Einstieg EAA mit Dobson

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rapture91

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Hallo zusammen,

auch wenn mir viele vermutlich davon abraten werden, würde ich demnächst gerne den Einstieg in die EAA mit meinem 10“ f/5 GSO Dobson wagen. Ich habe mit meiner vorhandenen DSLR (Nikon D3300) bereits ein paar für mich zufriedenstellende Aufnahmen vom Mond gemacht. Allerdings musste ich die 2,25x Barlow von Baader benutzen, um in den Fokus zu kommen. Für die DSO Fotografie ist meine Kamera denke ich eher nicht optimal geeignet.

Auch wenn es ja bekanntlich eher schwierig ist, sowohl DSOs als auch Planeten mit ein- und derselben Kamera zu beobachten, würde ich aus finanziellen Gründen gerne auf mehrere Kameras verzichten…

Daher stellt sich die Frage: wäre für meine Zwecke (DSO+Planeten) eher eine dedizierte Astrocam wie von ZWO oder eine (gebrauchte) astromodifizierte DSLR die richtige Wahl für mich (Budget Max. 500 Euro)? Wäre das kleine Gesichtsfeld einer z.B. ASI 385 MC mit einem passenden Reducer (0.63 oder 0.5x) deutlich zu optimieren? Ist das Livestacking per DSLR mit Astrotoaster komplizierter/aufwändiger als mit Astrocam + FireCapture? Komme ich mit den ZWO Kameras in den Fokus ohne Barlow bzw. den Primärspiegel zu verschieben?

Dass ich für mein Vorhaben noch eine EQ Plattform benötige, ist mir klar. Gibt es diesbezüglich besondere Empfehlungen (Max. 500 Euro)?

Prinzipiell sind meine Ansprüche an die Qualität der Fotos nicht zu hoch, ich will auch nicht riesig lange belichten können - ein paar Sekunden würden mir reichen für das Livestacking.

Schon mal danke für Euer Feedback!

CS
Johannes
 
Hallo Johannes, @rapture91

ich habe eine ICS Galaxy 10" Newton ( ich denke der ist mehr oder weniger baugleich mit GSO ) und genau das mit EAA probiert was Du vorhast. Als EQ-Plattform kann ich gut die Astrothingy empfehlen und als Kamera würde ich entweder eine ASI294MC (ungekühlt) oder ASI533MC nehmen.

AAAAAABBER! :sneaky:

Ich weiß, dass einige Kollegen hier sehr erfolgreich mit Dobson EAA machen und damit sehr zufrieden sind. Ich habe mich mehrere Nächte damit gespielt und meine Geduld reicht dafür nicht aus oder meine Zeit die ich für's beobachten habe ist mir viel zu schade um mich mit EAA auf Dobson zu vergnügen. So ein System ist mir viel zu fragil und instabil um erfolgreich damit arbeiten zu können. Einmal aus Versehen an einem Kabel gezupft, irgendwie unvorsichtig vorbei gegangen, gehustet, gerülpst oder an den Dobson gestoßen und man fängt wieder von vorne an. Alleine bis man mit einer Kamera bei Blick durch Sharpcap das Wunschobjekt genau zentriert hat, Mann ich bin nicht ruhig genug dazu.

Ich habe mit einer Celestron Nexstar, Skywatcher 130PDS, ASI294MC, Starsense, ZWO EAF mit ein stabiles EAA SYstem gebaut. Stelle ich in den Garten, schalte ein und kann innerhalb von längsten fünf Minuten mit EAA loslegen. Perfektes Goto. Perfektes Plate-Solving. Perfekter Fokus. Alles Dinge die man mühsam und manuell mit dem Newton auf Dobson machen und einstellen muss. Von nachträglich noch Mal schnell Kamera für DARKs umbauen oder eine Flatbox an den Tubus für Flats, nachdem man bereits auf dem Objekt war, aber vergessen hatte die passenden Korrektur Belichtungen im Voraus zu machen ... :mad: ... alles wieder von vorne .... will ich noch gar nicht sprechen, das bekommt man vielleicht mit Disziplin in den Griff.


Meines ist es nicht! Nein Danke!

Viele Grüße - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Hallo Johannes, @rapture91

vorweg, ich bin nicht so der Freund von einem Dobson. Die sind einfach nicht meins. Weder visuell, noch mit EAA.
Das was Ewald geschrieben hat, kann ich vollkommen nachvollziehen.

Ich habe EAA mit C8 und/oder Refraktor FH 120/1000 angefangen.
Bin aber mittlerweile auf einen 150/750 PDS Skywatcher Newton (auch wenn ich die immer noch nicht so wirklich mag ;)) umgestiegen.
Damit und einer Alt/AZ GoTo Montierung, Asi 224MC, W10, Stellarium/SkyChart und SharpCap erziele ich für mich gut Ergebnisse.

Die Ergebnisse, die man natürlich auch speichern kann, sind, je nach dem wie lange man insgesamt belichten möchte, sehr ansehnlich.
Ob man diese Ergebnisse mit der "klassischen" Astrofotografie vergleichen kann :unsure:, muss wohl jeder selbst entscheiden. Ich finde, das teilweise kaum bis gar kein Unterschied besteht.
 
Hi Johannes, @rapture91,

klar geht EAA mit einem Dobson auf EQ-Plattform. Mach ich ja.

Mit einem Dobson auf EQ-Plattform macht man eigentlich genau das gleiche (Dark, Flats, Fokus, ... ) wie mit einem Newton auf GoTo Montierung. Deswegen verstehe ich die Einwände nicht. Ich benutze ja beides. Newton 150/750mm auf AZ-GTi und 12 Zoll Dobson auf Martini EQ-Plattform, jeweils mit der ASI294MC.

Der Unterschied ist eigentlich, dass man die EQ-Plattform zurückstellen muss und dass man normalerweise bei einem Dobson keine Motorisierung und Computer Steuerung der Montierung hat. Sonst ist ja die Aufnahme Technik für EAA (Live Stacking mit Kurzzeit-Belichtung) komplett dasselbe.

Das GoTo ersetze ich beim Dobson durch Plate Solving. Das wird man mM bei EAA sowieso machen, egal welcher Teleskop/Montierungs-Typ.
Allerdings muss man dann nach dem ersten Plate Solving den Dobson manuell in mehreren Schritten an die genaue Position führen.
Ich habe meinen Dobson motorisiert, daher geht das bei mir, wie bei einer motorisierten Montierung auch, vom Aufnahme Computer aus und man hat damit fast den gleichen Komfort.

Noch ein Unterschied ist, dass die EQ-Plattform nach meiner Erfahrung nicht ganz so gut nachführt, wie eine motorisierte Montierung (AZ-GTi).
Das bedeutet die Belichtungszeit beim Live-Stack muss niedriger (1-10s) gewählt werden.

Ich hatte auch eine EQ-Plattform von Astrothingy jetzt habe ich nur noch die von Martini Optik, weil die in der Praxis besser nachgeführt hat.

Den Fokus kann man natürlich genauso automatisieren wie bei allen andern Teleskop/Montierungs-Typen. Im Prinzip habe ich alle Selbstbau Teile da und das wird erwiesenermaßen auch funktionieren, aber ich bin im Moment zu faul das zu realisieren. Ich habe noch andere wichtigere Baustellen. Es geht für EAA mM auch manuell.

Allerdings ist für mich Astrofotografie mit einem Dobson auf EQ-Plattform erst dann interessant, wenn man einen grossen Dobson (>= 12 Zoll) einsetzt.
Darunter, zB der typische 150/750mm Newton, ist es mM einfacher eine günstige GoTo Montierung zu nehmen.
GoTo Montierungen für grössere Newtons (>= 12 Zoll) dagegen sind sehr teuer und nicht mehr transportabel.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

noch vergessen.
Mit der ASI294MC und dem 12 Zoll Dobson habe ich auch schon Planeten Aufnahmen gemacht. Das geht natürlich.
Die EQ-Plattform führt dabei auch ausreichend nach, da man ja Videos fürs Lucky-Imaging macht und es kein Problem ist, wenn der Planet etwas durchs Bildfeld wandert.

In SharpCap gibt es auch das Tool "Feature Tracking" dadurch wird der ROI über das Feld der Kamera dem Planeten automatisch nachgeführt. Da ist dann sogar die ASI294 im Gegensatz zu einer Planetenkamera durch das grössere Feld von Vorteil.

Gruß
Peter
 
auch wenn mir viele vermutlich davon abraten werden, würde ich demnächst gerne den Einstieg in die EAA mit meinem 10“ f/5 GSO Dobson wagen. Ich habe mit meiner vorhandenen DSLR (Nikon D3300) bereits ein paar für mich zufriedenstellende Aufnahmen vom Mond gemacht. Allerdings musste ich die 2,25x Barlow von Baader benutzen, um in den Fokus zu kommen. Für die DSO Fotografie ist meine Kamera denke ich eher nicht optimal geeignet.
Mond geht meiner Meinung nach mit jedem Teleskop und jeder Kamera.

Deine Nikon sollte aber auch für DeepSky gehen. Ich habe noch eine 12 Jahre alte Canon 1000Da, die geht auch gut. Ab und zu werden hier im Forum Astromodofizierte für kleines Geld ( 100 - 2050€, je nach Typ) angeboten, aber die Kamera muß nicht astromodifiert sein. Das kann irgendwann mal später kommen, falls Du mehr Spaß an der Sache bekommst. Dann wirst Du ggf. aber eher auf eine Astro-Kamera umsteigen.

Auch wenn es ja bekanntlich eher schwierig ist, sowohl DSOs als auch Planeten mit ein- und derselben Kamera zu beobachten, würde ich aus finanziellen Gründen gerne auf mehrere Kameras verzichten…

Daher stellt sich die Frage: wäre für meine Zwecke (DSO+Planeten) eher eine dedizierte Astrocam wie von ZWO oder eine (gebrauchte) astromodifizierte DSLR die richtige Wahl für mich (Budget Max. 500 Euro)? Wäre das kleine Gesichtsfeld einer z.B. ASI 385 MC mit einem passenden Reducer (0.63 oder 0.5x) deutlich zu optimieren?
Lade Dir Stellarium runter. Da kannst Du rechts oben in der Ecke dann Teleskope, Kameras, Barlows, Reducer, usw. konfigurieren und Dir die Gesichtsfelder anzeigen lassen.

Ist das Livestacking per DSLR mit Astrotoaster komplizierter/aufwändiger als mit Astrocam + FireCapture? Komme ich mit den ZWO Kameras in den Fokus ohne Barlow bzw. den Primärspiegel zu verschieben?
Ich nutze auch AstroToaster parallel zum fotografieren aus Zeitvertreib. Basis für AstroToaster ist aber ein installierter "DSS". AstroToaster schaut in das Bilderverzeichnis eines PC und stackt dann, es geht aber auch direkt von der Kamera per ASCOM Schnittstelle (neuere Versione). Während des Stackens kann man die Parameter verändern und das beste aus dem Bild kitzeln. Mit FireCapture kenne ich mich nicht aus. Denke mal alternativ an SharpCap als Live-Stacker. Da kann man allerdings in der kostenlosen Funktion die gestackten Bilder nicht speichern, müßte also einen Screenshot machen.

Vermutlich ist Dein GSO nicht für Astrofotografie ausgelegt, wenn Du nur mit Barlow in den Fokus kommst. Bei einer Canon + Adapter ist das Auflagemaß 55mm. Wie groß das bei Deiner Nikon ist, weiß ich nicht. Das Auflagemaß bei einer Astro-Cam liegt oft bei 12,5 oder 17,5 mm. Wenn ich jetzt nicht falsch denke, sollte das also bei einer Astro-Cam eher funktionieren, aber ohne Garantie.

Grüße
Hartmut

 
Hallo Johannes,

(Budget Max. 500 Euro)? Wäre das kleine Gesichtsfeld einer z.B. ASI 385 MC mit einem passenden Reducer (0.63 oder 0.5x) deutlich zu optimieren?

Ich verwende sogar nur die Asi120mc mit meinem 12" F5 Dobson und manueller Selbstbauplattform:

Richte mal die Daten in Stellarium ein, da kannst Du in der Sensoransicht genau sehen welche Objekte da geeignet bzw. klein genug sind.
Bei deinem Budget kommen Kameras bis ca. 12mm Sensordurchmesser in Frage.

Gruß,
Holger
 
Hallo zusammen,

danke für Eure Anregungen! Ich muss mich glaub nochmal mit den verschiedenen Optionen und Gesichtsfeldern beschäftigen, um die für mich passende Astrocam zu finden …

Die EQ-Plattform von Martini sieht gut aus.

CS
Johannes
 
Hi Johannes,
Die EQ-Plattform von Martini sieht gut aus.
wie gesagt ich habe diese Plattform und hatte auch die Version vom letzten Jahr von Astrothingy. Geblieben ist die von Martini.

Die EQ-Plattform von Martini ist sehr einfach und auch sehr leicht konstruiert. Ich finde das aber gut, da man nicht mehr braucht.
Standardmäsig ist der EQ1/2 Motor dabei. Den kann man mit seiner einfachen Steuer-Elektronik in der Geschwindigkeit regeln.
Ich habe die Steuerelektronik durch eine PWM Motorsteuerung ersetzt. Diese hier:

Mit der geht es besser und genauer und der Motor wird immer mit der gleichen Spannung betrieben, nur die Pulsweite ändert sich.

Aktuell benutze ich jetzt einen Steppermotor mit Getriebe. Diesen hier:

Da brauchst du aber noch einen Arduino mit dem du dann den Stepper vom PC über USB kontrollieren kannst.
Das ist noch genauer und auch durch SW steuerbar und die Plattform lässt sich damit sogar an eine genaue Position fahren oder auch komplett zurückfahren.

Gruß
Peter
 
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