verschwinden meistens auch dort. Keiner kann genau sagen, wie sie sich entwickeln, ob es Ausbrüche gibt. Die Form ändert sich ständig, es entsteinen schöne Konstellationen mit anderen Objekten. Wenn man Lust/Zeit hat, kann man die Helligkeit messen und ein Helligkeitsmodel verbessern o. verifizieren.
Schönen Sonntag noch!
Leschko
 
Das ist doch eher eine philosophische Frage. Der Mensch verbringt halt seine Lebenszeit mit Diesem oder Jenem, letztlich ist es absolut egal, ob das in den Augen der restlichen Welt Sinn oder Spaß macht. Auch ob irgend etwas das "wert" ist, wenn man sich einen Ferrari oder ein Fernrohr kauft oder eine Jacht oder ein Mittagsmenü.

Dass EAA nicht alle begeistern wird ist logisch und gut so. Und dass sich einige damit auseinandersetzen ist auch gut so. Alles, was Mensch sich ausdenkt, kann für oder gegen ihn verwendet werden, kann das Wissen vertiefen, kann entspannend sein oder fordernd, Lebenszeit füllen, und vor allem: Neugier befriedigen. Ich denke, letztlich ist EAA ein kleines Erlebnis eines "Entdeckers". Einblicke erhalten in das zunächst Unsichtbare. Eine Maschine, die ihm verhilft, Dinge zu betrachten, die er sonst kaum sehen kann. Das ist doch nett... :coffee:

Für mich steht EAA zwischen visueller Betrachtung und Fotografie. Sozusagen die schnellere und bessere Datengewinnung fürs Auge über die Krücke eines Bildschirms. Weder die Erfahrung des direkten Lichts der Sterne und Galaxien auf der Netzhaut, noch die Präzision einer sehr hochauflösenden Fotografie sind hier Trumpf, sondern das Wachsen lassen von Information und dabei zuzusehen.

Ich hab das nie ausprobiert, aber werde es mal machen. Ob es mich fasziniert werde ich dann sehen, sicher Anfangs - wie immer. Es 100 Mal zu wiederholen wäre vielleicht fad, wie alles, was man immer und hundertmal macht, außer man zeigt es anderen und freut sich - etwa bei Führungen - an deren Freude und Staunen. :)

lg
Niki
 
Na ja bei klassischer Astrofotografie die man ja Zuhause im stillen Kämmerlein am PC vollendet kann man da schon eher am Sinn zweifeln und stattdessen gleich professionelle Aufnahmen auf dem PC betrachten.
Bei EAA ist das aber wegen des Live oder zumindest Live nahen Beobachtungserlebnis draußen in der Natur unterm Sternenhimmel etwas völlig anderes.
Hier hat man ein unmittelbares Beobachtungserlebnis vergleichbar der visuellen Beobachtung.
Und genau das macht ja den Reiz aus und das macht den Unterschied.
Der Live Charakter von EAA kann sicherlich noch gesteigert werden und EAA wird dann von visueller Beobachtung in dem Punkt nicht mehr zu unterschieden sein.
Nur wird EAA die wesentlich eindrucksvolleren Beobachtungserlebnisse liefern.
Die Technik gibt es im Prinzip schon, nur der Preis ist noch nicht „massentauglich“.


Ein schnelles Teleskop mit dem X27 Sensor wäre genauso zu verwenden wie man es visuell tun würde und es würde daher genau so ein unmittelbares Beobachtungserlebnis bieten.
Es würde aber Beobachtungserlebnisse ermöglichen die ohne EAA ein Teleskop mit wesentlich größerer Öffnung erfordern würde und es würde natürlich Farbe zeigen die auch das größte Teleskop visuell so nie zeigen könnte.
Unsere Augen haben nun mal bei H-alpha also dem Licht großer Wasserstoffregionen photopisch nur noch mickrige 8,8% Lichtempfindlichkeit gegenüber grün.
Ein Sensor wie der X27 dürfte da noch nahe 100% liegen.

Grüße Gerd
 
Hallo Niki @Demokrat ,

wie so oft hast Du eloquent mit wenigen Worten das Essentielle über Astronomie im speziellen und das Leben und Dasein im Allgemeinen in Deinen Beitrag gelegt! Chapeau! Es spiegelt sich in Deiner Antwort auch wieder, dass Astronomie viel mehr sein kann als nur "Sterne" gucken oder Fotos sammeln! Astronomie kann einem die Augen in vieler Hinsicht öffnen und vielleicht sogar Lebenseinstellungen verändern. Bei mir war und ist es so.

Für mich liegt bei EAA das Interessante nicht im Foto das man auf seine Festplatte bannen kann, sondern wie Du es in wenigen Worten auf den Punkt gebracht hast.

außer man zeigt es anderen und freut sich - etwa bei Führungen - an deren Freude und Staunen. :)

Wir, meine Frau und ich machen fast jede EAA-Session zusammen und freuen uns tatsächlich immer an den gemeinsamen, geteilten Erlebnissen und Ergebnissen. EAA lässt sich aber nicht nur im eigenen Kämmerchen mit dem Partner oder mit Freunden und Verwandten teilen, sondern wie es ausgehend von den USA und in Cloudynights gemacht wird, kann man EAA-Sessions mit anderen EAA-Freunden und Freundinnen Länder- und Konitent-übergreifend weltweit live teilen. Ein EAA Enthusiast, Dough aus Louisville, Kentucky verabredet sich ein Mal im Monat mit über fünfzig anderen EAA-Begeisterten zu einem virtuellem Treffen auf Cloudynights. Der Termin wird mit der Uhrzeit dabei so gelegt, dass er Uhrzeit-mäßig jedes vierte Mal perfekt in eine andere Zeitzone passt:
  • Europa
  • Nord-Amerika, West-Küste
  • Nord-Amerika, Ost Küste
  • Australien (Sydney) und Asien
Viele der Teilnehmer kommen aus allen Ecken der Welt und man lernt sich persönlich in Wort und Bild kennen und schätzen. Dabei sind unterschiedlichste Ethnien und Charaktere versammelt, einer verschlafen, mitten in der Nacht im Trainingsanzug im Wohnzimmer mit Kaffeetasse in der Hand, einer am Abend, gerade zurück von der Arbeit noch im Anzug und mit einem Bier vor sich auf der sommerlichen Terrasse, ein anderer erzählt, noch im dicken Thermoanzug eingepackt vom Blizzard in Alaska der gerade bei -30° tobt und eben sein Setup eingefroren hat. Dabei sieht man nicht M57 zum gefühlt hundersten Mal, sondern man sieht in Live echte Personen, Lebensumstände in weit entfernten Orte verteilt auf unserer Erdkugel und astronomisch gesehen ganz andere Objekte und Sternbilder als zuhause, die einem z. B. als "Nordhalbkugler" verwehrt bleiben da sie halt nur auf der Südhalbkugel beobachtet werden können.

Ich hab das nie ausprobiert, aber werde es mal machen. Ob es mich fasziniert werde ich dann sehen, sicher Anfangs - wie immer.

Wenn Du und andere Interessierte ein Mal in das Faszinosum von EAA eintauchen wollt, bin ich gerne bereit mit etwas Vorbereitung einen gemeinsamen, Live Termin zu vereinbaren und bei dann hoffentlich klaren Himmel EAA live vorzuführen. Sicher würden sich auch andere EAA-ler aus astronomie.de und cloudynights.com daran beteiligen und irgendwo in Europa wird schon klarer Himmel sein oder wir sehen uns bei einem Treffen von Dough. Das nächste, weltweite EAA-Treffen mit Termin passend für Nord-Amerika Ostküste ist Samstag Nacht, 13. November, 9.00 Uhr PM (Eastern Time USA, Kanada) oder auf unser Zeit umgerechnet Sonntag 14. November 3.00 Uhr Nachts! Hier der Link zur Einladung.

Viele Grüße MünchenBeiNacht - Ewald
 
um mal meine knappe Antwort vom Anfang (ich hab den Post gesehen, kurz bevor ich zu einer EAA-Session nach draussen wollte ;) ) noch etwas auszuführen:

Ich hatte durchaus ähnliche Gedanken wie der User Wintergatan: als ich anfing, wollte ich nur visuell. Als ich bei einem Freund seine eher nicht so guten Astrofotos sah, war ich in meiner Meinung noch bestätigt: warum (schlechte) Astrofotos machen, die man im Netz doch so viel besser findet.

Die Gründe für den Einstieg in EAA habe ich ja in meinem Thread (auf den Wintergatan in seinem Titel vermutlich anspielt) ja schon dargelegt: die Lichtverschmutzung an meinem Standort und die oft vergeblichen Ausfahrten auf die Schwäbische Alb führten dazu, dass ich irgendwie mit der Astronomie nicht weiterkam. Dann kaufte ein Freund das eVscope und ich dachte, ich mache sowas in der Art, nur mit eigenen Mitteln.

Und siehe da: plötzlich kann ich aus meinem Garten Objekte 'beobachten', die ich visuell einfach nicht erreiche. Keine Fahrerei mehr und trotzdem was sehen. Die Erfahrung ist nicht so unmittelbar wie bei der visuellen Astronomie, aber ich kann mich mit der Astronomie auf eine Art beschäftigen, die mir Spaß macht.

Dabei schließe ich nicht aus, dass ich irgendwann von EAA auf Astrofotografie aufsteige (ich sehe es als Aufstieg, weil man einfach mehr Know-How braucht), denn ich ertappe mich inzwischen schon, dass ich nicht immer 10 Minuten Live-Stacking abwarte bis ich dann zum nächsten Objekt übergehe, sondern ich gehe schonmal zwischendurch ins Haus, um mich aufzuwärmen oder einen Tee zu kochen und lasse das Stacking auch mal 20 Minuten oder eine halbe Stunde laufen. Im Moment bin ich allerdings noch nicht so weit, um das Mehr an Technik und Präzision in der Arbeitsweise und, vor allem, an Aufbereitung der Daten für die Astrofotografie auf mich zu nehmen.

Was mir im Moment besonders Spaß macht, ist das Surfen am nächtlichen Himmel und einfach mal ausprobieren, was man so sehen kann. Da kommen schonmal 30 Objekte pro Nacht zusammen. Und das geht so halt nur mit EAA. Hier ein Poster mit über 20 Objekten aus einer Nacht (in dem oben genannten Thread: EAA macht glücklich! Mein Weg / First und Second Light mit meiner Ausrüstung gepostet)

Einen schönen Sonntag

CS.Oli
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ewald und Niki,

jetzt noch mal ohne Faxen. Ich schließe mich euch an. Ein Hobbie lebt auch vom Gemeinschaftserlebnis. Wenn man das bei EAA haben kann, dann hat es sich gelohnt und hat Sinn. Wobei ich nicht sagen würde, daß das was wir als Astrofotografie verstehen, hinten an stehen muß. Es kommt immer darauf an, was man daraus macht. Manche sammeln Bierdeckel, tauschen sich darüber aus und haben Spaß daran.
Astrofotografie, wie sie hier präsentiert wird, ist eigentlich eine Kunstform und die Bilder sind künstlich - ähnlich wie Malen. Wenn tausend Maler das Matterhorn malen, ist das immer dasselbe, aber doch immer anders. Jeder hat da seine Technik und seine Interpretation des Gesehenen. Man macht das auch nicht, um nur ein Erinnerungsbild ans Matterhorn zu haben.
Ähnlich ist es mit der Astrofotografie. Jeder M57 wurde anders aufgenommen und bearbeitet. Der Unterschied liegt da im Machen und nicht im Objekt. Ich sage manchmal, ein guter Bildbearbeiter holt aus weißem Rauschen eine Andromedagalaxie rauß. So verkehrt ist das heute sogar nicht mehr. Viele Bilder sind überprozessiert und da wird viel "reingekünstelt". Man weiß ja wie es auszusehen hätte.
EAA ist da (noch) ehrlicher da unmittelbarer. Es kommt da auch nicht darauf an, ob man das draußen am Gerät oder remote von der warmen Stube aus macht oder ob das Livestacken 3 oder 30 Minuten dauert. Die Übergänge werden sowieso immer fließender. Die Daten die ich in der Nacht als Livestacks sammele und als "EAA" anschaue, werden dann am nächsten Tag zum Astrofoto. Und die Sinnfrage kann man auf´s ganze Leben ausweiten (siehe oben).

Gruß

*entfernt*
 
Deine Beschreibung ist nachvollziehbar Ewald. Ich respektiere auch die Enthusiasten sowie ihr Können, wenn sie ihr Equipment beherrschen und wissen welche Parameter in welchem Programm zu setzen sind um das Optimum zu erreichen. Diese Arbeitsschritte auch vernetzt um den Globus herum live mitverfolgen zu können ist spannend und lehrreich, das gebe ich zu.
Selbst wenn ich einen VHS-Kurs in Fotografie und Bildbearbeitung absolviere, liegt es immer noch an mir das Motiv und seine Schönheit selber zu entdecken und zur Geltung zu bringen. Das Handwerk dahinter zu lernen und das Geschick bei erfahrenen Meistern abzuschauen schätze ich!
(Ein Smart-Scope wäre die pure Langeweile für mich)

Die Wahrscheinlichkeit dass eine Galaxie innerhalb weniger Jahre sich auf einem Bildsensor hinter einer Optik gravierend anders darstellt, halte ich (naiv wie ich bin) für äußerst gering. Der Aspekt 'live und in Farbe' brachte mir deshalb Ernüchterung, denn ich merke dass ich den gleichen RAW-Stack gerne auch mal Wochen später neu bearbeite.
Lichtverschmutzung durchdringen; Öffnung der Optik virtuell vergrößern um das visuelle Beobachten aufzuwerten konnte ich persönlich mit EAA nicht erreichen.
EAA als Mittel Vorführungen ansprechender zu gestalten kann ich nicht beurteilen, weil ich voreingenommen bin und keine Reaktionen von Besuchern erlebt habe. EAA als Einstieg in die Astrofotografie halte ich für wahrscheinlich sehr geeignet, weil man dann ja sowieso das grundsätzliche Equipment mitbringt. Man sollte dann eben das Fotografieren an sich mögen.

Gruß
Wiglaf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Ewald @MünchenBeiNacht und andere,

der Punkt des tollen Gemeinschaftserlebnis hat mM nichts mit EAA zu tun. Diesen Punkt hast du praktisch bei jedem Hobby und dabei geht es eigentlich nicht so sehr um die Inhalte des jeweiligen Hobbys sondern um die Kommunikation und das gemeinsame Erleben.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich hatte ja auch von Anfang an meine Probleme mit EAA:
Nur noch neben dem Teleskop vor dem Computer sitzen, keine visuelle Beobachtung mehr, viel zu viel EBV danach. Das kann es nicht sein.

Ich wollte von Anfang an eine reine Unterstützung der visuellen Beobachtung und kein Abdriften in die Astro-Computergrafie.
So, und jetzt habe ich eine erste Lösung:

Ich habe den Baader Klappspiegel gekauft und folgenden Aufbau montiert. Im direkten Weg des Klappspiegels steckt das Okular im Seiten/Spiegelweg die Kamera:

Klappspiegel IMG_20211024_123346.jpg

Damit rückt die visuelle Beobachtung wieder in den Vordergrund und man kann ohne Umbau schnell auf die Kamera und wieder zurück wechseln .
First Light dieses Aufbaus mit einem 12 Zöller Dobson gab es gestern und es hat super funktioniert.

Schon das Suchen des Objekts habe ich wieder ganz normal über Peilsucher (oder Starsense, einfach klasse) und Okular gemacht und nicht am Display per Plate Solving.
Dann einfach schnell auf die Kamera umgeschaltet ohne irgendwas zusätzlich einstellen zu müssen und am Display den Live-Stack angeschaut.
Dann wieder zurück aufs Okular.

So macht das schon mehr Spass. Man darf das "schnell wechseln Können" nicht unterschätzen. Das bewirkt wirklich ein anderes Beobachtungserlebnis. Ich war da selber positiv überrascht.

Allerdings hat einiges anderes, wie nicht verwunderlich bei so einem technischen Aufbau, nicht/nicht gut funktioniert (zB USB Verbindung zur Kamera). ;)
Das muss ich besser in den Griff bekommen.

Gruß
Peter
 
Ich habe Ende letzten Jahres ja erst mit dem Hobby begonnen. Zuerst nur visuell und dann schnell festgestellt, dass mein Equipment nicht wirklich mobil ist. Der Ausblick auf meinen stark eingeschränkten Nordhimmel bei Bortle 5 ist auch nicht soooo spannend. Galaxien sehe ich nur sehr selten als graue Schleier am Rande des Okulars.
Dann direkt der Sprung zur (bescheidenen) Fotografie mit DSLR, dann Guiding, Plate-Solving und nun mit Astro-Kamera. Parallel ein bisschen EAA im Hintergrund. Was ich vermisse ist aber der schnelle Aufbau mal zwischendurch, falls Meteoblue mal wieder gelogen hat. :eek:

Bei der Freundin im Keller geparkt steht ein Celestron StarSense. Das reicht für einen schnellen Blick auf Mond und Planeten, insbesondere wenn mal Besuch kommt. Zumindest ein bisschen Süd-West zusätzlicher Himmel zeigt sich an dieser Location…

Dann bin ich vor ein paar Tagen auf dieses Video gestoßen: https://www.youtube.com/watch?v=0JdtL950RjQ

EAA über ein Tablet, ohne PC, kein Guiding, schmales Equipment! :D Das soll mein Einstieg in EAA sein und mehr zeigen als nur Mond und Planeten. Nun bastle ich seit 3 Tagen an Stellarmate und so langsam wird’s was. Freue mich auf meine erste EAA Session! Anbei ein paar Bilder vom aktuellen SetUp Wirrwar…das wird noch schön kompakt gebastelt. Raspberry auf die Okular-Ablage, Kabel kürzen und ordentlich verlegen, Teleskop wird mein SVBONY503. Dann darf ich unseren Besuch nicht nur mit ein paar WhatsUp Status-Bildern oder solche per Tablet-Show beglücken, dann soll das ganze mal Live passieren…

Für mich wird EAA das dritte Hobby-Standbein! ;)

Grüße
Hartmut
 

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Hallo Peter,

am Anfang dachte ich auch noch, ich mische visuell mit EAA,

20200414_223913fast fertig.jpg


aber das bringt meiner Erfahrung nach nicht so viel, weil man ja durch den Blick auf den Monitor die Dunkeladaption verliert und bei mir speziell die Lichtverschmutzung auch extrem ist. Da sehe ich durchs Okular dann garnichts mehr. Inzwischen ist nur noch die Kamera im Einsatz, am C8 oder an meinem Eigenbau Apo.

Probleme mit der Verbindung zwischen Kamera und Notebook hatte ich ganz am Anfang mit einer ASI120 (die sowieso nicht für EAA taugt) und USB2. Seit ich USB3-Kameras benutze klappt eigentlich da alles sehr gut.

CS.Oli
 
Dann bin ich vor ein paar Tagen auf dieses Video gestoßen
Ganz genau. Da habe ich Augenmerk auf HOWTO: Make a POWERFUL smart TELESCOPE! Better than much bigger telescopes! gehabt. Hatte selbst vor einigen Tagen am Bino die Kamera an das Okular gehalten und später auf dem Sofa gestackt. Geschätzte 6 Minuten digitale Arbeit Klickerei brachten mir etwas mit Farbe heraus (20x1,5 Sekunden belichtet).
Meine Berührung mit EAA haben in gewisser Weise mich prüfen lassen ob meine Augen und Wahrnehmung für Astro-Objekte trainiert wurden. Zum Beispiel ob ich durch indirektes Beobachten Details erahnen kann, welche sonst nur die Kamera an der Optik festhalten kann. Nur ehrlich gesagt, könnte ich das mit einer digitalen Himmelskarte zu einem Bruchteil des Preises auch.
Setups zu optimieren und zu automatisieren macht mir als Techniker Spaß. Computing-Ressourcen für Stacking in das Feld zu tragen jedoch eindeutig nicht. Schnappschüsse machen und daheim gucken ob die sich "entwickeln" lassen finde ich hingegen nett.
Zumindest habe ich für mich herausgefunden, dass sich die Anschaffung einer eigenen guten Nachführung für mich nicht lohnt.
web_image.jpg
 
Setups zu optimieren und zu automatisieren macht mir als Techniker Spaß. Computing-Ressourcen für Stacking in das Feld zu tragen jedoch eindeutig nicht. Schnappschüsse machen und daheim gucken ob die sich "entwickeln" lassen finde ich hingegen nett.
Zumindest habe ich für mich herausgefunden, dass sich die Anschaffung einer eigenen guten Nachführung für mich nicht lohnt.

Das ist halt der Punkt: jeder hat woanders seinen Spaß. Und das ist ja auch in Ordnung, finde ich zumindest.

Für mich ist das halt so wie im Urlaub gewesen zu sein, und dann zuhause den Film entwickeln und erstmal schauen was man überhaupt gesehen hat. Ich will halt gleich was sehen, nicht erst am nächsten Tag. Vielleicht illustriert das die beiden Herangehensweisen etwas - und ich finde man kann beides wollen dürfen.

Übrigens: es gibt einige Hardcore-EAAler, die überhaupt keine Bilder abspeichern.

CS.Oli
 
ein M27 sieht bei mir nach 6 Min dann so aus:

M27 C8f6ASI294UHC_25frames_400s_cropresized.jpg


das Bild entstand gerade mit einem C8 (@f/6.3) an einer Celestron Evolution Montierung mit der ASI294 und einem UHC Filter mit 25 x 16 s live gestacked mit SharpCap und ebenda gestretched. Flats und Darks sind auch berücksichtigt. Macht SharpCap automatisch, wenn man will.

CS.Oli
 
Ok,

hier mein M27 zum Vergleich:

2021-09-23T21.44.52.png

305/1500mm Gitterrohr-Dobson auf EQ-Plattform, ASI294MC, 134s, 64 Subs
Ja ja, da ist noch Luft. ;)
Aber das Grün finde ich schön. ;)

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
305/1500mm Gitterrohr-Dobson auf EQ-Plattform, ASI294MC, 134s, 64 Subs
Ja ja, da ist noch Luft. ;)
Immerhin hast du gezeigt, dass es mit der EQ Platform überhaupt geht :) Hast du 2sek belichtet?

Ein Alleinstellungsmerkmal hat EAA im Vergleich zum Visuellen. Bei Gasnebeln sieht man auch den Rotanteil, den die Stäbchen nicht wahrnehmen können. Nachts ist bei ca. 600nm Schicht. Das Maximum liegt bei etwa 500nm. D.h. man nimmt hauptsächlich OIII und H beta wahr. OIII hat aber meistens wenig Struktur und H beta ist relativ schwach im Vergleich zu H alpha. Der Hantelnebel sieht daher visuell schwammig aus. Erst H alpha und SII gibt ihm seine Struktur, kann aber nicht wahrgenommen werden.

Zum Thema: jedem seins. wer lieber durchs Okular schaut, prima, wer lieber auf den Bildschirm schaut, wie sich das Objekt aufbaut, auch prima.
 
Ja, circa (134s / 64).

Zum Thema: jedem seins. wer lieber durchs Okular schaut, prima, wer lieber auf den Bildschirm schaut, wie sich das Objekt aufbaut, auch prima.
Ich will beides und das gleichzeitig/umschaltbar mit dem selben Teleskop.
Wirklich nur als Unterstützung (EAA = assisted) des Visuellen.

Bin da aber noch am Basteln. ;)

Gruß
Peter
 
Hatte da Baader nicht mal so einen Klappspiegel?
Genau, siehe weiter oben:

Gruß
Peter
 
Hallo!
Eigentlich wollte ich mich an dem vermeintlichen Wettbewerb meiner ist länger und ich kann weiter nicht beteiligen, ;) aber es ist sicher interessant das identische Objekt mit verschiedenen Teleskopen und Techniken aufgenommen sehen und vergleichen zu können.

M27 - mit Barlow (ohne Darks)
  • Teleskop: Skywatcher 130 PDS, 650 mm, 5", f/5
  • Mount: Celestron Nextstar
  • Camera: ZWO ASI 294MC
  • Total time: 760 s | Frames: 95 | 8s | Gain: 300
  • Data: 4144 x 2822 pixel cutout 2504 x 1671 pixel
  • Sharpcap 3.2 PRO - Darks: keine
  • Optic: 1,5x Barlow with Coma Corrector -> 975 mm, 5", f/7.5
  • Filter: UHC
  • Date: 2021-09-11 | Time: 20:48 UTC | Outdoor: 19,3 °C

Ausschnitt 2504 x 1671 Pixel aus 4144 x 2822
M27_CUTOUT_Stack_95frames_760s_WithDisplayStretch.jpg


wobei ich die Rundumsicht, alos das ganze Kamerafeld immer besonders interessant finde

M27_ALL_Stack_95frames_760s_WithDisplayStretch.jpg


Viele Grüße - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich will beides und das gleichzeitig/umschaltbar mit dem selben Teleskop.
Wirklich nur als Unterstützung (EAA = assisted) des Visuellen.
Du ahnst gar nicht wie sehr mit diese deine Worte im Kopf hängen geblieben sind. Als ich mal ein Bild von dem GonioLight V-TI sah, dachte ich mir schon wie es wohl wäre ein Bino zu betreiben, bei welchem auf einem Auge visuell nur Glas vergrößert, auf dem anderen aber ein Restlichtverstärker/EAA/xyz arbeitet.
Mit wurde bewusst dass in der einfachsten Variante ich das schon diverse Stunden gemacht habe, in dem ich meine kleine Handkamera mit Nachtmodus auf den Zoom-Level eingestellt habe, dass wenn ich sie vor ein Auge halte, sich das Bild möglichst perfekt in mein Sehfeld einfügt
(im Grunde ist diese Kamera auch dafür gemacht, schließlich gibt es Helm-Halterungen exakt dafür).
Derzeit habe ich keine Kombination von Optiken um das mit schöner Vergrößerung zu betreiben, aber wer weiß... ob eines Tages mein Bino/FG ein "drittes Auge" bekommt und ich dann spontan mit einem Auge weiterschalten kann in den digitalen Aufheller-Modus, während das andere nur hinter Glas bleibt.

Gruß
und weiterhin viel Freude mit Sternen, Nebeln, Galaxien sowie dem Austausch darüber
 
@Wintergatan genau!

Meine Vision ist, dass im echten Okular bei der visuellen Beobachtung stufenlos ein digitales EAA Live-Bild über/eingeblendet werden kann.

Jetzt im Moment arbeite ich (planerisch) an einer generellen Umschaltmöglichkeit zwischen Visuell und Digital, wahrscheinlich nicht mit dem Klappspiegel, sondern mit einem OAZ-Schlitten.
Den Klappspiegel habe ich ja schon ausprobiert (siehe oben) und das klappt sehr schön, aber er nimmt zu viel Lichtweg weg.
Der OAZ-Schlitten dagegen ist sehr generell, stabil, nimmt keinen Lichtweg weg und man kann 2 völlig unabhängige Beobachtungs/Fokus-Wege aufbauen.

So OAZ-Schlitten gab es mM früher, aber ich habe keine aktuellen Angebote mehr gefunden.
Wundert mich eigentlich sehr, da es ja eine super Möglichkeit ist 2 verschiedene, völlig unabhängige Beobachtungswege (zB mit 2 verschiedenen Okulare, 2 verschiedene Filter, usw.) aufzubauen, zwischen den man schnell umschalten kann.

Gruß
Peter
 
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