Chrisl
Aktives Mitglied
Hallo liebe Filter-Geplagten!
Wie bereits angekündigt, konnte ich heute zwischen 4 und 5 Uhr Früh – der Wettergott hatte kurz ein Einsehen – den neuen Antlia ALP-T Dual-Schmalbandfilter testen. Des Weiteren war ich natürlich auch an einem Vergleich mit meinen bisherigen Baader CMOS Filtern (Ha und OIII) interessiert.
Versuchsaufbau und Durchführung:
Skywatcher Esprit 100/550 (550mm Brennweite, f/5,5) mit original Skywatcher Flattener
QHY600C-PH, 61MP Farb-CMOS-Kamera
UFC-Filterschublade
Skywatcher EQ6-R auf Berlebach UNI-Stativ
MGEN-3
Aufnahmesoftware N.I.N.A.
Filter:
Baader 2“ Ha Filter 6,5nm CMOS (f/3,5 – f/10)
Baader 2“ OIII Filter 6,5nm CMOS (f/3,5 – f/10)
Antlia 2“ ALP-T Dual-Schmalbandfilter 5nm
Es wurde je Filter eine Aufnahme zu 600 Sekunden bei Gain 56 und Offset 50 im High Gain Modus aufgenommen. Sensortemperatur -10°C. Vor jeder Aufnahme wurde der Fokus mittels Bahtinov-Maske überprüft und ggf. eingestellt. Die Aufnahmen erfolgten am 7.1.2022 ohne Mond zwischen 4 und 5 Uhr, siehe die Info in den Dateinamen.
Die gewonnenen Aufnahmen wurden im Astro Pixel Processor de-bayert und mittels Fitswork identisch gestreckt (Schwarzpunkt an Beginn des Histogrammberges, Gamma 5, Weißpunkt auf 3100).
Mittels Rechtsklick auf das Bild wurde in Fitswork die Bildstatistik für das gesamte Bild aufgerufen und wird nachstehend wiedergegeben. Das Signal-Rauschverhältnis habe ich dabei durch Division des Mittelwertes durch die Standardabweichung selbst berechnet (nur für die maßgeblichen Kanäle).
2022-01-07_04-01-52_-10.00_600.00_0002_Baader_Hadb.fits
Rot:
Mittelwert : 871.26617
Std.Abweichung : 304.49387
Minimum : 713 @ 8898,42
S/N (Mittelwert/Std. Abweichung): 2,86
Grün:
Mittelwert : 817.53392
Std.Abweichung : 208.37669
Minimum : 690 @ 1461,4730
Blau:
Mittelwert : 817.2261
Std.Abweichung : 214.32395
Minimum : 682 @ 9017,979
2022-01-07_04-30-46_-10.00_600.00_0004_Baader_OIIIdb.fits
Rot:
Mittelwert : 816.47914
Std.Abweichung : 216.83839
Minimum : 688 @ 5520,5596
Grün:
Mittelwert : 865.15246
Std.Abweichung : 307.22141
Minimum : 717 @ 5723,2190
S/N (Mittelwert/Std. Abweichung): 2,82
Blau:
Mittelwert : 842.83081
Std.Abweichung : 268.92065
Minimum : 715 @ 7683,4309
S/N (Mittelwert/Std. Abweichung): 3,13
2022-01-07_04-16-20_-10.00_600.00_0003_Antliadb.fits
Rot:
Mittelwert : 876.34729
Std.Abweichung : 297.88447
Minimum : 722 @ 8152,2707
S/N (Mittelwert/Std. Abweichung): 2,94
Grün:
Mittelwert : 857.50429
Std.Abweichung : 284.48418
Minimum : 720 @ 9477,4526
S/N (Mittelwert/Std. Abweichung): 3,01
Blau:
Mittelwert : 843.11421
Std.Abweichung : 262.86171
Minimum : 695 @ 9017,979
S/N (Mittelwert/Std. Abweichung): 3,21
Wie gesagt sind diese Daten über das gesamte Bildfeld und inkl. Hot- und Coldpixel gerechnet und daher vielleicht nicht ganz so aussagekräftig.
Ergebnis, Interpretation:
Rein vom Signal-Rauschverhältnis hat der Antlia-Filter knapp die Nase vorn, was aufgrund der etwas geringeren Halbwertsbreite auch zu erwarten war.
Für mich wesentlich ist jedoch der optische Eindruck, nicht etwaige Zahlenspiele.
Hier wirkt der Antlia-Filter im Vergleich zu den Baader Filtern wesentlich Kontrastreicher mit viel feineren Details und deutlich geringerem Rauschen. Man könnte fast meinen, das etwas gestreckte Einzelbild wäre schon eine fertig bearbeitete Aufnahme!
Die Sterne haben beim Antlia keine Säume, was dem sehr stark nach links verschobenen Weißpunkt geschuldet ist. Setzt man den Weißpunkt jedoch weiter rechts, ist das Erscheinungsbild der Sterne beim Antlia gleich wie bei den Baader Filtern.
Aus meinen regulären Aufnahmeserien kenne ich das Problem der Stern-Halos bei den Baader Filtern. Deshalb zwei 10-Minütige Aufnahmen mit dem Antlia ALP-T auf Elnath im Fuhrmann (2,0mag.) und Pollux in den Zwillingen (1,34mag.).
Schon bei den vorhergehenden Schmalbandaufnahmen sind mit Reflexionen an Sternen insbes. unten rechts sowie leicht eierförmige Sterne aufgefallen, obwohl der MGEN durchgängig zuverlässig auf <0,5 Bogensekunden geguided hat. Bei den Halo-Tests auf Elnath und Pollux ist dann ein ganzer Bildbereich aus unerfindlichen Gründen abgeschattet.
Die Erklärung für diese Phänomene konnte ich leider erst nach Abbau der Ausrüstung entdecken: Offenbar hatte sich ein Unterlegstreifen aus hellem Kunststoff aus dem Okularauszug gelöst und lag im Strahlengang des OTA!
Hoppala! Zum Glück ist das nur bei Testaufnahmen passiert und nicht bei einer regulären Aufnahmeserie.
Dass sich deshalb aus dem heutigen Versuch die 100%ige Halofreiheit des Antlia-Filters leider nicht beurteilen lässt, ist bedauerlich, ließ sich jedoch aufgrund des bereits abgebauten Equipments nicht mehr nachholen. Ich präsentiere daher diese Fotos mit entsprechendem Vorbehalt zur eigenen Interpretation.
Ich hoffe, dieser Vergleich ist für den Einen oder Anderen hilfreich!
LG
Christian
Wie bereits angekündigt, konnte ich heute zwischen 4 und 5 Uhr Früh – der Wettergott hatte kurz ein Einsehen – den neuen Antlia ALP-T Dual-Schmalbandfilter testen. Des Weiteren war ich natürlich auch an einem Vergleich mit meinen bisherigen Baader CMOS Filtern (Ha und OIII) interessiert.
Versuchsaufbau und Durchführung:
Skywatcher Esprit 100/550 (550mm Brennweite, f/5,5) mit original Skywatcher Flattener
QHY600C-PH, 61MP Farb-CMOS-Kamera
UFC-Filterschublade
Skywatcher EQ6-R auf Berlebach UNI-Stativ
MGEN-3
Aufnahmesoftware N.I.N.A.
Filter:
Baader 2“ Ha Filter 6,5nm CMOS (f/3,5 – f/10)
Baader 2“ OIII Filter 6,5nm CMOS (f/3,5 – f/10)
Antlia 2“ ALP-T Dual-Schmalbandfilter 5nm
Es wurde je Filter eine Aufnahme zu 600 Sekunden bei Gain 56 und Offset 50 im High Gain Modus aufgenommen. Sensortemperatur -10°C. Vor jeder Aufnahme wurde der Fokus mittels Bahtinov-Maske überprüft und ggf. eingestellt. Die Aufnahmen erfolgten am 7.1.2022 ohne Mond zwischen 4 und 5 Uhr, siehe die Info in den Dateinamen.
Die gewonnenen Aufnahmen wurden im Astro Pixel Processor de-bayert und mittels Fitswork identisch gestreckt (Schwarzpunkt an Beginn des Histogrammberges, Gamma 5, Weißpunkt auf 3100).
Mittels Rechtsklick auf das Bild wurde in Fitswork die Bildstatistik für das gesamte Bild aufgerufen und wird nachstehend wiedergegeben. Das Signal-Rauschverhältnis habe ich dabei durch Division des Mittelwertes durch die Standardabweichung selbst berechnet (nur für die maßgeblichen Kanäle).
2022-01-07_04-01-52_-10.00_600.00_0002_Baader_Hadb.fits
Rot:
Mittelwert : 871.26617
Std.Abweichung : 304.49387
Minimum : 713 @ 8898,42
S/N (Mittelwert/Std. Abweichung): 2,86
Grün:
Mittelwert : 817.53392
Std.Abweichung : 208.37669
Minimum : 690 @ 1461,4730
Blau:
Mittelwert : 817.2261
Std.Abweichung : 214.32395
Minimum : 682 @ 9017,979
2022-01-07_04-30-46_-10.00_600.00_0004_Baader_OIIIdb.fits
Rot:
Mittelwert : 816.47914
Std.Abweichung : 216.83839
Minimum : 688 @ 5520,5596
Grün:
Mittelwert : 865.15246
Std.Abweichung : 307.22141
Minimum : 717 @ 5723,2190
S/N (Mittelwert/Std. Abweichung): 2,82
Blau:
Mittelwert : 842.83081
Std.Abweichung : 268.92065
Minimum : 715 @ 7683,4309
S/N (Mittelwert/Std. Abweichung): 3,13
2022-01-07_04-16-20_-10.00_600.00_0003_Antliadb.fits
Rot:
Mittelwert : 876.34729
Std.Abweichung : 297.88447
Minimum : 722 @ 8152,2707
S/N (Mittelwert/Std. Abweichung): 2,94
Grün:
Mittelwert : 857.50429
Std.Abweichung : 284.48418
Minimum : 720 @ 9477,4526
S/N (Mittelwert/Std. Abweichung): 3,01
Blau:
Mittelwert : 843.11421
Std.Abweichung : 262.86171
Minimum : 695 @ 9017,979
S/N (Mittelwert/Std. Abweichung): 3,21
Wie gesagt sind diese Daten über das gesamte Bildfeld und inkl. Hot- und Coldpixel gerechnet und daher vielleicht nicht ganz so aussagekräftig.
Ergebnis, Interpretation:
Rein vom Signal-Rauschverhältnis hat der Antlia-Filter knapp die Nase vorn, was aufgrund der etwas geringeren Halbwertsbreite auch zu erwarten war.
Für mich wesentlich ist jedoch der optische Eindruck, nicht etwaige Zahlenspiele.
Hier wirkt der Antlia-Filter im Vergleich zu den Baader Filtern wesentlich Kontrastreicher mit viel feineren Details und deutlich geringerem Rauschen. Man könnte fast meinen, das etwas gestreckte Einzelbild wäre schon eine fertig bearbeitete Aufnahme!
Die Sterne haben beim Antlia keine Säume, was dem sehr stark nach links verschobenen Weißpunkt geschuldet ist. Setzt man den Weißpunkt jedoch weiter rechts, ist das Erscheinungsbild der Sterne beim Antlia gleich wie bei den Baader Filtern.
Aus meinen regulären Aufnahmeserien kenne ich das Problem der Stern-Halos bei den Baader Filtern. Deshalb zwei 10-Minütige Aufnahmen mit dem Antlia ALP-T auf Elnath im Fuhrmann (2,0mag.) und Pollux in den Zwillingen (1,34mag.).
Schon bei den vorhergehenden Schmalbandaufnahmen sind mit Reflexionen an Sternen insbes. unten rechts sowie leicht eierförmige Sterne aufgefallen, obwohl der MGEN durchgängig zuverlässig auf <0,5 Bogensekunden geguided hat. Bei den Halo-Tests auf Elnath und Pollux ist dann ein ganzer Bildbereich aus unerfindlichen Gründen abgeschattet.
Die Erklärung für diese Phänomene konnte ich leider erst nach Abbau der Ausrüstung entdecken: Offenbar hatte sich ein Unterlegstreifen aus hellem Kunststoff aus dem Okularauszug gelöst und lag im Strahlengang des OTA!
Hoppala! Zum Glück ist das nur bei Testaufnahmen passiert und nicht bei einer regulären Aufnahmeserie.
Dass sich deshalb aus dem heutigen Versuch die 100%ige Halofreiheit des Antlia-Filters leider nicht beurteilen lässt, ist bedauerlich, ließ sich jedoch aufgrund des bereits abgebauten Equipments nicht mehr nachholen. Ich präsentiere daher diese Fotos mit entsprechendem Vorbehalt zur eigenen Interpretation.
Ich hoffe, dieser Vergleich ist für den Einen oder Anderen hilfreich!
LG
Christian
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