Kaufberatung Teleskop Planetenbeobachtung

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Chris0

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Hallo,

ich würde gerne zur reinen Mond + Planetenbeobachtung mir ein Teleskop zulegen.

Ich tendiere zwischen folgenden:

1. Bresser Messier AR-102 L / 1350 EXOS-1 / EQ4
2. Bresser Teleskop AC 127/1200 AR-127L Messier Hexafoc EXOS-2
3. Bresser Messier NT-150L/1200 Hexafoc EXOS-2 / EQ5 Teleskop

Welches wäre für diesen Einsatzzweck am besten geeignet?
Bzw. gibt es Alternativen die besser sind und sich in einem ähnlichen preislichen Rahmen bewegen?

Danke

Gruß
Christian
 
Hi Chris,
alle drei sind vom gleichen Typ, nämlich langbrennweitige Achromate, haben also mit zunehmendem Linsendurchmesser einen mehr oder weniger merkbaren Farbfehler. Wenn die Auswahl zwischen diesen Vorschlägen erfolgen soll, wird sich vielleicht jemand melden, der diese Teleskope kennt und eine beobachtungsgestützte Empfehlung für die ausschließlich visuelle Verwendung (also keine Fotografie) ausspricht.

Wenn wir in die Grundsatzdiskussion zwischen diesen und anderen Teleskoptypen einsteigen, könnte daraus leicht ein lustiges Neujahrsfeuerwerk werden :devilish:.
Sowohl im Preissegment als auch von Gewicht und Handhabung her gibt es als Alternativen grob gesagt:
  • kompaktere und farbreinere Apochromate oder EDs des unteren Preissegments
  • sperrige, aber potentiell auflösungsstarke Newtons / Dobsons längerer Brennweite
  • sehr kompakte Katadiopter wie Maksutov-Newtons und Schmidt-Cassegrains mit guter Feldschärfe
Definitiv auszuscheiden sind Anfänger-Wackelteleskope und kurzbrennweitige Achromate ("Richfielder").
Die Montierung ist wieder eine eigene Diskussion.

Meine Empfehlung:
  1. Kaufe nichts, durch das du nicht selbst durchgesehen (und es ein paar Meter weit getragen) hast.
  2. Die richtigen Okulare und eventuell ein Binoansatz sind insgesamt etwa gleich wichtig und ev. auch teuer wie das Teleskop.
  3. "The sky is the worst part of the instrument" - gilt fast immer, mit Ausnahme von Nächten mit sehr gutem Seeing, auf die man geduldig warten muss.
CS Nik
 
Hallo Christian,

du musst dir überlegen, wo du mit dem Teleskop beobachten willst. Ein Linsenfernrohr mit 1200mm Brennweite ist auch 1,2 Meter lang.
Außerdem ergibt ein so langes Rohr auch einen großen Hebel an der Montierung. Deshalb muss die Montierung zum Fernrohr passen. Da sind die Komplettangebote von Bresser nicht immer der Brüller.
Ansonsten kann ich mich vor allem der ersten Empfehlung von Nik voll anschließen.

CS Gerhard
 
Hallo Christian,

Ich habe selbst den Bresser 102/1350 und das ist ein nettes Teleskop, aber - wie gesagt - verlangt auch was von der Montierung. Ich war mal mutig und hatte ihn an meiner Schnell-mal-schauen AZ4… geht, aber macht keinen Spaß. Auch an meiner EQ5 war es aus meiner Sicht grenzwertig aufgrund des Hebels.
Was gut geht, ist an der SkyTee-2 Montierung, also Alt-Az, die ich auf einem ehemaligen Baustativ betreibe. Und für Mond und Planetenbeobachtung muss es ja auch gar keine EQ Montierung sein.

Würde mir an Deiner Stelle auch mal einen 150/1200mm Dobson überlegen (gebraucht preislich sicher unschlagbar) oder dann halt die Teleskoptypen, die Brennweite mit kompakten Maßen vereinen wie die Maksutovs oder Schmidt-Cassegrain, aber dazu lasse ich lieber mal die Planetenspezialisten hier im Forum ran :cool:

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Hallo Christian,

willkommen im Forum.

2. Bresser Teleskop AC 127/1200 AR-127L Messier Hexafoc EXOS-2
Ich habe eben diese Kombination auch.
War leider der einzigste "Fehlkauf" den ich getätigt habe.

Der Refraktor FH (nach Fraunhofer) ist an sich nicht übel.
Für Planeten, wie sag ich's diplomatisch, nicht ganz geeignet.
Der von Nik erwähnte Farbfehler schlägt zu. Kann man sich mit arrangieren, stört aber dann doch und mindert den Kontrast.
So ein Teil ist was für Richfield/Weitfeld-Beobachtung, würde da aber nicht auf diese Brennweite/Baulänge gehen.

Die EXOS-2, nun ja, ist was für kleinere Teleskope.
Nichts für so "Klopfer" wie den 120/1200 und erst recht nicht für den 150/1200.
Da ist nicht das Gewicht das ausschlaggebende Moment, sondern, wie auch schon erwähnt, der Hebel den so ein FH ausübt.
Da muss mE. was anderes drunter.
HEQ-5, tendiere aber schon fast zur EQ6-R.

Refraktoren haben ab einer gewissen Brennweite = ~Baulänge einen Anspruch an die Montierung.

Schön wäre zu erfahren:
- Budget (weiß jetzt nicht was die ausgewählten kosten und bin zu faul zu schauen ;))
- wo soll beobachtet werden
- Transportabilität

Wenn es bei Planeten/Mond bleiben soll, was ich bezweifele ;), würde ich auch eher zu Katadioptern (Mischform aus Linse und Spiegel) wie hier schon angesprochen tendieren, also Maksutow-Cassegrain (MC) oder Schmidt-Cassegrain (SC). Diese sind jetzt aber einfach teurer als ein FH, dafür ist der Anspruch an die Montierung geringer. Ebenso sind sie Farbfehlerfrei.

Mal a biss einlesen in die Thematik Teleskop. Dann in die Thematik Montierung.
Alles weitere folgt dann darauf.

Geh es ruhig an.
 
Vielen Dank schon mal für die zahlreichen Antworten.
Ich dachte für Planetenbeobachtung wäre ein Refraktor besser als ein Newton weshalb ich die gewählt habe. Newton sollen ja weniger Kontrast haben.

Bei den Stativ dachte ich wenns es ein Komplettangebot ist dann wird das schon zusammenpassen :(

Mein Budget würde am liebsten zwischen 500-1000 € liegen. Wenns da nix brauchbares gibt wären auch noch ca. 1200 € verschmerzbar. Mehr sollte es aber nicht werden.

Beobachtet werden sollen Mond und Planeten, da ich denke da kann man am besten was sehen für den Anfang.

Transportablität soll in gewisser Weise gegeben sein also zumindest irgendwie ins Auto packen und am Ort aufbauen. Weitere Strecken muss es nicht getragen werden können. Dopson würde dann ja nicht möglich sein, da so wie es verstanden habe die fest montiert werden müssten?

Katadiopter scheinen dann wohl die bessere Wahl zu sein?
Vor einem Gebrauchtkauf würde ich eher noch zurückschrecken, da ich keine Ahnung habe und man mir wohl alles andrehen könnte :(
 
Ich dachte für Planetenbeobachtung wäre ein Refraktor besser als ein Newton weshalb ich die gewählt habe. Newton sollen ja weniger Kontrast haben.
Jein. Am Planeten ist vor allem der Kontrast interessant, den die Optik liefert. Als Faustregel zum Vergleich von Refraktoren und Spiegel kann man den Kontrastdurchmesser nehmen: K=D(Objektiv)-D(Fangspiegel). Ein 6" Maksutov mit 50mm Fangspiegel liefert z.B. einen ähnlichen Kontrast wie ein 4" Apochromat. Ein 8" Newton mit 50mm Fangspiegel liefert einen ähnlichen Kontrast wie ein 6" Apochromat. Die maximal sinnvolle Vergrößerung an Planeten ist so ungefähr 2x der Kontrastdurchmesser. Danach wird das Bild nur noch dunkler und schwammiger.

Ein Achromat ist wieder eine andere Sache. Der hat einen mehr oder weniger stark wahrnehmbaren Farbfehler. Achromaten müssen schon einen große Blendenzahl haben, damit man damit etwas anfangen kann. Ein 4" Achromat wird dann schon so lang wie ein 8" f/6 Newton und genauso viel kosten. Der Newton ist aber schwerer, braucht länger zum Auskühlen. Ein Maksutov ist kurz und leicht, braucht aber ewig zum Auskühlen. Es gibt also kein schwarz oder weiß. Es hat alles Vor- und Nachteile.

Was auch noch wichtig ist, ist ein stabiler Unterbau. Ohne den machen Planeten keinen Spaß. Man braucht nur an den Fokussierknopf zu kommen und schon wackelt alles wie verrückt. Auch nur mal kurz mit der Augenbraue anstoßen und alles wackelt wie verrückt oder besser noch der Planet ist bei 200x weg und man kann ihn neu suchen. Man findet so natürlich auch nix wirklich gut. Das nervt einfach nur. Die Komplettangebote kommen fast immer mit dem Minimum an Unterbau, der möglich ist. Wenn man ein stabiles Setup will, sollte man die Montierung 1-2 Nummer größer wählen.

Katadiopter scheinen dann wohl die bessere Wahl zu sein?
Dann ist am Planet noch etwas wichtig: die Qualität der Optik. Ein gute Optik reduziert bereits den Kontrast im Vergleich zu einer perfekten Optik. Eine schlechte Optik liefert nur noch Matsch. Zusätzlich wirkt sich die Luftunruhe viel stärker aus. Ich habe einen 80mm Triplett Apo mit einer sehr guten Optik. Der schlägt meinen 4" f/10 China Achromaten in jeder Beziehung. Da sind Welten dazwischen.

Katadiopter sind Spiegelsysteme mit einem kurzbrennweitigen Spiegel und einer Barlowlinse, die die Brennweite erhöht. Damit hat man ein kompaktes System ähnlich einem Maksutov- oder Schmidt-Cassegrain. Aber der Spiegel ist oft nicht parabolisch sondern aus kostengründen nur sphärisch. Dann kommt noch eine billige Barlow dazu. Die Kombination aus beidem kannst du vergessen.

Dopson würde dann ja nicht möglich sein, da so wie es verstanden habe die fest montiert werden müssten?
Nein, gerade umgekehrt. Ein Dobson ist DIE mobile Lösung. Einfachste superstabile Montierung, schnell aufgebaut, große Newton Optik zum kleinen Preis. Der Nachteil am Dobson ist, dass man den manuell nachführen muss. Das geht ganz gut bis zu einer bestimmten Vergrößerung. Mir persönlich macht es bis ca. 150x Spaß, danach empfinde ich es als Stress. Andere schubsen gerne bis 250x oder mehr. Mein Dobson hat daher eine EQ Plattform bekommen. Die führt mir ca. 1h automatisch nach bevor ich sie zurück stellen muss. Beim Newton bin ich persönlich für Anfänger der Meinung, dass man f/6 oder aufwärts nehmen sollte. f/5 will schon sehr genau justiert werden und die Justierung auch halten. Wenn eine Optik nicht perfekt justiert ist, leider wieder der Kontrast mit den oben beschriebenen Auswirkungen. Justierstabil sind in der Regel Cassegrain- und Refraktorsysteme.

Für 1000 Euro kriegst du:

- Einen guten 80mm ED Apo mit ordentlicher Montierung plus ein paar günstige Okulare und Barlow
- Einen guten 8" f/6 Dobson mit guten Weitwinkelokularen und Barlow, oder mit EQ Plattform und günstigen Okularen und Barlow, oder einem einfachen Bino mit günstigen Okularen
- Einen 5" Maksutov mit ordentlicher Montierung plus günstige Okulare, Barlow braucht man hier nicht.

Günstige Okulare müssen nicht schlecht sein. Plössl sind günstig und gut. Haben aber ein mäßiges Gesichtsfeld.

Hoffe das hilf dir...
 
Hallo Christian,

Ich dachte für Planetenbeobachtung wäre ein Refraktor besser als ein Newton weshalb ich die gewählt habe. Newton sollen ja weniger Kontrast haben.
Grundsätzlich so richtig.
Durch den Sekundär-/Fangspiegel entsteht Obstruktion (Abschattung) auf den Primärspiegel.
Ebenso die Halterung des Fangspiegels, die so genannte Spinne. Durch diese entstehen die "Strahlen" an Sternen, werden als Spikes bezeichnet, die Du sicherlich von Bildern kennst.
Das alles mindert den Kontrast.

Refraktoren haben nichts im Lichtweg. (Da mal über die Strahlengänge der verschiedenen Teleskope informieren).
Bei den "einfachen" Refraktoren nach Fraunhofer (FH) kommt der Farbfehler zum Tragen.
Dies liegt einfach an der Konstruktion und den Linsen, einfach ausgedrückt.
Dieser Farbfehler mindert halt auch den Kontrast. Ist einfach auch störend.

Bei den komplexere Refraktoren, also Apo, EDs usw., wird der Farbfehler, mittels spezieller Gläser, bis unter die Wahrnehmungsschwelle gedrückt. So mal grob.
Schau mal in diesen Diskussionsfaden (auch wenn Du noch nicht alles verstehst):
Erklärung zu Refraktoren - Achromaten, Apochromaten, Duplet, Triplet, Quintuplet, ED u.s.w

Die Teile sind dann aber auch teurer, aber dennoch der Tipp von Nik:
kompaktere und farbreinere Apochromate oder EDs des unteren Preissegments

Bei den Stativ dachte ich wenns es ein Komplettangebot ist dann wird das schon zusammenpassen
leider ist es in den meisten Fällen nicht so, oder eben sehr hart an der Schmerzgrenze.
Ich würde den Einzelkauf bevorzugen.

liebsten zwischen 500-1000 € liegen. Wenns da nix brauchbares gibt wären auch noch ca. 1200 € verschmerzbar. Mehr sollte es aber nicht werden.
da lässt sich schon was mit anfangen.
Wenn es parallaktisch montiert sein soll, musst Du leider Abstriche in der Optik machen, also kleiner starten.
Da speziell bei einem Newton und langen Refraktoren. Da muss eine ordentliche Montierung drunter.
Als Beispiel:
- ein 150/750 Newton auf EQ-5 in der manuellen Variante.
- oder eben ein kurz bauender Apo/ED auf EQ-5.

Da bin ich dann wieder bei Nik:
sperrige, aber potentiell auflösungsstarke Newtons / Dobsons längerer Brennweite

Dopson würde dann ja nicht möglich sein, da so wie es verstanden habe die fest montiert werden müssten?
;).
Der Dobson (nach Herrn Dobson) ist ein Newton der auf beiden Seiten eine Vorrichtung hat, um den Tubus in die Montierung, die so genannte Rockerbox, zu hängen. Also zwei Teile zum Transportieren.
Bis 8" oder 10" Newton noch gut transportabel. Newton auf die Rückbank des Auto und Rockerbox in den Kofferraum.
Da die Rockerbox eine einfach konstruierte Alt/AZ "Holzkiste" ist, fließt das meiste Geld in die Optik.
Stabil, kostengünstig und intuitiv zu bedienen.

Katadiopter scheinen dann wohl die bessere Wahl zu sein?
SCs und MCs sind ab einer gewissen Größe, ca. 8", teuer.
Z.B. mit dem allseits beliebten und weit verbreitenden C8, ein Schmidt-Cassegrain, ist Dein Budget, auch bei den 1200,-€, allein für den Tubus, ohne Okulare und Montierung, ausgereizt, da es überschritten wird.
Die Teile sind halt recht aufwendig herzustellen. Linse, Schmidt-Platte beim SC und Meniskuslinse beim MC und dazu noch der Sekundärspiegel und Hauptspiegel.

Keine Frage, SC und MC an Planeten gut und auch, da aber für mich mehr ein SC, Deep Sky im Detail, da dann aber eher 6" oder 8".
MC ab 5" aber eher 6".
Aber bitte bedenken, diese Teleskope bringen eine enorme Brennweite mit, die nicht immer zum Vorteil gereicht.

Als Einsteiger kannst Du grundsätzlich mit jedem Teleskop starten, solange das System in sich stimmig ist.
Für jedes Teleskop gibt es einen Himmel, also die passenden Objekte.
Du wirst erst mit der Zeit heraus finden in welche Richtung es geht.
 
Doch doch, ein Dobson wäre was Transport angeht gut möglich, solang du ein Auto mit Rückbank und Kofferraum hast. Das Teleskop liegt nur in der Rockerbox und kann ohne Probleme demontiert werden.

Deine Überlegung, dass ein Refraktor für Planetenbeobachtung besser geeignet ist, ist in seinen Grundzügen nicht falsch. Jedoch sind hier etwas teurere Apochromate im Vorteil, da du bei Planeten in den Hochvergrößerungsbereich gehst. Jedoch funktionieren Achromaten mit großen Blendenzahlen von F8 - F11 noch gut an Planeten.

Edit: Ok, da sind mir Mathias und joetaiga mit einer etwas ausführlicheren Ausführung zuvor gekommen :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Chris,

mit einem Budget von 1 - 1,2 TEUR kannst Du Dir ein wunderbares Teleskop kaufen das weit mehr als nur Planeten kann.
Bereit für die Entscheidung bist Du aber noch nicht, weil Dir neben weiteren Grundlagen vor allem Praxis fehlt.
Am Ende wirst Du über praktische Erfahrungen Deine Vorstellungen, Anforderungen und die Realität abgleichen
und daraus dann die Kaufentscheidung für Dich treffen können.
Deshalb, lies Dich weiter ein und suche Kontakt zu Sternfreunden die Mitbeobachten und Probieren ermöglichen.

Für die Theorie noch etwas Lesestoff von mir:
Für die Planetenbeobachtung brauchst Du: Deepsky Brothers
Für Deepsky: Deepsky Brothers
CS
 
Hallo Christian

Im Prinzip kann man mit jedem Teleskop Planeten beobachten.
Bei der Planetenbeobachtung geht es aber in erster Linie um eine möglichst hohe Auflösung und um einen möglichst hohen Kontrast.

Zur hohen Auflösung gehört erst einmal möglichst viel Öffnung welche meist durch den Preis und der Transportierbarkeit ihre Grenzen findet. Man sollte hier aber schon zu mindestens 5 Zoll bei farbreinen Refraktoren oder mindestens 6 Zoll bei Spiegloptiken greifen mit möglichst kleinen Fangspiegeln die unerwünschte Beugungseffekte vermeiden / reduzieren denn starke Beugungserscheinungen mindern den Kontrast. Um den Kontrast wieder anzuheben, dazu ist wieder ein mehr an Öffnung nötig was wieder mehr Geld kostet und ein mehr an Gewicht zu schleppen ist.
Farbreine Refraktoren erreichen die beste Kontrastleistung. Die sind aber in der Regel sündhaft teuer. Auf der anderen Seite ist ein 4"-ED-Apo ja schon ganz nett aber dem fehlt es noch an Öffnung , da findet die Vergrößerungsfähigkeit bereit bei 180-210-fach ihre Grenze.
Geht es um den Preis so führt in der Regel kein weg an einer Spiegeloptik vorbei. Hier eignen sich am besten Newtonteleskope mit konservativem Öffnungsverhältnis, mit anderen Worten die Geräte mit langen Brennweiten.
Warum ausgerechnet diese? Nun, diese Optiken kommen mit einem vergleichsweise kleinen Fangspiegel aus was die Beugungserscheinungen abmildert und zu einem besseren Kontrast führt. Des weiteren stellt eine Optik mit langer Brennweite ein vergleichsweise großes Primärbild zu Verfügung. Ein Jupiter in einer guten Opposition erreicht eine Größe von ca. 48 Bogensekunden. Will man die feinen Details bis auf 1% vom Jupiterdurchmesser herunter auflösen so liegt man bei 0,48 Bogensekunden Auflösung was eine 10Zoll-Optik durchaus erreichen kann.
Schauen wir jetzt einmal wie groß der Jupiter tatsächlich bei verschiedenen Brennweiten in der Bildebene abgebildet wird. Das sind bei:

-5000mm Brennweite ca. 1,2mm
-2500mm Brennweite 0,6mm
-1250mm Brennweite 0,3mm
-625mm 0,15mm

Ja, ja so klein wird das!

Will man jetzt Jupiter bis auf 1% auflösen so muß ein Okular die Auflösung aus diesen Durchmessern herausarbeiten. Je kleiner nun das Primärbild ist desto schwieriger wird es für ein Okular Jupiter in entsprechender Vergrößerung darzustellen. Man kann es auch so sagen je kürzer die Teleskopbrennweite ist desto mehr muß ein Okular nachvergrößern.
Bei 5000mm Brennweite sind die feinsten Details die ein Okular darstellen müßte 0,012mm groß das entspricht einem viertel vom Durchmesser eines Haares und das ist schon schwierig. Bei 625mm müßte ein Okular schon das Kunststück fertig bringen aller feinste Details in der Größe von nur noch 0,0015 mit entsprechend stärkster Nachvergößerung dem Auge zur Verfügung stellen.
Um zu begreifen wie grenzwertig das wird mal ein Vergleich zur Wellenlänge vom Licht. Bitte auf die Nullen hinterm Komma achten! Das liegt in Sichtbaren Spektrum bei ca. 0,0004 bis 0,0007mm, im mittel also bei 0,00055mm. Mit anderen Worten bei 625mm Brennweite hat das Licht bei den feinsten Details nur noch gerade so viel Platz um 3mal hin und her zu schwingen. Daraus folgt: je kürzen die Teleskopbrennweite desto schwieriger wird es für die Optik insgesamt feinste Details für das Auge mit entsprechender Vergrößerung dar zu stellen. Mit anderen Worten: eine größere Öffnung bietet nicht nur wegen den größeren Durchmesser ein höhere Auflösung an sondern auch wegen der damit einher gehenden längeren Brennweite. Dem Okular und zu letzt auch dem Auge stehen größere Strukturen zur Verfügung!
Mal ein Beispiel: mit meiner 10"-Optik kann ich Jupiter bis zu 385-fach Vergrößern. Der kommt dann so fett rüber wie eine 2€-Münze aus 25-30 cm Entfernung betrachtet. Eine 2€-Münze hat einen Durchmesser von 26mm und ein Prozent davon ist schon ein Viertelmillimeter. Mal ehrlich, ist das wirklich immer noch richtig scharf? Aber Du kannst ja jetzt einmal nachrechnen in wie weit Du Dein Primärbild bei entsprechender Brennweite nachvergrößern mußt um von 1,2mm oder gar von nur 0,15mm auf 26mm zu kommen!
Daher: Mir ist für die Hochvergrößerung ein 6-Zoll F8-Newton lieber als ein 6-Zoller mit F5 und das nicht nur wegen dem kleineren Fangspiegel. Die F8-Optik hat in dieser Disziplin, was das Vergrößern anbelangt einfach mehr Reseven!
So gesehen bist Du mit dem F8- Newton schon auf dem richtigen Weg. Aber muß es ausgerechnet einer sein mit einem turmhohen Okularauszug und kontrastmindernden "fetten" Fangspiegel? Da gibt es auch welche die sind für die visuelle Anwendung und hohen Kontrast ausgelegt. Die machen am Planeten einfach mehr Spass.
Nun einmal eine kleine "Hitparade" für Planeten-Teleskope bis 8" bei vergleichbarer Öffnung:

1. farbreine F8-Refraktoren / Apos
2. Schiefspiegler wie Yolo / Kutter
3. F8-Newton und Maksutov-Newton mit kleiner Obstruktion
4. lange Fraunhofer F15-F20 und länger (annähernd farbrein)
5. schnelle Newton F6-F4,5
6. Maksutov-Cassegrain
7. Schmidt-Cassegrain / Schmidt-Newton
8. kurze Fraunhofer / Richfielder ("Farbwerfer")

Aber, irgendwo kann man mit noch mehr Öffnung alles "erschlagen"!
Und wenn Du wirklich Spass hast an Planeten und willst nicht dauernd riesige "Salatschüsseln" mit Dir Rumschleppen dann sei Dir ein 6"-Apo empfohlen aber nur wenn Du mal nicht weist wohin mit dem Geld. Der ist gut für Vergrößerungen bis zu 343-fach (3,5er Nagler).

Ich denke, Du kannst Dir jetzt in etwa selbst zusammen reimen wonach Du suchen mußt.

Gruß Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,
wo bleiben eigentlich die Planet Sisters ???????

Eine Kauf-Empfehlung ist schwierig, weil man mit etwas Erfahrung i.d.R. :über die Jahre sein Equipment erweitert hat, und damit auch die Ansprüche, dann wieder das Equipment, und wd. die Ansprüche, usw. .. je nach Bonität u/o Zeit, die man für's Hobby hat. Am Ende hat man vergessen, wie es sich am Anfang angefühlt hat, durch eine Röhre zu schauen, die man vom späteren Erfahrungsstand aus betrachtet nicht mehr auf eine Montierung schrauben würde.
Ein weiterer Aspekt ist,dass es natürlich Sinn macht, sich vorher etwas Hintergrundwissen anzueignen, aber einem die Theorie dann gefühlt doch so alleine nicht wirklich weiterhilft. Gerade am Anfang wäre daher mein Ratschlag, nicht unbedingt gleich etwas 'optimales' zu suchen, weil einfach noch zu viel offen ist. Bleibt's bei Planeten, oder will man doch dann auch mal anders beobachten? will man nur beobachten oder auch in die Fotografie einsteigen? rafft man sich wirklich auf, alles ins Auto zu laden und in die Pampa zu fahren oder bleibt man lb. auf Terasse od. Balkon zu Hause und nimmt in Kauf, je nach Jahr zun Zeit manches zu verpassen, weil's grad hinterm Haus des Nachbarn stattfindet?

Aber nach dem allgemeinen Geschwurbel doch noch ein paar konkretere Worte aus mn. Sicht: 1-1.2 (Teuro-)TEUR können für ein brauchbares Teleskop mit Montierung reichen, sind aber am Ende insgesamt zu wenig, wenn man wirklich Spass dran findet und tiefer einsteigen will. Also u.U. für den 2. ,3., 4. Schritt mindestens nochmal sowiel, besser 2x so viel im vorraus einplanen (z.B. für Kamera, Filter, Nachführung, etc). Ich habe z.B: vor ein paar Jahren auch mit einem Bresser AR 152/1200 angefangen, auf einer Exos 2. Tubus, Okularauszug, Sucher etc. sind für den Preis schon gut. Die Optik ist hier der limitierende Faktor (siehe Posts oben). Das Licht ist mir persönlich dann aber erst aufgegangen, als ich das Teil mit einer 152mm ED-Apo Linse gepimpt habe.Da will man dann nicht mehr zurück und wieder durch den Achromaten schauen. Die Linse war aber teurer als alles vorher zusammen ( und man muss auch selbst basteln, denn einfach das Objektiv austauschen geht natürlich nicht).
Die Exos2 Montierung ist für 150/1200 mm natürlich hoffnungslos unterdimensioniert, aber es geht trotzdem :). Erstaunlicherweise. Es gibt dafür von Skywatcher ein günstiges Motoren-Set, und anstelle einer teureren Montierung habe ich mir später einen Motor-Focuser geleistet. Trotzdem ist das ein Schwachpunkt, aber einer, mit dem man leben kann. Wenn der Bus unten auf der Strasse vorbeiöttelt, hopst der Mars gewaltig auf dem Schirm (bei angeschlossener Kamera) , aber später nachts fährt der ja nicht mehr :). Was ich mit dem Beispiel vermitteln will ist, dass man auch mit Einsteigerequipment durchaus was reissen kann, wenn man entprechende Gelassenheit mitbringt und Bereitschaft, sich mit Unzulänglichkeiten zu arrangieren. D.h. einfach mal loslegen mit einem El-Cheapo Teil, aber im Hinterkopf schon darauf gefasst sein, dass es schnell mehr werden kann :)
Noch kurz 2 Punkte:
- Wenn einen Planeten wirklich interessieren, und das was dort abgeht, braucht man Auflösung, und die gibts nur über Öffnung. Da ist 6" ( 150 mm) schon nicht verkehrt, weniger wird einen auf Dauer nicht glücklich machen.
- Vom Gefühl her geht nix über das visuelle Erlebnis, aber am Ende kommt man bei Planeten m.E. um die Fotographie inkl Nachbearbeitung nicht herum, weil damit nochmal wesentlich mehr Details herausgearbeitet werden können. Also das hinsichtlich Equipment u. Budget auch schonmal nicht ganz ausblenden...

Viel Spass & Erfolg
-cb
 
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