Immer teurer und teurer...

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Ich wünschte mir sogar weniger Straßenbeleuchtung, weniger Straßen und das Abreißen von in der Nachkrigszeit hastig hochgezogenen hässlichen Häusern und Plattenbauten und Renaturierung der frei werdenden Flächen. Was denkt Ihr darüber?
Wir sollten versuchen, den Winter zu überstehen. Viele Menschen werden Probleme bekommen. Der Staat wird den meisten Menschen auch nicht helfen können. Häuser abzureissen, weil sie nicht schön genug sind, zählt meines Erachtens nicht zu den dringlichsten Dingen. :rolleyes:
 
Hallo,

für die Euro-Einführung gab es sicherlich eine ganze Reihe von Gründen. Darunter auch Annahmen, die darauf gründeten, dass Europa historisch gesehen sehr lange Zeit die Zentren des weltweiten Handels und der Finanzen beheimatete. Das waren immer mal andere Städte von Genua bis London. Rückblickend fragte man dann irgendwann, warum sich z.B. Asien oder Afrika so viel langsamer entwickelten, obwohl da oft riesige Reiche anzutreffen waren.
Entsprechende Forschung deutete darauf hin, dass in Europa die Konkurrenz zwischen den vielen kleinräumigen Staaten die Machthaber disziplinierte. Wenn da einer auf die Idee kam, die Marktteilnehmer im Land zu sehr zu schröpfen, dann gingen die eben zum Nachbarn und zahlten dort geringere Abgaben. Anreize seitens der Herrscher haben sich für beide Seiten also sehr gelohnt. Einfach so überfallen konnte man das Nachbarland auch schlecht, denn wenn die übrigen Länder sahen, dass da einer die Finger nach dem Land eines Anderen ausstreckte, schlossen sie sich zusammen um den Aggressor wieder in die Schranken zu weisen, damit da nur bloß keiner zu viel Gewicht bekam.
So konnte sich privater Wohlstand bilden und man durfte davon ausgehen, dass Investitionen und innovative Erfindungen einem nicht einfach entrissen werden. Es war anzunehmen, dass in einem so disziplinierten Umfeld bald jemand eine Lösung für Probleme und Engpässe finden würde. Dabei kam z.B. in England die Industrielle Revolution mit all ihren technischen Neuerungen heraus. (Wo habe ich eigentlich meine Dampfmaschine hin getan? Die muss ich unbedingt mal wieder in Betrieb nehmen.)
In der Folge bildeten sich dann aber immer mehr Handelshemmnisse durch Zölle und andere Beschränkungen - bis eben jemand auf die Idee kam, die ursprünglich so lukrative Konkurrenzsituation wieder herzustellen. Heute haben wir den Schengen-Raum - und damit auch die Hemmnisse durch unterschiedliche Währungen oder gar Wechselkurse nicht stören, gibt es den Euro. Zumindest auch deswegen.
Dass bei einer solch heftigen Umwälzung ganze Sektoren innerhalb der Mitgliedsstaaten erschüttert werden ist auch kein Wunder. Produktion und Industrie hat sich sicherlich hier und da verlagert. Verwerfungen sind da erwartbar und wurden akzeptiert - oft durch die Hoffnung auf eine Stärkung z.B. des Dienstleistungssektors. Zugegebenermaßen wäre es aber zynisch, zu sagen, dass die EU für alle Staaten ein Heilsbringer gewesen ist. Was blieb denn Staaten wie Portugal oder Griechenland schon übrig, als "Ja" zu sagen? Und heute liegen sie in der Peripherie und kommen mehr schlecht als Recht über die Runden. Da hat man als Deutscher, der mitten Im Zentrum der EU sitzt sicher eine besondere Verantwortung.

Eine Krise erst dann einzuräumen, wenn auch der Letzte seinen Maserati in Zahlung gegeben hat, ist vielleicht etwas spät. Europa hat sowieso einen Haufen Probleme, auch weil so grundlegende Zusammenhänge wie oben genannt nicht beachtet werden. Durch den Brexit, die Pandemie, spätestens aber durch den Krieg und seine Folgen muss man eine echte Krise jetzt wirklich einräumen.

Eine Preisverdoppelung durch die Euro-Einführung gab es natürlich nicht. Ich werde nie vergessen, wie meine Schwiegermutter entrüstet aus dem Aldi kam, weil dort einer vergessen hatte, die Preisauszeichnung des Zwiebelmetts auszutauschen... bis heute behauptet sie darum steif und fest, die Supermärkte hätten durch die Bank weg einfach das "DM" durch "€" ersetzt. :p
Der Euro war eben als Killer der geliebten DM extrem unbeliebt. Das ist aber nicht ganz fair, finde ich.

Gruß
Sebastian
 
Eine künstlich gemachte Krise nach der anderen ist das und das wird auch so weiter gehen bis die Bevölkerung genug geschröpft wurde während sich die Staaten und Großkonzerne dumm und dämlich verdienen, tagtäglich hofiert vom Verblödungsfunk der Medien. Ich frage mich nur noch ob das alles von oben befohlen wird, oder ob die alle von sich aus so blöd sind?
Mittlerweile gehe ich bei allem was die sagen vom genauen Gegenteil aus. Mein Vertrauen in diesen Staat ist bei Null angekommen. Ein Unsinn jagt den nächsten, aber keinen interessierts. Wo sind denn die Arbeitgeberverbände, die Verbraucherschützer und die Gewerkschaften, oder der ADAC der mal erklärt wieso der Diesel 40 Cent im Vergleich zum Super zugelegt hat?
Nirgends wird mehr ausgewogen diskutiert, in sämtlichen Talkshows sitzen nur noch so seltsame Vögel die alle das selbe Lied pfeifen. Ich kann das keine Minute mehr anschauen, müßte eigentlich von der GEZ Schmerzensgeld bekommen anstatt diesen Unfug auch noch bezahlen zu müssen.
 
Nirgends wird mehr ausgewogen diskutiert, in sämtlichen Talkshows sitzen nur noch so seltsame Vögel die alle das selbe Lied pfeifen. Ich kann das keine Minute mehr anschauen, müßte eigentlich von der GEZ Schmerzensgeld bekommen anstatt diesen Unfug auch noch bezahlen zu müssen.
Geht mir genauso!! Und ich kann auch keine jungen Frauen mehr sehen, die überall als Experten*innen vor die Kameras gezerrt werden und Unfug verbreiten! Aber das hat System! Nur zu, ....vorwärts nimmer, ruckwärts immer!
VG Frank
 
Wie alt warst du damals, das du dich nicht mehr daran erinnerst?
Hallo Frank,

ich war 31 und habe die Preislisten eines Elektromarktes umgerechnet. Übrigens exakt nach dem Umrechnungsfaktor.
Ich erinnere mich genau daran, dass am nächsten Tag im Supermarkt die Preise allesamt total krumm waren, weil es keiner gewagt hat, auch nur den Anschein zu erwecken, er würde auch nur einen Cent an der Umstellung verdienen. Darum wurde nicht auf die üblichen 99 oder 49 Cent gerundet.
Für eine Umstellung 1:1 hätte es außerdem Preisabsprachen zwischen allen Märkten geben müssen, oder diejenigen, die korrekt umgerechnet hätten, hätten ihre Ware bei voller Marge zum halben Preis angeboten. Das Geschäft hätte sich kaum einer entgehen lassen.

Es gab allerdings einige Firmen (ich meine vor allem in der Unterhaltungselektronik), die versuchten, Preiserhöhungen im Schatten der Umstellung durchzusetzen. Natürlich nicht von 100%, aber 10-20% mehr haben sie aufgeschlagen. Die haben das allerdings meist sehr schnell gelassen. Die Zeitungen warteten nur auf diese schwarzen Schafe und haben ausgiebig berichtet.
So kommt es wohl, dass das Märchen der Preisumstellung Euro=DM in den Köpfen hängen geblieben ist. Der Verbraucherpreisindex stieg jedoch völlig normal weiter an.

Und ich kann auch keine jungen Frauen mehr sehen, die überall als Experten*innen vor die Kameras gezerrt werden und Unfug verbreiten!
Das beweist immerhin, dass junge Frauen keineswegs ein Monopol auf die Verbreitung von Unfug haben. Damit endet der Gehalt eines solchen Satzes dann aber auch schon.

Gruß
Sebastian
 
Das beweist immerhin, dass junge Frauen keineswegs ein Monopol auf die Verbreitung von Unfug haben.
Doch schon! Achte mal selber auf die Häufigkeit diverser Statements. In 70% sind das "bartlose" Frauen um die 20.
Ist dir das noch nicht aufgefallen? Dann träum mal schön weiter.

Das der elektronische Krempel unbedingt billig sein musste ist ja klar. Es ging ums abhängig machen durch PCs. Da wurde ja jedes Jahr der Preis neu gewürfelt. Aber Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs wurden 1:1 umgestellt. Das hat dich damals bestimmt nicht interessiert. Oder warst du da schon Familienvater von mehreren Kindern?
VG Frank
 
1. Lösung: Wir stellen wieder selber her und können uns unsere Produkte leisten. Dann interessieren die Preise oder Verfügbarkeit chinesischer oder sonstiger Produkte nicht. 2. Lösung: Die "Seidenstraße" wird irgendwann noch mehr billiger werdende Waren nach Europa schwemmen.
Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln! So geht das nicht....mehr! Es ist ein Trugschluss das es umkehrbar ist! Die Geister die ich rief, werd ich nicht mehr los! Gesellschafftliche Veränderungen werden durch die Produktivkräfte bestimmt! Da sind kollektiv Gesellschaften mit staatlichen Konzernen durch die Mühe des Westens erst groß geworden!! Geiz ist geil, erinnert sich da noch jemand dran? Das hat sich irgendwer ausgeheckt, aber nicht demokratisch und im Parlament kein Thema. Nun gucken alle dumm aus der Wäsche. Aber wie dumm waren unsere Entscheidungsträger, keiner von denen mehr da? Merkel, Schäuble! Die Griechen freuen sich über chinesische Investoren und sind froh das ihre Häfen nicht an Deutschland verhökert wurden!
VG Frank
 
und Großkonzerne dumm und dämlich verdienen
Wobei man auch sagen muss, Grosskonzerne folgen auch nur dem Prinzip der freien Marktwirtschaft. Sollen sie keine Gewinne mehr machen? Oder soll man sie stärker besteuern? Dann werden sie früher oder später nicht mehr wettbewerbsfähig sein, weil die Konkurrenz aus dem Ausland nicht so stark besteuert wird. Also werden sie ihre Zelte in DE abbreissen. Auch nicht so toll..

Mittlerweile gehe ich bei allem was die sagen vom genauen Gegenteil aus. Mein Vertrauen in diesen Staat ist bei Null angekommen. Ein Unsinn jagt den nächsten, aber keinen interessierts. Wo sind denn die Arbeitgeberverbände, die Verbraucherschützer und die Gewerkschaften, oder der ADAC der mal erklärt wieso der Diesel 40 Cent im Vergleich zum Super zugelegt hat?
Was wäre denn deine Lösung? Es stimmt dass das Vertrauen in die Politik stetig abnimmt. Aber das Missverständniss ist, die Politik könnte etwas tun.
Die Leute verstehen einfach nicht, dass das Finanzsystem (überall in jedem Land dieser Welt) inflationieren MUSS. Einfach weil es eine mathematische Notwendigkeit ist. Man kann nicht Jahr für Jahr Schulden aufnehmen, Monat für Monat Millarden € und $ in den Markt pumpen und sich dann wundern, dass das Geld immer weniger wert wird. Der Zinseszins Effekt führt ebenfalls automatisch dazu, dass die Geldmenge wächst.

Und da der Normalbürger diese Zusammenhänge natürlich nicht versteht, macht er die Politik schuldig.

Aus den gennanten Gründen, würde auch eine ausgewogene Disskussion wenig bewirken.
 
Aber Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs wurden 1:1 umgestellt.
Wie gesagt: die Preisindizes (differenziert nach Warengruppen auch in dieser Abbildung der Wikipedia) bilden deine These nicht ab. Da Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs zum Warenkorb gehören, hätte man eine umstellungsbereinigte Verdoppelung des Preises dort überdeutlich gesehen.

Oder warst du da schon Familienvater von mehreren Kindern?
Der Familienstatus hat mit der Fähigkeit die Veränderung der Preisauszeichnung zu beurteilen nichts zu tun. Meine Beobachtung oben bezog sich auf den Supermarkt, in dem ich immer eingekauft habe. Also Lebensmittel und keine Unterhaltungselektronik.
Gruß
Sebastian
 
Doch schon! Achte mal selber auf die Häufigkeit diverser Statements. In 70% sind das "bartlose" Frauen um die 20.
Ist dir das noch nicht aufgefallen? Dann träum mal schön weiter.
Das ist mir auch aufgefallen. Männer um die 20 gibt es in den Medien nicht zu sehen bei politischen Themen. FFF scheint auch nur aus Frauen zu bestehen. Das ist schon seltsam, denn bei allen Parteien (auch bei den Grünen) sind mehr Männer als Frauen Mitglieder.
 
Liebe User,

sicher, ein streitbares Thema - und in Diskussionen soll ja auch gestritten werden, so lange die Netiquette und unsere Nutzungsbedingungen beachtet werden.
Es ist auch völlig normal, dass die gefühlte Wahrheit nicht immer den tatsächlichen Fakten entspricht, aber auch solche Meinungen können hier kundgetan werden. Es geht jedoch einen Schritt zu weit - und läuft ebenfalls unseren Nutzungsbedingungen zuwider - wenn User, die auf Fakten hinweisen, beleidigt und angegangen werden.

Haltet euch hier also ein wenig zurück.

Danke und angenehmes Weiterdiskutieren.

Für die Moderation
Volker
 
Männer um die 20 gibt es nicht zu sehen bei politischen Themen.
Frauen auch nicht groß. Da sind höchstens ein paar Klimaaktivisten. Die meisten Frauenexperten im TV sind um die 40. In dem Alter sollte man seinen Job eigentlich drauf haben. Viel besser wird's dann nicht mehr. Dass da relativ wenige ü60 dabei sind, liegt wohl eher daran, dass in der Altersgruppe Frauen noch nicht so viel Karriere gemacht haben. 3 von 4 Experten sind in meiner subjektiven Wahrnehmung auch immer noch Männer.

Es stimmt dass das Vertrauen in die Politik stetig abnimmt. Aber das Missverständniss ist, die Politik könnte etwas tun.
Jo, genau so sehe ich es auch. Durch die Globalisierung hat die Macht von Einzelstaaten deutlich eingeschränkt. Ich glaube es gibt nur noch 3 Staaten bzw. Institutionen, die größere Möglichkeiten haben etwas zu bewirken. China, die USA und die EU. Weshalb man innerhalb der EU gerade auf selbiger immer wieder herum hackt, erschließt sich mir nicht. Dass Trump die nicht mochte, kann ich mir noch erklären. Für den waren die EU und China die stärksten Konkurrenten. Wie toll es alleine läuft, kann man ja gerade in GB sehen. Auch nie verstehen werde ich, weshalb man im Fall, dass man das Vertrauen verliert, gerade denjenigen nachrennt, die am wenigsten vertrauenswürdig sind.
Absatz gelöscht:
(Post von Moderation entfernt. Grund: Der Text lag außerhalb der in den Nutzungsbedingungen unter §3 Abs. 1 vorgegebenen Grenzen. Bitte Nutzungsbedingungen beachten: Nutzungsbedingungen --> §3) )

VG Frank
Der Post ist schon unterste Schublade.
 
Zumindest ist der Familienstatus bei der objektiven Beurteilung der Preisentwicklung wichtig und darf nicht als Lapsus deklariert werden. Es macht einen Unterschied ob jemand Single ist, noch bei den Eltern wohnt oder ob er für eine eigene Familie Verantwortung trägt. Sorry, das ich es im vorherigen Text etwas überspitzt habe. Ich gelobe Besserung!!
VG Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Finanzkrise in GB und der EU ist gar nicht so verschieden, wie es in den Medien dargestellt wird. Die Bank of England hatte genau wie die FED (und anders als die EZB) ihre Bilanz reduziert, um die Geldmenge wenigstens ein bisschen zu reduzieren. Es ist bezeichnend, dass GB nach dem Brexit eine stabilitätsorientiertere Politik als die EU hat.

Die Ankündigungen eines Haushalts, der erhebliche Mehrausgaben und keinerlei solide Finanzierung beeinhaltete, brachte die Gilts (englische Staatsanleihen) extrem unter Druck und zwang die BOE zu einer Kehrtwende mit Stützungskäufen. Der Grund liegt in den Negativzinsen der Vergangenheit, die englische Pensionsfonds zu einer Investitionsstrategie zwangen, die bei stark fallenden Anleihenkursen bis zur Insolvenz und dem Ausfall der Privatrenten führen kann. Derartige Verluste in den Anleihen konnte man sich damals nicht vorstellen.

Deutschland kündigt ein "Sondervermögen" nach dem Nächsten ohne solide Finanzierung an. Die deutschen Staatsanleihen sind ebenfalls stark unter Druck, wie man am BUND-Future sieht und die Pensionsfonds unserer Versicherungen sind ebenfalls gefährdet, weil sie auf die Negativzinsen auf die gleiche Weise wie in GB reagieren mussten. Die EZB hat sich bisher nicht getraut, die Bilanz zu reduzieren und auch bei der PK diese Woche verkündet, auslaufende Anleihen sofort zu reinvestieren. Weiterhin hat man zusätzliche Stützungskäufe zur Harmonisierung der nationalen Staatsanleihen der EU-Länder genehmigt, die alle bisherigen Grenzen, die eine verdeckte Staatsfinanzierung verhindern sollten, sprengen. Damit nimmt man eine Reaktion wie von der BOE jüngst vorweg, in diesem Fall wegen der italienischen Anleihen initiiert, aber dabei wird es nicht bleiben. Es gibt massive Probleme in Deutschland, die in unseren Medien nicht thematisiert werden, siehe dazu ein Bericht in der Asia Times, der hier noch zu finden ist:


Zitat: "A portfolio manager at one of Germany's largest insurance companies said,“It's a global margin call. I hope we survive.” Weaker European banks may have trouble finding short-term funding."

Ich empfehle die FT, CNBC, Reuters, die NZZ und ähnliche Medien sowie den Blick auf unsere wirtschaftlichen Kerndaten, wenn man wissen will, was in Deutschland passiert. Weder unsere Regierung noch unsere Medien informieren über die Konsequenzen der deutschen Finanzpolitik.

Michael
 
Wobei man auch sagen muss, Grosskonzerne folgen auch nur dem Prinzip der freien Marktwirtschaft. Sollen sie keine Gewinne mehr machen? Oder soll man sie stärker besteuern? Dann werden sie früher oder später nicht mehr wettbewerbsfähig sein, weil die Konkurrenz aus dem Ausland nicht so stark besteuert wird. Also werden sie ihre Zelte in DE abbreissen. Auch nicht so toll..
Einspruch!
Großkonzerne werden gebildet:
1. Um Konkurrenz aus dem Weg zu gehen und Monopole zu erreichen, d.h. der Marktwirtschaft auszuweichen
2. Um mächtig genur zu sein, um Politiker erpressen zu können (...sonst entlassen wir 10000 Arbeitnehmer...)
3. Um Transparenz durch Komplexität zu verhindern ("Nebelkerzen"). Wenn die Finanzen nicht gut aussehen kann man das leicht verstecken. Das musste neulich Elon Musk bei seinem Twitterkauf erfahren, Twitter hatte seine Daten getürkt, um sich größer und hübscher zu machen.
4. Um den Status "to big to fail" zu erreichen, den Rest kennt Ihr ja...
5. Um an der Börse an billiges Geld ranzukommen, der Aktionär ist im Zweifelsfall nachrangig, d.h. das Aktionärseinlagen sind im Insolvenzfall geschenkt. Banken und Großinvestoren werden typischerweise zuerst bedient.

Marktwirtschaftlich gesehen sind große Konzerne vermutlich nicht überlebensfähig. Sie leben meist nicht mehr von Innovation oder nützliche Produkten.

Hab ich etwas vergessen?
 
Hallo!

Es tut mir sehr leid, dass in der Folge meines Beitrags die Administration eingreifen musste. Ich will auch gar nicht weiter groß darauf herumreiten, sonder nur abschließend sagen, dass natürlich eine Person, die für drei Kinder zu sorgen hat von echten Preiserhöhungen härter getroffen wird, als ein Single-Millionär. Da will ich Frank nicht widersprechen. Das war ja aber hier gar nicht die Frage. Meine Aussage war, dass eine Preisverdoppelung im Zuge der Euroumstellung sich in den statistischen Daten niedergeschlagen hätte. Die Auswertung dieser Zahlen kann man unabhängig von der Lebenssituation vornehmen.
Um es nochmals klar zu sagen: ich habe großen Respekt vor Eltern, die sich der Aufgabe stellen, ihre Kinder bestmöglich zu versorgen. Auch kann ich mir lebhaft vorstellen, dass steigende Preise dabei zu einer ernstzunehmenden Gefahr werden können, wenn die gestern noch komfortable Einkommenssituation immer weniger komfortabel wird.

Ich hätte mich auch gar nicht eingemischt, aber hier lesen durchaus auch junge Menschen mit, die immer mal wieder vage Aussagen als unumstößlich richtig vorgesetzt bekommen. Falschinformationen über die Auswirkungen des Beitritts zur Europäischen Union haben bereits sehr negative Folgen gehabt. Ich habe den Brexit ja schon erwähnt. "Fake Facts" sind ein Kernproblem unserer Zeit. Da wollte ich unbedingt zeigen, dass es oft auch eine andere Sichtweise gibt.
Gerade wenn gesagt wird: "Das ist Fakt und wenn du was anderes glaubst, dann träum mal schön weiter", sollte man misstrauisch werden. Das ist kein Argument und wenn man was anderes glaubt, dann ist das nicht automatisch eine Dummheit. Man kann selber nach nachvollziehbaren und stichhaltigen Fakten suchen und/oder sich aufmerksam anhören, was echte Sachverständige (die können sehr wohl unter 30 und weiblich sein) zu dem Thema sagen. Dann kann man einen Standpunkt einnehmen, der sein kann, wo er will, für den man aber wenigstens eine Begründung hat. Das sollte man tun, bevor man einen allgemeinen Hass auf "die Politiker", "die Reichen" oder "die Wasauchimmer" entwickelt.
Das ist sicher nicht immer einfach und mir ist bewusst, dass das nicht jedermanns Sache ist, aber den Vorschlag zu machen, lasse ich mir nicht verbieten.

Gruß
Sebastian
 
Hallo!
... aber hier lesen durchaus auch junge Menschen mit, die immer mal wieder vage Aussagen als unumstößlich richtig vorgesetzt bekommen.
Das Erlernen von „Digitaler Kompetenz“ (Digitale Kompetenz – Wikipedia) und Medienkompetenz gehört eigentlich schon seit vielen Jahren zur Erziehung von Kindern dazu und zwar sowohl im Elternhaus als auch der Schule. Kein Kind sollte an einen Computer oder an ein Smartphone gelassen werden, ohne dass ihm vorher jemand sagt, dass nicht alles der Wahrheit entspricht was es dort zu sehen, hören und lesen gibt.
Natürlich gibt es immer wieder solche, die an dem Tag gefehlt haben als das unterrichtet wurde (sonst hätten z.B. Verschwörungstheorien und die Anti-EU-Hetze eines Herrn Johnson keine Chance) aber die Mehrheit kann wohl schon zwischen Sinn und Unsinn unterscheiden. Insofern würde ich mir auf einem fachlich orientierten Forum wie diesem jetzt nicht unbedingt Gedanken wegen möglicherweise mitlesender Jugendlicher machen.

Grüße
Maximilian
 
Hallo!


Natürlich gibt es immer wieder solche, die an dem Tag gefehlt haben als das unterrichtet wurde (sonst hätten z.B. Verschwörungstheorien und die Anti-EU-Hetze eines Herrn Johnson keine Chance) aber die Mehrheit kann wohl schon zwischen Sinn und Unsinn unterscheiden.

Grüße
Maximilian


Die "Anti-EU-Hetze" in GB hat einen Hintergrund. Die EU hat nicht umsonst Probleme vom liberalen Inselvolk akzeptiert zu werden. Die EU wird mehr und mehr nach dem französischen zentralistischen Staatsvorbild (Das auch viele Franzosen sehr kritisieren) geformt. Warum hat die ESA sonst heute massive Identitätsprobleme angesichts der Dynamik der privaten Raketenbauer in den USA? Wer braucht noch unsere zu teure Ariane? Sie wirkt geradzu altbacken und fast lächerlich. Die ESA wirkt wie der eingeschlafene einäugige Zyklop angesichts vom wendigen beobachtenden Odyseus.

Gibt es nicht auch in D viel Kritik an der EU? Wir bezahlen einen ziemlich großen Teil der brüsseler Administration und bekommen oft genug irrsinnige Direktiven zurück, die leider ungeprüft bei uns zu Gesetz werden. Frankreich zieht außerdem ziemlich viel an sich: Früher wurden die Spiegel des ESO-Teleskope in Chile von Zeiss gefertigt, jetzt ist es eine franz. Firma. Airbus wird von Frankreich aus kontrolliert, wir mussten damals aufpassen, dass überhaupt noch etwas bei uns gefertigt wird etc., etc.
Ein weiteres Beispiel ist die Währungspolitik der EZB, die alle vereinbarten Regeln einfach ignoriert hat. Die alten Regeln der Bundesbank, die die EZB übernehmen sollte, sind im Müll. Die Politik bestimmt heute in der EZB mit. Frau Lagarde ist ja völlig überfordert und folgt passiv der FED (USA) anstatt selbst zu analysieren und proaktiv zu handeln.
Ich bedaure sehr, dass die EU nicht etwas von unseren nördlichen Nachbarn gelernt hat.

Das Bloat-Wort "Verschwörungstheorie" ist ein hilfloses Mittel Argumente deren Vertreter zu diskreditieren. So erspart man sich die Mühe einer dialektischen und oft mühevollen Auseinandersetzung. Das nenne ich ein altes propagandistisches Mittel. Die Kirche hat früher unliebsame Menschen einfach mit dem Prädikat "Ketzer" versehen, wenn ihr die Argumente ausgegangen sind. Wir kennen das doch aus der Geschichte der Astronomie nur allzugut, nicht?

Daniel: Ich finde Deine Antwort ("nein!") nicht in Ordnung. Vielleicht kannst Du einer Umformulierung der Aussage Maximilians zustimmen:
Es ist oft sehr schwierig, Sinn von Unsinn zu unterscheiden. Viele Führungskräfte machen daher Fehler, unter denen dann viele Menschen zu leiden haben. Oft kann die Mehrheit des Volkes besser unterscheiden, wenn sich diese Menschen denn mit dem Thema befassen. Man kann hoffen, dass die Wenigen, die sich nicht informieren oder die aus anderen Gründen daneben liegen (und oft die Lautesten sind), sich am Ende herausmitteln. Es gibt ja diese Schwarmintelligenz - ja das gibt es tatsächlich! Sonst macht doch auch Demokratie gar keinen Sinn...
 
Es gibt ja diese Schwarmintelligenz - ja das gibt es tatsächlich! Sonst macht doch auch Demokratie gar keinen Sinn...
Die sogenannte Schwarmintelligenz besteht doch nur darin, dass alle einem Führer folgen - egal was der Führer macht. Der Schwarm folgt ihm, weil er keine Alternative kennt. Auf die Menschen bezogen bedeutet das: Mitmarschieren und sich keine eigenen Gedanken machen. So sollte Demokratie eigentlich nicht sein.

Da fällt mir ein schwäbischer Spruch ein (ohne Dialekt): "Demokratie ist, wenn zwei Dumme einen Gescheiten überstimmen."

Das kommt der Praxis der Demokratie wohl (leider) recht nahe. Weil sich kaum einer mit komplexen Sachverhalten befassen möchte. Mitmarschieren ist halt einfacher...
 
"Demokratie ist, wenn zwei Dumme einen Gescheiten überstimmen."

Das kommt der Praxis der Demokratie wohl (leider) recht nahe.
Um nicht missverstanden zu werden: Ich halte die Demokratie für alternativlos. Auch dann, wenn sie oft zu schlechten Entscheidungen führt. Denn die Alternative wäre eine Diktatur von Wenigen - die rücksichtslos und auf Dauer nur ihre eigenen Interessen verfolgen würden!

Das muss man verhindern! Und die Demokratie läßt sich auch verbessern. Dafür braucht es aber Akzeptanz von anderen Meinungen. Und auch das Interesse, sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen.

Das Kreieren DER EINEN alternativlosen Mehrheitsmeinung gehört nicht zu den sinnvollen Praktiken einer Demokratie. Doch genau das wurde und wird immer wieder gemacht, weil es das Regieren in einer Demokratie einfacher macht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die sogenannte Schwarmintelligenz besteht doch nur darin, dass alle einem Führer folgen
Das ist ein wenig komplizierter... bei Fischen und Vögeln wurde das gut erforscht, die folgen nicht einem einzigen Artgenossen - das wäre auch gar nicht möglich, wenn man sich all diese komplizierten Schwarmbewegungen ansieht. Die Individuen orentieren sich jeweils an Artgenossen im engen Umfeld und versuchen mehr oder minder, ihren Abstand zu ihnen zu halten.

Geringe Abweichungen einzelner Individuen führen also zu weiträumigen Veränderungen wie Schwarmteilungen und -vereinigungen, Richtungsänderungen von Schwarmteilen, etc...

lg
Niki
 
Das ist ein wenig komplizierter... bei Fischen und Vögeln wurde das gut erforscht, die folgen nicht einem einzigen Artgenossen - das wäre auch gar nicht möglich, wenn man sich all diese komplizierten Schwarmbewegungen ansieht. Die Individuen orentieren sich jeweils an Artgenossen im engen Umfeld und versuchen mehr oder minder, ihren Abstand zu ihnen zu halten.
In größeren Schwärmen können sie ihren Führer auch nicht sehen. Als machen sie das, was ihre Umgebung oder der "Vordermann" macht. Abweichungen sind in diesem Sinne ein Fehlverhalten.

FG
Christian
 
Da fällt mir ein schwäbischer Spruch ein (ohne Dialekt): "Demokratie ist, wenn zwei Dumme einen Gescheiten überstimmen."
Da halte ich es lieber mit Winston Churchill, der dereinst vor dem Unterhaus sagte :
“democracy is the worst form of government – except for all the others that have been tried.”

Trotz aller offensichtlichen Unvollkommenheiten in der Demokratie lebe ich lieber in der EU als in China oder Russland oder, oder, oder...

Grüße, Heiko
 
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