Falsche Entscheidungen und wirre Pfade beim Astro-Einstieg - oder doch nicht?

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Diddy Stardust

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Hallo liebe Sternenfreunde,

bin neu hier und ein Neueinsteiger in die Astronomie - mit 56 ;) Hab mir einen Kindheitstraum erfüllt, mir ein Teleskop zugelegt und gerade dabei die ersten Erfahrungen zu sammeln. Darf ich Euch hier ein paar Fragen stellen (die ich vielleicht schon hätte vor dem Kauf stellen sollen)? Habe schon so Einiges hier mitgelesen und viele Anregungen bekommen, vielen Dank! Doch das ganze Thema ist so umfangreich und die "Fachsprache" so komplex, dass ich (noch) keine konkreten Antworten habe finden können. Bitte seht es mir nach, vielleicht habe ich auch nur nicht die richtigen Suchbegriffe eingegeben...

So bin ich nun seit ca. 6 Wochen in Sachen Teleskop, auf mehr oder weniger verschlungenen Pfaden, unterwegs - und hab' wohl auch schon den ein oder anderen Euro in den Sand gesetzt... Ich beschreibe meine Erfahrungen hier mal etwas ausführlicher, vielleicht hilft's ja schon jemandem Fehler zu vermeiden, der sich VORHER genauer informiert und hier schon mal die Nase reinsteckt ;)

Meine Wunschvorstellung (reichlich naiv - Anfänger halt): Erst mal einarbeiten, viel entdecken und eindrucksvolle Beobachtungen von Planeten und Deep Sky-Objekten machen, später mit demselben Gerät tolle Astrofotos schießen :)


Mein erster Versuch: Ein Skywatcher 200/1000 PDS Explorer auf EQ5 Montierung:

Ich muss sagen, das sogenannte Handbuch ist eine Katastrophe: Manche Dinge sind nicht oder schlecht erklärt. Es ist grundsätzlich das falsche Stativ dargestellt, wie die Aufhängung der Ablageplatte gedacht ist oder die Montierung aufgesetzt wird, musste ich selbst herausfinden. Dass man die Knöpfe auf die Feineinstellungsachsen mit sanfter, bis grober Gewalt aufdrücken muss, ist nicht erwähnt. Die Justierung des Sucherfernrohrs ist nicht erklärt. Auf welche Seite die lange oder kurze Bolzenschraube gehört wird nicht erwähnt. Die Feststellschraube des 2" Okularauszug auch nicht, Okularadapter etc. - Jugend forscht.

Das mag alles kein Hexenwerk sein, aber als Neuling, der v.a. an dem neuen Gerät nichts kaputt machen will, ist das mehr Nervenkitzel als die Aufbauanleitung eines IKEA-Regals. Die mitgelieferte Anleitung ist von Grund auf unvollständig, setzt zu viel voraus und erwähnt Details nicht. Zumindest war die Euphorie nach einem Tag mit dem neuen Gerät etwas gebremst.

Die EQ5 tat ihr Übriges: Der RA-Einstellkreis schien mir nicht in Ordnung zu sein. Er hatte viel Spiel und wenn ich die Schraube löste, ihn kalibrierte und die Schraube wieder festzog, folgt er trotzdem nicht der RA-Bewegung, sondern "hakte". Schraubte man den Polsucher heraus, wird der Einstellring nur von dem Fett gehalten. Aufgrund des Spalts von 3mm zwischen dem Ring und der Skala am Polsucher, passiert dies auch im Betrieb, dass das Fett nicht mehr haftet. Folge: Der Ring steht schief und wackelt. Nutzbar ist er schon gar nicht. Offensichtlich stört das viele Nutzer, sodass ich (evtl. sogar hier?) einige Lösungsvorschläge gefunden habe, von Abdrehen bis zu Zwischenringen. Mir wiederstrebt es an einem nagelneuen Gerät derart Hand anlegen zu müssen. Ach wenn man den Ring nicht wirklich benutzt - sollte doch an einem neuen Gerät alles funktionieren, oder?

Das Hauptproblem - und darum habe ich die Sachen dann auch zurückgeschickt: Im Internet sind sich wohl alle einig, dass die EQ5 zu schwach ist für Astrofotografie mit dem 200/1000. Auf der Händlerseite ist für die Montierung "bis 10 Kg" angegeben, das 200/1000 PDS hat 8. Als Laie war mir das genügend "Headroom". Und schließlich wurde das Ganze ja als Komplettpaket angeboten.


Mein zweiter Versuch: Ein Celestron Schmidt-Cassegrain Teleskop SC 152/1500 Advanced VX AVX GoTo

Diesmal wollte ich es wissen und habe das Budget mehr als verdoppelt. Für knapp 3.000 habe ich auch gleich noch etwas Zubehör dazu geordert (Powerbank, Okulare, Polsucher). Und damit ging es weiter mit den von Halbwissen geprägten Entscheidungen und Geldausgaben. OK, die Montierung ist schon mal klasse - finde ich. Da sind Welten zwischen der EQ5 und der AVX in Sachen Verarbeitung. Und das Handbuch ist um Einiges besser. Klar, das GoTo hatte ich mir zuerst nicht gegönnt, ist natürlich supergenial (also soweit ich das bisher beurteilen kann).

Was mich zu dem Kauf bewogen hat, waren die folgenden Sätze: "Diese Optik bietet eine sehr gute Abbildung, Kontrast und Schärfe überzeugen und bieten großen Spaß insbesondere bei der Beobachtung von Mond, Planeten oder Planetarischen Nebeln. Das Schmidt-Cassegrain System ist aber vor allem ein sehr gutes und robustes Allroundgerät für Beobachtung und Fotografie." Also genau das, was ich wollte :) Einen Allrounder, ja auch für Fotografie (will meine CANON EOS M6-II andocken), der leistungsfähig ist, aber auch kompakt, um ihn alleine im PKW problemlos transportieren und aufbauen zu können.

Und nun lese ich aber immer wieder Sätze wie "zu geringe Öffnung", "die Montierung ist zu wacklig", "nur bedingt für Fotografie geeignet". Zudem dachte ich mit 2"-Equipment arbeiten zu können und habe bereits in einen "Omegon Carbonline Zenitspiegel 90° SC" und ein "Omegon SWA 38mm Okular 2" investiert. Bin begeistern von beidem, habe aber jetzt das Problem, dass ich das Teleskop nicht mehr ausbalancieren kann, wenn ich den Zenitspiegl plus Okular anbaue, so weit hinten kann ich die Prismen-Schiene ja gar nicht einklemmen...? Die Motorsteuerung habe ich vorsichtshalber mal gar nicht angeworfen, war mir zu heikel bei dem Gewicht. Und das SC-Gewinde scheint auch nicht dafür gebaut zu sein, das "visual back" regelmäßig zu tauschen, hat ja nur ein paar wenige Windungen und sieht nach 10x Wechsel zwischen 1,25" und 2" schon etwas mitgenommen aus... Habe noch dazu gelesen, dass 2" gar keinen Sinn hat, da der Innendurchmesser des Lightbaffel (heißt das so?) beim SC 6" nicht mehr als max. 28mm misst und da eh nicht genug Licht durchkommt?

Ist damit 2" gestorben? Okular und Spiegel umsonst gekauft? Ist das ganze C6 ein Flopp? Konnte es aufgrund des Wetters nur 2x einigermaßen ausprobieren, das erste Mal war immerhin in der Rhön (dunkelgrün auf der LPM) allerdings mehr Aufbau, Einnorden, Alignment - dann war auch schon die Scheibe beschlagen. Bei zweiten Mal hatte ich immerhin schon eine Tauschutzkappe, aber einen viel schlechteren Standort. Zum Glück etwas mehr Übung, hatte einen tollen Blick auf Saturn und Jupiter - aber mit dem mitgelieferten 25mm Plössl etwas klein, mit einem Explore Scientific 5,5mm etwas dunkel und unscharf...
Insgesamt also etwas unbefriedigend und enttäuschend. Das schlechte Wetter tut sein Übriges und nun sitze ich hier, stöbere durch Foren und Astroshops und spiele schon mit dem Gedanken das C6 wieder zu verkaufen und das dritte Mal etwas "Vernünftiges" zu kaufen (nach einer finanziellen Konsolidierungsphase) - das Größte was auf die AVX draufpasst? Ein 9.25" (gibt's gerade OTM für 2000 €) oder sogar ein 11"? Oder sogar „EDGE“? Oder gar kein Celestron mehr? Skywatcher aber auch nicht? Etwas ganz Anderes? Mehr als nochmal 1000-1500 (+ Plus dem Erlös für den Verkauf des 6“) möchte ich eigentlich nicht mehr drauflegen…

Das Fieber hat mich auf jeden Fall gepackt! Aber wohin soll der Weg gehen?

So, nun bedanke mich bei jedem, der es geschafft hat bis hierhin zu lesen. Und würde mich sehr freuen über Eure Einschätzungen und Erfahrungswerte, um einen vernünftigen Weg zu mehr Beobachtungsfreude zu finden.

Beste Grüße aus dem leider nebligen Frankenland!
Dietmar
 
Hallo Dietmar,

rein visuelle Beobachter tendieren (wie Du augenblicklich) überwiegend dazu, immer mehr Öffnung zu kaufen - um dann festzustellen, dass nebelhaft erscheinende DeepSky Objekte immer noch nebelhaft bleiben, solange man nicht oberhalb 14 Zoll Öffnung angekommen ist. Und man Planeten die n. Jahre nur selten oberhalb des Horizontdunstes beobachten kann.

Beschäftige Dich deshalb mal mit EAA (s. Link) bevor Du weitere Anschaffungen machst. Damit Du wenigsten im DeepSky Bereich motivierende Erfolgserlebnisse haben kannst.



Das zuletzt gekaufte Setup ist dafür eine lange Jahre ausreichende Basis.

Gruß,
Peter
 
... was mich immer wieder erschreckt: Der blinde Glaube an Werbeaussagen... Wozu gibt's Foren wie dieses, wenn man sie nicht VOR dem Kauf nutzt...

Hi Jörg, danke für Deine Anmerkung: Der erste Kauf beruhte auf einer Empfehlung aus einem Verkaufsgespräch. Der zweite erfolgte nach einer Recherche zum Prinzip des SC, das mir überzeugend vorkam. Dazu kam Eile, das Teleskop noch mit in den (dann leider doch verregneten) Urlaub mitzunehmen, Ungeduld, Begeisterung, Naivität... Ja, aber im Prinzip gebe ich Dir Recht. Aber vielleicht gelingt mit Eurer Hilfe ja noch eine Schadensbegrenzung ;) Oder das C6 ist doch nicht die allerdümmste Entscheidung und ich weiß es nur noch nicht?
 
bin neu hier und ein Neueinsteiger in die Astronomie - mit 56 ;)
Herzlich willkommen, es ist nie zu spät das Richtige zu tun

Doch das ganze Thema ist so umfangreich und die "Fachsprache" so komplex
Das kommt mit der Zeit von ganz alleine

Meine Wunschvorstellung (reichlich naiv - Anfänger halt): Erst mal einarbeiten, viel entdecken und eindrucksvolle Beobachtungen von Planeten und Deep Sky-Objekten machen, später mit demselben Gerät tolle Astrofotos schießen :)
Gute Fotos sind schwierig und erfordert viel Geld, viel Know How, viel Equipment und noch mehr Geduld und Nerven, gute Beobachtung muss nur gut durchdacht sein

Mein erster Versuch: Ein Skywatcher 200/1000 PDS Explorer auf EQ5 Montierung:
Geiles Teleskop, aber zu schwache Montierung

Ich muss sagen, das sogenannte Handbuch ist eine Katastrophe: Manche Dinge sind nicht oder schlecht erklärt.
Ja, das ist leider so

Auf der Händlerseite ist für die Montierung "bis 10 Kg" angegeben, das 200/1000 PDS hat 8. Als Laie war mir das genügend "Headroom". Und schließlich wurde das Ganze ja als Komplettpaket angeboten.
Angeboten wird, was Leute kaufen und was so billig wie möglich als Komplettpaket ist und gerade noch so noch nicht auseinander fällt. Die EQ5 trägt schon 10kg, aber nicht mit einem ganzen Meter Hebel.

Mein zweiter Versuch: Ein Celestron Schmidt-Cassegrain Teleskop SC 152/1500 Advanced VX AVX GoTo
genau andersrum, geile Montierung, aber schwaches Teleskop.

"Diese Optik bietet eine sehr gute Abbildung, Kontrast und Schärfe überzeugen und bieten großen Spaß insbesondere bei der Beobachtung von Mond, Planeten oder Planetarischen Nebeln. Das Schmidt-Cassegrain System ist aber vor allem ein sehr gutes und robustes Allroundgerät für Beobachtung und Fotografie."
Also Kontrast und Schärfe fällt bei 39% Obstruktion weitestgehend weg, sehe es wie ein 90mm Gerät, viel mehr als 150x wirst du dem C6 nicht mit gutem Bildeindruck entlocken können.

aber jetzt das Problem, dass ich das Teleskop nicht mehr ausbalancieren kann, wenn ich den Zenitspiegl plus Okular anbaue, so weit hinten kann ich die Prismen-Schiene ja gar nicht einklemmen...?
Ja, das Problem hab ich auch noch am C8, das ist wohl bei denen einfach so.

Die Motorsteuerung habe ich vorsichtshalber mal gar nicht angeworfen, war mir zu heikel bei dem Gewicht.
Ach, das schafft die schon, keine Sorge.

Habe noch dazu gelesen, dass 2" gar keinen Sinn hat, da der Innendurchmesser des Lightbaffel (heißt das so?) beim SC 6" nicht mehr als max. 28mm misst und da eh nicht genug Licht durchkommt?
Ja, am C6 macht 2" wirklich nicht so viel Sinn, das ist leider Korrekt.

mehr Aufbau, Einnorden, Alignment - dann war auch schon die Scheibe beschlagen. Bei zweiten Mal hatte ich immerhin schon eine Tauschutzkappe, aber einen viel schlechteren Standort.
Das mit dem Beschlagen ist bei SCs ein Thema, ebenso das Auskühlen, der geschlossene Tubus mit Glas an BEIDEN Enden ist thermisch eine absolute Katastrophe, entweder braucht es ne Stunde, wenn die Außentemperatur konstant ist, oder er rennt der Temperatur die ganze Nacht hinterher, SCs produzieren ihr eigenes Seeing im Tubus.

mit einem Explore Scientific 5,5mm etwas dunkel und unscharf...
Viel zu hoch vergrößert für diese Art Teleskop, 9mm ist die Grenze, allerhöchstens 8mm.

das dritte Mal etwas "Vernünftiges" zu kaufen (nach einer finanziellen Konsolidierungsphase)
- das Größte was auf die AVX draufpasst? Ein 9.25" (gibt's gerade OTM für 2000 €) oder sogar ein 11"? Oder sogar „EDGE“?
Oder gar kein Celestron mehr? Skywatcher aber auch nicht? Etwas ganz Anderes? Mehr als nochmal 1000-1500 (+ Plus dem Erlös für den Verkauf des 6“) möchte ich eigentlich nicht mehr drauflegen…
uiuiui, langsam

Du musst auch immer bedenken, welche Gewichte du bereit bist, zu schleppen. Man wird nicht jünger, und wenn der Anfangs-Enthusiasmus nachlässt, ist die Montierung plötzlich viel schwerer als am Anfang.
Der 200/1000 Newton ist von der Leistungsfähigkeit eine sehr sehr gute Wahl gewesen, nur leiter untermotorisiert. Nimmste den wieder, nur diesmal mit ner EQ 6, kannste von 32mm 2" Okularen bis hinauf zu 3,2mm Okularen für 312x alles nutzen.
Bis du den ausbeobachtet hast, werden viele Jahre ins Land gehen

So, nun bedanke mich bei jedem, der es geschafft hat bis hierhin zu lesen.
okay

LG
Olli
 
Zuletzt bearbeitet:
Beschäftige Dich deshalb mal mit EAA (s. Link) bevor Du weitere Anschaffungen machst. Damit Du wenigsten im DeepSky Bereich motivierende Erfolgserlebnisse haben kannst.
...
Das zuletzt gekaufte Setup ist dafür eine lange Jahre ausreichende Basis.

Hallo Peter, das hört sich gut an, danke! Für den Artikel werde ich aber wohl eine Weile brauchen, das schaffe ich um die Uhrzeit nicht mehr :sleep:
Morgen zum Frühstück. Melde mich wieder...
 
Hallo Dietmar, ich bin auch Anfänger seit Anfang des Jahres und habe mich vor dem Kauf hier im Forum eingehend informiert, bevor ich mir ein Teleskop und Zubehör gekauft habe. Das hat mich allerdings nicht davor bewahrt, in der Zwischenzeit meinen Erstkauf wieder zu verkaufen und mein heutiges Equipment anzuschaffen. Man muss bestimmte Dinge selbst erfahren und auch falsch machen. Dein Geldeinsatz war natürlich immens, ich habe bisher vielleicht 2000 Euro ausgegeben - mehr als ich am Anfang vorhatte, aber ich denke, dass ich meinen Weg gefunden habe und den nun gehen werde, Hindernisse gibt es aber auch auf meinem Weg, das ist ganz normal

Ich stimme Peter (Casati) zu: informiere Dich über EAA. Das ist visuelle Beobachtung und Astrofotografie in einem. Das mache ich auch, und das kostet keine Unsummen an Geld. Dein C6 ist dafür mehr als ausreichend, ich mache das mit kleinerem Equipment und bin zufrieden, wichtig war mir eine möglichst einfache und schnelle Handhabung. Mir war das wichtiger als maximal mögliche Öffnung. Das muss aber jeder für sich entscheiden.

Morgen gerne mehr, für heute aber: Du musst kein weiteres Geld verbrennen und auch Dein Teleskop nicht tauschen, um zum Erfolg zu kommen.

LG Olaf
 
Hallo Dietmar,

willkommen im Forum.

Zu Deinem ersten Erwerb:
der 200/1000-er Newton ist schon ein tolles Teleskop.
Die EQ5 ist auch viel in Gebrauch und eine solide Montierung.
Die Kombination ist allerdings nur was für die rein visuelle Beobachtung. Fotografisch wird das anspruchsvoll und grenzwertig.
Persönlich würde ich da fotografisch die Finger von lassen oder das Teleskop auf die HEQ5 packen.

Fotografisch geht man von ca. 60 bis 65% der angegebenen Traglast aus oder auch 2/3-Regel genannt.
Bei der EQ5 mit 10Kg als 6 bis 6,5 Kg gesamt Belastung. Also Tubus, Kamera, Guiding, Kabel (Zugkraft beachten). Also das ganze Geraffel das zur Fotografie an das Teleskop kommt. Gegengewichte werden nicht mit berechnet.
Die Traglastangeben beziehen sich (meist) auf das visuelle Beobachten.

Zum SC mit AVX:
ich selbst besitze einen C8 den ich auf einer Alt/AZ montiert habe.
Den nutze ich gelegentlich für, das oben schon von @casati erwähnte EAA.
Komme ich aber noch nicht so gut mit zu recht wie mit meinem 150/750 Newton.
Fürs visuelle beobachten von Planeten und DeepSky im Detail ist das ein feines Teleskop. Bei 2m Brennweite rauscht man da schon ordentlich in die Objekte rein.
Abhilfe schafft da ein Reducer für den jeweiligen SC gerechnet.
Astrofotografie mit DSLR wird auf Grund von f/10 recht ambitioniert. Da sind lange Belichtungszeiten und ein sehr genaues Guiding angesagt.

Bevor Du in die Astrofotografie einsteigst, würde ich erst mal die Grundlagen im visuellen Bereich erlernen und verinnerlichen.

Bevor ich mit EAA, was nicht ganz so komplex wie die Langzeitbelichtung ist, angefangen habe, habe ich drei Jahre rein visuell Beobachtet.

Ich bin jetzt nicht ganz der richtige Ansprechpartner für die klassische Astrofotografie, aber um dahin zu kommen, würde ich zu einem Apo tendieren.
Die Teile machen auch, auch am Anfang/Start, im visuellen Bereich Spaß. Aber Achtung, teuer.

Das von @casati angesprochene EAA ist eine gute Alternative und zwischen visuellem und fotografischen Beobachten angesiedelt.
Das geht gut mit einem Newton von 130/650 bis Newton 150/750, also keine großen Teleskopen und damit preiswerter. Auch eine parallaktische Montierung ist nicht von Nöten, Alt/AZ geht gut. So kleine Newton haben auch nicht die Ansprüchen an die Montierung. Da wäre die EQ5 (allerdings mit GoTo) ausreichend gewesen.

Die AVX würde ich auf jedenfall behalten. Aber wenn Du sie zwingend los werden möchtest... ... ... ;).
Die ist mit dem Auto-Alignment (platesolven) Modul von Celestron prima ausbaufähig. Dieses Modul gibt es auch für die Skywatcher Montierungen, kostet da aber auch mehr.
 
Gute Fotos sind schwierig und erfordert viel Geld, viel Know How, viel Equipment und noch mehr Geduld und Nerven,
:y:

Geiles Teleskop, aber zu schwache Montierung
:y:

genau andersrum, geile Montierung, aber schwaches Teleskop.
:y:

Ja, das Problem hab ich auch noch am C8, das ist wohl bei denen einfach so.
kenne ich auch. Geht so grad eben bei mir.

Das mit dem Beschlagen ist bei SCs ein Thema, ebenso das Auskühlen, der geschlossene Tubus mit Glas an BEIDEN Enden ist thermisch eine absolute Katastrophe, entweder braucht es ne Stunde, wenn die Außentemperatur konstant ist, oder er rennt der Temperatur die ganze Nacht hinterher, SCs produzieren ihr eigenes Seeing im Tubus.
da geht nichts ohne Taukappe.
Zeitig an die frische Luft mit dem SC. Der ist bei mir meist 2 Stunden vorher draußen.

Viel zu hoch vergrößert für diese Art Teleskop, 9mm ist die Grenze, allerhöchstens 8mm.
jep, 8mm gehen teilweise, aber wirklich nur teilweise, bei mir. Meist mache ich bei 10 bis 13mm Schluß.
Mag die ganz hohen Vergrößerungen eh nicht.

Du musst auch immer bedenken, welche Gewichte du bereit bist, zu schleppen. Man wird nicht jünger, und wenn der Anfangs-Enthusiasmus nachlässt, ist die Montierung plötzlich viel schwerer als am Anfang.
:ROFLMAO:, sorry, deshalb ist meine EQ6-R meist in ihrer Tasche.
Tolle Montierung, aber selbst nur auf den Balkon schleppen ist mir meistens zu viel.
 
Hallo Dietmar!

Übertrieben formuliert, Du wolltest fliegen lernen. Hast einem zwielichtigen Typen vertraut und der hat Dir ein Flugzeug verkauft und Du hast ihm geglaubt, dass alles ganz einfach ist. Du bist wie auch immer mit dem Flugzeug gestartet und hast dann festgestellt, dass Du noch gar keine Ahnung vom Fliegen hast und auch keinen Plan hast wie Du die Kiste wieder landen kannst. Gut, dass Du aus der erste Nummer raus bist!

Und würde mich sehr freuen über Eure Einschätzungen und Erfahrungswerte, um einen vernünftigen Weg zu mehr Beobachtungsfreude zu finden.

Was bedeutet für Dich Beobachungsfreude? Ich sehe drei Wege die ich beschreiben möchte, vielleicht ist es etwas überzogen dargestellt.

A) Visuelle Astronomie - Teleskop - Montierung - Okular: Mann/Frau schaut durch ein Okular in den Himmel - bei Planeten und Mond begeisterndes und eindrückliches Erlebnis! Fast wie Sex! Bei Galaxien und Nebeln meint man mausgraue Wattetupfen wieder zu erkennen, wenn man sie endlich gefunden hat oder sich einbildet sie gefunden zu haben, sie sind je nach Größe des Teleskops, Aufwand und Budget kleiner oder größer aber eher immer zu klein und immer schwarz/weiß von wenigen Ausnahmen abgesehen. Mann / Frau steht im Freien, friert, alles wird vom Tau klatschnass aber so wie viele berichten, man spürt die Photonen aus der Unendlichkeit in den Augen und die zahlreichen Mückenstiche im Sommer auf der Haut. Aber nur die harten kommen in den Garten! Ist aber alles vergessen und vergeben wenn man unter der Milchstraße steht und schlicht weg vom Universum über Einen überwältigt ist. Besser wie Sex!

B) Astrofotografie - Teleskop - Montierung - Kamera: Mann/Frau sieht in der Nacht gar nichts und erstellt blind über viele Stunden oder sogar verteilt über mehrere Nächte automatisiert Giga- und Terrabyte große Bilddaten Mengen die er auf einem Rechner abspeichert. Diese gewonnen Daten werden dann später, oft auf einem anderen Rechner tagelang optimiert, zusammengerechnet und zu einem großartigen farbigen Kunstwerk komponiert. Dann sieht er endlich nach Wochen oder Monaten sein Ergebnis - Ein Astrofoto. Die Ausrüstung kann dies eigentlich alles alleine, also kann man statt in der Nacht nur zu zusehen wie der freie Speicherplatz auf seinem Rechner immer weniger wird auch fernsehen, echten Sex haben, mit Kumpels saufen gehen oder schlicht auch einfach schlafen.

C) EAA - Electronic Assisted Astronomy - Teleskop - Montierung - Kamera: Mann/Frau schaut auf einem Monitor in den Himmel - Galaxien, Nebel so wie man es sich vorstellt. In Farbe, groß und deutlich am Bildschirm. Es können je nach Anzeigetechnik / Monitor / Beamer auch mehrere Leute gleichzeitig zusehen, man kann es auch übers Internet live verteilen. In jeden Fall macht es süchtig, denn zuerst, in den ersten Sekunden erahnt man auf dem Bildschirm nur das Zielobjekt, dann erkennt man es, dann sieht man Form und Farbe und je länger man wartet bei der die ständig mit kurzer Belichtungszeit erstellten Fotos laufend auf die zuvor erstellten Fotos - dem Stack live zusammengerechnet / gestackt werden, werden Strukturen, Farben Details immer deutlicher und eindrücklicher. Ich nehme mir oft für ein Objekt zwei Stunden und manchmal auch mehr Zeit, andere EAA Freunde und Freundinnen haben mehr Freude in einer Nacht fünf, zehn oder noch viel mehr Objekte nur kurz zu beobachten. Ich speichere bevor ich das beobachtete Ziel wechsle oder für diese Nacht Schluss mache, das finale Stackfoto ab und hebe es mir zur Dokumentation auf. Das ist dann eine einzelne Datei die nicht sehr viel mehr Speicherplatz braucht als eine Foto am Smartphone auch. Man kann aber auch alle Kurzzeit-Belichtungen aufheben und ähnlich wie bei Astrofotografie Speicherplatz- und Zeitintensiv später neu zusammenkomponieren. Ausrüstung steht im Garten, auf der Terrasse, auf dem Balkon. Steuerung und Beobachtung erfolgt in der Regel nicht vor Ort sondern aus dem Mücken-sicheren Wohnzimmer oder dem beheizten Schlafzimmer. Bier, Wein Kaffee Chips und Essen in Griffweite zur Not sorgt ein Gang zum Kühlschrank für Nachschub und der Gang zur Toilette für Erleichterung.


Was wolltest Du denn machen?

A)
Millionen und Milliarden Jahre alte Photonen in den Augen und Mückenstiche auf der Haut spüren?

B) Eigenes Rechenzentrum mit angeschlossenen Teleskop zur Bilddatengewinnung und Optimierung betreiben?

C) Farbige Nebel und Galaxien live beobachten?


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M101_ALL_Stack_804frames_3216s_WithDisplayStretch.jpg


Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Hallo Dietmar,

Bei der EAA muss man sich bewusst sein, dass die mit ordentlicher Montierung, Kamera und Teleskop auch ein paar Euro kostet und etwas technisches Verständnis erfordert. Mit nicht so tollem Equipment und Himmel bleibt der Suchtfaktor aus. Zumindest wenn man nicht auf Matschsterne steht und einen das Rumgefrickel an Schiebern zur Bildeinstellung schnell nervt.

Dass die Planeten über Jahre zu tief stehen ist im Moment nicht richtig. Jupiter steht schon wieder recht passabel hoch, bei Saturn wird es langsam besser und Mars steht im Dezember hoch im Stier. Bei allen lohnt sich ein Blick durch meinen 8 Zoll Dobson. Diese Bauart, mit einem Leuchtpunktsucher ausgestattet, hält alles simpel und kabellos. Wermutstropfen ist dort die Notwendigkeit, sich mit der Justage auseinanderzusetzen (Hält dann aber eine Weile) und auf ausreichenden Temperaturausgleich zu achten.

Am Ende kann die Reise in die eine oder andere Richtung gehen, aber simpel und nicht überteuert zu starten halte ich immer noch für eine sinnvolle Option.

VG Klaus
 
Moin zusammen,

das was Ewald/ @MünchenBeiNacht überspitzt dargestellt hat, aber prima zu lesen, stimmt.

Es isl so, dass man sich Entscheiden muss wie man beobachten möchte.
Die drei Varianten sind eindrücklich beschrieben worden.

Leider harmonieren diese Varianten nicht so miteinander, sprich mit einem Teleskop kommt man da nicht so zu recht.
Es ist schlicht so, das ein Traktor was für den Acker ist und der rote Wagen mit dem Pferd vorne drauf was für die sechsspurig ausgebaute Autobahn in der Nacht.
Man kann das zwar umdrehen, aber Freude kommt da nicht auf.

Meines Erachtens kannst Du den Begriff Allrounder gleich wieder vergessen.

Um den anfangs von Dir erwähnten Newton wieder aufzugreifen, dieser ist ein für die Fotografie optimierter Newton, eben ein PDS.
Der hat einen größeren Fang-/Sekundärspiegel um Kameras, eigentlich ja den Chip, besser und vollständig auszuleuchten.
Durch diesen größeren Sekundärspiegel erkaufst Du Dir aber auch mehr Obstruktion (Abschattung des Hauptspiegels) und somit wird das Bild im rein visuellen "schlechter". Deshalb wird auch allgemein gesagt das man einen Dobson nur bedingt für die Astrofotografie hernehmen kann. Der Newton in der Rockerbox, der Dobson halt, ist auf visuell getrimmt. Kleinerer Fangspiegel und mit 8" Öffnung 1200mm Brennweite prima für Deep Sky und an Planeten geht auch was.

Kurzum, Du musst Dich entscheiden was Du wie beobachten möchtest und welche Ergebnisse Du erzielen möchtest.
Welche Vorstellung hast Du von dem was Du beobachtest?

Jede Variante hat ihren Reiz und macht Spaß.
Alles davon abhängig was ich bereit bin an Geld auszugeben, was ich transportieren möchte, welche Erwartung ich habe, mit wieviel Technik/Software und Computer ich mich beschäftigen möchte, will ich raus auf den Acker, im Garten oder auf der Terrasse, auf dem Balkon... ... ...

So lieber Dietmar, jetzt musst Du Dich entscheiden, nimmst Du... ... ... ;) .
 
Was in der Nacht so alles geschrieben wird.
Ewald hat es schön beschrieben, es ist mit schmunzeln zu lesen. Auch wenn die Grenzen etwas fließend sind. Als ich vor zwei Jahren wieder angefangen hatte, war die Tendenz zum EAA von vornherein klar, da ich zu A vordergründig kein Interesse mehr hatte und zu B vor allem wegen dem Standort Bortle 6 nicht die besten Voraussetzungen für spitzen Astrofotografie habe.
Also C mit Tendenz zu B da ich schon versuche aus dem gesamten Bildmaterial bestmögliche Astrofotos für mich zu erstellen.

Letztendlich ist es wichtig zu wissen was man wirklich für längere Zeit machen will. Damit daraus resultierend die geeignete Ausrüstung gekauft wird.
 
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Hallo Dietmar. Hier mal ein Eindruck, was mit EAA und kleiner Ausrüstung möglich ist. Das Foto ist gestern Abend entstanden. Kaum Vorbereitungszeit nötig. Visuell hätte ich Jupiter mit meinem kleinen 72er Refraktor nie so beobachten können. Das Bild durchs Okular ist schön, das schau ich mir auch gerne an, aber es bleibt natürlich klein und unruhig, je nach Wetterlage. Ich hab ein Video von 60 Sekunden aufgenommen und dann zu einem Summenbild gestackt. Das macht die AsiAir, wenn man das will. Anschließend noch etwas Feinschliff über Lightroom am ipad. Ich hab also alles übers iPad gemacht, selbst ein PC ist nicht nötig. Damit könnte man aber wahrscheinlich noch mehr aus den Daten herausholen. Das ist kein Profi-Astrofoto, aber das ist auch nicht mein Ziel. Mein Ziel ist, möglichst viel zu sehen und zwar live. Das Bild ist dann das Souvenir, das ich mir jederzeit wieder anschauen kann. Erfahrenere Nutzer bekommen da noch weitaus bessere Ergebnisse hin.

Skywatcher 72ED, Staradventurer GTI, ZWO AsiAir, ZWO Asi178 mc

LG Olaf
 
Was in der Nacht so alles geschrieben wird.
Guten Morgen :) Wow, ja ganz schön was los hier mitten in der Nacht, bin schier überwältigt... Das muss ich erst einmal alles verarbeiten - herzlichen Dank für die große Resonanz, während ich das schreibe klingelt's im Hintergrund immer noch ständig im Postfach :cool::y:
So lieber Dietmar, jetzt musst Du Dich entscheiden, nimmst Du... ... ... ;) .
Ganz klar, A, B und C und dann noch Sonnenbeobachtung, Milchstraßenfotos, Zeitrafferaufnahmen und Polarlichter :ROFLMAO:

Nein tatsächlich: A und C sprechen mich am Meisten an. Ich bin gerne draußen, mit allen Widrigkeiten, Mücken, Kälte... War ich schon immer, mit meinem Fotoapparat (Milchstraßenfotos) oder ganz ohne.
Ist aber alles vergessen und vergeben wenn man unter der Milchstraße steht und schlicht weg vom Universum über Einen überwältigt ist. Besser wie Sex!
Genau deswegen :y:
Also "einfach" nur zum Beobachten raus, muss sein! Hab eine 3/4 Stunde Fahrtzeit nach Schweickershausen (dunkelgrün in der Light Pollution Map - wie finde ich diesen "Bortle-Wert"?) da geht schon was.

Aber auch C hört sich faszinierend an. Wenn ich das richtig verstehe und die Bilder von "Olaf M." und "MünchenBeiNacht" sehe, bleiben da zusätzlich zum "Live-Event" trotzdem noch wunderschöne Fotos übrig...
Farbige Nebel und Galaxien live beobachten?
Sind die Bilder auf diese Art entstanden? Wenn ja: Was will man mehr erwarten? Wenn ich da mal hinkomme (irgendwann) wäre ich mehr als zufrieden...
das ist Weltliteratur, ich bin grad' beim Grinsen vom Sofa gekippt,
Jou, mir ist fast die Kaffeetasse aus der Hand gefallen :ROFLMAO:

OK, werde über alles noch eingehend nachdenken. Nochmal danke für den Input! Was schon klar ist, die AVX bleibt (sorry "Linsensuppe") - da könnte ich doch ein 200/1000 PDS auch draufpacken, muss ja keine EQ6 sein, oder? 65% von 14kg = 9,1 kg, richtig? Wäre 8 plus... Ein bekannter Shop hat gerade eines als "Versandrückläufer" :LOL:

So, jetzt lese ich Eure Beiträge noch mal in Ruhe durch, auch den langen Text auf Englisch. Melde mich wieder...

Ein konkrete Frage zur Technik noch: Kann man an das C6 nicht eine nach hinten längere Prismenschiene schrauben und das Gewicht von Zenitspiegel, Okular, Kamera etc. besser ausgleichen zu können? Ich habe nichts passendes gefunden (Vixen-Level, Losmandy-Level, 3"?)

LG Dietmar
 
Bei der EAA muss man sich bewusst sein, dass die mit ordentlicher Montierung, Kamera und Teleskop auch ein paar Euro kostet und etwas technisches Verständnis erfordert.
Das zuletzt gekaufte Setup ist dafür eine lange Jahre ausreichende Basis
Also AVX und C6 passt, als Basis? Technisches Verständnis ist vorhanden (bin Tontechniker)
 
Moin,

sorry, das muss jetzt sein - solange das Equipment nicht von Fieserton ist...

Aber ersthaft, bei den Händlern gibt's massig GP-Schienen in allen möglichen Ausführungen, da müßtest Du was finden. Ich setze unter meine größeren Objektive Arca-Schienen, aus dem gleichen Grund, die Stativaufnahmen sind manchmal so hirnlos platziert dass man es für Absicht halten könnte.

CS
Jörg

Boxenbau half beim Finanzieren des Studiums ...
 
Hallo Dietmar,
Sind die Bilder auf diese Art entstanden? ... Wenn ich da mal hinkomme (irgendwann) wäre ich mehr als zufrieden...
Ja, die Bilder sind mit EAA entstanden.

Der Rosetten Nebel ist mit einem Skywatcher 130PDS gemacht!

RosetteNebula_all_Stack_678frames_5424s_WithDisplayStretch.jpg
Weitere Details zur Aufnahme findest Du hier.

M101 ist auch mit dem kleinen 5" Newton Skywatcher 130PDS gemacht.
M101_ALL_Stack_803frames_3212s.jpg
Weitere Details zur Aufnahme findest Du hier.

In meiner CloudyNights Gallery kannst Du Dich umschauen. Alles EAA Aufnahmen. Die Fotos aus 2022 sind teilweise mit dem Skywatcher130PDS, Skywatcher 200PDS und dem Skywtacher Quattro 150P erstellt.

Also AVX und C6 passt, als Basis? Technisches Verständnis ist vorhanden (bin Tontechniker)
Im Prinzip ist das okay. Kamera fehlt noch. Die lange Brennweite verbunden mit dem f/10 ist für Widefield Aufnahmen von Nebeln nicht geeignet. Passt eher für kleine Objekte und Galaxien. Eine Möglichkeit wäre dann ein Reducer. Viele machen mit SCs EAA - also kein falscher Weg! Mir hat mal ein Forums-Kollege geschrieben, ein SC ist ein Teleskop das alles kann, aber nichts gescheit! Ich kann es nicht beurteilen, da ich nie eins hatte. Aber ich bin mehr der Newton Freund (siehe meine Telskop-Liste oben ;) ) und daher sicher voreingenommen.

Zu dieser Montierung habe ich keine Erfahrung. Aber sie ist ein EQ-Montierung. Eine EQ-Montierung würde ich einem Einsteiger nie empfehlen. Eine EQ muss zwingend eingenordet werden, was in jedem Fall ein zusätzlicher und zeitlicher Aufwand ist und manchen Anfänger auch zumindest am Anfang überfordert. Außerdem ist eine EQ-Montierung in Zusammenhang mit einem Newton für visuelle Astronomie nach meiner Ansicht die schlechteste Variante, da sich der Einblick in das Okular ständig verdreht und man dann durchaus nur noch mit Verrenkungen in das Okular schauen kann. Bei einem SC wenn Du nur hinten ins Teleskop schaust ist das aber kein Problem.

Ich habe auf meinen Setups die Celestron Starsense Autoallignement Option mit Starsense Kamera. Damit wird die Alt-AZ Montierung per Plate-Solving vollautomatisch jeden Abend zuverlässig eingestellt und ich kann nach ca. zwei Minuten loslegen.

Ich habe mit einer Celestron Nexstar Montierung (der "normale" Unterbau für einen Celestron 6" SC) und dem kleinen 5" Skywatcher 130PDS Newton 650 mm | f/5 begonnen. Da war immer der Wunsch zugleich nach mehr, größeren Bildfeld was statt 650 mm Brennweite kürzere Brennweite bedeutet, also z.B. 500 mm aber auch wollte ich mehr Brennweite für höhere Vergrößerung.

Aber selbst ein Skywatcher 150PDS wäre bereits zu lang für die kleine Nexstar Montierung gewesen. Deshalb wurde es dann diese Jahr eine gebrauchte Skywtacher AZ-EQ5 und ein ebenfalls gebrauchter Skywatcher 200PDS. Im Sommer kam dann der lange angekündigte 6" Quattro Skywtacher 150P heraus mit serienmäßigen Korrektor/Reducer was auf knapp 500mm Brennweite bei f/3,2 hinausläuft.

Einen Nachteil hat eine AltAZ Montierung, das beobachtet Bildfeld dreht sich. Durch das Livestacking wird das zwar derotiert aber dadurch bekommt man schwarze Ecken in den Bildern. Das kann man mit einem Rotator der die Kamera dreht aber entsprechend ausgleichen. Oder man schneidet ganz einfach das finale Bild zu.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Was schon klar ist, die AVX bleibt (sorry "Linsensuppe")
schade ;).
Hatte ich mir aber schon gedacht :D. Die Montierung gibt man nicht so schnell wieder her.

So, jetzt lese ich Eure Beiträge noch mal in Ruhe durch, auch den langen Text auf Englisch. Melde mich wieder...
jau, lass erst mal alles sacken.

Den Link von Peter/ @casati
A Beginner's Guide to Choosing Equipment for Deep-Sky Electronically-Assisted Astronomy (EAA)
kannst Dir gut mit google oder irgendeinem Plugin für Firefox übersetzen lassen. Klappt mittlerweile recht gut.

ich stelle mich mit meinem SC C8 (Schmidt-Cassehrain) bei EAA (noch) etwas an. Warum auch immer, oder einfach nur zu o_O.
Bei dem ein oder anderen hier bin ich bekannt dafür das ich Newton nicht so mag, aber für EAA habe ich mich überwunden ;) meinen 150/750 PDS wieder auszupacken.
Was soll ich sagen, es passt.

Denke aber auch, wie Ewald, das Du mit AVX und C6 starten kannst.
Da dann aber erstmal visuell Erfahrungen sammeln und die Systematik von parallaktisch und GoTo verinnerlichen.
Auch a weng mit dem Himmel beschäftigen wo was zu finden ist. Hilft beim Alignment ungemein.

Dann noch eine Kamera. ZWO ist da wohl der Platzhirsch.
Da am Besten hier
Astronomy Tools
Teleskop und Kamera auswählen oder selbsttätig die Daten eingeben und schauen was einem da am meisten zusagt.
Dann noch SharpCap auf den Rechenknecht und ran an den Frust ;). Neee... quatsch, aber a weng Lernkurve hast scho.

Ewald war mal wieder schneller ;).
Für EAA brauchts nicht zwingend eine parallaktische Montierung wie z.B. die AVX.
Wie Ewald nutze ich auch eine Alt/AZ mit GoTo.
So eine EQ-Montierung (parallaktische Montierung) birgt schon einige Stolperfallen. Da laufen hier im Moment zwei oder drei Threads von Anfängern und deren Schwierigkeiten damit. Da dann auch im Zusammenhang mit GoTo.

GoTo und parallaktisch ist eine feine Sache, aber da scheint oft sofort rein impliziert zu werden das der verbaute Chip (Mini-Computer) in der Montierung einem alles ab nimmt.
Leider nicht so.
GoTo ist kein Selbstläufer und auch kein Vollautomatismus. So was gibt es auch, Stichwort Smart-Scope, aber bei den Preisen wird einem anders :eek: und die Meinungen zu dieser Art von Teleskopen sind, gelinde gesagt, zwiespältig ;) und würde jetzt auch am Thema vorbei führen.
Unter Alt/AZ ist GoTo etwas leichter zu handhaben. Dennoch muss man sich damit auseinander setzen.
 
Hi 'Hias,

er hat ne Celestron-Montierung, die kann er mit Starsense ausrüsten (und Goto), dann ist das Thema Einnorden und Alignment durch. Insofern hat der Korn ein blindes Huhn gefunden!

@Diddy Stardust -> Da mußt Du Dich mal informieren, das ist was Feines!

CS
Jörg
 
Da mußt Du Dich mal informieren, das ist was Feines!
Hi, ja daran hatte ich auch schon gedacht, ist grad eines bei Kleinanzeigen für 420,00 zu haben. Wobei ich beim zweiten Versuchstag mit dem Einnorden und Align auch gut so zurecht gekommen bin (und es hatte den Vorteil, dass ich gleich mal ein paar Sterne kennengelernt habe ;) Ob meine Einstellungen fototauglich gewesen wären, kann ich nicht sagen, Saturn und Jupiter wurden treffsicher angefahren, zu mehr kam ich durch den Tau nicht. Aber gut zu wissen, dass es das gibt, falls es mir "ohne" dann doch zu aufwändig oder ungenau wird :y:
 
Hallo Dietmar,

an deiner Stelle würde ich nicht sofort noch mehr Geld ausgeben. Das C6 ist kein schlechtes Gerät für das, wofür es gebaut ist. Ich benutze hier unter anderem regelmäßig ein C5 aus den 1980ern. Das betreibe ich azimutal auf einer alten Giro 2 Montierung parallel zu einem 120/600 Achromaten. Der Achromat kann die großen Felder, das C5 erlaubt mehr Vergrößerung und die Beobachtung eines Binokular Ansatzes. Ich habe mir einen passenden 2 Zoll Zenitspiegel für das Celestron zugelegt. Mit meinem 2" 26mm Okular passt der ganze Mond herrlich ins Gesichtsfeld. In der 2 Zoll Aufnahme hält auch der Bino Ansatz zuverlässig und am SC komme ich ohne Glaswegkorrektor ans scharfe Bild. Zum Ausbalancieren habe ich am C5 eine verlängerte Prismenschiene und bei Verwendung des Binos kommt noch ein 1kg Ausgleichsgewicht auf die Unterseite der Höhenachse.

Wenn das C5 ordentlich der Außentemperatur angepasst ist, liefert es ein ordentliches Bild. Öfter als die Optik begrenzt die Luftunruhe die mögliche Vergrößerung.

Mache dich mit dem Gerät vertraut und nutze es im Rahmen seiner Möglichkeiten. Da hast du Jahre lang zu tun.

CS Gerhard
 
Hallo Dietmar, eigentlich ist schon alles geschrieben deshalb auch von mir nur noch der Tipp das jetzige Equipment erstmal zu nutzen und damit richtig umgehen lernen. Als Basis passt das erstmal und mehr will man ja immer :-) Auch ich habe meinen Schwerpunkt im visuellen und EAA gefunden und da Du schreibst das auch Du diese Richtung gehen willst wünsche ich Dir dabei viel Spaß und Erfolg :-)
 
Hallo Dietmar, eigentlich ist schon alles geschrieben deshalb auch von mir nur noch der Tipp das jetzige Equipment erstmal zu nutzen und damit richtig umgehen lernen. Als Basis passt das erstmal und mehr will man ja immer :) Auch ich habe meinen Schwerpunkt im visuellen und EAA gefunden und da Du schreibst das auch Du diese Richtung gehen willst wünsche ich Dir dabei viel Spaß und Erfolg :)
Danke Dir! Ja, jetzt schau ich erst einmal, was das Ding überhaupt kann und lerne dazu. Dann baue ich Schritt für Schritt aus, ja vermutlich schon EAA. Nur die Kameras sind ja preislich auch nicht ohne :oops: Aber da frag' ich hier nochmal, wenn's soweit ist ;)
 
Das geile am C6 ist seine geringe Größe und das geringe Gewicht. Mit entsprechender leichter Reisemontierung ein nicht zu unterschätzendes potentes Reisegerät.
Mit einem Baader 9mm Morpheus oder gar APM 9mm XWA bei dann 160-170x macht das am Planeten mit Sicherheit auch sehr viel Spaß.

LG
Olli
 
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