Falsche Entscheidungen und wirre Pfade beim Astro-Einstieg - oder doch nicht?

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Yep - das war immer unsere Horrorbestellung, wenn jemand das Zeug haben wollte. Wir haben überwiegend Lautsprecher aus England verarbeitet von denen wir überzeugt waren und unsere Weichen selbst gebaut ...

CS
Jörg
 
Das geile am C6 ist seine geringe Größe und das geringe Gewicht. Mit entsprechender leichter Reisemontierung ein nicht zu unterschätzendes potentes Reisegerät.
Mit einem Baader 9mm Morpheus oder gar APM 9mm XWA bei dann 160-170x macht das am Planeten mit Sicherheit auch sehr viel Spaß.

LG
Olli
Ja, so um die 10-8 mm fehlt mir noch was, habe wie oben erwähnt ein Explore Scientific 5,5 mm und schon gemerkt und auch heute schon mehrmals bestätigt bekommen, dass eine Vergrößerung Richtung 300 eher zu hoch gegriffen ist. Auch wenn gelesen habe, dass ja wohl die Faustformel "2x Öffnung" lautet...?
 
Ja, so um die 10-8 mm fehlt mir noch was, habe wie oben erwähnt ein Explore Scientific 5,5 mm und schon gemerkt und auch heute schon mehrmals bestätigt bekommen, dass eine Vergrößerung Richtung 300 eher zu hoch gegriffen ist.
Ja, wie gesagt, 9er Morpheus oder 9er XWA, vllt auch 9er Nagler, 9er Delite, 10er oder 8er Delos.
Auch wenn gelesen habe, dass ja wohl die Faustformel "2x Öffnung" lautet...?
2x Kontrastöffnung triffts eher. Einfach Öffnung minus Obstruktion und das dann mal zwei

LG
Olli
 
Dazu kam Eile, das Teleskop noch mit in den (dann leider doch verregneten) Urlaub mitzunehmen, Ungeduld
Das dürfte das eigentliche Problem gewesen sein. Nachvollziehen kann ich das allerdings nicht, schließlich hast Du keine Garantie für gutes Wetter.
Ich freue mich schon auf den Dezember. Dann wird es wieder romantische Teleskop-Geschenk-Threads geben.
Gruß
Ronald
 
Hallo Dietmar,
Auch wenn gelesen habe, dass ja wohl die Faustformel "2x Öffnung" lautet...?
das ist die Formel der Händler. Die Formel der Praktiker lautet, AP = 0,7mm. Das entspricht 1,4 x Öffnung. Bei obstruierten Systemen würde ich nur bis AP = 0,8mm gehen.
der Innendurchmesser des Lightbaffel (heißt das so?) beim SC 6" nicht mehr als max. 28mm misst
Das ist nicht ganz richtig. Der Innendurchmesser des Blendrohres beträgt 31,8mm damit man den 1,25" ZS einstecken kann. Mit dem 1,25" ZS stehen dir dann aber nur 28mm zur Verfügung. Wenn du statt dessen einen T2 ZS direkt anschraubst dann hast du die ganzen 1,25". Allerdings erhöht sich dadurch etwas die Brennweite was einen Teil des Effekts wieder zunichte macht. Unterm Stricht gewinnst du mit dem T2 ZS ein etwas größeres Gesichtsfeld. Ich habs damals so gemacht. Würde ich's wieder machen? Ich glaube nicht, ich habe mein SC schon lange verkauft und kaufe auch keines mehr.

Gruß Uwe
 
Hallo Dietmar,

das ist die Formel der Händler. Die Formel der Praktiker lautet, AP = 0,7mm. Das entspricht 1,4 x Öffnung.
Bei nem guten Apo kannste schon bis 2xD gehen
Bei obstruierten Systemen würde ich nur bis AP = 0,8mm gehen.
jop, bin ich ganz bei dir

Das ist nicht ganz richtig. Der Innendurchmesser des Blendrohres beträgt 31,8mm damit man den 1,25" ZS einstecken kann.
Das ist so nicht ganz richtig, der 1,25" Okularanschluss hat natürlich 31,8mm, aber nach wenigen cm schließt sich das lange interne Blendrohr an, was weit in den Tubus ragt, dieses hat dann beim C6 sogar nur 26mm (hab grad nochmal einen C6 Besitzer gebeten nachzumessen) Mehr als typische 1,25" Feldblenden kann man also nur unter deutlicher Vignettierung nutzen.

LG
Olli
 
Das dürfte das eigentliche Problem gewesen sein. Nachvollziehen kann ich das allerdings nicht, schließlich hast Du keine Garantie für gutes Wetter.
Das stimmt schon, aber die Hoffnung stirbt zuletzt, hätte ja auch klappen können ;) Habe eine Doku gesehen von zwei Typen, die sich haben in einen Krater fliegen lassen, um Sternschnuppen zu fotografieren. Nur leider war geschlossene Wolkendecke _affeaugen: Die haben sicher mehr in den Sand gesetzt :LOL: Und das Teleskop bleibt mir ja, sooooo ein Griff ins Clo ist es nun auch wieder nicht...
 
Die Formel der Praktiker lautet, AP = 0,7mm. Das entspricht 1,4 x Öffnung. Bei obstruierten Systemen würde ich nur bis AP = 0,8mm gehen.
Uiuiui, da muss ich erst mal googeln :ROFLMAO: AP ist also Austrittspupille... Also das Lichtbündel das aus dem Okular kommt. Und die sollte nicht kleiner als 0,7 mm sein. OK, ich finde hier die Formel AP = D / V also Spiegeldurchmesser durch Vergrößerung. Also 150 (oder muss die Obstruktion weg? Dann um die 95 mm?). Vergrößerung, nehmen wir mal ein 10mm Okular, wäre dann 1500/10=150. Die AP ist in dem Fall also 150/150=1 => passt! Bei einem 5mm hätten wir dann V=300, AP=0,5 => zu starke Vergrößerung. Richtig soweit? Jetzt versuche ich's mal anders herum: V = D / AP d.h. 150mm / 0,7 mm = 214. Ahhh verstehe: 1,4*150 = 210 - gecheckt! ;) Und mit einem "obstruierten System" (also mit Fangspiegel, der einen Teil abschattet) nur 0,8, also 187x entspricht in etwa einem Okular von 8mm. Gut, mein Explore Scientific mit 5,5mm kann ich dann in die Tonne treten. Hab ich allerdings auch schon ohne Berechnung gemerkt :LOL: Aber herzlichen Dank für die Lehrstunde! :cool::y:
 
aber nach wenigen cm schließt sich das lange interne Blendrohr an, was weit in den Tubus ragt, dieses hat dann beim C6 sogar nur 26mm
Das habe ich gemeint. Laienhaft gesprochen, wenn ich alles abschraube, so dass nur noch das SC-Gewinde übrig bleibt, ist das verbleibende "Loch" nur 26mm.

20221010_194441.jpg
 
Beschäftige Dich deshalb mal mit EAA (s. Link) bevor Du weitere Anschaffungen machst. Damit Du wenigsten im DeepSky Bereich motivierende Erfolgserlebnisse haben kannst.
Hallo, hat ein bisschen gedauert, aber bin halbwegs durch mit den Artikeln. Schon mal sehr motivierend war der Satz: "A Schmidt-Cassegrain telescope with an aperture of 6" to 8" is the most versatile and affordable choice" :) Ich denke das wird mittelfristig mein weiterer Weg. Kann mich in den nächsten Tage nicht so sehr darum kümmern, wie ich möchte, melde mich aber spätestens wenn es um die Auswahl der Camera geht wieder hier. Herzlichen Dank schon mal auch an @MünchenBeiNacht @Olaf M. @Lloyd69 und allen anderen für die Tips!
 
Hallo,

naja... Unter EAA versteht man eigentlich Echtzeit-Videografie, d. h. Bilder, die in ein paar Sekunden bis höchstens einigen wenigen Minuten am Bildschirm erscheinen und dort sofort und ohne große Bearbeitung, also quasi live betrachtet werden.

Es gibt zwar keine genauen quantitativen Kriterien, bis zu welcher Belichtung und welchem Aufwand man noch von EAA sprechen kann... Aber wenn dann, wie hier, stundenlang belichtete Aufnahmen präsentiert werden, die per Rechner zusammengestackt sind, die dort außerdem mit Darks und Flats korrigiert wurden und bei denen mit Stretching nachgeholfen wurde, finde ich die Bezeichnung EAA für diesen Aufwand unangemessen und irreführend.

Für meine Begriffe ist das bereits Astrofotografie und hat
mit elektronisch unterstützter Live-Beobachtung schon nichts mehr zu tun. Denn solche Resultate werden einem nicht mir nichts Dir nichts in kürzester Zeit einfach so "live" auf den Monitor gezaubert. Daher sollte man seine fotografischen Ergebnisse auch nicht so verkaufen und damit womöglich falsche Erwartungen wecken. Wirkt auf mich immer ein bisschen wie Etikettenschwindel, wozu die fließenden Grenzen leider verständlicherweise verleiten. Aber nix für ungut. Solange keine Komission etwas definiert und die Bildverarbeitung immer schneller wird, bleibt die Frage Astrofoto oder EAA Ansichtssache.

Also Kontrast und Schärfe fällt bei 39% Obstruktion weitestgehend weg, sehe es wie ein 90mm Gerät, viel mehr als 150x wirst du dem C6 nicht mit gutem Bildeindruck entlocken können.

Das ist so nicht ganz richtig, der 1,25" Okularanschluss hat natürlich 31,8mm, aber nach wenigen cm schließt sich das lange interne Blendrohr an, was weit in den Tubus ragt, dieses hat dann beim C6 sogar nur 26mm (hab grad nochmal einen C6 Besitzer gebeten nachzumessen) Mehr als typische 1,25" Feldblenden kann man also nur unter deutlicher Vignettierung nutzen.
Auch das beides ist so nicht ganz richtig.

Erstens hast Du die Obstruktionen der SCs durch schräge Beleuchtung falsch gemessen (wie schon mal erläutert) und das C6 hat "nur" 37% Obstruktion, wie von Celestron korrekt angegeben. Die Kontrastwiedergabe bei den XLT Versionen ähnelt daher knapp einem 4 Zöller und rund 200fach sind problemlos möglich, unter sehr guten Bedingungen sogar etwas mehr.

Zweitens ist der Verlauf der Vignettierung visuell derart unkritisch, dass man im entsprechenden Abstand (2Zoll Spiegel) auch mit einer 2-Zoll Feldblende noch problemlos beobachten kann. Es gibt dort keine scharfe oder unscharf einsetzende Abschattung durch das Blendrohr irgendwo in der Gegend von 26mm Bildkreis, wie man annehmen könnte. Sondern die Ausleuchtung nimmt bei einem SC aufgrund der speziellen Strahlführung homogen zum Rand hin ab, was dem Auge ohne direkten Vergleich aber selbst mit maximaler 2-Zoll Feldblende (d.h. ca. 46mm), die im passenden Abstand einwandfrei scharf schwarz abgegrenzt gesehen wird, noch kaum auffällt. Erst im genauen direkten Vergleich mit einem anderen gleich vergrößernden optischen System unter gleichem subjektivem Sehwinkel fehlen zum Rand hin dann die Sterne der schwächsten Größenordnungen, weil sie runtergedimmt werden.

Gruß,
Mathias
 
Zuletzt bearbeitet:
Für meine Begriffe ist das bereits Astrofotografie und hat
mit elektronisch unterstützter Live-Beobachtung schon nichts mehr zu tun.
Hi Mathias, danke für Deine Ausführungen. Ja, ein bisschen hat mich das dann auch schon verwirrt - wo ziehe ich da die Grenze? Sind ja nicht die günstigsten Kameras (z.B. ZWO ASI294) und recht aufwändige Kontruktionen die zum Einsatz kommen. Was bekomme ich im Moment der Beobachtung wirklich am Bildschirm zu sehen? Muss ich wohl ausprobieren...
 
Zweitens ist der Verlauf der Vignettierung visuell derart unkritisch, dass man im entsprechenden Abstand (2Zoll Spiegel) auch mit einer 2-Zoll Feldblende noch problemlos beobachten kann.
Konnte ich auch so beobachten. Habe schon mal mein Omegon SWA 30mm über einen Baader 2" ClickLock dran gehabt und ohne einen direkten Vergleich zu haben, war der Blick schon beeindruckend. Nur kurz, dann hat der Tau den Spaß beendet ;) Also ich finde ein bisschen macht's schon, das 2". Werde jetzt auch meinen Omegon 2" Zenitspiegel montieren und fest drauf lassen. Habe den Eindruck das SC-Gewinde ist auch nicht für den Dauerwechsel gebaut, scheint mir etwas anfällig. Warte nur auf eine Prismenschiene die ich bestellt habe, um den Schwerpunkt weiter hinter zu beommen, damit ich das Mehrgewicht überhaupt ausbalancieren kann.
 
Solange keine Komission etwas definiert und die Bildverarbeitung immer schneller wird, bleibt die Frage Astrofoto oder EAA Ansichtssache.
Hallo Mathias,

ich stimme dir schon so weitestgehend zu. Die Grenzen zwischen EAA und Astrofotografie sind sehr fließend. Vor allem wie du selbst schreibst durch die immer schneller werdenden Bearbeitungsmöglichkeiten. Wenn die Ausrüstung erst einmal vorhanden ist und entsprechende Erfahrungen vorliegen sind schnell Ergebnisse erzielbar. Aber nicht gleich für den Einsteiger, das dauert ein paar Monte.

Für mich sehe ich es so, dass mein Live-Stacking noch EAA ist, aber die Weiterverarbeitung des gesammelten Materials dann eindeutig in die Astrofotografie geht.

An diesem Beispiel sieht man schön welche Unzulänglichkeiten noch in den Bildern stecken wenn es nur EAA ist. Gradienten, Rauschen und ....

IMG_5052.JPG
 
Hallo Mathias,

Unter EAA versteht man eigentlich Echtzeit-Videografie, d. h. Bilder, die in ein paar Sekunden bis höchstens einigen wenigen Minuten am Bildschirm erscheinen und dort sofort und ohne große Bearbeitung, also quasi live betrachtet werden.
Ich kann ich jetzt mit dem Ausdruck Videografie nichts anfangen. Ich kenne niemanden aus meinem mir bekannten EAA-Umfeld der mit einer Video-Kamera arbeitet. Meinst Du echt mit Videokamera? Das bietet doch von der Auflösung her nur sehr bescheidene Werte, so weit ich weiß und ist doch dann imemr mehr oder wneiger analoge Signalverarbeitung. Aber mag gehen. Damit kenne ich mich nicht aus.

Sharpcap stackt die Einzelen Aufnahmen on-the-fly und wenn man Flats und Darks vorher macht und hinterlegt werden die einzelen Aufnahmen auch entsprechend live behandelt. Wird alles im Hintergrund erledigt, während die nächste Aufnahme abgespeichert wird.

Hi Mathias, danke für Deine Ausführungen. Ja, ein bisschen hat mich das dann auch schon verwirrt - wo ziehe ich da die Grenze? Sind ja nicht die günstigsten Kameras (z.B. ZWO ASI294) und recht aufwändige Kontruktionen die zum Einsatz kommen. Was bekomme ich im Moment der Beobachtung wirklich am Bildschirm zu sehen? Muss ich wohl ausprobieren...

Hallo Dietmar!

Du siehst genau das was ich gezeigt habe. Das sind die von Sharpcap gestackten und angezeigten Daten ohne eine weitere Bearbeitung. Im Sharpcap gibt es den Befehl "Save as seen" - genau damit speichere ich die Daten ab.

Letztlich ist es immer eine Frage der Begrifflichkeit.

Für mich ist E-A-A die Abkürzung für Electronic - Assisted - Astronomy also durch Elektronik unterstütze Astronomie. Für mich liegt der entscheidende Schalter schlicht weg darin, dass ich es am Bildschirm genauso live und in Farbe sehe. Astrofotografie sammelt zuerst alle Daten, oft werden sogar Darks und Flats erst am Ende der Nacht oder am nächsten Tag gemacht und dann in einem völlig vom Datensammeln losgelösten und auch zeitlich viel später ausgeführten Prozess bearbeitet. Bei Astrofotgrafie ist es zum Beispiel deshalb möglich aus Kombinationen von Schmalbandfilter und Schwarzweiß Bilder durch einfärben farbige Ergebnisse zu machen. Stichwort, Hubble Palette. Das geht bei EAA nicht. Entweder S/W Kamera - dann S/W Ergebnisse oder Farbkamera - dann farbige Ergebnisse. Man kann sich dann bei Nebeln nur mit mehrfach Bandfilter helfen. Das mache ich.

Die EAA Beobachtungen mache ich manchmal im Freundeskreis und in der Regel immer zu Zweit mit meienr Frau. Das ist viellicht auch ein wichtiger Unterschied zur Astrofotgrafie, dass man diese Art der Astronomie, also EAA mit mehreren Personen gleichzeitig machen kann. Der visuelle Astronom und auch Astro-Fotograf ist für mich mehr "The lonley rider!" ;)

Jeder findet seinen Weg und kommt zu einem Ergebnis für sich. Ich finde Hauptsache es macht Spaß und Freude. Welches Ettikett man wo drauf klebt ist für mich schnuppe. Wie sagt man oft, jedes Teleskop hat seinen Himmel.

MünchenBeiNacht - Ewald
 
Für die ASI294MC, mit MAK127/1500 mit ASIAIR Pro, dass was oben auf dem iPad zu sehen ist (NGC891). Das andere Bild auf dem iMac ist mit ASI183MC, TS76EDPH und ASIAIR Pro.
Hallo Harald, hallo Ewald, danke für den Eindruck und Eure Diskussion! Langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, wo der Unterschied liegt zwischen EAA und Astrofotografie. Ich denke, es liegt wahrscheinlich an zwei ganz unterschiedlichen Ansprüchen. Für mich wäre es das Höchste live, direkt durchs Okular in Farbe und 3D beobachten zu können. Geht nicht. Zumindest mit meinen Mitteln. Totzdem hat die Beobachtung durch's Okular seine Faszination, eigentlich die Gesamtsituation draußen "auf dem Feld". Dann ist die EAA, immer noch live. Sieht doch cool aus auf Deinen Bildschirmen! Irgendwie auch "wissenschaftlich". Da geht es wohl nicht um Ästhetik, eher "quick and dirty" - dafür hautnah. Und dann die Astrofotografie im eigentlichen Sinne, will "Kunstwerke" schaffen, wie ich es als "irdischer" Fotograf ja auch möchte und da sind alle Mittel recht. Ich kann, wie ihr seht, allem etwas abgewinnen ;)
Hauptsache es macht Spaß und Freude. Welches Ettikett man wo drauf klebt ist für mich schnuppe.
:y: Nachdem Du Deinen Weg gefunden hast. Aber bei mir dämmert's auch langsam... :)
 

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Moin,

letztlich unterscheidet sich "Astrofotografie" und "EAA" im Erlebniswert in der Außenwelt des Astronomen. Die "Drei Wege Beschreibung" weiter oben trifft für mich den Nagel auf den Kopf.

EAA bietet vergleichbares Ergebnispotenzial in einem transparenteren Prozess der Informationsgewinnung, während die klassische Astrofotografie eher ein "Off-Line"-Prozess ist bei dem die reine Bildakquise und die Ausarbeitung nicht integriert sind. Bei der EAA bekomme ich sofort ein Resulatat dass ich, wenn ich den Stack behalte, noch weiter verfeinern KANN - aber nicht muss, um ein Ergebnis zu haben. Das ist der generelle Unterschied. Und durch den transparenten Aufnahmeprozess komme ich eben deutlich weiter, wenn ich Familienmitglieder oder Freunde daran teilhaben lassen möchte. Die verwendete Technik ist ohnedies egal was ich mache nur das Werkzeug, nicht mehr.

Letztlich kann ich mit klassischer Astrofotografie auch wissenschaftlichen Ansprüchen was die Datenqualität angeht nachkommen, dann darf ich nicht in die künstlerische Aufarbeitung abschwenken, dann fällt aber auch meistens das "WOW" weg, und in der EAA kann ich das letztlich genau so, ich muss nur die Bilder aufheben und dann korrekt kalibrieren. Hatte aber vorher schon den Spaß das Objekt der Begierde aus dem Off auftauchen zu sehen.

CS
Jörg
 
Auch ich sehe den Unterschied zwischen EAA und Astrofotografie hauptsächlich an der aktiven Beobachtung während der Aufnahme bei EAA und das ich die Bilder nach dem speichern nicht weiter nachbearbeite. Wie lange ich belichte, ob ich Flats & Darks einsetze während ich "live" schaue, ob ich Guiding benutze oder nicht, parallaktisch oder ALt/At, gekühlte oder ungekühlte Kamera sind alles für mich keine Argumente um es als EAA oder Astrofotografie einzuteilen. Ich möchte ja auch beim Livestacking das bestmögliche Ergebnis. Es stört mich extrem wenn ich in das Bild zoome und Hotpixel habe, ich versuche immer beim beobachten die Farbbalance und den Schwarzwert zu verbessern um ein möglichst (in meinem Kopf) realistisches Bild zu erhalten. Es sind die gleichen Werkzeuge wie in der Astrofotografie die ich verwende aber eben mit einer komplett anderen Herangehensweise. Das ist für mich EAA.
 

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Naja, ich bin schon noch so begeistert, dass ich während den Aufnahmen zuschaue. Aber aus dem gleichen Bildmaterial was du dort siehst entstehen dann diese Bilder in der weiteren Verarbeitung.
Moin, (Nachklapp nach dem Lesen des zitierten Beitrags):

Das ist auch noch so eine Sache: Wenn man klassisch fotografiert hängt man die ganze Nacht mit kaltem Mors auf nem Campingstuhl, oftmals nur um später festzustellen, dass irgendwas nicht funktioniert hat und alles vergebens war. Wenn ich die Bildentstehung mitverfolgen kann bekomme ich viel eher mit wenn was nicht klappt, kann eingreifen und habe am Ende noch Daten gewonnen, während parallel vielleicht in der selben Zeit die DSLR am 2. Setup werkelt.

Das Schöne an unserem Hobby ist die Flexibilität, es bleibt uns überlassen, immer neue Varianten und Workflows zu bauen, auszuprobieren, anzupassen - das endet praktisch nie. Aber das macht es ja zu einem guten Teil aus. Als diese "Jump out of the box"-Teleskope aufkamen habe ich auch erstmal gedacht, "Wat'n Sch...ß!" - aber manchmal muss eine Idee erstmal durch den Filter tropfen, als ich dann gesehen habe was damit geht habe ich mir eingestehen müssen, dass das, gerade wenn man an den Augen eingeschränkt ist ein toller Weg ist, wie man zu "seinem" Astroerlebnis kommen kann.

Eine Abgrenzung "Visuell" - "EAA" - "Astrophotographie" halte ich im Grunde auch nicht mehr für sinnig, eher entbehlicher Dogmatismus, ich halte es mit dem Post Nr. 10 von @MünchenBeiNacht - das trifft es auf den Kopf. Für mich könnte man "EAA" mit "Visuell mit Protokoll" gleichsetzen, was ich danach damit mache bleibt mir überlassen...

CS
Jörg
 
Hi Mathias, danke für Deine Ausführungen. Ja, ein bisschen hat mich das dann auch schon verwirrt - wo ziehe ich da die Grenze? Sind ja nicht die günstigsten Kameras (z.B. ZWO ASI294) und recht aufwändige Kontruktionen die zum Einsatz kommen. Was bekomme ich im Moment der Beobachtung wirklich am Bildschirm zu sehen? Muss ich wohl ausprobieren...
Wie man das Kind nennt, ist doch egal. Am Bildschirm bekommst Du in jedem Fall live mehr zu sehen, als durch das Okular. Jedenfalls bei Deepsky-Beobachtung. Bei Planeten ist das Erlebnis im Okular größer, da wird aus EAA schnell Astrofotografie, wobei Du an meinem Beispiel vom Jupiter ja siehst, dass ich da keine Profi-Ergebnisse erzielen will, sondern mit möglichst wenig Aufwand mehr sehen will als durchs Okular. Das ist also eher eine Ergänzung zur visuellen Beobachtung. EAA kommt bei Deep Sky aber richtig zum Tragen. Hier Andromeda von gestern Abend. EAA unbearbeitet. Nur Lights. Ca. 1500 x 10 Sekunden Livestack. Der Mond hat sehr gestört, sonst wäre das Bild kontrastreicher, denke ich mal. Ich bin auch im EAA noch sehr unerfahren.

Das 2. Bild ist dann das gleiche Bild, mit Lightroom recht oberflächlich bearbeitet.

LG Olaf
 

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Hi,

ich finde ein besserer und klarerer Begriff wäre "Electronical assisted visual Astronomy" (EAVA) gewesen.

Ich bin/war ein Anhänger der visuellen Astronomie, aber von EAVA habe mich durch eigene Erfahrung überzeugen lassen. ;)

Es macht eigentlich keinen Unterschied ob ich die Photonen eines astronomischen Objekts durch das technische Gerät Teleskop mit Okular in das Auge abgebildet bekomme oder durch einen EAVA Bildschirm. Natürlich muss es "live" sein, deswegen Live-Stacking, und, wie von @Optikus schön gesagt, ein transparenter (überschaubarer) Aufnahmeprozess sein.

Man wird ja nicht jünger und ich habe einfach festgestellt, dass meine Augen manchmal Probleme bei der Benutzung eines Okulars bereiten. Warum also nicht einfach das viel bessere Bild am Bildschirm genießen. Allerdings möchte ich nicht den Okular-Anblick komplett abschaffen. Bin noch in Planung/Realisierung einer einfachen Umschaltung zwischen Okular und EAVA Kamera (mittels Okularschlitten).

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,

da wäre ich wie Olaf auf den Weg zum Klappspiegel gekommen, muss ja nicht das Baader-Teil sein, der oben gezeigte wird es auch tun. Einmal eingerichtet mußt Du dann nur umschalten und verstellst ansonsten nichts.

CS
Jörg
 
Hi Olaf @Olaf M. und Jörg @Optikus ,

Klappspiegel von Baader habe ich schon probiert. Siehe hier:

Hat eigentlich sehr gut funktioniert. aber man braucht zuviel Backfocus. Nicht schön. Deswegen ist mein Ansatz inzwischen ein Okularschlitten auf Linear-Leisten.
Der Vorteil wäre kein zusätzlicher Backfocus notwendig und 2 völlig unabhängige OAZs aufbaubar.
Das habe ich aber noch nicht gebaut, da ich erstmal meinen "kleinen" 12" Dobson mit Schrittmotoren motorisiert haben. Jetzt ist der grosse 20 Zöller dran. ;)

Gruß
Peter
 
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