Frage: Umbau eines Newtons zu einem Nasmyth möglich?

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Okular7

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Wäre ein Umbau eines Newton-Teleskopes zu einem Nasmyth-Teleskop überhaupt möglich?

Ausgangslage:
- Newton mit einem Hauptspiegel von 16" (406mm) mit f = 2390mm
- Einblickhöhe im Zenith: ca. 230cm
- Die meisten Objekte nur mit Hilfe einer Leiter zu beobachten.

Ziel:
Nasmyth mit seitlichem Einblick auf 120cm.

Ist ein Umbau rein theoretisch überhaupt möglich mit obigem Spiegel?
Es geht mir zuerst einmal um die optischen Aspekte, noch nicht um die mechanischen Herausforderungen.

Wäre froh um jeden sachkundigen Hinweis, auch wenn es dazu dient, meine Illusionen zu zerstören.

Ich muss immer wieder das Bild von James Nasmyth betrachten, wie er da ganz entspannt den Himmel erforscht! Das wäre doch schön, auch so zu haben ... :)

CS
Okular7

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Moin,

Nasmyth-Foki sind normalerweise was für Cassegrain-Systeme, bei denen der Primärfokus am hinteren Ende liegt, mit den passenden Spiegeln kann man aber den Fokus so legen, dass z.B. in der holen Alt-Achse ein OAZ eingebracht werden kann und in den Fokus kommt. Siehe Dein Foto.

Bei einem Newton wird der Fokus allein vom Hauptspiegel bestimmt, ob man den planen Fangspiegel durch einen Sekundärspiegel ersetzen kann um den Strahlengang so zu modifizieren dass Du in Richtung Hauptspiegel zurück kommst und dann per Fangspiegel aus dem Tubus dürfte die Kardinalfrage sein. Vor allem ob man einen passend geformten Sekundärspiegel bekommt. Es gab ja Teleskope die man umbauen konnte, aber welche Randbedingungen da galten kann ich Dir nicht sagen. Auf jeden Fall würde Deine Systembrennweite erheblich länger bzw. der Sekundärspiegel muss viel weiter nach innen.

CS
Jörg
 
Das geht schon, aber man bekommt halt eine völlig irre Obstruktion, du musst ja quasi den Strahlenkegel in der hälfte der Brennweite abgreifen damit du ein ordentliches Stück zurück richtung Hauptspiegel kommst und dann noch seitlich aus dem Tubus heraus, der dritte Fangspiegel macht ja seinerseits wieder obstruktion, wenn er nicht mindestens im selben Verhältnis vom zweiten Spiegel weg ist, wie der zweite vom Hauptspiegel. wenns also beim Nasmyth Newton (also außer HS nur Planspiegel) bleiben soll, wirste unter 50% Obstruktion nicht wegkommen.

Bessere Möglichkeit:
Ein Lowrider, das ist ein Newton, bei dem der Fangspiegel nicht im 45° Winkel ringebaut ist, sondern zum Beispiel im 55° Winkel, sodass der seitlich abgelenkte Lichtkegel im 20° Winkel (schräg zurück richtung HS) rausgeht, das spart ordentlich einblickhöhe und erfordert nur geringfügig mehr Obstruktion.
Probleme dabei:
1 Der OAZ muss entsprechend schräg angebracht werden, aber mit Holzkeil im selbstbau keine Hürde.
2 Einen Fangspiegel mit der richtigen Ellipse zu bekommen, da der FS ja nicht im 45° Winkel steht, ist die Elliptische Form deutlich flacher als die Handelsüblichen.

LG
Olli
 
Hallo Okular7,
ja theoretisch ist das möglich, ich rate davon aber ab, da die Nachteile die du dir damit einhandelst die Vorteile überwiegen. Überlege dir: Warum gibt es sehr viele Newtons in Dobsonbauform aber fast keine Nasmyths? Eben! Nachteile sind: Mehr Obstruktion, 2 Spinnen im Strahlengang, ein zusätzlicher Spiegel, schwierige Justage, seitenverkehrtes Bild etc.
Ich würde an deiner Stelle den langen 16" verkaufen und einen exzellenten kurzbrennweitigeren Spiegel anschaffen oder schleifen. Oder mit der Leiter leben lernen. Mein 24"Dob hat 2,5 Brennweite und braucht eine kleine dreistufige Leiter, das ist gar nicht so schlimm und man hat was zum Festhalten :)
CS Mike
 
Wenn du eh wie Nasmyth auf der Plattform sitzen und die ganze Plattform per Kurbeln nachführen willst: Versetz die Höhenräder nach oben, rund um den Okularauszug, und verlängere den Tubus als Gegengewicht. Dann sitzt du zwar höher, ersparst dir aber die höhere Obstruktion (oder hast nur wenig mehr, um halt mit dem Okular über die Höhenräder zu kommen).

Ist dann natürlich nichts mobiles mehr ;)

Beste Grüße,
Alex
 
Liebe Kollegen
Ganz herzlichen Dank für alle Vorschläge und Hinweise. Die "Schwarmerfahrung" hilft doch immer wieder sehr! :)
Dann werde ich wohl von meiner "Phantasievorstellung" absehen und überlegen, was man machen könnte. :unsure:
Schönen Abend und CS
Okular7

PS
Oder ich beschaffe mir ein grösseres Sparschwein und spare 190 Jahre auf einen PlaneWave CDK700 ... :love:
 
Hallo Okular 7,

nicht umsonst war Herr Nasmyth im Hauptberuf Maschinenbauer, auch wenn man seine Kurbelei heute mit Elektro Unterstützung sicher etwas weniger aufwändig bauen könnte. Zudem hatte es der gute Mann fast nur mit Mond und etwas Planeten.
Bei den Geräten, bei denen man in der Vergangenheit von Newton auf Cassegrain (Nasmyth) umstellen konnte, handelte es sich meist um Newton mit f6 bis f8, bei denen die Cassegrain Version dann so um f20 lag. Hauptanliegen war eigentlich, dass man dank der längeren Brennweite mit "normalen" Okularbrennweiten zu für Mond und Planeten interessanten Vergrößerungen kam. Okularbrennweiten unter 10mm machten noch bis vor vielleicht 60 Jahren nicht wirklich Freude; heute gibt es da Lösungen, die man mit Geld und Gewicht bezahlt.

Wenn du bei 2400mm Hauptspiegelbrennweite zu einer sinnvollen Lösung kommen willst, wäre z.B. als Vergrößerungsfaktor des Cassegrain Fangspiegels 3 möglich. Das ergäbe eine Systembrennweite von 7,2 Meter. Das wäre dann aber gar nichts mehr für etwas größere Objekte. Mit Exoten wie dem alten 60mm Zeiss Huygens kämst du dann minimal auf 120 fache Vergrößerung, bräuchtest aber eine extra Okularauszug für die Schraubfassung des Okulars.

Einen passenden Hyperboloid als Konvexspiegel müsstest du selbst stricken oder extra machen lassen. Das wird teuer.

Ich will dich auch nicht abhalten. Bei Rechenhilfe wäre ich gerne behilflich, beim Spiegelschleifen bin ich draußen.

Exoten sind reizvoll aber sehr selten problemlos.

CS Gerhard
 
Liebe Kollegen
Ganz herzlichen Dank für alle Vorschläge und Hinweise. Die "Schwarmerfahrung" hilft doch immer wieder sehr! :)
Dann werde ich wohl von meiner "Phantasievorstellung" absehen und überlegen, was man machen könnte. :unsure:
Schönen Abend und CS
Okular7

PS
Oder ich beschaffe mir ein grösseres Sparschwein und spare 190 Jahre auf einen PlaneWave CDK700 ... :love:
Hi,
Warum ist du überhaupt auf die Idee gekommen?
Welchen Newton wolltest du umbauen?
Was ist bei deinem Gerät unpraktisch? Was passt nicht?
 
Warum ist du überhaupt auf die Idee gekommen?
Welchen Newton wolltest du umbauen?
Was ist bei deinem Gerät unpraktisch? Was passt nicht?
Ich bin mal so frei
Ausgangslage:
- Newton mit einem Hauptspiegel von 16" (406mm) mit f = 2390mm
- Einblickhöhe im Zenith: ca. 230cm
- Die meisten Objekte nur mit Hilfe einer Leiter zu beobachten.
Ziel:
Nasmyth mit seitlichem Einblick auf 120cm.

LG
Olli
 
Gugst du hier:



Gruß
CS
 
Durch die Lowrider Variante kommt der Einblick recht easy ganze 20cm tiefer, wenn man zB eine 60° statt 90° Ablenkung verwirklicht. Im 30° Winkel ist die Strecke bis zum Ende OAZ (50mm OAZ und 30mm Backfokus hab ich eingerechnet) 350mm lang statt 300mm, der FS sitzt also schon mal 50mm näher am HS, also tiefer.
Die schräge Strecke selbst versetzt den Einblick weitere 15cm tiefer. Je nach länge des benutzten Okulares kommen noch ein paar weitere cm.
Martini baut Lowrider, die könnte man zur konfiguration zu Rate ziehen, ebenso zum Bezug der dazuberforderlichen weniger elongierten elliptischen Fangspiegel.
Auch Hier gibts ne schöne Beschreibung zu einem großen Lowrider, inklusiver schematischer Zeichnungen.
(die verlinkung zum unterpunkt klappt nicht, einfach links in der auswahl den lowrider anklicken)

LG
Olli
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Olli

Ich habe schon mit Lowrider beobachtet, fand jedoch das Einblichverhalten in Zenitnähe nicht mehr wirklich angenehm.
Die Vorstellung mit einem Binokular an einem Lowrider zu beobachten wäre für mich nicht vorstellbar.
Auch der runde Fangspiegel hat so seine Tücken, was Verblendung, Gewicht, Herstellbarkeit usw. angeht.

Gruß
CS
 
Ich muss immer wieder das Bild von James Nasmyth betrachten, wie er da ganz entspannt den Himmel erforscht! Das wäre doch schön, auch so zu haben ... :)

wer so entspannt beobachten möchte wie Herr Nasmyth auf dem Foto der braucht eine Springfield-Montierung.
Das geht durchaus mit ganz verschiedenen Teleskoptypen, auch mit einem Newton.


Der Trick ist hier das der Strahlengang bei einer EQ Montierung über Spiegel durch beide Achsen geführt wird und das Okular dann völlig ortsfest in der Polachse steckt.
Ich habe das hier auch mal für einen Schiefspiegler vorgeschlagen.


Der Nachteil bei den meisten Teleskoptypen ist halt das man Gegengewichte braucht um den Tubus ins Gleichgewicht zubekommen.
Die Kombination Nasmyth Fokus und Springfield-Montierung ist da perfekt da man hier den Umlenkspiegel für den Nasmyth Fokus in den Schwerpunkt des Tubus legen kann und so keine zusätzlichen Gegengewichte benötigt um den Tubus ins Gleichgewicht zu bringen.

So hat es ja auch Herr Nasmyth bei dem Teleskop auf dem Foto gemacht.
Der Strahlengang wird hier durch die Höhenachse geführt und damit bleibt die Einblickhöhe immer gleich. Egal ob man im Zenit oder am Horizont beobachtet.
Das ist natürlich sehr bequem.

Grüße Gerd
 
Die Springfieldmontierung hat was mit dem Schiefspiegler gemeinsam. Beide werden in Jean Texereaus Buch "How to Make a Telescope" als Konzepte angeführt, die man meiden sollte. Und da hat er recht.
CS Mike
 
Die Springfieldmontierung hat was mit dem Schiefspiegler gemeinsam. Beide werden in Jean Texereaus Buch "How to Make a Telescope" als Konzepte angeführt, die man meiden sollte. Und da hat er recht.
CS Mike

Natürlich hat jedes Konzept Vor und Nachteile.
Das ist bei der Springfield-Montierung und beim Schiefspiegler natürlich nicht anders wie bei jedem anderen Teleskop oder Montierungstyp.
Welches Konzept man bevorzugt hängt davon ab welchen Vorteil man haben möchte und welchen Nachteil man im Gegenzug bereit ist dafür in Kauf zu nehmen.
Irgendwelche pauschalen Aussagen sind hier völliger Unsinn.
Wer pauschal von Springfield-Montierung oder Schiefspiegler abrät hat offensichtlich die jeweiligen Vorteile nicht verstanden und sieht hier nur die Nachteile.

Eine Springfield-Montierung bzw. bei Goßteleskopen dann die Abwandlung in azimutaler Aufstellung ist bei den Profis heute Standard.
Der Profi braucht oft einen ortsfesten Fokus da diverse Analysegeräte wie zb. ein Spektrograf sehr groß sind und in einem Nebenraum stehen.
Die kann man nicht einfach an das Teleskop anbauen und mitschwenken.
Auch eine Zusammenschaltung mehrerer Teleskope wie zb. beim VLT der ESA wäre ohne ortsfesten Fokus undenkbar.

Aber auch der Amateur profitiert von einem ortsfesten Fokus.
Eine bequeme ortsfeste Einblickposition ist nicht nur angenehm sondern steigert auch die Wahrnehmung gegenüber einer unbequemen verkrampften Haltung.
Man kann sich bei bequemen Einblick wesentlich besser auf das beobachten und die Details konzentrieren und sieht daher dann auch mehr.
Besonders interessant wird das Ganze wenn man den Vorteil des bequemen Einblicks ohne nennenswerte Nachteile bekommen kann.
Die Kombination Nasmyth Fokus und Springfield-Montierung bzw. die Azimutale Abwandlung können genau das leisten.
Das wusste schon Herr Nasmyth, siehe Foto oben.

Grüße Gerd
 
Hallo Okular7

Die bequeme und entspannte Körperhaltung, wie du dir sie wünschst, entsteht auch zu einem großen Teil durch die Nachführung bei einem Azimutal nachgeführten Newton.
Der Einblick des OAZ sollte dabei mehr horizontal, also seitlich ausgerichtet sein und weniger nach oben/hinten in der üblichen 45°-Stellung.
So variiert der Einblick quasi nur noch in der Höhe.
Mit einer kleinen Leiter, mit evtl. 5 Stufen, kann man sich dann so ausrichten, dass man quasi auf der ersten oder zweiten Stufe steht und den Oberkörper gegen den Sicherheitsbügel der Leiter lehnt.
Das ist eigentlich auch eine entspannte Körperhaltung die man durch die Leiterhöhe und durch deren Abstand zum Teleskop einstellen kann.
Man kann auch noch ein Kissen, oder Schaumstoffwürfel an den Sicherheitsbügel machen und es sich so etwas bequemer machen.
Für tiefere Beobachtungen nimmt man dann einen höhenverstellbaren Stuhl, evtl. mit Gasdruckfeder oder Gewindespindel.
Die Stellräder des Nasmyth-Teleskops werden dabei durch das GoTo der Handsteuerbox ersetzt.
So kann man ebenfalls ganz bequem mit den Richtungstasten Positionsänderungen durchführen oder den Mondterminator abfahren, oder nach Sonnenflecken suchen.

Die Bequemlichkeit der Beobachtung kann auch noch an anderen Faktoren hängen wie z.B.:
- Binokular
- Augenabstand der Okulare
- Gesichtsfeld
usw.

Wenn man jedoch wie Herr Nasmyth mit auf der Montierung sitzt, muss diese sehr massiv und genau gebaut werden, denn sonst überträgt sich jede Körperbewegung auf das Bild, worunter die Vergrößerung und die Detailauflösung leiden würde.
Von der Transportabilität einer solchen Ausführung ganz zu schweigen.
Daher würde ich persönlich Beobachter und Instrument schon getrennt haben wollen.

Gruß
CS
 
n`Abend
Ich habe da noch eine interessante Version für bequemen Okulareinblick gefunden:
In der Sterne u. Weltraum vom Dez. 2010 wurde von Herrn M. Lammerer ein "Schulungsteleskop" vorgestellt, eine Art azimut. Springfieldmontierung, bei der das vordere Gegengewicht ein zweites Fernrohr ist.
Diese Lösung hat zwei gegenüberliegende Okulare mit gleicher Höhe für die Höhenachse. So kann der "Lehrer" dem ihm gegenüberstehenden "Schüler" das Beobachtungsobjekt zeigen bzw. das Auffinden mit Starhopping erklären, ohne dass ein Wechsel am Gerät nötig ist.
Für einen großen Dobs allerdings eher nicht zweckmässig.
CS, Roland
 

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eine Art azimut. Springfieldmontierung, bei der das vordere Gegengewicht ein zweites Fernrohr ist.
Ziemlich clever eigentlich

Diese Lösung hat zwei gegenüberliegende Okulare mit gleicher Höhe für die Höhenachse. So kann der "Lehrer" dem ihm gegenüberstehenden "Schüler" das Beobachtungsobjekt zeigen bzw. das Auffinden mit Starhopping erklären, ohne dass ein Wechsel am Gerät nötig ist.
DAS ist verdammt cool

LG
Olli
 
Hallo Roland,

In der Sterne u. Weltraum vom Dez. 2010 wurde von Herrn M. Lammerer ein "Schulungsteleskop" vorgestellt, eine Art azimut. Springfieldmontierung, bei der das vordere Gegengewicht ein zweites Fernrohr ist.

interessante Lösung.
Die Kombination Newton der ja mit hinten liegendem HS Hecklastig ist und Refraktor der mit vorn liegendem Objektiv Frontlastig ist als Gegengewicht ist ja wirklich pfiffig.
Das ist ja eine ideale Kombination für eine Springfield-Montierung.
Auch deine Lösung mit dem C8 finde ich schön.

Grüße Gerd
 
Hi,
wie wär's mit einem Mersenne-System? Da läßt sich auch mit sehr großen Newtons noch bequem im sitzen beobachten.
Ein Beispiel sind die schon lange bekannten Versionen (20-" und 30"-Newton) von Clyde Bone (1928-2012):


(S&T-Artikel von 1999)
Das ist mal schlau!
Aber warum hat der Mersenne Dobson nochmal einen 3. Umlenkspiegel?
Man könnte doch auch einfach von der Seite beobachten.

...
Oder mit der Leiter leben lernen. Mein 24"Dob hat 2,5 Brennweite und braucht eine kleine dreistufige Leiter, das ist gar nicht so schlimm und man hat was zum Festhalten :)
Kleine dreistufige Leiter??
Ich habe einen 20" Dobson mit 2,1m Brennweite. Da brauche ich eine ausgewachsene Leiter mit 5 Stufen, beim normalen Einblick mit OAZ schräg nach oben.

Gruß
Peter
 
5 Stufige Leiter? Mein alter 18" Selbstschliff Dobson hatte 216cm Brennweite, natürlich mit geradem Einblick da reichte eine Bierkiste, bin aber 188cm groß.
Wer seinen Einblick schräg nach oben macht ist selber schuld! Das braucht dann gleich 1-2 Stufen mehr!
CS Mike
 
Hi Mike,
5 Stufige Leiter? Mein alter 18" Selbstschliff Dobson hatte 216cm Brennweite, natürlich mit geradem Einblick da reichte eine Bierkiste, bin aber 188cm groß.
Wer seinen Einblick schräg nach oben macht ist selber schuld! Das braucht dann gleich 1-2 Stufen mehr!
bin nur 176cm groß. ;)
Aber dass der Einblick schräg nach oben zu hoher Einblick-Höhe führt, habe ich auch schon bemerkt. ;)
Ist aber von Taurus wohl so gedacht.

Inzwischen teste ich, den Einblick umgekehrt, schräg nach unten zu benutzen.
Das macht nochmal sehr viel aus!
Aber man muss etwas nach oben schauen. Ist auch unbequem.

Gruß
Peter
 
Ja Peter, nach unten ist erstens unbequem, zweitens ist die Gefahr groß, dass einmal ein teures Okular oder der PC aus dem Okularstutzen in den freien Fall übergeht und drittens ist es für das lokale Seeing auch ungünstig. Ich würde unbedingt geraden Einblick empfehlen.
Habe den Fehler selber bei meinem ersten 12" Dobson gemacht, das war mir eine Lehre.
CS Mike
 
Hi zusammen,

wie wär's mit einem Mersenne-System? Da läßt sich auch mit sehr großen Newtons noch bequem im sitzen beobachten.
Ein Beispiel sind die schon lange bekannten Versionen (20-" und 30"-Newton) von Clyde Bone (1928-2012):


(S&T-Artikel von 1999)

Ciao Werner
Hallo Werner,

ich hab mir das System mal genauer angeschaut.
Es ist ja erst einmal ein Cassegrain System mit Nasmyth Spiegel.
Also letztlich nichts Anderes das auch der Roland mit seinem C8 gemacht hat.
Die Besonderheit beim Mersenne-System ist das der Sekundärspiegel die Systembrennweite des Cassegrain Systems auf unendlich bringt.
Es verlässt ihn also ein paralleles Strahlenbündel das erst wieder mit einer Zusatzoptik in einem Fokus vereinigt werden muss.

Der einzige Vorteil so eines Systems ist das man das parallele Strahlenbündel beliebig weit führen kann bevor man es dann mittels Zusatzoptik in einem Fokus vereinigt.
Das macht nur dann sinn wenn sich dafür eine Notwendigkeit ergibt.
Das kann zb. der Fall sein wenn man den Strahlengang weg vom Teleskop in einen Nebenraum führen möchte und dort erst den Fokus braucht.

Eine solche Notwendigkeit kann ich an einem Dobson aber nicht erkennen.
Man könnte versuchen die Obstruktion zu mindern aber wenn man die Zusatzoptik so weit hinten platziert würde das nur bei sehr sehr kleinem Feld gehen.
Im Feld verlässt das parallele Strahlenbündel den Sekundärspiegel schräg so das hier dann der Nasmyth Umlenkspiegel deutlich größer sein muss als der Sekundärspiegel.
Bezüglich Obstruktion hat man dann also Granits gekonnt sondern eher im Gegenteil
Auch die Zusatzoptik im Beispiel ein APO muss eine recht große Öffnung haben wenn man etwas Feld haben möchte.

Das Mersenne-System ergibt für mich daher am Dobson keinerlei Sinn.
Wesentlich sinnvoller und ja auch viel einfacher ist hier der klassische Cassegrain mit Nasmyth Fokus.
Anstatt über einen 3. Umlenkspiegel in einen zusätzlichen APO zu schauen steckt hier das Okular in der Höhenachse so wie es der Roland bei seinem C8 umgesetzt hat.
Das geht natürlich auch beim klassischen Cassegrain und natürlich auch bei sehr großen Dobson.

Auch mit EQ Montierung ist das machbar.
So etwas hat zb. Kurt hier realisiert.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,
Das Mersenne-System ergibt für mich daher am Dobson keinerlei Sinn.

Du übersiehst bei Deinen Ausführungen den entscheidenen Punkt: die Öffnungszahl läßt sich gegenüber den Cassegrain-Nasmyth-Konstruktionen wesentlich kleiner halten (z.B. 5 anstatt 15) und hängt von der Sekundäroptik ab. Mit z.B. einem f/6-Apo hast mit den obigen Optiken dann 20"/30"-f/6-Systeme mit halt bequemer Beobachtungsposition.
Außerdem ergibt sich eine Beobachtungsbesonderheit: die Sekundäroptik sieht an den vorgelagerten Optikelementen vorbei (Ablenkspiegel/Fangspiegel) in den Himmel. D.h. man sieht einen stark vergrößernden Zentralbereich umgeben von einem niedrig vergrößernden Feld (siehe die geposteten Artikel).
Wirkliche Nachteile sind: Abbildungsfehler im Feld durch die konfokalen Paraboloide, bei APO: nötige hochkorrigierte Sekundäroptik, mehrmalige Reflexionen (die 3te kann auch weggelassen werden), größerer Justageaufwand, etc.

Ciao Werner
 
Das ist mal schlau!
Aber warum hat der Mersenne Dobson nochmal einen 3. Umlenkspiegel?
Man könnte doch auch einfach von der Seite beobachten.
Ja, und so richtig bequem sieht das auf dem Foto auch nicht aus. Der Herr macht schon einen ziemlichen Schildkrötenhals.

Einen Dobson auf Nasmyth-Fokus umzubauen ist auch sehr aufwendig und den passenden Sekundärspiegel kauft man sicher nicht von der Stange. Einen gewissen Lichtverlust muss man dazu in kauf nehmen, genauso wie das Problem, dass alle Komponenten sehr hochwertig sein müssen, da sich die Fehler multiplizieren.

Da würde ich eher einen kleinen Haushaltstritt suchen und oben ein Geländer oder einen Stab zum Festhalten anbringen. Teilweise haben diese Teile das ohnehin schon.

Grüße,
Joachim
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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