Der Containerpreis ist eine Sache von Angebot und Nachfrage sowie der Kosten der Reedereien. Wenn es einen Stau vor einem Hafen gibt, steigen die Kosten und das wird preislich natürlich weitergegeben.
Der Wertverfall des Euro ist eine andere Sache. Vor der Einführung des Euro hatten sehr viele Länder weiche Währungen, was in Harmonie zu ihrer Produktivität stand und alle kamen gut damit klar. Der harte Euro passte nicht mehr und die Wirtschaft dieser Länder litt sehr, was Deutschland als Protagonist eines harten Euro seit Jahren zum Vorwurf gemacht wird. Italien hatte z.B. vorher eine florierende Maschinenbauindustrie und in Italien gibt es aus naheliegenden Gründen schon lange inflationsindexierte Staatsanleihen - alle arrangierten sich halt mit der italienischen Lira. Das wird durch die EZB nun korrigiert. Das wird den Deutschen nicht gefallen, weil sie nun zum großen Verlierer werden. Der Euro-BUND-Future macht keine gute Figur, aber man hält stur daran fest, keine inflationsindexierten Anleihen auszugeben. Um die Staatshaushalte aber nicht gegeneinander auszuspielen, hat die EZB angesichts divergierender Renditen ein Sonderanleihenkaufprogramm aufgelegt, welches ohne formale Anforderungen außerhalb der bereits erreichten Maximalbestände weiter Anleihen kaufen kann, um die Renditen zu harmonisieren, während die FED weiter Anleihen verkauft. Ein Schritt weiter zu Eurobonds einer weichen Währung. Was gibt's daran nicht zu verstehen?
Michael
Nicht ganz, deutsche Produkte vor Euro-Einführung waren zu teuer, da die D-Mark hoch bewertet war und die Löhne hoch waren. Das war zumindest ein Grund den Euro einzuführen. Starke Währung ist gut für Import aber schlecht für Export und ungekehrt für eine schwache Währung. Unser Export boomte ja wohl auch wegen(!) des nicht so starken Euros. Dennoch bin ich mit der Geldpolitik der EZB auch nicht zufrieden. Der Fachkräftemangel ist eine Konsequenz und rein künstlicher Natur, da zu viel wertloses Geld in die Märkte gepumpt wurde. Beispiel: Lieber Immobilien als Aktien kaufen. Die Immos muss man aber bauen oder renovieren und dafür braucht man massig Handwerker und Baumaterialen, mehr als unser Land hergibt. Dabei brauchen wir nicht noch mehr Häuser und Straßen, eher das Gegenteil. 5% Deutschlands ist bereits zubetoniert!
Zu oben: Krise?
Eine Krise sehe ich wirklich nicht. War gestern gegen 17 Uhr mal wieder auf der Autobahn A14 mit etwa 110km/h mit unserem neuen 4 Liter-Auto unterwegs (Vernünftige Elektroautos sind gerade unerschwinglich) und wurde alle 2 Minuten links von "Raketen" überholt. Die rechte Seite war wie üblich voll von LKWs. Offensichtlich ist genug Geld da, den teuersten Sprit aller Zeiten für unvernünftige Spritschlucker wie SUWs und kleinen Lieferwagen zu bezahlen. Der Handel scheint auch zu florieren mit den vielen LKWs. Wolfi braucht sich nicht zu sorgen, denke ich.
Erinnern wir uns: Nach der Einführung des Euro gab es bereits eine Preisverdoppelung. Das war doof, aber niemand hat auf Dauer gelitten.
Die Verkäufer wollen schließlich verkaufen und die Kunden kaufen. Beide strengen sich an, dass das möglich wird.
Sind Waren aus China jetzt teurer oder billiger geworden? Wäre an eurer Erfahrung interessiert.
Zu Hobbies: Ich denke nicht, dass Hobbies in Krisen heruntergefahren werden. Gerade in der Arbeitslosigkeit hat man Zeit und braucht etwas Schönes, Aufmunterndes, oder? Nur können die Leute nicht mehr so hohe Preise bezahlen und bauen vielleicht wieder selbst oder nutzen ihre alte Ausrüstung länger und intensiver. Zum bauen braucht man jedoch auch Materialien und Werkzeug.
Schade nur, dass die Medien die Bürger wieder mit hypothetischen Horrorszenarien verrückt machen. Lasst uns doch erst einmal schauen, wie der Winter denn wird. Ein bisschen mehr sparen und Verschwendung vermeiden tut uns wirklich gut, finde ich.
Ich wünschte mir sogar weniger Straßenbeleuchtung, weniger Straßen und das Abreißen von in der Nachkrigszeit hastig hochgezogenen hässlichen Häusern und Plattenbauten und Renaturierung der frei werdenden Flächen. Was denkt Ihr darüber?
Claus