Super Luminanz als kombiniertes Stacking aller Kanäle

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Shreevy

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Hallo zusammen,

ich bin gestern eher aus einem Missgeschick heraus auf eine interessante Methode gestoßen, dem Luminanzsummenbild wesentlich mehr Pepp zu geben.
Und zwar hatte ich beim Stacking des Luminanzkanals in DSS vergessen, die Bilder der anderen Kanäle (RGB), die in weiteren Gruppen angelegt waren, für das Stacking auszuschließen. Also wurden die Aufnahmen aller Kanäle zu einem Summenbild gestackt. Das ganze fiel erst später auf.
Und da das Summenbild nun einmal vorlag, habe ich es dann einfach mal mit Photoshop ein wenig bearbeitet und siehe da: Einfach der Knaller!
Ein Vergleich mit dem gestreckten Bild, in dem nur die Luminanzaufnahmen gestackt wurden, offenbart wesentlich mehr Details bei deutlich geringerem Rauschen.
Ich habe hier im Forum sehr viel von anderen begeisterten Astrofotografen gelernt und hoffe, dass ich mit dem Hinweis auch mal einen kleinen Beitrag für die Community leisten kann. Das Thema wurde auch bestimmt schon einmal in den Tiefen dieses Forums erwähnt, aber ich habe auf die Schnelle nichts dazu gefunden. Probiert's mal aus ...

VG & CS
Sharif
 
Hallo Sharif
danke für deinen Tipp!
Ich nutze eine DSLR, daher habe ich bislang keine Luminanzbilder nutzen können. Ich dachte, der Vorteil des Luminanzkanal wäre, dass dieser weniger rauscht und daher besser gestreckt werden kann, als die Farben. Daher wundert mich dein Befund etwas.


Ich habe an anderer Stelle gelesen, wie man den Rotkanal als Luminanzkanal benutzen kann. Der soll theoretisch die meiste Schärfe bieten bei der OSC. Allerdings habe ich bei mir den Eindruck, dass dieser auch ziemlich verrauscht ist, im Vergleich zu grün. Naja, andere Baustelle.

Gruß Moritz
 
Hallo Sharif,
das Verfahren nennt sich "Superluminanz" und ist eigentlich recht gängig. Es empfiehlt sich vor allem, wenn man die Farbkanäle sehr lange belichtet hat.
Damit die Gewichtung der Farbkanäle korrekt ist, ziehe ich aus dem farbkalibrierten RGB-Bild mit gleichgewichteten Farbkanälen die Luminanz und stacke sie mit dem eigentlichen Luminanzbild.
Gruß
Sebastian
 
xD

Das ist ne Marktlücke^^
Mal Canon kontaktieren.

Da die meisten User ja grünstichige Aufnahmen mit DSLR haben,
könnten die doch bei ner DA Version die Bayer-Matrx ändern in LRGB ^^
 
Hi zusammen,

klar, wenn das Interesse da ist, werd ich die Vergleichsbilder die Tage einmal hochladen.

VG
Sharif
 
Hallo,
man muss nur etwas aufpassen ;). Farbige Details sind meist auch in der Luminanz des jeweiligen Farbkanals als unterschiedliche Grauwerte angelegt. Beim Stacken erfolgt nicht nur eine Mittelwertbildung, sondern i. d. R. auch eine Ausreißereliminierung oder -reduzierung. Je nach Objekt läuft man Gefahr auch die Strukturen degradieren, wenn man eine Superluminanz erzeugt. Ein rein rotes Ha-Detail dürfte in einer (Super-L)RGB Kombination ggf. eher verlieren. Aber ich will keine Haare spalten. Auch ich erzeuge in APP grundsätzlich auch immer mit den Integrationsoptionen "per channel and all" und "per session and all" immer auch eine Superluminanz. Sie hat fast immer weniger Rauschen und ein besseres SNR und meist kann man sie problemlos verwenden.
 
Auch ich erzeuge in APP grundsätzlich auch immer mit den Integrationsoptionen "per channel and all" und "per session and all" immer auch eine Superluminanz.
Ich verstehe das nicht.
Wird die Luminanz aus dem fertig gestackten RGB Bild heraus geholt? Und danach mit der eigentlichen Luminanz verheiratet?
Gibt es vielleicht ein Video dazu?
Geht es hier um eine farb oder mono Kamera?
CS, Daniel
 
Es geht um Mono-Daten, die mit L und R,G,B Filtern aufgenommen wurden. Man kann die 4 Kanäle einzeln stacken und dann zu einem LRGB verheiraten, wobei die Luminanz aus dem L kommt. Bei der hier vorgeschlagene Methode "Superluminanz" werden alle 4 Monokanäle in eine Datei gestackt, die dann als "Super-L" die Luminanz in eine LRGB Kombination bringt.

Es gibt auch die Möglichkeit ein künstliches L aus den RGB Farbkameradaten zu generieren, dann den L Kanal und das RGB separat zu bearbeiten und am Ende wieder zu verheiraten, wie es z. B. Scott Rosen vormacht. Aber darum geht es hier nicht.

CS Peter
 
Wäre es nicht sinnvoller die RGB-Daten zu einem getrennten Luminanzsignal zu verarbeiten, dieses dann mit dem eigentlichen Luminanzkanal zu kombinieren (stacken?) und das Ergebnis dann als Luminanz zu nehmen? Das würde das Risiko vermindern das Teile der "RGB-Luminanz" als "Ausreißer" herausgeschnitten werden. Beim stacken von "echter Luminanz" und "RGB-Luminanz" hat man dann ja eh nur zwei Bilder - womit die statischen Verfahren zur Ausreißerfindung nicht mehr greifen.

Ciao, Udo
 
Es geht um Mono-Daten, die mit L und R,G,B Filtern aufgenommen wurden. Man kann die 4 Kanäle einzeln stacken und dann zu einem LRGB verheiraten, wobei die Luminanz aus dem L kommt.
Soweit so gut. So mache ich das auch immer.. Die vier Einzelkanäle werden erst in PhotoShop verheiratet. APP kann das irgendwie nicht so gut.. Die Fraben gehen flöten.

Bei der hier vorgeschlagene Methode "Superluminanz" werden alle 4 Monokanäle in eine Datei gestackt,
Ok ich glaube ich verstehe :) Man teilt dem Stacking Programm mit, die Aufnahmen aller Filter seien alle Luminanz Filter Belichtungen richtig?

Wäre es nicht sinnvoller die RGB-Daten zu einem getrennten Luminanzsignal zu verarbeiten, dieses dann mit dem eigentlichen Luminanzkanal zu kombinieren (stacken?) und das Ergebnis dann als Luminanz zu nehmen? Das würde das Risiko vermindern das Teile der "RGB-Luminanz" als "Ausreißer" herausgeschnitten werden. Beim stacken von "echter Luminanz" und "RGB-Luminanz" hat man dann ja eh nur zwei Bilder - womit die statischen Verfahren zur Ausreißerfindung nicht mehr greifen.
Gute Frage. Würde mich dann auch interessieren.

LG, Daniel
 
Hallo,
wenn ich mir die Transmissionskurven eines guten LRGB Filtersets anschaue, dann ist es doch - m.E. - so, dass die 3 R,G,B Kanäle cum grano salis den L-Bereich ausfüllen, d.h. nimmt man jeweils X Einheiten R,G und B auf, und addiert die Daten dann (noch vor dem Stacken od. anderweitiger Manipulation), dann ist das doch weitgehend äquivalent zu X Einheiten L, oder?
D.h.
1) wenn man wenig Zeit hat, (weil z.B. Wolken aufziehen), kann man auf die separate L-Aufnahme verzichten, und sich aus R,G,B eine zusammenrechnen,
2) hat man viel Zeit, nimmt man neben R,G,B noch L auf, und kann durch das zusätzlich aus R,G,B errechnete L sich sein L- SNR Ratio verdoppeln, aber dann könnte man doch auch gleich zu 3) übergehen:
3) und wenn man zu faul ist zum 4. Filterwechsel, nimmt man einfach etwas länger R, G und B auf, errechnet sich daraus sein L, und gut ist ?

D.h. was ist eigentlich der Vorteil einer separaten L-Aufnahme?

PS: u.U. kommt meine Skepsis ggü. L aus der Planetenfotografie, wo ein L, dass den gesamten sichtbaren Spektralbereich umfasst, nicht viel bringt. Man arbeitet man meist mit 'Fake-Ls' , d.h. entweder R/IR als Luminanz (wg. der besseren Seeings), oder auch G (Refraktoren sind meist in diesem Bereich am besten korrigiert), oder sogar auch mal B für Spezialfälle
-cb

PS: eine Sache ist mir nachträglich noch eingefallen: bei schwachen Signalen macht es wohl einen Unterschied, ob man einen Mono-Chip mit der vollen L-Bandbreite versorgt oder nur mit schmäleren Farbkanälen. Man sieht mal wd. wie wenig Deep Sky und Planetenfotografie doch vergleichbar sind...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen,

schön, dass es zu dem Thema eine kleine Diskussion gibt.
Hab gerade noch mal die beiden TIF Dateien, die DSS nach dem Stacken ausgegeben hat, für einen Vergleich gestretched und anschließend gecropped.
Das "SuperLuminanz" Bild ließ sich aufgrund des besseren SNR weiter strecken als das reine Luminanzsummenbild. Daher sind hier die Sterne in dem Bild etwas größer bei trotzdem rauschärmeren Hintergrund. Es wurde nicht mit Masken gearbeitet, weder geschärft noch entrauscht, sondern nur die Gradiationskurve angehoben und Tonwertkorrekturen vorgenommen.

Nur Luminanzkanal gestackt (insgesamt 13h 51min):
M101_Luminanz_13h51m_Crop II.png


Luminanz + Rot + Grün + Blau Kanal zu einem Bild gestackt (insgesamt 28h 30min):
M101_SuperLuminanz_28h30_Crop.png


D.h. was ist eigentlich der Vorteil einer separaten L-Aufnahme?
Das ist eine sehr gute Frage! Ich werde bei Gelegenheit einmal nur die RGB-Kanäle zu einem Summenbild stacken und mit dem Summenbild der Luminanzaufnahmen vergleichen. Wenn es hier keinen Unterschied gibt, würde ich zukünftig nur noch RGB belichten und auf den separaten Luminanzkanal verzichten.

VG & CS
Sharif
 
3) und wenn man zu faul ist zum 4. Filterwechsel, nimmt man einfach etwas länger R, G und B auf, errechnet sich daraus sein L, und gut ist ?
Irgendwie sagt einem schon die Logik, dass es nicht das selbe sein kann wie wenn man alle vier Kanäle aufnimmt (L, R G, B).
Warum gäbe es sonst den L Filter? Und warum macht man es dann nicht schon immer so?
CS, Daniel
 
Hallo guten Morgen,

Vergleiche, wie der oben von Sharif, führen m. E. ins Dickicht. Sie sind zudem auch nicht besonders repräsentativ, weil es unterschiedlichste Belichtungsstrategien gibt, die zu völlig verschiedenen Zusammensetzungen der L, R, G, B Daten führen. Bevor man also über Summenstacks von L und RGB diskutiert sollte man eigentlich erst über Belichtungsstrategien reden. Zum Beispiel wurde RGB hier ähnlich lange belichtet wie L. Das muss ja gar nicht immer sinnvoll sein. Um die gleiche Anzahl Photonen auf den Sensor zu bringen, muss man mit R/G/B Filtern schließlich 3 x so lange belichten wie mit dem L. Warum sollte man also die Belichtungszeit gleichmäßig aufteilen?

Man belichtet doch nicht nach dem Gießkannenprinzip oder nach einem festen Rezept, sondern hat i. d. R. eine zielobjektbezogene Belichtungsstrategie, welche die Eigenschaften der Ausrüstung unter Einbeziehung der Aufnahmebedingungen möglichst optimal auf das Objekt und die spätere Bearbeitungsstrategie ausrichtet. Bei meiner letzten M81/M82 hatte ich z. B. fast 2/3 der Zeit L mit 90 s und 1/3 RGB mit 60 s Belichtungszeit aufgenommen weil ich IFN in das Bild bekommen wollte. Jeder der RGB Filter hat also nur 1/9 der Belichtungszeit beigetragen und dann noch in kürzeren Einzelbelichtungszeiten. Es macht hier nicht viel Sinn, die ganzen Aufnahmen in einen Summenstack zu packen. Das würde den sauer erkämpften IFN wohl degradieren und das SNR nicht merklich erhöhen, auch weil schließlich schon 480 L- Aufnahmen im Topf sind. Übrigens würden in diesem Beispiel die RGB Aufnahmen in einem Summenstack bei der Qualitätsauswahl der zu integrierenden Aufnahmen wohl sowieso durch das Raster fallen und nicht berücksichtigt werden. Sie zeigen viel weniger Sterne und ein deutlich schlechteres Einzel-SNR als die L-Aufnahmen.

CS Peter
 
Moin,
Warum gäbe es sonst den L Filter? Und warum macht man es dann nicht schon immer so?
nun, der L-Filter ist i.d.R. ein IR/UV Cut, und kann daher z.B. auch bei Color-Cams eingesetzt werden (obwohl, meistens habe die aber IR/UV Cut schon im Schutzglas ).
Ansonsten, ja, das im obigen Post gesagte hatte ich natürlich stillschweigend vorrausgesetzt. Wenn man Frames mit schlechterem SNR dazumischt, und das können oft eben die R, G & B Frames sein, wg. der geringeren Gesamttransmission, dann verschlechtert man sich sein Resultat nur. Allerdings gibt es natürlich gerade bei Deep Sky auch viele selektiv strahlende Objekte. Hier wiederum kann der L-Filter einem die Suppe versalzen, weil der vergleichsweise mehr störendes Hintergrundlicht durchlässt. Dann sind wir aber auch schnell bei Schmalband -Aufnahmen. Noch ein Fass aufgemacht... nee, lieber nicht..
-cb

PS: "zielobjektbezogene Belichtungsstrategie" .. cooles Wort ....du bist nicht zufällig hauptberuflich im Marketing od. Consulting tätig ?? :ROFLMAO:
 
was ist eigentlich der Vorteil einer separaten L-Aufnahme?

Hallo,
ich denke, die einfache Antwort ist: Mehr Belichtungszeit. Wenn du eine Kopie auf eine Kopie legst, erhälst du nicht mehr Informationen.
Bei dem künstlich erzeugten L-Kanal erhofft man sich einfach weniger Rauschen, aus dem Umkehrschluss heraus, dass Farbaufnahmen (also nur ein Teil des Spektrums) mehr Rauschen, als s/w Aufnahmen des gesamten Spektrums. Ich denke, diese Kopiermethode ist der echten Aufnahme unterlegen, könnte aber bei der Bearbeitung vielleicht dazu beitragen, genauer zu arbeiten? Details zu schärfen, anstatt Farbpixel? Keine Ahnung.

Gruß Moritz
 
...PS: "zielobjektbezogene Belichtungsstrategie" .. cooles Wort ....du bist nicht zufällig hauptberuflich im Marketing od. Consulting tätig ?? :ROFLMAO:...
...nope, bin Geowissenschaftler und in einem Technikunternehmen tätig - aber ich zeichne leider häufiger Beraterrechnungen gegen :ROFLMAO:. Aber das Wort trifft es doch, oder? Dafür hätte man in Volltext 2 Sätze benötigt ;)...
 
Hi!

Alle Aufnahmen (L, R, G, B) sind mit der gleichen Belichtungszeit (90 Sek.) und den gleichen GAIN Einstellungen (26 DSO) aufgenommen worden.
Zum Beispiel wurde RGB hier ähnlich lange belichtet wie L
Das stimmt zwar, ist aber weniger meiner Absicht denn mehr dem Umstand geschuldet, dass die Schönwetterperiode vorbei war. Ich hätte sehr gerne sehr viel mehr RGB Daten gesammelt.

Man belichtet doch nicht nach dem Gießkannenprinzip oder nach einem festen Rezept, sondern hat i. d. R. eine zielobjektbezogene Belichtungsstrategie, welche die Eigenschaften der Ausrüstung unter Einbeziehung der Aufnahmebedingungen möglichst optimal auf das Objekt und die spätere Bearbeitungsstrategie ausrichtet.
Also bei mir ist es noch die Gießkanne. Für die zielobjektorientierte Belichtungsstrategie (schönes Wort :) ) fehlt mir noch die Erfahrung.

Übrigens würden in diesem Beispiel die RGB Aufnahmen in einem Summenstack bei der Qualitätsauswahl der zu integrierenden Aufnahmen wohl sowieso durch das Raster fallen und nicht berücksichtigt werden.
Das stimmt nicht! Die Hintergrundhelligkeitswerte und FWHM Werte der RGB Aufnahmen sind wegen dem engeren Durchlass besser.
 
Hallo nochmal,

während ich schrieb, ist ein neuer Post hinzugekommen, zu dem ich kurz was schreiben möchte:
ich denke, die einfache Antwort ist: Mehr Belichtungszeit. Wenn du eine Kopie auf eine Kopie legst, erhälst du nicht mehr Informationen.
Es handelt sich hierbei aber nicht um eine Kopie, sondern um zusätzliche Aufnahmen! Daher konnte insgesamt auch deutlich mehr Signal aufgenommen werden.

Ich denke, diese Kopiermethode ist der echten Aufnahme unterlegen,
Nun das gestreckte SuperLuminanz-Summenbild (siehe oben) zeigt eindeutig ein geringeres Rauschen.

Man kann ja in der Theorie andere Ansichten haben, aber hier zeigt die Praxis ja eindeutig, dass es Sinn macht, alle Kanäle zu kombinieren.
Man macht sich ja keine zusätzliche Arbeit. Die Daten liegen ohnehin vor.
Mag sein, dass das Ergebnis unter anderen Aufnahmebedingungen vielleicht auch anders aussehen mag, aber ich werde mir die Methode in meinen Werkzeugkasten legen und bei Bedarf wieder anwenden.

CS
Sharif
 
Zuletzt bearbeitet:
Grundsätzlich ist doch eine solche "Superluminanz" nichts Anderes als eine Verlängerung der L-Belichtungszeit. Je eine Stunde L, R, G und B ergibt halt zwei Stunden Superluminanz und insofern ein geringeres Rauschen in Sachen Helligkeit. Man könnte auch einfach 3 mal 2 Stunden RGB machen und käme zum selben Ergebnis (nur bezogen auf L). Letzteres dauert halt 6 Stunden, die erste Variante nur 4 Stunden.

Ciao, Udo
 
ja klar. :y:Und was den Beruf angeht, auch klar, der angepeilte Berg im Hintergrund .. wahrscheinlich mit so einem Theododingsbums ... :)

Letzteres dauert halt 6 Stunden, die erste Variante nur 4 Stunden.
nun, so langsam leuchtets auch mir ein... wiegesagt, bei Planeten macht L wenig Sinn, ich habe den L-Filter aus meinem RGB Set noch nie eingeschraubt :) Aber im Zusammenhang mit Deep-Sky Objekten die im Kontinuum strahlen ist der also doch zu 'was gut...
 
Bei meiner letzten M81/M82 hatte ich z. B. fast 2/3 der Zeit L mit 90 s und 1/3 RGB mit 60 s Belichtungszeit aufgenommen weil ich IFN in das Bild bekommen wollte. Jeder der RGB Filter hat also nur 1/9 der Belichtungszeit beigetragen und dann noch in kürzeren Einzelbelichtungszeiten. Es macht hier nicht viel Sinn, die ganzen Aufnahmen in einen Summenstack zu packen. Das würde den sauer erkämpften IFN wohl degradieren und das SNR nicht merklich erhöhen, auch weil schließlich schon 480 L- Aufnahmen im Topf sind. Übrigens würden in diesem Beispiel die RGB Aufnahmen in einem Summenstack bei der Qualitätsauswahl der zu integrierenden Aufnahmen wohl sowieso durch das Raster fallen und nicht berücksichtigt werden. Sie zeigen viel weniger Sterne und ein deutlich schlechteres Einzel-SNR als die L-Aufnahmen.

CS Peter

Das stimmt nicht! Die Hintergrundhelligkeitswerte und FWHM Werte der RGB Aufnahmen sind wegen dem engeren Durchlass besser.
Das hast du wohl falsch verstanden. Der von die zitierte (gelbe) Satz steht nicht im Zusammenhang mit deinen Daten, sondern bezieht sich auf mein Beispiel mit 2/3 L mit 90 s und je 1/9 RGB mit 60 s Belichtungszeit:

Astronomik Deep Sky Blue 36 mm: 85x60" (1h 25') (gain: 100.00)
Astronomik Deep Sky Green 36 mm: 87x60" (1h 27') (gain: 100.00)
Astronomik Deep Sky Red 36 mm: 88x60" (1h 28') (gain: 100.00)
Astronomik L3 36mm: 480x90" (12h) (gain: 100.00)

Die RGB Einzelframes werden hier nur für die Farben benötigt. Zur Qualität der Luminanz, z. B. für Darstellung funzeliger Hintergrundgalaxien können sie nichts wesentliches beitragen. Es besteht eher die Gefahr einer Verschlimmbesserung.

Und ich sehe es nicht so wie du, dass es in diesem Zusammenhang oder grundsätzlich ein Vorteil ist, wenn die "Hintergrundhelligkeit" wegen eines RGB Filters geringer ist. Da kommt einfach nur weniger Licht am Sensor an. Wenn es so wäre, wie du meinst, könntest du einfach kürzer belichten und hättest bessere Bilder ;). Das Gleiche gilt für die FWHM Werte.
 
ja klar. :y:Und was den Beruf angeht, auch klar, der angepeilte Berg im Hintergrund .. wahrscheinlich mit so einem Theododingsbums ... :)
Kein Berg, aber fast ;). In dem Kontext in dem der Ausdruck "zielobjektorientierte Belichtungsstrategie" stand war gemeint, dass sich die Belichtungsstrategie am Zielobjekt orientieren soll und nicht an einem allgemeingültigen Rezept. Will heißen, für z. B. den galaktischen Zirrus gelten ganz andere Anforderungen als für ein Messierobjekt oder ein Feld mit Dunkelnebeln und die Belichtungsstrategie sollte darauf angepasst werden.

Jetzt hab ich den Begriff, der eigentlich 2 Halbsätze einsparen sollte mit zwei ganzen Sätzen erklärt :ROFLMAO: :rolleyes:
 
Fast überall lese ich, dass mit L genauso lang oder gar länger als mit RGB belichtet wird. Habe ich da etwas verpasst?
Der L-Filter lässt doch mehr Licht durch, also erreicht man schneller seine Hintergrundlimitierung.

Wenn man jetzt nicht gerade auf ein HDR-Komposit abzielt, sollten bei L eher kürzere Subs ausreichen.
 
ast überall lese ich, dass mit L genauso lang oder gar länger als mit RGB belichtet wird. Habe ich da etwas verpasst?
Der L-Filter lässt doch mehr Licht durch, also erreicht man schneller seine Hintergrundlimitierung.

Wenn man jetzt nicht gerade auf ein HDR-Komposit abzielt, sollten bei L eher kürzere Subs ausreichen.
Du musst aufpassen. Manche Leute posten einfach ohne Ahnung zu haben. Natürlich kommt es auch auf das Objekt drauf an, dass man belichten möchte.
Du wirst hier wiedersprüchliche Aussagen finden. Manche Leute belichten L länger, andere RGB, aber wisschenschaftlich begründen können sie das nicht.
Eigentlich müsste man dafür eine Umfrage starten. Dann hätte man eine bessere Orientierung.

Für die Gesamtbelichtungszeit sagt die Fachliteratur eindeutig:
Für Deep Sky (Nebel) L genau so lang belichten wie RGB. Also 1:1 (binning 1x1 bei allen Filtern vorausgesetzt)

Schöne Grüsse
Daniel
 
Zuletzt bearbeitet:
Für die Gesamtbelichtungszeit sagt die Fachliteratur eindeutig:
Für Deep Sky (Nebel) L genau so lang belichten wie RGB. Also 1:1

Stopp: Meinst du in Summe? Oder Subframes?

Bei Subframes sehe ich bei mir "Probleme" mit dieser Strategie.
Meine Sterne leiden deutlich, wenn ich mit L genauso lang belichte wie mit RGB. Die bluten weit mehr aus.

Aktuell schieße ich bei f/4-5.5 60s Luminanz und 180s RGB.

Hinsichtlich Gesamtdauer ist ein 1:1 Verhältnis aus L:RGB recht zutreffend, ja.
 
Hinsichtlich Gesamtdauer ist ein 1:1 Verhältnis aus L:RGB recht zutreffend, ja.
Ja Summe. Habe doch geschrieben "Gesamtbelichtungszeit"
Das stimmt, da werden die Sterne dick. Aber ich zitiere hier lediglich die Aussage der Fachliteratur. Bildbearbeitung ist ja dann eine andere Geschichte.
Ich würde z.B. die Luminanz komplett entsternen und lediglich die Sterne aus RGB verwenden..

..und ja, die Einzelaufnahmen sollten bei L kürzer sein als bei R,G und B

LG, Daniel
 
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