Erklärung zu Refraktoren - Achromaten, Apochromaten, Duplet, Triplet, Quintuplet, ED u.s.w

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Man muss aufpassen welchen Transmissionswert man betrachtet.
Wenn du im Glaskatalog die Interne Transmission Ti der Gläser betrachtest musst du das natürlich auch beim CaF2 tun.
10mm CaF2 hat da bei 546 nm eine interne Transmission Ti von 0,9996
Den Anhang 232591 betrachten

Grüße Gerd
Dass ich darauf aufpassen muss, wusste ich durchaus, nur hatte ich bis dato keinerlei Quelle zur Hand für die reine interne Transmission, lediglich eine, die inklusive reflexion für eine 5mm Scheibe 95-96% angab und eine, welche inklusive reflexion bei 10mm 90-91% angab. In beiden Fällen unvergütet. Wo gehen denn da die 5% für weitere 5mm flöten? Oder ist das der Unterschied in der Fähigkeit der jeweiligen Hersteller einen sauberen Einkristall zu züchten?
 
Danke für die Erklärungen. Wie schon von vielen hier erwähnt, handelt es sich hier wohl um ein sehr umfangreiches Thema.

Wie vorher schon erwähnt, habe ich mir ein 155er Apo zugelegt. Vor einiger Zeit hatte ich hier mal die Diskussion angeregt, dass ich bei höherer Brennweite von einem Newton zu einem Refraktor umsteigen möchte. -> Umstieg von einem Newton zu einem Refraktor

Da war auch mal das Thema bezüglich den hochrangigen Apos aufgetreten, welche wohl auch hier Thema sind. Mal von diesen ganzen hier erwähnten Punkten mit Transmission, Farbfehlern u.s.w. eine Frage hierzu etwas ab vom Schuss. Ich habe mich für einen 5000€ "billig Apo" entschieden. Zum einen weil schon von vornherein das Geld für einen dreifach teureren nicht vorhanden wäre, aber auch nicht meine Sicht, dass mir das einen gerechtfertigten Vorteil verschaffen würde. Ich bin ja wie ihr hier schon gemerkt habt, recht ahnungslos. Gibt es hier eine Seite oder hat jemand von euch eigene Vergleiche, inwiefern sich ein 5000€ Apo zu einem 15000€ Apo in der "Praxis" unterscheidet? Gibt es Vergleichsbilder, bei denen man dann eindeutig sagen kann: "Klar, das ist mit dem 15000 Takahashi, Astro Physics, Tec (und wie sie heissen) entstanden, und das andere mit einem Apo welches nur den Drittel des Preises gekostet hat? Sieht man das irgendwie auffällig bzw. sind da so Welten dazwischen? Mir fehlt hier als Laie einfach der Vergleich. Ich hätte hier gerne so etwas wie die ganzen Veregleichseiten für Kameraobjektive, bei denen manidentische Bilder gegenüberstellen kann, und die Randschärfe, Farbfehler u.s.w wirklich Bildlicht vergleichen kann.Ihr werft hier ja mit zahlen um euch herum, aber wie sieht so etwas in einem Bild aus? Tut mir leid, wenn ich hier so naiv fragen muss. :)

Oder reden wir hier wirklich nur von minimalen Nuancen, welche man erst eindeutig sieht, wenn man bei den Aufnahmen den Pixelpeeper macht? Und man zahlt den dreifachen Preis einfach wegen 10% mehr Bildqualität, welche den meisten kaum auffallen?
 
Rein interessehalber, gibt es aktuell noch Hersteller, die noch aktiv Ölgefügte Objektive produzieren?

Astro Physics, TEC, CFF, Astro Optik Manufaktur machen nahezu alle ihre Apos ölgefügt - das ist die Mehrheit der namhaften top Hersteller - dagegen stehen Tak und LZOS die Luftspalte haben. Neu hinzugekommen sind vor Kurzem die Optiken von Agema, die ich ohne Zweifel in den top Kreis mit aufnehme. Deren Optiken haben ebenfalls Luftspalte aber im Unterschied zu Tak und LZOS kommt Agema mit nur zwei Linsen aus - eine davon aus Fluorit.

Unterschiede in der Qualität der Optiken findet man in diesem Kreis nur in Nuancen - entscheidender ist da eher die mechanische Qualität, Abmaße, Gewicht, Öffnungsverhältnis und persönliche Vorlieben.

Denke gute Geräte aus dem immer größer werdenden Reigen der Asiatischen Hersteller kommen da optisch durchaus mit aber die Qualitätsstreuung dürfte größer sein. Außerdem nützt ein noch so gutes Ausgangsmaterial und top Fertigungsprozesse nichts wenn hinterher schludrig zusammengebaut und die Geräte mit Zentrierkoma oder verspannten Optiken ausgeliefert werden.

Wirklich aussagekräftig ist daher letztendlich nur der direkte Vergleich von einzelnen Geräten am Himmel.
 
Ah, cool, war mir nicht bewusst dass das so viele machen, hab wohl nie wirklich damach gesucht, dass mir das so entgangen ist. Obwohl, die Okularseitigen Ha Filter sind ja auch Ölfefügt
 
Gibt es Vergleichsbilder, bei denen man dann eindeutig sagen kann: "Klar, das ist mit dem 15000 Takahashi, Astro Physics, Tec (und wie sie heissen) entstanden, und das andere mit einem Apo welches nur den Drittel des Preises gekostet hat? Sieht man das irgendwie auffällig bzw. sind da so Welten dazwischen?
Hallo Dane,

guckst Du z.B. hier:




Gruß,
Peter
 
Egal wieviel man glaubt zu wissen, hier lernt man dazu, cooler thread
 
Schaut man sich einmal die Strehlkurven verschiedener Designs an, bzw. real gemessene Polystrehlkurven, so kann man häufig sehen, das dass caf2 Triplet nochmal deutlich besser im blauen Spektrum abschneidet bzw. abschneiden kann.
So kann es selbst bei 432nm noch einen Strehl mit über 0.95 haben. Was natürlich sehr von der Öffnung und Brennweite usw. abhängig ist.
Wohingegen das fpl53 Triplet schon bei 468nm unter die Beugungsgrenze fallen kann.

Daher vielleicht die überragende Abbildunsleistung der caf2 Triplets und zum anderen die nahezu Streulichtfreiheit des caf2 (Lasertest)
 
Also vom Polystrehl (also Fokus auf 542) liegen meine FPL 53 Apos bei 486nm etwas unter der Beugungsgrenze, das stimmt. Fokus auf die einzelne Farbe ist aber wieder über der Beugungsgrenze.
 
Schaut man sich einmal die Strehlkurven verschiedener Designs an, bzw. real gemessene Polystrehlkurven, so kann man häufig sehen, das dass caf2 Triplet nochmal deutlich besser im blauen Spektrum abschneidet bzw. abschneiden kann.
So kann es selbst bei 432nm noch einen Strehl mit über 0.95 haben. Was natürlich sehr von der Öffnung und Brennweite usw. abhängig ist.
Wohingegen das fpl53 Triplet schon bei 468nm unter die Beugungsgrenze fallen kann.

Daher vielleicht die überragende Abbildunsleistung der caf2 Triplets und zum anderen die nahezu Streulichtfreiheit des caf2 (Lasertest)

Der heilige Gral unter den APOs ist der caf2 Triplet mit Ölfügung.

Hallo Uwe,

das stimmt so nicht.
Wenn du eventuell auf den FLT105 mit für einen Triplet schon extrem langsamen F9,5 anspielst so ist das den Eckdaten und nicht demCaF2 oder der Öl Fügung geschuldet.

Das CaF2 hat bei einem Triplet mit Luftspalt keinen Vorteil gegenüber FPL53 und ein ölgefügter Triplet wo CaF2 tatsächlich von Vorteil ist ist aufgrund seiner eingeschränkten Freiheitsgrade sogar im Nachteil gegenüber einem Triplet mit Luftspalt und FPL53.
So liegt zb. der Zeiss APQ130 bei g also 436nm deutlich unter Strehl 0,5 während der Takahashi TSA 120 bei g noch etwa Strehl 0,76 hat.

Auch die Messungen von Kurt zu diversen APOs zeigen das die dort getesteten 3 ölgefügten Triplets schlechter als vergleichbare Triplets mit Luftspalt abschneiden.


Besonders interessant bei der Messung von Kurt ist auch die Kurve für den Farblängsfehler.

Alle 3 ölgefügten Triplets Kurve 5 bis7 weisen lediglich einen U förmigen Verlauf auf der für ein Doublet wie den Pentax Kurve 8 typisch ist.
Das bedeutet im betrachteten Spektralbereich können alle 3 getesteten ölgefügten Triplets nur 2 Wellenlängen in einem Fokus vereinigen.

Ganz anders bei allen getesteten Triplets mit Luftspalt.
Diese weisen den typischen S förmigen Verlauf beim Farblängsfehler auf und können im betrachteten Spektralbereich demzufolge 3 Farben in einem Fokus vereinigen.


Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Gerd

Danke für deine Klarstellung.
Dem Kurt seine Messungen kenne ich gut, ich habe meinen APO dort selber "Polystrehlen" lassen, aber auch weil mich damals das Prozedere der Messung interessiert hat bin ich zu ihm gefahren.

Alle 3 ölgefügten Triplets Kurve 5 bis7 weisen lediglich einen U förmigen Verlauf auf der für ein Doublet wie den Pentax Kurve 8 typisch ist.
Das bedeutet im betrachteten Spektralbereich können alle 3 getesteten ölgefügten Triplets nur 2 Wellenlängen in einem Fokus vereinigen.

Ganz anders bei allen getesteten Triplets mit Luftspalt.
Diese weisen den typischen S förmigen Verlauf beim Farblängsfehler auf und können im betrachteten Spektralbereich demzufolge 3 Farben in einem Fokus vereinigen.

Ja, das war eine wichtige Erkenntnis und eine schöne Bestätigung der Theorie und der Optikrechnung.
Leider fehlen ein paar caf2 Öl-Triplets zum Vergleich.
Diese würden je nach Öffnungsverhältnis einen S förmigen Verlauf haben.

Hier diese Seite kennst du bestimmt auch.

Mich würde interessieren wie ein fpl-53 Öl-Triplet in 150 f/8 dazu aussehen würde?!

Gruß
CS
 
Hallo Uwe,

auch stimmt ja, du hattest ja selber deinen APO bei Kurt.
Das ölgefügte Triplet mit CaF2 das du verlinkt hast ist schon wirklich gut und es weist dank des CaF2 auch einen S förmigen Verlauf beim Farblängsfehler auf.
Da muss man sich mit FPL53 schon ordentlich strecken um da ranzukommen.
Wie ich schon schrieb hat das CaF2 beim ölgefügten Triplet einen Vorteil.
Mit dem guten ZKN7 als Partnerglas zum FPL53 kann man bei 150F8 aber trotzdem da fast rankommen.
Ein ölgefügtes Triplet mit ZKN7/FPL53/ZKN7 kommt bei 436nm auf Strehl 0,86 und bei 707nm auf Strehl 0,94 der Fokus liegt auf 550nm.

Grüße Gerd
 
N-ZK 7 oder ZKN-7?
Hab mal gelesen das das erste die Bleifreie Variante des zweiten sein soll und beide verhältnismäßig starke interne Streuung haben sollen, ist da was dran?
 
Der Beitrag vom Kurt ist echt gut, macht der das noch? Hätte da zwei Kandidaten die ich gern mal messen lassen würde.
 
ich habe irgendwo gelesen (weiß leider nicht mehr wo) das Tripletts mit Luftspalt wesentlich robuster sind als ölgefügte Objektive und das man ölgefügte Objektive immer senkrecht lagern sollte. Auch soll es so sein, dass ölgefügte Objektive nach einer gewissen Zeit nachjustiert werden müssen und insgesamt empfindlicher sind.
Ist das richtig bzw. noch gültig?
 
N-ZK 7 oder ZKN-7?
Hab mal gelesen das das erste die Bleifreie Variante des zweiten sein soll und beide verhältnismäßig starke interne Streuung haben sollen, ist da was dran?
Ja ganz genau so ist es.
Das N-ZK7/ ZKN7 ist auch kein beständiges Glas und muss daher unbedingt mit einer Vergütung geschützt werden.
In hoher Qualität ist es sehr teuer.
Dennoch gibt es Anwendungsfälle.
Es wurde zb. in den AOM Doublets zusammen mit FPL51 verwendet.
Es gib so ein Glas soweit ich weiß auch nur von Schott.
Kein anderer Hersteller hat etwas Vergleichbares im Programm.

Der Beitrag vom Kurt ist echt gut, macht der das noch? Hätte da zwei Kandidaten die ich gern mal messen lassen würde.

Kurt wird diese Messungen wohl nicht mehr machen.
Das ist in dem Umfang halt auch sehr Zeitaufwendig
Ich hatte ihn vor einiger Zeit auch schon mal diesbezüglich gefragt.

Grüße Gerd
 
ich habe irgendwo gelesen (weiß leider nicht mehr wo) das Tripletts mit Luftspalt wesentlich robuster sind als ölgefügte Objektive und das man ölgefügte Objektive immer senkrecht lagern sollte. Auch soll es so sein, dass ölgefügte Objektive nach einer gewissen Zeit nachjustiert werden müssen und insgesamt empfindlicher sind.
Ist das richtig bzw. noch gültig?

Zu den ölgefügten Optiken gib es bezüglich Justage Stabilität widersprüchliche Aussagen.
Ich vermute mal das ist eine Frage der Fassung.
Das geniale an der Ölfügung ist das sie sich unter Einwirkung der Schwerkraft bei waagerecht liegenden Linsen selbst zentriert.
Das dauert aber mehrere Wochen.
Der Haken daran ist allerdings das die Zentrierung dann bei sektrecht stehenden Linsen auch wieder verloren geht.
In beiden Fällen müssen die Linsen natürlich genügend Freiraum haben.
Man kann natürlich die Fassung auch so gestalten wie bei den Luftspalt Optiken und das Objektiv händisch zentrieren.
Dann bleibt die Zentrierung auch bei senkrecht stehenden Linsen erhalten.

Grüße Gerd
 
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