Völlige Überforderung bei Teleskopauswahl

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enno82

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Hallo zusammen,
ich bin Enrico, 40 Jahre und derzeit sehr überfordert ?

Ich kann mich nicht einfach für ein Teleskop entscheiden. Ich möchte vorrangig Deep Sky Astrofotografie betreiben, jedoch aber mit dem Sohnemann auch mal die Planeten und den Mond bestaunen. Natürlich sucht man da immer eine Eierlegende Wollmilchsau, jedoch scheint es das in meinem Preissegment nicht zu geben.

Derzeit habe ich mir ein Limit von 1500 Euro gesetzt für den Einsteig, ja ich weiß, wird nicht reichen, denn die Technik drumherum muss auch besorgt werden. Ich habe ein MacBook und will das Teleskop maßgeblich darüber verwerten.

Ich hatte schon ein Dobson 8 oder 10 Zoll im Blick, jedoch ist dort dann die goto Montierung wahnsinnig kostspielig. Wie gesagt, ich bin in der Entscheidungsfindung aktuell sehr verwirrt, da ich mein Geld auch sinnvoll anlegen möchte. Ich wohne zwischen Leipzig und Dresden auf dem Land und habe hier tolle Aussichten.

Ich würde auch gute gebrauchte Technik nehmen, jedoch bin ich bei EBay Kleinanzeigen bisher nur auf Betrugsversuche gestoßen. Schon erschreckend das dort gefühlt 50% Beschiss ist.
 
Hey Enno,
mein erster Impuls war 'Hol dir einen Newton'... schau doch mal hier im Forum auf dem Marktplatz und schieß Dir was günstig gebrauchtes oder noch besser schau vorher mal bei einer Sternwarte oder einem Astroclub in deiner Nähe vorbei, da gibts bestimmt auch paar Geräte zu sehen und zu besprechen.
Alternativ kommst Du mal zum Astrostammtisch nach Dresden.

Gruß
Stefan
 
Hallo zusammen,
ich bin Enrico, 40 Jahre und derzeit sehr überfordert ?
Hallo lieber überforderter Enrico

vorrangig Deep Sky Astrofotografie betreiben,
Also müssen weite Felder möglich sein
jedoch aber mit dem Sohnemann auch mal die Planeten und den Mond bestaunen.
Also einigermaßen Auflösungsvermögen.
Natürlich sucht man da immer eine Eierlegende Wollmilchsau, jedoch scheint es das in meinem Preissegment nicht zu geben.
mittelgroße ED Apos (kostspielig)oder kleine bis mittlere Newtons (günstig) kommen da für die genannten Zwecke ganz gut ran.
Ab 100mm Öffnung kann man an Planeten und vor allem Mond wirklich Spaß haben.
Ein 130/650 oder 150/750 Newton auf einer GoTo EQ 5 wäre eine Möglichkeit die gerade ins Budget passt.
Okulare nicht vergessen.

jedoch ist dort dann die goto Montierung wahnsinnig kostspielig.
Ja, leider.
Aber für Deep Sky Fotografie braucht es zwingend eine motorusierte parallaktische Montierung.
auf dem Land und habe hier tolle Aussichten.
Das ist sehr wertvoll

Ich würde auch gute gebrauchte Technik nehmen, jedoch bin ich bei EBay Kleinanzeigen bisher nur auf Betrugsversuche gestoßen. Schon erschreckend das dort gefühlt 50% Beschiss ist.
Schau hier im Forum unter Marktplatz->Biete.
Hab hier noch keinen Betrug erlebt.

LG
Olli
 
Ein 130/650 oder 150/750 Newton auf einer GoTo EQ 5 wäre eine Möglichkeit die gerade ins Budget passt.
Darauf wird es bei 1500 Euro wohl rauslaufen.

Selbst das wird knapp, wenn man das Zubehör mit rechnet. Barlow und Okulare sollten nicht aus der Ramschecke sein. Dann braucht man noch einen Kameraadapter, falls eine DSLR bzw. DSLM überhaupt schon da ist. Man wird schnell merken, dass die Sterne nur in der Mitte schön aussehen und nach ein paar Sekunden Belichtungszeit nicht mal dort. Wenn man zu kurz belichtet, ist für eine DSLR auf dauer auch nicht so toll. Mit Komakorrektor und Guiding Setup ist man dann schon deutlich drüber. Wichtig für Deepskyfotografie ist, dass die Montierung noch Luft nach oben hat. Maximal 2/3 von dem was angegeben ist.

Derzeit finde ich die Preise relativ hoch. Auf dem Gebrauchtmarkt erst recht. Ist jetzt reine Kaffeesatzleserei...ich glaube, dass die Nachfrage wegen der aktuellen Krise stark zurückgehen und mehr gebraucht verkauft werden wird. D.h. es sollte in absehbarer Zeit gute Angebote geben und der Gebrauchtmarkt gut gesättigt sein.
 
Jo - schwierig aktuell und das Budget ist für Astrofotografie halt wirklich arg knapp. Was ggf. noch gehen könnte wäre ein 8-10" Dobson mit einer empfindlichen Planetenkamera und dann in Richtung EAA arbeiten. Damit kann man visuell schon eine Menge machen und auch in fotografisch mit kurzen Belichtungszeiten geht das schon eine Menge. Vermutlich findet sich auch auf dem Mac passende Software dafür (da kenne ich mich jetzt nicht so aus).

Mit so einer Kombination bleibt man selbst beim Neukauf im Budget. Man kann erste Erfahrungen in Sachen Astrofotografie machen und eine Menge lernen (über die Objekte am Himmel, Seeing, Fokus, erste Schritte in der Bildbearbeitung etc.). Sicherlich kommt man damit nicht in die Qualitätsregionen die hier im Forum mit dutzenden Stunden Belichtungszeit gezeigt werden, aber sehr viele Objekte kann man bereits sehr eindrucksvoll ablichten - deutlich eindrucksvoller als visuell.

Ciao, Udo
 
Hallo Enrico,

starte mit diesem Setup - und wie bereits empfohlen AUCH mit EAA.

Dann kannst Du mit weniger Öffnung und Kosten für die Montierung z.B. mit diesem Set und einer Astrocamera und Mini-PC gerade im Winter auch vom Wohnzimmer aus beobachten - und mehr sehen und erleben als Du das rein ohne technische Unterstützung könntest.

Skywatcher StarDiscovery GOTO Montierung mit 150/750 Newton, IMX 178c basierende Astrocamera von OMEGON, Mele 2 oder 3 MiniPC mit Win10(!) für 12V(!) Professional an der Montierung, BRESSER Powerbox und/oder Starthilfe für 12V.

Überschlägig ca. 1450 EUR neu. Software kostet nichts oder z.B. 15 EUR/Jahr für SharpCap Pro EAA-Bilderfassung und -bearbeitung. Dein Macbook arbeitet dann als Terminal und steuert den Mini-PC.

Habe alle Geräte seit zwei Jahren im Einsatz.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,
ich bin Enrico, 40 Jahre und derzeit sehr überfordert ?
Hallo Enrico und willkommen im Forum.

Ich kann mich nicht einfach für ein Teleskop entscheiden. Ich möchte vorrangig Deep Sky Astrofotografie betreiben, jedoch aber mit dem Sohnemann auch mal die Planeten und den Mond bestaunen. Natürlich sucht man da immer eine Eierlegende Wollmilchsau, jedoch scheint es das in meinem Preissegment nicht zu geben.

Derzeit habe ich mir ein Limit von 1500 Euro gesetzt für den Einsteig, ja ich weiß, wird nicht reichen, denn die Technik drumherum muss auch besorgt werden. Ich habe ein MacBook und will das Teleskop maßgeblich darüber verwerten.
Mit der ersten Entscheidung ist es immer schwierig.

Jep, eine eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht. Hat mit dem Preis so aber nicht's zu tun.
Deep Sky Fotografie ist nicht die einfachste Variante des Fotografieren. Da wird oft von der Königsklasse gesprochen und hat nichts mit der Tageslichtfotografie zu tun.

Bei den 1500,-€ wird es wohl wirklich auf den schon erwähnten 130/650 oder 150/750 Newton auf einer parallaktischen Montierung hinaus laufen. Den 150/750-er Newton gibt es in der PDS Variante und ist fotografisch ausgelegt, sprich größerer Sekundär-/Fangspiegel und mit untersetztem Okularauszug (OAZ). Ob es den kleineren auch schon so von Haus aus so gibt weiß ich nicht.
Dazu dann die EQ5 in der GoTo Variante.

Mit Teleskop und Montierung allein, wie schon angedeutet, ist es aber nicht getan.
Guding, Kamera, Komakorrektor,... ... ...
Tja, und wenn Du mit Deinem Sohn dann unterwegs bist, oder im Garten oder auf dem Balkon, müsst Ihr Euch entscheiden was Ihr machen wollt. Fotografisch, dann steht ihr daneben und kontrolliert gelegentlich ob alles sauber läuft, aber visuell beobachten ist da nicht. Das Teleskop ist von der Kamera belegt.

Was mit Apple da in diesem Bereich zu machen ist, keine Ahnung.
Das Allermeiste ist halt Windows, dann kommt Linux und dann Apple.

Das angesprochene EAA ist sicherlich eine schöne Einstiegsvariante.
Ist nicht ganz so aufwendig wie die klassischer Astrofotografie mit DSLR und Langzeitbelichtung.
Für EAA benötigst Du auch nicht zwingend eine parallaktische Montierung, da geht auch eine Alt/AZ gut. Auch Guiding ist nicht zwingend notwendig.
Dann eine schöne ZWO Asi Kamera dazu, bissi Software (obs da was g'scheits für Aple gibt ?????) und das wars im wesentlichen für den Start.

Ich selbst betreibe EAA mit oben genannten 150/750 PDS Newton auf einer Alt/AZ GoTo Pro von iOptron und mit einer ZWO Asi 224MC.
Dazu ein Notebook mit W10 und SharpCap um die Aufnahmen zu tätigen, der Steuerungssoftware für die Montierung und einem Planetariumssoftware (Stellarium, Skychart oder auch KStars).
Das Ganze steuere ich Remote aus der warmen Stube heraus.

Es muss nicht zwingend ein Notebook am Teleskop sein, ein Raspberry (RPi oder nur Pi) reicht da auch aus. In der 8GB Variante. Oder ähnliche Einplatinen Rechner. Es gibt auch kleine Rechner die unter Windows laufen.

Was unteranderem schön ist beim EAA, man kann gemeinsam vor dem Display sitzen und zu schauen wie sich das Bild, in Farbe, von Sekunde zu Sekunde besser aufbaut.

Lies Dich diesbezüglich mal ein.
EAA, Video-Astronomie, ...
A Beginner's Guide to Choosing Equipment for Deep-Sky Electronically-Assisted Astronomy (EAA)
 
Wie gesagt: Bitte keine überzogenen Erwartungen an EAA. Die Ergebnisse sind deutlich schlechter als mit "klassischer" Astrofotografie. Aber die helleren Objekte gehen sehr gut. Viel besser als visuell und auch in Farbe. Konzentiere Dich am Anfang auf helle Galaxien (M31, M33, M81, M82, M51 etc.), größere planetarische Nebel (M97, M27), Sternhaufen und sehr helle Nebel (M42). Da gibt es viele Objekte die schnell gute Erfolge bringen.

Ciao, Udo
 
Hallo Enrico,

mit einer EQ-Plattform ist auch mit einem Dobson eine Menge möglich:

Ich habe dafür mit echt dürftigen Mitteln eine manuelle Plattform für ca. 10 Euro gebastelt. Anleitungen gibt es reichlich im Internet.
Dann wäre mit deinem Budget von 1500 Euro locker ein 10" f5 Dobson mit kleiner Astrokamera und weiteren Zubehör (z.B, Barlow ) möglich.

Ich hatte schon ein Dobson 8 oder 10 Zoll im Blick, jedoch ist dort dann die goto Montierung wahnsinnig kostspielig
Ohne Goto Montierung mit EQ-Plattform Selbstbau ist das dann nicht mehr kostspielig.

jedoch aber mit dem Sohnemann auch mal die Planeten und den Mond bestaunen.
Mit dem Dobson auch gut möglich, einfach Rockerbox hinstellen, Tubus einhängen und loslegen.

Gruß,
Holger
 
Hallo zusammen,

Wie gesagt: Bitte keine überzogenen Erwartungen an EAA. Die Ergebnisse sind deutlich schlechter als mit "klassischer" Astrofotografie
na, so schlimm ist es nicht. Es sind Unterschiede zu erkennen, das ist richtig, aber von "deutlich schlechter" würde ich nicht reden.
Da verweise ich gern auf Ewald/ @MünchenBeiNacht und sein hier schon vorgestellten Bilder.
Auch seine Threads über Equipment usw. sollte man sich zu Gemüte führen.
Leider gibt es noch keine eigene EAA-Abteilung hier im Forum, oder habe ich da was übersehen :affemund:?

Danke, das mit dem EAA eröffnet mir ganz andere Perspektiven, welche denke ich optimal zu mir passen.
Lies Dich da bitte gut ein und auch die Such-Funktion vom Forum nutzen.
Bei Problemen, Verständnisfragen usw. wird Dich hier gern geholft ;).
Auch wenn der Aufwand geringer ist als bei der klassischen Astrofotografie, trivial ist das ganze auch nicht.
 
Viele klassische Deep Sky Aufnahmen im Netz sind halt heftig bearbeitet, basieren teilweise auf viele Stunden langen Aufnahmesessions womöglich noch mit Monokameras und Filtern.... Da kommt EAA zumindest "live" nicht wirklich mit. Aber man kann ja auch die Aufnahmen die mittels EAA entstehen nachbearbeiten.... Und wie gesagt: Bei helleren Objekten bekommt man schon recht gute Ergebnisse mit aktuellen, rauscharmen Kameras - besonders wenn man das unter einem dunklen Himmel macht. Dann ist gibt es schnell die ersten Aha-Erlebnisse, teilweise ja bereits nach ein paar Minuten. Bei eher lichtschwachen Motiven, Dunkelnebeln etc. kommt man aber dann doch an Grenzen.

Trotzdem: Als Einstieg ist EAA eine wirklich tolle Sache bei der man mit überschaubaren Investitionen schnell Erfolgserlebnisse bekommen kann. Und wenn das Fieber erstmal ausgebrochen ist wissen wir doch Alle was dann passiert....

Ciao, Udo
 
Ich persönlich komme da überhaupt nicht ran. Ist halt am Ende auch nur wieder das Anschauen eines Bildes auf einem Monitor. Am besten streamt das nich irgendwer und man braucht gar kein eigenes Teleskip mehr. Selber durchschauen ist eine so komplett andere Erfahrung.
Ollis two cents

LG
Olli
 
Lieber Enrico,
jeder Rat ist gut gemeint, aber jetzt bist du wohl ebenso schlau wie vorher. Also schon schlauer, aber wohl nicht entschlossener. Ganz zu Beginn kam der beste Rat von Stefan. Besuche eine Volkssternwarte oder Astroverein in der Nähe. Dort kannst du verschiedene Geräte ausprobieren, guten Rat von Fachamateuren bekommen und vielleicht etwas leihen oder gebraucht erwerben. So wirst du wirklich schlauer und schonst dein Budget.
CS Harald
 
Ich kann mich nicht einfach für ein Teleskop entscheiden. Ich möchte vorrangig Deep Sky Astrofotografie betreiben, jedoch aber mit dem Sohnemann auch mal die Planeten und den Mond bestaunen.

Derzeit habe ich mir ein Limit von 1500 Euro gesetzt für den Einsteig, ja ich weiß, wird nicht reichen, denn die Technik drumherum muss auch besorgt werden. Ich habe ein MacBook und will das Teleskop maßgeblich darüber verwerten.
Enrico,

Du bist 40 und hast somit wahrscheinlich noch mindestens 30 oder mehr gute Jahre vor Dir, den Himmel zu erkunden.

Meine (realistischen, damit eher brutalen) zwei Pfennige:

1. Vergiß die Astrofotografie. Mir ist immer noch nicht klar, warum jeder, der an ein Teleskop denkt, meint, gleich knipsen zu müssen. Kauf Dir ein Buch für 100 Euro, da sind die ganzen schönen Objekte abgebildet, besser, als das, was Du jemals erreichen wirst. Früher waren es die Diaabende mit langweiligen Bildern von langweiligen Bergwanderungen. Heute sind es in den asozialen Foren die langweiligen Bilder von langweiligen (weil 100.000-mal totgeknipsten) Himmelsobjekten. Möchtest Du Deinem Sohn die Schönheiten des Nachthimmels beibringen, nimm ihn mit dorthin, wo kein Großstadtlich stört.

2. Kennst Du den Himmel? Nicht so recht? Kaufe Dir eine drehbare Sternkarte, einen Himmelsatlas (Karkoschka ist immer gut) und ein möglichst stabilisiertes Fernglas. Auch da eher ein kleineres Modell (Du mußt es tragen!). Im übrigen ist Dein Budget damit fast ausgereizt.

3. Solltest Du wirklich meinen, gleich zu einem Teleskop greifen zu müssen, was ich für wenig schlau halte, dann schau Dir an, was Dir hier empfohlen wird und entscheide Dich anschließend für mindestens eine Nummer kleiner und leichter. Besser zwei Nummern kleiner. Größe zählt auch hier nicht.

4. Solltest Du meinen, trotz meinen Einwürfen zum Größtmöglichen greifen zu müssen: Nimm Deine 1500 Euro, rolle sie zusammen und werfe sie in den nächsten Gulli. Damit hast Du Dir eine halbwegs streßfreie Zukunft gesichert.

5. Falls Du meinst, das wäre Gemeckere eines altens Sacks, dann hast Du recht. In 20 Jahren darfst Du Dich dann wehmütig an meinen Text erinnern.

Schönen Gruß

Hans
 
zu 1 und 2 stimme ich 100% zu.

Aber 1500€ in eine Visuelle Ausrüstung zu stecken halte ich für Sinnvoll.
Ich habe zur Jahrtausendwende angefangen mit 76/700, hatte zwischendurch 114mm, aber si ruchtig glücklich war ich nie. Der Durchbruch war, als ich 2000€ in EQ-6 und 10" Newton und Okulare investiert habe. Plötzlich hatte der Nachthimmel Struktur, da war richtig was zu sehen.

Ich würde eher sagen, lieber nicht zu klein stapeln, sonst vergeht einem auch mal leicht die Lust.
150mm auf EQ5 ist visuell ne solide Nummer. Und wenn die gute eq5 nur nachführen und nicht guiden muss, gibts auch keinen Stress mit der Software/Hardware Schnittstelle.

LG
Olli
 
Ich finde es immer wieder befremdlich, wenn (ohnehin schon überforderte) Anfängern die explizit nach Astrofotografie fragen komplett abgeraten wird und stattdessen eine Empfehlung für visuelle Astronomie ausgesprochen wird. Visuell ist halt "völlig anders" und für Viele schlicht nicht praktikabel. So richtig Spaß macht das zumindest mir erst ab ca. 10" und unter dunklem Himmel (mindestens Bortle 4). Was für mich 50 km einfache Strecke bedeutet und den "Kampf" mit dem Equipement in dunkler Nacht auf dem Feld. Wie gesagt: Unpraktikabel oder zumindest extrem unbequem. Als Resultat ergaben sich daraus 2-3 Beobachtungsnächte "visuell", denn es musste einfach Alles passen damit sich der Aufwand lohnt: Wetter/Wolken, Mondphase, Wochentag (morgens ruft halt der Job), keine anderen Termine - und dann muss man auch noch Lust haben "rauszufahren".

Astrofotografie kann ich auch im Garten betreiben. Egal ob EAA oder "klassisch". Und natürlich ist das ein völlig anderes Hobby. Sehr techniklastig halt. Insbesondere die Beherrschung der Hard- und Software bei der Aufnahme und die Nachbearbeitung am Rechner - ist halt ein eigenständiges Hobby. Und die Ergebnisse die man erreichen kann - selbst mit überschaubarem finanziellen Aufwand - sind mit heutiger Technik wirklich erstaunlich. Und natürlich sehen die "Standardobjetke" dann aus wie 1 Mio andere Astrofotos. Aber es ist dann eben "selbst gemacht". Nur weil es unzählige Aufnahmen eines Objekts bereits gibt bedeutet ja nicht das man nicht selbst Spaß daran haben kann. Wenn das anders wäre, bräuchte man gar nicht fotografieren. Die üblichen Sehenswürdigkeiten aus dem Urlaub sind auch schon Millionenfach fotografiert worde. Und der eigene Hund/Katze sieht auch nicht wirklich anders aus als die 10 Mio Fotos/Videos auf Facebook.

Und: Selbst als Amateur-Astrofotograf kann man durchaus "Glück haben" und auf der nächsten Aufnahme von M31 findet sich plötzlich eine neue Supernova oder man zeichnet zufällig sonst irgendwas "Wichtiges" auf. Es gibt auch etliche Bereiche in denen Amateure durchaus "ernsthaft" wissenschaftlich arbeiten können - aber dafür muss man ja auch erstmal anfangen und lernen. Und "wissenschaftlich" heißt heute praktisch ausschließlich "fotografisch" - einfach weil man viel tiefer ins All schauen kann als visuell.

Wenn also Jemand nach einem kostengünstigen Einstieg in die Astrofotografie fragt, macht es in meinen Augen wenig Sinn stattdessen visuelle Astronomie zu empfehlen. Das vergößert nur die Unsicherheit und schreckt in meinen Augen eher ab.

Ciao, Udo
 
Ich kann immer nur den Rat geben ,a gscheite Montierung, dir hilft kein Gutes Teleskop
wenn alles zittert und schwingt....
 
Ich finde es immer wieder befremdlich, wenn (ohnehin schon überforderte) Anfängern die explizit nach Astrofotografie fragen komplett abgeraten wird und stattdessen eine Empfehlung für visuelle Astronomie ausgesprochen wird.
Das Forum ist vollgestopft mit Problem Threads, 99,9% davon Probleme, die durch Fotografieequipment enstehen. Visuell hat man diese sorgen einfach nicht.
ja
und für Viele schlicht nicht praktikabel.
Wie kommst du denn darauf?
Verstehe ich nicht.

So richtig Spaß macht das zumindest mir erst ab ca. 10" und unter dunklem Himmel (mindestens Bortle 4).
Da muss ich entschieden widersprechen.
Wenn das so wäre, hätte es vor 20 Jahren keine Amateurastronimie gegeben.
Bortle 3 und 120mm machen definitiv auch Spaß.
Was für mich 50 km einfache Strecke bedeutet und den "Kampf" mit dem Equipement in dunkler Nacht auf dem Feld.
Aber auch nur, weil deine Ansprüche so hoch sind. Mit nem 6" Newt auf EQ5 muss man nicht kämpfen.
Wie gesagt: Unpraktikabel oder zumindest extrem unbequem. Als Resultat ergaben sich daraus 2-3 Beobachtungsnächte "visuell", denn es musste einfach Alles passen damit sich der Aufwand lohnt: Wetter/Wolken, Mondphase, Wochentag (morgens ruft halt der Job), keine anderen Termine - und dann muss man auch noch Lust haben "rauszufahren".
Geheimtipp: Man kann auch einfach den Mond selbst beobachten. Oder Planeten, die lassen sich von der Helligkeit auch nicht unterkriegen. Wenn der Job reingrätscht guckt man halt Sonne.
Wenn man möchte, fundet sich ein Weg.
Astrofotografie kann ich auch im Garten betreiben.
Da stört der Mond bei Deep Sky auch, und Wolken stören auch, und auch da kann der Job reingrätschen.
Insbesondere die Beherrschung der Hard- und Software bei der Aufnahme und die Nachbearbeitung am Rechner
Genau wegen diesen Punkten habe ich schin so viele verzweifeln und sogar aufgeben sehen, das werde ich keinem empfehlen.
selbst mit überschaubarem finanziellen Aufwand
was immernoch deutlich mehr ist als ohne den ganzen technik klimmbimm

Nur weil es unzählige Aufnahmen eines Objekts bereits gibt bedeutet ja nicht das man nicht selbst Spaß daran haben kann.
Wenn das anders wäre, bräuchte man gar nicht fotografieren. Die üblichen Sehenswürdigkeiten aus dem Urlaub sind auch schon Millionenfach fotografiert worde.
stimmt, ist genauso sinnlos.
deswegen mache ich auch keine Fotos von Sehenswürdigkeiten, sondern von Erlebnissen und Situationen. Wenn überhaupt. Ich will ja die Erfahrung auch als solche Erleben und nicbt alles Verpassen weil ich 80% der Zeit am Smartphonedisplay verbrunge um zu Fotografieren. Dann kann mans auch lassen mit Urlaub und sich bei Goofle Bilder von der Location anschauen.
Wenn also Jemand nach einem kostengünstigen Einstieg in die Astrofotografie fragt, macht es in meinen Augen wenig Sinn stattdessen visuelle Astronomie zu empfehlen. Das vergößert nur die Unsicherheit und schreckt in meinen Augen eher ab.
im Gegenteil, Visuell anzufangen macht einen mit der grundlegenden Teleskoptechnik und Motierungstechnik vertraut.
Wenn das dann zur Routine und Automatik geworden ist, kann man sich der nächsten Sache widmen. Warum immer alles auf einmal, sofort und gleichzeitig?
Seid ihr alle so Stressgeil?

LG
Olli
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde eher sagen, lieber nicht zu klein stapeln, sonst vergeht einem auch mal leicht die Lust.
150mm auf EQ5 ist visuell ne solide Nummer. Und wenn die gute eq5 nur nachführen und nicht guiden muss, gibts auch keinen Stress mit der Software/Hardware Schnittstelle.
Ja, Olli, da gehen die Ansichten halt auseinander, und derzeit sogar ziemlich deutlich, was ich aber für erfreulich halte. Ich bin oft bei cloudynights unterwegs, und dort ist genau die Tendenz, die ich beschrieb, zu erleben: kleiner. Es mag sein, daß auch dort die Biologie zuschlägt und die alten Semester halt alte Semester sind, die langsam auf die 70 zugehen oder auch schon weit über 80 sind. Eine starke Fraktion dort, zu der ich mich zähle, tutet in das Horn: klein, kleiner und noch viel kleiner. Ich bin, jedenfalls bei der Astronomie, glücklicherweise nie dem Größenwahn erlegen. Meine beiden größten Refraktoren sind 102- bzw. 103-mm-Geräte, und schon die sind das Größte, was ich noch bewegen möchte. Imzuge des "Immerkleiner" kamen in den letzten fünf Jahren zwei Schina-Weitbild-Refraktoren hinzu. Einer von der Firma Teleskop-Schrott (nomen omen est), den ich kürzlich schlicht und ergreifend in den Mülleimer geschmissen habe. Verkaufen oder Verschenken wollte ich meinem Karma nicht antun. Zurzeit noch hier ist ein Skywatschel (weil entenmäßig) 72/420. Die Abbildungsleistung ist, vor allem verglichen mit früheren Jahren, sensationell. Die Mechanik allerdings schein von betrunkenen Pavianen entwickelt worden zu sein und von betrunkenen Schimpansen zusammengebaut. Ich will das nicht mehr. In Konsequenz habe ich mir als Ersatz und als kleines Reiseteleskop ein Vixen SD 80 mm zugelegt. Das kostet fast doppelt soviel wie die beiden Schinesen zusammen, aber, Wunder über Wunder, alles stimmt. Mein Himmel hier ist, wie fast überall, beschissen. Mit einem größeren Teleskop würde ich genau diesen beschissenen Himmel vergrößern, sonst aber keinen Gewinn haben.

Deshalb meine Empfehlung nach wie vor: Klein einsteigen und beweglich bleiben. Mit bloßem Auge (! - das Beobachtungsinstrument Numero eins) auf die Schwäbische Alb, und zusätzlich ein Fernglas kann ungeheuere Erleuchtungseffekte hervorbringen. Wenn dann die Lust bleibt oder größer wird, kann immer noch ein kleines (!) Teleskop hinzukommen. Wird aus der Lust dann eine Sucht, spricht nichts dagegen, ein Riesennewton auf Dobson-Montierung anzuschaffen (und gleichzeitig die drei Millionen € für das Chalet im Schweizer Gebirgsland bereitzulegen, denn das Teleskop möchte ja auch seinen Himmel.

Falls nur die 3.000.000 € herumliegen und nicht auch noch die avisierten 1.500 € für die Ausstattung: Auf diese kann man gut verzichten, nichts geht über eine Nacht mit bloßem Auge unter einem guten Himmel.

Langer Rede kurzer Sinn: Mit Sternkarte, eigenen Augen und Fernglas ist jeder gut beraten, auch wenn Kinder vorhanden sind. Ausflüge unter dunklen Himmel schweißen mehr zusammen als alle Riesenteleskope dieser Welt. Und wohin es führt, wenn jemand vom Öffnugnswahn befallen ist: Bei unserem Astrostammtisch tauchte vor einiger Zeit ein junger Mann auf, mit Riesengeldbeutel und mit Riesenambitionen. Es wurde also ein Celestron 9,25 samt entsprechend gigantischer Montierung. Vier Wochen später war der junge Mann spurlos verschwunden, die letzte Nachricht lautete: Teleskop wieder verkauft.

Auf jedem Fall wünsche ich dem jungen Vater gutes Überlegen und einen guten Einstieg.

Schönen Gruß

Hans
 
N'abend zusammen,

was haben wir?
- 1500,-€
- Vaddern und Sohn scheinen ernsthaft interessiert zu sein
- Astrofotografie ist gewünscht, nach den ersten Antworten wohl in Richtung EAA
- und es scheint ein passabler (Land)Himmel vorhanden zu sein, bis auf die Abende/Nächte mit Wolken oder gar Bedeckung ;)

Mit der Empfehlung, der ich mich angeschlossen habe, einen 130/650-er oder 150/750-er Newton auf EQ5 mit GoTo steht meines Erachtens, wie schon erwähnt, eine solide Basis für visuell und EAA.

Wenn man es langsam(er) angehen will, erst rein visuell, um sich nicht gleich auch noch das Auseinandersetzen mit Computer, Software, usw. an zu tun.
Drei vernünftige Okulare, g'scheiter Sucher, Rotlicht, eine Justagemöglichkeit für den Newton.
Fehlt noch was??
Ja, ein paar Bücher. Der Karkoschka wurde ja schon erwähnt. Dann noch Deep Sky Reiseatlas und der Deep Sky Reiseführer.

So ausgerüstet kann es los gehen in der visuellen Beobachtung.
Da ist die erste Zeit eh mit kennenlernen ausgefüllt.
Verständnis für GoTo.
Himmel kennenlernen.
Justage.
Zurecht finden im Dunklen.
Morgens nicht aus dem Bett kommen.
A***** abgefroren.
Auf- und Abbau im Halbdunklen.
Suchen von kleinen Teilen im Gras.
... ... ...

Dann wenn eine gewisse Routine sich eingestellt hat, Kamera angeschafft, Software...
nun ja, und dann wieder einarbeiten und die ersten Bilder auf der Festplatte haben.

Da werden noch viele Fragen hier auflaufen.
Also nicht bange machen lassen und loslegen.
 
Ich finde es immer wieder befremdlich, wenn (ohnehin schon überforderte) Anfängern die explizit nach Astrofotografie fragen komplett abgeraten wird
Die Logik ist zumindest putzig. Der Anfänger ist überfordert, wírd mit der Knipserei noch zehnmal überforderter sein, und dann soll ihm davon nicht abgeraten werden? "Ich möchte mir ein neues Auto kaufen. Mit meinem Golf lande ich immer im Straßengraben" - "Dann kauf Dir einen Ferrari".
Dann knipst mal schön.

Hans
 
Es geht eben nichts über ein Forum. :D

Wer schon überfordert mit einer Frage einsteigt, dem wird hier ... ähh... geholfen. :cool:

Ich bringe nur kurz meinen Standardsatz an: kaufe einfach, was Dir gefällt, und lerne mit dem, was nicht geht, zu leben. Später kann man immer noch das Gegenteil anschaffen, denn ein Teleskop kann sowieso nicht alles.

Klein, super und billig mit zwei Brennweiten und zwei Durchmessern zum Eierlegen, für die Wolle dann einen Spiegel und eine Linse, für die Milch dann parallaktisch und azimutal montiert und für die S!au mit und ohne Kamera und Nachführung.

Betrachtet man es wohlwollend und ein wenig gelassen, dann sollte man davon ausgehen, anfangs sowieso das Falsche zu kaufen. Wer versucht, das Richtige zu kaufen, kommt halt nachher drauf, was falsch daran war. :D:coffee:

Das Wichtigste ist also m.E. nicht das Teleskop, sondern der Mut, ein Geraffel überhaupt mal anzuschaffen.

lg
Niki
 
Klar: Sternkarte, Bücher/Webseiten, Fernglas und eigene Augen sind ein guter Einstieg. Aber in Zeiten in denen man selbst mit dem Smartphone die Jupitermonde ablichten kann (ohne zusätzliche Optik) sind die Erwartungen halt relativ hoch. Und um mit einem kleinen Teleskop "beeindruckende Beobachtungen" zu erzielen braucht es auch schon eine Menge Übung (indirektes Sehen, Dunkeladaption) - und falls man wirklich vorrangig an der Astrofotografie interessiert ist helfen die dabei gewonnen Fertigkeiten eher wenig. Zudem werden die Augen im Alter meist ja auch nicht besser - auch ein Grund für mich persönlich warum ich die visuelle Astronomie beiseite lasse.

Und Mond oder gar Sonne zu empfehlen: Das ist dann ja wieder ein anderes Hobby. So als ob jemand nach einem Fahrrad fragt und man empfiehlt stattdessen ein paar Laufschuhe und Jogging....

Und die ganzen "technischen Probleme": Das gehört zum Hobby dann halt dazu - das ist halt der (große) technische Aspekt des Hobbies. Und man glaubt es kaum: Gerade an diesen "Probleme" (und deren Lösung) haben doch tatsächlich viele Menschen Spaß (ich zum Beispiel).

Wie gesagt: Für mich sind das schlicht unterschiedliche Hobbies. Und Astrofotografie/EAA ist heute zum Glück "relativ einfach" und "günstig" geworden. Natürlich nicht, wenn man Top-Ergebnisse a la Daniel Nimmervoll oder Frank Sackenheim u.v.A. erwartet, aber man muss eben keine fünfstelligen Beträge mehr investieren. Ein 130er oder 150er Newton auf einer EQ5 in Verbindung mit einer günstigen Kamera (oder DSLR) bringen schon wirklich erstaunliche Ergebnisse. Oder halt ein Dobson mit EQ-Platform - auch hier geht wirklich viel. In einer der letzten Ausgaben der "Astronomie" war z.B. ein interessanter Artikel zu sehr kurzen Belichtungszeiten - was eben auch sehr gut mit einer "eigentlich überforderten" Montierung funktionieren kann. Der Fortschritt bei den Kameras macht hier Dinge möglich die vor ein paar Jahren noch undenkbar waren.

Und es gibt - auch dank Foren wie diesem hier - jede Menge Hilfe im Netz. Wobei natürlich vorteilhaft ist das gerade die technischen Aspekte des Hobbies sich wunderbar z.B. für YouTube-Tutorials eignen. Und ganz ehrlich: Sooo kompliziert ist das nun auch wieder nicht. Die verfügbare Software läuft sehr zuverlässig und ist doch gar nicht so kompliziert zu bedienen - speziell nach Studium einiger einschlägiger YT-Videos. Ob Jemand überfordert ist muss man schon selbst entscheiden. Wobei der wichtigste Rat - wie immer - ist: Such' Dir Gleichgesinnte in der Nähe. Besuche Astrotreffen und Volkssternwarten. Die meisten Amateurastronomen sind äußerst hilfsbereit und werden nicht müde Anfängern die wichtigsten Grundlagen zu erklären. DAS hilft ;-)

Und die "Überforderung" wenn man sofort fotografisch einsteigen möchte finde ich schon etwas übertrieben. Ich persönlich habe mich "damals", visuell eher überfordert gefühlt mit einem Newton die gesuchten Ziele zu finden - trotz Karkoschka und Deep-Sky-Atlas. Auch weil der Anblick im Okular so "weit weg" war von den schönen Fotos die man überall findet. Fotografisch mit Plate Solving und einer Goto-Montierung klappen selbst schwierige Objekte sofort. Natürlich "fehlt" dabei die Lernkurve wenn man sich in den Nachhimmel "einarbeitet" und selbstständig zurecht finden lernt - aber wie gesagt: Das ist halt ein anderes Hobby ;-) Star-Hopping macht durchaus auch Spaß - aber eben "anders".

Ciao, Udo

P.S.: Ich persönlich fand zum Beispiel den Einstieg in die Astrofotografie erstaunlich einfach.... Allerdings habe ich beruflich auch einen entsprechend technischen Hintergrund (Softwareentwickler). Im Gegensatz dazu fand ich damals die Entscheidungen z.B. zu anzuschaffenden Okularen, Barlow, Filtern etc. deutlich schwieriger.
 
Wenn also Jemand nach einem kostengünstigen Einstieg in die Astrofotografie fragt, macht es in meinen Augen wenig Sinn stattdessen visuelle Astronomie zu empfehlen.
Einmal abgesehen davon, daß zwar die Katze Junge macht, nichts aber Sinn, liegt der Widerspruch doch auf der Hand. Gefragt wird nach einem Einstieg - ja, wohin wohl: in die Astrofotografie. Aha. Und die soll dann "kostengünstig" ablaufen. Und da soll dann etwas empfohlen werden? Ich gratuliere, da hat jemand das lauwarme Wasser erfunden.
Bei den paar wenigen Astrofotografen, deren Bilder sich das Anschauen lohnt, dürfte der genannte Einstiegspreis von 1500 € wohl mit dem Faktor zehn, eher aber mit hundert zu multiplizieren sein. Der Rest ist auf dem Niveau früherer Diaschauen von Onkel Albert "Unser fünfzigster Urlaub in Südtirol".

Hans
 
Ob sich das Anschauen "lohnt" darf auch Jeder für sich selbst entscheiden. Alles eine Frage der Maßstäbe die man anlegt. Daher hatte ich ja ursprünglich auch geschrieben das die Erwartungen nicht zu hoch gesetzt werden sollen. Trotzdem kann man mit "kleiner Ausrüstung" heute wirklich vorzeigbare Ergebnisse erzielen. Sicherlich nicht in der Top-Liga, aber "für den Hausgebrauch" durchaus ansehnlich. Da zählt dann halt das persönliche Erfolgserlebnis. Hobbyläufer messen sich auch nicht wirklich mit dem aktuellen Marathon-Weltmeister....

Ciao, Udo
 
Betrachtet man es wohlwollend und ein wenig gelassen, dann sollte man davon ausgehen, anfangs sowieso das Falsche zu kaufen.
Jo, deshalb heiratet man ja auch immer ein zweites Mal. Ansonsten ebenfalls einverstanden. Astronomie ist ein Hobby, in das man sich nicht einkaufen kann. Das Motto lautet also ungefähr so: Ich höre mir alle guten Ratschläge an und mache trotzdem viele Fehler. Alternative: Ich höre mir alle guten Ratschläge an, pfeife auf diese und mache noch mehr Fehler.

Jeder, wie er es braucht

Hans
 
Ich finde es immer wieder befremdlich, wenn (ohnehin schon überforderte) Anfängern die explizit nach Astrofotografie fragen komplett abgeraten wird und stattdessen eine Empfehlung für visuelle Astronomie ausgesprochen wird.
Ich möchte vorrangig Deep Sky Astrofotografie betreiben, jedoch aber mit dem Sohnemann auch mal die Planeten und den Mond bestaunen.
Tatsächlich hat er explizit nach Beidem gefragt, nut noch mal als kurzer Reminder, bevor es nur noch in die eine Richtung geht. Der Sohnemann soll bitte nicht außen vor bleiben.
Und ein 130er oder 150er F/5 Newton eignet sich, neben visueller Beobachtung, genauso für Fotografie ganz hervorragend, damit ist das nach wie vor ein super Setup um die beiden Eingangs angesprochenen Einsatzgebiete gleichermaßen gut zu bedienen.

LG
Olli
 
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