Sehr glatter Guiding-Graph und trotzdem (oder genau deswegen) Eiersterne

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Florian Straßer

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Hallo zusammen,
wer kann mir Tipps zu folgendem Problem geben? Obwohl ich beim Ausbalancieren des Teleskops auf meiner Montierung, sowie bei der Polausrichtung unter Zuhilfenahme von SharpCap Pro recht penibel vorgehe, traue ich dem extrem flachen und fast perfekt anmutenden PHD2 Guiding Graphen nicht so recht.
Interessanter weise habe ich zwischendrin immer wieder mal Aufnahmen mit eiförmig verzogenen Sternen. Z.B. können die ersten 3 Aufnahmen gut sein, mit runder Sternabbildung, die 4. hat dann leicht bis mittelstark verzogene Sterne, 5. Aufnahme ist wieder gut, usw.. Man könnte Wind, oder andere Bewegung vermuten, aber das würde man im Graphen ja durch entsprechende Ausschläge erkennen. Ich kenne mich mit der Thematik noch nicht wirklich gut aus, aber könnte es möglicherweise ein Backlash Problem meiner EQ8-R sein? Freue mich auf euer Feedback.
Schöne Grüße
Florian

Ps. Fiel mir speziell auf als ich gestern 10 min. Einzelaufnahmen von M82 mit DNB-Filter machte. Ich benutze ein Guidescope.
 

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Hallo Florian, wenn du trotz scheinbar perfektem Guiding unrunde Sterne bekommst, dann verschiebt sich anscheinend die Achse vom Guidescope relativ zur Achse der aufnehmenden Optik. Da musst du halt prüfen, ob es an der mechanischen Befestigung vom Guidescope oder bei den Kameras Schwachstellen gibt. Bei manchen optischen Systemen wie z.B. Schmidt-Cassegrains mit Hauptspiegelfokussierung oder Newtons mit losem Hauptspiegel kann sich auch die interne Ausrichtung der Optik verschieben. Da gibt es viele Möglichkeiten. Beschreib doch mal dein System, vielleicht kann man dann mögliche Ursachen eingrenzen. - Gruß, Peter
 
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Dein Guiding Graph sieht auch aufgrund der Skalierung sehr glatt aus. Auf dem Target sieht man ja, dass die Abweichung eher 0,5 bis 1" beträgt. Bei guter Montierung und Einnordung vielleicht gar nicht so abwegig.
 
Vielen Dank für euere Unterstützung.
Das Guidingscope sollte eigentlich recht gut auf das Hauptteleskop ausgerichtet sein. Man sieht auf dem Guidingbild ganz dezent M82, also das anvisierte Ziel, schimmern. Den 12“ Newton hatte ich 2 Tage zuvor justiert. Das Ziel stand steil, was bedeutet der Spiegel sollte satt in der Halterung liegen. Ich habe natürlich verschiedene Skalierungen versucht. Die Skalierung des Graphen ist auf 100x eingestellt ebenfalls sehr eben. Ich könnte nochmals überprüfen, ob alles mechanisch fest ist, aber das sollte es eigentlich sein. Ich habe noch eine Guidingcam mit kleineren Pixeln, die werde ich mal im Austausch testen. Meine Pixelscale des Aufnahmesystems ist mit 0,52“/Pixel im Oversampling Bereich. Möglicherweise ist diese Auflösung zu empfindlich für die benutzte Guidingcam. Könnte es eine Verbesserung bringen mit 2x2 Binning zu arbeiten?
 
HI Florian,
es gibt zwei Skalierungen.
Einmal die X-Achse (Rot / horizontal) und die Y-Achse (Grün / Vertikal). In deinem Bild steht diese auf 400 ... und schreibst auch, dass diese bei 100 nur wenig anders aussieht.
Ändere doch mal die Y-Achse (grün) auf 4" oder 2" ab.
Der Graph zeigt da den Auschlag im zeitlichen Verlauf.
Das Häkchen bei der Trend-Linie ruhig auch mal setzen, dann siehst du wie deine Montierung läuft/verläuft und wo nachgeregelt werden sollte.
2022-03-29 10_29_11-Sehr glatter Guiding-Graph und trotzdem (oder genau deswegen) Eiersterne _...jpg


Ich habe z.B. stehen:
Rot: X-Achse auf 200
Grün: Y-Achse auf 4"
 
ok, nicht gesehen

Was eventuell noch interessant wäre, welche Brennweite hat das Gudingscope und welche das Aufnahme Teleskop und welche Pixelgröße die Kamera.
Auch wenn immer erzählt wird man kann mit 180mm einen 1000mm Newton guiden, habe ich das nie zufriedenstellen hinbekommen.
Zumindest nicht mit kleinen 3.8µm Pixel oder noch kleiner an der Aufnahmekamera, mit größeren Pixel bzw. DSLR mag das gehen.
Nutze deswegen schon seit Jahren einen OAG.

Gruß
Carsten
 
ok, nicht gesehen

Was eventuell noch interessant wäre, welche Brennweite hat das Gudingscope und welche das Aufnahme Teleskop und welche Pixelgröße die Kamera.
Auch wenn immer erzählt wird man kann mit 180mm einen 1000mm Newton guiden, habe ich das nie zufriedenstellen hinbekommen.
Zumindest nicht mit kleinen 3.8µm Pixel oder noch kleiner an der Aufnahmekamera, mit größeren Pixel bzw. DSLR mag das gehen.
Nutze deswegen schon seit Jahren einen OAG.

Gruß
Carsten
Diesen Gedanken hatte ich auch schon. Habe mir auch überlegt auf OAG umzusteigen. Aber was man so liest, sollte das bei der Empfindlichkeit der Kameras kein Problem mehr darstellen, wenn man wie ich ein 1500mm Newton mit einem Guidescope mit 266mm Brennweite nachführt. (ich gebe zu, das ist schon ein enormer Unterschied)
Mein Guidingscope ist das SW Evoguide 50 ED mit Flattener bei 266mm BW und aktuell der ASI 120MC-s (3,75er Pixel) als Guidingcam.
Hier könnte ich noch umstellen auf die QHY 462c mit 2,9er Pixelpitch.
Als Aufnahme Kamera benutze ich die QHY268c mit 3,76er PP.
 
Also ich habe neben meinem 10"f4 welcher ja nur 1000mm hat, noch einen Epsilon mit auf der Montierung.
Da der Epsilon auch einen OAG hat, habe ich mal zum Spaß versucht den Newton über den Epsilon mit seinen 430mm nachzuführen .
Um es kurz zu machen, es hat nicht funktioniert.
Bekomme es nur über den OAG direkt am Newton so zum laufen das ich zufrieden bin.
Allerdings hat meine etwas betagte Guiding Kamera mit 8,2 µm auch recht große Pixel.
Dafür halt immer einen Leitstern ;)

Gruß
Carsten
 
Mein Guidingscope ist das SW Evoguide 50 ED mit Flattener bei 266mm BW und aktuell der ASI 120MC-s (3,75er Pixel) als Guidingcam.
Als Aufnahme Kamera benutze ich die QHY268c mit 3,76er PP.
Hallo Florian, mit dem Guidescope hast du dann eine Pixelauflösung von 2,9", gegenüber einer Pixelauflösung von 0,5" bei der Aufnahmekamera. Selbst wenn diese Werte durch Seeing noch aufgeblasen werden, ist es da nicht weiter überraschend, wenn du unrunde Sterne bekommst. Du könntest die Winkelauflösung der Guide-Optik mit einer Barlow steigern und so besser an die der Aufnahmeoptik anpassen. - Gruß, Peter
 
Hallo, die Pixelgrösse und Winkelauflösung sind gar nicht so entscheidend. Das Guiding richtet sich nach dem Flächenschwerpunkt der Guidesterne. Der Grund für Eiersterne liegt woanders. Multistarguiding bringt es übrigens sehr, falls das noch nicht eingestellt sein sollte.
 
Vielen Dank, für euere Antworten,
Ich werde mal testen, wie sich das mit einen Guidingscope mit mehr Brennweite (500-600mm) und einer Pixelscale von 1“ rum verhält. Bei meiner Aufnahmekamera werde ich mal das 2x2 Binning (Hardwarebinning) testen, welches mit den 1500mm BW dann ebenfalls um 1“ Pixelscale liegt.
Einen OAG möchte ich erst testen, wenn das nicht so fruchtet, wie ich mir das vorstelle.
Ich hätte gerne so wenig als möglich am OAZ hängen.
Grüße Florian
 
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