Astigmatismus RC

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cwiede

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Hallo!
Kann mir jemand anhand des Videos im Link
astrocusanus.org/rc_intra_to_extra.mp4
die Diagnose "Astigmatismus" bestätigen?
Und kann mir jemand die wahrscheinlichste Quelle des Fehlers sagen? Das Teleskop ist ein 16-Zoll RC f/8, der Stern ist Polaris und der Hauptspiegel ist so gefasst, wie in der Zeichnung im Anhang ersichtlich. Der Spiegel selbst sollte eigentlich in Ordnung sein.
Wäre froh, wenn ich das Problem mit eurer Hilfe lösen könnte.
Danke und LG
Christof

hauptspiegel_rc.jpg
 
bissl Asti, bissl Tetrafoil, bissl SA, aber bei dem Seeing kann das genau nichts heißen.
Wie lange konnte er auskühlen?
War die Temperarur stetig fallend und das arme ding hat die ganze zeit hinterher temperieren müssen?
Warmluftkeil im FS Kragen?
LG, Olli
 
Hallo Olli,
das Video ist um halb 12 entstanden, ich hab das Rolldach um Viertel nach 9 aufgemacht und die drei Lüfter auf der Rückseite angeworfen. Die Temperatur war sicher etwas fallend, habe aber keine Messung. Das Spiegelmaterial ist Astrosital. Warmluftkeil im FS-Kragen, hmm, davon hatte ich noch nie gehört.
Das Seeing war wie üblich schlecht. Hab's am selben Abend auch mit meinem selbstgebauten künstlichen Stern probiert, aber auf den 70 m Strecke war das Seeing gleich schlecht wie am echten Stern ...
Danke, vielleicht gibt es weitere Meinungen.
Christof
 
Damit wär zumindest die HS auskühlung raus aus dem Thema.
Der FS ist ja sicher auch 7" groß, hat der eine aktive Be+/Entlüftung?
Und ja, im Kragen kann sich ein warmluftkeil bilden wenn es relativ Windstill ist.
Wie ist der FS gefasst?
Die Halteklemme in der Mitte des FS kann auf jeden Fall so allerlei verursachen, wenn die zu fest ist und nicht mathematisch perfekt plan und symmetrisch (was ja gar nicht möglich ist)
ich hoffe, dass da was elastisches zwischen ist?
LG, Olli
 
Bis 11 ging ein leichter Wind. Aber der Tubus ist (leider) geschlossen, also könnte beim FS schon ein Warmluftkeil gewesen sein. Ich weiß leider keine Details über den Bau der FS-Halterung, aber Lüftung hat er keine. Ich habe gleich zu Beginn die Justage des FS mit einem Takahashi-Kollimationsteleskop geprüft, die hat gepasst.
Möchte das Ding mit meinen zwei linken Händen nur sehr ungerne auseinander bauen ...
 
Moin,

dann solltest Du Dir in Deiner Nähe mal einen Hobbykollegen suchen, der Dir durch Dein Teleskop helfen kann. Das ist ferndiagnostisch schwer genau auszuloten und erst recht nicht zu beheben, wir können Dich ja nicht wie einen Piloten auf die Landebahn runtersprechen, wenn Du sagst Du traust Dich nicht mit Werkzeug an Dein Skope ...

CS
Jörg
 
Hallo Christof,

bisschen von allem, Olli hat sie ja schon genannt. Würde auch auf den FS tippen, alternativ vielleicht das Blendrohr zu stark angezogen? Wie ist der Spiegel ansonsten gelagert? Vermutlich geklebt oder ?

Hatte neulich bei einem C8 EdgeHD dreieckige Sterne da die FS Schrauben zu stark angezogen waren.

Grüße,
Alex
 
Der Verdacht liegt nahe, dass das ein mechanisches Problem ist,

wie Alex und Olli schon angemerkt haben, die Spiegellagerungen sind die ersten Verdächtigen, wenn da was verspannt ist hast Du den Effekt.

Das muss nicht mit irgendwelchen Schrauben zusammenhängen, wenn die Spiegellager angeklebt sind ist das auch so ein Fall, oder keine sonstigen Ausgleichsmöglichkeiten vorhanden sind wie elastische Beilagen etc.. - das müßte man sehen um es beurteilen zu können.

Daher, wenn Du Dein Skope nicht anfassen willst, der Rat Dir da Hilfe zu holen und mit dem Kollegen dann das Skope von HS-Fassung bis FS-Fassung durchzusehen, das kann eine Kleinigkeit sein, aber die muß handwerklich identifiziert werden.

Das Video ist so durchs Seeing verrumpelt dass man das so nicht einfach nach "Lehrbuch" diagnostizieren kann, da hilft m.E. nur testen, testen, testen.

Wenn das Skope neu ist, hast Du da keinen Händler als AP, den Du mal kontaktieren kannst? Ein 16er RC ist ja nicht gerade Ramschware...

CS
Jörg
 
Danke Leute,
ich sammle mal Ideen und kontaktiere dann den Konstrukteur. Bis dorthin ist es eine Fahrt von 3h, deswegen nehm ich vl. vorher doch mal selber den Hauptspiegel raus und mache Fotos. Wenn ich das Ding mal reinigen will, muss ich das ja sowieso tun. Vom Konstrukteur krieg ich vl. auch noch Details zur Lagerung/Klebung des Fangspiegels. Vl. habe ich ja irgendwann sogar mal besseres Seeing. ;)
LG
Christof
 
Hallo Christof

Beim reinfokussieren wandert der FS-Schatten etwas nach rechts unten auf ca. 4-5 Uhr weg und beim rausfokussieren, meine ich läuft er etwas nach unten auf 6 Uhr weg.
Asti ist etwas vorhanden, aber jetzt nicht ausgeprägt, dass kommt auch auf die Vergrößerung an.
Das Ei wechselt für mich von 11 Uhr auf ca. 1 Uhr, vielleicht ist das nur eine kleine Verspannung?
Auffälliger ist jedoch der zuerst helle innere Fresnellring, welcher dann beim rausfahren zu einem hellen Außenring wechselt, das würde mir mehr sorgen machen.
Das ist eigentlich ein Zeichen für eine mehr oder weniger starke Unter-bzw. Überkorrektur, je nach dem wie Fokussiert wurde.
Oder für einen schlecht korrigierten Randbereich.
Evtl. stimmt auch der Abstand HS-FS nicht, bei größeren Abweichungen entsteht dadurch auch Unter-bzw. Überkorrektur.

Gruß
CS
 
Hi Christof,

Sehr schwierige Sache sag ich mal hier nach dem Video zu beurteilen. Das Seeing hat wirklich hier ein Stein in den Weg gestellt.
Stern Justierung am HS in der Mitte sehe ich als weniger praktikabel, und mach ich definitiv nicht mehr mit meinem nur 6Zoll RC.

Wie auch schon Quanten sagt hier Abstand HS-FS ist das Rezept zur Über-Unterkorrektur beim RC. Solltest da ungefähr 1-2mm Toleranz haben um das Optimum beim Abstand HS-FS, was sich auch direkt dramatisch auf den Backfokus reflektiert. Der wandert gleich in der ~10fachen Menge rein oder raus wenn der Abstand HS/FS variiert wird. Für jeden Millimeter Abstand den du reduzierst/vergrößerst zwischen HS&FS wandert der Backfokus ungefähr das Zehnfache rein oder raus.
Der Tommy hatte hier das mal beschrieben zusammen mit der Korrektur eines 10 Zöller RC's.
Normalerweise reicht die Brennweite zu ermitteln über Platesolve und an den vom Fabrikant angegeben Wert nahest möglich zu kommen.

Es gibt Methoden wo du prüfen und justieren kannst ob der HS gut zentriert zum OAZ sitzt, aber dabei muss der FS raus sammt der Spinne. Und dann richtet man das ganze in einem abgedunkelten Raum auf eine Wand aus im Abstand der Brennweite des HS und macht den normalen Punktlaser rein. Dabei sieht man den Laserpunkt an der Wand plus noch ein zusätzlichen zurück reflektierten Scheibchen des HS, der diesen Punkt zurück projeziert, die können derb entfernt sein und man bringt sie zusammen(......)
Aber zuvor muss man sich vergewissern das OAZ und Laser beide Ok sind, und um welche Toleranzen man da arbeitet. Im Prinzip nur bei derb verstellten OAZ's und Laser gibt es da wirkliche Probleme. Bei deinem offenen RC ist das sehr einfach zu erkennen.
Viel drehen den OAZ und den Laser seperat auch noch, mit dem Teleskop auf dem Boden stehend und dann in der Ideal Position klemmen sag ich mal.

Screenshot wegen fehlender Rechte von Moderation entfernt.
Link zum Screenshot:

Quelle des Screenshots: hier weiter unten auf dieser Seite
(hoffe das reicht so im Forum mit dem Quellen Hick-hack)

Das ganze richtet man auf die Mitte der Spinne, und die markierte Mitte des FS.
Zuvor prüft man ob alles mechanisch zentriert ist, eine Schieblehre reicht dabei, gut bei dir muss das gleich nen Tick was größere sein.
Wenn ich ich nicht irre ist auch bei deinem RC das Blendrohr justierbar.


Ich habe sehr lange Zeit gebraucht um mein winziges 6"RC zu (er)kennen.
Vielleicht als Tipp kann ich dir geben das du das ganze Teleskop mal auf den Tisch stellst in einem hellen Raum oder draußen im Schatten an einem hellen Tag und guck dir mal von vorne die "Hall of mirrors" peinlich genau an bis in die letzten Verspiegelungen ganz hinten, die müssen von rechts links, oben unten alle gleich sein. Ich zähle sie einfach, oder mach Bilder mit der Reflex.
Wie seitens des OAZ´s die Relexionen des ganzen aus ~1m Abstand und bewege dein Auge auf der optischen Achse links und rechts, oben und unten.
Danach versteht man nach ner Weile welches Bauteil noch nen Knicks braucht.

Das Takahaschi Justier Teleskop ist ein sehr gutes Util beim großen RC, am besten direkt angeschraubt am justierbaren Flansch wo der OAZ drankommt.
Solltest du so einen Adapter haben, geht bei mir auch da gleich der Punktlaser rein, und mit der oben genannten Methode gegen die Wand siehst du dann gleich was Sache ist.
Schlimm wird es nur wenn der HS zu tief hängt, aber auch das kann man dann auch einfach beheben und kontrollieren.
Das wäre meine Vorgehensweise, danach den OAZ mit Imager nochmal separat justieren als eigene Unit.

Clear skies!,
- Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
(hoffe das reicht so im Forum mit dem Quellen Hick-hack)
I fear: not.

Wie immer. Webseiten unterliegen dem Urheberrecht und Screenshots davon kann man nicht einfach ohne Nachfrage anfertigen bzw. veröffentlichen. Auch das Zitaterecht ist da recht schwach wirksam, da der Ermessensspielraum, was noch ein Zitat ist und was nicht, recht undurchschaubar sein kann. Deshalb bei Screenshots von Webseiten immer den Urheber per mail anfragen und um Genehmigung zur Kopie und Veröffentlichung bitten.

Da da äußerst umständlich ist, ist es besser, einfach einen LINK zu der Seite anzugeben und sich das ganze Herumgefrage schlicht zu ersparen... :coffee: - ist leider so.

lg
Niki
 
Huu, I've seen now...., is schwupdiwup gone!
Thank you for your advice.

Ja ich sehe, so geht's nicht.
Gut zum nächsten mal nur den Link einfügen. Yep so ist die Sache.
Danke noch mal für den Hinweis :y:

Schade das ich wo ich das durchgezogen mit meinem keine Fotos angefertigt zu haben, da sieht man dann die Sache auf Anhieb.
Meistens sind es nur solche Kleinigkeiten wo man dann im Kreise dreht, und locker solche Adjust's selber machen kann ohne sich einen Howie Glatter anschaffen zu müssen mit noch ner über 100€ extra Ring-Pattern Maske vorne drauf, und immer noch nicht die Sache da ist.....

Clear skies!,
- Martin
 
Ich sehe ein Bisschen Asti, ein Bisschen Asti höherer Ordnung (Trefoil, oder Tetrafoil) und reichlich sphärische Aberration (SA). Das Video heißt "intra_to_extra", also sieht man zuerst intrafokal und danach extrafokal? Dann ist es Überkorrektur oder Überkorrektur von Mitte und Rand.

Ich finde das Seeing gut genug, um alles zu erkennen, nur quantifizieren kann man es nicht.

Die Ursachen können vielfältig sein:

SA: Falscher Abstand von Haupt- zu Fangspiegel oder mindestens einer der beiden Spiegel falsch geschliffen.

Asti durch die Hauptspiegelzelle: Wie dick ist er in der Mitte? Ein 16" muss schon ordentlich dick sein, wenn er nur in der Mitte gelagert werden soll, da abseits der Zenitstellung ein Biegemoment auf den Spiegel wirkt. Das könnte man in Zenitstellung testen, wo die Durchbiegung aufgund der Schwerkraft symmetrisch ist.
Hartes Glas auf harter Unterlage mit harter Kontermutter? Ich sehe auf der Zeichnung keine weichen Zwischenlagen. Dazu würde der Spiegel "aua" sagen.

Asti durch Fangspiegel: Ist er geklebt? Wenn ja, sind es hoffentlich nicht mehr als 3 Klebepunkte? Ist er sonstwie verspannt z.B. durch zu fest angezogenen Konterring, oder zu fest angezogene Klammern?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Christof,

ein bisschen von allem is schon richtig. Der Hauptfehler ist hier Asigmatismus. Der lässt sich durch Justage des HS beheben (wenn mechanisch alles in Ordnung ist). Das würd ich zuerst machen. Dann mit einem Ronchi-Okular die Korrektur begutachten und ggf. den Spiegelabstand einstellen. Das ist nicht wirklich lustig. Nach jeder Abstandskorrektur musst das Koma mit dem Fangspiegel rausjustieren. Dummerweise reagieren RC-Systeme sehr empfindlich auf falschen Spiegelabstand.
Das ist meine (leidliche) Erfahrung. Könnte aber auch ein schiefer Okularauszug sein. Jedenfalls ist irgendwas schief.
Ein konischer 16" Hauptspiegel mit Blendrohrlagerung ist mir gänzlich unbekannt. Um welchen Hersteller handelt es sich hier?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hartes Glas auf harter Unterlage mit harter Kontermutter?
Ich kenne nur das 6" und das 8", der Spiegel liegt auf einem breiten Plastikring mit ner Hülse drauf, die dann über die Halterung gestülpt wird, und man dort oben dann den Ring einschraubt der den Spiegel hält und wo die Lochblende letztlich eingeschraubt wird.
Hier kann man Fotos sehen vom kleinen 6".
Der Ring seinerseits hat eine Nut eingefräst wo ein O-Ring drin sitzt und verhindert daß das nackte Metal des Rings den Spiegel berührt.
Beim 6" und 8" ist die Auflagefläche schon ein bisschen klein unten am Spiegel, dürfte meines Geschmackes ruhig breiter sein, aber bei den kleinen geht das ja noch.
Der FS liegt in einem Gehäuse mit der Kanten auf beim 6"/8" und ist mit einem Ring wie eine simple Linse leicht angezogen.
Das ganze hat dann einen female-female Schraubring und wird auf die Halterung draufgeschraubt. Mit dem Ring kann man dann auch den Abstand HS/FS unter Umständen einfacher einstellen/drehen.
Beim Kollimieren des FS muss man Acht geben die Schrauben nicht anzuknallen, ansonsten könnte sich das sehr negativ auswirken und die ganze Halterung regelrecht was deformieren.
Das gleiche gilt für die Halterung des HS beim 6"/8", wo die "Pfanne" an Materialstärke einiges zu wünschen übrig lässt.
Die kleineren Instrumente die ich habe/gehabt habe, war der FS nicht geklebt.

Bei den großen Instrumenten gibt es dann bessere Materialstärken seitens der Kollimations Schrauben beim FS.
Was ich mal gerne sehen würde ist wie das bei den ab 12" arangiert wird mit der Halterung des HS, letztens habe ich hier auf Astronomie.de einen Thread gesehen wo das jemand von Grund auf am Umbauen ist und mir zu denken ließ.....


Clear skies!,
-Martin
 
Könnte aber auch ein schiefer Okularauszug sein. Jedenfalls ist irgendwas schief.
Ja, aber das sieht man sofort bei den großen Instrumenten, wenn die Fangspiegel Streben mit deren Reflektion nicht in einer Linie sind, und speziell mit dem Takahaschi Kollimation Teleskop kommt man da gleich auf die Spur, am besten wiegesagt schon vorher, man einen direkten Adapter anfertigen lässt fürs Taka auf das 117mm/p1mm(GSO) Aufnahme Gewinde für den OAZ.
Bei den großen RC's hat man ja auch gleich einen seperaten Flansch integriert um den OAZ zu kollimieren.
Ein Ronchi Okular auf jeden Fall ist da auch sehr Hilfsreich.

Clear skies!,
-Martin
 
Hallo Leute,
vielen Dank für eure zahlreichen Inputs. So ein Forum ist schon eine klasse Sache!
Was für mich eine Enthüllung war, ist dass bei einem RC der Abstand der beiden Spiegel kritisch ist. Für mich bedeutete kürzerer Abstand einfach weiter hinten liegender Fokus. Dass sich da an der Abbildung was ändert (sphärische Aberration) verstehe ich zwar nicht, aber glaub's euch aufs Wort.
Wieso ist das wichtig? Weil der Konstrukteur eine manuelle Fokussierung beim Sekundärspiegel verbaut hat (zusätzlich zur Fokussierung am Okularauszug) - und an der Sekundärspiegelfokussierung dreh' ich immer fleißig.
Soweit ich hier lese, muss ich die genaue Brennweite (3,2 m) mittels Platesolve einstellen und dann die Sekundärspiegelfokussierung nicht mehr anfassen. Hoffentlich komme ich dann immer in den Fokus.

Was ich noch aus euren Kommentaren schließe:
1) Vielleicht ist der FS zu stark geklemmt und damit verspannt. Das ist schnell gecheckt. Ich denke aber nicht, dass es das ist.
2) Ich brauche technische Infos zu den Spiegelfassungen. Beim Hauptspiegel weiß ich, dass kleine "Gummiauflagen" irgendwo mit verbaut sind, um die Lagerung zu verbessern. Beim Sekundärspiegel weiß ich das nicht. Wenn ich die Infos nicht vom Konstrukteur kriege, werde ich das Ding auseinandernehmen.
3) Ich werde zumindest den Hauptspiegel sowieso mal rausnehmen und fotografieren.

Spannend fand ich die Anleitung zur Zentrierung des Okularauszugs mittels Laser im Innenraum. Habe dazu noch einen anderen Forumsbeitrag gelesen. Darf nochmal zusammenfassen und bitte um Korrektur:
Man benötigt ganzen RC ohne FS und Spinne (Tubus und Blendringe am HS dürfen aber bleiben?)
Man platziert den HS im Abstand von seinem Krümmungsradius (= etwa 2f) von der Wand.
Man leuchtet mit Justierlaser im Auszug an die Wand. Der Laserpunkt an der Wand leuchtet dann den ganzen Raum (minimal) aus und ein Teil dieses Lichtes trifft auch den HS.
Von dort geht das Licht wieder in sich selbst reflektiert an die Wand. Wenn Laserpunkt und Reflex sich decken, ist der Okularauszug und Spiegel orthogonal.
Mit dem Laser kommt man dann bei einem RC mit geschlossenem Tubus nicht weiter. Wenn man nämlich den FS einbaut, sieht man nicht, ob der Laser diesen auf der Mittenmarkierung trifft. Dann brauche ich also das Takahashi Kollimations-Fernrohr.

Alles richtig?

Vielen Dank nochmal und ich bleibe am Ball!
Christof

@Hanibal: Eine Maßanfertigung eines ital. Herstellers, der auf meine Bitte (vl. zuviel) Gewicht gespart hat. Der 1. Spiegel war zu dünn und wurde ausgetauscht. Das ist der 2. und deutlich dicker. Ronchi habe ich leider keines und Laser eigentlich auch (noch) nicht.
@Pitufito: Weiß nicht, ob ich das Taka Kollimationsteleskop direkt an das Backplate des Teleskops montieren kann. Dazu muss erst mal der Auszug runter.
 
Soweit ich hier lese, muss ich die genaue Brennweite (3,2 m) mittels Platesolve einstellen und dann die Sekundärspiegelfokussierung nicht mehr anfassen
Nein, das musst du nicht. Bei vielen wissenschaftlichen RCs und klassischen Cassegrain Teleskopen, die ich kenne, ist eine Fangspiegelfokusierung üblicher Standard, da sie einige praktische Vorteile bringt. Das ist erlaubt, da die SA sich vom Sollabstand heraus zunächst nur wenig ändert (flacher Kurvenverlauf). Weiß jemand, welche Kurve ich meine, ich finde sie gerade nicht.

Du musst "nur" den Abstand HS-FS verändern, soweit dein Backfokus bzw. deine Backfokus Adapter es zulassen und schauen, ob und wenn ja, in welche Richtung sich der intra extra Verlauf ändert.

Wie dick ist der Spiegel in der Mitte? Wie dick am Rand?
 
P.s. Christoph, du hast meine Frage noch nich beantwortet, stimmt das im Video, das zuerst intrafokal kommt? Dann hast du Überkorrektur. In dem Fall müsstest du den HS-FS Abstand verringern. Der Fokus wandert deutlich weiter nach hinten.
Siehe hier den Merksatz weiter unten auf der Seite:

In kurz: Mit vergrößern des Abstandes nimmt die Korrektur zu.

P.s. Ich sehe gerade, dass im oben verlinkten Messbericht von Tommy der Sachverhalt auch behandelt wird.


Ja, mit einem Ronchi Gitter kann man das schön beobachten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Korrektur ist ja hier das geringere Problem. Ich würd erstmal mit dem Asti beginnen. Und das liegt am Hauptspiegel oder am OAZ. Also Fangspiegel raus, kollimierten Laser in den OAZ, Laser auf Mitte Fangspiegelhalterung (optimal wär eine Bohrung) mit OAZ ausrichten. Dann Fangspiegel wieder rein. Hauptspiegel auf Verspannung überprüfen. Bei der Haltemutter für den HS am Blendrohr hab ich mit Filzunterlage die Besten Erfahrungen gemacht. Wenn das OK ist, Kollimation am Stern. Zuerst Koma mit dem FS rausjustieren, dann Asti mit dem HS. Über RC-Kollimation gibts genügend Anleitungen im Netz. Da schreib ich mir sonst die Finger wund.
Bei der FS-Fokusierung ist zu beachten, dass die für fotografische Zwecke gedacht ist. Die Kamera hat einen vorgegebenen Backfokus, der einzuhalten ist. Die Fokusierung erfolgt dann im 1/10mm Bereich des FS. Die Korrektur leidet da kaum. Bei Celestron EHD funktioniert das ähnlich.
 
Die Korrektur ist ja hier das geringere Problem.
also mE dürfte die Korrektur bei der Ausprägung mehr Strehlpunkte köauen als der Asti
Ich würd erstmal mit dem Asti beginnen. Und das liegt am Hauptspiegel oder am OAZ.
Der kann auch vim FS kommen, denn der kann genauso verspannt sein wie der HS, entweder durch Klebung oder Konterung.
OAZs können kein Asti machen, da gibts andere Aberrationen.
So gehts auch. Mitm Ronchi änderst halt so lang den Abstand, bis die Linien grade sind. Am besten mit 4-6 Linien intrafokal.
Visuell 3-5, idealerweise 4, aber 6 ist schin bissl unpräzise, auch sind schon deutlich Toleranter.
Am besten Fotografisch ein paar s belichten bei 2 Linien. Mittelt das Seeing etwas raus und ist am empfindlichsten.

LG
Olli
 
Hi,
Wenn möglich, Plastik-Ring auschneiden mag ich mehr, mit den kompensierenden O-Ring(en?) auf der anderen Seite(Mutter).
Würde gern mal die Meinung hören beim Erfahrensten in dieser Materie der Materialwahl der großen Donut-Optiken bei diesem Gewicht.

Und heiliger Sankt Nicolaus, das die Hülse wo der HS aufliegt seitlich das Beste Maß/Material hat. Der darf nur wenig runter hängen, und bei dem Spiegelgewicht muss das ordentlich hoch drei sein. Auch wenn die Toleranzen locker einen fünftel Milimeter zulassen, sag ich mal aus dem Bauch raus.
Messen..., und die optische Mitte ausrichten, drehen und probieren wäre da meine Vorgehensweise zum Start und vereinfachen des ganzen.
Sehr arbeitsreich und macht viel Spass. Alles aufschreiben und nicht auf die Uhr gucken.
Nicht zu locker, und nicht zu stramm für die Schrauben.

Clear skies!,
- Martin
 
Wow, 8 monate, da hast du aber viel Geduld, Viele bleiben heutzutage ja gar nicht mehr so lange bei der Stange, wenn eigeninitiative und Arbeitseinsatz gefordert ist.
Ich hoffe der Aufwand hat sich am Ende gelohnt?
LG, Olli
 
Stimme ich voll ein, lange Baustelle ;).
Bin da 2¼ mal langsamer(+adicional ¾Interval), beim Nummer Zwei, beim ersten hat bei der Monti die Klemme ein Strich durch die Rechnung gemacht in der Stockdunkelheit, bekanntes iOptron Problem.... Klack-ka wumms! Knicks und wech war er.
Denn zweiten bei mir Second-hand in PT konnte ich nicht wiederstehen.
Bei dem messe ich gerade den geplanten neuen OAZ R&P aus. Ich kann die Crayfords nicht ab mit dem EAF. Alias, wie gebe ich mehr Backlash zum EAF? Antwort: Crayford GSO. :rolleyes:

Clear skies!,
- Martin
 
@Stathis: Zum Abstand der Spiegel: Du sagst Fangspiegelfokussierung ist ok, aber es könnte durchaus sein, dass ich bei meinem Test ziemlich weit weg von der Nominalbrennweite war. Irgendwo muss die sphärische Aberration ja herkommen. Das Video geht übrigens tatsächlich von intrafokal zu extrafokal. Und der Spiegel ist mittig 5 cm dick, am Rand 1,5 cm. Hoffe, damit trägt er sein Eigengewicht ausreichend. Gibt's da Vergleichswerte von jemandem?

Bei der FS-Fokusierung ist zu beachten, dass die für fotografische Zwecke gedacht ist. Die Kamera hat einen vorgegebenen Backfokus, der einzuhalten ist.
Das versteh' ich leider nicht. Das Teleskop hat von sich mal keine Linsen verbaut. Dann sollte es keinen vorgeschriebenen Backfokus geben, oder? Wir benutzen gelegentlich einen Reducer, der aber im Okularauszug steckt und sich damit mit der Kamera mitbewegt.

Habe dem Hersteller geschrieben. Mal sehen, was er sagt. Ohne Foto von der Hauptspiegelzelle kommt man glaub' ich nicht mehr weiter.
Danke euch allen!
Christof
 
Hallo Leute,
ich reaktiviere den Post nochmal, weil ich nach einer neuen Justage mit Takahashi Kollimationsfernrohr und am Stern ein besseres Video von der Situation gemacht habe.
Der Link ist dieser: http://astrocusanus.org/oldhp/rc_kollimation.mov
Leider weiß ich nicht mehr, ob ich bei diesem Video von intra zu extra oder umgekehrt gegangen bin. (hab gestern viel herumprobiert)

1) Liege ich aber richtig, dass man aufgrund der rechteckigen Form des Sterns (um 90° gedreht zwischen intra und extra) einen klaren Astigmatismus sieht?
Ich erinnere daran, dass der Hauptspiegel zentral am Blendrohr gehalten wird. Er ist mittig laut Hersteller 5 cm dick und am Rand 1,5 cm. Ich habe gelesen, dass ein Verhältnis von 1:6 zwischen Dicke und Durchmesser üblich ist. Damit wäre er zu dünn und könnte sich biegen. Würde das ein solches box-shape-Muster erzeugen?

2) Ich habe mittels Platesolve mit der Fangspiegelfokussierung eine Brennweite von genau 3200 mm eingestellt (so wie vom Hersteller angegeben). Trotzdem sehe ich auf einer Seite des Fokus außen einen hellen Ring, auf der anderen Seite des Fokus innen einen hellen Ring. Deute ich das richtig, dass die tatsächliche Brennweite eine andere ist? Oder ist das nur fehlende Auskühlung (obwohl vor dem Test für 1h die Lüftung lief).
Dieses Problem hat aber nichts mit dem Astigmatismus zu tun, richtig?

Habe versucht die Hauptspiegelzelle rauszunehmen, die wiegt mir aber zuviel. Da müsste ich mal zu zweit sein.

Danke euch!
Christof
 
Schönes Video, um die sphärische Aberration (SA) zu sehen. Zur bessern Abschätzung des Astigmatismus hättest du nahe am Fokus kürzer belichten müssen, damit der Stern nicht so ausbrennt.

Zu 1.: Verbiegungen durch eine solche Zentralaufhängung erfolgen entlang der Hauptachsen und erzeugen Ovale, aber keine Rechtecke. Es kann jedoch die Überlagerung mehrerer Astieffekte sein, z.B. Durchbiegung (klassisches Oval für Asti erster Ordnung) und gleichzeitig etwas Verspannung des Fangspiegels (Dreieck oder Trefiol). Eine unsymmetrische Durchbiegung durch die Schwerkraft kann man vermeiden, indem man einen möglichst hoch am Himmel stehenden Stern beobachtet, idealerweise zenitnah ab 75° Höhe. Wie hoch stand dein Stern in deinem Video?

Zu 2.: Meiner Ansicht nach ist das der falsche Weg. Die effektive Brennweite des Systems ist nicht entscheidend. Es kann ja sein, dass der Optikhersteller die Sollwerte Krümmungsradien der Spiegel nicht genau eingehalten hat. Bei Cassegrain Systemen (zu denen ein RC auch gehört) erzeugt eine kleine Abweichung des Fangspiegel Krümmungsradius schon eine nennenswerte Änderung der effektiven Brennweite. Das ist zulässig und völlig ok. Entscheidend ist, dass das System mit den tatsächlichen Radien getestet und die SA für den nominalen Backfokus vollständig korrigiert wird. Die Mechanik muss dann der realen Optik Rechnung tragen, so dass der optimale M2/M2 Abstand und der optimale Backfokus eingestellt wird. Welchen nominalen Backfokus gibt der Erbauer an? Diesen gilt es einzustellen! Bei deinem Backfokus sehe ich ausgeprägte SA. Welchen Backfokus hattest du beim Video eingestellt?

Ein deutlich falscher Spiegelabstand erzeugt SA (symmetrischer Fehler) aber keinen Asti (unsymmetrischer Fehler).
 
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