Was sehe ich mit einem 100er Fernglas im Deep Sky?

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KlausF

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Hallo liebe Sternen- und Fernglas-Freunde,

seit jeher faszinieren mich die Geheimnisse des Universums. In die Hobby-Astronomie wollte ich bisher aber nicht so recht einsteigen – ich brauchte nicht noch so ein Hobby, bei dem schnell die Tendenz entsteht, sich mehr mit Technik und Bastelei zu beschäftigen als mit dem eigentlichen Thema … Ihr kennt das sicher ;).

Aufgrund gewisser Vorkenntnisse in Fotografie, Optik (Mikroskopie) und Bildbearbeitung, war ich durchaus kurz versucht, mir dieses Thema über die Fotografie zu erschließen (Stacking). Ich verstehe die Faszination die darin liegt, aber siehe ganz oben… und ich möchte lieber selber sehen, als Sensoren sehen lassen.

Nun bin ich hier auf das Thema binokulares Beobachten aufmerksam geworden und dies erscheint mir (für mich) die ideale Form dieses Hobbys zu sein. Sozusagen per visuellem live-Stack durch die Sternenwelt zu fliegen muss ein tolles Erlebnis sein. Kleiner Vorgeschmack mit meinem alten Zeiss Jena 8x30w macht Appetit auf mehr.

Einen Favoriten hätte ich auch schon: APM MS 25x100 Magnesium ED (Geradeeinblick).

Ein 100er oder gar 120er ED oder SD mit Wechselokularen wäre natürlich auch fein, aber ich bin nicht sicher, ob sich für meine Interessenlage der Mehrinvest lohnt… .

Generell frage ich mich, was genau kann ich denn überhaupt erwarten von einem Gerät dieser Kategorie?

Mein Interesse liegt neben dem Milchstrassensurfen vor allem bei Deep-Sky-Objekten – v.a. Nebeln und Galaxien. Welche Sktrukturen lassen sich da erkennen? Orion-Nebel – ok, der sollte grossflächig sichtbar sein und Strukturen zeigen. Aber der ist ja auch hell. Wie sieht es z.B. mit dem Cirrus-Nebel aus – überhaupt erkennbar? Einzelheiten? Evtl. mit Nebelfilter? Andere Nebel evtl.?

Besteht die Chance, mit dem o.g. Gerät mehr von Andromeda zu sehen als eine feine Dunstwolke?
Gibt es Galaxien in denen man Staubbänder bzw. Spiralarme erkennen kann? (Passendes Seeing vorausgesetzt, versteht sich).

Es wäre nett, wenn Ihr mir ein wenig weiterhelfen könntet, damit ich einschätzen kann, was man eigentlich sehen kann mit so einem Fernglas und was nicht.


Danke und viele Grüße

Klaus
 
Servus Klaus,

bin jetzt nicht der, der oft mit Fernglas beobachtet, ich versuch aber mal, dir zu helfen.

Wenn ich mal festmache, was ich mit meinem 7x50 Steiner an DSOs sehen kann, wird sich mit deiner Auswahl sicherlich noch um einiges mehr für dich eröffnen. Gehen werden definitv sämtliche Objekte des Messier Katalogs. Was aber an Struktur rauskommt, wird sicherlich auch an deinem Himmel liegen. Beobachtest du aus der Stadt oder vom Land? Dazu kommt dann noch die Erfahrung beim Beobachten, d.h. das "Sehen" erlernen.

Zu den von dir angesprochenen Objekten: Andromeda ist für mich am Stadtrand immer mehr oder weniger ein Wattebausch, ob im 8" Dobson oder mit dem Fernglas. Mit etwas Glück lässt sich ab und zu mal etwas Struktur erahnen, aber dunkler Himmel ist halt durch nichts zu ersetzen. Cirrus-Nebel ist z.B. mit meinem 8 Zöller vom Stadtrand nur mit OIII-Filter zu sehen, am Landhimmel auch ohne.

Viele Grüße
Mathias
 
Hallo,
selbst grobe Vorhersagen darüber was du sehen wirst mit all deinen Bedingungen, sind sehr spekulativ. Mag sein dass die Bilder unter Astronomy Drawings - Portfolio mit dem Vermerk 'Nexus' eine Idee vermitteln.
Ausgiebig Beobachtungsberichte bezüglich vergleichbarer Optik und Bedingungen zu recherchiere kostest dich lediglich das Bedienen einer Internet-Suchmaschine. Alles andere führt in Richtung selber ausprobieren.
Gruß Markus
 
Danke Mathias, für die schnelle Antwort!
Ich wohne im Südschwarzwald auf halber Strecke zw. Freiburg und Lörrach. Ich finde die Fernglas-Lösung auch deshalb charmant, weil ich so ein Gerät nicht nur im Garten (Kleinstadt) nutzen kann, sondern auch relaitiv leicht mit auf nen Berg nehmen (Schwarzwald oder Schweiz).
 
Ich würde trotzdem nochmals die Anschaffung eines kleinen binokularen Teleskops mit Wechselokularen überlegen, sofern das Budget es erlaubt.
Ein geradsichtiges 25x100 ist zwar einfach zu transportieren und handhaben, aber es braucht in jedem Fall Montierung und Stativ; ein gutes Modell wiegt um die 4 kg (z.B. APM).
Ein 70er oder 82er BT (Bsp wiederum die von APM) wiegt zwischen 3.8 und 4.5 kg, und es bietet unendlich mehr Flexibilität. Je nach Beobachtungsbedingungen und anvisierten Objekten kann man die jeweils geeignetste Vergrösserung wählen und damit den Beobachtungserfolg massiv erhöhen. Der Orionnebel ist in meinem 25x100 viel weniger eindrücklich als im 70mm BT bei etwa 40 facher Vergrösserung, oder auch mehr, je nach Himmel ( für mich fängt M42 ab minimal etwa 30x an Spass zu machen). Ich benutze mein 25x100 kaum noch, seit ich die BTs entdeckt habe.
Natürlich bietet ein 100mm oder 120mm noch etwas mehr „deep sky Reichweite“, aber der Zugewinn rechtfertigt in meiner persönlichen Sicht das erhöhte Gewicht und aufwendigere Handling nicht (ich habe das 100 mm von Oberwerk, aber benutze das 70mm von APM viel häufiger, bei Vergrösserungen bis etwa 70x).

Zudem: 45 oder gar 90 Grad abgewinkelt ist für Astronomie mit Grossferngläsern aus meiner Sicht die bessere Wahl als Geradsicht.

Just a thought.

Jost
 
Für Spiralarme von Galaxien sind 10“ das absolute Minimum, eher mehr. Selbt im Hochharz, wo in einer Mondlosen Nacht das Licht der Milchstraße allein gereicht hat, dass meine Hand einen sichtbaren Schatten wirft, und die Horizontlinie unsichtbar war und Bäume nur durch das Fehlen von Sternen an dieser Stelle auszumachen waren, konnte ich bei M33 die Spiralarme nur erahnen. (Sichtbar war sie dort aber schon mit nacktem Auge)
LG, Olli
 
Für Spiralarme von Galaxien sind 10“ das absolute Minimum, eher mehr. Selbt im Hochharz, wo in einer Mondlosen Nacht das Licht der Milchstraße allein gereicht hat, dass meine Hand einen sichtbaren Schatten wirft, und die Horizontlinie unsichtbar war und Bäume nur durch das Fehlen von Sternen an dieser Stelle auszumachen waren, konnte ich bei M33 die Spiralarme nur erahnen. (Sichtbar war sie dort aber schon mit nacktem Auge)
LG, Olli

Hallo zusammen,

unter den von Dir, Olli, genannten Bedingungen bin ich sicher, dass man mit einem 100 mm Großfernglas oder BT bei etlichen Galaxien auch die Spiralarme sehen kann, vorausgesetzt, die Vergrößerung ist passend gewählt: 20-25x ist für solche Details evtl. tatsächlich zu wenig, aber ab ca. 40x kann man die Spirale in M51 sicher erkennen. Ich habe in meinem 120er Bino Spiralarme von vielen Galaxien so deutlich gesehen, dass auch ein 100er BT auf jeden Fall dafür gereicht hätte. Beispiele sind M51, M81 und auch M33. Zwar habe ich aus dem Schwarzwald heraus beobachtet, aber dort sind die Bedingungen bei weitem nicht so, dass die Milchstraße Schatten werfen würde ;) Für die Staubbänder in M31 braucht es nicht so hohe Vergrößerungen, da reichen 20-25x locker aus.

Grundsätzlich können nach meiner Erfahrung (und auch der von vielen Anderen) Großferngläser und BTs der 100-120 mm-Klasse an (flächen-)lichtschwachen Objekten sehr gut mit mittelgroßen Spiegelteleskopen von 8-10" Öffnung mithalten, Stichwort "Binocular Summation".

Viele Grüße
Andreas
 
Ja, die Binocular Summatiom, daran hatte ich nicht gedacht. Monokular bei sehr schwachen Kontrasten übernimmt schnell das “Sensorrauschen“ des Auges.
LG, Olli
 
Einen Favoriten hätte ich auch schon: APM MS 25x100 Magnesium ED (Geradeeinblick).
Geradeeinblick ist eine seeeehr schlechte Idee, außer man hat eine Parallelogramm-Montierung und liegt in einem Astro-Liegestuhl... ;) Sonst bringt das nur Genickstarre - der meiste Himmel ist leider oben und nicht geradeaus.

Ein 100er oder gar 120er ED oder SD mit Wechselokularen wäre natürlich auch fein, aber ich bin nicht sicher, ob sich für meine Interessenlage der Mehrinvest lohnt… .
Das bin ich auch nicht, weil ich nicht Du bin. Das musst Du selbst herausfinden. Ich habe ein 100er ED und es ist fantastisch für weite Felder mit den 24er Panos. Andromeda und M110 sind absolut prächtig anzusehen.

Generell frage ich mich, was genau kann ich denn überhaupt erwarten von einem Gerät dieser Kategorie?
Da hilft nur durchgucken. Immer wieder werden solche Fragen hier gestellt und auch zigfach beantwortet, aber eigentlich hat niemand Deine Augen und genau Deine Vorstellungen und Erwartungen, insofern ist das mit Worten sicher nicht ausreichend zu klären, ob Dir so ein Gerät Spaß macht. Eventuell findest Du jemanden in der Nähe, der so etwas hat, oder man riskiert den Kauf (wie ich) und weiß dann, was Sache ist. :)

lg
Niki
 
Zuletzt bearbeitet:
In der Regel haben Händler auch kein Problem damit, wenn man sich mehreres zur Probe bestellt und das Eine, was einem zusagt, behält, und der Rest zurückgeht. Natürlich auf eigene Versandkosten, aber für ein paar Euro einen eigenen kleinen Round up Test machen, ist doch was feines.
LG, Olli
 
Ich möchte mal zur Planung des Budgets zu bedenken geben, dass da auch noch ein Unterbau dazu gehört, also entsprechender Neiger und ein Stativ. Viele Nutzer von 100ern mit Schrageinblick (45° oder 90°) haben diese in einer Gabelmontierung, welche wiederum auf einem schon recht stabilen Stativ angebracht ist. Kleinere Gläser und v.a. Geradsicht-Gläser können auch noch von gut dimensionierten Videoneigern geführt werden (z.B. Nitro 8 oder 12), natürlich immer unter dem dadurch beschnittenen Beobachtungskomfort in zenitalen Bereichen. (Diese Objekte kann man natürlich auch später im Jahr beobachten, wenn sie tiefer stehen.) Zudem kommen mit zwei, drei Okularpaaren auch noch u.U. erhebliche Kosten dazu - was dann natürlich die Freude an der Beobachtung steigert.
Ich bin ja begeisterter Binoseher, aber neben dem Beobachtungskomfort v.a. wg. der größeren Felder. Und diese sind mit Schrägeinblickgläsern (leider) begrenzt, was natürlich mit den ungleich höheren Brennweiten zusammenhängt. Daher muss man da die Abstriche machen, was mir zugegeben nicht leicht fällt. Ein 100er mit 2"-Okularen wäre top, aber natürlich nicht vermarktbar. (Und das 150er APM hat eben die entsprechend hohe Brennweite, so dass zumindest aus Feldsicht da auch nicht mehr zu erwarten ist.) Was noch am ehesten dem entspricht (also dem Anspruch auf Feld und Schrägeinblick) ist das 70er APM, welches 4° schafft - natürlich bei V, welche auch wiederum Geradsichtgläser erreichen. Und natürlich bei Kosten (70er plus ein Paar 24mm), welche dann schon in den Bereich 'Liebhaberei' gehen, aber natürlich ganz feine Beobachtungserlebnisse bieten können.

Ich gucke schon länger mit Schrageinblick, und kenne daher ein bisschen das Erreichbare. Wie immer bei visueller Beobachtung ist der Himmel das Entscheidende: Ortsrand oder Pampa ist wie Tag&Nacht, zumindest bei schwächeren flächigen Objekten. Bei helleren kann man dennoch öffnungsabhängige Unterschiede leicht verifizieren: M27 z.B. sieht man natürlich auch im 22x60 Miyauchi, aber im Miyau 20x100 sieht man klar die Form, welche beim 60er schon erahnt werden muss resp. eben länger geschaut wird. Die Miyau sind natürlich okularlimitiert, da gab es in den Nullerjahren nix anderes. Mit Auflage der APM bin ich dann (natürlich) dort fündig geworden, und gucke mit dem 100er. Erst hatte ich das 45° (weil ich das ja von den Miyauchis so kannte), bin dann jedoch schnell auf 90° umgestiegen (100ED). Die ED machen aus hellen Sterne gerne mal Blobs, aber den Aufpreis resp. Verlust zu den später lieferbaren SD war ich nicht bereit zu zahlen. (Ich würde heute sofort zu den SD greifen). Mit dem Feld ist es natürlich das erwähnte 'Problem' - mit 24mm PanOptic sind es 2,8° bei 23x, und mit den 12,5mm APM knappe 1,9° bei 44x. (Ein kürzeres 8mm ist noch im Planung…diese V genügen mir dann.) Serienmäßig sind die APM jetzt getestet auf 110x, ein Zertifikat liegt bei. Als Anhaltspunkt nenne ich gerne den BafK-Atlas für Ferngläser, diese Objekte sind natürlich alle sichtbar, und dann je nach Öffnung (oder auch mal Feld) aufzulösen.

Ein Stativ mit Kurbelsäule erachte ich bei den Schrägeinblickgläsern der 100er-Klasse als Pflicht; da wäre dann nur die Beinhöhe noch 'verhandelbar', je nach Beobachtungspräferenz zum stehend oder sitzend beobachten (ich bin seit je her der Steher). Natürlich gibt's da auch nicht so viel Auswahl - vergleicht man die Preise der 'Profistative' von Sachtler&Co., kommt man rasch auf die Erkenntnis, dass die Berlebach recht günstig sind. Dort erfüllen für die 100er die UNI die Stabilitätskriterien (19C, 27C), die Report (auch mit 40mm-Säule) schaffen sicherlich die 82mm auch recht locker.

Alles zusammen (APM100, BB Uni und 2-3 Okularpaare) sind dann natürlich schon ein schöner Batzen Geld - das muss man eben sich klar machen. Ich würde an deienr Stelle mal schauen, was im Bereich Unterbau vorhanden ist und genutzt werden kann, und dann mal ein 100mm Geradsicht ausprobieren, natürlich an geeignetem Standort. Damit kann man schon gut Erfahrungen hinsicht Beobachtungszielen als auch Grenzen bei der Stabilität kennenlernen, und später dann 'aufrüsten'. Auch ist natürlich der Transport zu berücksichtigen: ein Koffer mit dem 100/90°, das ausladende Stativ sowie die Gabel (ich hab die Meiling, ist aber genauso schwer wie die APM) sind eben nix für die Fahrradpacktaschen.

cs Manfred
 
Korrekt, bei mir sind es ein 45° mit Berle 29C und TS-Gabel und ein Peli-Case.

- Ein Nitro 8 hat sich als recht grenzwertig erwiesen.
- Heute würde ich das 90° nehmen
Mit dem ED bin ich trotzdem zufrieden, ein SD wäre sicher nicht schlechter ;)

IMG_1011.JPG


lg
Niki
 
Ist das das Case vom Markus? (Kauf' ich auch schon lange…:cool:, das 90er passt nur mit 'Gewurschtel' in das Alu-Case vom Miyau100 (Original von ICS))

Das mit dem Nitro schrieb ich für ein Geradsichtglas; ich kenne jemanden mit dem 25x100APM auf dem 8er, und ein 'normales gutes Stativ darunter.

csM
 
Das ist ein PELI AIR 1605 mit Plastazote LD29 Schaumstoff. Kann man selbst mit Messer schneiden.

Der kleine Nitro trägt 8kg aber der Gewichtsausgleich ist genau auf Anschlag. Außerdem kann man den nicht bis 90° ALT nutzen, außer man dreht ihn um, da er als Videoneiger zwar 90° hinunter zeigen kann, aber nicht gleichzeitig 90° hinauf. Steckt man den Schwenkarm um und entfernt die Feststellschraube, geht das halbwegs.

Aber ehrlich gesagt: die Gabel vom Wolfi ist 100 Mal besser geeignet als ein Manfrotto - (und wesentlich billiger als die vom Markus).

Auch mit Kurbelstativ klebt man bei 45° Einblick bei Beobachtungen im Zenit am Berle, was suboptimal ist. Wenn man auch terrestrisch gucken will, sind 45° und Berle allerdings ein Hammer.

lg
Niki
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Rückmeldungen!

Dies zeigt, dass man durchaus hoffen kann, mit einem 100er Details wie Spiralarme in Galaxien zu sehen.
Mein Fazit ist, dass wahrscheinlich schnell der Wunsch nach mehr Vergrößerung aufkommt, weshalb ein Instrument mit Wechselokularen vermutlich eine gute Investition ist, auch wenn die Mehrkosten schon deutlich zu Buche schlagen.
Werde mich jetzt mal mit der Frage APM 100 ED oder SD auseinandersetzen ... (Tendenz zu SD. Aber der Preisunterschied is schon ein Wort...)

Danke nochmal und viele Grüße
Klaus
 
ok, vielleicht die unvermeidliche Okular-Frage noch.
Auf die standardmäßig beiliegenden 24mm mit 65° würde ich nach Möglichkeit verzichten aufgrund des vergleichsweise kleinen Gesichtsfeldes.
Stattdessen:
- APM HDC - XWA 20mm 100° x-treme Weitwinkel Okular und
- APM XWA 5mm 110° x-treme Weitwinkel Okular für kleinere Galaxien wie M101, gelegentlich Mond und Planeten.

Was haltet Ihr von dieser Wahl?
Dazu noch ein Päärchen UHC-S (Baader)

Oder statt des 5er lieber das 3,5er, wegen der höheren Vergrößerung? (APM XWA 3,5mm 110° Okular )
Das 12,5er soll ja sehr gut sein. Wäre es lohnend, diese Zwischengrösse noch zu haben? Ich tendiere zum Verzicht. (APM HI-FW 12.5mm 84° 1,25" Weitwinkelokular)

Danke und viele Grüße
Klaus
 
Also ein Bino ist für mich ein Wide-Field-Gerät und bei 5mm Okularen würde das Bild in einem 100er wohl so dunkel, dass Du eine Galaxie gar nicht mehr ordentlich sehen kannst... bei mir und 1,25" ist das 24er Pano mit 68 Grad GF eigentlich Ende der Fahnenstange im Weitwinkel. Mehr GF bringe ich durch 1,25" Okularaufnahmen nicht durch. Und dort ist das Bild natürlich am Hellsten, und das macht echt Freude. Also: kleine Abbildung, aber hell.

Das APM HDC - XWA 20mm ist ein 2" Okular, 100° gehen da gar nicht mehr durch 1,25" Aufnahmen... 2" hat das Bino leider nicht.

Je kleiner die Okularbrennweite, umso heikler auch die Achsparallelität. Die optischen Bino-Achsen und Okularachsen müssen mit Deinen Augen-Achsen fluchten, sonst bekommst Du Doppelbilder. Da kein Okular absolut exakt zentriert ist und das Bino auch nicht (ist einstellbar, aber eine Spielerei), muss man oft die Okulare in den Halterungen drehen, bis Doppelbilder weg sind. Je kürzer die Brennweite, umso dunkler und umso problematischer. Also probieren, und ob das überhaupt so geht und aussieht wie Du Dir das vorstellst, bevor Du solche Okulare fix kaufst.

lg
Niki
 
Fraglich auch die Eignung derart großer Scheinbarer Gesichtsfelder für Binokulare Beobachtung. Nicht nur wegen der Augenabstandsgrenze und dem Nasenplatz durch die physische Baugröße.
Je größer das Gesichtsfeld, umso nervöser der Einblick. Binokular ist der Einblick generell schon nervöser und kritischer als Monokular.
Ich kenne die ES 100° und die Ethos, Binokular würde ich das nicht wollen, selbst, wenn ichs nicht bezahlen müsste.
LG, olli
 
Ich weiß nicht ob es hilft aber das sah ich mit meinem TS 25x100. (War da noch Anfänger)
 

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ok, vielleicht die unvermeidliche Okular-Frage noch.
Auf die standardmäßig beiliegenden 24mm mit 65° würde ich nach Möglichkeit verzichten aufgrund des vergleichsweise kleinen Gesichtsfeldes.
Stattdessen:
- APM HDC - XWA 20mm 100° x-treme Weitwinkel Okular und
- APM XWA 5mm 110° x-treme Weitwinkel Okular für kleinere Galaxien wie M101, gelegentlich Mond und Planeten.

Was haltet Ihr von dieser Wahl?
Dazu noch ein Päärchen UHC-S (Baader)

Oder statt des 5er lieber das 3,5er, wegen der höheren Vergrößerung? (APM XWA 3,5mm 110° Okular )
Das 12,5er soll ja sehr gut sein. Wäre es lohnend, diese Zwischengrösse noch zu haben? Ich tendiere zum Verzicht. (APM HI-FW 12.5mm 84° 1,25" Weitwinkelokular)

Danke und viele Grüße
Klaus
Wer sagt denn, dass das 5mm überhaupt fokussiert? (Dass das 20mm als 2" eh aus dem Rennen ist, ist klar - es sei denn, das 150er soll in die engere Wahl kommen.) Es ist beileibe nicht so, dass da alle mögliochen 1,25".Okus in den Fokus kommen, erst recht dürfte es bei den UWW schwierig werden, wenn noch eine Barlow im unteren Bereich der Steckhülse eingebaut ist. Die AP ist da schon recht klein (0,9mm), das wird wie schon geschrieben recht dunkel. Und welches Okular soll denn mehr Feld bieten, als das 24mm PanO? Die 24mm APM bieten da schon viel Feld für recht schmale Taler, zudem sind sie auch noch weitestgehend randscharf. Dass das FG sind wird gerne vergessen, das ist was zum Spazierensehen (also ein Luxusgegenstand). Mir genügen (wenn auch bis 110x zertifiziert) die 24mm PanO sowie die 12,5mm APM, eine BW in der 8mm-Range ist angedacht, dann ist aber Schluss. Ich weiß auch, dass Delite noch gerne genommen werden, auch für Hochvergrößerungen - das wär' nix für mich. Das mit den großen scheinbaren Feldern wurde ja erwähnt: man muss ja monokular schon im Okular herum kriechen, um da mehr am Rand zu sehen, im Ganzen überblickt man das eh nicht. Wie soll sowas denn binokular funktionieren? Selbst die 84° der APM 12,5 sind (mit Kontaktlinsen) nicht mehr randsichtbar (aber scharf).
Ob es lohnend wäre, die Zwischengröße zu haben - zwischen 24mm und 5mm oder gar 3,5mm nichts sonst, ehrlich? Und dann schauen mit 0,6mm AP? Da muss aber neben dem Wellenformtuning und der Okularzentrität absolut alles passen. Diese Gläser sind eben kollimationskritisch, weil binokular - m.E. gelten da 'andere Gesetze' für die Okularwahl, als mono. Ich gucke am liebsten mit der großen AP und den 2,8° wahrem Feld, und dann noch den vollen Mond (ja) bei 44x - das ist Genusssehen, und dafür sind sie m.E. gebaut. Meins ist auch noch ED, da macht Hochvergrößerung eh nicht so den Spaß; die hellen Sterne sind aufgebläht, die SD sind da wohl besser. Es bleiben dennoch Fernrohre mit gerade mal 100mm Öffnung, und einem für FG-Feeling eher kleinen Feld. Ein 70mm wäre mir lieber (4°), aber das ist als SD schon echt teuer, relativ zur Öffnung. Ist halt immer ein Kompromiss, aber den bedienen die vier FG-Größen ja recht gut. Und im Vergleich zu meinen Miyauchis auch mit vielen Okularbrennweiten - nur eben nicht die genannten HDC (und mgw. die xtreme).

cs Manfred
 

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Hi Klaus,
einen Vergleich 1 zu 1 zwischen dem ED und dem SD habe ich nicht, kenne nur 2 der 100er ED. Eines davon habe ich selbst.
Ich bin mit dem ED zufrieden, auch hinsichtlich der Farbe. Nur am vollen Mond ist er als Nuance an meinem FG zu sehen - für
mich, der ich sehr auf Farbfehler achte und sonst nur noch ff freie Optiken habe, auf gut annehmbaren Niveau.
Bei einem Vergleich zu einem Selbstbaubino mit 6" f/6 China-Refraktoroptiken konnte es auch überzeugen. Der Unterschied war kleiner als man ob der Öffnung hätte vermuten können. Am Mond, wo der FF am Achromaten-Bino deutlich war, spielte es seine Stärken deutlich aus.
Meine Okularpalette dazu ist derzeit:
25mm NED 60 Grad, 18mm Beigabeokulare, 11, 6,7 und 4,7 mm ES 82 Grad.
Dazu habe ich in 1,25 Zoll OIII, UHC und H Beta von Lumicon und einen UHC von TS.
Montiert ist es auf einer Gabel von Stefan Schimpf auf EQ6 Stativ - eindeutig überdimensioniert. Damit kann man ein 10 Zöller betreiben.
Insgesamt kann ich diese Varianten mit gutem Gewissen empfehlen. Hat sich bei Sternfreunden aber auch bei öffentlichen Veranstaltungen von Vereinen sehr gut bewährt.
Wäre da nicht der Preis, würde ich allerdings auf Ethos, wo ich sie verwenden kann, wechseln. Die Ethospaare die ich probieren konnte,
waren einfach nochmal einen Quantensprung in allen Belangen.

Bei niedrigen Vergrößerungen erscheint mir das Seherlebnis im Bereich eines 6 manchmal sogar 8" Newtons, wie sie viele haben.
Mit steigenden Vergrößerungen kommt entweder die Dreidimensionalität mehr hervor, wie insgesamt die Vergrößerung deutlich
höher erscheint als sie tatsächlich ist. So kann man auch Planeten beobachten, wenngleich es kein Planetenspezialist ist.
Das 11 und das 6,7mm sind meine Favoriten. Große GX haben Struktur wenn der Himmel stimmt. KS sind teils gut angelöst, die
großen OH teils schön aufgelöst mit Umgebung.
Beeindruckend finde ich bei fast allen Vergrößerungen den Mond.
Spaß machen auch Planeten nahe der Opposition.

Ich hoffe Du kannst für Dich aus den Infos etwas herausziehen.
CS
 
ist ne neue Modeerscheinung, um "SD" Gläser wie FPL-53, FPL-55 und CaF2 von "ED" Gläsern der FPL51er Liga zu differenzieren.
Super low Dispersion ist halt besser als Extra low Dispersion.
Als hätte die Korrektur nicht auch was mit dem Partnerglas zu tun.
 
Nach Ludes sollte der Unterschied nur eine Frage des Etiketts sein. Ich hab ein 120er, auf dem ED steht, auf der Rechnung von Ludes allerdings SD und dem Wellenformprüfbericht ebenfalls SD. Schon merkwürdig. Ich würde also gerne wissen, ob es sich tatsächlich um verschiedene Optiken handelt.
 
TS unterscheidet bei seinen Hausmarken Apos strikt wie oben von mir beschrieben, was apm damit macht, KP
 
Hier sehe ich folgende Anzeige:

Jumelles APM 37x120 ED Apo 90° - APM-SD-120-Bino90​

MarqueAPMRéférenceAPM-SD-120-Bino90
5 190,00 €

Jumelles astronomiques APM apochromatiques 37 x 120, verre ED, visée à 90°. Livrée avec 2 oculaires 18 mm au coulant 31,75 mm (grossissement 37 x).
 
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