Ehemaliges Mitglied
Hallo zusammen!
Ich möchte euch mal wieder von einem Beobachtungs-Ausflug erzählen.
Zuerst die Daten zu meinem Gerät und den Bedingungen:
Teleskop: mein allseits bekannter 60 mm Refraktor
Okulare: 20 mm, 10 mm, 6 mm
UHC-Filter
Ort: erhöht gelegene Hangwiese am Stadtrand
Beginn ca. 19.45 Uhr, Ende ca. 21.15 Uhr
Mond: noch recht jung und bereits untergegangen
Temperatur: ca. -2 Grad
Luft recht feucht und dunstig, etwas windig, im Tal schon dichter Nebel über dem Fluss
Und nun die Story:
Nachdem es bei uns eine gefühlte Ewigkeit keinen Sternenhimmel mehr gegeben hatte und es heute auch tagsüber sehr bewölkt gewesen war, war ich ganz erstaunt, als ich im Astro-Wetterbericht für heute Abend ganz brauchbare Bedingungen angekündigt sah. Kaum war die Dunkelheit hereingebrochen, warf ich einen skeptischen Blick nach draußen - und tatsächlich: sternenklarer Himmel!
Also holte ich das Teleskop samt Zubehör aus dem Winterschlaf und packte mein Wägelchen, denn im Winter gehe ich gern zu Fuß zum Beobachtungsort. Hier ein Foto, damit ihr einen Eindruck bekommt, wie das aussieht:
Das Teleskop selbst trage ich dann immer in meinem Mega-Rucksack am Rücken, um es vor Erschütterungen zu schützen. Tja, beim Transport ging heute in dieser Hinsicht noch alles gut, ...
Zuerst graute es mir schon ein wenig, in die eisige Nacht hinauszugehen. Doch kaum war ich unterwegs und sah bereits den Schwan und Wega über mir, war nur noch die Vorfreude da. Ich zog mein Wägelchen hinter mir her durch die Straßen und dann die schier endlos lange Steigung bis zum Ortsschild hinauf. Etwas gruselig wurde es, als die letzten Straßenlaternen hinter mir verschwunden waren und ich zwischen zwei ausgedehnten Hecken hindurch auf den Feldweg einbog, der mich von der Straße weg führte. Der Feldweg mündete in eine Wiese, in der mir lediglich noch eine Traktoren-Fahrspur den weiteren Weg den Hang hinauf markierte. Etwa auf der Hälfte des Hanges beschloss ich, dass ich am Ziel angekommen war. Ich packte Teleskop und Hocker aus und machte es mir in eine Decke eingewickelt bei einer Tasse Tee gemütlich. Einen Moment überlegte ich noch, ob es wirklich gut war, das Teleskop so schräg am Hang hinzustellen, wie es da gerade stand. Aber der Gedanke war - leider - so schnell wieder weg, wie er gekommen war. Und ich genoss erst einmal den Rundumblick auf den Sternenhimmel.
Hoch über der Stadt stand Jupiter und lachte zu mir herunter. Saturn war bereits im Nebel verschwunden. Ein gutes Stück links von Jupiter (irgend eine Himmelsrichtung ist das bestimmt...) lag Orion über dem Horizont. Nur sein linker Fuß steckte noch hinter der Hecke, die ein Stück entfernt die Wiese umgrenzte. Darüber strahlte der Stier mit dem tiefroten Aldebaran und die Plejaden. Etwas weiter links lagen die Zwillinge ein Stück über dem Horizont. Und noch ein gutes Stück weiter war der große Wagen über der Wiesenkuppe zu sehen. Genau über mir spannte sich die Milchstraße als deutlich erkennbare Aufhellung quer über den Himmel. Ich bemerkte den Schwan und die Tatsache, dass Albireo endlich mal nicht so schrecklich "zenitig" stand, dass man ihn sogar ohne große Verrenkungen im Teleskop würde ansehen können.
Auf einmal durchbrach das Geknatter eines Hubschraubers die andächtige Stille. Als das Geräusch immer näher kam, wandte ich den Blick dorthin und sah, dass sein Suchscheinwerfer immer näher auf mich zu kam. Da wurde es mir schon etwas mulmig. Wie macht man denen da oben klar, dass man hier absolut nichts Verwerfliches tat - einsam im Dunkeln auf einer Wiese, fernab von jeglicher Zivilisation? Ich stand auf und machte mich demonstrativ an meinem Teleskop zu schaffen und versuchte, dabei möglichst "astronomierend" auszusehen. Und sie nahmen mir das ab - oder waren sowieso nicht an mir und meinem Treiben hier unten interessiert gewesen.
Als wieder Ruhe herrschte, wandte ich mich Jupiter zu. Ich schaute ihn im 6 mm Okular an, und der Anblick war enttäuschend. Er tanzte wild hin und her. Das nördliche EB konnte ich gut erkennen, aber das südliche nur schemenhaft erahnen. Wenn ich mich angestrengt hätte, wäre von den anderen Bereichen vielleicht noch eine Ahnung erkennbar gewesen. Aber ich ließ es bleiben, denn es war kalt und ich hatte heute etwas anderes vor.
Weil ich mich Orion zuwenden wollte, baute ich Teleskop und Stuhl ein wenig um. Und ich weiß nicht genau, wie es passierte, aber während ich zu weit davon entfernt stand, um es noch irgendwie verhindern zu können, sah ich, wie mein Teleskop plötzlich einen Salto rückwärts machte. Es fiel mitsamt Stativ über den Hocker hinweg ins Gras!
Einen Moment lang blieb mein Herz fast stehen vor Schreck. Hatte ich bis jetzt nicht immer so penibel aufgepasst, um es vor Erschütterungen zu schützen? Und jetzt das!
Mit - diesmal nicht vor Kälte - zitternden Händen stellte ich es wieder auf die Beine. Es war noch alles dran, was dran sein sollte. Und klappern tat auch nichts. Voller Angst setzte ich das 20 mm Okular ein und nahm Beteigeuze ins Visier. Und gottlob ließ sich der Stern problemlos scharfstellen. Er war nicht doppelt oder verzogen, sondern ein braver runder rötlicher Stern, so wie es sein sollte. Nun hoffe ich sehr, dass mein Kleiner nicht doch einen Schaden davongetragen hat, den ich nur noch nicht bemerkt hab! Aber bis jetzt sieht es ganz gut aus.
Nachdem dieser Sturz anscheinend nochmal gut ausgegangen war, widmete ich mich dem, weshalb ich eigentlich heute hierher gekommen war. Ich wollte den Orionnebel zeichnen. Dafür betrachtete ich ihn mit dem 20 mm Okular erst ohne und dann mit UHC-Filter. Und ich bin der Meinung, dass ich mit dem Filter wirklich etwas mehr von den nebligen Strukturen erkennen kann, als ohne. Eine gute Hilfe, um überhaupt abschätzen zu können, was ich da theoretisch erkennen könnte, war mir auch ein Foto des Nebels, das mir ein lieber Astro-Kamerad zugesteckt hatte (danke Karl-Heinz! @M13 ). Ich verglich das Foto mit dem, was ich im Okular sah, und begann zu zeichnen.
Inzwischen wurde es immer eisiger. Der Wind blies mir unangenehm ins Gesicht. Und die Hand, die ich für das Zeichnen vom Handschuh befreit hatte, wurde innerhalb kürzester Zeit steif. Immer wieder musste ich sie am Teebecher aufwärmen. Und als das nichts mehr half, stand ich auf und wanderte ein wenig herum. Es war insgesamt bitterkalt und auch meine Decke wärmte nur noch mäßig. Als ich mein Teleskop anschaute, sah ich, dass der Tubus mit Eiskristallen überzogen war. Meine Taukappe hatte ich vergessen, aber bei diesen Verhältnissen hätte sie mir sowieso nicht mehr viel geholfen. Aber mein neu gehäkeltes Okular-Nest aus Wolle leistete gute Dienste, denn darin blieb es kuschelig warm und die Okulare beschlugen auch am Ende dieser Beobachtungsnacht nicht.
Gern hätte ich den Orionnebel noch länger betrachtet und genauer gezeichnet. Aber es war zu kalt. Meine Hand konnte kaum noch den Stift festhalten. Deshalb brach ich das Zeichnen ab. Ein Zwischenziel, das ich mit der Zeichnerei erreichen wollte, hatte ich geschafft. Denn ich bin mir einigermaßen sicher, dass ich M 43 entdeckt hab - als verwaschenen hellen Stern etwas abseits vom Zentrum. Hier mal zur Orientierung meine Zeichnung:
Eigentlich wäre es kalt genug zum Zusammenpacken gewesen. Aber ich hatte noch soviel auf meiner Liste stehen, was ich anschauen wollte. Also lief ich ein wenig herum, bis es mir wieder etwas wärmer war. Dann nahm ich mir Rigel im 6 mm Okular vor. Ich wollte sehen, ob ich ihn trennen konnte. Und das war nicht der Fall. Ich spielte ein wenig mit dem Unscharfstellen für die Beugungsringe herum. Aber außer, dass es recht krass aussah, führte das zu nichts. Ich komme mit dieser Technik noch nicht wirklich zurecht, um Doppelsterne besser trennen zu können.
Zum Schluss versuchte ich mich noch an Mintaka. Der sollte ja leichter zu trennen sein. Und im 10 mm Okular hab ich es vermutlich geschafft, wenn ich mir auch dabei nicht sicher bin. Auch Mintaka hab ich auf die Schnelle noch gezeichnet, obwohl ich da schon heftig fror.
Nachdem ich etwa anderthalb Stunden in der eisigen Kälte zugebracht hatte, packte ich nun zusammen. Etwas wehmütig dachte ich an den Sommer zurück. Da hatte ich deutlich länger durchgehalten. Ich möchte Orions Nebel gern nochmal mit Ruhe und über eine längere Zeit ansehen und zeichnen, wie ich das schon mal mit der Andromeda-Galaxie gemacht hab. Vielleicht sollte ich da zielstrebiger vorgehen als heute und nicht vorher schon so lange herumtrödeln. Heute war ich eigentlich schon zu durchgefroren, als ich mit der Zeichnerei begonnen hab. Bis zum Frühling, wenn die Temperaturen wieder angenehmer werden, möchte ich dafür eigentlich nicht warten.
Nun hoffe ich, dass wegen dem Teleskop-Salto nicht doch noch ein Schaden zutage tritt, den ich bis jetzt nur nicht bemerkt hab. Mein Fernglas war nach einem Sturz aus geringerer Höhe schon mal dejustiert. Aber hoffen wir das Beste.
Ich wünsch euch eine gute Nacht oder einen guten Tag, wann immer ihr das hier auch lest!
Herzliche Grüße und allseits klaren Himmel
Sabine
Ich möchte euch mal wieder von einem Beobachtungs-Ausflug erzählen.
Zuerst die Daten zu meinem Gerät und den Bedingungen:
Teleskop: mein allseits bekannter 60 mm Refraktor
Okulare: 20 mm, 10 mm, 6 mm
UHC-Filter
Ort: erhöht gelegene Hangwiese am Stadtrand
Beginn ca. 19.45 Uhr, Ende ca. 21.15 Uhr
Mond: noch recht jung und bereits untergegangen
Temperatur: ca. -2 Grad
Luft recht feucht und dunstig, etwas windig, im Tal schon dichter Nebel über dem Fluss
Und nun die Story:
Nachdem es bei uns eine gefühlte Ewigkeit keinen Sternenhimmel mehr gegeben hatte und es heute auch tagsüber sehr bewölkt gewesen war, war ich ganz erstaunt, als ich im Astro-Wetterbericht für heute Abend ganz brauchbare Bedingungen angekündigt sah. Kaum war die Dunkelheit hereingebrochen, warf ich einen skeptischen Blick nach draußen - und tatsächlich: sternenklarer Himmel!
Also holte ich das Teleskop samt Zubehör aus dem Winterschlaf und packte mein Wägelchen, denn im Winter gehe ich gern zu Fuß zum Beobachtungsort. Hier ein Foto, damit ihr einen Eindruck bekommt, wie das aussieht:
Das Teleskop selbst trage ich dann immer in meinem Mega-Rucksack am Rücken, um es vor Erschütterungen zu schützen. Tja, beim Transport ging heute in dieser Hinsicht noch alles gut, ...
Zuerst graute es mir schon ein wenig, in die eisige Nacht hinauszugehen. Doch kaum war ich unterwegs und sah bereits den Schwan und Wega über mir, war nur noch die Vorfreude da. Ich zog mein Wägelchen hinter mir her durch die Straßen und dann die schier endlos lange Steigung bis zum Ortsschild hinauf. Etwas gruselig wurde es, als die letzten Straßenlaternen hinter mir verschwunden waren und ich zwischen zwei ausgedehnten Hecken hindurch auf den Feldweg einbog, der mich von der Straße weg führte. Der Feldweg mündete in eine Wiese, in der mir lediglich noch eine Traktoren-Fahrspur den weiteren Weg den Hang hinauf markierte. Etwa auf der Hälfte des Hanges beschloss ich, dass ich am Ziel angekommen war. Ich packte Teleskop und Hocker aus und machte es mir in eine Decke eingewickelt bei einer Tasse Tee gemütlich. Einen Moment überlegte ich noch, ob es wirklich gut war, das Teleskop so schräg am Hang hinzustellen, wie es da gerade stand. Aber der Gedanke war - leider - so schnell wieder weg, wie er gekommen war. Und ich genoss erst einmal den Rundumblick auf den Sternenhimmel.
Hoch über der Stadt stand Jupiter und lachte zu mir herunter. Saturn war bereits im Nebel verschwunden. Ein gutes Stück links von Jupiter (irgend eine Himmelsrichtung ist das bestimmt...) lag Orion über dem Horizont. Nur sein linker Fuß steckte noch hinter der Hecke, die ein Stück entfernt die Wiese umgrenzte. Darüber strahlte der Stier mit dem tiefroten Aldebaran und die Plejaden. Etwas weiter links lagen die Zwillinge ein Stück über dem Horizont. Und noch ein gutes Stück weiter war der große Wagen über der Wiesenkuppe zu sehen. Genau über mir spannte sich die Milchstraße als deutlich erkennbare Aufhellung quer über den Himmel. Ich bemerkte den Schwan und die Tatsache, dass Albireo endlich mal nicht so schrecklich "zenitig" stand, dass man ihn sogar ohne große Verrenkungen im Teleskop würde ansehen können.
Auf einmal durchbrach das Geknatter eines Hubschraubers die andächtige Stille. Als das Geräusch immer näher kam, wandte ich den Blick dorthin und sah, dass sein Suchscheinwerfer immer näher auf mich zu kam. Da wurde es mir schon etwas mulmig. Wie macht man denen da oben klar, dass man hier absolut nichts Verwerfliches tat - einsam im Dunkeln auf einer Wiese, fernab von jeglicher Zivilisation? Ich stand auf und machte mich demonstrativ an meinem Teleskop zu schaffen und versuchte, dabei möglichst "astronomierend" auszusehen. Und sie nahmen mir das ab - oder waren sowieso nicht an mir und meinem Treiben hier unten interessiert gewesen.
Als wieder Ruhe herrschte, wandte ich mich Jupiter zu. Ich schaute ihn im 6 mm Okular an, und der Anblick war enttäuschend. Er tanzte wild hin und her. Das nördliche EB konnte ich gut erkennen, aber das südliche nur schemenhaft erahnen. Wenn ich mich angestrengt hätte, wäre von den anderen Bereichen vielleicht noch eine Ahnung erkennbar gewesen. Aber ich ließ es bleiben, denn es war kalt und ich hatte heute etwas anderes vor.
Weil ich mich Orion zuwenden wollte, baute ich Teleskop und Stuhl ein wenig um. Und ich weiß nicht genau, wie es passierte, aber während ich zu weit davon entfernt stand, um es noch irgendwie verhindern zu können, sah ich, wie mein Teleskop plötzlich einen Salto rückwärts machte. Es fiel mitsamt Stativ über den Hocker hinweg ins Gras!
Mit - diesmal nicht vor Kälte - zitternden Händen stellte ich es wieder auf die Beine. Es war noch alles dran, was dran sein sollte. Und klappern tat auch nichts. Voller Angst setzte ich das 20 mm Okular ein und nahm Beteigeuze ins Visier. Und gottlob ließ sich der Stern problemlos scharfstellen. Er war nicht doppelt oder verzogen, sondern ein braver runder rötlicher Stern, so wie es sein sollte. Nun hoffe ich sehr, dass mein Kleiner nicht doch einen Schaden davongetragen hat, den ich nur noch nicht bemerkt hab! Aber bis jetzt sieht es ganz gut aus.
Nachdem dieser Sturz anscheinend nochmal gut ausgegangen war, widmete ich mich dem, weshalb ich eigentlich heute hierher gekommen war. Ich wollte den Orionnebel zeichnen. Dafür betrachtete ich ihn mit dem 20 mm Okular erst ohne und dann mit UHC-Filter. Und ich bin der Meinung, dass ich mit dem Filter wirklich etwas mehr von den nebligen Strukturen erkennen kann, als ohne. Eine gute Hilfe, um überhaupt abschätzen zu können, was ich da theoretisch erkennen könnte, war mir auch ein Foto des Nebels, das mir ein lieber Astro-Kamerad zugesteckt hatte (danke Karl-Heinz! @M13 ). Ich verglich das Foto mit dem, was ich im Okular sah, und begann zu zeichnen.
Inzwischen wurde es immer eisiger. Der Wind blies mir unangenehm ins Gesicht. Und die Hand, die ich für das Zeichnen vom Handschuh befreit hatte, wurde innerhalb kürzester Zeit steif. Immer wieder musste ich sie am Teebecher aufwärmen. Und als das nichts mehr half, stand ich auf und wanderte ein wenig herum. Es war insgesamt bitterkalt und auch meine Decke wärmte nur noch mäßig. Als ich mein Teleskop anschaute, sah ich, dass der Tubus mit Eiskristallen überzogen war. Meine Taukappe hatte ich vergessen, aber bei diesen Verhältnissen hätte sie mir sowieso nicht mehr viel geholfen. Aber mein neu gehäkeltes Okular-Nest aus Wolle leistete gute Dienste, denn darin blieb es kuschelig warm und die Okulare beschlugen auch am Ende dieser Beobachtungsnacht nicht.
Gern hätte ich den Orionnebel noch länger betrachtet und genauer gezeichnet. Aber es war zu kalt. Meine Hand konnte kaum noch den Stift festhalten. Deshalb brach ich das Zeichnen ab. Ein Zwischenziel, das ich mit der Zeichnerei erreichen wollte, hatte ich geschafft. Denn ich bin mir einigermaßen sicher, dass ich M 43 entdeckt hab - als verwaschenen hellen Stern etwas abseits vom Zentrum. Hier mal zur Orientierung meine Zeichnung:
Eigentlich wäre es kalt genug zum Zusammenpacken gewesen. Aber ich hatte noch soviel auf meiner Liste stehen, was ich anschauen wollte. Also lief ich ein wenig herum, bis es mir wieder etwas wärmer war. Dann nahm ich mir Rigel im 6 mm Okular vor. Ich wollte sehen, ob ich ihn trennen konnte. Und das war nicht der Fall. Ich spielte ein wenig mit dem Unscharfstellen für die Beugungsringe herum. Aber außer, dass es recht krass aussah, führte das zu nichts. Ich komme mit dieser Technik noch nicht wirklich zurecht, um Doppelsterne besser trennen zu können.
Zum Schluss versuchte ich mich noch an Mintaka. Der sollte ja leichter zu trennen sein. Und im 10 mm Okular hab ich es vermutlich geschafft, wenn ich mir auch dabei nicht sicher bin. Auch Mintaka hab ich auf die Schnelle noch gezeichnet, obwohl ich da schon heftig fror.
Nachdem ich etwa anderthalb Stunden in der eisigen Kälte zugebracht hatte, packte ich nun zusammen. Etwas wehmütig dachte ich an den Sommer zurück. Da hatte ich deutlich länger durchgehalten. Ich möchte Orions Nebel gern nochmal mit Ruhe und über eine längere Zeit ansehen und zeichnen, wie ich das schon mal mit der Andromeda-Galaxie gemacht hab. Vielleicht sollte ich da zielstrebiger vorgehen als heute und nicht vorher schon so lange herumtrödeln. Heute war ich eigentlich schon zu durchgefroren, als ich mit der Zeichnerei begonnen hab. Bis zum Frühling, wenn die Temperaturen wieder angenehmer werden, möchte ich dafür eigentlich nicht warten.
Nun hoffe ich, dass wegen dem Teleskop-Salto nicht doch noch ein Schaden zutage tritt, den ich bis jetzt nur nicht bemerkt hab. Mein Fernglas war nach einem Sturz aus geringerer Höhe schon mal dejustiert. Aber hoffen wir das Beste.
Ich wünsch euch eine gute Nacht oder einen guten Tag, wann immer ihr das hier auch lest!
Herzliche Grüße und allseits klaren Himmel
Sabine
